Schauspieler

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Schauspieler

Als Schauspieler bezeichnet man K√ľnstler, die mit Sprache, Mimik und Gestik eine Rolle, d. h., in der Regel eine andere Person verk√∂rpern. Schauspieler sind Personen, die regelm√§√üig (beruflich oder als Hobby) in Theater, Film oder Fernsehen unter Anweisungen (Drehbuch, Regieanweisung) schauspielerisch t√§tig sind.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Der Dramatiker und Kritiker Eric Bentley definierte Schauspiel als: "A verkörpert B, während C zuschaut".

Bentleys Definition macht deutlich, dass die Darstellung durch den Schauspieler viel mit der Vorstellung durch den Zuschauer zu tun hat. Erst in der Wahrnehmung des Zuschauers entsteht das Bild von der dargestellten Person.

Zweitens abstrahiert Bentleys Definition von allen historischen oder kulturellen Besonderheiten, die spezifische Formen des Schauspielens, k√ľnstlerische Konventionen des Theaters bzw. Films usw. kennzeichnen. Demnach ist es f√ľr einen Schauspieler keineswegs zwingend, dass er seiner T√§tigkeit regelm√§√üig oder professionell nachgeht, dass er die Darstellung ein√ľbt oder generell das Darstellen systematisch erlernt, dass er sich nach einer vorher festgelegten Anweisung richtet (er kann auch improvisieren oder extemporieren) oder das Schauspielen nur an daf√ľr speziell eingerichteten Orten (auf einer B√ľhne oder in einem Studio) aus√ľbt.

Geschichte

Die Urspr√ľnge der Schauspielerei konnten bisher nicht datiert werden, bei Ausgrabungen wurden jedoch pr√§historische Masken und bildliche Darstellungen maskierter Menschen gefunden, die auf Vorg√§nge des Verk√∂rperns hindeuten. Die Ethnologie hat schauspielerisches Verk√∂rpern und Masken bei allen indigenen V√∂lkern beobachtet. Fr√ľhe idealistischen Auffassungen f√ľhrten Schauspielerei auf einen ‚Äěmimetischen Urtrieb‚Äú und eine angeborene Lust am Nachahmen zur√ľck. Die heutige Forschung geht davon aus, dass der Ursprung schauspielerischer Bet√§tigung in Riten liegt, mit denen die vorgeschichtlichen Menschen √ľberlebenswichtige Handlungen (z. B. bei der Jagd) und erw√ľnschte soziale Verhaltensweisen nachahmend ein√ľbten oder als unbeherrschbar erlebte Naturkr√§fte durch Verk√∂rperungen (D√§monen, G√∂tter) zu beschw√∂ren versuchten. Auch Fundst√ľcke wie Masken und Zeichnungen, sowie ethnologische Beobachtungen weisen auf Zusammenh√§nge zu Tieren bzw. essentiellen Naturvorg√§ngen (Sonnenlauf, Niederschlag, Fruchtbarkeit usw.) hin.

Spezialisierte oder (halb)professionelle Schauspieler gibt es in Europa seit der Antike (siehe Theater der griechischen Antike, Theater der r√∂mischen Antike); die N√§he zur vorhellenischen Praxis wird in der fr√ľhen Antike noch dadurch deutlich, dass die Schauspieler in der Regel Masken tragen. Diese (vor)berufliche Tradition findet im europ√§ischen Mittelalter und in der Fr√ľhneuzeit vor allem deshalb keine Fortsetzung, weil das Theater ‚Äď der Hauptort schauspielerischer Bet√§tigung ‚Äď durch die Kirche streng ge√§chtet ist; schauspielerische Bet√§tigung ist allenfalls als ‚ÄěPossenrei√üen‚Äú und Nebenbesch√§ftigung von Gauklern denkbar, die als Vaganten (Fahrendes Volk) die Jahrm√§rkte bereisen und einen dementsprechend niedrigen sozialen Status innehaben.Zur Zeit der S√§kularisierung waren spezialisierte Schauspieler zun√§chst in den adeligen Hoftheatern und Opern sowie in den b√ľrgerlichen Theatern Englands (Elisabethanisches Theater) und Italiens (Commedia dell‚Äôarte) t√§tig. Das Hoftheater mit seiner vorwiegend auf Repr√§sentation, Festlichkeit und Erhabenheit zielenden Kultur verlangte noch nach einem pr√§sentierenden und vortragenden Schauspieler-Typ. Durch neumodischere Theaterpraktiker wie Gotthold Ephraim Lessing und den Dramatikern der Weimarer Klassik entstand ein neues Verst√§ndnis der Schauspielerei und die Forderung nach empfindsamer Nat√ľrlichkeit der Charaktere und nach innerer Motivation der Handlung.

