Sao Paulo

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Sao Paulo
S√£o Paulo
Wappen Flagge
Wappen von S√£o Paulo
Flagge von S√£o Paulo
Basisdaten
Bundesstaat: S√£o Paulo
Koordinaten: 23¬į¬†30‚Ä≤¬†S, 46¬į¬†37‚Ä≤¬†W-23.5-46.6166666666677Koordinaten: 23¬į¬†30‚Ä≤¬†S, 46¬į¬†37‚Ä≤¬†W
Höhe: 795 m
Fläche: 1523 km² (Stadt)
7947 km² (Metropolregion)[1]
Einwohner: 10.886.518 (Stadt) [2]
19.226.426 (Metropolregion) [3]
(Stand 1. April 2007)
Bevölkerungsdichte: 7.148 Einwohner/km² (Stadt)
2.419 Einwohner/km² (Metropolregion)
Telefonvorwahl: +5511
Stadtgliederung: 9 zonas und 31 subprefeituras
Offizielle Website: www.capital.sp.gov.br
Politik
B√ľrgermeister Gilberto Kassab - DEM
Lage der Stadt im Bundesstaat S√£o Paulo

S√£o Paulo ['s√£uŐĮ 'pauŐĮlu] (port. f√ľr Sankt Paulus) ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates in Brasilien. Die Stadt ist das wichtigste Wirtschafts-, Finanz- und Kulturzentrum sowie Verkehrsknotenpunkt des Landes mit Universit√§ten, Hochschulen, Theatern und Museen.

S√£o Paulo ist der gr√∂√üte industrielle Ballungsraum in Lateinamerika. Die rund 1000 deutschen Unternehmen im Gro√üraum S√£o Paulo bilden die weltweit gr√∂√üte Konzentration deutscher Industrie-Unternehmen. Im administrativen Stadtgebiet von S√£o Paulo leben 10,9 Millionen Menschen (2007).[2] Die Agglomeration Grande S√£o Paulo hat 19,2 Millionen Einwohner (2007).[3] Damit ist sie eine der gr√∂√üten Metropolregionen der Erde und die bev√∂lkerungsreichste Stadt auf der S√ľdhalbkugel. Insgesamt gesehen ist S√£o Paulo ‚Äď je nach zugrundeliegender Statistik ‚Äď die f√ľnft- oder sechstgr√∂√üte Metropolregion auf der Welt.

Die Stadt ist durch zahlreiche Einwanderer aus aller Welt multikulturell gepr√§gt mit wesentlichen portugiesischen, italienischen, deutschen, libanesischen und japanischen Einfl√ľssen. Die Einwohner der Stadt S√£o Paulo hei√üen ‚Äěpaulistanos‚Äú. W√§hrend mit ‚Äěpaulista‚Äú eigentlich die Einwohner des Bundesstaats gemeint sind, verwendet man diesen Begriff auch h√§ufig verallgemeinernd f√ľr die Bewohner der Metropole.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Landsat-Aufnahme von S√£o Paulo

Die Stadt liegt im S√ľdosten Brasiliens 80 Kilometer vom Atlantischen Ozean entfernt im Hochbecken der Fl√ľsse Rio Tiet√™ und Rio Pinheiros, durchschnittlich 795 Meter √ľber dem Meeresspiegel. Das Stadtgebiet hat eine Fl√§che von 1523 Quadratkilometern und erstreckt sich ungef√§hr 60 Kilometer in Nord-S√ľd-Richtung und 80 Kilometer in Ost-West-Richtung.

Die Metropolregion Grande S√£o Paulo umfasst au√üer der Stadt S√£o Paulo als Kernzone 38 weitere St√§dte mit einer Gesamtfl√§che von 7.947 Quadratkilometern. Das √ľberbaute Stadtgebiet der Region mit einer Fl√§che von 2.209 Quadratkilometern hat seit 1962 um 874 Quadratkilometer zugenommen.[1]

Zwanzig Kilometer hinter der Hafenstadt Santos steigt die im Brasilianischen Bergland gelegene Serra do Mar schnell bis auf durchschnittlich 1200 Meter an und f√§llt dann auf die Hochebene von S√£o Paulo ab. Santos und S√£o Paulo verbindet ein nat√ľrlicher Pass √ľber die Serra do Mar. Die Hochebene von S√£o Paulo ist aber nicht flach, sondern ein H√ľgelland, so dass sich auch die Stadt S√£o Paulo √ľber zahlreiche H√ľgel erstreckt.

Nur etwa die H√§lfte des Wassers im Rio Tiet√™ ist nat√ľrlichen Ursprungs, und auch die f√ľr die st√§dtische Wasserversorgung wichtigen Stauseen im S√ľden S√£o Paulos sind durch die Einleitung nicht gekl√§rter Abw√§sser ungeplanter Wohnsiedlungen und Favelas kaum noch f√ľr die Gewinnung von Trinkwasser nutzbar. Die Folgen sind Geruchsbel√§stigung der Bev√∂lkerung, Eutrophierung und ein unzumutbarer Geschmack des Leitungswassers sowie hohe Kosten f√ľr das Erreichen von Trinkwasserqualit√§t.

Geologie

Jardim Europa

Das √∂stliche Bergland, in dem die Stadt S√£o Paulo liegt, erstreckt sich vom s√ľdlichen Bahia √ľber die Bundesstaaten Minas Gerais, Esp√≠rito Santo und S√£o Paulo bis in den Nordteil des Bundesstaates Paran√°. Die gro√üen H√∂henunterschiede und der engr√§umige Wechsel von hochaufragenden Gebirgsschollen und tiefeingesenkten T√§lern und Becken bringen eine gro√üe Vielfalt hervor. Im allgemeinen treten die Gesteine der alten Brasilianischen Masse an die Oberfl√§che, also kristalline Schiefer, saure und basische Plutonite sowie Quarzite.

Im Landesinneren flacht sich die alte Rumpffl√§che ab, und die auflagernden Schichten haben sich erhalten k√∂nnen. Unter ihnen sind die permokarbonischen Konglomerate im S√ľden, die die als Tillite bezeichneten verfestigten Mor√§nenablagerungen enthalten. In altpal√§ozoischen Gesteinsserien finden sich die f√ľr die Landesgeschichte so bedeutsamen Gold- und Diamantenlager. Landschaftlich treten vor allem durch ihre Schichtstufen devone Sandsteine im s√ľdlichen Teil und kreidezeitliche Sandsteine im n√∂rdlichen Teil hervor. Die nach Osten gerichteten Steilabf√§lle dieser Schichtstufen begrenzen vielfach das √∂stliche Bergland.

Stadtgliederung

Anhangaba√ļ

S√£o Paulo gliedert sich nach Himmelsrichtungen in 9 Verwaltungszonen (zonas): Nordost, Nordwest, West, Zentrum-S√ľd, Zentrum, S√ľdosten, S√ľd, Ost 01 und Ost 02. Diese wiederum teilen sich in 31 Stadtbezirke (subprefeituras), die in 96 Stadtteile gegliedert sind (distritos). Die Stadtbezirke von S√£o Paulo sind:

Aricanduva/Vila Formosa, Butant√£, Campo Limpo, Capela do Socorro, Casa Verde, Cidade Ademar, Cidade Tiradentes, Ermelino Matarazzo, Freguesia do √ď, Guaianazes, Ipiranga, Itaim Paulista, Itaquera, Jabaquara, Ja√ßan√£/Trememb√©, Lapa, M'Boi Mirim, Mooca, Parelheiros, Penha, Perus, Pinheiros, Pirituba/Jaragu√°, Santana/Tucuruvi, Santo Amaro, S√£o Mateus, S√£o Miguel Paulista, S√©, Vila Maria/Vila Guilherme, Vila Mariana und Vila Prudente.

Siehe auch: Liste der Stadtbezirke von S√£o Paulo

Klima

S√£o Paulo befindet sich in der subtropischen Klimazone. Die Temperaturen erreichen im Sommer kaum 34 Grad Celsius, w√§hrend Frost im Winter selten ist. Die h√∂chste Temperatur wurde offiziell am 15. November 1985 mit 35,3 Grad Celsius gemessen, die tiefste am 2. August 1955 mit -2,1 Grad Celsius (beide an der nationalen Wetterstation ‚ÄěMirante de Santana‚Äú in der Nordregion). In den umliegenden Bergen (Horto Florestal) sank das Thermometer am 2. August 1955 auf -3,9 Grad Celsius (Messung inoffiziell).[4][5]

√úber Schneefall wird in der Geschichte der Stadt nur vom 25. Juni 1918 berichtet. Niederschlag ist besonders in den w√§rmeren Monaten reichlich vorhanden, aber selten zwischen Juni und August. Weder ist S√£o Paulo, noch die nahe gelegene K√ľste je durch einen tropischen Wirbelsturm heimgesucht worden, auch Tornados sind selten. Der Wintermonat August war in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts meist trocken und hei√ü. Die Temperaturen stiegen bis auf 28 Grad Celsius. Dieses Ph√§nomen wird in portugiesisch ‚ÄěVeranico‚Äú genannt (‚Äěkleiner Sommer‚Äú).

Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt in São Paulo 19,3 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge 1455 Millimeter im Mittel. Die wärmsten Monate sind Januar und Februar mit durchschnittlich 22,0 bis 22,3 Grad Celsius, der kälteste Monat ist der Juli mit 15,7 Grad Celsius im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt in den Monaten Januar und Februar mit 201 bis 239 Millimetern im Durchschnitt, der wenigste im Juli und August mit 39 bis 44 Millimetern im Mittel.

Klimatabelle[6]
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Durchschnittliche
H√∂chsttemperatur (¬įC)
27,3 28,0 27,2 25,1 23,0 21,8 21,8 23,3 23,9 24,8 25,9 26,3 24,9
Durchschnittliche
Tiefsttemperatur (¬įC)
18,7 18,8 18,2 16,3 13,8 12,4 11,7 12,8 13,9 15,3 16,6 17,7 15,5
Durchschnittlicher
Niederschlag (mm)
238,7 217,4 159,8 75,8 73,6 55,7 44,1 38,9 80,5 123,6 145,8 200,9 1454,8
Durchschnittliche
Regentage
18 16 13 9 9 6 7 7 9 11 13 16 134

Umweltprobleme

Um der Umweltverschmutzung zu begegnen, werden viele Linien mit Trolleybussen bedient.
Pal√°cio das Ind√ļstrias (ehemaliger [1992‚Äď2004] Sitz der Stadtverwaltung ‚Äď B√ľrgermeisteramt)

Das Wachstum der Stadt, die hohe Industriedichte und Verkehrskonzentration f√ľhren in S√£o Paulo zu zahlreichen Umweltproblemen. Die Verschmutzung der Luft, die Belastung der Gew√§sser, die Bel√§stigung durch L√§rm und Emissionen durch den Verkehr sowie Entsorgungsprobleme bei M√ľll und Abwasser sind die gravierendsten Probleme S√£o Paulos.

