Schweiz

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Schweiz
Schweizerische Eidgenossenschaft

Confédération suisse (französisch)
Confederazione Svizzera (italienisch)
Confederaziun svizra (rÀtoromanisch)
Confoederatio Helvetica (CH) (lateinisch)

Fahne und Wappen der Schweiz
Fahne und Wappen der Schweiz
Flagge Wappen
Wahlspruch: «Unus pro omnibus, omnes pro uno»[1]
Lateinisch fĂŒr: «Einer fĂŒr alle, alle fĂŒr einen»
Amtssprache Deutsch (63,7 %),
Französisch (20,4 %),
Italienisch (6,5 %),
RĂ€toromanisch[2] (0,5 %)
Hauptstadt de jure: keine
de facto: Bern[3]
Regierungssitz Bundesstadt Bern[3]
Staatsform republikanischer Bundesstaat
Regierungsform halbdirekte Konkordanzdemokratie
«sui generis»
Staatsoberhaupt Der Bundesrat bildet das kollektive Staatsoberhaupt:[4]

Didier Burkhalter (FDP)
Micheline Calmy-Rey (SP)
Doris Leuthard (CVP)
Ueli Maurer (SVP)
Johann Schneider-Ammann (FDP)
Simonetta Sommaruga (SP)
Eveline Widmer-Schlumpf (BDP)

Regierungschef keiner[5]
FlĂ€che 41'285[6] kmÂČ
Einwohnerzahl 7'870'100[7] (31. Dezember 2010)
Bevölkerungsdichte 188 Einwohner pro kmÂČ
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 69'838[8] USD (2010)
Human Development Index (13.) 0,874[9]
WĂ€hrung 1 Schweizer Franken = 100 Rappen
GrĂŒndung 1. August 1291 nach Legende als «Ewiger Bund» (RĂŒtlischwur)
12. September 1848 als moderner Bundesstaat in der heutigen Form
UnabhÀngigkeit 1499 faktische Ablösung vom Heiligen Römischen Reich im Frieden zu Basel
1648 juristische Trennung vom Heiligen Römischen Reich im WestfÀlischen Frieden
Nationalhymne Schweizerpsalm
Nationalfeiertag 1. August (Bundesfeiertag)
Zeitzone UTC+1 MEZ
UTC+2 MESZ (MĂ€rz–Oktober)
Kfz-Kennzeichen CH
Internet-TLD .ch
Telefonvorwahl +41
Lage der Schweiz in Europa
Lage der Schweiz in Europa
Reliefkarte der Schweiz
Reliefkarte der Schweiz
Die 26 Kantone der Schweiz
Die 26 Kantone der Schweiz
Logo der Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Logo der Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft

Die Schweiz (französisch Suisse [sÉ„is(ə)], italienisch Svizzera [ˈzviːtːsɛra], rĂ€toromanisch  Svizra?/i [ˈʒviːtsrɐ] oder [ˈʒviːtsʁːɐ], lateinisch Helvetia), amtlich Schweizerische Eidgenossenschaft, ist ein Alpenland in Mitteleuropa und ein Binnenstaat. Sie grenzt an Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Italien und Frankreich. Die Schweiz hat laut Bundesverfassung keine Hauptstadt; der Sitz der Bundesbehörden (Regierung und Parlament) ist die Bundesstadt[3] Bern.

Der schweizerische Staat grĂŒndet ursprĂŒnglich auf mittelalterlichen VerteidigungsbĂŒndnissen, den sogenannten «Eidgenossenschaften». Dabei gilt die Ă€lteste noch erhaltene BĂŒndnisurkunde, der Bundesbrief von 1291 zwischen den «Urkantonen» Uri, Schwyz und Unterwalden, als das inoffizielle und mythologisierte GrĂŒndungsdokument. In der Folge entwickelte sich ein ganzes BĂŒndnisgeflecht diverser lokaler Herrschaften, aus dem erst die Alte Eidgenossenschaft als loser Staatenbund hervorging und schliesslich die Schweiz in ihrer heutigen Form als demokratischer Bundesstaat entstand. Dieser wurde mit der Bundesverfassung von 1848 geschaffen. Die Schweiz gliedert sich in 26 teilsouverĂ€ne Kantone, wobei der Kanton Jura erst 1979 gebildet wurde (Abspaltung vom Kanton Bern). Die aussenpolitische NeutralitĂ€t der Schweiz ist seit dem Wiener Kongress 1815 völkerrechtlich anerkannt.

Die Schweiz gehört zu den dichter besiedelten LĂ€ndern Europas, wobei sich die Bevölkerung im Mittelland mit den wichtigsten Wirtschaftszentren in ZĂŒrich, Genf und Basel konzentriert. Im Alpenkanton GraubĂŒnden hingegen liegt die Bevölkerungsdichte in der NĂ€he jener Schwedens. Von den 7,8 Millionen Einwohnern sind rund 1,7 Millionen AuslĂ€nder (22 Prozent).[10]

Die vier offiziellen Amtssprachen sind Deutsch, Französisch, Italienisch und RĂ€toromanisch.[2] Bei der VolkszĂ€hlung im Jahr 2000 gab 63,7 Prozent der Bevölkerung Deutsch als Hauptsprache an, 20,4 Prozent Französisch, 6,5 Prozent Italienisch und 0,5 Prozent RĂ€toromanisch.[11] Um keine der vier offiziellen Amtssprachen zu bevorzugen, lautet das Landeskennzeichen der Schweiz «CH», fĂŒr Confoederatio Helvetica, die lateinische Bezeichnung fĂŒr Schweizerische Eidgenossenschaft. Der Name Schweiz stammt vom GrĂŒndungskanton Schwyz und wurde spĂ€ter auf die gesamte Eidgenossenschaft ausgedehnt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

→ Hauptartikel: Geographie der Schweiz
Satellitenbild der Schweiz

Die Schweiz liegt zwischen dem 46. und 48. Breitengrad und verfĂŒgt "auf dem Dach Europas" ĂŒber die Quellgebiete von FlĂŒssen, welche sich in alle Europa umfassenden Meere ergiessen. Die maximale Nord-SĂŒd-Ausdehnung betrĂ€gt 220,1 Kilometer (von Bargen nach Chiasso), die grösste West-Ost-Ausdehnung 348,4 Kilometer (von Chancy nach Val MĂŒstair).[12]

Der höchste Punkt in der Schweiz ist die mit 4'634 m ĂŒ. M. hohe Dufourspitze, der tiefste Punkt ist das Ufer des Lago Maggiore mit 193 m ĂŒ. M. Die höchstgelegene Siedlung Juf liegt auf 2'126 m ĂŒ. M.; die tiefstgelegenen Siedlungen um den Lago Maggiore auf 196 m ĂŒ. M..

Die Schweiz hat eine GrenzlĂ€nge von 1858 Kilometer. Die lĂ€ngste Staatsgrenze ist mit 734 Kilometer diejenige zu Italien im SĂŒden. Im Westen grenzt die Schweiz ĂŒber 572 Kilometer an Frankreich; im Norden an Deutschland ĂŒber 346 Kilometer, welche zum grössten Teil den Rhein entlang fĂŒhren. Im Osten grenzt die Schweiz mit 165 Kilometer an Österreich und mit 41 Kilometer an das FĂŒrstentum Liechtenstein.

23,9 Prozent der FlĂ€che der Schweiz sind landwirtschaftliche NutzflĂ€che, 13 Prozent sind alpwirtschaftliche FlĂ€chen. SiedlungsflĂ€che sind 6,8 Prozent und 25,5 Prozent â€“ vorwiegend in den Bergen und im Jura â€“ gelten als unproduktive NaturflĂ€che. Rund 30,8 Prozent sind Wald und Gehölze.[13]

NaturrÀumliche Gliederung

Die Regionen der Schweiz

Die Schweiz lĂ€sst sich in drei landschaftliche GrossrĂ€ume einteilen, welche grosse Unterschiede aufweisen: den Jura, das dichtbesiedelte Mittelland sowie die Alpen mit den Voralpen. Rund 48 Prozent der LandesflĂ€che gehören zu den Alpen sowie 12 Prozent zu den Voralpen. 30 Prozent werden zum Mittelland gerechnet. Der Jura nimmt die restlichen zehn Prozent der LandesflĂ€che ein.

Das Schweizer Mittelland wird im Nordwesten und Norden geografisch wie auch geologisch durch die langgestreckten HöhenzĂŒge des Jura abgegrenzt. Im SĂŒden gegen die Alpen hin wird meist der an einigen Orten relativ abrupte Anstieg zu Höhen ĂŒber 1'500 m ĂŒ. M. als Kriterium fĂŒr die Abgrenzung verwendet. Die sĂŒdwestliche Grenze des Schweizer Mittellandes bildet der Genfersee, die nordöstliche Grenze der Bodensee zusammen mit dem Rhein. Die Bevölkerungsdichte der Schweiz wird von den sĂ€mtlich im Mittelland liegenden Ballungszentren mit den beiden in der Grösse bescheidenen und dennoch wichtigen WeltstĂ€dten ZĂŒrich und Genf bestimmt; in den typischen Mittellandkantonen Aargau und ZĂŒrich steigt die Bevölkerungsdichte auf 600 bis fast 800 Personen pro Quadratkilometer.

Mit Voralpen werden in der Schweiz jene Gebiete bezeichnet, die den Übergang vom leicht hĂŒgeligen Schweizer Mittelland zum Gebirgsraum der Alpen markieren und sich durch ihre Erhebungen als Naherholungszone speziell wĂ€hrend Zeiten des Hochnebels auszeichnen. Mit den Alpen beschreiben sie einen Bogen zwischen SĂŒdwesten und Nordosten der Schweiz.

Die Alpen bilden im «Herzen Europas» eine wichtige Klima- und Wasserscheide mit zusĂ€tzlichen alpinen und inneralpinen Wettereffekten, durch welche in der Schweiz trotz ihrer geringen Grösse meist mehrere Wetter herrschen. Im Schweizer Alpenbogen befinden sich bekannte Feriendestinationen fĂŒr Sommer- und Wintertourismus sowie der einzige Schweizer Nationalpark. Das auch in den Alpen vorhandene Netz des öffentlichen Verkehrs in der Schweiz bekam hier mit der Albulalinie ein UNESCO-Welterbe, welches die Naturerbe der Gebirgslandschaften TektonikArena Sardona und Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn ergĂ€nzt. AlpensĂŒdseite ist ein Begriff, der vor allem in Wettervorhersagen verwendet wird, da sich die Wetterlage (ebenso wie Klima und Vegetation) meist von derjenigen auf der Alpennordseite unterscheidet. Die AlpensĂŒdseite umfasst den Kanton Tessin, die BĂŒndner SĂŒdtĂ€ler Misox, Calanca, Bergell, Puschlav und Val MĂŒstair, sowie das Gebiet sĂŒdlich des Simplonpasses im Kanton Wallis und gehört naturrĂ€umlich zu den Alpen.

Der Schweizer Jura kann grob im Osten und SĂŒdosten durch das Schweizer Mittelland, im Norden durch den Hochrhein, im Nordwesten durch die Burgundische Pforte, eingegrenzt werden. Der Jura ist ein geologisch junges Faltengebirge mit einer LĂ€ngenausdehnung von etwa 300 Kilometern und beschreibt einen grossen halbmondförmigen, nach SĂŒdosten offenen Bogen. Auf der Linie Besançon-Yverdon betrĂ€gt die grösste Breite des Gebirges rund 70 Kilometer. Bei Biel/Bienne Ă€ndern die Ketten ihre Richtung immer mehr nach Osten, das Gebirgssystem wird schmaler und die Zahl der nebeneinander liegenden Ketten nimmt ab. Die östlichste Jurakette, die LĂ€gernkette, verlĂ€uft in exakter West-Ost-Richtung und endet bei Dielsdorf, wo die gebirgsbildenden Schichten unter die Molasse des Schweizer Mittellandes abtauchen.

Geologie

Die geologische Struktur der Schweiz ist im Wesentlichen das Ergebnis einer Plattenkollision Afrikas und Europas wĂ€hrend der letzten Jahrmillionen. Geologisch wird die Schweiz in fĂŒnf Hauptregionen eingeteilt: Die Alpen bestehen im Kern aus Granit, der Jura ist ein junges Faltengebirge aus Kalkstein. Zwischen dem Jura und den Alpen liegt das teils flache, teils hĂŒgelige Mittelland. Dazu kommen noch die Poebene im sĂŒdlichsten Zipfel des Tessins, dem Mendrisiotto (Mendrisio) sowie die Oberrheinische Tiefebene um Basel, die zum allergrössten Teil ausserhalb der Schweiz liegen.

Gebirge

In der Schweiz gibt es ĂŒber 3350 Gipfel ĂŒber 2000 Meter. Die zwölf höchsten Berge der Schweiz liegen alle in den Walliser Alpen. Der höchste ist die mit 4'634 m ĂŒ. M. hohe Dufourspitze im Monte-Rosa-Gebirgsmassiv. Die Dufourspitze ist damit gleichzeitig der höchste Punkt der Schweiz, allerdings steht das Monte-Rosa Massiv zum Teil auf italienischem Staatsgebiet. Der höchste vollstĂ€ndig auf Schweizer Territorium liegende Berg ist der Dom. Er liegt zwischen Zermatt und Saas Fee und ist 4'545 m ĂŒ. M. hoch.

Der wohl bekannteste Berg in den Schweizer Alpen ist das 4'478 m ĂŒ. M. hohe Matterhorn. Im Berner Oberland bilden der Eiger (3'970 m ĂŒ. M.), der Mönch (4'107 m ĂŒ. M.) und die Jungfrau (4'158 m ĂŒ. M.) eine bekannte und auch aus dem Mittelland sichtbare Gruppe. Die markanten Punkte der Ostalpen sind der Piz Bernina (4'049 m ĂŒ. M.), der östlichste Viertausender der Alpen und einziger Viertausender der Ostalpen, sowie der Piz Kesch, einem weiteren Berg mit mehr als 1500 Metern Prominenz.

In den Voralpen sind die Erhebungen niedriger, jedoch sind die Berge aufgrund ihrer Dominanz und Schartenhöhe mindestens so imposant. Bekannte Berge sind der Luzerner Hausberg Pilatus (2'132 m ĂŒ. M.), der Mythen (1'898 m ĂŒ. M.), die Rigi (1'797 m ĂŒ. M.) im Kanton Schwyz oder der SĂ€ntis (2'502 m ĂŒ. M.) im Alpstein in der Ostschweiz.

Der höchste Schweizer Jura-Berg ist der Mont Tendre mit 1'679 m ĂŒ. M. Der bekannteste Vertreter ist vermutlich der Chasseral (1'607 m ĂŒ. M.). Weitere bedeutende Berge sind DĂŽle (1'677 m ĂŒ. M.), Chasseron (1'607 m ĂŒ. M.) und Suchet (1'588 m ĂŒ. M.). Der östlichste AuslĂ€ufer des Jura ist der Randen im Kanton Schaffhausen.

GewÀsser

→ Hauptartikel: Hydrographie der Schweiz

In der wasserreichen Schweiz entspringen im Gotthardmassiv mit dem Rhein und der Rhone zwei der lĂ€ngsten FlĂŒsse Europas. Durch die Schweiz verlaufen mehrere europĂ€ische Hauptwasserscheiden: Sie trennen die Einzugsgebiete von Nordsee, Mittelmeer und Schwarzem Meer. So fliesst der Rhein mit seinen ZuflĂŒssen in die Nordsee, die Rhone und der Ticino ins Mittelmeer, wĂ€hrend das Wasser des Inn ĂŒber die Donau ins Schwarze Meer gelangt. Eine dreifache Hauptwasserscheide findet sich auf dem Lunghinpass.

Innerhalb der Schweiz hat der Rhein mit 375 Kilometern den lĂ€ngsten Lauf, gefolgt vom Rhein-Zufluss Aare mit 295 Kilometer. Die RhĂŽne fliesst 264 Kilometer innerhalb der Schweiz, wĂ€hrend die Reuss als viertgrösster Fluss der Schweiz 158 Kilometer erreicht. Weitere prĂ€gende FlĂŒsse sind die Saane im Westen, der Ticino in SĂŒden, die Birs und der Doubs im Nordwesten, die Linth/Limmat und die Thur im Nordosten, und der Inn im SĂŒdosten. Bei Schaffhausen bildet der Rhein den grössten Wasserfall Mitteleuropas, den Rheinfall.

Zeitweise bestand eine Idee, mittels eines transhelvetischen Kanals zwischen Rhein und Rhone die Nordsee und das Mittelmeer mit einer Wasserstrasse zu verbinden, dieses Projekt wurde aber nie vollendet.

Die Schweiz hat aufgrund ihrer topografischen Struktur und vor allem aufgrund der Vergletscherung wĂ€hrend der Eiszeiten rund 1500 Seen, ein Grossteil davon sind kleinere Bergseen. Insgesamt sind ungefĂ€hr vier Prozent der OberflĂ€che der Schweiz von Seen bedeckt, diese Summe wird aber hauptsĂ€chlich von den grössten Seen der Schweiz bestimmt: Der grösste See der Schweiz ist der Genfer See (580,03 Quadratkilometer) an der französischen Grenze. Er liegt zu knapp 60 Prozent auf Schweizer Boden. Der an Deutschland und Österreich grenzende Bodensee ist mit 536,00 Quadratkilometern etwas kleiner (23,73 Prozent der UferlĂ€nge auf Schweizer Boden). Der Lago Maggiore an der italienischen Grenze (19,28 Prozent auf Schweizer Territorium) bildet mit 193 m ĂŒ. M. den tiefsten Punkt der Schweiz. Die grössten ganz in der Schweiz liegenden Seen sind der Neuenburgersee (215,20 Quadratkilometer), der VierwaldstĂ€ttersee (113,72 Quadratkilometer) und der ZĂŒrichsee (88,17 Quadratkilometer).

Klima

Nördlich der Alpen herrscht gemĂ€ssigtes, meistens von ozeanischen Winden geprĂ€gtes, mitteleuropĂ€isches Klima, sĂŒdlich der Alpen ist es eher mediterran. Das Klima ist regional jedoch sehr unterschiedlich, bedingt durch die geographischen Elemente.

