Baden-Baden

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Baden-Baden
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Baden-Baden
Baden-Baden
Deutschlandkarte, Position der Stadt Baden-Baden hervorgehoben
48.7619444444448.2408333333333161
Basisdaten
Bundesland: Baden-W√ľrttemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Stadtkreis
H√∂he: 161 m √ľ. NN
Fl√§che: 140,21 km¬≤
Einwohner:

54.445 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 388 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 76530‚Äď76534
Vorwahlen: 07221 und im Rebland 07223
Kfz-Kennzeichen: BAD
Gemeindeschl√ľssel: 08 2 11 000
Stadtgliederung: 11 Stadtteile[2]
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 2
76530 Baden-Baden
Webpräsenz: www.baden-baden.de
Oberb√ľrgermeister: Wolfgang Gerstner (CDU)
Lage der Stadt Baden-Baden
in Baden-W√ľrttemberg
Frankreich Schweiz √Ėsterreich Bodensee Rheinland-Pfalz Hessen Freistaat Bayern Alb-Donau-Kreis Baden-Baden Landkreis Biberach Landkreis B√∂blingen Bodenseekreis Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Landkreis Calw Landkreis Emmendingen Enzkreis Landkreis Esslingen Freiburg im Breisgau Landkreis Freudenstadt Landkreis G√∂ppingen Heidelberg Landkreis Heidenheim Landkreis Heilbronn Heilbronn Hohenlohekreis Landkreis Karlsruhe Karlsruhe Landkreis Konstanz Landkreis L√∂rrach Landkreis Ludwigsburg Main-Tauber-Kreis Mannheim Neckar-Odenwald-Kreis Ortenaukreis Ostalbkreis Pforzheim Landkreis Rastatt Landkreis Ravensburg Rems-Murr-Kreis Landkreis Reutlingen Rhein-Neckar-Kreis Landkreis Rottweil Landkreis Schw√§bisch Hall Schwarzwald-Baar-Kreis Landkreis Sigmaringen Stuttgart Landkreis T√ľbingen Landkreis Tuttlingen Ulm Landkreis Waldshut ZollernalbkreisKarte
√úber dieses Bild

Baden-Baden ist eine kreisfreie Stadt im Westen Baden-W√ľrttembergs. Die Stadt ist ein weltbekannter Kurort und heute vor allem als B√§derstadt, Mineralheilbad, Urlaubsort, Medien- und Kunststadt sowie internationale Festspielstadt bekannt. Die Spielbank tr√§gt ebenfalls wesentlich zur Bekanntheit bei. Baden-Baden war bereits zur R√∂merzeit Badeort und Verwaltungssitz, wurde im Mittelalter Residenzstadt der Markgrafschaft Baden und war von 1535 bis 1705 Residenzstadt der Markgrafschaft Baden-Baden.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Bis 1931 hie√ü die Stadt nur Baden. Man nannte sie zur besseren Unterscheidung zu anderen St√§dten (Baden bei Wien und Baden in der Schweiz)[3] meist Baden in Baden. Bereits im 19. Jahrhundert bezeichneten viele Besucher die Stadt inoffiziell als Baden-Baden. So entstand der heutige Doppelname. Der Name der Residenzstadt der Markgrafen von Baden ging auf das Land Baden √ľber.

Geographie

Blick auf Baden-Baden vom Merkur
Ruine Hohenbaden, das so genannte Alte Schloss, vom Kurhaus gesehen

Baden-Baden liegt am Westrand des n√∂rdlichen Schwarzwaldes im Tal der Oos, einem kleinen Fluss, der etwa 13 Kilometer weiter bei Rastatt in die Murg m√ľndet. Die √∂stlichen Stadtteile schmiegen sich teilweise in die H√§nge des Schwarzwaldes. H√∂chster Punkt des Stadtkreises ist mit 1003 Metern die Badener H√∂he. Die westlichen Stadtteile liegen in der Oberrheinischen Tiefebene, tiefster Punkt der Gemarkung ist das Naturschutzgebiet Geggenau mit 112 Metern. Mit 85,8 Quadratkilometern Waldfl√§che hat Baden-Baden mit einem Anteil von 61 Prozent den gr√∂√üten Stadtwald der Bundesrepublik.[4]

