Sennestadt

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Sennestadt
Wappen von Sennestadt
Wappen von Bielefeld

Sennestadt
Bezirk von Bielefeld

Lage von Sennestadt in Bielefeld
Koordinaten 51¬į 57‚Ä≤ 0‚Ä≥ N, 8¬į 35‚Ä≤ 0‚Ä≥ O51.958.5833333333333149Koordinaten: 51¬į 57‚Ä≤ 0‚Ä≥ N, 8¬į 35‚Ä≤ 0‚Ä≥ O.
H√∂he 149 m √ľ. NN
Fl√§che 24,7 km¬≤
Einwohner 21.001 (31. Jan. 2010)
Bevölkerungsdichte 850,2 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Jan. 1973
Postleitzahl 33689 (alt: 4800)
Vorwahl 05205
Adresse der
Verwaltung
Lindemann-Platz 3
33689 Bielefeld
Website Stadtbezirk Sennestadt
Gliederung

Sennestadt, Dalbke, Eckardtsheim, Heidebl√ľmchen

Politik
Bezirksvorsteherin Elke Klemens (SPD)
Sitzverteilung (Bezirksvertretung)
CDU SPD Gr√ľne BfB FDP
6 5 2 1 1
Verkehrsanbindung
Autobahn Bundesautobahn 2 number.svg Bundesautobahn 33 number.svg
Bundesstraße Bundesstraße 68 number.svg
Eisenbahn Senne-Bahn
Bus 30, 37, 39,82, 135, 235

Der Stadtbezirk Sennestadt im S√ľdosten der kreisfreien Stadt Bielefeld in Nordrhein-Westfalen ist als st√§dtebauliche Besonderheit ber√ľhmt und hat etwa 21.000 Einwohner.

Die Gro√üwohnsiedlung Sennestadt ist im zweiten Nachkriegsjahrzehnt in der Heide- und Wiesenlandschaft der ehemaligen Gemeinde Senne II nach den Entw√ľrfen des Stadtplaners Hans Bernhard Reichow entstanden, vornehmlich f√ľr Heimatvertriebene und Fl√ľchtlinge. Damals als autogerechte Stadt der Zukunft gepriesen, gewinnt das zwischenzeitlich bel√§chelte Konzept einer ‚Äěorganischen Stadtbaukunst‚Äú heute wieder √ľberraschende Aktualit√§t, obwohl das Konzept der Sennestadt in einigen Punkten als √ľberholt gilt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Sennestadt liegt am Nordrand der Senne. Der Stadtbezirk wird im Norden durch den Hauptkamm des Teutoburger Waldes und im Westen durch die Autobahn A 2 begrenzt. Eine nat√ľrliche Grenze zum Kreis Lippe im Osten bildet der Menkhauser Bach. Hier verlief schon im Mittelalter die Grenze zwischen der Grafschaft Ravensberg und dem F√ľrstentum Lippe. Weitere B√§che wie die Dalke, der Strothbach, der Sprungbach und der Hasselbach entw√§ssern das Gebiet dem nat√ľrlichen Gef√§lle folgend in s√ľdwestlicher Richtung zur Ems hin. Das Landschaftsbild ist zum Teil von Sandd√ľnen gepr√§gt. Seit dem 19. Jahrhundert sind zunehmend die bewaldeten Waldbereiche Sennestadts als Schutzzonen zur Trinkwassergewinnung ausgewiesen worden.

Ausdehnung des Stadtbezirks

Der westlichste und der √∂stlichste Punkt des Stadtbezirks Sennestadt liegen etwa neun Kilometer Luftlinie auseinander. Die gr√∂√üte Ausdehnung im rechten Winkel auf diese Linie betr√§gt etwa vier Kilometer. Der h√∂chste Punkt liegt auf der Bergkuppe Auf dem Polle mit 320 m √ľ. NN.

Nachbarorte

Die A 2 bildet die Grenze zum Stadtbezirk Senne und der Hauptkamm des Teutoburger Waldes die Grenze zum Stieghorster Ortsteil L√§mershagen-Gr√§finghagen. Im S√ľden grenzt der Kreis G√ľtersloh mit der Stadt Verl und dem Stadtteil Schlo√ü Holte der Stadt Schlo√ü Holte-Stukenbrock an. Jenseits der Grenze zum Kreis Lippe im Osten liegt der Oerlinghausener Ortsteil Lipperreihe.

Der Ort, wo heute Bielefeld sowie die Kreise G√ľtersloh und Lippe aneinander grenzen, war fr√ľher ein Vierl√§ndereck. Historische Grenzsteine erinnern heute noch daran, dass hier die Grafschaft Ravensberg, die Grafschaft (sp√§ter F√ľrstentum) Lippe, des Hochstift Paderborn und die Grafschaft Rietberg aneinander grenzten.