Die Verschmutzung des Wassers des Rio Tiet√™ und des Rio Pinheiros durch industrielle und h√§usliche Abw√§sser hat dazu gef√ľhrt, dass diese beiden Hauptfl√ľsse im Stadtgebiet biologisch tot und zu reinen Abwasserkan√§len mit hohen Konzentrationen an Schwermetallen geworden sind.

Die Versiegelung der Flächen engt nicht nur die Möglichkeiten zur Erholung der Bevölkerung auf wenige gut erreichbare Parks in der Stadt stark ein, sondern behindert auch den Abfluss der Niederschläge. So kommt es in São Paulo besonders während der Sommermonate (Dezember bis März) immer wieder zu Überschwemmungen von Teilen der Stadt, oft auch mit einigen Todesopfern.

Die Ver- und Entsorgung variiert sehr stark je nach dem sozialen Status eines Stadtteiles. Vom Citybereich und den innenstadtnahen gehobenen Wohnbereichen des √úbergangsgebiets nimmt die Qualit√§t dieser Dienstleistungen und infrastrukturellen Einrichtungen zum Stadtrand hin schnell ab. Die Qualit√§t von Luft und Wasser ist im metropolitanen Kerngebiet allerdings schlechter als in zahlreichen peripheren Bezirken. So hat die Schadstoffbelastung der Luft trotz eines leichten R√ľckgangs bei einzelnen Stoffen immer noch alarmierende Ausma√üe, die durch Industriebetriebe (vor allem Schwebst√§ube, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid) und den Stra√üenverkehr (Kohlenmonoxid) verursacht werden.

Rund 90 Prozent der schlechten Luftqualit√§t wird durch den Stra√üenverkehr bewirkt. Durch die Beckenlage S√£o Paulos mit fehlendem Luftaustausch und h√§ufigen thermischen Inversionen im Winter (Juni bis August) sind Atemwegserkrankungen bei der Bev√∂lkerung sehr h√§ufig. Eine st√§dtische Weisheit besagt, dass Krankheiten mit dem Regen kommen. Das l√§sst sich darauf zur√ľckf√ľhren, dass die Niederschl√§ge Schadstoffe aus der Luft auswaschen und zur√ľck in Bodenn√§he transportieren.

Geschichte

Ursprung

Historische Aufnahme des Rio Tietê in São Paulo

S√£o Paulo wurde am 25. Januar 1554, dem Fest der Bekehrung des Apostels Paulus, von den Padres Manuel da N√≥brega und Jos√© de Anchieta, zwei jesuitischen Missionaren, um ein Jesuiten-Kloster gegr√ľndet. F√ľr lange Zeit blieb das Gebiet isoliert, da die Produktivit√§t der dortigen Zuckerrohrplantagen nicht besonders hoch war; die Bewohner betrieben Subsistenzwirtschaft. Erst im 17. Jahrhundert wurde in der Gegend Weizen f√ľr den Export angebaut.

Die Siedlung wurde nacheinander Hauptstadt des Kapitanats S√£o Vicente (1681) und des Kapitanats S√£o Paulo (1710). Die Jesuiten hatten von dem an der K√ľste des mittleren Brasiliens auf dem s√ľdlichen Wendekreis gelegenen portugiesischen St√ľtzpunkt S√£o Vicente aus ‚Ästbeim heutigen Santos¬†‚Äď den von tropischen Regenw√§ldern √ľberzogenen, zum Teil √ľber 1000 Meter hohen Steilabfall des K√ľstengebirges (Serra do Mar) √ľberwunden und in einem Hochbecken in ungef√§hr 800 Metern √ľber dem Meeresspiegel die erste europ√§ische Siedlungsgr√ľndung auf dem Hochland vorgenommen.

1711 ist S√£o Paulo auf Grund der strategisch g√ľnstigen Lage in der N√§he eines Passes √ľber die Serra do Mar das Stadtrecht verliehen worden. Am 7. September 1822 wurde in S√£o Paulo die Unabh√§ngigkeit Brasiliens von Portugal erkl√§rt. S√£o Paulo blieb bis in die 1870er Jahre relativ unbedeutend, obwohl die portugiesischen Einwanderer teilweise vermischt mit der indianischen Hochlandbev√∂lkerung, im 16. und 17. Jahrhundert von S√£o Paulo aus als Bandeirantes (‚ÄěBannertr√§ger‚Äú) weite Gebiete im zentralen Teil von Brasilien durchstreiften und als Sklavenj√§ger die ber√ľchtigten Raubz√ľge zum Fang der Indianer unternahmen, die den Besitzern der Plantagen im K√ľstentiefland die beim Zuckerrohranbau ben√∂tigten Arbeitssklaven beschafften.

Kaffeeanbau und Industrialisierung

Avenida Paulista 1902

Die wirtschaftliche Bedeutung S√£o Paulos √§nderte sich rasch, als der Anbau von Kaffee, der um 1850 √ľber das Rio-Para√≠ba-Tal die Stadt erreichte, sich im Hochland von S√£o Paulo unter g√ľnstigen Klima- und Bodenbedingungen und steigender Kaufkraft in Europa ab den 1880er Jahren fl√§chenhaft in n√∂rdliche und nordwestliche Richtung ausdehnte.

Hervorragende infrastrukturelle Voraussetzungen f√ľr den Kaffee‚Äěboom‚Äú schufen die systematische Verkehrserschlie√üung des Binnenlandes im Staate S√£o Paulo durch strahlenf√∂rmige, von S√£o Paulo auf den Hochebenen zwischen den Zufl√ľssen des Rio Paran√° vorgetriebene Eisenbahnlinien und die g√ľnstige Verkehrslage zum nahen Exporthafen Santos. Eine gezielt betriebene Einwanderungspolitik, die √ľberwiegend Italiener ins Land brachte, trug dazu bei, dass trotz der Befreiung der Sklaven 1888 die auf den Kaffeeplantagen ben√∂tigten Arbeitskr√§fte zur Verf√ľgung standen.

Mehrere Hunderttausend Europ√§er, √ľberwiegend Italiener, aber auch zahlreiche Deutsche, Japaner und Libanesen wanderten zwischen 1886 und 1905 ein, die sich vorwiegend auf den Paulistaner Kaffeeplantagen verdingten. Einige der Deutschen wurden auch im Inneren des Bundesstaates S√£o Paulo in Kolonien angesiedelt (Rio Claro, Monte Mor und andere). In dieser Phase betrugen die j√§hrlichen Wachstumsraten der Bev√∂lkerung bis zu 14 Prozent. Dies alles verhalf S√£o Paulo zu erstem Reichtum. Aber erst die Industrialisierung am Ende des 19. Jahrhunderts f√ľhrte zu dem beeindruckenden Wachstum zur gr√∂√üten Metropole S√ľdamerikas.

Industrieller Ballungsraum

Hochhaus in S√£o Paulo, 1961
Die Avenida Paulista heute
Teebr√ľcke (Viaduto do Ch√°) im Zentrum von S√£o Paulo

In den 1920er Jahren wurde S√£o Paulo die f√ľhrende Industrieregion des Landes. Die Bev√∂lkerung der Stadt √ľberschritt bereits 1934 die Millionengrenze und verdoppelte sich bis 1950. Anfang der 1960er Jahre f√ľhrte die hohe Inflation gemeinsam mit der politischen Mobilisierung der Arbeiter, Bauern und Studenten, die begannen, ihre politischen Rechte einzufordern, zur √úbernahme der Macht durch die Milit√§rs im Jahre 1964. Deren Regierung, die bis 1985 dauerte, war einerseits von Intoleranz gegen√ľber der politischen Opposition gepr√§gt, andererseits aber auch von Modernisierung und √∂konomischer Entwicklung, mit j√§hrlichen Wachstumsraten von rund zw√∂lf Prozent Anfang der 1970er Jahre.

Es wurde begonnen, eine neue Infrastruktur aufzubauen sowie nationale Gesundheits- und Sozialf√ľrsorge einzuf√ľhren. Die nahe Hafenstadt Santos (schnelle Transportwege), die Vergabe staatlicher Kredite und der sich durch umfangreiche ausl√§ndische, vor allem auch deutsche Investitionen verst√§rkende industrielle Aufschwung verhalfen S√£o Paulo zu neuerem Reichtum.

Diese √∂konomische Entwicklung basierend auf einer hohen Auslandsverschuldung geschah aber ohne die politische Partizipation der Bev√∂lkerung und ohne eine gerechte Verteilung des Reichtums. Das Ergebnis dieser Ver√§nderung war, dass eine zahlenm√§√üig kleine Schicht √ľber eine sehr gro√üe Kaufkraft verf√ľgte und mit ihrem Einfluss in Politik und Wirtschaft die elit√§ren und autorit√§ren Strukturen in der Gesellschaft verst√§rkte. Die zu dieser Zeit fehlende demokratische Kontrolle des Staates f√ľhrte zu gro√üen M√§ngeln, Niedrigl√∂hnen und Korruption in der Qualit√§t und Verteilung staatlicher Sozialleistungen, in den Bildungseinrichtungen, im √∂ffentlichen Wohnungsbau, im Verkehr und den sanit√§ren Anlagen.

S√£o Paulo war in dieser Zeit auch Gr√ľndungsort der Arbeiterpartei PT (1980) und des sehr aktiven Gewerkschaftsdachverbandes CUT (1983). Ihre Entstehung und ihr schnelles Erstarken sind Ergebnis der machtvollen Streiks und Demonstrationen der Arbeiter, die Brasilien am Ende der 1970er und Anfang der 1980er Jahre ersch√ľtterten. Diese K√§mpfe brachten die Milit√§rdiktatur zum Wanken und bildeten den Anfang einer Entwicklung, die wenige Jahre sp√§ter zu ihrem Ende f√ľhrte.