Baden-Baden ist mit 54.600 Einwohnern die kleinste der insgesamt neun kreisfreien St√§dte des Landes und bildet ein Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums. Zum Mittelbereich Baden-Baden geh√∂ren neben der Stadt Baden-Baden auch die Gemeinden H√ľgelsheim und Sinzheim, die beide im Landkreis Rastatt liegen. Dar√ľber hinaus bestehen Beziehungen mit dem franz√∂sischen Nord-Elsass.

Stadtgliederung

Der Stadtkreis Baden-Baden gliedert sich in folgende Stadtteile: Oos, Balg, Weststadt, Innenstadt, Lichtental mit Oberbeuern und Geroldsau, Ebersteinburg, Steinbach, Neuweier, Varnhalt, Haueneberstein und Sandweier.[5]

Au√üerdem gibt es zahlreiche weitere Wohnpl√§tze oder Wohngebiete mit eigenem Namen, die teilweise sehr verstreut sind: Gaisbach, Gallenbach (Varnhalt), Hungerberg, Malschbach, M√ľhrich, M√ľllenbach, Schmalbach, Schneckenbach, Seelach, Umweg (Steinbach) und Unterer Pl√§ttig.

Die Stadtteile Ebersteinburg, Haueneberstein und Sandweier haben jeweils eine eigene Ortsverwaltung mit einem Ortsvorsteher. Die Stadtteile Steinbach, Neuweier und Varnhalt haben eine gemeinsame Ortsverwaltung (Rebland) ebenfalls mit einem Ortsvorsteher.

Innerhalb des Gemarkungsgebietes des Stadtkreises Baden-Baden liegen drei relativ unbewohnte Exklaven der Nachbargemeinde Sinzheim, darunter das Klostergut Fremersberg.

Nachbarkommunen

Folgende St√§dte und Gemeinden grenzen an die Stadt Baden-Baden. Sie werden im Uhrzeigersinn genannt, beginnend im Norden, und geh√∂ren alle zum Landkreis Rastatt: Rastatt, Kuppenheim, Gaggenau, Gernsbach, Weisenbach, Forbach, B√ľhl, B√ľhlertal, Sinzheim, H√ľgelsheim und Iffezheim.

Geschichte

Erste Spuren der Besiedlung des Oostals finden sich aus der Mittelsteinzeit um 8000 bis 4000 v. Chr., Grabfunde in der Rheinebene und im √úbergang zum Schwarzwald sind auch f√ľr die nachfolgenden Epochen der Stein- und der Bronzezeit belegt. Auf dem Battert finden sich noch √úberreste eines keltischen Ringwalls. Doch vor allem mit den R√∂mern, die die bis zu 68 Grad Celsius hei√üen Thermalquellen sch√§tzten, kam Baden-Baden (damals wie viele St√§dte mit Heilquellen Aquae genannt) zu seiner Bedeutung. Um 80 n. Chr. gr√ľndeten sie im heutigen Gebiet der Altstadt eine Siedlung und errichteten mehrere B√§der. Um 260 n. Chr. eroberten die Alamannen die Gegend. Im 8. Jahrhundert kam das Gebiet unter fr√§nkische Herrschaft.[4]

Graf Hermann II. aus dem Geschlecht der Z√§hringer erwarb das Gebiet um Baden-Baden Anfang des 12. Jahrhunderts und nannte sich Markgraf von Baden, Herr der Markgrafschaft Baden. Das Stadtrecht wurde Baden-Baden um 1250 verliehen.