Der Beruf "Schauspieler" im heutigen Sinne entstand mit den Wandertruppen des b√ľrgerlichen Theaters. Ihre unmittelbaren Vorg√§nger, die mittelalterlichen Vaganten, √ľbten die Schauspielerei noch nicht als zentrale T√§tigkeit aus, auch die Hofschauspieler waren als Staatsbedienstete keine Berufsschauspieler im modernen Sinn. Frauen wurden aus religi√∂sen und gesellschaftlichen Gr√ľnden lange Zeit der Zugang zum Schauspielberuf verwehrt.

Die heutige Vorstellung, wonach ein Schauspieler die umfassende Illusion einer anderen Person erzeugen, sich ‚Äěeinf√ľhlen‚Äú und ‚Äěnicht aus der Rolle fallen‚Äú soll, wird im 19. und fr√ľhen 20. Jahrhundert durch den schauspielerischen Naturalismus und dem Aufkommen des Films weiter ausgebaut. Die steigenden Anspr√ľche an Schauspieler f√ľhren u. a. zur verst√§rkten Bedeutung der Schauspieler-Ausbildung, insbes. von Schauspielschulen. Ab Mitte des 20. Jahrhundert wurde die ‚Äöklassische‚Äô Auffassung von schauspielerischer T√§tigkeit und F√§higkeit wieder in Frage gestellt, da Film, Radio und Fernsehen neue Anforderungen an Schauspieler stellen (vgl. Filmschauspieler). Die Auff√§cherung der Genres (z. B. Musicals) und die zunehmende Verschmelzung der verschiedenen Medien erh√∂hte die Anspr√ľche an Schauspieler. Die Vorstellung von kompletter Einf√ľhlung und perfekt illusionistischem Spiel wurde auch programmatisch in Frage gestellt. Eine Reihe von Theaterpraktikern und -theoretikern, z. B. Brecht, forderten, dass Schauspieler sichtbare Distanz zu ihrer Rolle einnehmen, eine Person eher vorzeigen als imitieren und ihren eigenen Standpunkt gegen√ľber der Figur verdeutlichen sollen. Als Mittel schlugen sie vor, historische Schauspieltraditionen (z. B. das Tragen von Masken), aber auch Praktiken des au√üereurop√§ischen (oft des fern√∂stlichen) Theaters anzuwenden.

Anforderungen

Von Schauspielern verlangt man f√ľr gew√∂hnlich, dass sie m√∂glichst nahtlos in ihrer Rolle aufgehen. Handlungsweise, Motivation und innere Verfassung der Rollenfigur sollen glaubw√ľrdig dargeststellt werden, und somit die Illusion hervorbringen, die verk√∂rperte Person sei tats√§chlich anwesend. Die Schauspielerei ist daher oft mit hohen mentalen, intellektuellen und k√∂rperlichen Anforderungen verbunden. Wichtig ist die F√§higkeit, die eigene mentale und emotionale Verfassung zu beherrschen, um eventuell abweichende Charakterz√ľge, Gem√ľtslagen und Stimmungen der Rollenfigur zum Ausdruck zu bringen. Zudem muss sich der Schauspieler die sprachlichen, stimmlichen und k√∂rperlichen Ausdrucksmittel der Rolle so zu eigen zu machen, dass die eigenen ‚Äěnat√ľrlichen‚Äú Ausdrucksmittel dahinter zur√ľcktreten.

Aufgrund dieser emotionalen Flexibilit√§t neigen einige Forscher zu der Auffassung, dass Schauspieler gleichsam ‚Äěnicht zu Ende sozialisierte‚Äú Individuen seien, die eine dynamische Pers√∂nlichkeitsstruktur beibehalten. Andere sehen im Schauspieler eher einen ‚Äě√ľbersozialisierten‚Äú Menschen, der seine Selbst- und Triebbeherrschung so stark internalisiert hat, dass er fast beliebig √ľber seine Emotionen und √Ąu√üerungen verf√ľgen kann. Unter diesem Blickwinkel betrachten manche Autoren den Schauspieler als zugespitztes Modell des entfremdeten Menschen.