Heute ist die Region um São Paulo der größte industrielle Ballungsraum Lateinamerikas und der bedeutendste Industriestandort der Dritten Welt. Durch die Globalisierung, erhöhte Wechselkurse und die aufstrebende Industrie im gesamten Land verliert São Paulo aber immer mehr an Bedeutung. Die Industrie wird mehr und mehr vom Dienstleistungsgewerbe abgelöst. Dieser Sektor kann die Arbeitslosen aus der Industrie aber nicht auffangen. Die Folge davon sind Arbeitslosigkeit und Niedriglöhne.

Wie viele Gro√üst√§dte in Entwicklungsl√§ndern ist auch S√£o Paulo von einem Armutsg√ľrtel mit Marginalsiedlungen, den sogenannten Favelas, umgeben und hat besonders dort eine hohe Kriminalit√§tsrate. S√£o Paulo wird heute in Brasilien aber auch als die f√ľhrende Stadt im Hinblick auf Konzerte, Theater, Modenshows, internationale Sportveranstaltungen, Konferenzen und Wirtschaftsmessen angesehen; viele Veranstaltungen finden zuerst oder nur dort statt.

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Mit welcher Gewalt die Hochh√§user das Stadtbild pr√§gen, zeigt der Vergleich zu einem ‚ÄěHochhaus‚Äú aus den 1930er-Jahren.
Bevölkerungsentwicklung in den letzten 100 Jahren
Bevölkerungsentwicklung seit 1790; logarithmischer Maßstab

In den ersten 300 Jahren seit der Gr√ľndung der Stadt im 16. Jahrhundert kamen √ľberwiegend portugiesische Einwanderer und Sklaven vom afrikanischen Kontinent nach S√£o Paulo. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts waren es auf Grund des beginnenden Kaffeanbaus und der Befreiung der Sklaven 1888 durch eine gezielte Einwanderungspolitik bis Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem Italiener und Portugiesen, aber auch Deutsche, Libanesen und Japaner, die sich in der Stadt, teilweise in eigenen Vierteln, niederlie√üen. Deren Nachkommen leben noch heute in eigenen Stadtteilen, in ‚ÄěLiberdade‚Äú die Japaner, in ‚ÄěBela Vista‚Äú die Italiener, in ‚ÄěBom Retiro‚Äú die Libanesen und im Viertel ‚ÄěBrooklin Paulista‚Äú die Deutschen. Bedeutende Ethnien in der Stadt sind des Weiteren die Chinesen, Juden, Koreaner, Armenier, Bolivianer, Litauer, Spanier und Syrer.

Zu zwei weiteren Einwanderungswellen von Menschen aus Europa, Japan und dem Nahen Osten kam es wegen der politischen und wirtschaftlichen Wirren nach den beiden Weltkriegen. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts war S√£o Paulo √ľberwiegend das Ziel von Zuwanderern aus dem Nordosten Brasiliens, sp√§ter auch aus dem S√ľdosten. Wunschziel der Migranten war, es bei der schnell expandierenden Industrieentwicklung oder in der bl√ľhenden Baubranche eine Besch√§ftigung zu finden. Seit den 1980er Jahren tr√§gt das nat√ľrliche Wachstum erheblich mehr zum Bev√∂lkerungszuwachs bei als die Zuwanderung. Diese Ver√§nderung ist trotz abnehmender Geburtenraten durch den hohen Anteil j√ľngerer Stadtbev√∂lkerung bedingt, den die jetzt zur√ľckgehende Einwanderung mit sich gebracht hatte. Seit den 1990er Jahren ist die j√§hrliche Zuwachsrate der Bev√∂lkerung der Agglomeration S√£o Paulo, die seit 1973 als Grande S√£o Paulo institutionell verankert ist, sprunghaft zur√ľckgegangen.

Grande S√£o Paulo beherbergte im Jahre 2007 mit 19,2 Millionen Menschen, von denen 10,9 Millionen (56,8 Prozent) in der Stadt S√£o Paulo leben, eine gr√∂√üere Bev√∂lkerung als das Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 18 Millionen.[3] Da das Ballungsgebiet Grande S√£o Paulo bald mit weiteren sechs St√§dten √ľber 100.000 Einwohnern zusammenw√§chst ‚Ästdarunter die Millionenstadt Campinas¬†‚Äď die alle in einem Umkreis von weniger als 150 Kilometern um Grande S√£o Paulo liegen, wird heute schon von einer erweiterten Metropolregion (Complexo Metropolitano Expandido, CME) gesprochen, der die Funktion einer Makro-Metropole zukommt. Wobei bei der Einf√ľhrung einer Schnellzugstrecke damit gerechnet wird, das Rio/S√£o Paulo zu einer Megalopolis verwachsen.

Die Metropolregion Grande S√£o Paulo ist fl√§chenm√§√üig um circa 60 Prozent gr√∂√üer als die Stadtregion Rhein-Ruhr, √ľbertrifft deren Bev√∂lkerungszahl aber um das Vierfache. W√§hrend die durchschnittliche Bev√∂lkerungsdichte im Ruhrgebiet bei 1080 Einwohnern je Quadratkilometer liegt, betr√§gt sie in der Metropolregion von S√£o Paulo 2.419 Einwohner je Quadratkilometer. Sie erreicht in der Stadt S√£o Paulo mit 7148 und in der Stadt Diadema mit 12.619 Einwohnern je Quadratkilometer (2007) einen H√∂chstwert.

Die folgende √úbersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1929 handelt es sich meist um Sch√§tzungen, von 1940 bis 2000 um Volksz√§hlungsergebnisse und 2007 um eine Sch√§tzung des Brasilianischen Bundesamtes f√ľr Statistik und Geographie (IBGE). Dabei kommt das Wachstum in der Stadt selbst allm√§hlich zum Erliegen, da innerhalb der Stadtfl√§che kaum noch M√∂glichkeiten f√ľr Expansion bestehen.

        Jahr         Einwohner
1554 100
1776 2.026
1790 8.000
1817 23.760
1840 12.000
1856 15.000
1866 20.000
1872 31.385
1884 40.000
1890 64.900
1900 239.800
1911 346.000
Jahr/Datum Einwohner
1920 579.033
1929 880.000
1934 1.060.120
1. September 1940 1.326.261
5. September 1950 2.198.096
1. September 1960 3.666.701
1. September 1970 5.924.615
1. September 1980 8.493.226
1. September 1991 9.646.185
1. August 1996 9.839.436
1. August 2000 10.434.252
1. April 2007 10.886.518

Ethnische Zusammensetzung

Das japanische Stadtviertel ‚ÄěLiberdade‚Äú in S√£o Paulo.

Menschen aus rund 100 verschiedenen Ethnien nennen die Stadt ihr zu Hause. Laut Schätzung des IBGE vom 1. Juli 2003 lebten in der Stadt 10.677.019 Personen. Die Bevölkerung mit weißer Hautfarbe hatte daran mit 69,9 Prozent den größten Anteil, gefolgt von Menschen mit brauner Hautfarbe (Pardo) mit einem Anteil von 24,0 Prozent, den Afrobrasilianern (4,0 Prozent) und Asiaten (2,0 Prozent). Die ethnische Zusammensetzung ergab im Einzelnen folgende Statistik:[7]

Die meisten Einwohner von São Paulo sind italienischer Abstammung, das entspricht in etwa sechs Millionen Menschen. Die portugiesischstämmige Bevölkerung liegt mit drei Millionen Personen auf Rang zwei. An dritter Stelle stehen japanischstämmige Bewohner mit rund 326.000. Zudem gibt es etwa 120.000 Juden in São Paulo.[8]

Religionen

Die Religionsverteilung der Bevölkerung laut Volkszählung 2000:[9]

Religion Anteil in % Einwohnerzahl
Römisch-Katholische Kirche 68,11 7.107.261
Protestantische Kirche 15,94 1.663.131
Atheismus 8,97 936.474
Spiritismus 2,75 286.600
Buddhismus 0,65 67.591
Judentum 0,36 37.500

Quelle: IBGE

Entwicklung der Wohnsituation

Allee Luíz Carlos Berrini
Praça da Sé

Das Stadtzentrum von S√£o Paulo hat sich seit den 1960er Jahren gewaltig ausgedehnt und zeigt heute eine imposante Hochhauskulisse. In diesem Bereich haben sich j√ľngere, √§u√üerst dynamische Zonen entwickelt, w√§hrend das alte Zentrum seit Anfang der 1970er Jahre zahlreiche seiner zentralen Funktionen verloren hat, die an den Rand der Stadtmitte oder in nahe neue Subzentren abgewandert sind. Zur Abwertung der alten Stadtmitte um die Pra√ßa da S√© hat ein Verfall der Bausubstanz durch geringe Investitionen, Immobilienspekulation und zahlreiche nur teilweise genutzte oder leerstehende Geb√§ude, L√§rm, Schmutz, hohe Kriminalit√§t, starke Konzentration sozial an den Rand gedr√§ngter Bev√∂lkerungsgruppen zusammen mit unzureichender Pr√§senz staatlicher Organisation gef√ľhrt.

Die √∂ffentlichen und privaten Investitionen konzentrieren sich √ľberwiegend auf neue Standorte und Entwicklungsachsen im Randbereich des Stadtzentrums. So hat sich die Avenida Paulista, die √§lteste Prachtstra√üe der Stadt, an der sich der Paulistaner Geldadel, die Gro√üindustriellen und Kaffeebarone ihre Pal√§ste errichten lie√üen, seit den 1970er Jahren zu einer Hochhausschlucht entwickelt, entlang der Banken und Versicherungen sowie Industrie- und Handelskonzerne mit B√ľrot√ľrmen die Appartementhochh√§user in die nahegelegenen hochrangigen Wohnquartiere abgedr√§ngt haben.

Nachdem die letzten Baul√ľcken im innerst√§dtischen und innenstadtnahen Bereich geschlossen wurden, ist S√£o Paulo heute im Umkreis von mehr als 25 Kilometern um das Zentrum durch Wohnquartiere, Gewerbefl√§chen und Verkehrswege versiegelt, so dass kaum noch innerst√§dtische M√∂glichkeiten zur Erholung bestehen, die ‚Ästwie zum Beispiel der Ibirapuera-Park¬†‚Äď an den Wochenenden von der Bev√∂lkerung intensiv genutzt werden.