Baden-Baden im Jahre 1643
Baden-Baden um 1900
Erster Staatsempfang f√ľr US-Pr√§sident Barack Obama in Deutschland am 3. April 2009 auf dem Baden-Badener Marktplatz

Mit der Erlaubnis des Markgrafen Friedrich II. wurden ab 1306 die Thermalquellen f√ľr B√§der genutzt. Die erste Kurtaxe wurde 1507 erhoben, und ein Kurdirektor k√ľmmerte sich um den aufstrebenden Kurbetrieb.

Nach Teilung der Markgrafschaft Baden 1535 blieb Baden-Baden Residenzstadt der Bernhardinischen Linie des Herrscherhauses und Hauptstadt der Markgrafschaft Baden-Baden. W√§hrend des Pf√§lzischen Erbfolgekrieges wurde Baden-Baden am 24. August 1689 von franz√∂sischen Truppen niedergebrannt, in der Folge kam auch der B√§derbetrieb zum Erliegen.[4] 1705 verlegte Ludwig Wilhelm von Baden-Baden die Residenz nach Rastatt, Baden-Baden blieb aber Amtsstadt.

Mit dem Rastatter Kongress wurde Baden-Baden am Ende des 18. Jahrhunderts als mond√§ner Kurort wiederentdeckt. Viele herrschaftliche G√§ste machten den Ort zur Sommerhauptstadt Europas. Paris war die Winterhauptstadt. Es entstanden Luxushotels, das Kurhaus (1821‚Äď1824) und die Spielbank (1810‚Äď1811), die jedoch 1872 wieder geschlossen und 1933 bis 1943 wieder ge√∂ffnet wurde.[4] Internationale Pferderennen finden seit 1858 auf dem Rennplatz Iffezheim statt. Anfangs wurden diese vom fr√ľhen Tourismusunternehmer und M√§zen Edouard B√©nazet veranstaltet und mit Einnahmen aus der Baden-Badener Spielbank, deren P√§chter er war, finanziert. Im Jahr 1872 √ľbernahm der im selben Jahr gegr√ľndete Internationale Club Baden-Baden die Organisation der Pferderennen.[6]

1863 wurde der Kreis Baden errichtet, dem die Amtsbezirke Achern, Baden-Baden, B√ľhl, Rastatt und Gernsbach angeh√∂rten. 1924 wurde das Amt Baden aufgel√∂st, doch wurde Baden-Baden 1939 zum Stadtkreis erkl√§rt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Baden-Baden Sitz der franz√∂sischen Zonen-Regierung und Hauptquartier der franz√∂sischen Streitkr√§fte in Deutschland; die Spielbank nahm 1950 ihren Betrieb wieder auf.[4] Es entstand der S√ľdwestfunk in Baden-Baden, dessen Nachfolger S√ľdwestrundfunk noch heute einen Gro√üteil seiner Programme in der Stadt produziert. 1981 war Baden-Baden Gastgeber der zweiten Landesgartenschau Baden-W√ľrttembergs. Seit 1992 wird in Baden-Baden der Deutsche Medienpreis verliehen. Mit dem bis 1999 vollzogenen Abzug der franz√∂sischen Streitkr√§fte wurden in den westlichen Stadtgebieten gro√üe Grundst√ľcks- und Geb√§udefl√§chen f√ľr eine zivile Umnutzung frei. Dort entsteht seither das neue Stadtviertel Cit√©.

Seit 1997 ist Baden-Baden Olympische Stadt. Mit diesem Titel wurde Baden-Baden durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) geehrt ‚Äď auch in Anerkennung des im Jahre 1981 dort abgehaltenen Nominierungskongresses, bei dem die beiden St√§dte Calgary (Kanada) und Seoul (S√ľdkorea) f√ľr die Olympischen Spiele 1988 als Austragungsst√§tten nominiert wurden.

Am 3. und 4. April 2009 war Baden-Baden einer der Gastgeberorte des Gipfels zum 60. Jubiläum der NATO. Im Kurhaus fand ein Arbeitsessen der Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten statt.

