Siebenten-Tags-Adventisten


Siebenten-Tags-Adventisten
Basisdaten der Freikirche der
Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland
STA Logo deutsch.svg
Offizieller Name: Freikirche der
Siebenten-Tags-Adventisten
in Deutschland
Körperschaft des öffentlichen Rechts
Gründer: Ellen Gould White, James White,
Joseph Bates
Gründungsdatum: 1863 (in den USA)
Gastmitgliedschaft: in VEF und ACK[1]
Verbände: 2
Örtliche Gemeinden: 570
Gemeindemitglieder: 35.195 (nur getaufte
Mitglieder werden gezählt)
Krankenhäuser: 1
Kliniken für Suchtkranke: 2
Hospiz: 1
Schulzentrum mit Gymnasium,
Kolleg und Realschule:
1
Grundschulen: 4
Kindergärten: 15
Altenheime: 7
Medienzentrum: 1
Verlage: 2[2]
Beratungsstellen für
Suchtgefährdete:
3
Psychosoziale
Beratungsstellen:
8
Suppenküchen: 7
Selbsthilfe- und
Abstinenzgruppen:
37
Übernachtungshaus
für Frauen:
1
Hochschule: Theologische Hochschule
Friedensau
Offizielle Website: www.adventisten.de

Die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) ist eine protestantische Freikirche, die im 19. Jahrhundert in den USA gegründet wurde. Die Kirche ist die größte adventistische Religionsgemeinschaft.

Inhaltsverzeichnis

Name

Der Name „Siebenten-Tags-Adventisten“ nimmt darauf Bezug, dass die Kirchenmitglieder Adventisten sind, also an eine baldige Wiederkehr von Jesus Christus glauben und den siebten Wochentag nach der biblischen Zählung, den Samstag (Sabbat), heilig halten; anders als die meisten Christen, die den ersten Wochentag (nach der kirchlichen Zählung der Sonntag) als Tag der Auferstehung feiern.

Verbreitung

Entwicklung der Gemeindegliederzahl

Die Siebenten-Tags-Adventisten selbst bezeichnen die Gläubigen in ihrer Gemeinschaft, wie auch andere reformierte Kirchen tun, als Gemeindeglieder, Glieder der Gemeinde oder meist kurz als Glieder.

Weltweit

1961 hatte die Kirche zum ersten Mal mehr als 1 Million Mitglieder, zur Jahrtausendwende überstieg die Mitgliederzahl die 10 Millionen und Mitte 2010 waren es ca. 16,6 Millionen.[3] Die Zahlen beziehen sich nur auf getaufte Glieder. Kinder aus adventistischen Familien sind nicht mitgezählt. Zusammen mit den noch nicht getauften Kindern und Jugendlichen besuchen weit über 25 Millionen Menschen die adventistischen Gottesdienste.

Zum Vergleich der Größenordnung: Weltweit gibt es derzeit etwa 71 Millionen Lutheraner (hier sind die Kinder auch offizielle Glieder, da die Kindertaufe praktiziert wird).

Innerhalb von fünf Jahren (2000–2005) verließen 1,5 Millionen Menschen die Kirche.[4]

Entwicklung der Mitgliederzahl von 1863 bis 2006[5]


Gemeindeglieder in Deutschland

(Stand: 31. Dezember 2010) Quelle: Adventistischer Pressedienst [6]
  Jahr
2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 [7]
Gemeinden 569 576 576 576 572 578 586 572 570
Mitglieder 35.948 35.990 36.030 36.127 36.022 35.925 35.651 35.386 35.195
Taufen 862 706 736 796 757 666 618 628 597
Zuzug/Abwanderung +166 +134 +58 +66 -32 -4 -39 -119
Todesfälle 588 535 503 530 556 525 533 532 488
Austritte/Ausschlüsse 295 263 251 240 274 231 300 242 304
Nettowachstum +125 +42 +40 +92 -102 -97 -274 -265 -191

Mitglieder in Österreich

In Österreich gab es am 1. Januar 2009 insgesamt 49 Gemeinden mit 3.871 getauften Mitgliedern, die von 29 ordinierten Pastoren betreut wurden.

Mitglieder in der Schweiz

In der Schweiz leben 4.400 erwachsene getaufte Siebenten-Tags-Adventisten.

Lehre

In weiten Teilen ähnelt die Lehre der Siebenten-Tags-Adventisten der Lehre von anderen protestantischen und insbesondere baptistischen Kirchen. So gilt die Bibel als die einzige religiöse Autorität. Es gibt aber auch einige charakteristische Unterschiede.

Glaubensartikel

Die Lehre wird derzeit in 28 Glaubenspunkten offiziell beschrieben.[8] Diese Glaubenspunkte beschreiben unter anderem das Gottesverständnis, die Rolle Jesu Christi, die Dreieinigkeit, das Bibelverständnis, die Lehre vom Sabbat, von der Gemeinde (Kirchenverständnis), von der Gemeindefinanzierung, vom christlichen Lebensstil, von Tod und Auferstehung, von der Endzeit, der damit verbundenen Wiederkunft Christi und der neuen Erde. Gemäß dem Vorwort der Glaubensartikel sind diese nicht statisch, sondern können und sollen je nach Erkenntnisstand durch eine Generalkonferenz angepasst werden.

Sabbat

Anders als die Mehrzahl der christlichen Kirchen, die den Sonntag für den regelmäßigen wöchentlichen Gottesdienst nutzen, beachten die Siebenten-Tags-Adventisten den Samstag als gottesdienstlichen Ruhetag, der nach dem hebräischen Wort im Urtext, als Šabbat bezeichnet wird. Die Gemeinschaft beruft sich damit auf den vermuteten Endzeitglauben der Urgemeinde aus Judenchristen. Der Sabbat beginnt freitags mit dem Sonnenuntergang und endet samstags ebenfalls mit dem Sonnenuntergang. Ausgangspunkt für diese Lehre sind der Schöpfungsbericht (1 Mos 2,3 EU „und Gott segnete den siebenten Tag und heiligte ihn“) und das vierte der Zehn Gebote (2 Mos 20,8-11 EU, nach Zählung anderer Kirchen das 3. Gebot), in dem die Heiligung & das Gedenken des Schabbats ausschließlich für Juden vorgeschrieben wird: „der siebente Tag ist der Sabbat des Herrn“. Der Ruhetag wird bei der Gesetzgebung am Sinai außerdem als besonderes Zeichen des Bundes zwischen Gott und den Juden, seinem Volk, dem Volk Israel, bezeichnet (2 Mos 31,13.16.17 EU).