Gliederung des Stadtbezirkes

Den Kern des Stadtbezirks bildet die eigentliche, von Reichow konzipierte ‚ÄěSennestadt‚Äú. Daneben existieren die Ortsteile Dalbke, Heidebl√ľmchen und Eckardtsheim.

Klima

Klimadiagramm: Durchschnittliche Regenmenge in Sennestadt (blaue Linie) und im NRW-Durchschnitt (wei√üe Linie) 1961‚Äď1990

Der Stadtbezirk Sennestadt liegt in der gem√§√üigten Klimazone Mitteleuropas. Durch den Einfluss des atlantischen Seeklimas sind die Winter meist mild und die Sommer m√§√üig warm. Ganzj√§hrig herrscht ein feuchtes Klima mit relativ gleich verteilten Niederschl√§gen vor. Insgesamt fallen im langj√§hrigen Mittel an der Station Sennestadt 901 mm Niederschlag je Jahr, deutlich mehr als im deutschen Mittel (700 mm).

‚Üí Siehe auch: Klima in Ostwestfalen-Lippe

Geschichte

Heepen-Senne

Das Gebiet des heutigen Stadtbezirks hie√ü urspr√ľnglich Heepen-Senne (auch Heepensenne oder Heeper Senne) und geh√∂rte zur Grafschaft Ravensberg, die 1346 an die Grafschaft Berg (ab 1423 J√ľlich-Berg) fiel. Mit dieser kam das Gebiet mit dem J√ľlich-Klevischen Erbfolgestreit 1609 vorl√§ufig und als Folge des Drei√üigj√§hrigen Krieges im Jahre 1666 endg√ľltig zu Brandenburg. 1719 wurde die Grafschaft Ravensberg mit dem F√ľrstentum Minden zur Verwaltungseinheit Minden-Ravensberg mit Sitz in Minden zusammengelegt. In Minden-Ravensberg geh√∂rte Heepen-Senne zum Amt Heepen.[1]

Heepen-Senne war eine typische ravensbergische Streusiedlung ohne eigentlichen Dorfkern. Die H√∂fe in Heepen-Senne geh√∂rten kirchlich √ľberwiegend zur evangelischen Pfarre Oerlinghausen, obwohl Oerlinghausen selber seit jeher zum F√ľrstentum Lippe geh√∂rte.[2]

Als Preußen 1807 alle linkselbischen Gebiete abtreten musste, wurde aus dem Amt Heepen der Kanton Heepen, der nun zum Distrikt Bielefeld im Departement der Weser des Königreichs Westphalen gehörte.[3] Zur Verwaltungsvereinfachung wurde Heepen-Senne, das vom Rest des Kantons Heepen durch den Teutoburger Wald getrennt war, durch Erlass des Königs von Westphalen 1812 in den Kanton Brackwede umgegliedert.[4]

Senne II

Nach dem Ende der Franzosenzeit fiel Minden-Ravensberg 1813 wieder an Preu√üen zur√ľck. Heepen-Senne verblieb unter der Verwaltung von Brackwede. Da in der alten Vogtei Brackwede bereits eine Bauerschaft Senne existierte, wurde die Brackweder Senne nunmehr Senne I und Heepen-Senne Senne II genannt. Innerhalb der Provinz Westfalen geh√∂rte Senne II nun zum Regierungsbezirk Minden und ab 1816 zum neugebildeten Kreis Bielefeld.

Das Industriezeitalter hielt in Senne II Einzug mit einer Papierfabrik, die Friedrich Ludwig Tenge 1832 am Menkebach errichten lie√ü. 1884 wurde mit dem Eisenwerk Schilling eine Eisenh√ľtte und 1903 das S√§gewerk Tellenbr√∂ker gegr√ľndet. 1940 siedelte sich in Senne II die Gie√üerei Tweer an. Seit 1901 war Senne II durch den Bahnhof Kracks an der Bahnstrecke Bielefeld‚ÄďPaderborn auch mit dem deutschen Eisenbahnnetz verbunden.[5]

Senne II geh√∂rte noch bis 1855 zur Pfarre Oerlinghausen, dann zur Pfarre Ubbedissen und wurde 1882 schlie√ülich eine eigenst√§ndige Pfarrgemeinde.[6]