GrundsĂ€tzlich herrscht vom Jurabogen ĂŒber Mittelland und Voralpen tĂ€glich ein Ă€hnliches Wetter, wĂ€hrend inneralpin und in der SĂŒdschweiz vollkommen anderes Wetter herrschen kann. WĂ€hrend in der Innerschweiz, in den Alpen und im Tessin die durchschnittliche Niederschlagsmenge bei ungefĂ€hr 2000 mm/Jahr liegt, betrĂ€gt sie im trockensten Ort Ackersand im Mattertal nur 521 Millimeter im Jahr. Im Mittelland betrĂ€gt die Menge etwa 1000–1500 Millimeter/Jahr. Die Niederschlagsmenge ist im Sommer allgemein ungefĂ€hr doppelt so hoch wie im Winter. PrimĂ€r abhĂ€ngig von der Höhenlage fĂ€llt viel Niederschlag im Winter als Schnee, sodass in den Alpen und Voralpen eine monatelang geschlossene Schneedecke vorhanden ist. Vergleichsweise selten schneit es in den Regionen um Genf und Basel sowie dem SĂŒdtessin, hier kann es auch Winter ohne Schneedecke geben.

Die Temperaturen in der Schweiz sind primĂ€r abhĂ€ngig von der Höhenlage. Zudem sind sie in der Tendenz im Westen statistisch leicht höher als im Osten (ca. 1 Â°C). Generell liegt in den Niederungen die Durchschnittstemperatur im Januar bei rund −1 bis +1 Â°C. Im wĂ€rmsten Monat, dem Juli, liegt diese bei 16 bis 19 Â°C. Die Jahresmitteltemperaturen betragen ungefĂ€hr 7 bis 9 Â°C. Der durchschnittlich wĂ€rmste Ort (mit einer MeteoSchweiz-Messstation) ist Locarno-Monti mit einem Jahresmittel von 11,5 Â°C, der kĂ€lteste auf dem Jungfraujoch mit −7,9 Â°C. Absolute Rekorde wurden in Grono mit 41,5 Â°C am 11. August 2003 gemessen, beziehungsweise in La BrĂ©vine mit −41,8 Â°C (12. Januar 1987).[14] Verglichen mit der Höhenlage von Vergleichsorten im Mittelland sind die Temperaturen im RhĂŽnetal, im Rheintal und in der Region Basel durchschnittlich 1–2°C wĂ€rmer, in der Magadinoebene im Tessin 2–3°C wĂ€rmer. Obwohl klimatisch zur SĂŒdschweiz zĂ€hlend, sind die Temperaturen im Engadin um durchschnittlich 10°C kĂ€lter. Dies liegt daran, dass das Engadin ein alpines Hochtal ist. Ähnliches gilt fĂŒr die SeitentĂ€ler und das Goms im Wallis.

WĂ€hrend Hagel in den Alpen, in der Romandie wie auch im Tessin ein eher seltenes Ereignis ist, war dessen IntensitĂ€t in der Periode 1999–2002 vor allem im Emmental, im Laufental wie auch im Toggenburg am höchsten. Es hagelte dort bis zu 60 Minuten im Jahresdurchschnitt. In den anderen Regionen beschrĂ€nkt sich Hagel auf unter 30 Minuten.

Nebel ist im ganzen Mittelland zu beobachten, wĂ€hrend die Alpengebiete seltener betroffen sind. Besonders hĂ€ufig ist der Nebel entlang der Aare, der nördlichen Reuss wie auch im Thurgau, wo er vor allem im Herbst, aber auch im Winter und FrĂŒhfrĂŒhling, ĂŒber mehrere Wochen auftreten kann. Mit Ausnahme von Hochnebel ist Nebel im Jurabogen und der Region Basel ein vergleichsweise seltenes PhĂ€nomen. HĂ€ufig auftretende Winde in der Schweiz sind der milde Föhn beidseits des Alpenkamms und die kalte Bise, vor der die SĂŒdschweiz oft verschont wird. Die höchste je gemessene Windgeschwindigkeit ist 285 km/h (Jungfraujoch, 27. Februar 1990).

Natur

In der Schweiz gibt es ungefÀhr 40'000 Tierarten. Etwa 30'000 davon sind Insekten. Nur etwa 9'500 von diesen geschÀtzten 40'000 Tierarten sind beschrieben.

In der Schweiz kommen insgesamt rund 43'000 Arten von Tieren, Pflanzen und Pilzen vor, darunter 83 SĂ€ugetierarten.

Das Jedermannsrecht gestattet in der Schweiz allen Menschen, sich unter bestimmten EinschrĂ€nkungen frei in der Natur zu bewegen. Auch das Sammeln von Beeren und Pilzen ist gestattet. FĂŒr das Fischen ist fĂŒr gewisse GewĂ€sser eine Lizenz nötig.

Flora und Vegetation

30 Prozent der LandoberflĂ€che der Schweiz sind bewaldet. In den Alpen dominieren Nadelhölzer (Tannen, Fichten, LĂ€rchen und Arven). Die WĂ€lder in den Alpen haben wichtige Funktionen als Lawinen-Bannwald und Hochwasserschutz (der Wald fĂ€ngt die Regenmenge auf und gibt sie nur langsam wieder ab). Im Mittelland, im Jura und auf der AlpensĂŒdseite unterhalb von 1000 Metern wachsen LaubmischwĂ€lder und LaubwĂ€lder. Im Tessin gibt es als regionale Besonderheit ausgedehnte KastanienwĂ€lder, die in frĂŒheren Zeiten eine Hauptrolle der ErnĂ€hrung der Bevölkerung spielten.

Ausserdem gedeihen im SĂŒden des Tessin, zum Beispiel am Ufer des Lago Maggiore einige Palmen (beispielsweise Zwerg- oder Hanfpalmen) als Zierpflanzen in Parks und GĂ€rten, sowie an StrassenrĂ€ndern.

Der grösste Anteil des unbebauten Landes dient der Erzeugung von Nutzpflanzen. Dies sind ĂŒberwiegend Getreide (Gerste, Hafer, Roggen und Weizen), die Kartoffel und der Mais, der Apfelbaum, sowie zunehmend Raps.

In den Kantonen Wallis, Waadt, Neuenburg und Genf, in der Deutschschweiz, in der Drei-Seen-Region sowie in den Kantonen Aargau, ZĂŒrich, Schaffhausen, GraubĂŒnden und im Tessin werden Weine angebaut.

Fauna

In der Schweiz leben rund 83 SĂ€ugetierarten, davon ist der grösste Teil den FledermĂ€usen und anderen KleinsĂ€ugern zuzuordnen. Alle grossen Raubtiere sind in den letzten hundert Jahren aus der Schweiz verschwunden. Die Wichtigkeit von RĂ€ubern wurden in einem gesunden Ökosystem erkannt und Luchs, Wolf und BĂ€r wurden unter Schutz gestellt. Der Luchs wurde wieder in die Schweiz eingefĂŒhrt. Der Wolf ist selbstĂ€ndig von Italien und Frankreich her eingewandert. Im SĂŒdosten GraubĂŒndens sind seit 2005 zudem vereinzelt von Italien herkommende BraunbĂ€ren auf Schweizer Territorium anzutreffen, ohne dass sich hier jedoch zumindest derzeit eine Population bilden wĂŒrde. Am HĂ€ufigsten zu beobachten ist jedoch der Rotfuchs. Er fĂŒhlt sich auch in den Schweizer StĂ€dten sehr wohl. Dachse bewohnen oft mit FĂŒchsen zusammen dieselbe Wohnhöhle, weshalb sie stark unter der Verfolgung des Fuchses litten. Als weitere Baubewohner gibt es in einigen Alpenregionen Murmeltiere. Neben dem Luchs gibt es in der Schweiz noch vereinzelte Populationen von Wildkatzen im Jura. Fischotter sind seit 1990 aus der Schweiz verschwunden. Hauptgrund ist wohl der Zustand der GewĂ€sser und die dadurch resultierenden FischbestĂ€nde. Oft in Siedlungen anzutreffen ist der Steinmarder. Sein Verwandter, der Baummarder, ist eher selten und hĂ€lt Abstand zu Menschen.

Bei den Huftieren sind ebenfalls verschiedene Arten aus der Schweiz verschwunden, so zum Beispiel der Wisent und der Elch. Der Auerochse ist gĂ€nzlich ausgestorben, jedoch stammen die meisten europĂ€ischen Rinderrassen von ihm ab. Es wurde und wird immer noch versucht, den Auerochsen zurĂŒck zu zĂŒchten. Die daraus entstandene Form wird als Heckrind bezeichnet. Einige ausgerottete Arten wie der Alpensteinbock wurden mittlerweile wieder eingefĂŒhrt, er bevölkert das Hochgebirge der Alpen. Im Unterwallis gibt es zwei Kolonien von EuropĂ€ischen Mufflons, die aus Frankreich eingewandert sind. Die GĂ€mse ist in den höher gelegenen Regionen der Alpen sowie des Juras sehr hĂ€ufig. Grösste Hirschart ist momentan der Rothirsch. Kleinste einheimische Hirschart ist das Reh. Das Reh ist auch die hĂ€ufigste Hirschart und besiedelt Mittelland und Jura. Im zĂŒrcherisch-schaffhausischen Grenzgebiet beim Rafzerfeld kommt der Sikahirsch vor. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges entkamen einige Tiere aus SĂŒddeutschen Gehegen und besiedelten von dort aus die Schweiz. Ebenfalls recht hĂ€ufig in einigen Gebieten der Nordschweiz ist das Wildschwein. Bei den Nagetieren wurde der Biber wieder eingefĂŒhrt.

In der Schweiz leben zahlreiche Vogelarten. Die Schweizer Seen und FlĂŒsse sind wichtige Rast- und Überwinterungsgebiete fĂŒr Wasservögel. So ĂŒberwintern jĂ€hrlich mehrere Tausend Reiher-, Tafel- und Kolbenenten sowie BlesshĂŒhner, GĂ€nsesĂ€ger und Haubentaucher in der Schweiz. Von den Greifvögeln sind vor allem der Turmfalke und der MĂ€usebussard sehr hĂ€ufig. Aber auch Rot- und Schwarzmilane kommen regelmĂ€ssig vor. Der Steinadler besiedelt erneut den gesamten Alpenraum. Auch die BestĂ€nde von Habicht und Sperber haben sich erholt und sind stabil. Der ausgerottete Bartgeier wurde im Schweizerischen Nationalpark ausgesetzt; 2007 brĂŒteten drei Paare erstmals in der Schweiz.

Von den RaufusshĂŒhnern besiedeln Haselhuhn, Alpenschneehuhn, Birkhuhn und Auerhuhn die Schweizer Alpen sowie zum Teil den Jurabogen. Die BestĂ€nde des Auerhuhns sind jedoch aufgrund des Alpentourismus sowie der Intensivierung der Forstwirtschaft stark gefĂ€hrdet. So ist das Auerhuhn bereits aus vielen Gebieten der Voralpen und des nördlichen Juras verschwunden. Naturschutzorganisationen bemĂŒhen sich jedoch intensiv fĂŒr die Erhaltung der Art. Das Steinhuhn besiedelt die Gebiete im Bereich der Waldgrenze. Stark vom Aussterben bedroht sind das Rebhuhn, der Wachtelkönig sowie der Grosse Brachvogel.

In der Schweiz leben Eulenarten wie der Waldkauz, die Waldohreule, der Uhu, Sperlingskauz sowie Raufusskauz und Schleiereule. In den alten BergwÀldern leben viele Spechtarten. Singvögel sind in der Schweiz zahlreich vertreten. Durch die Ausdehnung des Siedlungsraumes, der Intensivierung der Landwirtschaft auch in immer höheren Bergregionen sowie den Wintertourismus sind viele Vogelarten in der Schweiz gefÀhrdet.

An Reptilien sind vor allem viele Schlangenarten zu nennen, die sich in den sonnigen SĂŒdtĂ€lern der Alpen wohl fĂŒhlen wie die Aspisviper. In den Hochlagen der Alpen und des Juras lebt zudem die Kreuzotter. Weitaus hĂ€ufiger und weiter verbreitet sind jedoch ungiftige Schlangen wie die Ringelnatter und die WĂŒrfelnatter.

Amphibien sind in der Schweiz weit verbreitet. HĂ€ufig sind etwa der Grasfrosch, die Erdkröte und der Bergmolch. Deutlich seltener sind hingegen der Laubfrosch, die Geburtshelferkröte und der Alpen-Kammmolch. Das typischste Wirbeltier der Schweiz ist der Alpensalamander â€“ dessen grösste Populationen und das Zentrum seiner Verbreitung sind die Schweizer Alpen.

Naturschutz

Ziel des Naturschutzes in der Schweiz ist es: das heimatliche Landschafts- und Ortsbild, die geschichtlichen StĂ€tten sowie die Natur- und KulturdenkmĂ€ler des Landes zu schonen, zu schĂŒtzen sowie ihre Erhaltung und Pflege zu fördern.[15] Der Naturschutz ist rechtlich im Bundesgesetz ĂŒber den Natur- und Heimatschutz (NHG) geregelt. Teilregelungen existieren zudem in der Wald- und Landwirtschafts-Gesetzgebung von Bund und Kantonen. Private Organisationen des einheimischen Naturschutz sind etwa Pro Natura oder der Schweizer Vogelschutz.

Wichtige GegenstĂ€nde des Naturschutzes sind Landschaften, Pflanzen und Tiere. Zu den wichtigsten Institutionen geschĂŒtzter Gebiete und Objekte gehören derzeit unter anderem der Schweizer Nationalpark, zwei BiosphĂ€renreservate (eines ist geplant im Val MĂŒstair) und 165 GeschĂŒtzte Landschaft. Im Zoo ZĂŒrich steht das grösste Regenwaldhaus der Welt, die Masoala-Halle.

Bevölkerung

Demografie

→ Hauptartikel: Demografie der Schweiz

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt: von 3,3 Millionen (1900) auf 7,8 Millionen (2009). Das Bevölkerungswachstum flachte damit gegenĂŒber 2008 leicht ab auf 1,1 Prozent.[16] Die Bevölkerungszunahme erreichte ihren Höhepunkt zwischen 1950 und 1970. Zu BevölkerungsrĂŒckgĂ€ngen kam es einzig 1918 als Folge der Spanischen Grippe und in den wirtschaftlichen Rezessionsjahren 1975–1977.

Das Wachstum der Bevölkerung mit Schweizer Pass ist seit 1981 langsamer und konstanter als jenes der Gesamtbevölkerung verlaufen. Die Entwicklung der auslĂ€ndischen Wohnbevölkerung erfolgte etwas rascher, aber ĂŒber die Jahre unregelmĂ€ssiger â€“ mit relativ hohen jĂ€hrlichen Zuwachsraten zwischen 1988 und 1993 von jeweils ungefĂ€hr 3 Prozent.

WĂ€hrend die allgemeine Geburtenziffer 1963 noch bei 2,67 lag, nahm sie seither stetig ab bis auf einen Wert von 1,38 im Jahre 2001. Seither gab es wieder eine moderate Zunahme auf 1,46 im Jahr 2007.[17] Damit konnte auch erstmals seit zehn Jahren wieder ein GeburtenĂŒberschuss von Schweizer Staatsangehörigen erzielt werden (+400).[18]

Die Lebenserwartung betrĂ€gt 84,4 Jahre fĂŒr Frauen und 79,8 fĂŒr MĂ€nner (Bundesamt fĂŒr Statistik, 2009).[19]

Bevölkerungsbewegung

Heute ist die Schweiz â€“ wie fast alle wohlhabenden westlichen Staaten der Welt â€“ ein Einwanderungsland. Die Schweiz hat einen AuslĂ€nderanteil von 22 Prozent.[10] Das heutige Bundesgebiet und insbesondere ZĂŒrich waren schon in frĂŒheren Zeiten Ziel grösserer Migrationsbewegungen. Zur Zeit der Industrialisierung gab es eine grosse Binnenwanderung vor allem aus den Alpen.

Seit dem enormen Wirtschafts- und Wohlstandswachstum, das in den 1950er Jahren begann und die Schweiz bis heute zu einem wohlhabenden Land machte, drehte sich die Wanderungsbilanz um. Gastarbeiter wurden gezielt angeworben, spĂ€ter erreichten die Schweiz immer wieder FlĂŒchtlingsströme, etwa aus dem ehemaligen Jugoslawien wĂ€hrend der Jugoslawienkriege. Aus der TĂŒrkei kamen viele WirtschaftsflĂŒchtlinge nach Westeuropa und damit auch in die Schweiz. In den letzten Jahren verstĂ€rkte sich auch die Zuwanderung aus Deutschland in die Schweiz, da hier die Chancen auf einen Arbeitsplatz als grösser empfunden werden. 2007 waren die deutschen StaatsbĂŒrger mit 224'324 nach den StaatsbĂŒrgern aus dem ehemaligen Jugoslawien (338'794), Italien (295'507) und vor den Portugiesen (193'299) bereits die drittgrösste Gastarbeitergruppe in der Schweiz. Insgesamt gab es Ende 2009 in der Schweiz 1'714'004 Bewohner mit auslĂ€ndischem Pass.[10]

Siehe auch: Auslandschweizer, Secondo, Ethnien in der Schweiz, Einwanderung von Italien in die Schweiz und Einwanderung aus Afrika in die Schweiz

Sprachen

→ Hauptartikel: Sprachen in der Schweiz
Sprachgebiete der Schweiz (1. Juli 2011)
  • ï»żDeutsch (63,7 %)
  • ï»żFranzösisch (20,4 %)
  • ï»żItalienisch (6,5 %)
  • ï»żRĂ€toromanisch (0,5 %)

Der Art. 4Vorlage:Art./Wartung/ch-Suche der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft hĂ€lt seit 1999 fest:

«Die Landessprachen sind Deutsch, Französisch, Italienisch und RÀtoromanisch.»

Im Art. 70 Abs. 1Vorlage:Art./Wartung/ch-Suche heisst es zudem:

«Die Amtssprachen des Bundes sind Deutsch, Französisch und Italienisch. Im Verkehr mit Personen rÀtoromanischer Sprache ist auch das RÀtoromanische Amtssprache des Bundes.»

Jenisch und Jiddisch wurden durch die Ratifizierung der EuropÀischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen durch die Schweiz 1997 als territorial nicht gebundene Sprachen der Schweiz anerkannt.

Die Bundesverfassung legt die Sprachgebiete der Schweiz nicht fest. Art. 70 Abs. 2Vorlage:Art./Wartung/ch-Suche weist den Kantonen die Kompetenz zu, ihre Amtssprachen zu bestimmen. Dabei mĂŒssen sie jedoch sprachliche Minderheiten und die herkömmliche Zusammensetzung der Sprachgebiete beachten. Wer aus einem anderssprachigen Landesteil zuzieht, hat kein Recht darauf, in seiner angestammten Sprache mit den neuen Kantons- und Gemeindebehörden zu verkehren (TerritorialitĂ€tsprinzip). Unter den mehrsprachigen Kantonen haben nur Bern und Wallis die Sprachgebiete rĂ€umlich festgelegt. Die Kantone Tessin und Jura definieren sich sogar als ganz zum italienischen bzw. französischen Sprachgebiet zugehörig, obwohl je eine Gemeinde eine deutschsprachige Mehrheit aufweist. Die verbleibenden mehrsprachigen Kantone Freiburg und GraubĂŒnden weisen die Regelung der Amtssprache den Gemeinden zu.