Die Dynamik durch den immensen Bev√∂lkerungsdruck seit Mitte des 20. Jahrhunderts bewirkte insgesamt eine explosive unkontrollierte Expansion S√£o Paulos. Die Planung konnte mit diesen Ver√§nderungen nicht mithalten. T√§glich entstanden an der Peripherie unz√§hlige irregul√§re Siedlungen (‚ÄěLoteamentos irregulares‚Äú) und illegale Siedlungen (‚ÄěFavelas‚Äú). Ein Viertel der Menschen in der Stadt leben in diesen Elendsquartieren.

Heute erstrecken sich rund um ein hochverdichtetes Stadtzentrum weitl√§ufige zersiedelte Peripherien mit geringer st√§dtischer Infrastruktur. Die informelle Baut√§tigkeit ist f√ľr einen √ľberwiegenden Teil der Einwohner S√£o Paulos die einzige M√∂glichkeit an Wohnraum zu kommen. Die inad√§quate Wohnsituation der Bev√∂lkerung und die zahlreichen √∂kologischen Probleme haben die Regierenden in die Verantwortung gezogen, √ľber eine neue Stadtplanungspolitik nachzudenken.

Kriminalität

Polizei von S√£o Paulo

Unter 556 St√§dten und Gemeinden Brasiliens nahm S√£o Paulo auf der ‚ÄěGewalttatenkarte 2008‚Äú mit einer Mordrate von 31,1 pro 100.000 Einwohner den 492. Platz ein. Auf der Karte von 2006 lag die Stadt mit einer Mordrate von 48,2 pro 100.000 Einwohner noch auf dem 182. Rang. Die ‚ÄěMapa da Viol√™ncia dos Munic√≠pios Brasileiros‚ÄĚ wurde vom lateinamerikanischen Netzwerk RITLA (Rede de Informa√ß√£o Tecnol√≥gica Latino Americana) erstellt.[10][11]

Der R√ľckgang der Morde begann 1999 und wird auf eine verbesserte Ermittlungsarbeit der Polizei zur√ľckgef√ľhrt, die zu einer h√∂heren Anzahl von Festnahmen und Verurteilungen f√ľhrte. Auch eine st√§rkere Zusammenarbeit zwischen der Bev√∂lkerung und der Polizei sowie die Verminderung der sich in Umlauf befindlichen Handfeuerwaffen lie√üen die Anzahl der T√∂tungsdelikte zur√ľckgehen.

Die Kriminalitätsrate in São Paulo sank allgemein seit Ende des 20. Jahrhunderts. Sie ist im Vergleich zu anderen brasilianischen Großstädten relativ niedrig. Unter den Hauptstädten der brasilianischen Bundesstaaten haben nur Palmas, Boa Vista und Natal eine niedrigere Kriminalität. Trotzdem bereiten Diebstahl, Gewalt, Raub, Mord und Drogenkonsum weiter Probleme. Im Bereich der Prostitution sind Zuhälter besonders in Verbindung mit Menschenhandel und Zwangsprostitution oft Teil organisierter Kriminalität oder werden von entsprechenden Organisationen (Mafia) kontrolliert.

Der bewaffnete Konflikt mit der Mafia-Organisation PCC (Erstes Hauptstadtkommando) erreichte 2006 beinahe b√ľrgerkriegs√§hnliche Zust√§nde, man sprach vom sogenannten ‚ÄěGuerra Urbana‚Äú. Im Mai 2006 kam es in der Region in einer konzertierten Aktion der PCC zu mehreren hundert Angriffen auf staatliche Sicherheitskr√§fte, Busse, Wohnh√§user von Polizisten, Banken und Geldautomaten sowie zu Gef√§ngnisrevolten. Grund war die Verlegung von 765 inhaftierten Mafia-Mitgliedern in Hochsicherheitsgef√§ngnisse. Bei den Angriffen und den Gegenma√ünahmen der Polizei starben 170 Menschen, darunter 41 Polizisten und Gef√§ngnisw√§rter.[12][13]

Politik

Stadtregierung

Pal√°cio dos Bandeirantes ‚Äď Staatsverwaltungssitz

Zwei Parteien bestimmten zwischen 1989 und 2004 die Regierungspolitik der Stadt, der sozialistische PT (Partido dos Trabalhadores) und der rechte PP/PPB (Partido Progressista, fr√ľher Partido Popular und Partido Populista Brasileiro). Die Oberb√ľrgermeister S√£o Paulos waren: Luiza Erundina (PT) (1989‚Äď1992), Paulo Maluf, einer der f√ľhrenden Politiker w√§hrend der Milit√§rdiktatur (PPB) (1993‚Äď1996), Celso Pitta (PPB) (1997‚Äď2000) und Marta Suplicy (PT) (2001‚Äď2004), mit 58,5 Prozent gegen Maluf gew√§hlt.

Gegen Erundina, Maluf und Pitta laufen Verfahren wegen Misswirtschaft, Korruption, Geldw√§sche und illegale Geldtransfers ins Ausland. Maluf wurden beispielsweise von der Justiz 446 Millionen US-Dollar auf Konten im Ausland nachgewiesen. Seine illegalen Einnahmen und Unterschlagungen betrugen 344 Millionen US-Dollar. Bis September 2005 war Maluf in mehr als 150 Prozesse verwickelt. Das brasilianische System der ‚ÄěImpunidade‚Äú (eine Person wird nicht bestraft, obwohl sie eine im rechtlichen Sinn strafbare Handlung begangen hat) f√ľhrten bisher zu keiner Verurteilung.[14]

Seit 1. April 2006 ist Gilberto Kassab (Partido da Frente Liberal, PFL) B√ľrgermeister von S√£o Paulo. Er war Vizeb√ľrgermeister unter dem seit 1. Januar 2005 regierenden Jos√© Serra von der Sozialdemokratischen Partei (Partido da Social Democracia Brasileira, PSDB). Serra trat von seinem Amt zur√ľck, um bei den Gouverneurswahlen im Oktober 2006 zu kandidieren. Er war Gesundheitsminister unter Pr√§sident Fernando Henrique Cardoso und Gegenkandidat von Lula da Silva bei der Pr√§sidentschaftswahl 2002. Die fr√ľhere Amtsinhaberin Marta Suplicy hatte im Jahre 2001 eine abgewirtschaftete und tief in Korruptionsskandale verstrickte Stadtverwaltung √ľbernommen. Sie verlor bei den Kommunalwahlen im Oktober 2004 mit 35,9 Prozent gegen Serra, der 43,5 Prozent der abgegebenen Stimmen erhielt.[15]

Die Kommunalpolitik hat neben der Bundes- und Landesebene einen zunehmenden Einfluss auf das Leben der B√ľrger S√£o Paulos. Die B√ľrgermeister werden in allgemeinen, direkten Wahlen f√ľr vier Jahre im Amt gew√§hlt. Der Wahlkampf auf kommunaler Ebene wird weitgehend von Personen und lokalen Themen beeinflusst. Die Wahlbeteiligung im Jahre 2004 war wegen der allgemeinen Wahlpflicht im Land sehr hoch, aber Nichtw√§hler konnten ihre Abwesenheit ohne Probleme und unb√ľrokratisch rechtfertigen. Insgesamt gingen nur 14 Prozent der Wahlberechtigten nicht zur Wahl, weitere sechs Prozent gaben entweder ung√ľltige oder bewusst wei√üe Stimmzettel ab.

Siehe auch: Liste der B√ľrgermeister der Stadt S√£o Paulo

Städtepartnerschaften

São Paulo unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften. In Klammern das Jahr der Etablierung.

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Theater

Das Teatro Municipal

Eines der bekanntesten Theater in S√£o Paulo ist das ‚ÄěTheatro Municipal‚Äú. Ganz in der N√§he des Anhangaba√ļ gelegen, ist dieses alte Geb√§ude eines der wenigen √úberbleibsel von Anfang des 20. Jahrhunderts, die dem Bauboom noch nicht zum Opfer gefallen sind. Mit dem Bau wurde 1903 begonnen ‚Ästin neobarockem Stil, inspiriert von der Pariser Oper¬†‚Äď eingeweiht am 12. September 1911 mit der Oper ‚ÄěHamlet‚Äú von Ambroise Thomas.

Im Theater sind im 20. Jahrhundert eine Reihe der ber√ľhmtesten K√ľnstler der Weltgeschichte aufgetreten, wie zum Beispiel Maria Callas, Enrico Caruso, Isadora Duncan, Benjamino Gigli, Vaslav Nijinsky, Anna Pawlowa, Arthur Rubinstein, Magdalena Tagliaferro, Arturo Toscanini und viele andere.

Das Theater besitzt edle Glasfenster und zahlreiche Kunstwerke. Seine Inneneinrichtung ist in sechs R√§nge unterteilt, deren Balkon-Fronten mit Blattgold verkleidet sind, und seine Kuppel pr√§sentiert die verschiedenen Phasen des menschlichen Lebens. Der zentrale L√ľster besitzt 260 Lampen und circa 6000 Kristallteile. Im Anschluss an das Geb√§ude liegt das Theater-Museum.

Museen

Museum MASP, Avenida Paulista

Erw√§hnenswert sind das ‚ÄěKunstmuseum S√£o Paulo‚Äú (Museu de Arte de S√£o Paulo), das die bedeutendste Kunstsammlung S√ľdamerikas besitzt, und das Ipiranga-Museum mit seiner Ausstellung √ľber brasilianische Geschichte.

Das ‚ÄěMuseu de Arte Sacra‚Äú beherbergt eine der besten Sammlungen sakraler Kunst in Brasilien, mit 4000 St√ľcken, von denen etwa 1.000 ausgestellt sind ‚Äď Alt√§re, Gem√§lde, M√∂bel, Kelche, Kreuze und Skulpturen aus dem 16. bis 20. Jahrhundert.

Das Geb√§ude ist im Kolonialstil errichtet und stammt aus dem Jahre 1774. Nahebei befindet sich die alte ‚ÄěIgreja de Nossa Senhora da L√ļz‚Äú, mit den sterblichen √úberresten des heiligen Frei Galv√£o, und daneben das ‚ÄěPres√©pio Napolitano‚Äú, mit den mehr als 1600 Einzelteilen eines italienischen Dorfes aus dem 18. Jahrhundert.