Religion

Christentum

Stiftskirche Baden-Baden
Evangelische Stadtkirche

Baden-Baden geh√∂rte anfangs zum Bistum Speyer und zur Mainzer Kirchenprovinz. Bald nach dem Reichstag zu Worms lie√ü Markgraf Philipp II. evangelische Prediger in die Stadt und bereits ab 1538 soll die ganze Stadt protestantisch gewesen sein. Offiziell wurde die Reformation aber erst 1556 eingef√ľhrt. Doch mussten nach seinem Tod seine Kinder auf Druck ihres Vormunds Herzog Albrecht V. wieder katholisch werden und der evangelische Gottesdienst wurde ab 1571 verboten. 1610 wurde dann wieder ein evangelischer Hofprediger ernannt, doch holte Markgraf Wilhelm die Jesuiten in die Stadt, welche die Rekatholisierung vollzogen. Wer evangelisch bleiben wollte, musste die Stadt verlassen, so dass es ab 1650 keine Protestanten mehr in Baden-Baden gab. Unter Markgraf Karl Friedrich war ab 1771 nur der katholische Gottesdienst erlaubt. Die Gl√§ubigen geh√∂rten zun√§chst noch zum Bistum Speyer, nach dessen Aufl√∂sung zum Generalvikariat Bruchsal, und 1821/1827 wurde die Gemeinde Teil des neu gegr√ľndeten Erzbistums Freiburg. Baden-Baden wurde Sitz eines Dekanats. Die dem Dekanat zugeordneten Kirchengemeinden wurden 1976 neu geordnet. Die Dekanatsgrenzen wurden dabei dem neuen Stadtkreis Baden-Baden angepasst.

Im Stadtgebiet Baden-Badens gibt es heute folgende katholischen Kirchen- bzw. Pfarrgemeinden: Stiftskirche (Altstadt), St. Bernhard (Weststadt), St. Josef, St. Bonifatius Lichtental, St. Dionysius Oos, St. Eucharius Balg, Hl. Geist Geroldsau, St. Antonius Ebersteinburg, St. Bartholomäus Haueneberstein, St. Jakobus Steinbach, St. Katharina Sandweier, St. Michael Neuweier, Herz-Jesu Varnhalt sowie die Autobahnkirche St. Christophorus an der Raststätte Baden-Baden. Mit dem Kloster Lichtenthal besteht eine Zisterzienserinnenabtei in der Stadt

Neben den römisch-katholischen Gemeinden gibt es auch eine Rumänisch-Orthodoxe Kirche (Stourdza-Kapelle) und eine Russisch-Orthodoxe Kirche.

Die wenigen Protestanten in Baden-Baden zu Anfang des 19. Jahrhunderts konnten 1832 ihre erste Gemeinde gr√ľnden. Diese geh√∂rt wie auch alle anderen heutigen Kirchengemeinden zur Evangelischen Landeskirche in Baden (Kirchenkreis S√ľdbaden). 1855 konnte sich die Gemeinde ihre eigene Kirche erbauen, die heutige Stadtkirche. 1960/1964 wurde die Kirchengemeinde in die Lukasgemeinde und Markusgemeinde aufgeteilt. Weitere protestantische Gemeinden im Stadtgebiet sind die Luthergemeinde Lichtental (Pfarrei 1936 errichtet), die Paulusgemeinde in der Weststadt (Pfarrei 1946 errichtet), die Friedensgemeinde Baden-Oos (Pfarrei 1949 errichtet) und die Matth√§usgemeinde Steinbach-Sinzheim. In Sandweier und Haueneberstein gibt es ferner einen Kirchsaal f√ľr evangelische Gottesdienste. Alle evangelischen Kirchengemeinden Baden-Badens geh√∂ren heute zum Kirchenbezirk Baden-Baden und Rastatt.

