Sein letzter Fall

Sein letzter Fall (eigentlich Das letzte Problem, OT: The Final Problem) ist der Titel einer Sherlock Holmes-Kurzgeschichte von Sir Arthur Conan Doyle. Sie ist die letzte des Bandes Die Memoiren des Sherlock Holmes und stammt aus dem Jahr 1893.

Die Geschichte beinhaltet den Kampf des Meisterdedektivs gegen seinen kriminellen Gegner Professor Moriarty, der mit dem tödlichen Sturz der beiden Männer in die Reichenbachfälle bei Meiringen in der Schweiz endet.

Der wirkliche Reichenbachfall

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Sherlock Holmes ist dabei, den gefährlichsten Mann Londons festzunageln. Prof. Moriarty und seine Bande terrorisieren London schon seit langem mit ihren Geheimoperationen. Holmes gelingt es nun, alle Mitglieder der Bande dingfest zu machen, nur Moriarty selbst entkommt. Da Holmes befürchtet, dass sich Moriarty an ihm rächen will, reist er mit Watson quer durch Europa. In Meiringen in der Schweiz holt Moriarty ihn ein. Watson ist derweil durch einen Trick als Arzt zurück in das Hotel gerufen worden, während Holmes und Moriarty an den Reichenbachfällen einen Kampf um Leben und Tod austragen. Schließlich stürzen beide in die Tiefe. So denkt zumindest Watson, der den Tatort anschließend besichtigt. Holmes' Leiche wird jedoch nicht gefunden.

Professor Moriarty, Illustration von Sidney Paget aus dem Jahr 1893

Hintergrund

Die Geschichte sollte mit dem Tod des Protagonisten das Ende der Sherlock-Holmes-Reihe sein, da Doyle das regelmäßige Verfassen neuer Detektiv-Geschichten zu zeitaufwendig wurde. Die Mutter des Schriftstellers, eine begeisterte Leserin der Geschichten, versuchte vergeblich ihren Sohn von dem Vorhaben abzubringen.

Die große Popularität, die Holmes inzwischen erlangt hatte, führte zu einer öffentlichen Trauer um die fiktive Person, so dass sich enttäuschte Leser in London schwarze Schleifen um den Oberarm banden. Viele Kunden kündigten das Abonnement des The Strand Magazins. Conan Doyle erhielt Briefe, in denen er als Ungeheuer oder Bestie beschimpft wurde.

Nach einer Schreibpause setzte Doyle die Serie ab 1901 mit dem Roman Der Hund der Baskervilles fort. Doyle war von einem Freund auf eine Legende aufmerksam gemacht worden, nach der eine Familie in Dartmoor von einem geheimnisvollen Geisterhund verfolgt wurde. Doyle erkannte, dass dies ein idealer Holmes-Roman sein würde, der vor seinem Tod in der letzten Kurzgeschichte spielen sollte. Aufgrund des großen Erfolgs des Romans ließ sich Doyle von seinen Verlegern überreden, neue Geschichten über Sherlock Holmes für ein enorm hohes Honorar zu schreiben.

Holmes' Tod wurde 1903 in The Empty House (dt.: Das leere Haus) literarisch revidiert, mit dieser Geschichte begann Doyles zweite Schaffensperiode in Bezug auf Sherlock Holmes.

Holmes gegen Moriarty

Obwohl Moriarty in Doyles Originalwerk nur in dieser Erzählung und dem Roman The Valley of Fear (dt.: Das Tal der Angst) in Erscheinung tritt, wurde er in der belletristischen Rezeption und in den Sherlock-Holmes-Pastiches zum größten Widersacher Holmes' gemacht. Die Popularität Moriartys führte dazu, dass die Figur auch in vielen Verfilmungen auftrat, beispielsweise in dem Spielfilm Die Abenteuer des Sherlock Holmes von 1939, der frei auf einem Theaterstück von William Gillette basiert. George Zucco, der Moriarty spielt, gehört zu den bekanntesten Darstellern in der Rolle.

Verfilmung

1985 wurde die Story von Granada Television im Rahmen der TV-Serie mit Jeremy Brett (Holmes) und David Burke (Watson) verfilmt.


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