Gemäß des Neuen Testaments sei der Ruhetag der Sabbat. Daher glauben die Siebenten-Tags-Adventisten, dass der samstägliche Ruhetag, wie alle der Zehn Gebote, auch von ihnen als unauflösliche Weisung Gottes einzuhalten sei. Die jüdische Lehre jedoch, sieht für alle Nicht-Juden, zu denen die Adventisten zweifelsfrei gehören, lediglich die Einhaltung der sieben Noachidischen Gebote vor. Die 13 Gebote, welche für das Judentum in den so genannten "10 Geboten" enthalten sind, stellen nur einen Teil, der für die Juden vorgesehenen 613 Gebote, dar. Adventisten sehen den Samstag als eine Zeit der Ruhe, die Zeit für die Gemeinschaft mit ihrem christlichen Gott und mit dem Nächsten bietet. Er ist für sie eine wöchentliche Vergegenwärtigung der Erlösung in Christus von der vererbt geglaubten Ursünde aller Menschen und den christlichen Sünden allgemein. Er setzt für sie dem menschlichen Tun heilsam seine Grenzen und rückt das schöpferische und erlösende Handeln ihres christlichen Gottes in den Mittelpunkt. Dieser Glaube ist nicht in den jüdischen Schriften und Traditionen begründet, und stellt eine heidenchristliche Erweiterung der Glaubensvorstellungen der spätantiken Urgemeinde aus Judenchristen dar. Diese Erweiterungen des Glaubens, wurzeln in den christlichen Dogmen der frühmittelalterlichen katholischen Kirche. Es werden hier also später entstandene Glaubensdogmen der christlichen, tinitarischen, neutestamentarischen Religion auf angenommene Glaubensvorstellungen einer früher schon ausgelöschten und auch von Frühchristen verfolgten jüdischen antiken Sekte, der Urgemeinde, rückbezogen und als neuer synthetischer Glauben tradiert. Es steht jeder heidnischen Religion frei, den Sabbat zu simulieren, als Bestandteil des Gottesworts für sein jüdisches Volk und des ewigen und gültigen Bundes Gottes mit seinem Volk Israel, ist die Heiligung & das Gedenken des Sabbat gleichwohl nur verbindlich und wirksam in lebendiger jüdischer Tradition.

In Deutschland regelt die DIN ISO 8601:2006 den Beginn der Woche. Während früher der Sonntag als erster Tag der Woche normiert war, wurde die Normierung geändert, und der Montag als neuer Beginn der Woche festgelegt. Die christlichen Kirchen halten davon abweichend weiterhin am Sonntag als ersten Wochentag fest.

Taufe

Die Siebenten-Tags-Adventisten praktizieren (wie auch viele andere Kirchen) die Glaubenstaufe durch Untertauchen. Sie sind der Auffassung, dass die persönliche Umkehr zu Gott, der persönliche Glaube an Jesus Christus als den Erretter und die bewusste Entscheidung Grundvoraussetzungen für die Taufe sind. Sie betrachten die Glaubenstaufe als Voraussetzung für die Mitgliedschaft. Vor der Taufe erfolgt ein gründliches adventistisches Bibelstudium. Die Gemeinde hat ein Recht darauf, Glaubensbekenntnis und Haltung der Person kennenzulernen, die in die Gemeinde aufgenommen werden möchte.[9] Daher stellt sich der Taufkandidat in der Regel der Gemeinde oder dem Gemeindeausschuss vor und kann dabei seinen Glauben bekennen. Die Taufe erfolgt in Taufbecken, die bei größeren Gemeindehäusern in den Gottesdienstsaal eingebaut sind, oder bei geeignetem Wetter auch in Flüssen oder Seen. Gleichzeitig mit der Taufe erfolgt die Aufnahme in die Gemeinde. Der Übertritt in die Freikirche ist ohne erneute Taufe möglich, wenn eine vorherige Glaubenstaufe aus einer anderen Kirche vorliegt. Eine als Säugling oder Kleinkind empfangene Taufe (Kindstaufe) wird nicht anerkannt.

Hölle und der Zustand der Toten

Hinsichtlich der Hölle und des Zustandes der Toten vertreten die Siebenten-Tags-Adventisten den Standpunkt des Annihilationismus: Sie betrachten den Tod als einen Zustand des Schlafs und begründen dies mit Bibelstellen wie Koh 9,5+6+10 EU. Sie lehren, dass ein Mensch die Zeit seines Todes nicht bewusst erlebt und lehnen die Ansicht ab, dass die Menschen direkt nach dem Tod in den Himmel oder in die Hölle kommen (siehe 1 Thess 4,13ff EU). Diese Zeit endet mit der Auferstehung, die (im Falle der Gerechten) zur Wiederkunft Christi bzw. (im Falle der Gottlosen) nach dem Millennium (Offb 20 EU) geschieht. Es schließt sich dann das Jüngste Gericht an. Dieses endet für die Gottlosen nicht mit einer ewigen Qual in einer feurigen Hölle, sondern mit der endgültigen Vernichtung bzw. Auslöschung – wobei die formale Zugehörigkeit zu den Siebenten-Tags-Adventisten keine automatische Rettung bedeutet und auch Angehörige anderer Kirchen Rettung finden werden: Allein der lebendige Glaube an Jesus Christus als Erlöser und Herr ist entscheidend, wobei die Gläubigen sich nicht anmaßen sollen, entsprechende Urteile über andere Menschen zu sprechen.