Sennestadt im Jahr 1961
Sennestadt im Jahr 1961

Am 15. Februar 1956 gr√ľndeten der Landschaftsverband Westfalen-Lippe, der Landkreis Bielefeld und die Gemeinde Senne II die Sennestadt GmbH, um die preisgekr√∂nten Pl√§ne des Architekten und Stadtplaners Hans Bernhard Reichow zu realisieren. Ziel war, ‚Äěauf der gr√ľnen Wiese‚Äú eine neue Gro√üsiedlung vor allem f√ľr Fl√ľchtlinge und Vertriebene zu bauen. Die Sennestadt GmbH √ľbernahm den notwendigen Grunderwerb von rund 400 Hektar Fl√§che, stellte die finanziellen Mittel bereit, erschloss die Fl√§chen und ver√§u√üerte sie an Investoren und Bauwillige. Die ersten Wohnungen wurden 1958 bezogen und bis zur Mitte der 1960er-Jahre war die neue Gro√üsiedlung im Wesentlichen fertiggestellt. Zu Reichows st√§dtebaulichem Konzept geh√∂rte der Verzicht auf ein rechtwinkliges Stra√üennetz sowie auf vorfahrtsregelnde Verkehrszeichen oder Lichtzeichenanlagen.[7] Sp√§ter wurden allerdings die Hauptstra√üen in Sennestadt als normale Vorfahrtsstra√üen ausgeschildert.[8]

Sennestadt

Aus der zum Amt Brackwede geh√∂renden Gemeinde ‚ÄěSenne II‚Äú wurde mit Urkunde vom 27. April 1965 die Stadt Sennestadt. Amtlich wurde die Umbenennung am 14. Mai 1965.[9] Mit dem Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbr√ľck und von Teilen des Kreises Bielefeld wurden die kommunalen Verh√§ltnisse im Raum Sennestadt zum 1. Januar 1970 neu geordnet. Sennestadt wurde amtsfrei und Rechtsnachfolger des aufgel√∂sten Amtes Brackwede. Gleichzeitig wurde das direkt an Eckardtsheim grenzende Gebiet der Kolonie Wilhelmsdorf aus der zum Kreis Wiedenbr√ľck geh√∂renden Gemeinde Sende nach Sennestadt umgemeindet.[10]

Im Rahmen der kommunalen Neugliederung des Raums Bielefeld wurde Sennestadt am 1. Januar 1973 nach Bielefeld eingemeindet.[11] Gegen die Eingemeindung gab es in Sennestadt erheblichen Widerstand. Die juristischen Einwendungen bis hin zum Verfassungsgericht gegen die im Bielefeld-Gesetz festgeschriebene Gebietsreform blieben jedoch erfolglos.

Stadtbezirk Sennestadt

In der vergrößerten Stadt Bielefeld wurde der Stadtbezirk Sennestadt eingerichtet, bestehend aus

  • dem Gebiet der Stadt Sennestadt ohne die Gebiete westlich der Autobahn A 2
  • den Gebietsteilen von Senne I, die √∂stlich der Autobahn A 2 lagen
  • den Gebietsteilen von L√§mershagen-Gr√§finghagen, die s√ľdlich des Hauptkamms des Teutoburger Waldes lagen.

Seit 1973 ist die Stadt Bielefeld alleinige Gesellschafterin der Sennestadt GmbH.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1812 858[12]
1843 1.129[13]
1864 1.026[14]
1885 963[15]
1910 1.597[16]
1925 1.823[15]
1939 2.521[15]
1966 18.245[17]
2010 21.001[18]
Jesus-Christus-Kirche
St. Thomas Morus-Kirche

Religionen

Die Evangelische Kirchengemeinde Sennestadt geh√∂rt mit drei Predigtst√§tten zum Kirchenkreis G√ľtersloh der Evangelischen Kirche von Westfalen. Die gr√∂√üte davon ist die im geografischen Zentrum der Sennestadt gelegene und architektonisch interessante Jesus-Christus-Kirche, die 1966 eingeweiht wurde. Nahe der ehemaligen B 68 liegt die sehenswerte, 1894 erbaute Kreuzkirche. Die dritte Predigtst√§tte ist das Paul-Gerhardt-Haus im Ortsteil Dalbke.

Die beiden katholischen Kirchengemeinden Sankt Thomas Morus und Sankt Kunigunde gehören zum Dekanat Bielefeld-Lippe des Erzbistums Paderborn.

Des Weiteren gibt es in Sennestadt eine evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten) und eine neuapostolische Gemeinde. In der Dunlopstra√üe befindet sich ein K√∂nigreichsaal der Zeugen Jehovas, der dort 1986 erbaut wurde. Zuvor wurde ein angemieteter Saal an der B 68 genutzt, der mit der Zeit die wachsende Gemeinde nicht mehr aufnehmen konnte. Au√üerdem steht an der Elbeallee die Beyazit-Moschee.

