Schwimmsport

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Schwimmsport
Schwimmweltmeisterschaften 2005
Schwimmbecken während eines Wettkampfs

Schwimmsport bezeichnet die Aus√ľbung des Schwimmens als sportliche Disziplin. In seiner Grundform wird der Schwimmsport als Wettkampf mehrerer Teilnehmer gegeneinander um die Bew√§ltigung einer vorgegebenen Schwimmstrecke in k√ľrzestm√∂glicher Zeit ausgetragen, oder auch ohne Zeitdruck zur Verbesserung des eigenen Schwimmstils.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Schwimmsports

Schwimmer um 1815

Zahlreiche Forscher haben sich in der Vergangenheit mit der Frage nach der Entwicklung der modernen Schwimmtechniken auseinandergesetzt. Bereits 1696 erschien in Paris L'Art de nager (‚ÄěDie Kunst des Schwimmens‚Äú) von Melchis√©dech Th√©venot. Aufgrund dieses Buches wurde in Frankreich (und Europa) lange Zeit die Technik des Brustschwimmens bevorzugt.

1798 brachte Johann Christoph Friedrich GutsMuths sein Schwimmkunst-Buch heraus, das dann als wegweisend f√ľr die sp√§teren Versuche der Hallenser Halloren (Salzwirker) angesehen werden kann, das Schwimmenlernen zu methodisieren. Da die Halloren festgestellt hatten, dass man in der stark salzhaltigen Sole leichter schwimmen konnte, war der Weg zur technisch umsetzbaren Motorik der im Schwimmbuch sehr schematisch beschriebenen Bewegungen geebnet. Die gliederpuppenhaften Bewegungen, die GutsMuths darstellte, waren ihrer Auspr√§gung nach jedoch kaum geeignet einen brauchbaren Schwimmstil zu entwickeln.

Das moderne Wettkampfschwimmen entwickelte sich um 1837 in den Hallenb√§dern Londons. Geschwommen wurde entweder Brust- oder Seitenschwimmen. Im Jahr 1895 schwamm der Engl√§nder J. H. Thayers im Seitenstil die 100 Yards in 1:02,50 Minuten (die entsprechende 100-m-Zeit w√§re 1:08,38 Minuten). Bis in die 1950er Jahre war das Brustschwimmen, das meist als erste Technik erlernt wird, die einzige Schwimmart, f√ľr die genaue Regeln festgelegt waren.

John Trudgen entwickelte 1873 in England das Hand-√ľber-Hand-Schwimmen, das daraufhin ‚Äětrudgen‚Äú genannt wurde. Die Arme wurden aus dem Wasser nach vorne gef√ľhrt, √§hnlich wie beim Seitenschwimmen, nur wechselte man stets von einer auf die andere Seite und f√ľhrte zus√§tzliche Scherenbeinschl√§ge aus. Der australische Schwimmer Frederick Lane ‚Äětrudgte‚Äú im Jahr 1901 die 100 Yards in 1:00,0 Minuten (100 m in 1:05,64 Minuten).

Statt des unharmonischen ‚ÄěTrudgens‚Äú wandte der Australier Richard Cavill die fl√ľssigere Technik der indigenen Bev√∂lkerung der Salomonen an. Diese kombinierten den Kraulbeinschlag mit dem √úberwasserarmzug. Cavill erreichte mit diesem ‚ÄěAustralischer Crawl‚Äú genannten Stil 1902 √ľber 100 Yards eine Weltrekord-Zeit von 58,4 Sekunden (100 m in 1:03,89 Minuten).