Wiederkunft Christi

Die Siebenten-Tags-Adventisten erwarten die baldige Wiederkunft Christi, ein christliches Konzept, welches keine Grundlage in den jüdischen Schriften hat. Diese Hoffnung, welche auf den Glaubensschriften des Neuen Testaments beruht, gründen sie auf die Auslegung der Erzählungen Jesu und der Apostel, die in der Wiederkunft Jesu die Vollendung der christlichen Erlösung versprechen (Joh 14,1–3 NeÜ; Mt 24,30 NGÜ; Hebr 9,28 EU). Was den Zeitpunkt seines zweiten Kommens betrifft, verweisen Siebenten-Tags-Adventisten einerseits auf die vorhergesagten Zeichen (Mt 24 LUT; Mk 13 LUT, Lk 21,25–28 LUT), die versprechen, dass der Tag, der seit nunmehr rund zweitausend Jahren naherwartet wird, nicht mehr fern sein kann. Zugleich warnen sie aber vor jeder zeitlichen Fixierung, weil der Zeitpunkt den Menschen verborgen bleibe (Mt 24,36 HFA). In dieser doppelten Betonung wird sowohl eine überhitzte Naherwartung als auch eine leichtfertige Gleichgültigkeit vermieden. Damit fühlen sie sich zu einem Leben in steter Bereitschaft berufen, die sich in tätigem Dienst für das Wohl dieser Welt und der Verkündigung des christlichen Evangeliums manifestiert (Mt 24,14–44 LUT; Mt 25,40 LUT).

Lebensführung

Die Siebenten-Tags-Adventisten fassen den menschlichen Körper als ein Haus Gottes auf (1 Kor 6,19–20 NGÜ), daher legen sie hohen Wert auf eine gesunde Lebensführung und sollen Alkohol, Tabak und andere Rauschmittel meiden. Zudem werden einige biblischen Speisegebote (siehe 3. Mose, Kapitel 11 LUT ) eingehalten; Adventisten essen daher beispielsweise kein Schweinefleisch, kein Kaninchen und keine Schalentiere (Muscheln, Krabben). Viele Siebenten-Tags-Adventisten ernähren sich vegetarisch (fleischlos).

Im 19. Jahrhundert gehörten die Siebenten-Tags-Adventisten zu den Vorreitern der Lebensreform-Bewegung. Der Erfinder der Cornflakes, J. H. Kellogg, war Adventist. Im Reformhaus sind bis heute viele Produkte von Firmen mit adventistischem Ursprung (Beispiel: De-Vau-Ge Gesundkostwerk[10]) erhältlich.

Insgesamt sollen Adventisten ein Leben führen, das weder ausschweifend noch asketisch (enthaltsam) ist.

Ellen White

Ellen G. White (1827–1915) war Mitbegründerin der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten und gilt in dieser als „Bote“ bzw. „Botin“ (vgl. z. B. A Letter to Dr. Paulson: St. Helena, California – June 14, 1906 in Ellen G. White and Her Writings) [1]. [11]

Ihre außergewöhnlich zahlreichen Schriften prägen die Freikirche bis heute. Die Kirche glaubt, dass sie ein fortwirkender, bevollmächtigter Ausdruck der Wahrheit sind und zu Trost, Führung, Unterweisung und Zurechtweisung taugen. Die Kirche betont, dass ihre Lehre nicht auf Ellen White zurückgeht; Ellen White habe die Lehren der Adventisten nachträglich (zum Teil durch Visionen) bestätigt und ihnen damit innerhalb der Gemeinschaft Geltung verschafft. Sie betont weiterhin, dass die Schriften von Ellen White nicht gleichwertig mit der Bibel seien.

Ellen White wies auch selbst darauf hin, dass man ihre Schriften nicht über oder gleichrangig neben die Bibel stellen solle, da ihre Botschaften nichts Neues brächten, sondern nur auf vergessene oder zu wenig berücksichtigte Bibelstellen hinwiesen. Ihre Schriften heben hervor, dass die Bibel der Maßstab ist, an dem alle Lehre und Erfahrung geprüft werden muss.

Die Rolle von Ellen White wurde von Anfang an kontrovers beurteilt und in der Geschichte der Freikirche immer wieder diskutiert. Ihre Geltung hat sich aber in der oben beschriebenen Art und Weise gefestigt. Manche Kritiker haben ihretwegen die Kirche verlassen, während andere einen wichtigen Beitrag dabei leisteten, dass die offizielle Stellungnahme der Kirche Ellen White gegenüber ausgewogen und nüchtern wurde.

Bedeutung der Bibel

Adventisten sehen die Bibel als verbindliches Wort Gottes[12] und höchste religiöse Autorität[13], wobei nur die in den protestantischen Kirchen gezählten 66 Bücher des Alten und Neuen Testamentes (ohne Apokryphen) als kanonisch angesehen werden.

Adventisten zeichnen sich in der Regel durch ein gutes Bibelwissen aus. Eine wichtige Rolle spielt dabei das wöchentliche Bibelgespräch, welches Bestandteil des adventistischen Sabbat-Gottesdienstes ist. Dabei wird quartalsweise anhand eines von der Generalkonferenz herausgegebenen Studienhefts ein biblisches Buch oder Thema in Gruppen besprochen. Ebenfalls gibt es in manchen Gemeinden die Möglichkeit, aktuelle Themen aus dem Weltgeschehen, sowie eigene biblische Themen zu diskutieren und anhand der Bibel zu beleuchten.

In der adventistischen Bibelauslegung wird den apokalyptischen Büchern Daniel und Offenbarung besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Die evangelikale Grundhaltung der Kirche hat auch Auswirkungen auf die Bibelauslegung, so werden beispielsweise die historisch-kritische Exegese und die Evolutionstheorie abgelehnt.

Gottesdienst und Praxis

Adventhaus in Oldenburg (Oldb.)

