Schwarzburg

Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schwarzburg
Schwarzburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwarzburg hervorgehoben
50.64083333333311.196944444444280
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Saalfeld-Rudolstadt
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Mittleres Schwarzatal
Höhe: 280 m ü. NN
Fläche: 14,63 km²
Einwohner:

542 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner je km²
Postleitzahl: 07427
Vorwahl: 036730
Kfz-Kennzeichen: SLF
Gemeindeschlüssel: 16 0 73 082
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 40
07429 Sitzendorf
Webpräsenz: www.mittleres-schwarzatal.de
Bürgermeister: Knut Künzer
Lage der Gemeinde Schwarzburg im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt
Arnsgereuth Allendorf Altenbeuthen Bad Blankenburg Bechstedt Cursdorf Deesbach Döschnitz Dröbischau Drognitz Gräfenthal Hohenwarte Kamsdorf Katzhütte Kaulsdorf (Saale) Königsee Lehesten Leutenberg Lichte Mellenbach-Glasbach Meura Meuselbach-Schwarzmühle Oberhain Oberweißbach/Thüringer Wald Piesau Probstzella Reichmannsdorf Remda-Teichel Rohrbach Rottenbach Rudolstadt Saalfeld/Saale Saalfelder Höhe Schmiedefeld (Lichtetal) Schwarzburg Sitzendorf Uhlstädt-Kirchhasel Unterweißbach Unterwellenborn Wittgendorf ThüringenKarte
Über dieses Bild
Wappenfoto

Schwarzburg ist eine Gemeinde im Schwarzatal („Perle Thüringens“) im thüringischen Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. Sie ist Mitglied in der Verwaltungsgemeinschaft Mittleres Schwarzatal.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind Allendorf, die Stadt Bad Blankenburg, Bechstedt, Döschnitz, Saalfelder Höhe und Sitzendorf.

Geschichte

Die Ersterwähnung 1071 als „Swartzinburg“ erfolgte in einer Grenzbeschreibung des Orlagaus.

Das Dorf unterhalb der Burg wuchs durch Ausnutzung der Wasserkraft (Mahlmühle, Schneidemühle, Lohmühle, Eisenhammer) bis zum 19. Jahrhundert als kleines Industriezentrum. Besonders im Hochmittelalter war es durch Goldwäscherei (Seifengold) wichtiger Ort im Schwarzatal. Nach Aufgabe des Eisenhammers 1846 erfolgte eine große Auswanderungswelle (mehr als 20% der Einwohner) nach Nordamerika.

Danach kam es zu einem erheblichen Aufschwung durch Fremdenverkehr und Urlaubswesen. Studenten aus Jena (Burschenschaftsbewegung) und Maler der Romantik hatten zuvor das wildromantische Schwarzatal berühmt gemacht (siehe auch Ludwig Bechstein). Auch Goethe, in einem Brief an Charlotte von Stein vom 5. Juli 1781, fand das Tal erwähnenswert: „NB. von Schwarzburg auf Blanckenburg ist ein fürtrefflicher Weeg der Schwarze nach, durch ein tiefes Thal zwischen Fels und Wald Wänden.“[2] 1887 wurde in Schwarzburg der Schwarzburgbund gegründet, ein Zusammenschluss von farbentragenden, nichtschlagenden Studentenverbindungen.

Besondere historische Bedeutung erlangte Schwarzburg, da hier Reichspräsident Friedrich Ebert im Urlaub am 11. August 1919 die von der Nationalversammlung in Weimar beschlossene Reichsverfassung, die erste demokratische Verfassung Deutschlands (Weimarer Verfassung), unterzeichnete. Dieser Akt fand mit großer Wahrscheinlichkeit im Hotel „Weißer Hirsch“ statt, jedenfalls nicht im Schloss. Zwischen dem Hotel und der dazugehörenden Villa „Schwarzaburg“ – in der Ebert wohnte – wurde auf einer Rasenfläche ein schlichter Gedenkstein wieder kenntlich gemacht, der folgende Inschrift trägt: „In Schwarzburg wurde am 11. August 1919 vom Reichspräsidenten Ebert die Verfassung des Deutschen Reiches ausgefertigt“.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1895: 703
  • 1994: 742
  • 1995: 735
  • 1996: 728
  • 1997: 707
  • 1998: 708
  • 1999: 707
  • 2000: 698
  • 2001: 688
  • 2002: 689
  • 2003: 665
  • 2004: 645
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik


Kultur und Sehenswürdigkeiten

Die heutige Schlossruine Schwarzburg war seit dem 12. Jahrhundert Stammsitz der Grafen von Schwarzburg. Nach wiederholten Aufteilungen in verschiedene Linien entstanden 1599 die zwei Hauptlinien Schwarzburg-Sondershausen (1909 erloschen) und Schwarzburg-Rudolstadt, die 1697 und 1710 in den Reichsfürstenstand erhoben wurden. Schwarzburg gehörte bis 1918 zum Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt.

Im ehemaligen Pädagogium (Privatschule von 1919, die zur mittleren Reife und zum Abitur führte) wurde 1946 eine Landesforstschule eingerichtet. 1950 wurde sie Fachschule, 1968 Ingenieurschule, seit 1992 Fachhochschule für Forstwirtschaft. Die Fachhochschule wurde durch die Freistaaten Sachsen und Thüringen als verwaltungsinterne Ausbildungsstätte für den gehobenen Forstdienst gemeinsam betrieben und mit Ausbildungsende des letzten Studienjahrgangs 2008 geschlossen. Im Norden von Schwarzburg befindet sich der frei zugängliche „Forstbotanische Garten Schwarzburg“.

Etwas oberhalb der Stadt liegt das malerische Bahnhofsgebäude von 1900, es ist das schönste und aufwendigste der Schwarzatalbahn. Das Dach ist mit farbig glasierten Ziegeln gedeckt. An der Westseite wurde für die Schwarzburger Fürsten ein separater Anbau errichtet. Das Empfangsgebäude ist seit dem 1. Juni 1992 geschlossen und fungiert nach der Wiedereröffnung der Strecke nur noch als Haltepunkt. Es wurde von der Firma Faller als Modell nachgebaut.

Literatur

  • Helmut Hübner: Friedrich Ebert in Schwarzburg. Sonderheft der "Rudolstädter Heimathefte", Hrsg. Landkreis Rudolstadt, 1994

Einzelnachweise

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung nach Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften (Hilfe dazu)
  2. Müller-Freienfels, Richard, Goethes Briefe an Frau von Stein, Bd. 1, Berlin: Wegweiser Verlag, o. J., S. 137.

Weblinks

 Commons: Schwarzburg – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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