Scheibenschie├čen

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Scheibenschie├čen

Der Begriff Scheibenschie├čen stammt aus dem Sch├╝tzenwesen.

ÔÇ×Scheibenschie├čenÔÇť ist an sich keine Schie├čdisziplin, sondern ein Sammelbegriff aus unterschiedlichen Veranstaltungen, bei denen mit verschiedensten Schusswaffen auf Schie├čscheiben geschossen wird.

Beim Sportschie├čen in Wettk├Ąmpfen nach der Sportordnung des Deutschen Sch├╝tzenbundes wird bei den verschiedenen Schie├čdisziplinen mit ihren unterschiedlichen Waffen festgelegt, auf welche Art von Scheiben geschossen wird und welche Eigenheiten diese Scheiben aufzuweisen haben.

Inhaltsverzeichnis

Geschichtliche Erw├Ąhnung

Das erste Bogenschie├čen auf Scheiben begann in historischen Zeiten mit Pfeil und Bogen. Dem folgte sp├Ąter die Armbrust und dann die ersten Schusswaffen. Urspr├╝nglich diente das Schie├čen, wie bis heute ├╝berliefert, zur Ern├Ąhrung und zur Hege durch die Jagd, damit einhergehend auch der kriegerischen Ert├╝chtigung der Sch├╝tzen.

(siehe auch : Entstehung und Begr├╝ndung f├╝r das Sch├╝tzenwesen in einer historischen ├ťberlieferung Landlibell)

In alten Berichten werden aber auch schon so genannte "Scheibenschie├čen" erw├Ąhnt, die nicht nur der kriegerischen Ert├╝chtigung dienten, sondern auch schon Volksfestcharakter aufwiesen, so in der Ratsverordnung der Stadt Gifhorn zum Gifhorner Scheibenschie├čen 1661. (hier ein Auszug: (Die ├Ąlteste Nachricht ├╝ber Schie├čveranstaltungen in der Stadt ist in einem unterth├Ąnigsten Bericht der gehorsamsten Knechte der Gifhorner B├╝rgerschaft an die K├Âniglich Gro├čbritanisch zur Churf├╝rstlich Braunschweig-L├╝neburgischen Regierung hochverordneten Geheimen R├Ąthe vom 21. Dezember 1738 zu entnehmen. Danach ist das b├╝rgerliche Freischie├čen in Gifhorn bis um 1500 nachweisbar. In dem Bericht wird erw├Ąhnt, dass das Scheibenschie├čen "denen vorhandenen Urkunden nach, vondem bereits ├╝ber 200 Jahre allhier j├Ąhrlich bis 1708 annoch zuletzt gehalten wurden", also wurde das Fest bereits um 1500 in Gifhorn gefeiert.)(siehe auch Weblinks). Seit 1706 sind von diesen Schie├čen auch Sch├╝tzenk├Ânige ├╝berliefert. Diese Schie├čen wurden in der Regel noch mit Vorderlader-Waffen durchgef├╝hrt. In der Stadt Nienburg/Weser in Niedersachsen wird allj├Ąhrlich ein als "Nienburger Scheibenschie├čen" bezeichnetes Sch├╝tzenfest veranstaltet.

Arten von Schie├čscheiben

Trefferaufnahme beim Feldbogenschie├čen

Bogenschie├čen

Bogensch├╝tzen verwenden f├╝r Wettk├Ąmpfe Scheibenhalter aus Strohgeflecht mit einem Durchmesser von 130cm. Sonderformen sind m├Âglich. Diese werden mit einer Neigung von ca. 10 - 15 Grad aufgestellt. Auf den Halter werden die eigentlichen Scheiben festgemacht. Die Ringe auf der Scheibe sind farblich hinterlegt. Die Scheibenmitte ist Gold (eigentlich Gelb) hinterlegt, weshalb der Wahlspruch der Bogensch├╝tzen auch lautet "Alle ins Gold".

Luftgewehr / -pistole / Armbrust 10m

Schie├čscheibe Luftgewehr

Bei diesen Waffenarten werden Schie├čscheiben aus Pappe verwendet, die bei dem Schie├čen mit dem Luftgewehr und der Armbrust einen Durchmesser des schwarz-wei├čen Ringspiegels von 45,5mm hat. Die Gr├Â├če des Mittelpunktes der Scheibe, die "Zehn", wurde im Laufe der Zeit immer weiter verkleinert. Die Zehn ist heute 0,5mm gro├č, mit einer Toleranz von +/- 0,1mm. Bei der Luftpistolenscheibe hat die Zehn einen Durchmesser von 11,5mm.

Schie├čscheiben f├╝r das Luftgewehrschie├čen gibt es als Einzelscheiben, zusammengefasst mit 5 Spiegeln auf einem Papp-Streifen und als 10er-Streifen. Letztere werden heute ├╝berwiegend verwendet und die Sch├╝sse mit elektronischen Auswertemaschinen ausgewertet. Schie├čscheiben f├╝r das Luftpistolenschie├čen gibt es nur als Einzelscheiben.

Kleinkaliberwaffen

Beim Schie├čen mit Kleinkaliberwaffen auf 50m Entfernung hat der Ringspiegel einen Durchmesser von 15,44cm und die Zehn ist 10,4mm gro├č.

Gro├čkaliberwaffen

Bei Gewehr 100m, Vorderlader, Pistole 25m (Pr├Ązision), Standardpistole und Pistole 50m hat der Ringspiegel einen Durchmesser von 50cm und die 10 ist 5cm gro├č. Die Zehn ist zweigeteilt in Innen- und Au├čenzehn. Die Innenzehn ist nur noch 2,5cm im Durchmesser gro├č.

Wurfscheiben

Beim Wurfscheibenschie├čen wird nicht auf statische Schie├čscheiben geschossen, sondern auf fliegende Ziele, die wegen ihrer platten Form "Scheibe" genannt werden. Das Wort "Scheibe" geht dabei auf das lateinische "Discus" zur├╝ck. Das Wurfscheibenschie├čen entstand aus dem ehemaligen "Taubenschie├čen", sp├Ąter "Tontaubenschie├čen". Es wird mit Flinten durchgef├╝hrt, die Schrotmunition verschie├čen und ist heute eine Wettkampfdisziplin angelehnt an den jagdlichen Bereich. Die Wurfscheiben haben einen Durchmesser von 95 bis 98mm und sollen farblich gegen den Himmel erkennbar sein. Sie sind zus├Ątzlich mit einem Farb-Pulver gef├╝llt, dass das Zerplatzen beim Treffen deutlich anzeigt.

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