Adventistische Gottesdienste sind länger als der klassische evangelische Gottesdienst. Sie dauern etwa zwei Stunden:

  • Der erste Teil ist die sogenannte „Bibelschule“ (auch Sabbatschule) und dauert ca. eine Stunde. Dabei diskutieren Jugendliche und Erwachsene in Gruppen über die Bibel, für die Kinder gibt es ein separates Programm. Das Bibelgespräch wird durch ein Studienheft zur Bibel unterstützt, das von der Weltkirchenleitung herausgegeben wird. Dieses Heft ist so aufgebaut, dass man sich jeden Tag mit einem Teil eines Themas in der Bibel (Buch oder Themengebiete mit Bibelstellen) zu Hause beschäftigen kann. Am Sabbat (Samstag) wird dann in der Gemeinde darüber gesprochen.
  • Der zweite Teil des Gottesdienstes mit Predigt und Gesang dauert in etwa noch einmal eine Stunde. Entsprechend der presbyterianischen Tradition sind die Gottesdienste liturgisch sehr schlicht, die Predigt steht im Mittelpunkt. Die Predigttexte werden vom Pastor oder Ältesten frei gewählt. Das Kirchenjahr spielt keine Rolle. Erntedank, Weihnachten und Ostern werden jedoch seit einiger Zeit in vielen Adventgemeinden gefeiert, Gottesdienste am Ostersonntag in der Regel nicht. In der Gestaltung der Gottesdienste sind die Gemeinden weitgehend frei.

Abendmahlsgottesdienste werden in reformierter Tradition vierteljährlich gefeiert. Sie beginnen mit der Fußwaschung. Das Abendmahl wird als offene Kommunion gefeiert, alle gläubigen Christen sind dazu eingeladen. Beim Abendmahl werden ungesäuertes Brot und unvergorener Traubensaft verwendet, Reste sollen nach dem Gottesdienst „in angemessener Weise“[14] entsorgt werden. „Sie werden nicht in den alltäglichen Gebrauch zurückgenommen.“[15] Brot und Traubensaft werden durch die Reihen gegeben, in der Regel werden Einzelkelche angeboten. Voraussetzung für den Empfang des Abendmahls ist Einkehr und Buße. Dabei gibt es keine feste Beichtliturgie. Die Leitung darf nur durch ordinierte Pastoren und Älteste erfolgen, Diakone dürfen assistieren.

Die aktuellen Gesangbücher der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland sind Wir loben Gott mit alten und traditionellen Kirchenliedern, Leben aus der Quelle mit neuerer Lobpreis-Musik. Bis in die 1980er-Jahre hinein wurde das Buch Zionslieder verwendet.

In Europa sind die meisten Adventhäuser eher schlicht eingerichtet. Die typische Kirche gibt es selten. In Deutschland existieren davon nur drei, die anderen Gemeinden haben meist schlichte Gemeindehäuser oder Räumlichkeiten. In den USA gibt es prächtige Kirchen.

Organisation

Organisatorisch bestehen große Parallelen zur methodistischen Kirche, aus der viele Gründungsmitglieder der STA stammten. Die Kirche ist presbyterianisch-synodal als Weltkirche organisiert. Sitz der Weltkirchenleitung, ebenfalls Generalkonferenz genannt, ist Silver Spring in Maryland (USA). Die Generalkonferenz ist ein parlamentarisch gewähltes Gremium, dem ein Präsident – zurzeit (2010) Ted Wilson[16] – vorsteht. Als Kirchenleitung ist sie für die Einheit im Glauben, Lehrfragen und Weltmission zuständig.

Als Generalkonferenz („General Conference Session“) wird zugleich auch die alle fünf Jahre stattfindende Vollversammlung der Kirche bezeichnet.[17] Hier finden sich aus allen Ländern gewählte Delegierte zusammen, um wichtige Beschlüsse zu fassen, ein neues Präsidium zu wählen, aber auch um gemeinsam mit ihren Glaubensfreunden aus aller Welt Gottesdienste zu feiern. Die Generalkonferenz dauert jeweils eine Woche, ist für alle Interessierten offen und findet an wechselnden Orten statt. Im Jahr 2000 fand sie in Toronto, Kanada statt, 2005 in St. Louis, Missouri (USA), 2010 in Atlanta, Georgia (USA).

Die Weltfelder (Divisionen) sind Teil der Generalkonferenz.[18] Davon bestehen zurzeit 13, Deutschland ist Teil der Euro-Afrika-Division mit Sitz in Bern, Schweiz. Zu dieser Division gehören die meisten Länder Mitteleuropas, Nordafrika, die Türkei, Rumänien und Bulgarien.

In der nächsten Organisationsebene folgen die Verbände oder Unionen [19] , die häufig einen Staat umfassen. In Deutschland gibt es 2 Verbände, den Norddeutschen Verband mit Sitz in Hannover und den Süddeutschen Verband mit Sitz in Ostfildern. Vereinigungsversuche beider Verbände waren bislang nicht erfolgreich, es bestehen unterschiedliche theologische Akzente. Der Norddeutsche Verband gilt als liberaler und progressiver, der Süddeutsche als konservativer und traditioneller.

Die Verbände unterteilen sich in Deutschland in Vereinigungen, die ein Bundesland, aber auch mehrere Bundesländer umfassen. In den Vereinigungen erfolgt die eigentliche Gemeindearbeit, sie sind die Arbeitgeber der Pastoren und Besitzer der Gemeindehäuser (Kirchen).

Die Ortsgemeinde (wird in Deutschland in der Regel Adventgemeinde genannt) ist die kleinste organisatorische Einheit. Sie wird von ordinierten Ältesten und von einem gewählten Gemeindeausschuss geleitet, dem immer auch der zuständige Pastor angehört. Pastoren können auch für mehrere Ortsgemeinden zuständig sein. Große Ortsgemeinden haben oft mehrere Pastoren. Die Größe der Ortsgemeinden bewegt sich zwischen 20 und 500 Mitgliedern (ohne Kinder, noch nicht getaufte Jugendliche und Gäste), im statistischen Mittel bei etwa 60 Mitgliedern je Ortsgemeinde.

Alle Dienste werden demokratisch bzw. (kirchen-)parlamentarisch gewählt. Die Kirche hat sich mit dem von der Weltkirchenleitung veröffentlichten Gemeindehandbuch (engl. Church Manual[20]) eine Verfassung gegeben, in der Organisation und Wahlen, die einzelnen Dienste (Älteste, Bibelgesprächsleiter, Diakone, Pastor etc.) ebenso wie Fragen der Mitgliedschaft (Taufe, Aufnahme, Austritt, Ausschluss, Umzug) und der Lehre geregelt sind.