Als offiziell zweisprachig definiert sind beispielsweise die Gemeinden Biel/Bienne, Freiburg/Fribourg oder Murten/Morat. In GraubĂŒnden sind hingegen oft Gemeinden offiziell als romanischsprachig definiert, es dominiert aber Deutsch als Verkehrsprache. Das bedeutet, Romanisch ist die Verwaltungs- und Schulsprache, aber im Alltag reden die Menschen trotzdem Schweizerdeutsch.

Mit einem Anteil von 63,7 Prozent an der Gesamtbevölkerung ist Deutsch (rot) die meistverbreitete Sprache.[20] Im deutschsprachigen Teil der Schweiz werden schweizerdeutsche Dialekte gesprochen, wĂ€hrend Geschriebenes in der Regel in Standarddeutsch verfasst wird. Französisch wird von 20,4 Prozent (violett) der Bevölkerung gesprochen. Dieser Teil des Landes wird hĂ€ufig als Romandie, Suisse romande oder Welschland bezeichnet. Im Kanton Tessin und vier SĂŒdtĂ€lern des Kantons GraubĂŒnden (Grigioni Italiano) wird Italienisch (grĂŒn, Anteil: 6,5 Prozent) gesprochen. Die vierte Landessprache, RĂ€toromanisch (gelb), hat einen Anteil von 0,5 Prozent und wird in GraubĂŒnden gesprochen, wobei praktisch alle RĂ€toromanischsprachigen die deutsche Sprache beherrschen. Das RĂ€toromanisch ist seit dem 19. Jahrhundert stark gefĂ€hrdet und wird trotz Fördermassnahmen immer mehr vom Deutschen verdrĂ€ngt. Seit 1860 haben 51 Gemeinden in GraubĂŒnden vom romanischen ins deutsche Sprachgebiet gewechselt.

Die Zahl der Fahrenden, unter denen die Jenischen neben einer geringeren Anzahl von Sinti und Roma die ĂŒberwiegende Mehrheit bilden, wird bei VolkszĂ€hlungen nicht erhoben, aber in offiziellen SchĂ€tzungen auf 20'000 bis 35'000 angesetzt. Das entsprĂ€che einem Anteil von annĂ€hernd 0,5 Prozent. Jenische leben in der ganzen Schweiz verstreut und sprechen neben ihrer internen Gruppensprache Jenisch meist eine der Landessprachen. Jiddisch besitzt in der Schweiz nur eine begrenzte Tradition und hat besonders in den Surbtaler Dörfern Endingen und Lengnau aufgrund der dortigen, heute nicht mehr existierenden jĂŒdischen Gemeinden die örtliche Mundart geprĂ€gt.

Die GebÀrdensprachen werden von rund 10'000 in der Schweiz lebenden Personen beherrscht, die verbreitetsten sind die deutschschweizer und die französische GebÀrdensprache.

Durch Zuwanderung bedingt sprechen mittlerweile 9 Prozent der Einwohner andere Sprachen als die Landessprachen. Von diesen ist das Serbisch-Bosnisch-Kroatische mit 1,5 Prozent am weitesten verbreitet.

Als Fremdsprachen lernen die Schweizer eine zweite Landessprache und Englisch. Es gibt Diskussionen darĂŒber, ob Englisch gleichzeitig mit oder sogar vor der zweiten Landessprache unterrichtet werden soll. Wegen Protesten aus der jeweils anderen Sprachregion hat sich ein rein englischer Fremdsprachenunterricht bisher nirgendwo durchsetzen können.

Religionen

→ Hauptartikel: Religionen in der Schweiz
Konfessionsgebiete der Schweiz (1. Juli 2011)

Von den Schweizer BĂŒrgern sind 41 Prozent römisch-katholisch, 40 Prozent evangelisch-reformiert, 2,5 Prozent in Freikirchen, 5,5 Prozent gehören zu anderen Religionsgemeinschaften und 11 Prozent sind ohne Religionszugehörigkeit. Von den AuslĂ€ndern in der Schweiz sind 44 Prozent römisch-katholisch, 5 Prozent evangelisch-reformiert, 17 Prozent orthodox, 18 Prozent islamisch und 2 Prozent ohne Bekenntnis.

Die Religionsfreiheit in der Schweiz ist als verfassungsmĂ€ssiges Grundrecht verankert. Es ist den Kantonen ĂŒberlassen, ob sie ausgewĂ€hlten Religionsgemeinschaften einen besonderen Status als Landeskirche verleihen wollen. In den meisten Kantonen haben die Römisch-katholische Kirche und die Evangelisch-Reformierte Kirche, in vielen Kantonen zusĂ€tzlich die Christkatholische Kirche und in einigen die jĂŒdischen Gemeinden diesen Status inne. In den Westschweizer Kantonen Genf und Neuenburg gibt es keine Landeskirchen, weil dort Kirche und Staat vollstĂ€ndig getrennt sind; sie sind aber dennoch als «Organisationen von öffentlichem Interesse» anerkannt.

Die Christkatholische Kirche ist nur in Teilen der Nordwestschweiz von Bedeutung. Mit 0,33 Prozent ist der Buddhismus in der Schweiz stĂ€rker vertreten als in anderen LĂ€ndern Europas. Synagogen, Moscheen und buddhistische Tempel existieren in mehreren Orten in der Schweiz.

Historisch gesehen waren die Einwohner der Kantone ZĂŒrich, Bern, Basel (ausser Bezirk Arlesheim), Schaffhausen, Appenzell Ausserrhoden und Waadt noch um 1850 praktisch ausschliesslich reformiert, diejenigen der Kantone Freiburg (ausser Bezirk Murten), Wallis, Jura, Solothurn (ausser Bezirk Bucheggberg), Luzern, Ob- und Nidwalden, Uri, Schwyz, Zug, Appenzell Innerrhoden und Tessin fast nur katholischen Glaubens. Konfessionell gemischt waren hingegen die Kantone Glarus, Aargau, St. Gallen, GraubĂŒnden und Genf. Die Verteilung der Konfessionen war das Resultat der Anwendung des Territorialprinzips bei der Wahl der Konfession nach den Religionskriegen des 16. Jahrhunderts; die konfessionell gemischten Kantone wiesen entweder junge Kantonsgrenzen auf (Aargau, St. Gallen, Genf) oder aber kannten eine althergebrachte gemeindeweise Festlegung (Glarus, GraubĂŒnden). ParitĂ€t, das heisst gleichzeitiges Vorhandensein beider Konfessionen am selben Ort, war die Ausnahme, sie galt etwa im Toggenburg, in Teilen der vormaligen Untertanengebiete der Eidgenossenschaft (Thurgau, Echallens) und in einigen Gemeinden GraubĂŒndens und von Glarus. Eine Volksabstimmung 1919 im österreichischen Vorarlberg zu Verhandlungen mit der Schweiz ĂŒber einen Beitritt zur schweizerischen Eidgenossenschaft ergab zwar eine Zustimmung von gut 80 Prozent, weitere Verhandlungen scheiterten jedoch auch an den Reformierten in der Schweiz, welche durch einen zusĂ€tzlichen Kanton mit Katholiken ihre damalige Mehrheit verloren hĂ€tten.

StÀdte

Blick vom Bellevue nach Norden ĂŒber die Innenstadt ZĂŒrichs

Die grösste Stadt der Schweiz ist ZĂŒrich mit 382'906 Einwohnern (31. Dezember 2009). Die Agglomeration umfasst 1'132'237 Einwohner (31. Dezember 2007). Weitere GrossstĂ€dte sind Genf mit 190'725 (31. August 2011), Basel mit 169'464 (31. Juli 2011), Lausanne mit 125'885 (31. Dezember 2009), die Bundesstadt Bern mit 123'466 (31. Dezember 2009) sowie Winterthur mit 101'203 (31. Dezember 2010). Die grössten StĂ€dte mit weniger als 100'000 Einwohnern sind Luzern (76'702), St. Gallen (72'642), Lugano (55'060) und Biel/Bienne (50'455) (alle per 31. Dezember 2009, bis auf Luzern per 1. Januar 2010). Die Bevölkerungsdichte ist im flachen Mittelland sehr hoch, im Alpenland und im Jura naturgemĂ€ss dĂŒnn.

Geschichte

→ Hauptartikel: Geschichte der Schweiz

Vorgeschichte

Die Schweiz in römischer Zeit
Die Schweiz im FrĂŒhmittelalter

Das Gebiet der heutigen Schweiz ist seit der Altsteinzeit besiedelt. Erst nach der Eiszeit wurde das schweizerische Mittelland dichter besiedelt, besonders die Gebiete um die Seen (→ Pfahlbauten). Mit dem Beginn der Eisenzeit setzte die keltische Besiedlung des Mittellands ein. Keltische Funde bei La TĂšne im Kanton Neuenburg gaben der gesamten Periode der jĂŒngeren Eisenzeit ihren Namen (→ LatĂšnekultur). Die Kelten pflegten Handelsbeziehungen bis in den griechischen Kulturraum. Vor der Eroberung durch die Römer lebten laut Aufzeichnungen des römischen Feldherrn und Politikers Julius Caesar in seiner Rechtfertigungsschrift fĂŒr den Gallischen Krieg (→ De Bello Gallico) auf dem Gebiet der heutigen Schweiz verschiedene keltische StĂ€mme und Völker: die Helvetier (Mittelland), die Lepontier (Tessin), die Seduner (Wallis, Genfersee) und die Raetier (Ostschweiz). Im Zuge der Ausdehnung des Römischen Reiches ĂŒber die Alpen wurde das Gebiet der heutigen Schweiz bis ins 1. Jahrhundert n. Chr. ins Römische Reich integriert und die Bevölkerung romanisiert. Die wichtigsten römischen StĂ€dte der Schweiz waren Aventicum (Avenches), Augusta Raurica, Vindonissa (Windisch), Colonia Iulia Equestris (Nyon) und Forum Claudii Vallensium (Martigny). In der SpĂ€tantike wurde die Schweiz ausgehend von den stĂ€dtischen Zentren christianisiert. FrĂŒhe Bischofssitze waren Genf, Augusta Raurica/Basel, Martigny/Sitten, Avenches/Lausanne und Chur.

Nach dem Untergang des Römischen Reiches besiedelten die germanischen StÀmme der Burgunder und Alamannen von Norden her kommend das Mittelland und vermischten sich mit der romanisierten keltischen Bevölkerung. In den zur Römerzeit stÀrker besiedelten Gebieten der Westschweiz sowie in den AlpentÀlern hielten sich romanische Sprachen (spÀter Französisch, RÀtoromanisch und Italienisch) und das Christentum, wÀhrend sich in der Nordschweiz germanische Idiome verbreiteten. Bis 746 unterwarfen die Franken die Burgunder und Alemannen, womit die Schweiz Teil des FrÀnkischen Reiches wurde. Bei der Teilung dieses Reiches kam das Gebiet der Schweiz zum Ostfrankenreich, dem spÀteren Heiligen Römischen Reich deutscher Nation. Ihr Gebiet gehörte dabei grösstenteils zum Stammesherzogtum Schwaben und zum Königreich Burgund. Bis ins 9. Jahrhundert wurden auch die Alemannen ausgehend von wichtigen klösterlichen Zentren wie St. Gallen und Reichenau christianisiert.

In der frĂŒhen deutschen Geschichte spielen Adelsgeschlechter aus der Schweiz wie die Habsburger, Kyburger, Lenzburger und Rudolfinger eine wichtige Rolle. Ausserdem waren die AlpenpĂ€sse fĂŒr die deutsche Herrschaft ĂŒber Italien von grösster Wichtigkeit. So lĂ€sst sich erklĂ€ren, weshalb die deutschen Herrscher immer ein ganz besonderes Augenmerk auf die Talschaften in den Alpen legten und sich bemĂŒhten, diese direkt zu beherrschen. Die Bewohner der Talschaften der Innerschweiz sahen diese «Reichsunmittelbarkeit» als Privileg.

Alte Eidgenossenschaft

Die territoriale Entwicklung der Alten Eidgenossenschaft bis 1797
Darstellung der Eidgenossenschaft auf dem Frontispitz der Topographia Helvetia von MatthÀus Merian, 1654

Die drei Urkantone oder WaldstĂ€tte (Orte) Uri, Schwyz und (bei allerdings unsicherer Lesart) Unterwalden schlossen 1291 nach dem Tod des deutschen Königs Rudolf I. von Habsburg einen Bund zum Schutz ihrer «alten Freiheiten». Eine diesbezĂŒgliche Urkunde, der sogenannte Bundesbrief, ist datiert auf Anfang August 1291. Der Legende nach geschah die Beschwörung dieses Bundes auf dem RĂŒtli. Ins breite Bewusstsein der Menschen drang diese Legende mit dem 1804 veröffentlichten TheaterstĂŒck «Wilhelm Tell» von Friedrich Schiller. Im 19. Jahrhundert wurde der 1. August 1291 als Datum fĂŒr die «GrĂŒndung» der alten Eidgenossenschaft und damit der 1. August als schweizerischer Nationalfeiertag festgelegt. Beim BĂŒndnis von 1291 ging es freilich â€“ entgegen der traditionellen Geschichtswissenschaft â€“ nicht um den Schutz vor dem Haus Habsburg als vielmehr darum, sich fĂŒr die Unsicherheiten nach der Wahl eines neuen deutschen Königs vorzusehen und die Herrschaft der lokalen Potentaten abzusichern. TatsĂ€chlich folgte auf Rudolf eine eher unsichere Zeit mit schnell wechselnden Herrschern.

Das schlechte VerhĂ€ltnis zwischen den Eidgenossen und dem Herrscherhaus der Habsburger rĂŒhrt von der deutschen Königswahl vom 25. November 1314 her, als der Wittelsbacher Ludwig der Bayer und der Habsburger Friedrich der Schöne gleichzeitig zum deutschen König gewĂ€hlt wurden. Die Eidgenossen hielten zu Ludwig dem Bayer. Dies und ein Überfall auf das Kloster Einsiedeln bewog Leopold I. von Österreich 1315 zu einem Kriegszug gegen die Eidgenossen, der in der Schlacht am Morgarten unglĂŒcklich fĂŒr ihn endete. Um ihre SelbstĂ€ndigkeit gegenĂŒber Habsburg zu wahren, schlossen sich die ReichsstĂ€dte Luzern, ZĂŒrich, Glarus, Zug und Bern im 14. Jahrhundert dem Bund der WaldstĂ€tte an. Das resultierende Gebilde wird als die Acht Alten Orte bezeichnet.

Es folgten weitere Auseinandersetzungen mit dem Haus Habsburg: 1386 bei Sempach (die Lombardei, die ihre wirtschaftlichen Interessen durch die Habsburger gefĂ€hrdet sah, hatte die eidgenössische Bewaffnung finanziert) und 1388 bei NĂ€fels gelang es den Eidgenossen, habsburgische Ritterheere zu schlagen. 1415 eroberten sie (auf Betreiben von Kaiser Sigismund) die habsburgischen Stammlande im Aargau. Zwischen der Stadt ZĂŒrich und den ĂŒbrigen Eidgenossen kam es wegen der Erbschaft der Grafen von Toggenburg zum Alten ZĂŒrichkrieg (1436–1450), in dessen Verlauf sich ZĂŒrich mit Habsburg verbĂŒndete. In der Schlacht bei St. Jakob an der Birs wurden die Hilfstruppen der Armagnaken zwar nicht geschlagen, sie zogen sich jedoch angesichts der hohen Verluste wieder zurĂŒck. ZĂŒrich war schliesslich zur RĂŒckkehr in die Eidgenossenschaft gezwungen. Ein weiterer Krieg brachte Habsburg 1460 um den Thurgau, sodass sich Herzog Sigismund von Tirol am 11. Juni 1474 in der «Ewigen Richtung» angesichts der Bedrohung durch Herzog Karl den KĂŒhnen von Burgund gezwungen sah, die alte Eidgenossenschaft als eigenstĂ€ndiges Staatswesen anzuerkennen. 1474 zogen die Eidgenossen auf Wunsch Kaiser Friedrichs III. gegen Karl den KĂŒhnen und zerstörten in den Burgunderkriegen im Verbund mit Lothringen und Habsburg dessen Reich. Bern und Freiburg expandierten in dieser Zeit ins vormals savoyisch und burgundisch kontrollierte Waadtland, das sie bis 1536 ganz eroberten.

Der militĂ€rische Sieg ĂŒber die Burgunder bestĂ€rkte die Eidgenossenschaft in ihrem Willen nach SelbstĂ€ndigkeit. Aus diesem Grund widersetzte sie sich der Reichsreform des deutschen Königs und spĂ€teren Kaisers Maximilian I.. Der Versuch Maximilians, die Eidgenossen im Schwabenkrieg gefĂŒgig zu machen, endete 1499 im Frieden zu Basel mit der faktischen UnabhĂ€ngigkeit der Schweiz vom Heiligen Römischen Reich. Mit dem Beitritt von weiteren «Orten» erweiterte sich die Eidgenossenschaft bis 1513 auf Dreizehn Orte. Dazu kamen weitere VerbĂŒndete, die sogenannten zugewandten Orte, insbesondere das Wallis und die Drei BĂŒnde aber auch Monarchien wie die FĂŒrstabtei St. Gallen oder die Grafschaft Neuenburg. Die Siege in den Burgunderkriegen und im Schwabenkrieg und ihre moderne Infanterietaktik begrĂŒndeten den Ruf der eidgenössischen KĂ€mpfer und gaben dem Söldnerwesen enormen Auftrieb. Bis ins 19. Jahrhundert blieb dieses in den lĂ€ndlichen Regionen der Innerschweiz ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Die Expansion der Eidgenossenschaft in Richtung Oberitalien erfolgte zur Sicherung der AlpenpĂ€sse. Dadurch wurde die Eidgenossenschaft in die komplizierten italienischen Kriege zwischen Habsburg, Frankreich, Venedig, dem Papst, Spanien und den verschiedenen italienischen Potentaten verwickelt. Aus jener Zeit stammt auch die Schweizergarde, die der Papst Julius II. 1506 grĂŒndete. Bis 1513 gelang den Eidgenossen die Eroberung des heutigen Tessin und schliesslich sogar von Mailand, ĂŒber das sie die Schutzherrschaft ausĂŒbten. Nach der Niederlage gegen Frankreich in der Schlacht bei Marignano 1515 endete die militĂ€rische Dominanz ĂŒber Oberitalien. Der politische Mythos der Unbesiegbarkeit der Schweizer war widerlegt und es offenbarte sich die politische Zerstrittenheit der Orte untereinander. Dadurch wurde ab 1515 eine wirksame Aussenpolitik verhindert und es begann die Phase des «Stillsitzens» (heute NeutralitĂ€tspolitik). Die Dreizehn Orte schlossen 1521 ein SoldbĂŒndnis mit Frankreich ab und erhielten dafĂŒr Pensionen, Zoll- und HandelsvergĂŒnstigungen und politischen Beistand bei inneren und Ă€usseren Konflikten.