Schauspielerei beinhaltet eine intensive Auseinandersetzung mit der darzustellenden Figur, was ein fundiertes Verst√§ndnis des gesamten Handlungszusammenhangs voraussetzt. Dazu z√§hlt oft auch Wissen √ľber historische Hintergr√ľnde, Umgangsformen der Zeit oder Region, literarische Konventionen sowie Sprech- und Dialektvarianten.

Da Schauspielerei √ľblicherweise in Zusammenarbeit mit anderen Schauspielern und anderem Personal (Regisseure und Produzenten, B√ľhnen-, Szenen-, Kost√ľm- und Maskenbildner, Licht- und Tontechniker, Kameraleute, Inspizienten, Souffleusen, B√ľhnenarbeiter) ausge√ľbt wird, muss ein Schuspieler in der Regel auch √ľber soziale Kompetenzen verf√ľgen. Dazu geh√∂rt, die Pr√§senz und Bedeutung der eigenen Rolle zu respektieren und sich nicht unangemessen in den Vordergrund zu spielen (in der Theatersprache: eine ‚ÄěRampensau‚Äú zu werden); oder Kollegialit√§t zu wahren und den sozialen Zusammenhalt eines Ensembles nicht zu gef√§hrden, wenn man sich etwa mit einer als zu klein empfundenen Rolle abgespeist f√ľhlt.

K√∂rperliche Belastungen bestehen beispielsweise, wenn die Rolle Akrobatik, Fechten oder Tanzen verlangt oder wenn bei einem Au√üendreh im Film ung√ľnstige Witterungsbedingungen herrschen. Besonders beansprucht werden generell die Atem- und die Sprechorgane.

Schauspieltechniken

Konstantin Sergejewitsch Stanislawski

Bei der heutzutage vermittelten Schauspieltechnik existieren grunds√§tzlich zwei verschiedene Ans√§tze, die naturalistische ‚ÄěIdentifikations‚Äú-Position (engl. Representation) und die illusionistische ‚ÄěDistanz‚Äú-Position (engl. Presentation).

Durch die "Identifikation" f√ľhlt sich der Schauspieler in die Rolle ein, verschmilzt mit den Eigenschaften der Rollenfigur und "vergisst" dabei seine eigene Identit√§t tempor√§r. Durch die "Distanz"-Posistion geht er m√∂glichst planm√§√üig und kalkuliert ‚Äěmit klarem Kopf‚Äú vor, um die f√ľr die Darstellung jeweils erforderlichen Ausdrucksformen willensgesteuert an sich hervorzurufen.

Einer der einflussreichsten und meistrezipierten Schauspiel-Methodiker, Konstantin Stanislawski, wird der ‚ÄěIdentifikations‚Äú-Schule zugerechnet, dennoch basiert seine Methode auf einem hochgradig systematischen und analytischen System. Viele einflussreiche Methoden j√ľngerer Zeit, beispielsweise Lee Strasbergs ‚ÄěMethod Acting‚Äú oder Sanford Meisners "Meisner Technique", sind eine Weiterentwicklung von Stanislawskis Ans√§tzen.

Als wichtige Vertreter der illusionistischen Schauspielmethode gelten die aus dem elisabethanischen Theater hervorgehende englische Theaterausbildung (z. B. Bristol Old Vic, Central School of Speech and Drama, Royal Academy of Dramatic Art), sowie die Techniken von Wsewolod Meyerhold, Erwin Piscator und Bertolt Brecht.

Beruf und Ausbildung

Die Berufsbezeichnung ‚ÄěSchauspieler‚Äú ist nicht gesch√ľtzt; somit darf sich jeder als Schauspieler bezeichnen. Tats√§chlich wird die Schauspielerei von vielen Menschen nur vor√ľbergehend (z. B. als Mitglied einer Schultheatergruppe) oder nur zu spezifischen Gelegenheiten (z. B. bei einem Familienfest) ausge√ľbt, andere bet√§tigen sich dauerhaft, aber nicht-professionell (z. B. als Mitglied eines Amateurtheaters). Andere sind als Laiendarsteller (Komparsen) in Theater-, Opern-, Film- oder Fernsehproduktionen t√§tig.