In Deutschland ist die STA mit 35 anderen, bundesweiten Verbänden Mitglied im bka e. V., dem Bundesverband Kulturarbeit in der evangelischen Jugend e. V. Die Verbände sichern in ihrer Breite und mit Hilfe ihrer fachlichen Kompetenz die Vielfalt und Qualität der Jugendkulturarbeit im Bundesverband Kulturarbeit in der evangelischen Jugend e. V. und können nicht zuletzt durch den Verbund im bka e. V. bundesweit wirksam werden.

Geschichte

Im 19. Jahrhundert gab es in Europa und in den Vereinigten Staaten verschiedene religiöse Bewegungen. Christen auf unterschiedlichen Kontinenten berechneten unabhängig voneinander Daten, an denen Jesus Christus wiederkommen würde (so beispielsweise der württembergische Prälat Albrecht Bengel das Jahr 1836 und in den USA der Baptisten-Pastor William Miller das Jahr 1844, siehe Millerbewegung). Aus dem Zusammenbruch der Millerbewegung entwickelten sich christliche Gruppierungen, die die Bibel intensiv zu studieren begannen. Teile dieser Gruppierungen schlossen sich am 23. Mai 1863 in Battle Creek (Michigan)[21] zur Gemeinschaft bzw. später Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zusammen.

Joseph Bates

Joseph Bates gilt als Mitbegründer der Siebenten-Tags-Adventisten. Er brachte den Sabbat-Gedanken in die Bewegung, den er von den Siebenten-Tags-Baptisten übernahm. Hiram Edson (1806–1882) war eine weitere wichtige Persönlichkeit in der Entstehungsphase der Adventisten. Er kam zu dem Schluss, dass das von Miller errechnete Datum richtig, aber dessen Interpretation falsch sei und dass Jesus vielmehr im Jahre 1844 im Himmel ins Allerheiligste eingetreten sei, um dort Gericht zu halten über die bisher Verstorbenen.

Weltweite Mission

Im Grundsatzprogramm der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten heißt es, dass das Evangelium allen Menschen gebracht werden müsse, zugleich respektieren die Adventisten aber auch die religiöse Freiheit aller Menschen. Das ist auch der Grund, warum der Adventismus weltweite Verbreitung fand. In einigen Ländern haben die Adventisten schon eine längere Tradition, in anderen hingegen wurden erst vor ein paar Jahren Gemeinden gegründet. Die Adventisten versuchen auch durch Radioprogramme und Fernsehsender wie den Hope Channel den Menschen vom Messias zu erzählen.

Die wichtigsten adventistischen Missionare waren:

Michael Belina Czechowski, erster Advent-Missionar

Die in den USA entstandene Adventbewegung wurde dort hauptsächlich von ehemaligen Mitgliedern der Baptisten und Methodisten gegründet. In Deutschland spielte auch der Pietismus eine große Rolle bei der Mission. In Rumänien waren die ersten Anhänger der Freikirche deutschstämmige Sabbatianer gewesen. Auch in Russland spielte die judaisierte Bewegung der Subbotniki[22] sowie der Russlandmennoniten und der schwäbischen Radikalpietisten eine Rolle. Heutzutage haben die Adventisten Zulauf aus allen Konfessionen und Religionen.

In vielen Staaten der Erde gehören die Siebenten-Tags-Adventisten zur Gruppe verfolgter Christen. Dennoch nahm die Zahl der Adventisten in den letzten Jahren enorm zu (hauptsächlich in Südamerika und Afrika), während das Gemeindewachstum in Europa und den USA eher stagnierte oder rückläufig war.

Die erste adventistische Mission außerhalb der USA begann um 1865 in Italien und der Schweiz. Der Prediger Michael Belina Czechowski missionierte die dortigen Gemeinden, allerdings hatte er keinen Kontakt mehr zu der Freikirchenleitung in den USA, sodass diese Gruppen keine offiziellen Glieder der Kirche waren. Erst Jahre später nahmen sie Kontakt mit Siebenten-Tags-Adventisten in Amerika auf. Seitdem entwickelte die Kirche ihre weltweite Mission.

Adventisten in Deutschland

Nachdem sich die Adventgemeinden in den USA etabliert hatten, wurden seit 1874 Missionare nach Deutschland ausgesandt. John Nevins Andrews begann damit, die Adventbotschaft auch hier zu verbreiten. Ein wichtiger Grundstein für die Gemeindegründungen in Deutschland waren die zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Bergischen Land entstandenen pietistischen Gemeinschaften. Heinrich Lindermann (1806–1892) gründete im Dezember 1852 unter den Erweckten die Getaufte Christen-Gemeinde. Seit 1867 kam diese Gemeinschaft zu der Erkenntnis, den Sabbat als den biblischen Ruhetag anzunehmen. Um 1875 gab es in Vohwinkel, Solingen und Mönchengladbach Anhänger dieser Gruppe. Im August 1875 hielt der Missionar Jakob Erzberger in einer Hotelhalle in Solingen erste Bibelstunden ab, an denen mehrere hundert Menschen teilnahmen. Zwar schloss sich Lindermann der Adventbewegung nicht an, dennoch ließen sich viele seiner Anhänger adventistisch taufen. Die erste Taufe fand am 8. Januar 1876 in der Nähe von Solingen statt. 1889 wurde in Hamburg ein Missionszentrum von Ludwig Richard Conradi gegründet. Von hier aus sollte die Botschaft auch nach Afrika und Asien verbreitet werden. In den Jahren darauf gründeten die Adventisten einen Verlag und die Theologische Hochschule Friedensau. Dort wurde 1905 das Gotteshaus fertiggestellt.

In der Zeit des Nationalsozialismus konnte die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten weiterhin bestehen, allerdings mit gewissen Einschränkungen. Mancherorts wurden die Adventisten stark diskriminiert und ihre Gotteshäuser wurden geschlossen, konnten jedoch bald wiedereröffnet werden, weil die Adventisten durch ihr Wohlfahrtswerk Ansehen genossen, so etwa in Kassel. Es gab unter den Adventisten auch Opfer des Holocausts, da ein Teil der Mitglieder jüdischer Herkunft war. Später, als die Situation sich verschärft hatte, wurden alle Juden oder mit Juden verheiratete Adventisten von der Gemeinschaft ausgeschlossen. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist die aus Galizien stammende Frieda Nagelberg. Vor einigen Jahren wurde ein offizielles Schuldbekenntnis von der Leitung der Siebenten-Tags-Adventisten veröffentlicht.