Im Parque do Ibirapuera befinden sich das ‚ÄěMuseu de Arte Contempor√Ęnea‚Äú, mit einer sehenswerten Sammlung westlicher und s√ľdamerikanischer Moderner Kunst, mit etwa 3.000 Werken, darunter von Pablo Picasso und Amedeo Modigliani, das Geb√§ude der Biennale, in dem alle zwei Jahre die gr√∂√üte Weltausstellung moderner Kunst stattfindet, das ‚ÄěMuseu de Arte Moderna‚Äú, das ‚ÄěMuseu da Aeron√°utica‚Äú (Luftfahrtmuseum) und das ‚ÄěMuseu do Folclore‚Äú (Folklore-Museum). In der durch Oscar Niemeyer erbauten ‚ÄěOca‚Äú, einer Ausstellungshalle in Form einer liegenden Halbkugel, werden tempor√§re Ausstellungen gezeigt, so beispielsweise die gro√üe Picasso-Ausstellung anl√§sslich der 450-Jahr-Feiern der Stadt S√£o Paulo.

Bauwerke

Dom ‚ÄěCatedral da S√©‚Äú
Das Pátio do Colégio
Das Bandeirantes-Monument

Anders als das wohlbekannte Rio de Janeiro wird S√£o Paulo √ľblicherweise nicht als Touristenort betrachtet. Seine Attraktionen bleiben h√§ufig unter dem st√§dtischen Chaos verborgen. Das Stadtbild von S√£o Paulo wird von vielen Hochh√§usern gepr√§gt, die aber bei weitem nicht so hoch sind wie in Manhattan. Das h√∂chste Hochhaus in S√£o Paulo ist das 170 Meter hohe ‚ÄěMirante do Vale‚Äú (bis 1988 Palacio Zarzur Kogan genannt), das zweith√∂chste mit 168 Meter das Edificio Italia, welches auch √ľber ein Panoramarestaurant verf√ľgt. Ein weiterer Aussichtspunkt befindet sich auf dem Edif√≠cio do Banespa.

Mindestens zwei große Brandkatastrophen ereigneten sich in diesen Hochhäusern, und zwar 1972 im Andraus-Hochhaus und 1974 im Joelma-Hochhaus.

Viele Immigrantengruppen aus aller Welt haben die Stadt gepr√§gt und einzelnen Stadtteilen ihre Charakteristik gegeben. S√£o Paulo wird von manchen daher in ihrem multikulturellen Charakter mit New York verglichen. Es gibt wesentliche portugiesische, italienische, deutsche, japanische und libanesische Einfl√ľsse.

Die gr√∂√üte Kirche der Stadt ist die im neogotischen Stil errichtete ‚ÄěCatedral Metropolitana‚Äú, mit deren Bau 1913 begonnen wurde und die erst 1954 eingeweiht wurde. Sie hat ein Fassungsverm√∂gen von 8000 Personen, eine L√§nge von 110 Metern und eine durchschnittliche Breite von 46 Metern. Ihr Mittelschiff w√∂lbt sich mehr als 30 Meter in die H√∂he und ihre beiden T√ľrme sind 92 Meter hoch. Die italienische Orgel ist die gr√∂√üte S√ľdamerikas. In der Krypta sind die sterblichen √úberreste des Indianerh√§uptlings Tibiri√ß√° und die des Paters Diogo Ant√īnio Feij√≥, des ‚ÄěRegente Feij√≥‚Äú (1784‚Äď1843), untergebracht.

Das ‚ÄěSolar da Marquesa de Santos‚Äú wird als das letzte Exemplar einer urbanen Wohngeb√§ude-Architektur aus dem 18. Jahrhundert im Zentrum von S√£o Paulo angesehen. Das alte Geb√§ude aus Taipa (Holzger√ľst, verkleidet mit von H√§cksel durchsetztem Lehm) ist 1843 von der Gr√§fin gekauft und in eine der aristokratischsten Residenzen von S√£o Paulo umgebaut worden ‚Äď es war auch unter dem Namen ‚ÄěPalacete do Carmo‚Äú bekannt. Gegenw√§rtig beherbergt es die Sammlung des ‚ÄěMuseu da Cidade‚Äú.

Nahe dem Stadtzentrum liegt der ‚ÄěMercado Municipal‚Äú, die alten Markthallen von S√£o Paulo, auch unter dem Namen ‚ÄěMercado Central‚Äú bekannt. Die k√ľrzlich vollst√§ndig renovierten √ľberdachten Hallen sind 1933 er√∂ffnet worden. Sie haben eine Innenraumh√∂he von zehn Metern, runde St√ľtzs√§ulen und sch√∂ne, aus Deutschland eingef√ľhrte Glasfenster mit landwirtschaftlichen Motiven. Die Markthallen sind ein wichtiges Zentrum zum Einkaufen und Zeitvertreib, mit einer gro√üen Auswahl an Produkten, von Gem√ľsen und Fr√ľchten bis zu Gew√ľrzen und exotischen Delikatessen, die in ganz S√£o Paulo nur dort k√§uflich zu erwerben sind. Er ist au√üerdem der einzige Markt, auf dem man bestimmte Fr√ľchte stets auch au√üerhalb der Saison kaufen kann.

Im Stadtteil Ipiranga liegt das ‚ÄěMuseu Paulista‚Äú, auch ‚ÄěMuseu do Ipiranga‚Äú genannt, inmitten des ‚ÄěParque Independ√™ncia‚Äú (Unabh√§ngigkeitspark), einer an die G√§rten von Versailles angelehnten Gartenanlage mit dem Monument der Unabh√§ngigkeit und der ‚ÄěCasa do grito‚Äú, dem Haus, nahe dem 1822 die Unabh√§ngigkeit ausgerufen wurde.

In der Umgebung der Stadt ist die 1867 er√∂ffnete ‚ÄěSchienenseilbahn Paranapiacaba‚Äú (Serra Incline) in Paranapiacaba an der durch das K√ľstengebirge ‚ÄěSerra do Mar‚Äú f√ľhrenden Bahnlinie von S√£o Paulo nach Santos eine viel besuchte Sehensw√ľrdigkeit. Diese elf Kilometer lange elektrifizierte Bahn ist zusammen mit der italienischen Schmalspurbahn von Triest nach Opicina die einzige heute noch existierende Schienenseilbahn der Welt.

Derzeit werden im S√ľden der Stadt die Company Business Towers errichtet, die das h√∂chste Geb√§ude Brasiliens sein werden.

Parks

Ibirapuera-Park

Der Parque do Ibirapuera ist der interessanteste Park der Stadt. Er bietet auf einer Fl√§che von 1,6 Millionen Quadratmetern neben gestalteten G√§rten und Seen auch Kultur, zum Beispiel das Planet√°rio, ausger√ľstet mit den modernsten Ger√§ten der Weltraumforschung.

Ibirapuera ist zweifellos eine der wichtigsten Gr√ľnanlagen S√£o Paulos, sie wurde im Jahre 1954, anl√§sslich der 400-Jahrfeier der Stadtgr√ľndung, eingeweiht. Vom Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx angelegt, sind im Park die wichtigsten, einheimischen Gew√§chse Brasiliens versammelt. Bei der Gestaltung der Pflanzungen wurde explizit darauf geachtet, indigene Pflanzen anstelle von importierten Arten zu verwenden. Der Park wird oft auch als S√£o Paulos ‚ÄěCentral Park‚Äú bezeichnet und ist sonntags eines der Hauptausflugsziele der Paulistanos.

Auf dem Gel√§nde befinden sich neben einer Anzahl Museen, der ‚ÄěVel√≥dromo‚Äú, ein Parcours f√ľr Fahrrad- und Motorrad-Rennen, ein mit Aluminium √ľberdachtes Stadion f√ľr Hallensport, mit Platz f√ľr 20.000 Zuschauer, der ‚ÄěPavilh√£o Japon√™s‚Äú, ein japanischer Pavillon, original aus Japan importiert, mit einem Salon f√ľr die Tee-Zeremonie und viele Fu√ü- und Radwege.

Sport

Morumbi-Stadion

Fu√üball ist in Brasilien Nationalsport und S√£o Paulo ist eine der Fu√üballhochburgen des Landes. In der Stadt befindet sich das weltgr√∂√üte private Sportstadion Morumbi. Es hat eine Kapazit√§t von 80.000 Zuschauern und ist Spielort des Fu√üballvereins FC S√£o Paulo, des sechsmaligen Landesmeisters von Brasilien. Anh√§nger des FC S√£o Paulo nennt man gemeinhin ‚Äěs√£o-paulinos‚Äú oder, wegen der einfacheren Aussprache, auch ‚Äěsanpaulinos‚Äú.

Weitere bekannte Fußballmannschaften der Stadt sind der sechsmalige Landesmeister SE Palmeiras, Spielort Parque Antártica-Stadion (Kapazität 32.000 Zuschauer) sowie der viermalige Landesmeister Corinthians São Paulo, Spielort Pacaembu-Stadion (Kapazität 45.000 Zuschauer).

Ein weiterer Fu√üballverein aus S√£o Paulo ist Portuguesa. Die Mannschaft spielt im Caninde-Stadion mit einer Kapazit√§t von 27.500 Zuschauern. Daneben gibt es noch eine Reihe von kleineren Vereinen, von welchen mit Sicherheit der Clube Atletico Juventus der kurioseste ist. Da sich die italienischen Einwandererbr√ľder Crespi nicht auf einen gemeinsamen Nenner f√ľr den von ihnen gegr√ľndeten Klub einigen konnten, nahmen sie kurzerhand den Namen von Juventus Turin und die Farben des Stadtrivalen FC Turin. Clube Atletico Juventus spielt im traditionsreichen Rua Javari Stadion (Kapazit√§t 9.061 Zuschauer).

Neben Fu√üball sind auch Volleyball, Tennis und Autorennsport in S√£o Paulo sehr beliebt. So stammen mit Chico Landi (1907‚Äď1989), Ayrton Senna (1960‚Äď1994), Rubens Barrichello und Felipe Massa einige der ehemals und gegenw√§rtig besten Formel 1-Rennfahrer aus der Stadt. Neue Aktivsportarten wie beispielsweise Surfen, Windsurfen und Drachenfliegen finden in S√£o Paulo, wo die nicht weit entfernte lange K√ľste und das g√ľnstige Klima hervorragende Bedingungen bieten, einen st√§ndig wachsenden Zuspruch. F√ľr Aerobic, Bodybuilding und Ger√§tegymnastik stehen zahlreiche Fitnessstudios zur Verf√ľgung.