Der Umstand, dass es f√ľr das Berufsbild ‚ÄěSchauspieler‚Äú keine Zugangsregelungen und keinen rechtlichen Schutz gibt und auch viele hauptberufliche Schauspieler nur befristet arbeiten, erschwert die Ermittlung der Anzahl der tats√§chlichen Berufsschauspieler in Deutschland zu ermitteln. Z√§hlungen bzw. Sch√§tzungen variieren je nachdem, ob nur hauptberufliche oder auch nebenberufliche oder nur abh√§ngig besch√§ftigte oder auch selbst√§ndige Schauspieler einbezogen werden. Grobe Sch√§tzungen gehen von ca. 25.000 Personen aus, die in Deutschland ihren Lebensunterhalt haupts√§chlich durch Schauspielerei verdienen.

Auch die Ausbildung zum Schauspieler ist kaum reglementiert. Um als Schauspieler arbeiten zu k√∂nnen, kann es ausreichen, sich autodidaktisch auszubilden oder an Kursen und Workshops teilzunehmen. Auch privater Schauspielunterricht oder private Schauspielschulen sind m√∂gliche Ausbildungsg√§nge. Eine Reihe privater Schauspielschulen verf√ľgen √ľber eine staatliche Anerkennung und sind damit wie auch die √∂ffentlichen Schauspielschule und staatlichen Hochschulen berechtigt, staatlich anerkannte Abschl√ľsse zu erteilen.

Inhalte und die Qualit√§t der Ausbildung sind aufgrund dieser Vielseitigkeit au√üerordentlich unterschiedlich. Im Bereich der Privatschulen und des individuellen Privatunterrichts bestehen keinerlei verbindliche Standards; es bleibt den Schulen bzw. Lehrenden √ľberlassen, was und wie sie unterrichten wollen. Die hohe Nachfrage nach Ausbildungspl√§tzen f√ľhrt dazu, dass staatliche und reputierte Privatschulen die Bewerber durch anspruchsvolle Aufnahmepr√ľfungen filtern. Privatschulen haben mitunter geringere Zugangsvorraussetzungen, erwarten aber von den Studierenden entsprechend h√∂here finanzielle Gegenleistungen.

Arbeitsmarkt und soziale Sicherung

Die Arbeitsmarktlage f√ľr Schauspieler ist vergleichsweise schlecht. Da die Berufsbezeichnung "Schauspieler" nicht gesch√ľtzt ist, k√∂nnen sich Personen mit unterschiedlichsten Ausbildungswegen und Berufserfahrungen um Engagements bewerben, was zu einem gro√üen √úberangebot an Bewerbern f√ľhren kann. Die Ungeregeltheit bewirkt auch, dass keine verl√§sslichen Angaben √ľber die Arbeitslosigkeit vorliegen: Die amtliche Statistik bezieht sich nur auf die sozialversicherungspflichtig Besch√§ftigten (nicht auf die Freiberufler/Selbst√§ndigen) und weist nur die arbeitslos gemeldeten Schauspieler aus. Dennoch macht eine Arbeitslosenquote von fast 22 % (2006) deutlich, dass unter den rund 20.000 registrierten Darstellenden K√ľnstlern (so die Kategorie der Statistik, darin sind u. a. auch T√§nzer, S√§nger und Regisseure enthalten) hohe Besch√§ftigungslosigkeit herrscht.

Schauspielerinnen und √§ltere Schauspieler sind besonders h√§ufig von Arbeitslosigkeit betroffen. Dies h√§ngt damit zusammen, dass viele traditionelle Theaterst√ľcke M√§nner und j√ľngere Menschen favorisieren und es leichter ist, einen j√ľngeren Schaupieler "√§lter" zu machen als umgekehrt. In Film und Fernsehen werden zudem viele Formate mit fast ausschlie√ülich jungen Darstellern produziert. Die Arbeitslosenstatistik nimmt bei den √úber-50-J√§hrigen wieder ab, was allerdings auch darauf hinweisen kann, dass sich √§ltere erfolglose Schaupieler anderen Erwerbsquellen zuwenden.

Die Problematik, dass Schauspieler trotz Zahlungen an die Arbeitslosenkasse kaum Arbeitslosengeld 1 beziehen konnten, hat 2006 zur Gr√ľndung des Bundesverbands der Film- und Fernsehschauspieler e. V., auch BFFS genannt, gef√ľhrt, der sich u. a. um die sozialversicherungsrechtlichen Belange von Schauspielern k√ľmmert. So wurde z. B. 2008 mit den Sozialversicherungstr√§gern das vom BFFS erarbeitete Eckpunktepapier und die dazugeh√∂rige drehtagbezogene Zusatzleistungsformel vereinbart. Schauspieler k√∂nnen nun auch w√§hrend Vorbereitungszeiten sozialversichert werden, was den Bezug von Arbeitslosengeld 1 erleichtert.