Jedoch gab es unter den Adventisten auch „Judenretter“, so hatte zum Beispiel der ungarische Prediger Laszlo Michnay 60 Juden versteckt und gerettet. Auch Jean Henri Weidner hat mit einer Untergrundorganisation Juden, abgeschossene alliierte Flieger und politisch Verfolgte ins sichere Schweizer Exil geleitet. [23] Er gründete 1942 eine der wichtigsten und erfolgreichsten Untergrundorganisationen (Réseau Dutch-Paris) zur Rettung von Juden vor dem Holocaust.[24]. Etwa 300 Personen gehörten zu seiner Organisation. Über 150 Mitarbeiter wurden nach und nach festgenommen, 40 davon starben an den Folgen der Haft oder wurden getötet, darunter auch seine Schwester Gabrielle. Er selbst wurde einer der meistgesuchten Untergrundführer Frankreichs. Auf Weidners Festnahme setzte die Gestapo eine Belohnung in Höhe von fünf Millionen französischen Francs aus. In der Nachkriegszeit riefen sie den Rundfunk Stimme der Hoffnung (gehört dem Adventist World Radio an) ins Leben.

Seit der Wende im Jahre 1989 kamen auch verstärkt russlanddeutsche Adventisten aus der Sowjetunion nach Deutschland. Ihre Zahl beträgt ca 8000. Neben den deutschen Gemeinden existieren heute auch einige ausländische Gemeinden, zumeist ghanaische und südslawische.

Interkonfessioneller Dialog

Insgesamt beteiligt sich die Glaubensgemeinschaft weltweit und auch in Deutschland kaum an der ökumenischen Bewegung. Von der historisch stark ablehnenden Haltung zur Ökumene wird aber mehr und mehr Abstand genommen. So nehmen die Siebenten-Tags-Adventisten als Beobachter an den Versammlungen des Ökumenischen Rates der Kirchen teil und sind Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und der Vereinigung Evangelischer Freikirchen in Deutschland. Einzelne Ortsgemeinden sind auf lokaler Ebene Mitglied der Evangelischen Allianz. In Gesprächen mit dem Lutherischen Weltbund (LWB) haben beide Seiten fundamentale Gemeinsamkeiten festgestellt.[25] Die Übereinstimmungen zwischen den zwei Kirchen wurden vom Deutschen Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes lediglich mit deutlichen Einschränkungen anerkannt.[26]

Kontroversen

Kritisiert wird die Kirche der STA sowohl von ehemaligen STA-Mitgliedern[27] als auch von Vertretern anderer Kirchen. Diese Kritik wendet sich meist gegen adventistische Sonderlehren:

  • Ellen White
  • Sabbatlehre, Gemeinde der Übrigen
  • 1844, Heiligtumsdienst, Untersuchungsgericht

Aufgrund einer Anfrage der Südbayerischen Vereinigung der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten (2004) ordnete das Konfessionskundliche Institut des Evangelischen Bundes die Kirche den evangelischen Freikirchen zu, wobei das Gutachten von Walter Fleischmann-Bisten unterzeichnet wurde. Dazu kommen auch die verschiedenen Stellungnahmen namhafter Gelehrter, wie die der Universitätsprofessoren Erich Geldbach (Bochum), Reinhard Frieling (Marburg) und Helmut Obst (Halle-Wittenberg).

Ellen White

Von nichtadventistischer Seite wird der adventistische Umgang mit der Bibel als problematisch angesehen, sofern er von den Schriften Ellen Whites ausgeht und von ihrer Rolle als Prophetin bzw. als Trägerin des „Geistes der Weissagung/Zeugnis Jesu“ (Offb 12,17 EU; 19,10 EU). Das protestantische Sola scriptura wird den STA von Seiten der evangelischen Kirche daher nicht völlig zugestanden (vgl. z. B. Rüdiger Hauth, Adventisten oder Stellungnahme des DNK/LWB[26]). Die STA betonen ihrerseits jedoch, dass durch Ellen White keine neuen Lehren entstanden.
Ellen White selbst wurde von ehemaligen adventistischen Theologen wie Desmond Ford, Walter Rea, Dale Ratzlaff u. a. der Vorwurf des Plagiats gemacht. Manche bezeichneten sie auch als „falsche Prophetin“. Von seiten ehemaliger Adventisten wird der in einzelnen Adventgemeinden übliche fundamentalistisch-legalistische Umgang mit ihren Schriften als sehr bedrückend beschrieben.
Nach Ansicht der Kritiker gibt es innerkirchlich keinen sachlichen, positiv-kritischen Umgang mit Ellen White und ihrem Schrifttum, wie er bei anderen protestantischen Kirchen in Bezug auf ihre Kirchenlehrer stattfindet, z. B. Martin Luther bei der lutherischen Kirche, Johannes Calvin bei der reformierten Kirche oder John Wesley bei der methodistischen Kirche.

Adventisten-Sabbat

Der Adventisten-Sabbat stellt gesamtchristlich gesehen nur eine Minderheitsoption gegenüber der Sonntagsfeier und der Auffassung dar, es gäbe keinen verbindlichen christlichen Ruhetag. Andere Christen kritisieren die von den STA vertretene Auffassung, der Sabbat sei der verbindliche, rechtmäßige Ruhetag (und nicht nur eine Option), Zeichen der Treue gegenüber den Geboten Gottes, der in der Endzeit zum Prüfstein des wahren Glaubens an Gott werden wird (siehe Was Adventisten glauben, Kap. 12: Die Übrigen und ihr Auftrag). Diese Lehre findet sich auch in den Schriften von Ellen G. White (z. B. Der große Kampf, Kap. 38: Die letzte Warnung). In dieser spezifischen Sabbattheologie ist auch das adventistische Selbstverständnis als Gemeinschaft der Übrigen „… die da halten die Gebote Gottes und haben das Zeugnis Jesu“ (Offenbarung 12,17) begründet.