Die russisch-orthodoxe Gemeinde in Sennestadt

Schon 1958 fanden in Sennestadt die ersten russisch-orthodoxen Gottesdienste statt. Die Gemeinde, die zur russischen Exilkirche geh√∂rte, war sehr klein und bestand vornehmlich aus ehemaligen Kriegsgefangenen aus dem Zweiten Weltkrieg, die sich in der neu gebauten Beckhofsiedlung (benannt nach dem Neusiedlerhof Alter Beckhof) niederlie√üen. Die Gottesdienste fanden meist im Speisesaal des damaligen Altenheimes statt. 1962 wurde mit dem Bau einer Kirche begonnen. Die n√∂tigen Arbeiten wurden von einer schwedischen Firma durchgef√ľhrt. Der Kirchenbau wurde auch vom nordrhein-westf√§lischen Kulturministerium sowie von der katholischen und der evangelischen Kirche bezuschusst. Die Kirche wurde zum orthodoxen Kreuzerh√∂hungsfest am 14. September 1962 eingeweiht. Zur Kirchenweihe kamen zahlreiche G√§ste, darunter diverse Kommunalpolitiker und Vertreter der russisch-orthodoxen, der serbisch-orthodoxen sowie der evangelischen und der katholischen Kirche. Die neue Kirche wurde in der Umgebung von den Menschen Beckhofkirche genannt, ihr eigentlicher Name ist bis heute jedoch Russische Orthodoxe Verkl√§rungskirche Bielefeld-Sennestadt. Sie wurde gelegentlich auch von der serbisch-orthodoxen Kirchengemeinde mitbenutzt. Die Gottesdienste wurden jeden ersten und dritten Sonntag im Monat sowie an orthodoxen Feiertagen gefeiert.

In den 1980er- und 1990er-Jahren wuchs die russisch-orthodoxe Gemeinde stark an. Der Grund hierf√ľr war der Zuzug von Sp√§taussiedlern, von denen die meisten zwar evangelischer Konfession waren, eine stattliche Minderheit aber der Russisch-Orthodoxen Kirche angeh√∂rte. Im September 2000 wurde eine kirchliche Sonntagsschule f√ľr Kinder und eine Bibliothek er√∂ffnet, wenig sp√§ter auch ein Friedhof. Im Dezember 2008 beschloss die Gemeinde, das Grundst√ľck mit dem alten Versorgungszentrum an der Beckhofstra√üe zu kaufen und aus dem Versorgungszentrum eine Kirche zu machen. Seit April 2009 finden dort jeden Samstagabend, Sonntagmorgen und an orthodoxen Feiertagen Gottesdienste statt. Dabei sollen im Versorgungszentrum nicht nur Gottesdienste stattfinden, sondern dort sollen k√ľnftig auch die Sonntagsschule, die Bibliothek, der Gemeinschaftsraum, der Speisesaal mit K√ľche (bisher im evangelischen Gemeindehaus) und die Privatwohnung des Priesters untergebracht werden. Die Gemeinde geh√∂rt zur Russisch Orthodoxen Di√∂zese des orthodoxen Bischofs von Berlin und Deutschland. Die Di√∂zese geh√∂rt zur Russisch Orthodoxen Kirche im Ausland, dessen Oberhaupt Metropolit Ilareon mit Sitz in New York (USA) ist.

Politik

Die Sennestädter Bezirksvertretung hat 15 Sitze, die sich seit der Kommunalwahl vom 30. August 2009 wie folgt zusammensetzen:

Parteien/Wählergemeinschaften Stimmen Sitze
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 37,6 % 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 36,8 % 5
Gr√ľne B√ľndnis 90/Die Gr√ľnen 10,1 % 1
BfB B√ľrgergemeinschaft f√ľr Bielefeld 3,7 % 1
FDP Freie Demokratische Partei 5,5 % 1
Die Linke Die Linke 4,4 % 1
Gesamt 100 % 15

Bezirksb√ľrgermeisterin ist Elke Klemens (SPD) und Stellvertretender Bezirksb√ľrgermeister ist Peter Kramer (CDU).

Die B√ľrgermeister und Bezirksvorsteher Sennestadts seit Erteilung der Stadtrechte 1965:

  • 1965‚Äď1979 Hans Vogt (SPD)
  • 1979‚Äď1991 Horst Thermann (SPD)
  • 1991‚Äď1999 Elke Klemens (SPD)
  • 1999‚Äď2004 Peter van Hekeren (CDU)
  • 2004‚Äď2007 Karl Wolff (CDU)
  • seit 2007 Elke Klemens (SPD)
Das Wappen von Sennestadt

Wappen

Blasonierung: ‚ÄěUnter dem roten Ravensberger Sparren auf einem roten Dreiberg, der mit zwei silbernen Rosen (f√ľr Senne II) mit goldenen Butzen und gr√ľnen Kelchbl√§ttern belegt ist, drei naturfarbene B√§ume.‚Äú

Im Wappen sind die Heidelandschaft der Senne und der Teutoburger Wald dargestellt.