Neben den beiden gro√üen Kirchen gibt es in Baden-Baden auch Freikirchen und Gemeinden, darunter eine Lutherische Gemeinde (1912 gegr√ľndet), die zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Baden geh√∂rt, und eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten. Ferner gibt es eine Alt-Katholische Gemeinde, deren Gottesdienste in der Spitalkirche gefeiert werden. Die Anglikanisch-Episkopalische Kirche ist in der Stadt ebenfalls mit einer Gemeinde vertreten und betreut √ľberwiegend US-amerikanische Gl√§ubige.

Auch die Neuapostolische Kirche ist in Baden-Baden vertreten.

Judentum

Die Israelitische Religionsgemeinde hatte in der Stephanienstra√üe eine Synagoge. Bei der ersten Volksz√§hlung nach der ‚ÄěMachtergreifung‚Äú Hitlers wurden 260 Personen als ‚ÄěGlaubensjuden‚Äú erfasst.

Kolonne verhafteter Juden in Baden-Baden unter Bewachung von SS und Polizei nach den Novemberpogromen 1938

Baden-Baden blieben die schlimmsten Exzesse der Nationalsozialisten aufgrund der internationalen Beziehungen des weltber√ľhmten Kurorts zun√§chst erspart ‚Äď bis zum 10. November 1938. In den fr√ľhen Morgenstunden wurden viele der in Baden-Baden wohnenden Juden durch die Polizei abgef√ľhrt und zum Hof der alten Polizeidirektion (neben der heutigen Caracalla Therme) gebracht. Gegen Mittag wurden sie als bewachte Kolonne zur Synagoge geleitet. Augenzeugen berichten von Dem√ľtigungen durch die SS und brutalen √úbergriffen durch Baden-Badener B√ľrger. Etliche Juden wurden mit Steinen beworfen, verpr√ľgelt, ausgepeitscht oder bewusstlos geschlagen.

Im Inneren des Geb√§udes waren SS-M√§nner aus der Umgebung Baden-Badens damit besch√§ftigt, auf der Frauenempore Feuer zu legen. Die Juden wurden entw√ľrdigt, teilweise k√∂rperlich misshandelt. Die Synagoge wurde durch den P√∂bel entweiht.

Bis auf etwa 60 Personen wurden schließlich alle zusammengetriebenen Juden mit einem Bus zum Bahnhof gefahren. Von dort wurden die Baden-Badener Juden mit einem Sonderzug zusammen mit anderen Juden aus dem Schwarzwaldgebiet ins Konzentrationslager Dachau verschleppt.

Die Synagoge in Baden-Baden brannte vollst√§ndig aus. Das Synagogengrundst√ľck erwarb sp√§ter eine Druckerei. Auf dem Gel√§nde der ehemaligen Synagoge ist heute ein Gedenkstein mit der Inschrift zu finden:

‚ÄěHier stand die Baden-Badener Synagoge, zerst√∂rt durch Brandstiftung am 10. November 1938.‚Äú

Am 22. Oktober 1940 wurden 106 Juden aus Baden-Baden in das Camp de Gurs deportiert. Von ihnen starben mindestens 14 in Auschwitz, einer in Lublin-Majdanek und 22 in verschiedenen anderen Lagern. 1941 wurden noch 44 Juden im Stadtkreis gez√§hlt. Sie wurden nach Lublin und nach Theresienstadt verschleppt. Nur zwei kehrten in ihre Heimatstadt zur√ľck, alle anderen sind umgekommen.

Der j√ľdische Friedhof in Baden-Baden (Lichtental) wurde aufgrund eines Erlasses des Badischen Innenministers vom 12. September 1941 nicht geschlossen oder verkauft, wie es vielen anderen J√ľdischen Friedh√∂fen ergangen ist. Am 25. November 1976 wurde ein Gedenkstein f√ľr die j√ľdischen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft eingeweiht; der Gedenkstein enth√§lt eine Bodenplatte der Baden-Badener Synagoge.