Die von Ulrich Zwingli 1519 eingeleitete Reformation in ZĂŒrich breitete sich im Mittelland aus und fĂŒhrte zu grossen Spannungen zwischen den verschiedenen Kantonen. Nach dem religiös begrĂŒndeten Ersten und Zweitern Kappelerkrieg kam es 1531 im Zweiten Kappeler Landfrieden zum Kompromiss: ZĂŒrich, Bern, Basel, Schaffhausen und Teile von GraubĂŒnden blieben reformiert; die Urkantone, Luzern, Zug, Solothurn und Freiburg blieben katholisch. 1541 setzte Johannes Calvin in Genf die Reformation durch, das durch sein Wirken zum «reformierten Rom» wurde. Trotzdem kam es noch zweimal in den Villmergerkriegen von 1656 und 1712 zu militĂ€rischen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Konfessionsgruppen unter den Orten. Die Zwinglianer und Calvinisten vereinigten sich 1536 im Helvetischen Bekenntnis und begrĂŒndeten damit die Reformierte Kirche, die sich ĂŒber England, Schottland und die Niederlande weltweit verbreitete.

Angesichts der Wirren und VerwĂŒstungen des DreissigjĂ€hrigen Krieges beschloss die Eidgenossenschaft 1647 im Defensionale von Wil, die «immerwĂ€hrende bewaffnete NeutralitĂ€t» und verhielt sich in den Kriegen des 17. und 18. Jahrhunderts weitgehend neutral. Am 24. Oktober 1648 erreichten die Schweizer Kantone im WestfĂ€lischen Frieden die Anerkennung ihrer Ausgliederung aus dem Heiligen Römischen Reich. Die Formulierung des betreffenden Art. VI IPO bzw. § 61 IPM war umstritten, wurde dann jedoch ĂŒberwiegend als Anerkennung der völkerrechtlichen SouverĂ€nitĂ€t interpretiert. Im Inneren verhinderte die religiöse Spaltung eine Reform des anachronistischen eidgenössischen BĂŒndnisgeflechts. Besonders die stĂ€dtischen Kantone konsolidierten im 17. und 18. Jahrhundert ihre Herrschaft im Inneren im absolutistischem Sinn und entwickelten sich wirtschaftlich teilweise so stark, dass von einer Proto-Industrialisierung gesprochen werden kann. Trotzdem blieb die Eidgenossenschaft als ganzes hinter den Entwicklungen zurĂŒck und wurde in der zeitgenössischen Literatur als rĂŒckstĂ€ndig, ungeordnet und ĂŒberkommen wahrgenommen. Damit kontrastiert die in der AufklĂ€rung in Literatur und Malerei vorherrschende Darstellung der Schweiz als Alpenidyll, Arkadien oder als Ort urtĂŒmlicher Demokratie (Rousseau).

Helvetische Republik und Restauration

BannertrÀger mit der Trikolore der Helvetischen Republik

Am 5. Mai 1798 wurde die Alte Eidgenossenschaft nach kurzer Gegenwehr von Frankreich besetzt und unter der Bezeichnung «Helvetische Republik» als Tochterrepublik seinem Einflussgebiet einverleibt. Die Helvetische Republik war das erste moderne Staatswesen auf schweizerischem Gebiet und im Gegensatz zur Tradition als Einheitsstaat stark zentralistisch organisiert. Die bisherigen Unterschiede zwischen Untertanenlande und herrschenden StĂ€dten und Orten wurden aufgehoben. Rechtsgleichheit, Schaffung eines einheitlichen Wirtschafts- und WĂ€hrungsraumes, Glaubens- und Gewissensfreiheit waren nur einige der fortschrittlichen Neuerungen, die damit Eingang in die Schweiz fanden. Als französischer Satellitenstaat wurde die Helvetische Republik jedoch in die Kriegsereignisse der Koalitionskriege hineingezogen und mehrfach Kriegsschauplatz. Nach mehreren Staatsstreichen und der Niederschlagung eines bewaffneten Aufstands verordnete NapolĂ©on Bonaparte 1803 in der Mediationsakte der Schweiz wieder eine föderalistische Verfassung mit autonomen Kantonen. Als Staatsname wurde die Bezeichnung «Schweizerische Eidgenossenschaft» festgelegt. Die ehemaligen Untertanengebiete und die zugewandten Orte wurden in die neuen Kantone St. Gallen, GraubĂŒnden, Aargau, Thurgau, Tessin und die Waadt umgewandelt.

1815 wurden die inneren und Ă€usseren Grenzen der Schweiz im Wiener Kongress international anerkannt. Die GrossmĂ€chte verordneten der Schweiz «immer wĂ€hrende bewaffnete NeutralitĂ€t», um ihr Gebiet dem Einfluss Frankreichs zu entziehen. Zu den 19 Kantonen der Mediationszeit kamen nun noch Neuenburg, Wallis und Genf hinzu, der Kanton Bern erhielt das Gebiet des FĂŒrstbistums Basel. Die Schweiz wurde durch den «Bundesvertrag» wieder zu einem Staatenbund, sodass wĂ€hrend der folgenden Epoche der Restauration die EigenstĂ€ndigkeit der Kantone gegenĂŒber der napoleonischen Zeit wieder grösser war. Der Kanton Jura entstand erst 1979 durch die Abspaltung eines Teils des 1815 zum Kanton Bern geschlagenen Gebiets.

Moderner Bundesstaat

Das Bundeshaus in Bern 1902

Streitigkeiten zwischen den liberal-progressiven und den konservativ-katholischen Kantonen fĂŒhrten 1847 zum Sonderbundskrieg. Nach der Niederlage der konservativ-katholischen Kantone wurde die Schweiz in den modernen Bundesstaat umgewandelt und die Autonomie der Kantone durch die Bundesverfassung von 1848 eingeschrĂ€nkt. Bern wurde zum Sitz der Bundesbehörden und des Parlaments. Die Bundesverfassung wurde seither zweimal, 1874 und 1999, total revidiert.

WĂ€hrend der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts wurde die Schweiz von einer starken Welle der Industrialisierung und des Eisenbahnbaus erfasst. Gleichzeitig fand auf religiösem und kulturellem Gebiet die Konfrontation zwischen dem Liberalismus und dem Konservativismus ihre Fortsetzung im Kulturkampf. Die Integration der Katholiken in den neuen Bundesstaat erfolgte 1891 durch die Wahl des ersten Katholiken in den Bundesrat. Seither traten die bĂŒrgerlichen Parteien mehr oder weniger geschlossen gegen die Arbeiterbewegung an (seit dem Ersten Weltkrieg im «BĂŒrgerblock»). Im Landesstreik von 1918 kam es zur bisher schĂ€rfsten Konfrontation zwischen Arbeiterschaft und BĂŒrgertum in der Schweiz. Die Arbeiterbewegung konnte sich politisch auf nationaler Ebene erst nach der EinfĂŒhrung des Proporzwahlverfahrens 1919 etablieren.

Auf Initiative von Henry Dunant erfolgt 1864 in Genf die GrĂŒndung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz. WĂ€hrend der beiden Weltkriege bewahrte die Schweiz offiziell die bewaffnete NeutralitĂ€t. WĂ€hrend im Ersten Weltkrieg mit der «Grenzbesetzung» die Verteidigung der Landesgrenzen gegen feindliche Übergriffe im Zentrum stand, zog sich im Zweiten Weltkrieg die Schweizer Armee mit dem Aktivdienst ins RĂ©duit zurĂŒck, um einem deutschen Angriff möglichst harten Widerstand in Gebirgsstellungen entgegenzuhalten. Der schweizerischen Bevölkerung wurde durch die behördlich geförderte Bewegung der «Geistigen Landesverteidigung» ein starker Behauptungswillen gegen den Nationalsozialismus und spĂ€ter gegen die kommunistische Bedrohung vermittelt. Die Armee konnte in der Schweiz bis in die 1990er-Jahre eine starke gesellschaftliche Stellung behaupten, da durch ihren Aufbau als Milizarmee eine starke Verflechtung von zivilen und militĂ€rischen FĂŒhrungskadern gegeben war. Bereits in den 1970er-Jahren und verstĂ€rkt anlĂ€sslich der Armee-Abschaffungsinitiative kam es aber auch zu Spannungen zwischen Traditionalisten und Kritikern um die Rolle der Armee in der Gesellschaft. Seit dem Ende des Kalten Krieges nahm der Einfluss der Schweizer Armee auf die Zivilgesellschaft stark ab.

Die Schweiz nahm wĂ€hrend der Herrschaft der Nationalsozialisten in Deutschland zeitweise FlĂŒchtlinge auf, wies aber nach einiger Zeit gezielt Juden und vor allem als «politisch Verfolgte» eingestufte FlĂŒchtende zurĂŒck. Schweizer Behörden schlugen deutsch Dienststellen die Stempelung eines J in den Ausweis vor. Damit sollten Menschen jĂŒdischer Religion oder ehemals jĂŒdischer Religion- als Juden bezeichnet - diskriminiert werden. Diesen Vorschlag ĂŒbernahmen die Deutschen sehr gern. Viele wehrlose FlĂŒchtlinge wurden an den Grenzen zurĂŒckgeschickt, manche wurden sogar festgnommen und an die deutschen Behörden ausgeliefert. Die ins Land gelassenen FlĂŒchtlinge wurden spĂ€testens nach Kriegsbeginn in Lager interniert. Sie durften sich in keiner Weise politisch Ă€ussern. Die Rolle der Schweiz im Zweiten Weltkrieg wurde in den 1990er-Jahren im Bergier-Bericht kritisch aufgearbeitet. In der Nachkriegszeit wurden weitere problematische Themen der Vergangenheit aufgegriffen wie die Verfolgung der Jenischen durch das Programm «Kinder der Landstrasse», die Verdingkinder-Problematik, die wirtschaftlichen Beziehungen mit dem Apartheid-Staat SĂŒdafrika oder die Rolle der schweizerischen Banken im Zusammenhang mit Fluchtgeldern von Diktatoren der Dritten Welt.

Die Volksrechte wurden seit 1848 immer stĂ€rker ausgebaut. 1919 wurde das Proporzwahlverfahren fĂŒr den Nationalrat eingefĂŒhrt. 1971 wurde in einer Volksabstimmung das Frauenstimmrecht nach jahrzehntelangem Kampf angenommen. Der von der Regierung angestrebte Beitritt zum EuropĂ€ischen Wirtschaftsraum (EWR) scheiterte 1992. Die Schweiz trat nach einer positiv ausgegangenen Volksabstimmung am 10. September 2002 den Vereinten Nationen (UNO) bei.

Namensherkunft

In den Kriegen der alten Eidgenossen gegen die Habsburger spielten die Schwyzer Truppen eine wichtige Rolle. Die Schwyzer hatten zudem eine grosse Bedeutung fĂŒr das europĂ€ische SöldnergeschĂ€ft. Nach der Schlacht bei Sempach von 1386 wurde der Name «Swiz» oder «Sweiz» legendĂ€r: Die deutschen Chronisten bezeichneten nun alle Eidgenossen so. Das erste schriftliche Zeugnis dafĂŒr stellt ein Rechtsdokument des Königs Sigismund aus dem Jahr 1415 dar, in dem von «Schweizern» die Rede ist.

Die Mitglieder der Eidgenossenschaft benutzten diesen Sammelnamen nicht, weil er ihnen missfiel. Im Schwabenkrieg von 1499 wendete sich das Blatt und die als «Schweizer» beschimpften Eidgenossen fingen in trotzigem Stolz an, sich selbst so zu bezeichnen. Offiziell benutzten sie aber weiterhin den Begriff «Eidgenossen». Erst im 18. Jahrhundert begann der Chronist Johannes von MĂŒller damit, die Eidgenossen «Schweizerische Eidgenossen» zu bezeichnen. 1803 wurde dieser Begriff in der Mediationsverfassung erstmals amtlich gebraucht.

Der lateinische Name der Schweiz, Confoederatio Helvetica, nimmt Bezug auf den antiken keltischen Stamm der Helvetier, der im schweizerischen Mittelland und in Teilen SĂŒddeutschlands siedelte. Die Erinnerung an dieses Volk, dessen Spuren sich im FrĂŒhmittelalter durch Romanisierung und Vermischung mit germanischen Einwanderern verlieren, blieb durch seine besondere Rolle im Bericht Julius CĂ€sars ĂŒber den Gallischen Krieg im kollektiven GedĂ€chtnis der geistigen und politischen Elite der Schweiz haften. Nach dem Ende der Alten Eidgenossenschaft 1798 wurde gemĂ€ss der gĂ€ngigen Praxis bei der Namensgebung fĂŒr die französischen Tochterrepubliken fĂŒr das neue schweizerische Staatswesen der Name «Helvetische Republik» gewĂ€hlt. Bei der Neukonstituierung der Schweiz als Staatenbund 1803 wich man jedoch auf die Bezeichnung «Schweizerische Eidgenossenschaft» aus, um sich von der politisch instabilen und zentralistischen Helvetischen Republik abzugrenzen. Der Ausdruck «Confoederatio Helvetica» wurde 1848 anlĂ€sslich der Schaffung des Bundesstaates eingefĂŒhrt. Er findet sich seit 1879 auf MĂŒnzen, aber erst seit 1948 auf dem Siegel der Eidgenossenschaft.[21]

Politik

→ Hauptartikel: Politisches System der Schweiz

Die Politik der Schweiz ist durch das SelbstverstĂ€ndnis als Willensnation geprĂ€gt â€“ die nationale IdentitĂ€t basiert nicht auf einer gemeinsamen Sprache und Kultur, sondern unter anderem auf der gemeinsamen Geschichte, gemeinsamen Mythen, der freiheitlichen, basisdemokratischen und föderalistischen Tradition sowie zum Teil aus dem GefĂŒhl, als neutraler und mehrsprachiger, auf sich selbst gestellter «Kleinstaat» in Europa einen «Sonderfall» zu bilden.

Diese Voraussetzungen haben sich in einem in seiner Gesamtheit einzigartigen politischen System niedergeschlagen, in dem der Föderalismus, erweiterte politische Volksrechte bzw. Elemente der direkten Demokratie, die aussenpolitische NeutralitÀt und innenpolitischer Konsens im Vordergrund stehen.

Politisches System

Bundeshaus mit Bundesplatz in Bern
Die Exekutive der Schweiz â€“ der Bundesrat (offizielles Foto des Bundesrates 2011)
Die Judikative der Schweiz â€“ das Bundesgericht in Lausanne (Kanton Waadt)

Die Schweiz ist ein republikanisch verfasster Bundesstaat. Sie unterscheidet sich von anderen Republiken durch

Wie in Demokratien ĂŒblich ist die Staatsgewalt, gestĂŒtzt auf die Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, in drei SĂ€ulen gegliedert:

  • Die Legislative (Bundesversammlung) besteht aus zwei Kammern, dem Nationalrat mit 200 Mitgliedern als Vertreter des Volks sowie dem StĂ€nderat mit 46 Mitgliedern als Vertreter der Kantone. Das schweizerische Parlament ist ein sogenanntes Milizparlament: Die National- und StĂ€nderĂ€te ĂŒben ihr Mandat (wenigstens nominell) nebenberuflich aus.
  • Die Exekutive ist der Bundesrat mit der Verwaltung. Er besteht aus sieben gleichberechtigten Mitgliedern (KollegialitĂ€tsprinzip), den so genannten «BundesrĂ€ten» (Ministern), die je einem Departement der Bundesverwaltung vorstehen. Die BundesrĂ€te werden vom Parlament gewĂ€hlt. FĂŒr jeweils ein Jahr wird ein Mitglied des Bundesrates von der Bundesversammlung zum BundesprĂ€sidenten gewĂ€hlt. Er leitet die Sitzungen des Bundesrates und nimmt reprĂ€sentative Aufgaben im In- und Ausland wahr, hat aber keine Vorrechte gegenĂŒber dem Restbundesrat. FĂŒr gewöhnlich rotiert der Vorsitz auf Grundlage des Amtsalters.
  • Die Judikative besteht auf Bundesebene aus dem Bundesgericht mit Sitz in Lausanne und zwei sozialrechtlichen Abteilungen des Bundesgerichts in Luzern (bis 2006: Eidgenössisches Versicherungsgericht) als oberste gerichtliche Instanz einerseits sowie andererseits dem Bundesstrafgericht in Bellinzona und dem Bundesverwaltungsgericht in Bern (ab 2012 in St. Gallen) als untere eidgenössische Instanzen. GewĂ€hlt werden die Bundesrichter, die meistens einer Partei angehören, von der Bundesversammlung. Das Strafgericht hat die Arbeit 2004 aufgenommen; das Verwaltungsgericht tat dies 2007. Ein besonderer Verfassungsgerichtshof wie in anderen LĂ€ndern existiert in der Schweiz nicht, doch können alle Gerichte eine (beschrĂ€nkte) Verfassungsgerichtsbarkeit ausĂŒben.


Politische Parteien

Die Positionen der fĂŒnf wĂ€hlerstĂ€rksten Parteien im politischen Spektrum der Schweiz (2007)

Politische Parteien mit Vertretern im Bundesrat (Bundesratsparteien) lauten wie folgt:

Politische Partei Abk. Ausrichtung WĂ€hleranteil
2011
WĂ€hleranteil in Prozent
 %
30
20
10
0
26,6
18,7
15,1
12,3
8,4
5,4
5,4
2,0
6,1
Sonst.
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2007
 %p
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+0,2
Sonst.
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Schweizerische Volkspartei SVP rechtsbĂŒrgerlich 26,6 %
Sozialdemokratische Partei der Schweiz SP links 18,7 %
FDP.Die Liberalen FDP Mitte-rechts 15,1 %
Christlichdemokratische Volkspartei CVP Mitte 12,3 %
BĂŒrgerlich-Demokratische Partei BDP Mitte-rechts 5,4 %

FDP und SP stellen je zwei Bundesratsmitglieder, die BDP, CVP und SVP jeweils eines (siehe auch Zauberformel).