In São Paulo findet seit 1925 mit dem Corrida de São Silvestre einer der weltweit bekanntesten Silvesterläufe statt.

Regelmäßige Veranstaltungen

Der Karneval in S√£o Paulo beginnt offiziell am Freitag vor Aschermittwoch und ist sicherlich eine der Hauptattraktionen der Stadt. Die vielfarbige Parade der Sambaschulen geh√∂rt zu den gr√∂√üten Paraden der Welt. Die meisten der pr√§chtig kost√ľmierten Teilnehmer haben das ganze Jahr √ľber hart gearbeitet, um sich die Kost√ľme leisten zu k√∂nnen, die sie hier f√ľr nur wenige Stunden tragen. Organisiert wird der Karneval von so genannten Samba-Schulen ‚Äď den ‚ÄěEscolas de Samba‚Äú.

Jede ‚ÄěEscola de Samba‚Äú w√§hlt j√§hrlich ein bestimmtes Thema, entsprechend werden dann die Festwagen dekoriert, und die Kost√ľme darauf abgestimmt. Danach werden Einzelheiten, wie Rhythmus, Choreografie, Pr√§sentation und Zusammenspiel der Gruppe festgelegt, diese Elemente werden dann auch von Preisrichtern beurteilt. Die Paraden beginnen am Abend und dauern pro Festtag etwa zw√∂lf Stunden. Das bedeutet, dass die letzten zwei Paraden bereits am n√§chsten Morgen durchgef√ľhrt werden.

Im Fr√ľhjahr findet mit der Parada do orgulho GLBT in S√£o Paulo die gr√∂√üte Homosexuellenparade der Welt statt. Bis zu zwei Millionen Menschen, unter ihnen viele Heterosexuelle, nehmen jedes Jahr an der farbenfrohen Veranstaltung mit Lautsprecherwagen, Techno- und Sambarhythmen teil. Regelm√§√üige Teilnehmer an der Veranstaltung sind auch der B√ľrgermeister der Stadt sowie Politiker verschiedener Parteien.

Ein weiteres Gro√üereignis ist im Herbst der ‚ÄěGro√üe Preis von Brasilien‚Äú im Formel-1-Rennsport. Jedes Jahr treffen sich im Aut√≥dromo Jos√© Carlos Pace bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit die besten Rennfahrer der Welt. Die am 12. Mai 1942 fertiggestellte kurvenreiche Rennstrecke ist extrem uneben und geh√∂rt f√ľr die Fahrer zu den anspruchsvollsten Strecken der Welt. Benannt ist der in Interlagos, einem Vorort von S√£o Paulo, gelegene Kurs nach dem am 18. M√§rz 1977 bei einem Flugzeugabsturz get√∂teten Rennfahrer Jos√© Carlos Pace.

In der Stadt findet seit 1951 die Kunstmesse Biennale de S√£o Paulo statt.

Gastronomie

Avenida Paulista

S√£o Paulo tr√§gt zusammen mit Paris, New York und Tokio den Titel ‚ÄěInternationale Hauptstadt der Gastronomie‚Äú. In der Stadt befinden sich Restaurants erster Kategorie, die sowohl internationale als auch regionale Gerichte anbieten. Die internationale K√ľche wird, in den meisten F√§llen, mit brasilianischer Eigenart zubereitet. Zu den mehr als tausend Gastst√§tten geh√∂ren deutsche, arabische, franz√∂sische, japanische, thail√§ndische, griechische, indische, skandinavische, spanische, j√ľdische, italienische, portugiesische, vietnamesische und vegetarische Restaurants, wie auch Pizzerias, Churrascarias und andere.

Das Nachtleben ist sehr angeregt und hat mit zahlreichen Caf√©s, Scotch-Bars, Discotheken, Pubs und Bierhallen eine gro√üe Auswahl an Alternativen anzubieten. Es konzentriert sich um die vornehmen Stadtviertel Vila Olimp√≠a, Morumbi, Moema und Jardines, das Consulado da Cerveja in Santana ist bekannt f√ľr seine Pagode-Shows namhafter K√ľnstler und Gruppen wie Netinho da Paula, Grupo Revela√ß√£o etc. Das ganze Jahr √ľber gibt es gute Kulturprogramme. Die Einwohner S√£o Paulos sind sehr gro√üe Rindfleischliebhaber. Es gibt zwei Grundarten der Bedienung: in Einzelportionen oder als Rod√≠zio, bei dem der Gast kontinuierlich unterschiedliche Fleischsorten, jedoch vorwiegend Rindfleisch, serviert bekommt.

In S√£o Paulo befinden sich auch zahlreiche Lokale mit regionalen brasilianischen Spezialit√§ten, wo Gerichte aus dem Landesinneren des Bundesstaates Minas Gerais serviert werden, einzigartig in ganz Brasilien. Ausgezeichnet schmecken das ‚ÄěTutu de Feij√£o‚Äú (Bohnentopf), der ‚ÄěTorresmo‚Äú (Schweinefleisch), die ‚ÄěLingui√ßa de Porco‚Äú (Schweinswurst) und verschiedene S√ľ√üspeisen aus tropischen Fr√ľchten.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Bovespa

S√£o Paulo, das bereits seit den 1920er Jahren die f√ľhrende Industrieregion des Landes war, hatte diese Position aufgrund seiner industriellen Standortvorteile und im Rahmen der importsubstituierenden Industrialisierung bis Anfang der 1960er Jahre erheblich ausgebaut, als 74 Prozent der nationalen industriellen Wertsch√∂pfung in der Metropole S√£o Paulo erfolgten und der Fahrzeugbau dort sogar mit 82 Prozent eine √ľberdimensionierte Konzentration erlebte.

In den 1970er-Jahren hat das sogenannte brasilianische ‚ÄěWirtschaftswunder‚Äú mit dem wachstumsorientierten √∂konomischen Entwicklungsmodell einen Verst√§rkungs- und Konsolidierungseffekt hervorgebracht. Inzwischen sind diese hohen Anteile durch die seit den 1970er Jahren erfolgte Entwicklung anderer Industriestandorte, die industrielle Dezentralisierung in S√£o Paulo und die allgemeine Verbesserung der Infrastruktur im S√ľdosten und S√ľden Brasiliens zwar deutlich abgesunken, Grande S√£o Paulo ist aber weiterhin mit gro√üem Abstand die bedeutendste Industriemetropole.

Die Metropolregion S√£o Paulo ist nicht nur das f√ľhrende Wirtschaftszentrum des Landes, sondern auch das gr√∂√üte industrielle Ballungsgebiet Lateinamerikas und einer der wichtigsten Industriestandorte der Welt. Fahrzeug- und Maschinenbau, Textil-, Metall- und Nahrungsmittelindustrie sind nur einige der Industrien, die sich in der Region angesiedelt haben. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse (besonders Kaffee) aus dem Landesinneren werden √ľber den nahe gelegenen Hafen Santos exportiert. In der Stadt befindet sich die einzige B√∂rse Brasiliens, die Bovespa (Bolsa de Valores de S√£o Paulo). Sie wurde am 23. August 1890 an der Rua 15 de Novembro gegr√ľndet und 1966 privatisiert. Die Bovespa ist mit einem Marktanteil von 70 Prozent der gr√∂√üte Handelsplatz f√ľr Aktien in Lateinamerika.[16]

In S√£o Paulo sind zahlreiche internationale Konzerne vertreten. Nahezu alle bedeutenden deutschen Gro√üunternehmen haben eine brasilianische Niederlassung in der Stadt. Wegen der Pr√§senz von rund 1000 deutschen Unternehmen mit 230.000 Mitarbeitern wird S√£o Paulo nach der Anzahl der Besch√§ftigten dieser Betriebe als die ‚Äěgr√∂√üte deutsche Industriestadt‚Äú bezeichnet.[17] Volkswagen do Brasil (20.000 Besch√§ftigte und 8,1 Milliarden US-Dollar Umsatz) und Mercedes-Benz do Brasil (13.000 Besch√§ftigte und 4,5 Milliarden US-Dollar Umsatz) geh√∂rten 2006 zu den gr√∂√üten industriellen Arbeitgebern in Brasilien.[18]

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Grande S√£o Paulo lag 2004 bei 94,06 Milliarden US-Dollar. Das BIP pro Kopf betrug 4.918 US-Dollar. Der Anteil am BIP Brasiliens lag bei 15,6 Prozent.[1] Der Ballungsraum S√£o Paulo stellt 30 Prozent des industriellen Produktionswerts des Landes und etwa ein Drittel aller Besch√§ftigten in der Industrie Brasiliens. In der Umgebung der Stadt werden heute etwa 50 Prozent aller Baumwolle des Landes, 62 Prozent seines Zuckers, 50 Prozent aller Fruchtexporte und 30 Prozent des Kaffees produziert. S√£o Paulo liefert rund 90 Prozent von Brasiliens Kraftfahrzeugen, 65 Prozent an Papier und Zellulose sowie 60 Prozent aller Maschinen und Werkzeuge. Die Stadt ist aber auch f√ľr 60 Prozent des gesamten Energieverbrauchs des Landes verantwortlich und Hauptsitz vieler Unternehmen der brasilianischen Solarindustrie. In S√£o Paulo werden 33 Prozent aller Exporte Brasiliens und 40 Prozent aller Importe abgewickelt ‚Äď die meisten dieser G√ľter werden √ľber den Hafen in Santos verschifft.[17]

Verkehr

Fernverkehr

Bahnhof ‚ÄěEsta√ß√£o da Luz‚Äú ‚Äď englischer Bau aus dem 19. Jahrhundert

S√£o Paulo ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit Flugh√§fen, Eisenbahnlinien und Autobahnen. Die Stadt besitzt zwei gro√üe Flugh√§fen[19], den Aeroporto Internacional de S√£o Paulo/Guarulhos und den Aeroporto Internacional de Congonhas/S√£o Paulo. Letzterer wird ausschlie√ülich f√ľr Inlandsverkehr genutzt und auch die "Luftbruecke" Rio-S√£o Paulo bedient, teilweise im 10-Minuten-Takt

Der Flughafen Guarulhos ist der gr√∂√üte internationale Flughafen in Lateinamerika. 39 Fluggesellschaften aus 28 verschiedenen L√§ndern bieten 500 Fl√ľge t√§glich an. Insgesamt 370 Unternehmen, darunter 60 Gesch√§fte, verteilen sich auf einer Fl√§che von 14 Quadratkilometern. Die beiden Terminals haben eine Kapazit√§t von 29 Millionen Flugg√§sten pro Jahr. Im Jahre 2007 hat der Flughafen 18,5 Millionen Flugg√§ste und 230.995 Flugzeuge abgefertigt.[20] Der Flughafen soll im Rahmen des Erweiterungsprojektes direkt ans Metronetz angeschlossen werden.