1844, Heiligtumsdienst, Untersuchungsgericht

Die frühen Adventisten um William Miller erwarteten 1844 die Wiederkunft Jesu. Nach dem Ausbleiben dieses Ereignisses interpretierte eine Gruppe von ihnen die errechnete Jahreszahl nicht als Datum der Wiederkunft, sondern als Beginn eines neuen Heilsabschnittes in der Geschichte, in dem Jesus Christus seinen Dienst als Hohepriester im himmlischen Heiligtum beginnt. Diese Lehre begründete zusammen mit dem Sabbat die STA-Glaubensgemeinschaft. Sie spielt im praktischen Leben der Gemeinde jedoch kaum noch eine Rolle. Außerhalb der STA konnte sich diese Lehre nicht etablieren und wird als unbiblisches Dogma abgelehnt (s. Literatur: Rüdiger Hauth). Unabhängig vom strittigen Geschehen findet auch das Datum (1844) außerhalb der STA keine Akzeptanz. Es basiert auf einer prophetischen Zeitkette aus dem Buch Daniel, bei deren Anwendung nach adventistischer Auslegung die Kreuzigung Jesu im Jahre 31 n. Chr. stattgefunden hat. Das Datum der Kreuzigung Jesu ist jedoch nicht genau festlegbar. [28]

Literatur

Primärliteratur

Monographien

  • Biblisches Forschungskomitee der Euro-Afrika-Division (Hrsg.): Studien zur adventistischen Ekklesiologie.
  • Johannes Hartlapp: Siebenten-Tags-Adventisten im Nationalsozialismus - unter Berücksichtigung der geschichtlichen und theologischen Entwicklung in Deutschland von 1875 bis 1950. KKR 53, Göttingen 2008: V&R unipress, ISBN 3-89971-504-7.
  • Daniel Heinz: Church, State, and Religious Dissent. A History of Seventh-day Adventists in Austria, 1890-1975. Peter Lang, Frankfurt/Main u. a. 1993, ISBN 3-631-45553-4
  • Rüdiger Hauth: Adventisten. München 1994: Evangelischer Presseverband für Bayern, ISBN 3-583-50632-4.
  • Richard Müller: Adventisten, Sabbat, Reformation. Geht das Ruhetagsverständnis der Adventisten bis zur Zeit der Reformation zurück? Gleerup, Lund 1979.
  • Helmut Obst: Apostel und Propheten der Neuzeit. Gründer christlicher Religionsgemeinschaften des 19. und 20. Jahrhunderts. Göttingen 2000: Vandenhoeck & Ruprecht, ISBN 3-525-55439-7.
  • Rolf J. Pöhler: Christsein heute. Gelebter Glaube. Saatkorn, Lüneburg 2007, ISBN 978-3-8150-7703-0.
  • Christian D. Schmidt: Zeit des Gerichts oder Gericht der Zeit? Ideologie und Eschatologie der Siebenten-Tags-Adventisten. Lembeck, Frankfurt am Main 1972, ISBN 3-87476-013-8.
  • Georg Schmid, Georg Otto Schmid (Hrsg.): Kirchen, Sekten, Religionen. Religiöse Gemeinschaften, weltanschauliche Gruppierungen und Psycho-Organisationen im deutschen Sprachraum. Zürich 2003, Theologischer Verlag Zürich, ISBN 3-290-17215-5.
  • Thomas Steininger: Konfession und Sozialisation. Adventistische Identität zwischen Fundamentalismus und Postmoderne. Kirche und Konfession, Göttingen 1993, Vandenhoeck & Ruprecht, ISBN 3-525-56537-2.

Aufsätze

  • Floyd Greenleaf: Seventh Day Adventists. In: Hans J. Hillerbrand (Hrsg.): The Encyclopedia of Protestantism. Routledge, New York 2004, ISBN 0-415-92472-3 (Bd. 4).
  • Thomas Hase: Siebenten-Tags-Adventisten. In: re.form Leipzig (Hrsg.): Religionen in Leipzig. Campus, Leipzig 2003, ISBN 3-937218-00-9.
  • Konrad F. Müller: Die Frühgeschichte der Siebenten-Tags-Adventisten. Studia Irenica, Bd. 4, Gerstenberg, Hildesheim 1991
  • Frank M. Hasel: Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Eine Kirche stellt sich vor, in: Johann Hirnsperger, Christian Wessely, Alexander Bernhard (Hg.): Wege zum Heil? Religiöse Bekenntnisgemeinschaften in Österreich. Selbstdarstellung und theologische Reflexion. Styria: Graz u.a. 2001, S.115-141