1934 fand David Armbruster, Trainer an der University of Iowa, dass beide Arme beim Brustschwimmen auch √ľber Wasser nach vorne zur√ľckgef√ľhrt werden konnten. Dieses ‚ÄěSchmettern‚Äú erh√∂hte die Schwimmgeschwindigkeit, kostete aber mehr Trainingsaufwand und Kondition. 1935 schwamm Jack Sieg, ebenfalls von der University of Iowa, auf der Seite, mit den Beinen wie mit einem Fischschwanz schlagend. Er konnte das schlie√ülich auch auf dem Bauch. Armbruster und Sieg kombinierten das Schmettern der Arme und den Beinschlag und schufen damit den anfangs ‚ÄěButterfly‚Äú (Schmetterling) genannten Schwimmstil. Mit zwei Beinschl√§gen bei jedem Armzug schwamm Sieg damals die 100 Yards in 1:00,2 (100 m in 1:05,85 Minuten). Anderen Angaben zufolge war es 1935 ein Amerikaner namens Brydenthal, der diesen Stil erstmals schwamm. Das zun√§chst als regelwidrig betrachtete ‚ÄěSchmetterlings-Brustschwimmen‚Äú wurde erst im Jahre 1953 als eigene Wettkampf-Schwimmart legalisiert.

Schwimmwettkämpfe

Schwimmen geh√∂rt seit den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit (1896 in Athen) zum olympischen Programm. Bei den zweiten Olympischen Spielen 1900 in Paris wurden ein Hindernisschwimmen, ein Unterwasserausdauerschwimmen und ein 4.000-m-Schwimmen veranstaltet. Bis auf das letztere (Langstreckenschwimmen) wurden diese Wettkampfformen sp√§ter nicht mehr durchgef√ľhrt. Bei den Olympischen Spielen 1912 durften erstmals Frauen im Wettkampf mitschwimmen. Seit 1973 finden offizielle Schwimmweltmeisterschaften statt. Gemeinhin werden Schwimmwettk√§mpfe nach dem Regelwerk des internationalen Schwimmverbands F√©d√©ration Internationale de Natation (FINA) ausgetragen.

Austragungsort

Schwimmhalle bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta

Austragungsort sind f√ľr Strecken bis 1500 m Schwimmbecken, die die verschiedenen Anforderungen erf√ľllen hinsichtlich Bahnenl√§nge (25 m oder 50 m), Bahnenbreite (2,50 m), Wassertiefe (mindestens 1,35 m, bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften mindestens 2 m[1]) sowie Wassertemperatur (normalerweise 25‚Äď28 ¬įC). Die Bahnen werden durch Leinen, die die Wellen von den benachbarten Bahnen abhalten sollen ‚Äď von den Schwimmern oft ‚ÄěWellenkillerleinen‚Äú oder ‚ÄěWellenbrecher‚Äú genannt ‚Äď voneinander getrennt. Die Leinen haben verschiedene Markierungen: im 5-m-Bereich vor jeder Beckenwand (in diesen Bereichen sind die Leinen meist durchg√§ngig rot), in der Mitte und jeweils bei 15 m. Auf dem Boden befindet sich zudem h√§ufig in der Mitte einer jeden Bahn ein etwa 25 cm breiter schwarzer Strich, der 2 m vor dem Beckenende ein T ausbildet und dem Schwimmer hilft, sich zu orientieren. Des Weiteren h√§ngen √ľber dem Becken noch weitere Leinen: 5 m vor jeder Beckenwand befindet sich (in mindestens 1,8 m H√∂he) eine F√§hnchenleine, um den R√ľckenschwimmern anzuzeigen, dass die Wand naht. Zus√§tzlich gibt es noch die Fehlstartleine, die (in mindestens 1,2 m H√∂he) 15 m vom Start entfernt h√§ngt. Diese wird ins Wasser gelassen, wenn Schiedsrichter oder Starter auf Fehlstart erkennen. F√ľr Wettk√§mpfe werden sowohl Hallen- als auch Freib√§der genutzt. Im Allgemeinen wird in S√ľ√üwasserbecken geschwommen, doch gibt es noch vereinzelt Salzwasserbecken, in denen Wettk√§mpfe ausgetragen werden.