Der Flughafen Congonhas befindet sich etwas s√ľdlich des eigentlichen Stadtzentrums in der N√§he des Ibirapuera-Parks. Hier wird der gr√∂√üte Teil des Inlandverkehrs abgewickelt. Weiter gibt es noch den Flughafen Campo de Marte, unmittelbar n√∂rdlich des Rio Tiet√™, auf den Billigfl√ľge und Charterlinien gerne ausweichen um Kosten zu sparen.

São Paulo soll gegenwärtig den größten Hubschrauberverkehr weltweit haben. Verlässliche Quellen hierzu gibt es jedoch nicht. Wer es sich leisten kann, umgeht die prekäre Verkehrssituation und die hohe Kriminalität per Hubschrauber. Über 200 Helikopter-Landeplätze befinden sich in der Stadt.

Am 1. Januar 1867 bekam S√£o Paulo Anschluss an die Eisenbahn. Die Strecke Santos‚ÄďJundia√≠ verbindet die Stadt heute, die bis dahin durch Fl√ľsse und Gebirgsz√ľge isoliert war, mit der K√ľste. Hierbei hat sie gro√üe Steigungen zu √ľberwinden, wof√ľr fr√ľher die Schienenseilbahn Paranapiacaba und heute eine Zahnradbahn verwendet wird. Dadurch ist die Integration einer der ganz wenigen gr√∂√üeren St√§dte Lateinamerikas, die nicht an der K√ľste liegen, in die atlantischen Handelsrouten m√∂glich geworden. Die Eisenbahn ist heute wegen geringer Investitionen in die Infrastruktur relativ langsam und wird nur von wenigen Menschen genutzt. So dauert die Fahrt auf der wichtigen 373 Kilometer langen Strecke nach Rio de Janeiro etwas weniger als zehn Stunden; der Bahnbetrieb f√ľr den Personenverkehr (trem de prata) ist inzwischen eingestellt worden.

Nahverkehr

Verkehrsstau
Ein Korridor f√ľr die Busse der EMTU im S√ľden der Stadt

Vor schwierigste Probleme stellt die Situation des Stra√üenverkehrs S√£o Paulo. Staus und chaotische Verkehrsverh√§ltnisse, die bei Starkregen zum v√∂lligen Zusammenbruch des Stra√üenverkehrs f√ľhren k√∂nnen, sind trotz einer Ringstra√üe um den alten Stadtkern, gro√üen Stra√üendurchbr√ľchen, Stra√üentunnels und dem Ausbau der gro√üen Ausfallstra√üen an der Tagesordnung. Der Kraftfahrzeugbestand (PKW, LKW, Omnibus) hat sich seit 1975 auf f√ľnf Millionen mehr als verdreifacht. 21 Prozent aller in Brasilien und 57 Prozent der im Staat S√£o Paulo zugelassenen Fahrzeuge verkehren in der Metropolregion. Rund drei Millionen PKW zirkulieren t√§glich in diesem Bereich, darunter √ľber 30.000 Taxis. Dazu kommen etwa 15.000 Omnibusse mit hohem Schadstoffaussto√ü, die 73 Prozent der Passagiere im √Ėffentlichen Nahverkehr bef√∂rdern.

Die am 14. September 1974 er√∂ffnete Metr√ī S√£o Paulo ‚Ästdrei Linien mit einer Gesamtstreckenl√§nge von 49 Kilometern¬†‚Äď kann nur 22 Prozent, die Vorortbahnen k√∂nnen sogar nur f√ľnf Prozent transportieren. Weitere zwei Linien, sowie die Verl√§ngerung der Linie 4 befinden sich zur Zeit im Bau. Die U-Bahn ist technisch auf hervorragendem Stand und gilt als sicher.[21]

Etwa 2,5 Stunden t√§glich betr√§gt die durchschnittliche Wegezeit der Besch√§ftigten in Grande S√£o Paulo im Normalfall. √úber zwei Stunden kann in der Hauptverkehrszeit die Fahrt vom internationalen Flughafen in Guarulhos zum Stadtzentrum betragen. Bei der heutigen Verkehrsdichte und einem hohen Anteil von Schwerlastverkehr brachte auch die Einrichtung gro√üer Ring- und Umgehungsstra√üen entlang des Rio Tiet√™ im Norden und des Rio Pinheiros im Westen der Stadt mit der v√∂lligen Versiegelung der √ľberschwemmungsgef√§hrdeten Uferbereiche keine sp√ľrbare Entlastung mehr.

Eine nennenswerte Verbesserung soll der Rodoanel bringen. Die Fertigstellung der neuen Ringstra√üe, die etwa 30 Kilometer vom Zentrum entfernt liegt, ist f√ľr 2016 geplant. Der Rodoanel wird dann alle Fernverkehrstra√üen miteinander verbinden, um eine Entlastung der inneren Ringstra√üen (Marginal Pinheiros und Marginal Tiet√©) vom Schwerlastfernverkehr zu erreichen. Der erste 32 Kilometer lange Bauabschnitt im Westen S√£o Paulos wurde am 11. Oktober 2002 fertiggestellt. Der Bau des s√ľdlichen Bauabschnitts hat am 17. September 2006 begonnen und soll 2010 abgeschlossen werden.[22].

Am 24. M√§rz 1872 er√∂ffnete die erste Maultierstra√üenbahn. Die ersten elektrischen Stra√üenbahnen fuhren am 17. Februar 1900 in der Stadt. Der Betrieb wurde am 18. September 1968 eingestellt. Am 22. April 1949 wurde der Trolleybusbetrieb eingerichtet.[23] Das Omnibusnetz ist wegen der Gr√∂√üe S√£o Paulos und der Anzahl der Fahrg√§ste st√§ndig √ľberlastet. Weite Teile der Stadt sind noch nicht ausreichend erschlossen. Die Omnibusse bewegen sich √ľberwiegend auf Vorzugsspuren, sind in der Hauptverkehrszeit √ľberf√ľllt und teilweise in schlechtem technischen Zustand.

Insgesamt benutzen pro Tag mehr als drei Millionen Passagiere einen der 15.000 Omnibusse und etwa 2,5 Millionen fahren t√§glich U-Bahn. Der Anteil des √Ėffentlichen Personennahverkehrs liegt damit bei mehr als 50 Prozent ‚Äď ein Spitzenwert im Vergleich zu Gro√üst√§dten in Europa.

In 1997 wurde der "Wechsel der Kraftfahrzeuge" (rod√≠zio municipal de ve√≠culos de S√£o Paulo [24]) zur Verringerung des Kfz-Aufkommens in den Sto√üzeiten in den zentralen Stadtteilen eingef√ľhrt. Zwischen 07:00 und 10:00 Uhr und 17:00 und 20:00 Uhr an allen Werktagen d√ľrfen alle Kraftfahrzeuge mit zwei bestimmten Endnummern des Kennzeichens nicht das erweiterte Stadtzentrum befahren (montags z. B. betrifft dieses Verbot alle Fahrzeige mit den Endnummern 1 und 2). Dadurch wird das Fahrzeugaufkommen etwas verringert.

Medien

Luftaufnahme von S√£o Paulo
Avenida 23 de Maio

Die Medien in S√£o Paulo und landesweit sind im Besitz einiger weniger Organisationen. Die Konzerne, denen die beiden gr√∂√üten Fernsehsender geh√∂ren, ‚ÄěO Globo‚Äú und ‚ÄěManchete‚Äú kontrollieren auch einige der bedeutendsten Tageszeitungen und Zeitschriften S√£o Paulos. O Globo, das weltweit viertgr√∂√üte private Fernsehunternehmen ‚Ästnach CBS, NBC und ABC in den USA¬†‚Äď geh√∂rte, bis zu seinem Tod am 6. August 2003, dem Dollar-Milliard√§r Roberto Marinho, einer Person mit gro√üem politischen Einfluss.

90 Prozent der Einwohner S√£o Paulos verf√ľgen √ľber einen Fernseher. Die Fernsehsender orientieren sich am nordamerikanischen Vorbild und bevorzugen √ľberwiegend Unterhaltungssendungen und Spielfilme, die hohe Einschaltquoten und Werbeeinnahmen versprechen. Fernsehgeb√ľhren werden nicht erhoben.

Das Kabelfernsehen setzt sich in der Stadt immer weiter durch und enth√§lt alle gro√üen nationalen Fernsehsender (Globo, Record, Bandeirantes, Rede TV, TV Cultura) aber auch die Programme von ESPN (Sportkanal), CNN (Nachrichtensender), RAI (Radiotelevisione Italiana), Deutsche Welle, TV5 Monde (franz√∂sischsprachiger Fernsehsender), NHK (Nippon HŇćsŇć KyŇćkai, ‚ÄěJapanische Rundfunkgesellschaft‚Äú), TVE (Televisi√≥n Espa√Īola) und MTV sowie alle wichtigen Rundfunkstationen. Dazu geh√∂ren unter anderem R√°dio CBN (Central Brasileira de Noticias), Jovem Pan, Radiobr√°s, R√°dio Eldorado, Nove de Julho und R√°dio Cat√≥lica.