Laut einer Meinungsumfrage der deutschen Gesellschaft fĂŒr Konsumforschung (GfK) haben 21 Prozent der Schweizer Vertrauen in ihre Politiker. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen ist das zwar ein geringer Wert, doch das Vertrauen ist wesentlich höher als im westeuropĂ€ischen Durchschnitt mit 13 Prozent.[22]

Kantone

→ Hauptartikel: Kanton (Schweiz)
Schweizer Kantone

Die Schweiz besteht aus 26 Kantonen (vor der Totalrevision der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft von 1999: 23 Kantone, wovon drei in je zwei Halbkantone gegliedert waren). Traditionell werden die Kantone als StĂ€nde (französisch Ă©tats) bezeichnet. Die Schweiz weist im europĂ€ischen Vergleich einen sehr ausgeprĂ€gten Föderalismus auf, der die politische und wirtschaftliche KleinrĂ€umigkeit und Fragmentiertheit der Schweiz verstĂ€rkt.

(Die Tabelle ist sortierbar.)

Kantone mit ihren Eckdaten per 31. Dezember 2009 (offizielle Reihenfolge nach Bundesverfassung)[23]
Abk.
Kanton
Hauptort
FlÀche
(kmÂČ)
Einwohner
Einwohner
pro kmÂČ
AuslÀnder[24]
(April 2011)
Amtssprache
ZH Kanton ZĂŒrichKanton ZĂŒrich ZĂŒrich ZĂŒrich 1'729 1'351'297 782 23,9 % deutsch
BE Kanton BernKanton Bern Bern Bern 5'959 974'235 164 13,1 % deutsch, französisch
LU Kanton LuzernKanton Luzern Luzern Luzern 1'493 372'964 250 16,5 % deutsch
UR Kanton UriKanton Uri Uri Altdorf 1'077 35'335 33 9,5 % deutsch
SZ </Kanton Schwyz>Kanton Schwyz Schwyz Schwyz 908 144'686 159 18,6 % deutsch
OW Kanton ObwaldenKanton Obwalden Obwalden Sarnen 491 35'032 71 13,3 % deutsch
NW Kanton NidwaldenKanton Nidwalden Nidwalden Stans 276 40'794 148 11,3 % deutsch
GL Kanton GlarusKanton Glarus Glarus Glarus 685 38'479 56 20,6 % deutsch
ZG Kanton ZugKanton Zug Zug Zug 239 110'890 464 24,0 % deutsch
FR Kanton FreiburgKanton Freiburg Freiburg Freiburg 1'671 273'159 164 18,4 % französisch, deutsch
SO Kanton SolothurnKanton Solothurn Solothurn Solothurn 791 252'748 320 19,5 % deutsch
BS Kanton Basel-StadtKanton Basel-Stadt Basel-Stadt Basel 37 187'898 5'078 32,8 % deutsch
BL Kanton Basel-LandschaftKanton Basel-Landschaft Basel-Landschaft Liestal 518 272'815 527 19,1 % deutsch
SH Kanton SchaffhausenKanton Schaffhausen Schaffhausen Schaffhausen 298 75'657 254 23,2 % deutsch
AR Kanton Appenzell AusserrhodenKanton Appenzell Ausserrhoden Appenzell Ausserrhoden Herisau, Trogen 1 243 53'043 218 14,0 % deutsch
AI Kanton Appenzell InnerrhodenKanton Appenzell Innerrhoden Appenzell Innerrhoden Appenzell 173 15'681 91 9,9 % deutsch
SG Kanton St. GallenKanton St. Gallen St. Gallen St. Gallen 2'026 474'676 234 21,8 % deutsch
GR Kanton GraubĂŒndenKanton GraubĂŒnden GraubĂŒnden Chur 7'105 191'861 27 16,5 % deutsch, rĂ€toromanisch, italienisch
AG Kanton AargauKanton Aargau Aargau Aarau 1'404 600'040 427 21,9 % deutsch
TG Kanton ThurgauKanton Thurgau Thurgau Frauenfeld 991 244'805 247 21,6 % deutsch
TI Kanton TessinKanton Tessin Tessin Bellinzona 2'812 335'720 119 26,4 % italienisch
VD Kanton WaadtKanton Waadt Waadt Lausanne 3'212 701'526 218 30,8 % französisch
VS Kanton WallisKanton Wallis Wallis Sitten 5'224 307'392 59 21,1 % französisch, deutsch
NE Kanton NeuenburgKanton Neuenburg Neuenburg Neuenburg 803 171'647 214 23,1 % französisch
GE Kanton GenfKanton Genf Genf Genf 282 453'292 1'607 36,0 % französisch
JU Kanton JuraKanton Jura Jura Delsberg 838 70'134 84 12,4 % französisch
CH Eidgenössisches Wappen Schweizerische Eidgenossenschaft Bern (Bundesstadt) 41'285 7'785'806 189 22,1 % deutsch (63,7 %), französisch (20,4 %), italienisch (6,5 %), rĂ€toromanisch[2] (0,5 %)
1 Herisau ist Sitz der Regierung und des Parlaments des Kantons Appenzell Ausserrhoden, der Sitz von Justiz und Polizei des Kantons ist Trogen. Zu Zeiten der Landsgemeinde wurden diese abwechslungsweise in Trogen und Hundwil abgehalten. Appenzell Ausserrhoden hat daher keinen klar definierten Hauptort, da sich in allen anderen Kantonen die genannten Behörden und Versammlungen im Hauptort befinden.

Enklaven

BĂŒsingen am Hochrhein wie auch Campione d’Italia sind Enklaven in der Schweiz. Die deutsche Gemeinde BĂŒsingen ist nördlich des Rheins vom Kanton Schaffhausen umgeben, sĂŒdlich davon grenzt sie an die Kantone ZĂŒrich und Thurgau. Das italienische Campione, bekannt fĂŒr sein Spielcasino, liegt am Luganersee innerhalb des Kantons Tessin.

Lange Zeit funktionale Enklave war das italienische Livigno. Seit der Errichtung einer Passstrasse ist Livigno auch von Italien aus zu erreichen. Um das Leben in der dennoch abgeschiedenen Lage zu attraktivieren, ist die Gemeinde heute eine zollfreie Zone, nachdem sie zuvor dem schweizerischen Zollgebiet zugerechnet wurde.

Aussenpolitik

Völkerbundpalast (Palais des Nations) in Genf

Die Schweiz versteht sich als aussenpolitisch neutral, d. h. sie beteiligt sich nicht an Kriegen zwischen Staaten. Die NeutralitĂ€t der Schweiz wurde 1815 am Wiener Kongress anerkannt. Sie ist dauernd und bewaffnet und auch heute noch international ausdrĂŒcklich anerkannt.

Die Schweiz ist Mitglied in vielen internationalen Organisationen. Als eines der letzten LĂ€nder trat die Schweiz 2002 der UNO bei, ist aber zugleich das erste Land, dessen Volk ĂŒber den Beitritt abstimmen durfte. Daneben ist die Schweiz in der Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), dem Europarat wie auch in der EuropĂ€ischen Freihandelszone (EFTA) tĂ€tig. Die Schweiz nimmt an der Partnerschaft fĂŒr den Frieden der NATO teil und ratifizierte das Kyoto-Protokoll. Die Schweiz ist Mitglied im UN-Menschenrechtsrat. In der Forschung kooperiert die Schweiz mit einigen europĂ€ischen Organisationen. Sie ist GrĂŒndungsmitglied sowohl der EuropĂ€ischen Weltraumorganisation (ESA), als auch der EuropĂ€ischen Organisation fĂŒr Kernforschung (CERN) und stellt mit Genf den Standort der Forschungsanlage. Die Schweiz ist weder Mitglied der EuropĂ€ischen Union (EU) noch des EuropĂ€ischen Wirtschaftsraumes (EWR); jedoch bestehen wichtige bilaterale VertrĂ€ge zwischen der Schweiz und der EU. Ein Beitritt zur NATO stĂŒnde im Konflikt zur NeutralitĂ€t der Schweiz.

Landesverteidigung

→ Hauptartikel: Schweizer Armee

Die Schweizer Armee ist die bewaffnete Streitmacht der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Sie besteht aus den TeilstreitkrĂ€ften Heer und Luftwaffe. Das jĂ€hrliche Budget betrĂ€gt rund 3,898 Milliarden Franken (2009).[25]

Die Besonderheit der schweizerischen StreitkrĂ€fte ist ihr Milizsystem. Berufs- und Zeitsoldaten machen nur etwa 5 Prozent der Armeeangehörigen aus; alle ĂŒbrigen sind wehrpflichtige BĂŒrger im Alter zwischen 20 und 34 (in speziellen FĂ€llen bis 50) Jahren. Schweizer BĂŒrgern ist es verboten, in einer fremden Armee zu dienen. Davon ausgenommen ist die Schweizergarde des Vatikans, da sie von der Schweiz lediglich als Sicherheitsdienst angesehen wird.

Mowag Eagle der Schweizer Armee

Im Rahmen des Milizsystems bewahren die Angehörigen der Armee ihre persönliche AusrĂŒstung inklusive persönliche Waffe (bis 2008 inklusive Taschenmunition) zu Hause auf. Im Zusammenhang mit den Eigenheiten des Milizsystems entstand die frĂŒher ĂŒbliche Redewendung «Die Schweiz hat keine Armee, die Schweiz ist eine Armee». MilitĂ€rdienstpflichtig sind alle mĂ€nnlichen Schweizer BĂŒrger. Frauen können sich freiwillig fĂŒr den MilitĂ€rdienst melden. JĂ€hrlich werden ca. 20'000 Personen in Rekrutenschulen von 18 oder 21 Wochen Dauer zu Soldaten ausgebildet. Die Dienstuntauglichen werden zivilschutzpflichtig und zahlen ĂŒberdies eine jĂ€hrliche MilitĂ€rpflichtersatzsteuer. MilitĂ€rdienstverweigerer haben die Möglichkeit, Zivildienst zu leisten, sofern sie GewissensgrĂŒnde geltend machen und bereit sind, als Tatbeweis anderthalb so viel Diensttage wie Soldaten zu absolvieren. Dienstverweigerung aus anderen (etwa politischen oder persönlichen) GrĂŒnden fĂŒhrt zwingend zu einem militĂ€rgerichtlichen Verfahren.

Mit der Reform «Armee XXI» â€“ per Volksabstimmung im Jahre 2003 angenommen â€“ wird die im vorangehenden Leitbild «Armee 95» vorgesehene MannschaftsstĂ€rke von 400'000 auf ca. 200'000 reduziert. Davon sind 120'000 in aktive VerbĂ€nde und 80'000 in Reserveeinheiten eingeteilt.

Insgesamt fanden drei Generalmobilmachungen (GMob; auch Kriegsmobilmachung; KMob) zum Schutze der IntegritĂ€t und der NeutralitĂ€t der Schweiz statt. Die erste GMob fand anlĂ€sslich des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 statt. Als Reaktion auf den Ausbruch des Ersten Weltkriegs und um einen deutschen oder französischen Durchmarsch durch die Schweiz zu verhindern, wurde auf den 3. August 1914 die erneute GMob der Armee beschlossen. Die dritte GMob der Armee fand am 1. September 1939 als Reaktion auf den deutschen Überfall auf Polen statt. Henri Guisan wurde zum General gewĂ€hlt und entwickelte sich in den Kriegsjahren zur Hauptintegrationsfigur der von den AchsenmĂ€chten eingeschlossenen Eidgenossenschaft.

→ Hauptartikel: Schweiz im Zweiten Weltkrieg

Die heutige Schweiz wurde seit ihrer GrĂŒndung 1848 noch nie mit offenen Angriffen feindlicher KrĂ€fte zu Lande konfrontiert. Im Zweiten Weltkrieg kam es jedoch hĂ€ufig zu Luftraumverletzungen durch deutsche und alliierte Kampfflugzeuge. In den schwerwiegendsten FĂ€llen wurden â€“ nach offizieller Darstellung irrtĂŒmlich â€“ stĂ€dtische Gebiete in Schaffhausen und ZĂŒrich-Oerlikon (beides Standorte der RĂŒstungsindustrie) von der US-Luftwaffe bombardiert.

Da sich die militĂ€rische Bedrohungslage im heutigen Europa fĂŒr die Schweiz geĂ€ndert hat, wird die Armee immer wieder in Frage gestellt. Besonders die Gruppe fĂŒr eine Schweiz ohne Armee (GSoA) setzt sich seit Jahren fĂŒr eine Abschaffung ein â€“ bislang jedoch erfolglos: zwei Abstimmungen zur Abschaffung der Armee wurden vom Volk deutlich verworfen. Auch die Frage, ob friedenserhaltende ArmeeeinsĂ€tze im Ausland mit der NeutralitĂ€t vereinbar sind, ist umstritten.

Sozialpolitik

→ Hauptartikel: Sozialpolitik (Schweiz)

In der Schweiz existieren mehrere Sozialversicherungen. Diese sind Zwangsversicherungen, das heisst, fĂŒr die Bewohner besteht eine Versicherungspflicht. Die wichtigsten Sozialversicherungen sind:

Daneben ist fĂŒr ErwerbstĂ€tige eine berufliche Vorsorge, die Pensionskasse, obligatorisch. Diese wird privatwirtschaftlich geregelt und ist Sache des Arbeitgebers. Freiwillig ist dagegen die Private Vorsorge in Form von zum Beispiel Lebensversicherungen. Diese werden bis zu einer bestimmten Grenze steuerlich gefördert. Die staatliche Rentenversicherung, die berufliche Vorsorge wie auch die private Vorsorge werden zusammen als Drei-SĂ€ulen-System bezeichnet.

Daneben gibt es die Erwerbsersatzordnung, sodass MilitĂ€rdienstpflichtige wĂ€hrend der AusĂŒbung militĂ€rischer Pflichten ein Taggeld bekommen. Obligatorisch ist auch die Arbeitslosenversicherung.

Gesundheitswesen

→ Hauptartikel: Gesundheitswesen in der Schweiz

In der Schweiz ist jeder Einwohner â€“ egal, ob Schweizer oder nicht â€“ aufgrund des Krankenversicherungsgesetzes verpflichtet, sich bei einer schweizerischen Krankenkasse seiner Wahl fĂŒr die Behandlungskosten bei Krankheit zu versichern («Grundversicherung», «obligatorische Krankenpflegeversicherung»). Die Krankenkassen sind in der Schweiz privatwirtschaftliche Unternehmen. Sie sind gesetzlich verpflichtet, jeden in die Grundversicherung aufzunehmen, der einen entsprechenden Antrag stellt, sofern er im TĂ€tigkeitsgebiet der Kasse seinen Wohnsitz hat. Die Zahlung der PrĂ€mie (Mitgliederbeitrag) ist Sache des Versicherten. Es handelt sich dabei um eine KopfprĂ€mie, d. h., die PrĂ€mie ist einkommensunabhĂ€ngig, variiert jedoch von Krankenkasse zu Krankenkasse und von Kanton zu Kanton. Einkommensschwachen Personen werden von staatlicher Seite individuelle PrĂ€mienverbilligungen gewĂ€hrt. Die Finanzierung der staatlichen KrankenhĂ€user erfolgt einerseits durch Einnahmen aus Behandlungen, andererseits durch ZuschĂŒsse der Kantone oder Gemeinden. Die Finanzierung der PrivatkrankenhĂ€user erfolgt dagegen in der Regel nur aus den Behandlungstaxen, die deshalb markant höher sind als bei den staatlichen KrankenhĂ€usern. Die gesetzliche Grundversicherung deckt deswegen die Behandlung in Privatkliniken nicht. Ambulante Behandlungen dagegen werden von der Grundversicherung in der ganzen Schweiz und bei jedem zugelassenen Leistungserbringer gedeckt. Zahnarztbehandlungen werden von den Krankenkassen nicht getragen, von wenigen Ausnahmen abgesehen. Mit den EU-Staaten bestehen VertrĂ€ge, die die gegenseitige Übernahme der Behandlung bei NotfĂ€llen regeln (Formular E111).

FĂŒr Behandlungskosten bei «UnfĂ€llen» ist jeder Angestellte durch das Unfallversicherungsgesetz (UVG) obligatorisch versichert. Es gibt einerseits eine selbstĂ€ndige Unfallversicherung des öffentlichen Rechts (Schweizerische Unfallversicherungsanstalt), andererseits bieten auch die meisten privaten Versicherungskonzerne Unfallversicherungen nach UVG an. Es ist Sache des Arbeitgebers, alle Angestellten â€“ auch bei FreizeitunfĂ€llen â€“ zu versichern. Wer nicht angestellt ist, muss sich selbst gegen Unfall versichern.

Schulsystem

→ Hauptartikel: Schweizer Schulsystem
HauptgebÀude der UniversitÀt Genf

Das Schweizer Schulsystem ist ein komplexes Gebilde. Die Obhut des Schulwesens liegt nicht ausschliesslich beim Bund, sondern ist aufgrund des Föderalismus vorwiegend Sache der Kantone.

Der Bund und die Kantone teilen sich die Verantwortung fĂŒr das Bildungswesen, wobei die Kantone weitgehende Autonomie haben. Auf Bundesebene definiert ist die Garantie auf freie Schulbildung, der Beginn eines Schuljahres im August und die Sicherstellung der QualitĂ€tsanforderungen. In anderen Bereichen haben die Kantone die alleinige Kompetenz in der obligatorischen Schule.

In den weiterfĂŒhrenden Schulen hat der Bund etwas grössere Kompetenzen. Die Kantone sind jedoch weiterhin fĂŒr die AusfĂŒhrung zustĂ€ndig und ihnen obliegt die Verantwortung.

In der TertiĂ€rstufe sind die Kompetenzen ebenfalls verteilt. Dem Bund obliegt die Regelungskompetenz fĂŒr die Fachhochschulen (FH) und die beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH) in ZĂŒrich (ETHZ) und Lausanne (EPFL). Bei den UniversitĂ€ten liegt die Obhut wiederum bei den Kantonen.

Aufgrund dieser Tatsachen kann man entsprechend der Anzahl der Kantone von 26 verschiedenen Schulsystemen in der Schweiz sprechen.

Die Dauer der Primarschule, der Sekundarstufe I sowie die Anzahl der Ebenen (Leistungsniveau) in der Sekundarstufe I variiert von Kanton zu Kanton, insgesamt sind es meist neun Jahre. Es gibt auch grosse Differenzen im Schulstoff. Die Lehrmittel, SchulbĂŒcher werden von den Kantonen meistens in eigener Regie erstellt und vertrieben. Nach dem Ende des Obligatoriums sind alle jedoch auf einem Ă€hnlichen Niveau. Nach dem Schulobligatorium hat man die Wahl zwischen einer weiterfĂŒhrenden Schule, die zur Matura fĂŒhrt, oder der Beginn einer Berufsausbildung, einer Lehre. Die Lehre wird begleitet von einem regelmĂ€ssigen Besuch einer Berufsschule. Freiwillig ist der parallele Besuch einer Berufsmittelschule (BMS), die mit der BerufsmaturitĂ€t abgeschlossen wird. Die meisten Schweizer SchĂŒler wĂ€hlen den Weg einer Lehre. Über die BMS ist der Zugang fĂŒr ein Studium an einer Fachhochschule möglich. Mit der neuen sogenannten «Passerelle» wird ausserdem, nach Erwerb des BerufsmaturitĂ€tszeugnisses (BM-Zeugnis), durch ein zusĂ€tzliches Schuljahr und eine ZusatzprĂŒfung der prĂŒfungsfreie Zugang an eine universitĂ€re Hochschule ermöglicht.