Strecken

Wettkampfbecken mit 8 Bahnen

Geschwommen werden Strecken gem√§√ü den Regularien, die meist ein Vielfaches von 100-Meter-Abschnitten sind: 100 m, 200 m, 400 m, 800 m, 1500 m und 5000 m sowie die 50-m-Distanz als Sprintstrecke. Beim Langstreckenschwimmen kommen Strecken zwischen 5 km und 25 km hinzu, die meist in offenen Gew√§ssern ausgetragen werden. Neben Einzelwettk√§mpfen finden auch Staffelwettk√§mpfe statt, wobei hier ausschlie√ülich 4er-Staffeln geschwommen werden. International gibt es Staffelwettbewerbe √ľber 4√ó50 m, 4√ó100 m und 4√ó200 m.

Bahnen

In Wettk√§mpfen stehen sich maximal so viele Schwimmer gegen√ľber, wie Bahnen im Schwimmbecken vorhanden sind. Ausnahmen gibt es √ľber 1500 m, 800 m und 400 m Freistil, wo in kleineren Wettk√§mpfen zwei Schwimmer pro Bahn antreten k√∂nnen. F√ľr ein Wettkampfbecken sind regul√§r acht Bahnen vorgesehen. Bei Ausscheidungswettk√§mpfen werden daher mehrere L√§ufe ausgetragen, in denen die Schwimmer jeweils an der n√§chsten Ausscheidungsstufe teilnehmen d√ľrfen, wenn sie die nach dem Reglement erforderten Platzierungen erreicht haben. Der schnellste gemeldete oder qualifizierte Schwimmer startet immer auf der Bahn 4, der zweitschnellste Schwimmer folgt auf der Bahn 5, weiter geht es dann √ľber die Bahnen 3, 6, 2, 7, 1 bis zur Bahn 8, auf der der langsamste Schwimmer des Laufes schwimmt. Bei Wettk√§mpfen sind die Bahnen 4 und 5 meist von gelben Leinen eingefasst, um die beiden st√§rksten Schwimmer zu kennzeichnen.

Start

Start im Schwimmen 1904 in St. Louis (Olympische Spiele)

Die Schwimmer starten nach dem Startsignal von den erh√∂hten Startbl√∂cken ihrer Schwimmbahn am Beckenkopf durch einen Startsprung in das Wasser (au√üer beim R√ľckenschwimmen und bei der Lagenstaffel, wo der R√ľckenschwimmer aus dem Wasser heraus startet). Bei einem Fehlstart (Sensoren in den Startbl√∂cken helfen hier den Schiedsrichtern bei modernen Schwimmb√§dern) wird dieser wiederholt. Der zweite Start wird in jedem Fall gewertet, doch werden diejenigen Schwimmer disqualifiziert, die den Fehlstart ausgel√∂st (provoziert) haben oder zu fr√ľh abgesprungen sind (ein Wackeln auf dem Startblock reicht bereits). Bei der Mehrheit der Wettk√§mpfe gilt inzwischen die ‚Äě1-Start-Regel‚Äú, nach der ein Schwimmer schon nach dem ersten Fehlstart disqualifiziert ist.

Bei Staffeln spricht man au√üer beim ersten Schwimmer von ‚Äěfliegenden Wechseln‚Äú. Der Folgeschwimmer darf maximal 0,03 Sekunden vor dem tats√§chlichen Anschlag des Vorschwimmers starten. Da bei fliegenden Wechseln die Reaktionszeit wegf√§llt, sind Staffelschwimmer oft ein wenig schneller unterwegs als in einem Einzelwettkampf. Hier geschwommene Zeiten werden mit Ausnahme der Zeit des Startschwimmers nicht als Einzelrekorde anerkannt. Staffelrekorde gelten f√ľr ab dem Start gerechnete Strecken, sofern die Staffel den Wettkampf ordnungsgem√§√ü beendet. So k√∂nnen die ersten vier Schwimmer einer 10√ó100-m-Freistilstaffel auch einen Staffelrekord √ľber die 4√ó100 m schwimmen.

