Schermcke

Schermcke (Sachsen-Anhalt)
Schermcke
Schermcke
Lage von Schermcke in Sachsen-Anhalt

Schermcke ist ein Ortsteil der Stadt Oschersleben (Bode) im Landkreis Börde in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Bis zum 30. Juni 2009 war Schermcke eine selbstständige Gemeinde, in der 628 Einwohner auf 9,41 km² lebten (31. Dezember 2007).

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Schermcke liegt am nordwestlichen Rand der Magdeburger Börde. Das Gebiet um Schermcke fällt nach Süden zur Bode ab, während in Richtung Nordwesten das Gelände auf über 200 m ü. NN ansteigt. Es handelt sich dabei um die südöstliche Fortsetzung des Lappwald-Höhenzuges (Kniel 205 m ü. NN). Die ehemalige Gemeinde war fast vollständig von der Gemarkung der Stadt Oschersleben (Bode) umschlossen.

Geschichte

Die Evangelische Kirche Sankt Stephanus, ein ursprünglicher Bau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, wurde um 1600 im Renaissancestil umgebaut und erweitert. Die Katholische Kirche Sankt Norbertus erhielt ihre Weihe 1914.

Das Schloss Schermcke, eine ehemalige von einem Graben umgebene Tieflandsburg und um 1600 als vierflügelige Burg ausgebaut, wurde 1902 vom ortsansässigen Großgrundbesitzer Ernst Wrede saniert. Nach der Enteignung diente das Schloss zeitweise als Sitz des Volksgutes, als Kindergarten, Gemeindeschwesternstation und Gemeindebüro sowie zu Wohnzwecken. Das Gebäude befindet sich in Privatbesitz und lässt nur wenig vom alten Glanz ahnen.

Der Bauernhof Schermcke in der Breite Straße 6 ist das älteste Fachwerkhaus der Ortschaft.

Genau 40 Jahre lang vom 1. Juli 1950 bis zum 30. Juni 1990 war Schermcke ein Ortsteil der Gemeinde Ampfurth, die heute ebenfalls zur Stadt Oschersleben gehört.[1] Die Beharrlichkeit der Schermcker brachte am 1. Juli 1990 die Eigenständigkeit. Seit 1995 führt die Gemeinde ein Wappen (ehemalige Bockwindmühle), eine Flagge und ein Siegel.

Im Rahmen der Dorferneuerung wurden in den letzten Jahren der Dorfplatz und der Gemeindehof neu gestaltet.

Freiwillige Feuerwehr, Schützenverein, Sportverein, Blasmusikkapelle und der Bürgerverein prägen das Gemeindeleben, zu dem das traditionelle Herbst- und Erntefest gehört.

Vier Kilometer südlich von Schermcke befindet sich der 1997 neu eröffnete Motorsport Arena Oschersleben.

Schermcke wurde am 1. Juli 2009 nach Oschersleben (Bode) eingemeindet.[2]

Politik

Wappen

Wappen von Schermcke

Das Wappen wurde am 21. August 1995 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „In Blau eine goldene Bockwindmühle auf goldenem gewölbten Schildfuß.“

Das Wappen wurde von dem Magdeburger Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Flagge

Die Flagge der ehemaligen Gemeinde Schermcke ist Gold (Gelb)-Blau gestreift mit aufgelegten Gemeindewappen.

Wirtschaft und Infrastruktur

In Schermcke sind unter anderem Metallbau- und Elektrofirmen ansässig, die meisten Bewohner sind Pendler.

Verkehrsanbindung

Von Schermcke führen Landstraßen in die umliegenden Städte Oschersleben (Bode), Wanzleben und Seehausen. Der nächste Bahnhof befindet sich in der 5 km entfernten Kreisstadt Oschersleben (Bode) an der Bahnlinie MagdeburgHalberstadt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

  • Adolf Strauß (1879–1979), Offizier des 1. und 2. Weltkriegs, zuletzt im Rang eines Generaloberst, Befehlshaber der 9. Armee
  • Fritz Montag (1896–1943), Politiker (NSDAP) und SS-Führer

Personen mit Bezug zum Ort

  • Wilhelm Beyer (1885–1945), NSDAP-Politiker, starb hier während einer Dienstreise

Einzelnachweise

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste

Weblinks


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