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Bauwerke

Kreuzkirche, erbaut 1894

Wahrzeichen aus alter Zeit ist die Kreuzkirche von 1894, die im besonderen Kontrast zum nur etwa 200 m entfernten Sennestadthaus steht, dem modernen Wahrzeichen des Stadtbezirks. Sein typisches Aussehen erlangt das Sennestadthaus unter anderem durch den Vorbau, der durch im Wasser stehenden S√§ulen getragen wird sowie die Skulptur ‚ÄěKosmisches Raumelement‚Äú des Bildhauers Bernhard Heiliger an der Au√üenfassade tr√§gt. Im Januar und Februar 2007 wurde die Fassade des Sennestadthauses mit einer modernen Glasfassade runderneuert. Die Kosten trug die Sennestadt GmbH, eine einhundertprozentige Tochter der Stadt Bielefeld.

Kulturdenkmäler

Zu einem der ältesten Kulturdenkmäler in der Senne gehören die zwei sogenannten Mordsteine, die schon seit 1660 auf dem Gebiet der heutigen Sennestadt stehen. Die Inschriften berichten von einem Mord an einer Frau und ihrem Kind.

Die Inschrift eines der beiden Steine lautet:
‚ÄěACH WIE KONS DU HERTZE LEIDEN
DA DU MIR THAETEST DEN HALS ABSCHNEIDEN
UND BEGINGEST AN MIR AN DIESEM ORD
SO EIN GRAUSAME UNERH√ĖRT MORT.
ANNO 1660“

Die Inschrift des anderen Steins ist aufgrund der Verwitterung nicht mehr zu entziffern

Aus den Aufzeichnungen Wolf Ernst Alemanns dem Commissionssecretarius und Amtsschreiber zu Sparrenberg aus dem Jahre 1688 geht ein anderer Text hervor:[19]

Stein 1
Vorderseite:
‚ÄěUXOR MARIA TAMBOUR 1660‚Äú

R√ľckseite:
‚ÄěO MENSCH SIEH AN DIE GROSSE THAT
WIE MICH MEIN MAN ERMORDET HAT
MIT MEINEM KIND VOM HALBEN JAHR
SO VON SEINEN FLEISH GEBOREN WAR, 1660“

Stein 2
Vorderseite:
‚ÄěFILIA MARIA HELENA‚Äú

R√ľckseite:
‚ÄěLORENTZ AUS SIEBERG EIN DRAGONER.
ACH VATER! WIE KONT ES DEIN HERTZE LEIDEN
DASS DU MIR TH√ĄTEST DEN HALSS ABSNEIDEN
UND B’GIGNST AN MIR AN DIESEM ORT
EIN GRAUSAM UNERH√ĖRTE MORT.
ANNO 1660“

Warum der Text im Laufe der Zeit verändert wurde, oder ob er gar von Alemann falsch wiedergegeben wurde, ist nicht mehr nachzuvollziehen.

Die Steine findet man heute abseits des Weges zwischen dem Altenwohnheim Frieda-Nadig-Haus und dem Sportplatz in einem kleinen Waldst√ľck.

Regelmäßige Veranstaltungen

WISA

In dem Zeitraum zwischen 1967 und 2007 wurde, meist Ende April bis Anfang Mai, von der ‚ÄěMesse Bielefeld GmbH‚Äú die sogenannte WISA (Akronym von ‚ÄěWirtschaftsschau‚Äú) veranstaltet. Nach dieser Messe ist auch der Veranstaltungsplatz im Ortsteil Dalbke, das WISA-Gel√§nde, benannt. Im Jahr 1967, damals noch im Stadtzentrum, fand die erste WISA statt; in den 1970er-Jahren stie√ü die Veranstaltung mit ann√§hernd einer halben Million Besucher auf erhebliches Interesse; in den letzten Jahren der WISA wurde nur noch ein Bruchteil der damaligen Besucherzahlen erreicht und das sinkende Interesse f√ľhrte letztlich zur Einstellung der Veranstaltung. Seit 2008 findet die WISA nicht mehr statt.