Schwimmen

Schwimmer bei einer Wende

Die Technik der Fortbewegung ist durch die Benennung der Wettkampf-Schwimmart vorgegeben und unterliegt differenzierten Definitionen der Regelwerke. Es werden so viele Bahnen geschwommen, wie die vorgegebene Strecke es erfordert. Hierbei vollf√ľhrt der Schwimmer an jedem Bahnende eine Wende im Wasser und schwimmt in der Gegenrichtung wieder zur√ľck. Bei den Strecken 800 m und 1500 m Freistil werden die Bahnen f√ľr jeden Schwimmer gez√§hlt und angezeigt, teilweise sogar mit Displays unter Wasser. Zus√§tzlich werden die letzten zwei Bahnen durch einen Pfiff oder Ton signalisiert.

Technische √úbungen

Technische √úbungen im Schwimmen f√ľhren zu einer Optimierung der Schwimmlagen, was sich in einer verbesserten K√∂rperkontrolle im Wasser darstellt. Gleichzeitig beugt man Verletzungen im Sport vor.

Durch verschiedene √úbungen kann man seine Wasserlage, seine Arm- oder Beinbewegungen, bzw. allgemeine Koordination des K√∂rpers, die K√∂rperspannung und das richtige Atmen (gerade im Leistungssport) erlernen. Wichtig dabei ist das Einhalten von Pausen zwischen den einzelnen √úbungen und deren Wiederholungen. Die L√§nge der Pausen werden bestimmt durch die H√§ufigkeit und der Art der √úbung, die man macht. Jede √úbung hat ihren eigenen Schwierigkeitsgrad bez√ľglich Kraft, Koordination und Flexibilit√§t. Je anspruchsvoller die √úbung ist, desto mehr F√§higkeiten m√ľssen gleichzeitig abgerufen werden. Von daher ist eine individuelle / angepasste Pausengestaltung wichtig.

Einsatz von Hilfsmitteln

Mittels Hilfsgegenst√§nden, z.B. Paddels oder Flossen, k√∂nnen Kraftaufwand und Wasserlage deutlich innerhalb bestimmter √úbungen ver√§ndert werden. Paddels erm√∂glichen ein besseres Wassergef√ľhl bez√ľglich Zug- und Druckphase eines Armzuges; Flossen vermitteln ein besseres Bewegungsgef√ľhl f√ľr den Beinschlag (Kraul, R√ľcken und Delphin / Schmetterling). Im Wettkampf sind sie nicht erlaubt.

Anschlag

Die Zeit wird in dem Moment gestoppt, in dem der Schwimmer die Wand (beim Brust- und Schmetterlingschwimmen beide H√§nde) ber√ľhrt. Bei Staffeln werden die Zwischenzeiten nach jedem Staffelschwimmer sowie die Endzeit genommen. Bei gro√üen Wettk√§mpfen wird meist elektronisch gemessen, die Anschlagmatten (meistens gelb oder wei√ü) reagieren dabei schon auf die geringste Krafteinwirkung. Zus√§tzlich werden die Zeiten von immer mindestens einer Person pro Bahn manuell (semi-elektronisch) erfasst. In Zweifelsf√§llen wertet das Zielgericht den Zieleinlauf. So kann es vorkommen, dass Athleten mit identischer Zeit verschiedene Platzierungen erhalten, wenn das Zielgericht die Anschlagreihenfolge erkennen konnte. Liegt eine einwandfrei registrierte elektronische Zeit vor, so ist diese die amtliche Zeit und wird nicht ge√§ndert. Der Zielrichterentscheid kommt nur zum Tragen, wenn es keine fehlerfreien elektronischen Zeiten gibt, und der festgestellte Einlauf den von Hand gestoppten Zeiten widerspricht.