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Die Freikirche der STA als Gastmitglied der ACK (www.oekumene-ack.de)
  2. Advent-Verlag und Saatkorn-Verlag
  3. Weltweit 16,6 Millionen Adventisten. In: „Adventistischer Pressedienst. Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland“. Zentralredaktion des Adventistischen Pressedienstes, 25. Oktober 2010, abgerufen am 26. Oktober 2010: „‚Zum 30. Juni 2010 gab es weltweit genau 16.641.357 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten‘, teilte der Direktor des Büros für Archiv und Statistik der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz), Bert Haloviak, Silver Spring, Maryland/USA, mit. Von Juli 2009 bis Juni 2010 haben sich zum siebten Mal hintereinander über eine Million Menschen der Freikirche angeschlossen. Die Mitgliederzahl sei aber nur um 3,69 Prozent gestiegen, da im gleichen Zeitraum fast 400.000 Adventisten ihre Kirche verlassen hätten.“
  4. www.exadventist.com
  5. Seventh-day Adventist World Church Statistics (Stand 31. Dezember 2006)
  6. APD, Adventistischer Pressedienst, 14. Februar 2011
  7. Zentralredaktion: 35.195 Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland. In: „Adventistischer Pressedienst“. 14. Februar 2011, abgerufen am 18. März 2011: „35.195 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten gab es am 31. Dezember 2010 in Deutschland. Das sind 191 weniger als im Jahr zuvor. [...] Den 597 Taufen und Aufnahmen in die Freikirche standen im letzten Jahr 488 Todesfälle sowie 304 Austritte und Ausschlüsse gegenüber. Die Zahl der Adventgemeinden verringerte sich um zwei auf 570.“
  8. Unsere Glaubenspunkte. Präambel. In: „Homepage der Freikirche Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland“. Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland, abgerufen am 1. August 2011.
  9. Gemeindeordnung (Gemeindehandbuch). Advent, Lüneburg 2006, ISBN 978-3-8150-1812-5, S. 61
  10. Eine kurze Recherche am 5. September 2010 ergab, dass die Produkte tatsächlich in Reformhäusern, beispielsweise der Kette 'neuform' angeboten werden. Website der Firma 'De-Vau-Ge': http://www.de-vau-ge.de/
  11. The Inspiration of the Prophets. Visions and Physical Phenomena. Ellen G. White, Selected Messages Book 1, p. 36, Letter 55, 1905. In: „Sabbath School Network (SSNET)“. 22. Dezember 2008, abgerufen am 19. März 2011 (Ein Zitat aus Ellen Whites Schriften.): „I regard myself as a messenger, entrusted by the Lord with messages for His people.“
  12. Die Heilige Schrift
  13. Präambel zu den Glaubensüberzeugungen der STA
  14. Gemeindeordnung (Gemeindehandbuch) – Ausgabe 2006. Advent, Lüneburg ISBN 978-3-8150-1812-5, S. 114.
  15. Ebd.
  16. General Conference of Seventh-day Adventists: Office of the President, abgefragt am 23. Juli 2010
  17. General Conference Session
  18. World Church Structure and Government, Punkt 4.
  19. World Church Structure and Government, Punkt 3.
  20. www.adventist.org-Seventh-Day Adventist church manual
  21. Helmut Obst: Apostel und Propheten der Neuzeit, Seite 351. ISBN 978-3-525-55438-8, abgefragt am 22. Mai 2010
  22. Stefanie Theis: Religiosität von Russlanddeutschen. Kohlhammer, ISBN 978-3-17-018812-9, S.64.
  23. Artikel vom Advent-Verlag: Adventistisches Ehepaar als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt
  24. Daniel Heinz: WEIDNER, Jean Henri. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 18, Herzberg 2001, ISBN 3-88309-086-7, Sp. 1493–1495.
  25. Adventisten und Lutheraner im Gespräch. Bericht über die bilateralen Gespräche zwischen dem Lutherischen Weltbund und der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten 1994-1998. In: „Website der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland“. 27. Februar 2000, abgerufen am 26. März 2011 (PDF): „Nach wie vor bestehen erhebliche Unterschiede in der Lehre, aber es ist uns auch deutlich geworden, dass uns vieles verbindet: die Liebe zum Worte Gottes, das gemeinsame Erbe der Reformation, eine hohe Wertschätzung für das Werk und die Lehren Martin Luthers, das Eintreten für Religionsfreiheit und über allem die Frohe Botschaft von der Rechtfertigung aus Gnaden allein durch den Glauben. [...] Im Laufe der Gespräche zeigte sich, dass Lutheraner und Adventisten die nicht voneinander zu trennenden Grundsätze der Reformation ohne Abstriche vertreten: sola scriptura [allein die Schrift], solus Christus [allein Christus], sola fide [allein durch den Glauben], sola gratia [allein die Gnade]. Beide Kirchen betrachten sich als Erben der Reformation und als Nachfahren Luthers. Dieses gemeinsam geteilte Verständnis der Rechtfertigung durch den Glauben gibt uns heute die Möglichkeit zu sagen, dass beide Kirchen die Erlösung in einer Weise lehren, die im Wesentlichen übereinstimmt. [...] Im Lichte dieses beiderseitigen Verständnisses können wir sagen, dass sowohl Lutheraner als auch Adventisten in der Verkündigung des anderen ein wahrhaft biblisches Zeugnis zu hören vermögen. [...] Ungeachtet der Unterschiede in Gewichtung und Verständnis der Eschatologie, bekräftigen Lutheraner und Adventisten ihren gemeinsamen Glauben an Jesus als Erlöser, Rechtfertiger und Herrn der Geschichte.“
  26. a b Siebenten-Tags-Adventisten: Weitere Klärungen angemahnt. Deutsches Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) nimmt Stellung zum Bericht über die Gespräche zwischen dem LWB und den Siebenten-Tags-Adventisten. Deutsches Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB), 28. Januar 2002, archiviert vom Original am 27. September 2007, abgerufen am 26. März 2011: „Das Deutsche Nationalkomitee des Lutherischen Weltbundes (DNK/LWB) hat seine Stellungnahme zum Bericht über die bilateralen Gespräche zwischen dem Lutherischen Weltbund und der Generalkonferenz der Siebenten-Tags-Adventisten (STA) vorgelegt. [...] ‚Die Gespräche werden als Ausdruck dafür gewertet, dass sich die Adventisten in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich um Annäherung an die Kirchen in der Ökumene bemüht haben‘, heißt es in der Stellungnahme. Der Aussage, dass ‚eine weitgehende Übereinstimmung in unserem Verständnis des christlichen Glaubens erzielt‘ wurde, wie der Abschlussbericht formuliert, ‚geht weit über das hinaus, was nach Prüfung des vorliegenden Berichts festgestellt werden kann‘. Das Deutsche Nationalkomitee folgt [...] der Empfehlung, die STA als ‚weltweite christliche Gemeinschaft‘ zu respektieren, [...]. Weiter weisen die deutschen Lutheraner darauf hin, dass mit den Adventisten keine Abendmahlsgemeinschaft bestehe. Sie könne im Blick auf die gravierenden Unterschiede auch nicht empfohlen werden. Das DNK hält es für ‚problematisch‘, dass der Abschlussbericht der Gespräche zwischen LWB und STA von einer Übereinstimmung im Schriftverständnis spricht, obwohl gerade im Umgang mit der Bibel grundsätzliche Differenzen deutlich geworden sind. Moniert wird, dass lutherische Positionen im Text nicht oder nur unzureichend dargestellt werden. [...]“
  27. www.exadventist.com
  28. Das große Bibellexikon. 1. Sonderausgabe. Brockhaus, Wuppertal 2004, ISBN 3-417-24741-1; Brunnen, Gießen, ISBN 3-7655-5425-1, S. 684.

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