Volkslauf

In dem Zeitraum zwischen 1967 und 1993 fand einmal j√§hrlich der Sennest√§dter Volkslauf statt; Veranstalter war der Polizeisportverein Bielefeld. Dabei handelte es sich insbesondere in den 1970er-Jahren um eine der gr√∂√üten Volkslauf-Veranstaltungen Westfalens. Unter anderem durch die gr√∂√üer werdende Popularit√§t des Hermannslaufes, der noch heute auch √ľber Sennest√§dter Gebiet f√ľhrt, verringerte sich das Teilnehmerfeld erheblich, schlie√ülich folgte die Einstellung des Laufes. In der Zwischenzeit existierten verschiedene √úberlegungen die Laufveranstaltung wieder aufleben zu lassen, diese verliefen bislang jedoch ergebnislos.

√úberall in Sennestadt finden sich Skulpturen unterschiedlicher K√ľnstler, wie hier auf dem Reichowplatz die Skulptur ‚ÄěAuf der Lichtung‚Äú von Tony Cragg aus dem Jahre 1997

skulptur aktuell

Skulptur "Großer Minotauros" von Richard Heß aus dem Jahr 1982 am Sennestadtring

Bislang viermal ‚Äď in den Jahren 1982, 1985, 1989 und zum Jahreswechsel 2001/2002 ‚Äď wurde die Ausstellung "skulptur aktuell" durchgef√ľhrt, bei der vorwiegend im Sennest√§dter √∂ffentlichen Raum Skulpturen, Statuen und Plastiken bedeutender Bildhauer pr√§sentiert wurden. Die letzte Ausstellung fand in Zusammenarbeit mit der Kunsthochschule Burg Giebichenstein statt. Durch st√§dtische Mittel und Sponsoren konnten jeweils einige der Ausstellungsst√ľcke in Sennestadt verbleiben, so dass sich nunmehr eine relativ gro√üe Anzahl von Skulpturen im Stadtbild befindet.

Infrastruktur und Wirtschaft

Verkehr

Luftverkehr

Keine vier Kilometer vom Sennestadthaus entfernt liegt im Stadtbezirk Senne, der fr√ľheren Gemeinde Senne I, der Flugplatz Bielefeld. Ein gro√üer Motor- und Segelflugplatz befindet sich in Oerlinghausen.

Schienen- und Busverkehr

Der Bahnhof Sennestadt liegt an der Senne-Bahn (KBS 403) Bielefeld‚ÄďSchlo√ü Holte‚ÄďPaderborn. Er trug bis 1966 den Namen ‚ÄěBahnhof Kracks‚Äú nach dem Hofbesitzer Johann Kracks, auf dessen Grund die Station entstand und wird auch heute noch oft ‚ÄěKrackser Bahnhof‚Äú genannt. Die Strecke wird von der Regionalbahn 74 bedient. Betreiber im Schienenpersonennahverkehr ist die NordWestBahn. Eingesetzt werden Dieseltriebwagen vom Typ Bombardier Talent.

Im Stra√üenpersonennahverkehr stellt die Stadtbuslinie 135 an der Endhaltestelle Senne den Anschluss an die Stadtbahn Bielefeld her (10-Minutentakt, abends alle 30 Minuten). In 30- bzw. 60-Minuten-Takt fahren die Buslinie 30 vom Schloss Holte √ľber den Sennest√§dter Ortsteil Heidebl√ľmchen √ľber die zentrale Haltestelle Sennestadthaus nach Hillegossen, Heepen, Baumheide nach Brake, die Buslinie 39 vom Bahnhof Sennestadt nach Dalbke, Lipperreihe, Oerlinghausen. Die Ringlinie 37 bedient den Ortsteil Eckardtsheim und mit kurzem Fu√üweg den Bahnhof Sennestadt. Das westliche Industriegebiet wird Montags bis Freitags mit je 2 Fahrten pro Richtung durch die Linie 235 angefahren. Die Regionalbuslinie 82 verkehrt nach Stukenbrock. Eine durchgehende Busverbindung bis Paderborn besteht nicht mehr.

Im √∂ffentlichen Personennahverkehr gelten der regionale Verbundtarif ‚ÄěDer Sechser‚Äú (OWL Verkehr GmbH) und der NRW-Tarif.

Straße

Sennestadt ist √ľber die Anschlussstelle Bielefeld-Sennestadt der A 2 Dortmund-Hannover an das Fernstra√üennetz angebunden. Die Anschlussstelle befindet sich an der ehemaligen B 68 Paderborn-Osnabr√ľck, die im Bereich des Stadtbezirks zu einer Landesstra√üe herabgestuft worden ist. Teilweise auf Sennest√§dter Gebiet liegt auch das Autobahnkreuz Bielefeld, durch das die A 2 und die von Paderborn kommende A 33 verkn√ľpft sind. Die Verl√§ngerung der A 33 bis zum Ostwestfalendamm in Brackwede soll 2012 fertiggestellt werden. Die Anschlussstelle Schloss Holte-Stukenbrock der A 33 ist nur wenig mehr als einen Kilometer vom s√ľdlichen Stadtrand entfernt.