Bekleidung

Wesentlich f√ľr hohe Geschwindigkeiten im Schwimmsport ist ein optimales Gleiten. Lange Zeit waren textile Stoffe in den Gleiteigenschaften der menschlichen Haut unterlegen, sodass besonders kurz geschnittene Bekleidung bevorzugt wurde. Eine Rasur der K√∂rperbehaarung wurde und wird zus√§tzlich eingesetzt.

Kopfhaare werden unter Badekappen verborgen, die im Wettkampfbereich aus Latex oder Silikon bestehen. Die glatte Oberfläche dieser Materialien hat relativ gute Strömungseigenschaften. Falten der Kappe werden durch sogenannte 3D-Kappen durch deren Form und Schnitt vermieden. Eine moderne Alternative stellen mit Kunststoff bedampfte Stoffkappen dar.

Inspiriert von den guten Str√∂mungseigenschaften der Haut eines Haifisches wurde durch den Hersteller Speedo eine technologische Evolution der Bekleidung angesto√üen. Dies erm√∂glichte erstmals bessere Str√∂mungseigenschaften als menschliche Haut, ohne dabei zus√§tzlichen Auftrieb zu erzeugen, der im Wettkampfbereich nicht erlaubt ist. Im Zuge der technischen Entwicklung wurden damit Schwimmanz√ľge entwickelt, die im Wesentlichen in Short Skin (Bedeckung der Oberschenkel), Leg Skin (Bedeckung der Beine), Body (Bedeckung der Beine und des Oberk√∂rpers) und Full Body (Bedeckung des gesamten K√∂rpers mit Ausnahme der F√ľ√üe, der H√§nde und der Kopf-/Halspartie) unterteilt werden. Ein optimales Gleiten wird mit textilen Anz√ľgen erst erreicht, wenn sie sehr fest am K√∂rper sitzen. Dieses Zusammenpressen kann zu Abschn√ľrungen f√ľhren, sodass nur bei kurzen Schwimmdistanzen extrem enge Anz√ľge getragen werden und einige Schwimmer auch auf die Bedeckung des Oberk√∂rpers verzichten. Die Kompression des K√∂rpers durch extrem eng anliegende Anz√ľge kann zwar einerseits als hinderlich empfunden werden, aber kann andererseits Muskelkontraktion und Relaxation unterst√ľtzen.

Aus dem Tauchsport und dem Triathlon war bekannt, dass Neopren-Anz√ľge ausgesprochen gute Gleiteigenschaften haben. In diesen Sportarten ist die Verwendung von auftriebsf√∂rdernden Materialien teilweise erlaubt, sodass Neopren nicht nur zur W√§rmeisolierung sondern auch wegen des Auftriebs eingesetzt wird. Auftriebsf√∂rdernde Materialien sind im Wettkampfbereich des Schwimmsports aber nicht erlaubt. Erst die technologische Entwicklung eines extrem d√ľnn aufgetragenen Neopren-Materials mit vernachl√§ssigbarem eigenen Auftrieb erm√∂glichte die Verwendung derartiger Materialien im Schwimmsport, wo sie durch ihre √ľberragenden Gleiteigenschaften andere Materialien verdr√§ngten. Dies f√ľhrte zu einer gro√üe Masse an neuen Rekorden auf allen Wettkampfstrecken. Kritisch muss betrachtet werden, dass durch die luftundurchl√§ssigen Materialien Lufteinsch√ľsse erm√∂glicht werden, die zus√§tzlichen Auftrieb bringen. Aus diesem Grund wurde 2009 vom internationalen Schwimmverband FINA das Tragen von 2 Anz√ľgen √ľbereinander verboten. Dies schlie√üt auch eine einfache Badehose unter einem solchen High-Tech Anzug ein.