Verkehr

→ Hauptartikel: Transport in der Schweiz

Schienenverkehr

Die Schweiz hat mit etwa 122 m/kmÂČ das dichteste Eisenbahnnetz der Welt (ausgenommen Kleinststaaten wie Vatikanstaat oder Monaco), obwohl zwei Drittel des Landes in sehr gebirgigem GelĂ€nde liegen und keinerlei Beitrag zu diesem Rekord leisten. Nicht an die Eisenbahn angeschlossene Ortschaften werden generell durch Linienbusse oder Postautos angebunden. Es gibt kaum einen Ort, der nicht an den öffentlichen Verkehr angeschlossen ist; selbst der Ort Juf (Kanton GraubĂŒnden), höchstgelegne Siedlung Europas, wird tĂ€glich achtmal vom öffentlichen Verkehr erschlossen. Das Schweizer normalspurige Eisenbahnnetz betrĂ€gt 3'778 km, wovon nur 10 km (0,3 Prozent) nicht elektrifiziert sind. Die Schmal-, Meter- und Breitspurbahnen haben zusammen eine LĂ€nge von 1'766 km, wovon 30 km (1,7 Prozent) nicht elektrifiziert sind. Die Elektrifizierung erfolgte zu 80 Prozent mit AC (Wechsel- und Drehstrom) und zu 20 Prozent mit DC (Gleichstrom).

Mit einer Strecke von 3'007 km betreiben die Schweizerische Bundesbahnen (SBB) die meisten Eisenbahnlinien. Sie allein befördern jĂ€hrlich ĂŒber 300 Millionen Passagiere. Das zweitlĂ€ngste Streckennetz mit gerade noch 440 km Streckenkilometern betreibt die BLS AG, worauf gleich die meterspurige RhĂ€tische Bahn mit 384 Kilometern folgt, deren Linien ausschliesslich im Kanton GraubĂŒnden liegen. Daneben gibt es in der Schweiz weitere 47 Privateisenbahngesellschaften, die zum Teil von den Kantonen finanziell unterstĂŒtzt werden. 2007 unternahm jeder Schweizer durchschnittlich 47 Bahnfahrten und legte dabei eine Distanz von 2103 km zurĂŒck; damit ist die Schweiz die weltweit fĂŒhrende Bahnfahrernation.[26]

Im Rahmen der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) wurden die Gotthard- und Lötschberg-Basistunnel erstellt, welche der verfassungsmĂ€ssig vorgeschriebenen Verkehrsumlagerung des Transitverkehrs dienen. Der Lötschberg-Basistunnel wurde mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 fĂŒr den regulĂ€ren Personen- und GĂŒterverkehr in Betrieb genommen, wĂ€hrend sich der Gotthardtunnel als lĂ€ngster Tunnel der Welt im Endausbau befindet und voraussichtlich Ende 2016 in Betrieb genommen wird.[27]

Bedingt durch die Topografie existieren in der Schweiz viele Berg-, Standseil- und Luftseilbahnen, welche zum einen Teil als öffentlicher Verkehr zur Erschliessung von Siedlungen, zum anderen Teil der touristischen Erschliessung dienen.

Strassenverkehr

Der Grossteil der Bevölkerung im dicht besiedelten Mittelland wohnt weniger als 10 km von der nĂ€chsten Autobahn oder Autostrasse entfernt. Eine grosse FlĂ€che der Schweiz mit einem relativ geringen Bevölkerungsanteil ist demgegenĂŒber durch Hauptstrassen erschlossen und schliesslich gibt es im Gebirge verschiedene Verbindungen ĂŒber Passstrassen, welche im Winter gesperrt sind. 2006 betrug die GesamtlĂ€nge aller Strassen 71'298 km, wovon 1'758 km Autobahnen waren.[28] Das gut ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz macht sich dadurch bemerkbar, dass rund ein FĂŒnftel aller Schweizer Haushalte nicht ĂŒber ein eigenes Auto verfĂŒgt. Dieser Anteil steigt in den StĂ€dten auf 43 Prozent[29], zusĂ€tzlich durch den Umstand unterstĂŒtzt, dass in der Schweiz auch das Car-Sharing sehr weit verbreitet ist. Im Kanton GraubĂŒnden blieb der individuelle Motorfahrzeugverkehr bis zum Jahr 1926 verboten.[30]

Die Benutzung des Schweizer Strassennetzes ist fĂŒr Personenkraftwagen grundsĂ€tzlich unentgeltlich. FĂŒr die Benutzung der Autobahnen mit weiss-grĂŒner Beschilderung besteht in der Schweiz jedoch Vignettenpflicht fĂŒr Personenkraftwagen, die einmalig fĂŒr ein Jahr zu entrichtende Nationalstrassenabgabe (40 CHF/Jahr, Stand: 2011). GebĂŒhren auf einer der Öffentlichkeit zugĂ€nglichen Privatstrasse sind die absolute Ausnahme (bekanntestes Beispiel: der nach Italien fĂŒhrende Tunnel am Grossen Sankt Bernhard).

FĂŒr Lastkraftwagen gilt seit dem 1. Januar 2001 die LeistungsabhĂ€ngige Schwerverkehrsabgabe (LSVA), die elektronisch erhoben wird und deren Höhe nicht vom Typ der befahrenen Strasse, sondern von der gefahrenen Strecke und von der Emissionskategorie des Fahrzeuges abhĂ€ngt.

Flugverkehr

Airbus A330 der Swiss in ZĂŒrich

Die Schweiz verfĂŒgt ĂŒber drei LandesflughĂ€fen, elf RegionalflugplĂ€tze, 44 Flugfelder und fĂŒnf zivil mitbenutzte MilitĂ€rflugplĂ€tze.[31] Die grössten FlughĂ€fen und Ausgangspunkte von LangstreckenflĂŒgen befinden sich in Kloten (Flughafen ZĂŒrich) und Cointrin (Flughafen Genf). Der drittgrösste Flughafen der Schweiz, der Flughafen Basel Mulhouse Freiburg, liegt in HĂ©singue und Saint-Louis auf französischem Boden. Mittelgrosse FlughĂ€fen befinden sich in Sion, Bern-Belp und Lugano-Agno.

Bis zur Nachlassstundung im Oktober 2001 war die Swissair nationale Fluggesellschaft und unterhielt ein weltumspannendes Streckennetz und die Regionalfluggesellschaft Crossair. Die Nachfolgerin Swiss ist seit Juli 2007 eine Tochtergesellschaft der Deutschen Lufthansa AG und weiterhin interkontinental tÀtig.

Schiffsverkehr

Die einzigen internationalen HÀfen mit Meeresanbindung befinden sich in und bei Basel am Rhein. ZusÀtzlich betreiben sechs Reedereien insgesamt 35 Schiffe unter Schweizer Flagge in der Hochseeschifffahrt (2008).[32]

Dazu kommen die HĂ€fen der Binnenseen, welche neben den FĂ€hrbetrieben ĂŒber den ZĂŒrichsee und den Bodensee sowie die Erschliessung der Gemeinde Quinten am Walensee einen hohen touristischen Anteil haben.

Einziger GĂŒterverkehr auf den Seen sind normalerweise Kiestransporte mit Ledischiffen.

Langsamverkehr

SchweizMobil ist das nationale Netzwerk fĂŒr den Langsamverkehr, insbesondere fĂŒr Freizeit und Tourismus. Langsamverkehr ist in der Schweiz der offizielle Oberbegriff fĂŒr das Wandern, Velofahren, Mountainbiken, Skaten und Kanufahren. Das Projekt wurde 1998 lanciert und besteht aus mehreren Teilen. Die Stiftung Veloland Schweiz fördert das Freizeitfahrradfahren in der Schweiz und schuf bis 1998 neun nationale Routen. Weitere Themen sind Mountainbikeland Schweiz, Skatingland Schweiz und Kanuland Schweiz.

Unter dem Namen Wanderland Schweiz sind auch die Wanderwege Teil des Projekts SchweizMobil. Die Schweiz verfĂŒgt ĂŒber ein Netz von einheitlich markierten Wanderwegen von einer LĂ€nge von insgesamt 62'441 km, davon 13'880 km Hartbelag und 23'090 km Bergwege (Stand: 2007).[33] Es werden dabei drei Arten von Wanderwegen unterschieden mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad: gelb markierte Wanderwege, weiss-rot-weiss markierte Bergwege sowie die weiss-blau-weiss markierten Alpinen Routen.

Wirtschaft

→ Hauptartikel: Wirtschaft der Schweiz

Die Schweiz gehört zu den wohlhabendsten LĂ€ndern der Welt. Entsprechend liegt das allgemeine Preisniveau relativ hoch. Gemessen am Bruttoinlandprodukt lag die Schweiz 2007 mit umgerechnet 424 Milliarden US-Dollar an 20. Stelle, beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf mit 58'084 US-Dollar sogar auf dem vierten Platz. Im Global Competitiveness Report 2009–2010 des Weltwirtschaftsforums, das die WettbewerbsfĂ€higkeit von LĂ€ndern misst, rangiert die Schweiz auf dem ersten Platz vor den Vereinigten Staaten und Singapur.[34] Die Wirtschaft der Schweiz gilt als eine der stabilsten Volkswirtschaften der Welt. Als Erfolgsfaktor gilt unter anderem die PreisstabilitĂ€t. So lag 2008 die Jahresteuerung mit 2,4 Prozent zum ersten Mal seit 1994 ĂŒber einem Wert von 1,8 Prozent.[35] Die Rate der Arbeitslosigkeit liegt bei 2,9 Prozent (Mai 2011).[36]

Die wertvollsten Marken (und Unternehmen) aus der Schweiz sind laut Interbrand: Nescafé (Nestlé), Credit Suisse, UBS, Zurich.[37]

Landwirtschaft und Rohstoffe

Weinberge bei Montreux (Kanton Waadt) am Genfersee
Terrassierte WeinhÀnge in der Schweiz

Heute arbeiten noch knapp 3,7 Prozent der Bevölkerung in der Landwirtschaft. Dieser Wirtschaftszweig wird vom Bund mit betrĂ€chtlichen Mitteln unterstĂŒtzt (Subventionen bzw. an Auflagen gebundene Direktzahlungen).

Die kleingliedrigen Strukturen, das zum Teil ungĂŒnstige GelĂ€nde, das hohe Lohnniveau und die strengen Vorschriften (Tierhaltung, Landschaftsschutz) wirken sich negativ auf die internationale WettbewerbsfĂ€higkeit aus. Mit zunehmender Öffnung des Agrarmarktes (Welthandelsorganisation) gerĂ€t die Schweizer Landwirtschaft unter Druck. Der Strukturwandel von vielen Kleinbetrieben in Berg- und Voralpenregionen hin zu wenigen Grossbetrieben im flachen Mittelland hĂ€lt seit Jahrzehnten an. Allein zwischen 1990 und 2000 ging die Zahl der VollzeitbeschĂ€ftigten in der Landwirtschaft um rund 32'000 zurĂŒck (−24,7 Prozent). Die Zahl der Betriebe sank ebenfalls um 24 Prozent, wĂ€hrend die NutzflĂ€che kaum abnahm.[38][39]

Staumauer am Lac des Dix (Kanton Wallis)

In den gebirgigen Regionen dominieren die Viehzucht und Milchwirtschaft. Im Mittelland dagegen liegt der Schwerpunkt beim Getreide-, Kartoffel- und RĂŒbenanbau. In der Ostschweiz wie auch im Wallis kommt Obst dazu. Vorwiegend in der Romandie wird Weinbau betrieben.

In der Schweiz dominiert in der Landwirtschaft die integrierte Produktion. Der biologische Anbau betrĂ€gt etwa 9 Prozent der Produktion und ist stark im Wachsen. Es gibt keinen Anbau von gentechnisch verĂ€nderten Pflanzensorten, ausser zu Forschungszwecken.

Abgebaut werden in der generell rohstoffarmen Schweiz Kies, Kalk, Ton, Granit und Salz.

Ein wichtiger Rohstoff der Schweiz ist die Wasserkraft, die ĂŒber 500 grösseren und kleineren Speicherkraftwerke und Laufwasserkraftwerke decken rund zwei Drittel des Schweizer ElektrizitĂ€tsbedarfs.


Gewerbe und Industrie

Der grösste Teil des Bruttoinlandsproduktes wird im sekundÀren und tertiÀren Sektor erwirtschaftet.

Im sekundĂ€ren Sektor dominieren die Uhrenindustrie, der Maschinenbau und die Textilindustrie. Letztere hatte im 19. Jahrhundert eine enorme Bedeutung, heute ist sie eher ein Nebenzweig. Bekannt ist die Schweiz zudem fĂŒr die Herstellung von PrĂ€zisionsinstrumenten und -apparaten sowie fĂŒr die Chemie- und Pharmaindustrie und die Nahrungsmittelherstellung. Immer wichtiger wird auch die Medizintechnik.

Dienstleistungen

Der tertiĂ€re Sektor zĂ€hlt bei weitem die meisten ErwerbstĂ€tigen (72 Prozent). Dominant sind der Handel, das Gesundheits- und Bildungswesen sowie das Banken- und das Versicherungswesen.

Seit etwa 150 Jahren ist auch der Fremdenverkehr ein Wirtschaftszweig in der Schweiz, begĂŒnstigt durch die Alpen, die grosse Schönheit mancher Teile des Landes und die zentrale Lage in Europa.

Aussenhandel

Der wichtigste Exportpartner der Schweiz ist Deutschland mit einem Anteil von 19,5 Prozent (2009) aller Exporte. Danach folgen die USA mit 9,8 Prozent, Italien mit 8,6 Prozent, Frankreich mit 8,4 Prozent, Grossbritannien mit 4,7 Prozent, Japan mit 3,8 Prozent sowie Spanien mit 3,6 Prozent. Der wichtigste Importpartner ist wiederum Deutschland mit 33,6 Prozent; es folgen Italien mit 11,1 Prozent, Frankreich mit 9,6 Prozent, die Vereinigten Staaten mit 5,1 Prozent, die Niederlande mit 4,8 Prozent, Grossbritannien mit 3,2 Prozent und Österreich mit 4,5 Prozent.

Haupthandelspartner (2009)[40]
Ausfuhr (in Prozent) nach Einfuhr (in Prozent) von
DeutschlandDeutschland Deutschland 19,5 DeutschlandDeutschland Deutschland 33,6
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 9,8 ItalienItalien Italien 11,1
ItalienItalien Italien 8,6 FrankreichFrankreich Frankreich 9,6
FrankreichFrankreich Frankreich 8,4 Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 5,1
Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 4,7 NiederlandeNiederlande Niederlande 4,8
JapanJapan Japan 3,8 Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Vereinigtes Königreich 3,2
SpanienSpanien Spanien 3,6 OsterreichÖsterreich Ă–sterreich 4,5
sonstige LĂ€nder 41,6 sonstige LĂ€nder 27,8
alle EU-LĂ€nder zusammen 64,3 alle EU-LĂ€nder zusammen 83,5
Entwicklung des Aussenhandels
(in Mrd. SFr. und seine VerĂ€nderung gegenĂŒber dem Vorjahr in Prozent)[40]
2003 2004 2005 2006
Mrd. SFr.  % gg. Vj. Mrd. SFr.  % gg. Vj. Mrd. SFr.  % gg. Vj. Mrd. SFr.
(1. Hj.)
 % gg. Vj.
Einfuhr 135 −0,4 144 6,7 158 9,4 85 16,0
Ausfuhr 141 −0,8 153 8,2 163 6,7 90 16,8
Saldo 6,2 8,8 5,5 4,7

Die Schweiz ist Mitglied der Internationalen Kakao-Organisation (ICCO).

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 179,5 Milliarden US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 178,5 Milliarden US-Dollar gegenĂŒber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.[41]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 198,4 Milliarden US-Dollar oder 40,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.[41]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in Prozent des Bruttoinlandsprodukts) im Bereich Gesundheit[42] 10,8 Prozent, im Bereich Bildung[41] 5,8 Prozent im Jahr 2005 und im Bereich MilitĂ€r[41] 1,0 Prozent im Jahr 2005.

Medien

→ Hauptartikel: Medien in der Schweiz
Erstausgabe der Neuen ZĂŒrcher Zeitung vom 12. Januar 1780

Presse

Zeitungen sind meist lokal und regional ausgerichtet, aber es gibt auch bekannte Zeitungen mit nationaler Verbreitung wie die Neue ZĂŒrcher Zeitung (NZZ), die fĂŒr ihre fundierte Berichterstattung besonders zu internationalen Ereignissen bekannt ist. Die am meisten gelesene Tageszeitung ist die kostenlose Pendlerzeitung 20 Minuten (französisch 20 minutes), gefolgt von der Boulevardzeitung Blick und dem Tages-Anzeiger. In der Romandie (französischsprachige Schweiz) ist Le Temps eine ĂŒberregionale Tageszeitung. Die am meisten gelesenen Tageszeitungen der Romandie sind Le Matin, gefolgt von 24 Heures.

Bekannte Nachrichtenmagazine sind die wöchentlich erscheinenden Formate Die Weltwoche und Die Wochenzeitung. Bekannte französischsprachige Zeitschriften sind L’Hebdo und L’illustrĂ©.

Radio

Die staatliche SRG SSR betreibt sechs Radioprogramme in deutscher Sprache. Des Weiteren gibt es vier Programme in französischer Sprache, drei Programme in italienischer Sprache sowie ein Programm in rĂ€toromanischer Sprache. Ausserdem betreibt die SRG SSR mehrere Spartenprogramme, die ĂŒber Satellit und Internet zu empfangen sind. Die Radioprogramme sind durch RundfunkgebĂŒhren finanziert. Radiowerbung ist der SRG SSR nicht gestattet. Andererseits werden in jeder Region regionale, private Radiosender betrieben. Hinzu kommt eine grosse Gruppe von nichtkommerziellen Regionalsendern, die vor allem ein breites Kultur- und Musikprogramm als Gegenpol zum eher einseitigen Inhalt der Privatradios bieten. Sie haben sich in der Gruppe Union nicht-kommerzorientierter Lokalradios (UNIKOM) zusammengeschlossen.