Ansässige Unternehmen

Das Sennestadthaus, Wahrzeichen von Sennestadt

√Ėffentliche Einrichtungen

Zu Sennestadt geh√∂rt Eckardtsheim mit Wilhelmsdorf, wo sich zahlreiche Einrichtungen der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel befinden. Am √∂stlichen Stadtrand mitten im Teutoburger Wald befindet sich Haus Neuland, ein Tagungshaus von √ľberregionaler Bedeutung.

Im Stadtbezirk gibt es f√ľnf Alten- und Pflegeheime: Das Frieda Nadig-Haus der Arbeiterwohlfahrt, das ev. Altenzentrum Ernst-Barlach-Haus, das Haus Elim, das Boysenhaus und das Beckhof-Altenheim.

Im Stadtbezirk befinden sich f√ľnf Filialen der Sparkasse Bielefeld, davon je eine in Dalbke und Eckardtsheim. Vertreten sind auch die Deutsche Bank, die Commerzbank und die Bielefelder Volksbank eG mit je einer Filiale.

Der Polizeibezirksdienst Sennestadt ist der Polizeiwache Brackwede mit der Hauptwache in Brackwede unterstellt. Die Polizeiwache Sennestadt liegt an der unteren Elbeallee in einem fr√ľheren Versicherungsgeb√§ude.

Der Stadtbezirk Sennestadt besitzt ein eigenes Bezirksamt im Sennestadthaus am Lindemann-Platz. Dort befindet sich auch eine Filiale des B√ľrgeramtes mit den Bereichen B√ľrgerberatung und Standesamt.

Hans-Ehrenberg-Schule

Bildung

Sennestadt besitzt mit der Hans-Ehrenberg-Schule ein Gymnasium. Es befindet sich in privater Tr√§gerschaft der Evangelischen Kirche von Westfalen. Au√üerdem bestehen die Theodor-Heuss-Realschule sowie eine Hauptschule, die Johannes-Rau-Schule, die zum Schuljahr 2008/2009 durch Zusammenlegung der Adolf-Reichwein-Schule und der Vennhofschule entstand. Den Primarbereich decken drei Grundschulen ab, die Astrid-Lindgren-Schule, die Br√ľder-Grimm-Schule und die Hans-Christian-Andersen-Schule. Hinzu kommen zwei F√∂rderschulen, die Schule f√ľr Erziehungshilfe am Schlepperweg und die Comeniusschule.

Persönlichkeiten

Trivia

Im Jahr 1956 erschien in √Ėsterreich eine Briefmarke anl√§sslich eines St√§dtebau-Kongresses; auf dieser Briefmarke ist auch der Sennest√§dter Stadtplan dargestellt.

Im Juli 1966 gastierte die Fernsehshow ‚ÄěSpiel ohne Grenzen‚Äú mit Camillo Felgen als Moderator in Sennestadt. Dabei unterlag die Sennest√§dter Mannschaft dem Team aus der belgischen Stadt Huy.

Im Jahr 2005 erhielt der Sennest√§dter Ortsteil Eckardtsheim einen Sonderpreis des Wettbewerbes ‚ÄěUnser Dorf hat Zukunft‚Äú; mit dem Preis wurde der Weg von einer Anstalt zu einem Dorf mit gemeinschaftlichem und privaten Engagement gew√ľrdigt.[20]

Im Jahr 2007 wurde eine Initiative mit dem Ziel gestartet, dass Sennestadt in das staatliche Förderprogramm Stadtumbau West aufgenommen wird.