Die Wahl einer geschwindigkeitsf√∂rdernden Bekleidung im Hochleistungs-Schwimmsport erreichte eine zunehmende Aufmerksamkeit. Herstellerfirmen erarbeiteten immer wieder neue Verbesserungen am Material und Zuschnitt der Schwimmkleidung. Dies f√ľhrte zu einer Diskussion um die Notwendigkeit einer Reglementierung der High-Tech-Schwimmanz√ľge durch die FINA, da die richtige Kleidung zunehmend wettbewerbsrelevant geworden war, und schlie√ülich zu einem kompletten Verbot der Schwimmanz√ľge in ihrer bisherigen Form. [2][3] Die FINA legte fest, dass ab 2010 die Schwimmbekleidung bei Wettk√§mpfen nicht mehr l√§nger als Knieh√∂he sein darf. Au√üerdem d√ľrfen die M√§nner keine Bekleidung tragen, die den Oberk√∂rper bedeckt. Rei√üverschl√ľsse sind verboten.[4]

Schwimmstile

Brustschwimmen
Kraulschwimmen
R√ľckenkraulen
Schmetterlingschwimmen

Als Schwimmstil bezeichnet man die spezielle Art oder Technik, in der geschwommen wird. Die heute bekanntesten modernen Schwimmstile sind Brustschwimmen, Kraulschwimmen, R√ľckenkraulen und Schmetterlingschwimmen (Delfinschwimmen). Das Lagenschwimmen ist eine Kombination dieser vier Schwimmstile. Das Freistilschwimmen l√§sst die Schwimmart offen.

√Ąltere und seltener geschwommene Stile sind das Seitenschwimmen und Altdeutsch-R√ľcken (von Schwimmern auch als R√ľcken-Gleichschlag oder R√ľcken-Gleitzug bezeichnet). Manchmal wird auch das Tauchen als Schwimmstil bezeichnet. In Japan gibt es im Rahmen der Samurai-Tradition eigene Japanische Schwimmstile. Beim Rettungsschwimmen werden mehrere Techniken unterschieden.

Geschwindigkeiten

Die folgenden Werte basieren auf dem aktuellen Weltrekord der M√§nner auf der jeweiligen 100-m-Strecke. Breitensportler sind ca. nur halb so schnell, Unge√ľbte k√∂nnen jedoch noch deutlich langsamer sein.

  • Kraul (Freistil): 2,13 m/s = 7,65 km/h
  • Schmetterling: 1,98 m/s = 7,14 km/h
  • R√ľcken: 1,90 m/s = 6,85 km/h
  • Brust: 1,70 m/s = 6,11 km/h

Weitere Schwimmsportarten

Um die Basis des Streckenschwimmens herum wurde der Schwimmsport weiter ausdifferenziert mit spielerischen und technischen Disziplinen wie dem

F√ľr Wettk√§mpfe beim Tauchen ist Schwimmen eine Grundlage, in den Sportarten Triathlon und Moderner F√ľnfkampf eine Teildisziplin.

Schwimmen und Gesundheit

Babyschwimmen

Schwimmen wird zu den ges√ľndesten Freizeitbet√§tigungen gez√§hlt und gilt auch als Sportart mit geringem Verletzungsrisiko. Durch den Auftrieb im Wasser wird der K√∂rper unterst√ľtzt und die Belastung f√ľr die Gelenke und Knochen deutlich verringert. Dies l√§sst Bewegungen zu, die bei Bet√§tigungen au√üerhalb des Wassers wegen der Belastungen und der Gleichgewichtshaltung unterlassen werden. Das Herz wird bei m√§√üiger Bewegung entlastet, da der Wasserdruck den ven√∂sen R√ľckstrom erleichtert. Dar√ľber hinaus wirkt die Wassertemperatur anregend auf den Kreislauf.