Schauspieler bewerben sich entweder direkt bei Theatern und Medienunternehmen, √ľber die ‚ÄěZAV K√ľnstlervermittlung‚Äú, durch private Arbeitsvermittler, oder eine spezialisierte Schauspielagentur. Rollen, insbesondere Nebenrollen, werden √ľblicherweise √ľber ein Auswahlverfahren, das sogenannte Casting vergeben.

F√ľr Schauspieler mit einem festen Engagement werden Besch√§ftigungsbedingungen und Gagen in der Regel frei ausgehandelt, teilweise gelten auch Tarifvertr√§ge: Der ‚ÄěNormalvertrag B√ľhne‚Äú, vereinbart zwischen dem Deutschen B√ľhnenverein und der Genossenschaft Deutscher B√ľhnenangeh√∂riger wird bei st√§dtischen, Staats- und Landestheatern angewendet; privatwirtschaftliche Fernseh- und Filmproduktionsfirmen, die einem Arbeitgeberverband angeh√∂ren, unterliegen dem ‚ÄěTarifvertrag f√ľr Film- und Fernsehschaffende‚Äú . Gem√§√ü dem ‚ÄěNormalvertrag B√ľhne‚Äú erh√§lt ein Berufsanf√§nger/Absolvent einer Schauspielschule im 1. Festengagement am Theater bundesweit tariflich 1.600 Euro brutto pro Monat.[1].

Wie bei anderen K√ľnstlerberufen gibt es auch bei Schaupielern verh√§ltnism√§√üig hohe Einkommensunterschiede. Prominente Darsteller, die "Stars", erzielen hohe bis sehr hohe Einkommen; regelm√§√üig engagierte Schauspieler bei √∂ffentlichen Theatern haben ein mittleres Einkommen, w√§hrend ein gro√üer Teil der Schaupieler h√§ufig nur √ľber ein unterdurchschnittliches und unregelm√§√üiges Einkommen verf√ľgt.

Durch nat√ľrliche Befristungen der schauspielerischen T√§tigkeit (Spielzeiten im Theater, Engagement f√ľr einen einzelnen Film, Laufzeit einer Fernsehserie) m√ľssen sich auch viele erfolgreiche Schauspieler kontinuierlich um neue Engagements bem√ľhen, was die Arbeitsmarktlage f√ľr Schauspieler weiterhin erschwert.

1983 wurde die K√ľnstlersozialversicherung als Alterssicherung f√ľr Schauspieler eingef√ľhrt. Da die Versicherungspflicht nicht alle schauspielerisch T√§tigen betrifft und Beitr√§ge nur f√ľr tats√§chliche Besch√§ftigungszeiten angerechnet werden, ist die Altersversorgung f√ľr viele Schauspieler jedoch oft nicht ausreichend.

√Ėffentliche Wahrnehmung

Das traditionell geringe Prestige des Schauspielberufs wird durch die gro√üe Wertsch√§tzung und Fan-Verehrung von ber√ľhmten Stars teilweise relativiert. Da die F√§higkeiten und die "Wertsch√∂pfung" von Schauspielern zu gro√üen Teilen nur subjektiv bestimmt werden kann, ist eine qualitative Beurteilung von Schauspielern mit analytischen Methoden nur schwer m√∂glich. Die uneinheitliche Ausbildung, die starken sozialen Unterschiede zwischen Schauspielern, die vielf√§ltigen Herangehensweisen und ein hoher Grad an Individualit√§t erschweren weiterhin eine Verallgemeinerung von schauspielersisch T√§tigen. Die √∂ffentliche Wahrnehmung von Schaupielern ist naturgem√§√ü √§hnlich vielseitig und individuell.