‚ÄěDenn Tag und Nacht beweine ich die Erschlagenen meines Volkes‚Äú

‚Äď Inschrift ‚Äď Jeremia 8,23

Die l√§ngst vernichtete Israelitische Gemeinde Baden-Baden wurde am 23. Februar 1951 formell aus dem Vereinsregister gel√∂scht, 1956 wiedergegr√ľndet. Der Gottesdienst wird auch heute noch in einem Betsaal, Werderstra√üe 2, im Geb√§udekomplex des Kurhauses, abgehalten.

Eingemeindungen

Folgende Städte und Gemeinden wurden in die Stadt bzw. in den Stadtkreis Baden-Baden eingegliedert:

  • 1909: Lichtental und Beuern
  • 1928: Oos und Oosscheuern
  • 1939: Balg
  • 1. Januar 1972: Ebersteinburg, Landkreis Rastatt
  • 1. Juli 1972: Neuweier, Steinbach (Stadt) und Varnhalt, alle Landkreis B√ľhl
  • 1. Januar 1974: Haueneberstein, Landkreis Rastatt
  • 1. Januar 1975: Sandweier, Landkreis Rastatt

Einwohnerentwicklung

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Volksz√§hlungsergebnisse (¬Ļ) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen √Ąmter (nur Hauptwohnsitze).

Einwohnerentwicklung in Baden-Baden 1790-2005
Jahr Einwohner
1790 1900
1812 3085
1852 6714
1. Dezember 1871 ¬Ļ 10.080
1. Dezember 1880 ¬Ļ 11.923
1. Dezember 1890 ¬Ļ 13.884
1. Dezember 1900 ¬Ļ 15.718
1. Dezember 1910 ¬Ļ 22.066
8. Oktober 1919 ¬Ļ 23.359
16. Juni 1925 ¬Ļ 26.021
16. Juni 1933 ¬Ļ 30.262
17. Mai 1939 ¬Ļ 33.166
Jahr Einwohner
1946 ¬Ļ 32.359
13. September 1950 ¬Ļ 36.582
6. Juni 1961 ¬Ļ 40.029
27. Mai 1970 ¬Ļ 37.537
31. Dezember 1975 49.718
31. Dezember 1980 49.142
30. September 1982[4] 49.012
27. Mai 1987 ¬Ļ 50.127
31. Dezember 1990 51.849
31. Dezember 1995 52.745
31. Dezember 2000 52.729
31. Dezember 2005 54.581

¬Ļ Volksz√§hlungsergebnis

Politik

Gemeinderat

Die Wahl zum Gemeinderat am 7. Juni 2009 brachte folgendes Ergebnis:

Sitzverteilung im Gemeinderat
CDU 32,7 % (‚ąí6,4) 13 Sitze (‚ąí6)
GR√úNE 18,1 % (+3,5) 6 Sitze (-1)
FW 17,3 % (+1,5) 7 Sitze (=)
SPD 16,5 % (+1,0) 8 Sitze (=)
FDP/DVP 15,5 % (+4,2) 6 Sitze (+1)
Gesamt 100,0% 40 Sitze

Oberb√ľrgermeister

An der Spitze der Stadt Baden-Baden standen seit dem 15. Jahrhundert der Schulthei√ü, der B√ľrgermeister, das Gericht und der Rat mit je 12 Mitgliedern. Sie bildeten das Stadtregiment. Der Schulthei√ü stand dem Gericht vor, der B√ľrgermeister dem Rat. Er hing aber von den Weisungen des Schulthei√üen und des Rates ab. 1507 erhielt die Stadt eine Stadtordnung. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es einen Magistrat, dem zwei B√ľrgermeister und zw√∂lf Ratsmitglieder angeh√∂rten. Nach Einf√ľhrung der badischen St√§dteordnung 1874 bekam der B√ľrgermeister den Titel Oberb√ľrgermeister.

In der heutigen Zeit wird der Oberb√ľrgermeister von der wahlberechtigten Bev√∂lkerung f√ľr ein Amtsperiode von acht Jahren direkt gew√§hlt. Sein st√§ndiger Vertreter ist der ‚ÄěErste Beigeordnete‚Äú mit der Amtsbezeichnung ‚ÄěErster B√ľrgermeister‚Äú.