Beim Schwimmen werden fast alle Muskeln beansprucht, wobei die Arme und der Oberk√∂rper st√§rker trainiert werden. Allerdings h√§ngt die Verteilung auch vom jeweiligen Schwimmstil ab. Schwimmen ist eine aerobe T√§tigkeit, bei der die Muskeln konstant mit Sauerstoff versorgt werden. Schwimmen ist f√ľr Menschen in jedem Lebensalter geeignet. F√ľr kleine Kinder gibt es spezielle Angebote, bei denen sie das Schwimmen lernen k√∂nnen, das so genannte Babyschwimmen.

Das heilpädagogische Schwimmen nutzt die positiven Effekte des Schwimmens in der Behandlung behinderter Menschen.

Organisation des Schwimmsports

Weltweiter Dachverband f√ľr den Schwimmsport ist die F√©d√©ration Internationale de Natation Amateur (FINA), die 1908 gegr√ľndet wurde.

Die europäischen Verbände sind in der LEN (Ligue Européenne de Natation) zusammengeschlossen.

In Deutschland haben sich die Schwimmsport treibenden Verbände Deutscher Schwimm-Verband (DSV), Deutscher Turner Bund (DTB), der Verband Deutscher Sporttaucher (VDST), der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister (BDS), die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG) sowie die Wasserwacht im DRK und der Arbeiter-Samariter-Bund im Bundesverband zur Förderung der Schwimmausbildung (BFS) zusammengeschlossen.

Ein Ligenbetrieb wird durch den Deutschen Schwimmverband ebenfalls organisiert, dieser nennt sich Deutsche Mannschaftsmeisterschaften Schwimmen.

In der Schweiz haben sich die am Schwimmsport interessierten Verb√§nde und Institutionen zur Vereinigung swimsports.ch, ehemals Interverband Schwimmen Schweiz (IVSCH), zusammengeschlossen. Im Weiteren sind Vereine, die eine oder mehrere der vier olympischen Schwimmsportarten aus√ľben, im Schweizerischen Schwimmverband (FSN) zusammengeschlossen. Rettungsschwimmen wird innerhalb der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) mit ihren lokalen Sektionen ausge√ľbt.

Bekannte Schwimmer

Die Schwimmwettbewerbe werden derzeit von den USA und Australien dominiert. Der erste Schwimmstar der USA war Johnny Weissm√ľller, der als erster Mensch die 100-Meter-Strecke in weniger als einer Minute bew√§ltigte und sp√§ter auch als Tarzandarsteller bekannt wurde. Michael Phelps brach in Peking 2008 mit acht Goldmedaillen den Rekord von Mark Spitz, der bei den Olympischen Spielen 1972 in M√ľnchen sieben Goldmedaillen errang. Zudem ist Phelps mit insgesamt 14 olympischen Gold- und Silbermedaillen der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten. Die bekanntesten australischen Schwimmer sind Ian Thorpe und Grant Hackett. Die besten √∂sterreichischen Schwimmer sind derzeit Mirna Jukic, Dinko Jukic und Markus Rogan. Nicht zu vergessen sind die deutschen Ex-Schwimmer Michael Gro√ü, Franziska van Almsick sowie die Franz√∂sin Laure Manaudou, die deutsche Doppel-Olympiasiegerin und mehrfache Europameisterin Britta Steffen und Paul Biedermann, mehrfacher Weltrekordler, Weltmeister und Europameister.

Siehe auch

 Portal:Schwimmen ‚Äď √úbersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Schwimmen

Quellenangaben

  1. ‚ÜĎ http://fina.org/rules/english/facilities.php (englisch)
  2. ‚ÜĎ http://www.fina.org/project/index.php?option=com_content&task=view&id=2543&Itemid=107
  3. ‚ÜĎ http://www.schwimmanzug.net/adidas-hydrofoil-wettruesten-bei-schwimmanzuegen/
  4. ‚ÜĎ Bernd Steinle:Die Anzugsfrage. Der Verband schwimmt. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. abgerufen am 25. Juni 2009]

Weblinks


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