Literatur

  • Stadt Sennestadt auf Anregung von Franz Stratmann und Gedanken von Karl Gerlach, Max Kluge und Otto Wiehage (Hrsg.): Sennestadt - Geschichte einer Landschaft. E. Gundlach, Bielefeld 1968.
  • Sennestadt-GmbH (Hrsg.): Geschichte in Daten u. Bildern 1969 - 1980. Bielefeld 1980.
  • Praxisschwerpunkt "Regional- und Raumplanung" der Universit√§t Bielefeld (Projektleiter: Reinhard Landwehr): Sennestadt: Evaluation eines st√§dtebaulichen Konzepts. Bielefeld 1984.
  • Heinrich Koch, Gunter Stratmann: Das Dreieck in der Senne : vom √Ėdland zur Sennenstadt. Thomas P. Kiper, Bielefeld 1999, ISBN 3-9803990-3-6
  • Dorothee Prins: Kunst zum Anfassen. In Sennestadt wird Kunst "unters Volk" gebracht.. In: Der Minden-Ravensberger. 59. Jahrgang, 1987, S. 94.
  • Thomas Steinfeld: Deutsche Landschaften (13): Sennestadt. Pepitahut mit Anspruch auf Besonnung. Eine Erinnerung an eine soziale Utopie. In: S√ľddeutsche Zeitung. 12. April 2003.
  • Sennestadtverein (Hrsg.): Wagnis Sennestadt. Thomas P. Kiper, Bielefeld 2005, ISBN 3-936359-08-3.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Peter Florenz Weddigen: Beschreibung des Preu√üischen Amts Heepen. In: Neues westph√§lisches Magazin zur Geographie, Historie und Statistik. 1789, S. 140 ff, abgerufen am 12. April 2010 (Digitalisat).
  2. ‚ÜĎ H√∂fe der Bauerschaft Heepensenne. In: Der Genealogische Abend. Naturwissenschaftlicher und Historischer Verein f√ľr das Land Lippe e.V., abgerufen am 22. April 2010.
  3. ‚ÜĎ Eintheilung derjenigen Cantons des Districtes Bielefeld, im Weser-Departement, enth√§lt, in welchen zwei Municipalit√§ten seyn sollen. In: Gesetz-B√ľlletin des K√∂nigreichs Westphalen. 18. Mai 1808, S. 144 f, abgerufen am 13. April 2010 (Digitalisat).
  4. ‚ÜĎ Territorial-Eintheilung des Districts Bielefeld. In: Gesetz-B√ľlletin des K√∂nigreichs Westphalen Band 2. 20. November 1812, S. 425, abgerufen am 13. April 2010 (Digitalisat).
  5. ‚ÜĎ Geschichte der Sennestadt. Sennestadtverein, 22. M√§rz 2008, abgerufen am 20. Mai 2010.
  6. ‚ÜĎ Adolf Tjaden: Das Amt Brackwede. Ein Heimatbuch. Ludwig Bechauf, Bielefeld 1948.
  7. ‚ÜĎ Sennestadt - Stadtplanung ohne Kreuzungen. In: Der Spiegel. 2. Oktober 1957, abgerufen am 22. Mai 2010.
  8. ‚ÜĎ Anne Kaestner: Sennestadt brauchte keine Vorfahrtsschilder. In: Magazin H1. Universit√§t Bielefeld, 2009, S. 26 f, abgerufen am 20. Mai 2010.
  9. ‚ÜĎ Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817 ‚Äď 1967. Aschendorff, M√ľnster (Westfalen) 1977, ISBN 3-402-05875-8.
  10. ‚ÜĎ Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbr√ľck und von Teilen des Kreises Bielefeld. In: recht.nrw.de. 4. Dezember 1969, abgerufen am 1. Mai 2010 (¬ß2, ¬ß10).
  11. ‚ÜĎ Martin B√ľnermann, Heinz K√∂stering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, K√∂ln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  12. ‚ÜĎ Westfalen unter Hieronymus Napoleon. 1812, S. 47, abgerufen am 20. April 2010 (Digitalisat).
  13. ‚ÜĎ Seemann: Geographisch-statistisch-topographische √úbersicht des Regierungsbezirks Minden. 1843, S. 52-57, abgerufen am 23. April 2010 (pdf).
  14. ‚ÜĎ Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Minden. 1866, S. 12, abgerufen am 22. April 2010 (Digitalisat).
  15. ‚ÜĎ a b c Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte. Abgerufen am 22. April 2010.
  16. ‚ÜĎ Uli Schubert: Deutsches Gemeindeverzeichnis 1910. Abgerufen am 22. Mai 2009.
  17. ‚ÜĎ Landkreis Bielefeld (Hrsg.): 150 Jahre Landkreis Bielefeld. 1966, S. 60.
  18. ‚ÜĎ Statistik Aktuell. In: Stadt Bielefeld. Stadt Bielefeld, Amt f√ľr Stadtforschung, Statistik und Wahlen, 1. Februar 2010, abgerufen am 5. Mai 2010.
  19. ‚ÜĎ Heinrich Koch, Gunter Stratmann: Das Dreieck in der Senne Bielefeld: Verlag Thomas P. Kiper, 1999, S. 102ff
  20. ‚ÜĎ Kreis G√ľtersloh (Hrsg.), Dorfwettbewerb 2005 "Unser Dorf hat Zukunft", S. 15ff (PDF; 2,3 MB) [Stand: 1. M√§rz 2007]

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