Eine gro√üe Bedeutung in S√£o Paulo haben auch die Printmedien. Deren Niveau ist verh√§ltnism√§√üig hoch, da sich die Presse vorwiegend an die oberen und mittleren Einkommensschichten richtet. Zeitungen wie der ‚ÄěEstado de S√£o Paulo‚Äú, ‚ÄěFolha de S√£o Paulo‚Äú und das ‚ÄěJornal do Brasil‚Äú sowie die politischen Magazine ‚ÄěIsto√©‚Äú und ‚ÄěVeja‚Äú brauchen den internationalen Vergleich nicht zu scheuen. Daneben kann man in der Stadt auch zahllose Zeitschriften, die der Regenbogenpresse zugerechnet werden, kaufen. Brasilien hat nat√ľrlich ein gro√ües Boulevardblatt, die Zeitung ‚ÄěO Povo na Rua‚Äú (Das Volk auf der Stra√üe), die vorwiegend von den Menschen der unteren Einkommensschichten S√£o Paulos gelesen wird.

Werbeverbot

Seit 2007 gilt in S√£o Paulo ein Werbeverbot in der √Ėffentlichkeit.[25]

Da die Stadt zuvor v√∂llig √ľberflutet von Plakatw√§nden war, die ganze H√§userfassaden verdeckten, schaffte B√ľrgermeister Gilberto Kassab fast alle Werbeschilder per Gesetz ab. Erlaubt sind auf einer Fassade von bis zu zehn Metern H√∂he nur noch 1,5 Quadratmeter Werbung, auf einer Fl√§che bis zu hundert Quadratmetern darf sie h√∂chstens vier Quadratmeter ausmachen. F√ľr jeden illegalen Quadratmeter werden umgerechnet 370 Euro Bu√ügeld f√§llig. Die Umstellung fiel zun√§chst recht ern√ľchternd aus, denn die Gerippe leerer Reklametafeln und verfallene Fassaden, die hinter ihnen zum Vorschein kamen, sind kein erbaulicher Anblick. Doch nach und nach kommt Farbe an die H√§user, verschwinden die √úberreste der alten Werbetr√§ger. Von dem Verbot sind auch Hinweisschilder auf Gesch√§fte, Hotels und Restaurants betroffen.

√Ėffentliche Einrichtungen

In der Nähe von São Paulo befinden sich drei SOS-Kinderdörfer:

  • SOS-Kinderdorf Po√° (35 Kilometer, 1968 er√∂ffnet)
    • Kapazit√§t: Heim f√ľr bis zu 140 Kinder, Einrichtung f√ľr bis zu 18 Jugendliche, Ganztagsbetreuung f√ľr bis zu 200 Vorschulkinder
  • SOS-Kinderdorf S√£o Bernardo do Campo (35 Kilometer, Riacho Grande, 1970 er√∂ffnet)
    • Kapazit√§t: Heim f√ľr bis zu 81 Kinder, Einrichtung f√ľr bis zu 24 Jugendliche, Ganztagsbetreuung f√ľr bis zu 165 Vorschulkinder
  • SOS-Kinderdorf Rio Bonito (1980 er√∂ffnet)
    • Kapazit√§t: Heim f√ľr bis zu 108 Kinder, Ganztagsbetreuung f√ľr bis zu 440 Vorschulkinder, Grundschule

Bildung

Faculdade de Direito ‚Äď Universidade de S√£o Paulo um 1950

S√£o Paulo beherbergt zahlreiche wichtige Bildungsinstitutionen, darunter auch die 1934 gegr√ľndete Universit√§t S√£o Paulo (Universidade de S√£o Paulo), die gr√∂√üte Universit√§t des Landes und zweitgr√∂√üte in Lateinamerika. Au√üerdem befinden sich dort die renommierte private Universit√§t P√§pstliche Katholische Universit√§t von S√£o Paulo ("Pontif√≠cia Universidade Cat√≥lica de S√£o Paulo", er√∂ffnet 1946) und die Mackenzie-Universit√§t (er√∂ffnet 1952). Im Stadtteil Butantan ist im Jahre 1901 ein Seruminstitut gegr√ľndet worden, das weltweit bekannt ist f√ľr seine Schlangenforschung sowie die Herstellung von Impfstoffen und Heilseren. Dem Instituto Butantan sind drei sehenswerte Museen angeschlossen. Dort kann man unter anderem lebende Schlangen bewundern.

Das Schuljahr in S√£o Paulo und ganz Brasilien beginnt Anfang Februar und endet Mitte Dezember. Im ganzen Monat Juli sind Winterferien. Die Grundschulausbildung ist kostenfrei und obligatorisch. Schulpflicht besteht zwischen dem siebenten und f√ľnfzehnten Lebensjahr. Viele der Sch√ľler beenden ihre Ausbildung nicht, da sie schon vorher arbeiten m√ľssen, um sich mit dem erworbenen Geld ihren Lebensunterhalt zu verdienen. So k√∂nnen √ľber zehn Prozent der Erwachsenen in S√£o Paulo weder lesen noch schreiben. Durch Abendschulen f√ľr die arbeitenden Kinder und Fernkurse √ľber Rundfunk und Fernsehen konnten einige Erfolge in der Alphabetisierung erzielt werden.

Die Bildung wird √ľber √∂ffentliche wie auch √ľber private Institutionen vermittelt. Sie gliedern sich in die Bereiche der Vor- und Grundschule, Sekundarschule (Mittel- und h√∂here Schule) sowie die Universit√§t (mit der M√∂glichkeit von Studieng√§ngen f√ľr Postgraduierte). Auf Grund der hohen Zahl an Studienplatzbewerbern verlangen √∂ffentliche wie auch private Hochschulen eine Aufnahmepr√ľfung (‚ÄěVestibular‚Äú). Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums wird dem Absolventen der akademische Grad eines Bachelor verliehen. Viele Bildungseinrichtungen bieten Kurse am Vormittag, am Nachmittag und Abends an. Dadurch k√∂nnen die Studierenden entweder halbtags oder ganztags arbeiten.

Söhne und Töchter der Stadt

São Paulo ist Geburtsort zahlreicher prominenter Persönlichkeiten.

Siehe Liste der Söhne und Töchter der Stadt São Paulo

Siehe auch

Literatur

  • J√ľrg M√ľller: Brasilien. Stuttgart 1984, ISBN 3-623-00681-5.
  • Rainer Wehrhahn: S√£o Paulo. Umweltprobleme einer Megastadt. In: Geographische Rundschau. Braunschweig 46.1994,6, S. 359‚Äď366, ISSN 0016-7460
  • Dietrich Briesemeister, Gerd Kohlhepp, Ray-G√ľde Mertin, Hartmut Sangmeister, Achim Schrader (Hrsg.): Brasilien heute. Frankfurt am Main 1994, ISBN 3-89354-553-0.
  • Rafael Sevilla, Darcy Ribeiro (Hrsg.): Brasilien ‚Äď Land der Zukunft? Bad Honnef 1995, ISBN 3-89502-031-1.
  • Reinhardt W. Wagner: Deutsche als Ersatz f√ľr Sklaven: Arbeitsmigranten aus Deutschland in der brasilianischen Provinz S√£o Paulo 1847‚Äď1914. Vervuert 1995, ISBN 3-89354-155-1.
  • Paula dos Santos: Stadtplanung von unten. Die Landbesetzung Filhos da Terra in S√£o Paulo. Technische Universit√§t, Berlin 1999, ISBN 3-7983-1799-2.
  • Florian D√ľnckmann: Kaffee in Brasilien. In: Geographische Rundschau. Braunschweig 54.2002,11, S. 36‚Äď42, ISSN 0016-7460
  • Elisabeth Blum, Peter Neitzke: FavelaMetropolis. Berichte und Projekte aus Rio de Janeiro und Sao Paulo. Birkh√§user, Basel/Boston/Berlin 2004, ISBN 3-7643-7063-7.
  • Michael Roschmann: Die Entwicklung des Bankenzentrums S√£o Paulo in den Jahren von 1930 bis 1988. Tectum, Marburg 2004, ISBN 3-8288-8663-9.

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ a b c EMPLASA: Regi√£o Metropolitana de S√£o Paulo ‚Äď Dados
  2. ‚ÜĎ a b IBGE: Bev√∂lkerung der Stadt
  3. ‚ÜĎ a b c City Population: Bev√∂lkerung der Metropolregion
  4. ‚ÜĎ Folha Online: Temperatura em SP √© a maior em 12 anos
  5. ‚ÜĎ Brasil Abaixo de Zero: A super onda de frio do inverno de 1955
  6. ‚ÜĎ WMO: World Weather Information Service
  7. ‚ÜĎ Radiobr√°s: Ethnien in S√£o Paulo
  8. ‚ÜĎ Radiobr√°s: 450 Jahre S√£o Paulo
  9. ‚ÜĎ IBGE: Religionen ‚Äď Volksz√§hlung 2000
  10. ‚ÜĎ Brasil-Treff: S√£o Paulo weniger gef√§hrlich?
  11. ‚ÜĎ RITLA: Mapa da Viol√™ncia dos Munic√≠pios Brasileiros
  12. ‚ÜĎ Der Spiegel: Das Gewaltlabor, Nr. 40/2006
  13. ‚ÜĎ Lateinamerika- Nachrichten: S√£o Paulo im Teufelskreis der Rache, Nr. 384/2006
  14. ‚ÜĎ Konrad-Adenauer-Stiftung: Impunidade ‚Äď das Problem der Straflosigkeit in Brasilien
  15. ‚ÜĎ TAZ: Lulas Arbeiterpartei muss bangen, vom 5. Oktober 2004
  16. ‚ÜĎ Teleb√∂rse.de: Bovespa-B√∂rsengang in Brasilien
  17. ‚ÜĎ a b Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland: S√£o Paulo und die deutsche Wirtschaft
  18. ‚ÜĎ Latin Trade: Top 500 Companies in Latin America 2006
  19. ‚ÜĎ INFRAERO: Aeroportos do Estado de S√£o Paulo
  20. ‚ÜĎ Air Transport News: Top 100 Airports
  21. ‚ÜĎ Metr√ī S√£o Paulo: Offizielle Website
  22. ‚ÜĎ DERSA: Rodoanel Metropolitano M√°rio Covas (SP-21)
  23. ‚ÜĎ Standseilbahnen.de: Bahnen in S√£o Paulo
  24. ‚ÜĎ Opera√ß√£o Hor√°rio de Pico no Munic√≠pio: CET - Companhia de Engenharia de Tr√°fego - S√£o Paulo, SP, Brasil
  25. ‚ÜĎ Adbusters.org: S√£o Paulo: A City Without Ads

Weblinks


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