Fernsehen

Der Fernsehturm Uetliberg im Wald bei Sonnenuntergang
Blick auf den Baukomplex des Schweizer Fernsehens in ZĂŒrich

Das nationale Fernsehen der SRG SSR umfasst sechs KanĂ€le mit Vollprogramm, je zwei fĂŒr die drei grossen Sprachregionen (Deutschschweiz SF 1 und SF zwei, Westschweiz TSR 1 und TSR 2, italienischsprachige Schweiz TSI 1 und TSI 2). In der Deutschschweiz wird zusĂ€tzlich der Nachrichtenkanal SF info ausgestrahlt, welcher die wichtigsten Sendungen meist unverschlĂŒsselt wiederholt. Alle sieben FernsehkanĂ€le können zusĂ€tzlich ĂŒber den Satelliten Hotbird empfangen werden.

Zur Förderung der rÀtoromanischen Sprache werden auf dem ersten Programm der Deutschschweiz tÀglich kurze Sendungen mit deutschen Untertiteln der Televisium Rumantscha ausgestrahlt. Seit Ende 2007 gibt es zusÀtzlich den Kanal HD suisse, der in allen Landessprachen Sendungen in HDTV-QualitÀt (720p) ausstrahlt.

Die Fernsehprogramme der SRG SSR werden durch RundfunkgebĂŒhren und Werbung finanziert.

Einige der privaten Sender mit nationalem Sendegebiet sind Star TV, Schweiz 5 und 3+. Des Weiteren gibt es den Musiksender VIVA, der in nahezu allen Kabelnetzen der Deutschschweiz empfangbar ist. Daneben existieren viele Lokalsender. Beliebt sind auch KanĂ€le aus den NachbarlĂ€ndern.

Die deutschen Sender RTL, Sat.1, kabel eins, und ProSieben senden ihr Programm in der deutschsprachigen Schweiz mit speziellen Werbefenstern und einigen wenigen speziell fĂŒr die Schweiz produzierten Sendungen (z. B. Schweizer Fussball). Mit Ausnahme von regionalen und einzelnen «Dritten Programmen» können in der Schweiz fast alle deutschen und österreichischen KanĂ€le sowie mehrere französische und italienische Sender empfangen werden.

Kultur

→ Hauptartikel: Kultur der Schweiz

Die Kultur ist von den NachbarlĂ€ndern beeinflusst, aber ĂŒber die Jahre hat sich eine eigenstĂ€ndige Kultur entwickelt. Die Aufteilung der Schweiz in mehrere Sprach- und somit auch Kulturregionen macht es schwierig, von einer einheitlichen Schweizer Kultur zu sprechen. Die drei grösseren Sprachregionen werden von den jeweiligen NachbarlĂ€ndern sowie von den angelsĂ€chsischen LĂ€ndern stark beeinflusst, wĂ€hrend die rĂ€toromanische Kultur keinen «grossen Bruder» hat.

BrÀuche

Fasnachtsumzug in Luzern

BrauchtĂŒmer sind Teil der kulturellen Vielfalt und des immateriellen Erbes der Schweiz. Sie sind Teil der Volkskultur und stets von lokalem-, beziehungsweise regionalem Charakter. In einigen FĂ€llen (Fasnacht, OsterbrĂ€uche, WeihnachtsbrĂ€uche) können sie auch ĂŒberregional sein. Zu den BrĂ€uchen gehören verschiedene tradierte Ausdrucksformen in Musik, Tanz, Volksdichtung z. B. an der Basler Fasnacht sowie im traditionellen Handwerk. Ausserdem zĂ€hlen dazu verschiedene Riten und religiöse Feste.

2008 ratifizierte die Schweiz die UNESCO-Konvention zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes (2003) und UNESCO-Konvention ĂŒber den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, in welchem die Sorge um das Verschwinden und die Vermarktung des Brauchtums zum Ausdruck kommt.[43]

Beispiele von Brauchtum in der Schweiz sind: die Luzerner Fasnacht, das Unspunnenstein werfen, das SechselĂ€uten oder die FĂȘte des Vignerons.

Feiertage

→ Hauptartikel: Feiertage in der Schweiz

In der Schweiz ist staatlicherseits nur der 1. August als Feiertag fĂŒr das gesamte Land festgelegt. Die Regelung aller anderen Feiertage ist allein Sache der Kantone, die bis zu acht weitere Tage als gesetzliche Ruhetage festlegen können. Aufgrund dieser Tatsache gibt es ausser der Bundesfeier nur noch drei weitere Tage, die ebenfalls in der gesamten Schweiz anerkannt sind: Neujahr, Auffahrt und der erste Weihnachtsfeiertag. In weiten Teilen des Landes werden weiterhin Karfreitag, Ostermontag, Pfingstmontag und der Stephanstag (zweiter Weihnachtsfeiertag) begangen. Die Mehrheit der Feiertage hat einen christlichen Hintergrund. So werden Fronleichnam, MariĂ€ Himmelfahrt, Allerheiligen und Maria EmpfĂ€ngnis nur in den katholischen Kantonen gefeiert, umgekehrt ist der Berchtoldstag (zweiter Neujahrstag) weitgehend auf die protestantischen Kantone beschrĂ€nkt. Ohne religiösen Bezug ist der Tag der Arbeit, der oft auch als Kampftag der Arbeiterbewegung bezeichnet wird. Daneben gibt es eine Vielzahl lokaler Feiertage wie etwa das Knabenschiessen in ZĂŒrich oder der Schmutzige Donnerstag.

KĂŒche

→ Hauptartikel: Schweizer KĂŒche

Die Schweizer KĂŒche verbindet EinflĂŒsse aus der deutschen, französischen und norditalienischen KĂŒche. Sie ist jedoch regional sehr unterschiedlich, wobei die Sprachregionen eine Art Grobaufteilung bieten. Viele Gerichte haben allerdings die örtlichen Grenzen ĂŒberschritten und sind in der ganzen Schweiz beliebt.

Typische Schweizer Gerichte sind das KĂ€sefondue, Raclette, Älplermagronen und Rösti. Letzteres hat auch den Röstigraben definiert. Östlich dieser Grenze gehört Rösti zu den populĂ€rsten Nationalgerichten, westlich davon nicht. Das heute weltweit bekannte BirchermĂŒesli wurde um 1900 von einem Schweizer Arzt, Dr. Maximilian Bircher-Benner, in ZĂŒrich entwickelt. Die Honig-Mandel-Nougat-Schokolade Toblerone wird seit ĂŒber 100 Jahren nur in Bern hergestellt und von dort aus in ĂŒber 120 LĂ€nder verkauft.

Sehr beliebte Schweizer Produkte sind Schweizer KĂ€se sowie Schweizer Schokolade. Zu lokalen SpezialitĂ€ten gehören etwa: Basler LĂ€ckerli, Vermicelles, Appenzeller Biber, Meringue, die Aargauer RĂŒeblitorte oder die Zuger Kirschtorte.

In der Schweiz sehr beliebt ist das SĂŒssgetrĂ€nk Rivella. Das im Aargau produzierte GetrĂ€nk konnte sich international allerdings bis jetzt nur in den Niederlanden durchsetzen. Auch die Ovomaltine ist eines der beliebtesten Schweizer GetrĂ€nke. Im Gegensatz zu Rivella hat sich Ovomaltine allerdings weltweit verbreitet, mehrheitlich unter dem Namen Ovaltine.

Architektur

Da die neutrale Schweiz von den grossen Kriegen der Neuzeit kaum betroffen war, ist im ganzen Land bis heute viel historische Bausubstanz erhalten geblieben.

Der Stil der Romanik des 12. Jahrhundert zeigt sich in den Kathedralen von Basel, Sion, Chur, Genf und Lausanne. Dieser opulente Stil findet sich auch in vielen Schlössern und Burgen, die oft gut erhalten sind. Die Kathedralen von Schaffhausen, Zug und ZĂŒrich sind im Stil der Gotik, jene von Einsiedeln, St. Gallen und Solothurn im Barock erbaut.

In der Zeit der Renaissance gab es viele Architekten, vor allem aus dem Kanton Tessin, die in Italien und Osteuropa wichtige GebÀude schufen.

Der bekannteste und bedeutendste Schweizer Architekt ist Le Corbusier. Atelier 5, Mario Botta und Diener & Diener sind weitere bekannte Schweizer Architekten der Gegenwart, die die moderne Architektur im Ausland mitgeprÀgt haben. Die Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron (Herzog & de Meuron) haben sich in den vergangenen Jahren unter anderem mit dem GebÀude der Tate Modern in London oder dem Nationalstadion («Vogelnest») in Peking einen Namen gemacht und den Pritzker-Preis erhalten. Peter Zumthor, dessen bekanntester Bau das Thermalbad in Vals ist, ist ebenfalls Pritzker-Preis-TrÀger. Im Jahr 1928 entstand in Dornach bei Basel das Goetheanum, einer der ersten Stahlbetonbauten, der mit seiner skulpturalen Gestalt bis heute zu den bekannten Bauten des Expressionismus und der Organischen Architektur gezÀhlt wird.

Bildkunst

Im 16. Jahrhundert hat der Protestantismus die Bildkunst der Schweiz stark beeinflusst. Seither konnten sich einige Schweizer KĂŒnstler international durchsetzen. Johann Heinrich FĂŒssli erlangte im 18. Jahrhundert in England unter dem Namen Henry Fuseli beachtlichen Ruhm mit seinen grotesk-fantastischen Bildern. Aus dem 19. Jahrhundert sind unter anderem Arnold Böcklin, Albert Anker und Ferdinand Hodler zu nennen. Alberto Giacometti wurde im 20. Jahrhundert international bekannt. Jean Tinguely hat Menschen mit komplexen bewegenden Skulpturen aus Altmetall fasziniert. Paul Klee wird manchmal als der bedeutendste Maler der Schweiz gefeiert. Die Farbenlehre von Johannes Itten gilt als herausragendes Standardwerk.

Theater

Das Schauspielhaus ZĂŒrich gilt als eines der bedeutendsten deutschsprachigen Theater. Zahlreiche StĂŒcke von Bertolt Brecht erlebten hier ihre UrauffĂŒhrung. Auch die meisten StĂŒcke von Max Frisch und Friedrich DĂŒrrenmatt wurden hier uraufgefĂŒhrt. In den Jahren 2002 und 2003 wurde es von den Kritikern der Zeitschrift Theater heute zum Theater des Jahres gewĂ€hlt.

Das 1891 eröffnete Opernhaus ZĂŒrich ist ebenfalls Ort vieler Erst- und UrauffĂŒhrungen. So sind internationale Opernstars regelmĂ€ssig Gast auf der ZĂŒrcher OpernbĂŒhne. AnfĂ€nglich wurden auch Sprech- und Musiktheater aufgefĂŒhrt. Nach der Eröffnung des Schauspielhauses beschrĂ€nkte sich das Opernhaus jedoch auf Oper, Operette und Ballett.

Weitere Theater von Bedeutung sind das Theater Basel das Stadttheater Bern, sowie das Cabaret Voltaire, der Geburtsort des Dadaismus.

Musik

Die Schweiz wird gemeinhin nicht als eine der grossen Musiknationen betrachtet. Im 20. Jahrhundert jedoch hat sie eine Anzahl von bekannten Komponisten hervorgebracht. Arthur Honegger, Othmar Schoeck und Frank Martin haben es alle zu internationalem Ruhm gebracht. In Luzern findet jĂ€hrlich ein internationales Musikfestival statt, das Lucerne Festival. Auch in anderen Orten gibt es Ă€hnliche Veranstaltungen. Das Montreux Jazz Festival ist besonders bekannt. Zudem ist die Schweiz das Land mit den meisten Open-Air-Veranstaltungen der Welt. Daneben existiert seit den 1950er-Jahren eine lebendige Musikszene aus dem Pop- und Rockbereich. Vor allem seit den spĂ€ten Siebzigerjahren etablierte sich in der Deutschschweiz mehr und mehr die Pop-/Rockmusik mit Dialekttexten (Mundartrock). Heute finden sich Mundarttexte in allen Bereichen der Musik. Besonders erfolgreiche Pop- und Rockmusiker sind etwa DJ BoBo, Polo Hofer, Patrick Nuo, Stephan Eicher, Krokus, Yello, The Young Gods, Gotthard, Sina und Andreas Vollenweider. Viele davon haben in mehreren LĂ€ndern Erfolg, einige wie zum Beispiel Polo Hofer, ZĂŒri West, Patent Ochsner, Stiller Has und Sina sind aufgrund der Dialekttexte quasi an die Schweiz gebunden. Nur wenige Mundart-Interpretationen wie Hemmige von Stephan Eicher oder BĂ€rengeburibubuland von Roland Zoss wurden auch international bekannt. Den Eurovision Song Contest gewann die Schweiz zweimal: bei der Erstausgabe 1956 sowie 1988 mit CĂ©line Dion. Zudem ist eine breite Palette an Volksmusik und Volksliedern in allen Sprachregionen bekannt. Im Hip-Hop erfolgreich sind zum Beispiel die schweizerdeutsch rappenden Gimma, Bligg und Sektion KuchikĂ€schtli, oder die Westschweizer Stress und Sens Unik mit französischen Texten.

Bekannt ist die Schweiz des Weiteren fĂŒr die ZĂŒrcher Street Parade â€“ die weltweit zweitgrösste Techno-Veranstaltung (gegen eine Million Besucher).

Siehe auch: Liste Schweizer Komponisten klassischer Musik und Schweizer Musikfestivals

Film

→ Hauptartikel: Schweizer Filmgeschichte

Die Schweiz kann auf eine der jĂŒngsten Filmgeschichten in Europa zurĂŒckblicken. Erst in den 1930er Jahren, und nur durch Einwanderung von ambitionierten KĂŒnstlern und Unternehmern konnte eine Schweizer Filmszene ĂŒberhaupt erst entstehen. Am bedeutsamsten waren in der frĂŒhen TonfilmĂ€ra bis etwa 1950 die aus Österreich stammenden Lazar Wechsler, der die Praesens-Film grĂŒndete, die damals einzige bedeutende Filmproduktionsgesellschaft, und Leopold Lindtberg, der produktivster und erfolgreichster Regisseur der Praesens-Film war, die insgesamt vier Oscars und Auszeichnungen an allen international bedeutsamen Festivals einheimsen konnte.

Die Piazza Grande von Locarno (Kanton Tessin) wÀhrend der Filmfestspiele

Wie in allen europĂ€ischen LĂ€ndern ist auch das Schweizer Filmschaffen heute auf staatliche Filmförderung angewiesen. Die Fördermittel reichen jedoch nur fĂŒr einen geringen jĂ€hrlichen Filmausstoss. In der jĂŒngeren Geschichte schafften es daher nur wenige Schweizer Filme zu internationaler Bekanntheit. Mangels konkurrenzfĂ€higer Alternativen sind in allen Sprachgebieten der Schweiz US-amerikanische Filme und Fernsehserien stark verbreitet. Im Kino ĂŒberwiegen die US-amerikanischen Produktionen. Die Eintrittspreise zĂ€hlen zu den höchsten Europas.

Der vermutlich bekannteste Film aus Schweizer Produktion ist Die Schweizermacher. Weitere Komödien, die viel Beachtung fanden, sind Beresina oder Die letzten Tage der Schweiz von Daniel Schmid und Gekauftes GlĂŒck von Urs Odermatt. Im Gegensatz dazu ist das Werk Höhenfeuer von Fredi M. Murer sehr viel ernster: Es handelt von Inzest in abgelegenen Bergregionen. Ebenfalls in lĂ€ndlicher Umgebung spielen Kleine Fluchten von Yves Yersin. Einen Oscar gewann 1991 die Reise der Hoffnung von Xavier Koller. Dieser Film handelt von einer kurdischen Familie, die auf der Suche nach einem besseren Leben in die Schweiz flieht. Weitere Erfolge konnten auch verschiedene Filme mit Schweizer Beteiligung verzeichnen. So erhielt die Hauptdarstellerin (Halle Berry) des Films Monster’s Ball des Schweizer Regisseurs Marc Forster fĂŒr ihre Rolle einen Oscar. JĂŒngste Erfolge konnte das Schweizer Filmwesen etwa mit «Achtung, fertig, Charlie!», «Mein Name ist Eugen» und «Grounding â€“ Die letzten Tage der Swissair» erzielen.

Der erfolgreichste Schweizer im internationalen FilmgeschĂ€ft ist der Produzent Arthur Cohn, der bereits vier mal fĂŒr einen Oscar nominiert war und dabei drei Oscars in der Kategorie Bester Dokumentarfilm gewonnen hat.

Der Schweizer Filmpreis wird jeweils an den Solothurner Filmtagen Ende Januar verliehen. AlljĂ€hrlich im August findet zudem das Internationale Filmfestival von Locarno statt, eines der bedeutendsten internationalen Filmfestivals weltweit. Das jĂŒngste Festival ist das Zurich Film Festival, das 2005 zum ersten Mal stattfand.

Literarisches Schaffen

→ Hauptartikel: Schweizer Literatur

Da die Schweiz vier Landessprachen besitzt, unterscheidet man oft vier Bereiche: die Literatur der deutschsprachigen, französischsprachigen, italienischsprachigen und rĂ€toromanischen Schweiz. Schon im Mittelalter gab es literarisches Schaffen in verschiedenen Klöstern: Im Kloster Muri entstand um 1250 das Ă€lteste deutschsprachige Osterspiel und das erste Weihnachtsspiel etwas spĂ€ter in St. Gallen. Obwohl die deutschsprachige Schweizer Literatur immer im Schatten Deutschlands stand, gibt es trotzdem einige Werke, die im ganzen deutschen Sprachraum bekannt sind, darunter jene von Friedrich Glauser, Johanna Spyri, Friedrich DĂŒrrenmatt, Max Frisch, Hermann Hesse, Adolf Muschg, Jeremias Gotthelf, Gottfried Keller und Conrad Ferdinand Meyer.

Geschrieben wird, im Gegensatz zur Musik, wo oft in Mundart gesungen wird, fast ausschliesslich im Schweizer Hochdeutsch.

Bedeutende Literaturveranstaltungen in der Schweiz sind die Solothurner Literaturtage und das Buch- und Literaturfestival Basel.

Museen

Das Schweizerische Landesmuseum in ZĂŒrich

Das Schweizerische Landesmuseum hat seinen Hauptsitz in ZĂŒrich und beherbergt die grösste kulturgeschichtliche Sammlung der Schweiz. Sie umfasst sĂ€mtliche Epochen von der Urgeschichte bis zum 21. Jahrhundert. Das zweitgrösste historische Museum der Schweiz ist das Historische Museum Bern mit 250'000 Objekten verschiedenster Herkunft. ErwĂ€hnenswert sind insbesondere die Burgunderteppiche, die wĂ€hrend der Burgunderkriege dem burgundischen Herzog Karl dem KĂŒhnen abgenommen wurden.