Viele Schauspieler sehen ihre Arbeit trotz der episodenhaften Abläufe häufig als einen kontinuierlichen Prozess an, der im Regelfall nur mit einem einfachen Text beginnt. Anhand des Textes entwickelt der Schauspieler in einem kompositorischen Prozess nach und nach die zu verkörpernde Rolle, wobei Körper und Stimme des Schauspielers als kompositorische Mittel dienen. Fragen der Distanz bzw. Identität beziehen sich aus Sicht des Schauspielers weniger auf sein Verhältnis zu Figur oder Rolle, sondern mehr auf sein Verhältnis zu sich selbst als Interpret, der zugleich sein eigenes Instrument ist. Dabei kommt der Prozess der Komposition an kein Ende. Premieren und Vorstellungen werden eher als Stationen erlebt. Die Interpretation des Textes und die Realisation der Figur sind in diesem Fall ein laufender Prozess, der niemals zum Abschluß kommt.

weiterf√ľhrende Artikel

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Stand: 14. August 2008, ‚ÄěNormalvertrag B√ľhne‚Äú

Literatur

  • Eric Bentley: The Life of the Drama. London 1965.
  • Rainer Bohn: Schauspieler und Schauspielen. Ein Forschungsbericht. In: TheaterZeitSchrift. H. 2 (Winter 1982), S. 43‚Äď62.
  • Bertolt Brecht: Schriften zum Theater 1‚Äď3 (= Gesammelte Werke 15‚Äď17). Frankfurt/M. 1967 (darin insbes.: [Bd. 1] Neue Technik der Schauspielkunst, √úber den Beruf des Schauspielers; [Bd. 2] Der Messingkauf, Kleines Organon f√ľr das Theater, Stanislawski-Studien)
  • Peter Brook: Der leere Raum. 4. Auflage. Alexander Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-923854-90-0.
  • Denis Diderot: Das Paradox √ľber den Schauspieler. Frankfurt/M. 1984.
  • Gerhard Ebert: Der Schauspieler. Geschichte eines Berufes. Ein Abriss. Berlin 1991.
  • Gerhard Ebert, Rudolf Penka: Schauspielen ‚Äď Handbuch der Schauspieler-Ausbildung. Henschel Verlag, Berlin 1998, ISBN 3-89487-294-2.
  • Uta Hagen: Kleines Schauspieler-Handbuch. Berlin 2007.
  • J√ľrgen Hofmann: Kritisches Handbuch des westdeutschen Theaters. Berlin 1981.
  • Ulrich Khuon (Hrsg.): Beruf: Schauspieler. Vom Leben auf und hinter der B√ľhne. Hamburg 2005.
  • Klaus Lazarowicz, Christopher Balme: Texte zur Theorie des Theaters. reclam Verlag, Stuttgart 1991, ISBN 3-15-008736-8.
  • Bettina Mader: Vorsprechen. Mit modernen Monologtexten. Berlin 2005.
  • Kira Marrs: Zwischen Leidenschaft und Lohnarbeit. Ein arbeitssoziologischer Blick hinter die Kulissen von Film und Fernsehen. Berlin 2007.
  • Renate M√∂hrmann (Hrsg.): Die Schauspielerin. Zur Kulturgeschichte der weiblichen B√ľhnenkunst. Frankfurt/M. 2000.
  • Francesco Riccoboni: Die Schauspielkunst. ‚ÄěL‚ÄôArt du theatre ‚Äď 1750‚Äú. Hrsg. v. Gerhard Piens. Berlin 1954
  • Jens Roselt (Hrsg.): Seelen mit Methode. Schauspieltheorien vom Barock bis zum postdramatischen Theater. Berlin 2005, ISBN 978-3-89581-139-5.
  • Ernst Schumacher (Hrsg.): Darsteller und Darstellungskunst in Theater, Film, Fernsehen und H√∂rfunk. Berlin 1981.
  • Peter Simhandl: Theatergeschichte in einem Band. Berlin, Neuaufl. 2007, ISBN 978-3-89487-593-0.
  • Konstantin S. Stanislawski: Ausgew√§hlte Schriften. 2 Bde. Hrsg. v. Dieter Hoffmeier. Berlin 1988, ISBN 978-3-89487-051-5.
  • Stanislawski-Lesebuch. Zusammengestellt und kommentiert von Peter Simhandl. Berlin 1992, ISBN 978-3-89404-901-0.
  • Lee Strasberg: Schauspielen und das Training des Schauspielers. Berlin 2001, ISBN 978-3-923854-87-5.
  • Victor Mastinak: Schauspiel-Kunst oder Diaphragma. 2 Bde. Berlin 1988.
  • Ulrike Boldt: Traumberuf Schauspieler, Ratgeber zum Beruf, ISBN 3-89487-535-6

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Schauspieler ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
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 Commons: Schauspielerinnen ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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