Schiebekoppel

eine mechanische Pedalkoppel
Magneten zur elektrischen Betätigung der Manualkoppeln

Koppeln sind Spielhilfen bei der Orgel. Sie erlauben das gleichzeitige Spiel von verschiedenen Werken auf einem Manual oder das Spiel der Manualregister im Pedal. So ist es möglich, die Register verschiedener Manuale zugleich zu spielen und eine größere Lautstärke, aber auch zusätzliche Kombinationsmöglichkeiten zu erreichen.

Die Bedienung der Manual- und Pedalkoppeln erfolgt je nach Orgel

  • durch spezielle, einrastbare Fußhebel
  • durch Handzüge, die wie Registerzüge gestaltet sind
  • durch elektrische Drucktasten
  • durch das Verschieben eines Manuals (Schiebekoppel)

Koppeln werden bezeichnet, indem zuerst das hinzugekoppelte Manual angegeben wird und dann das Manual, auf das die Koppel wirkt, z. B. „II–I“ (zweites Manual wird an das erste gekoppelt) oder „HW/Ped“ (Hauptwerk wird an das Pedal gekoppelt). Bei Oktavkoppeln kann die Versetzung in Fußzahlen angegeben werden, z. B. „III–I 4′“ (drittes Manual wird eine Oktave höher spielend an das erste gekoppelt).

Koppelmanual

Das Koppelmanual ist gelegentlich als zusätzliches Manual vor allem in kleineren, eigentlich zweimanualigen Orgeln zu finden. Technisch und praktisch sind verschiedene Konstellationen denkbar, die allerdings alle eine Gemeinsamkeit haben: Es handelt sich um ein Manual ohne eigene Register, an das die beiden anderen Manuale angekoppelt sind. Durch das Koppelmanual gewinnt man eine weitere dynamische Ebene. Während bei einer zweimanualigen Orgel die Möglichkeiten begrenzt sind (entweder beide Manuale eigenständig oder beide Manuale zusammen und das andere eigenständig), kann man nun beide Manuale sowohl gekoppelt als auch alleine bespielen. Eine Variante mit ähnlichen Möglichkeiten stellt die Hilfsklaviatur („Auxiliaire“) dar. Diese ist fest mit einem der beiden Manuale gekoppelt, es ist aber eine normale Manualkoppel vorhanden, die nicht auf die Hilfsklaviatur wirkt. Bei aktivierter Koppel ergibt sich damit die gleiche Konstellation wie beim Koppelmanual. Diese Ausführung bietet die Möglichkeit, während des Spiels die Koppel zu betätigen, außerdem können sich Vorteile für die Anordnung der Manuale ergeben.

Spezialkoppeln

In der Zeit der Romantik kamen durch die Einführung der pneumatischen und später der elektrischen Traktur eine Vielzahl von Spezialkoppeln in Gebrauch, die sich folgendermaßen unterscheiden lassen:

  • Oktavkoppeln – Diese lassen die angeschlagenen Töne eine Oktave höher oder tiefer mitklingen. Man unterscheidet zwischen Suboktavkoppel, die den gleichen Ton zusätzlich eine Oktave tiefer anschlägt, und Superoktavkoppel, die den gleichen Ton zusätzlich eine Oktave höher anschlägt. Bei der Suboktavkoppel wird die 16′-Lage meist nicht unterschritten. Wird also zu einem 16′-Register die Suboktavkoppel gezogen, so wirkt diese erst ab der Taste c0. Die Wirksamkeit der Superoktavkoppel endet normalerweise an der für das Teilwerk festgelegten Tongrenze.
  • Quintkoppeln – Diese recht seltenen Koppeln lassen die obere oder untere Quinte mitklingen. Sie werden besonders zur Erzeugung akustischer Bassregister eingebaut.
  • Melodie- und Basskoppel – Die Melodiekoppel oktaviert jeweils nur den höchsten Ton, die Basskoppel nur den tiefsten Ton. Es gibt auch Basskoppeln, bei denen der tiefste im Manual gespielte Ton aus dem Pedal ins Manual gekoppelt wird, auch „Pedaleffekt“ genannt.

Melodie- und Basskoppeln sind heute wieder seltener anzutreffen.


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • St. Gumbertus (Ansbach) — St. Gumbertus Kirche Ansbach Innenansicht …   Deutsch Wikipedia

  • Achtfuß — Orgel engl.: organ, ital.: organo Orgel der Frankfurter Katharinenkirche Klassifikation …   Deutsch Wikipedia

  • Augustinerkirche (Wien) — Augustinerkirche Kaiser …   Deutsch Wikipedia

  • Canumer Kirche — Reformierte Kirche Die evangelisch reformierte Canumer Kirche im Ostfriesischen Ort Canum in der Krummhörn wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts als spätromanische Saalkirche auf einer Warft gebaut. Inhaltsverzeichnis …   Deutsch Wikipedia

  • Ehemalige Zisterzienser-Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt (Fürstenfeldbruck) — St. Mariä Himmelfahrt Die ehemalige Zisterzienser Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt liegt inmitten des Klosterbezirkes Fürstenfeld am westlichen Rand der heutigen Großen Kreisstadt Fürstenfeldbruck in Oberbayern. Der barocke Wandpfeilerbau… …   Deutsch Wikipedia

  • Hl. Dreieinigkeitskirche (Hamburg-St. Georg) — Dreieinigkeitskirche Kreuzigungsgruppe (1490, Künstler unbekannt) Die Heilige Dreieinigkeitskirche, oft auch St. Georgskirche genannt, steht im Hamburger Stadtteil …   Deutsch Wikipedia

  • Kirchenorgel — Orgel engl.: organ, ital.: organo Orgel der Frankfurter Katharinenkirche Klassifikation …   Deutsch Wikipedia

  • Kloster Cappenberg — Zentralgebäude des Schlosses Cappenberg Das Kloster Cappenberg ist ein ehemaliges Prämonstratenserkloster im Ortsteil Cappenberg der Stadt Selm. Es liegt auf einer Anhöhe, dem Cappenberg, am Abzweig der Kreisstraße 19 nach Lünen und Werne und ist …   Deutsch Wikipedia

  • Kloster Einsiedeln — Basisdaten Staat Schweiz Kirchenprovinz Immediat …   Deutsch Wikipedia

  • Kloster Oelinghausen — Klosterkirche Das Kloster Oelinghausen im Arnsberger Ortsteil Holzen wurde 1174 zunächst als Doppelkloster gegründet, ehe es sich zu einem reinen Prämonstratenserinnenkloster entwickelte. Im 17. Jahrhundert erfolgte die Umwandlung in ein… …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.