Das Kunstmuseum Basel ist das Ă€lteste öffentliche Museum in Europa. Seinen Ursprung hat es im Kabinett der Familie Amerbach im 16. Jahrhundert. Dieses umfasste eine Sammlung weltberĂŒhmter GemĂ€lde, sowie den Nachlass von Erasmus von Rotterdam. Das Kunsthaus ZĂŒrich besitzt die bedeutendste Sammlung von Werken Alberto Giacomettis, dazu die grösste Munch-Sammlung ausserhalb Norwegens. Das Kunstmuseum Bern ist das Ă€lteste Kunstmuseum der Schweiz mit einer permanenten Sammlung und beherbergt Werke aus acht Jahrhunderten.

Ein weiteres Museum von Bedeutung ist das Anatomische Museum Basel. Dieses zeigt OriginalprÀparate und Wachsmodelle von menschlichen Körperbereichen und Organen. Darunter befindet sich das Àlteste anatomische PrÀparat der Welt, ein 1543 prÀpariertes Skelett.

Das meistbesuchte Museum der Schweiz ist aber das Verkehrshaus in Luzern. Es besitzt eine sehr grosse Sammlung an Lokomotiven, Autos, Schiffen und Flugzeugen.

Das Technorama in Winterthur ist das Science Center der Schweiz. Es fĂŒhrt zahlreiche Experimente vor, die den Besuchern technische und naturwissenschaftliche ZusammenhĂ€nge nĂ€her bringen, und ist deshalb vor allem bei Schulklassen beliebt.

In der Westschweiz befinden sich einige Museen, die internationale Organisationen thematisieren. Das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum in Genf dokumentiert die Geschichte der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung und das Olympische Museum in Lausanne dokumentiert die neuzeitliche olympische Bewegung seit 1896.

Siehe auch: Schweizer Museen

Wissenschaft

Die erste UniversitĂ€t in der Schweiz wurde 1460 in Basel gegrĂŒndet. Hervorzuheben ist das Wirken des Arztes und Mystikers Paracelsus (Theophrastus Bombastus von Hohenheim). Auf ihn geht die lange Tradition der chemischen und medizinischen Forschung in der Schweiz zurĂŒck. Weitere Forschungsschwerpunkte fĂŒr die Zukunft liegen insbesondere in den Bereichen Nanotechnologie, Informatik, Weltraumforschung und Klimaforschung. Die Wichtigkeit der Wissenschaft fĂŒr die Schweiz ergibt sich besonders daraus, dass die Schweiz ein rohstoffarmes Land ist.

In der Schweiz haben zahlreiche NobelpreistrÀger geforscht, so zum Beispiel der weltbekannte Physiker Albert Einstein.

Ein internationaler Forschungsstandort ist das CERN in Genf.

Dem EDI zugeordnet, aber nicht unterstellt sind die beiden technischen Hochschulen ETH in ZĂŒrich und EPF in Lausanne. Den technischen Hochschulen ĂŒber den ETH-Bereich angeschlossen sind das Paul Scherrer Institut (PSI), die Eidgenössische MaterialprĂŒfungs- und Forschungsanstalt (Empa), das Institut fĂŒr Schnee- und Lawinenforschung (SLF) und die Eawag. Dem EDI angegliedert sind die Swissmedic und das Nationalmuseum. Über das Bundesamt fĂŒr Kultur untersteht dem EDI die Schweizerische Nationalbibliothek.

Innerhalb des EVD betreibt das Bundesamt fĂŒr VeterinĂ€rwesen das Institut fĂŒr Viruskrankheiten und Immunprophylaxe (IVI). Das Bundesamt fĂŒr Landwirtschaft betreibt die drei Forschungsinstitute der Agroscope.

Das VBS betreibt ĂŒber das Bundesamt fĂŒr Bevölkerungsschutz das Labor Spiez.

Die meisten ĂŒbrigen UniversitĂ€ten und Fachhochschulen werden von den Kantonen, einige Fachhochschulen auch privat betrieben. FĂŒr die Koordination zwischen Bund und Kantonen sorgt die Schweizerische UniversitĂ€tskonferenz. Die Rektorenkonferenz der Schweizer UniversitĂ€ten vertritt die Interessen der UniversitĂ€ten gegenĂŒber den Behörden der Kantone und des Bundes.

In der Schweiz existieren diverse Einrichtungen und Stiftungen zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung. Insbesondere zu erwÀhnen ist dabei der Schweizerische Nationalfonds (SNF).

Sport

→ Hauptartikel: Sport in der Schweiz

Die gebirgige Topographie des Staats hat das Freizeitverhalten seiner Einwohner nachhaltig beeinflusst. So war Ende des 19. bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts Skifahren eine der beliebtesten Sportarten. Mit dem Wachstum von Touristenresorts in den Bergen hat sich die Bevölkerung schliesslich zu einer eigentlichen Wintersportnation entwickelt. Skifahren, Langlauf und in neuerer Zeit Snowboarden stehen hoch im Kurs. Ebenfalls von den Bergen geprÀgt wurden die im Sommer praktizierten Sportarten Wandern und Bergsteigen.

In organisierter Form den grössten Zulauf haben in der Schweiz die zahlreichen Turnvereine, von denen in der Regel in jedem Dorf mindestens einer existiert.

Zu den sogenannten «typisch schweizerischen» Sportarten zĂ€hlen das Schwingen und das Hornussen. Dabei erfreut sich das Schwingen einer anhaltenden Beliebtheit, wĂ€hrenddessen das frĂŒher sehr verbreitete Hornussen nur noch eine Randsportart darstellt. Ebenfalls rĂŒcklĂ€ufig ist das frĂŒher von der Armee geförderte Schiessen.

Ebenfalls einen hohen Stellenwert geniessen die Teamsportarten, allen voran Fussball, gefolgt von Handball, Volleyball und Unihockey (nach aktiver Beteiligung der Bevölkerung). Profisportarten, die von einem Grossteil der Bevölkerung verfolgt werden, sind wiederum Fussball und Eishockey. Deren 1. Liga (NLA) gehört zu den stÀrksten der Welt.

VerwaltungsgebÀude des Internationalen Olympischen Komitees in Lausanne (Kanton Waadt)

Viele bedeutende WeltsportverbĂ€nde, unter anderem die IIHF, die FIFA, die FIS und die ISU haben ihren Sitz in der Schweiz. Eine besondere Stellung hat Lausanne, das als Sitz des Internationalen Olympischen Komitees sowie des Internationalen Sportgerichtshofs zuweilen auch als «Sporthauptstadt» bezeichnet wird. DarĂŒber hinaus hat der europĂ€ische Fussballverband UEFA seinen Sitz in Nyon.

Die Schweiz hat zahlreiche Ă€usserst erfolgreiche Sportler hervorgebracht. Insbesondere im Ski- und Bobsport, wo besonders in den 1970er und 1980er Jahren Schweizer Sportler die Klassemente serienweise anfĂŒhrten. In jĂŒngerer Zeit gelangen Schweizer Sportlern einzigartige Erfolge v. a. im Tennis mit den Weltranglistenersten Roger Federer, der bis zum Juni 2009 jedes Grand-Slam-Turnier mindestens einmal gewonnen hatte, und Martina Hingis, der Serienweltmeisterin Simone Niggli-Luder im Orientierungslauf, der Triathletin Natascha Badmann, die sechsmal den Ironman Hawaii gewann, oder dem Segel-Syndikat Alinghi.

Die Schweiz sowie Österreich waren GastgeberlĂ€nder der UEFA Fussball-Europameisterschaft 2008, ausserdem fanden im Jahr 1954 die Fussball-Weltmeisterschaften in der Schweiz statt. Das Finalspiel Ungarn–Deutschland ging als Wunder von Bern in die Geschichte ein. 2009 richtete die Schweiz bereits zum zehnten Mal die Eishockey-Weltmeisterschaft aus. Daneben wurden auch eine Vielzahl von Weltmeisterschaften der FIBT in der Schweiz ausgetragen. So wird St. Moritz 2013 bereits zum 20. Mal Gastgeber der Bob-Weltmeisterschaft sein. Dort fanden 1928 und 1948 auch zweimal die Olympischen Winterspiele statt.

Im Jahr 2006 fanden 230'000 Sportveranstaltungen in der Schweiz statt mit einem direkten Gesamtumsatz von 1.2 Mrd. SFr., davon waren 68 Grosssportveranstaltungen mit einem Umsatz von 355 Mio. SFr.[44] Zu den bedeutendsten regelmĂ€ssigen Sportveranstaltungen gehören die Leichtathletikmeetings Weltklasse ZĂŒrich und Athletissima, die Tennisturniere ATP Basel, Zurich Open und ATP Gstaad, die Springturniere CSI ZĂŒrich und CSIO Schweiz, das Eishockeyturnier Spengler Cup sowie die Skiweltcuprennen in Adelboden und Wengen (Lauberhornrennen).

Siehe auch

 Portal:Schweiz – Überblick ĂŒber vorhandene Artikel zum Thema «Schweiz»

Literatur

  • Bundesamt fĂŒr Statistik (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch der Schweiz 2011 — Annuaire statistique de la Suisse 2011. NZZ Libro, 2011. 568 Seiten. ISBN 978-3-03823-680-1. (Sprachen: Italienisch, Französisch, Englisch, Deutsch)
  • Peter DĂŒrrenmatt: Schweizer Geschichte. 1. Aufl., Hallwag, Bern 1957.
  • Manfred Hettling, Mario König, Martin Schaffner: Eine kleine Geschichte der Schweiz. Suhrkamp, 3. Aufl., Frankfurt am Main 1998, ISBN 978-3518120798.
  • Iso Camartin, Schweiz (Reihe Die Deutschen und ihre Nachbarn). C. H. Beck, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3406578564.
  • Schweizer Brevier 2009/2010: Die Schweiz in ihrer Vielfalt. Natur, Bevölkerung, Staat, Wirtschaft, Kultur, Hallwag KĂŒmmerly & Frey, 2009, ISBN 978-3259055311.
  • Volker Reinhardt: Geschichte der Schweiz. C.H. Beck, 4. Aufl., MĂŒnchen 2010, ISBN 978-3406536014.
  • Diccon Bewes: Swiss Watching. Inside Europe's Landlocked Island. Nicholas Brealey Publishing, London/Boston 2010, ISBN 978-1857885484.

Weblinks

 Wikisource: Schweiz â€“ Quellen und Volltexte
Wiktionary Wiktionary: Schweiz â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Schweiz â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Schweiz â€“ Zitate
Wikiatlas Wikimedia-Atlas: Schweiz â€“ geographische und historische Karten
Wikinews Wikinews: Schweiz â€“ in den Nachrichten

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ Dieser Wahlspruch wird de facto als solcher bezeichnet, da er in der Kuppel des Bundeshauses erwĂ€hnt wird. Auf rechtlicher Grundlage existiert kein Wahlspruch. Siehe Papier des Bundesgerichtes: La devise traditionnelle «Un pour tous, tous pour un» ne repose sur aucun fondement constitutionnel ou lĂ©gal. Wahlspruch in den anderen drei Amtssprachen: Französisch: «Un pour tous, tous pour un»; Italienisch: «Uno per tutti, tutti per uno»; RĂ€toromanisch: «In per tuts, tuts per in»
  2. ↑ a b c Schweizer Bundesverfassung SR 101 Art. 70 Abs. 1 – RĂ€toromanisch besitzt mit den anderen Amtssprachen des Bundes den Status einer Landessprache gemĂ€ss Art. 4 BV.
  3. ↑ a b c Siehe auch Hauptstadtfrage der Schweiz
  4. ↑ Die Schweiz hat kein eindeutig bestimmtes Staatsoberhaupt. GrundsĂ€tzlich ist die Bundesversammlung unter dem Vorbehalt der Rechte von Volk und StĂ€nden die oberste Macht im schweizerischen Staat (Art. 148 Abs. 1 der Schweizerischen Bundesverfassung), der NationalratsprĂ€sident gilt demzufolge im Volksmund als der «höchste Schweizer». Aufgaben eines Staatsoberhauptes (zum Beispiel bei EmpfĂ€ngen fĂŒr auslĂ€ndische StaatsoberhĂ€upter) nimmt der BundesprĂ€sident als primus inter pares wahr, der zwar gemĂ€ss der protokollarischen Rangordnung das höchste Amt der Schweiz ausĂŒbt, aber kein Staatsoberhaupt ist. Der Gesamtbundesrat als Kollektiv erscheint zudem aufgrund seiner Stellung de facto auch als Staatsoberhaupt.
  5. ↑ Wegen des fĂŒr den Bundesrat geltenden KollegialitĂ€tsprinzips kennt die Schweiz keinen Regierungschef. SĂ€mtliche Bundesratsmitglieder ĂŒben dieselben Rechte und Pflichten aus. Die Leitung der Bundesratssitzungen obliegt zwar dem BundesprĂ€sidenten, der immerhin bei Stimmengleichstand entscheidet, andererseits aber die Richtlinien der Politik nicht bestimmen darf und jĂ€hrlich wechselt.
  6. ↑ 4'128'491 ha (Bundesamt fĂŒr Statistik – Bodennutzung, -bedeckung > Tabellen)
  7. ↑ Bevölkerungsstand und Bevölkerungswachstum, Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 7. Oktober 2011
  8. ↑ Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 2010 nach LĂ€ndern in der World Economic Outlook Database, Juli 2011, Internationaler WĂ€hrungsfonds
  9. ↑ 2010 Human development Report S. 143–147. Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen. Abgerufen am 28 November 2010.
  10. ↑ a b c Der Bund kurz erklĂ€rt 2011 (PDF), 8,89 MB, Schweizerische Bundeskanzlei (BK)
  11. ↑ Wohnbevölkerung nach Hauptsprache (XLS; 17 kB), Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 7. November 2010
  12. ↑ http://swiss2.whosting.ch/beach/schweiz/schweiz_startseite.htm
  13. ↑ Angaben zur FlĂ€chennutzung auf swiss-meat.com
  14. ↑ Wetterrekorde der Schweiz (Stand 2005) Abgerufen am 25. MĂ€rz 2009
  15. ↑ Gesetz zum Naturschutz auf admin.ch
  16. ↑ Medienmitteilung des Bundesamtes fĂŒr Statistik: Provisorische Ergebnisse zur Bevölkerungsentwicklung im Jahr 2009: Die Bevölkerung der Schweiz wĂ€chst weiter an (PDF), 25. Februar 2010
  17. ↑ Indikatoren der Fruchtbarkeit in der Schweiz (1950-2007), Bundesamt fĂŒr Statistik
  18. ↑ Medienmitteilung des BFS, 26. Februar 2009
  19. ↑ Indikatoren der Sterblichkeit in der Schweiz, 1970-2060
  20. ↑ Wohnbevölkerung nach Hauptsprache (XLS; 17 kB), Bundesamt fĂŒr Statistik, abgerufen am 7. November 2010
  21. ↑ Historisches Lexikon der Schweiz
  22. ↑ Politiker und Manager weiter im Vertrauenstief (PDF), Pressemitteilung, Gesellschaft fĂŒr Konsumforschung (Deutschland), 8. August 2008.
  23. ↑ StĂ€ndige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit, Geschlecht und Kantonen, 2009, Bundesamt fĂŒr Statistik (BFS)
  24. ↑ Bestand der stĂ€ndigen auslĂ€ndischen Wohnbevölkerung nach Wohnkanton und AuslĂ€ndergruppe Ende April 2011 (PDF), Bundesamt fĂŒr Migration (BFM), abgerufen am 5. September 2011
  25. ↑ «Die Armee in Zahlen - Kosten / Leistungserbringung», Eidgenössisches Departement fĂŒr Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, 16. Januar 2009, abgerufen am 3. MĂ€rz 2009
  26. ↑ Schweizer weiterhin Europa- und Weltmeister im Bahnfahren, 3. Dezember 2008
  27. ↑ Gotthard-Basistunnel: „Sissi“ sorgt fĂŒr den Durchbruch. In: Focus Online. 15. Oktober 2010, abgerufen am 17. Oktober 2010.
  28. ↑ The World Factbook: Transportation in Switzerland (2006)
  29. ↑ Sibylle Hamann: Autofrei aus Prinzip. Falter, Nr. 18/09, S. 14
  30. ↑ KĂŒrzestfassung der SchĂŒlerdokumentation zum Kanton GraubĂŒnden: Geschichte 1926 (SchĂŒlerdokumentation Seite 16).
  31. ↑ BAZL: FlugplĂ€tze in der Schweiz
  32. ↑ Schweizer Hochseeschiffe (Bestand: 11. August 2008)
  33. ↑ Schweizer Wanderwegnetz (Stand: 2007)
  34. ↑ The Global Competitiveness Index 2009-2010
  35. ↑ Jahresteuerung in der Schweiz
  36. ↑ Neue ZĂŒrcher Zeitung: Arbeitslosenquote in der Schweiz sinkt auf unter 3 Prozent, 8. Juni 2011
  37. ↑ Interbrand: Best Global Brands
  38. ↑ Bundesamt fĂŒr Statistik
  39. ↑ Agrarbericht 2007
  40. ↑ a b Germany Trade & Invest – Wirtschaftsdaten kompakt: Schweiz (PDF), Mai 2010, abgerufen am 29. August 2010
  41. ↑ a b c d The World Factbook
  42. ↑ Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  43. ↑ Schweizerische UNESCO-Kommission
  44. ↑ Studie «Wirtschaftliche Bedeutung der Sportveranstaltungen in der Schweiz» vom Bundesamt fĂŒr Sport, 22. Januar 2008

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   Das Wörterbuch der Synonyme

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   Die deutsche Rechtschreibung

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   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Schweiz [1] — Schweiz (Helvetische Eidgenossenschaft, Geogr), ein aus 22 Cantonen bestehender Bundesstaat in Mitteleuropa, welcher frĂŒher Helvetien hieß u. den jetzigen Namen von dem wichtigsten der Urcantone, Schwyz, erhielt; grenzt an Baden, den Bodensee,… 
   Pierer's Universal-Lexikon

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  • Schweiz [3] — Schweiz, 1) FrĂ€nkische S., der gegen 6 Meilen lange u. breite nördliche Theil des FrĂ€nkischen Jura im baierischen Kreise Oberfranken, zwischen Baireuth u. Erlangen, von der Wisent durchflossen, wird wegen seiner Felspartieen mit Ruinen u.… 
   Pierer's Universal-Lexikon


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