B√ľrgermeister und Oberb√ľrgermeister seit 1815:

  • 1815‚Äď1829: Felix Schneider
  • 1830‚Äď1835: Anton J√∂rger
  • 1835‚Äď1840: Robert Schlund
  • 1840‚Äď1858: Josef J√∂rger
  • 1858‚Äď1859: Ignaz Leile
  • 1860‚Äď1874: August Gaus
  • 1874‚Äď1875: A. Zachmann
  • 1875‚Äď1907: Albert G√∂nner
  • 1907‚Äď1929: Reinhard Fieser
  • 1929‚Äď1934: Hermann Elfner
  • 1934‚Äď1945: Hans Schwedhelm (w√§hrend der Abwesenheit infolge des Milit√§rdienstes f√ľhrte B√ľrgermeister Kurt B√ľrkle die Amtsgesch√§fte)
  • 12. April 1945 bis 13. Mai 1945: Ludwig Schmitt, St√§dt. Verwaltungsdirektor
  • 14. Mai 1945 bis 13. Januar 1946: Karl Beck, St√§dt. Oberrechtsrat
  • 14. Januar 1946 bis September 1946: Eddy Schacht
  • 1946‚Äď1969: Ernst Schlapper (CDU)
  • 1969‚Äď1990: Walter Carlein (CDU)
  • 1990‚Äď1998: Ulrich Wendt (CDU)
  • 1998‚Äď2006: Sigrun Lang (parteilos)
  • Seit 10. Juni 2006: Wolfgang Gerstner (CDU)

Wappen

Stadtwappen

Das Wappen der Stadt Baden-Baden ist in drei breite Felder in den Farben rot und gelb auf die Flagge gesetzt. Die Umrandung und die Mauerkrone ist auf der Flagge in dunkelbraun gehalten. Bei der Flagge handelt es sich um die Dienstflagge der Stadt, die f√ľr √∂ffentliche Geb√§ude einschlie√ülich Schulen bestimmt ist.

Baden-Baden ist Stadtkreis und hat in seinem Siegel immer das Wappen der Landesf√ľrsten gef√ľhrt. Der erste Abdruck liegt aus dem Jahre 1421 vor. Das Wappen der fr√ľheren Landesherren, der Herz√∂ge von Z√§hringen, ist ein roter, schr√§g rechts auf einem goldenen Schild liegender Balken. Zur Unterscheidung zum Landeswappen wurde das Stadtwappen mit einer dreizackigen Mauer versehen. Im 18. Jahrhundert zeigten die Siegel eine Laubkrone, ab dem 19. Jahrhundert eine dreit√ľrmige Mauer.

Städtepartnerschaften

Baden-Baden unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:

Blick auf Baden-Baden von der Ruine Hohenbaden.
Blick auf Baden-Baden von der Ruine Hohenbaden.


Gemeindefinanzen

Nach der Kommunalabfrage 2007 des Bundes der Steuerzahler Baden-W√ľrttemberg stehen st√§dtischen Steuereinnahmen von insgesamt 57,863 Millionen Euro 2006 und gesch√§tzten Steuereinnahmen f√ľr 2007 von insgesamt 60,357 Millionen Euro folgende Schulden der Kommune gegen√ľber:

  • 2006 insgesamt 81,421 Millionen Euro Schulden (n√§mlich: 29,335 Millionen Euro Schulden des K√§mmereihaushaltes und 52,086 Millionen Euro Schulden der st√§dtischen Eigenbetriebe/Sonderverm√∂gen)
  • 2007 insgesamt 99,610 Millionen Euro Schulden (n√§mlich: 39,340 Millionen Euro Schulden des K√§mmereihaushaltes und 60,270 Millionen Euro Schulden der st√§dtischen Eigenbetriebe/Sonderverm√∂gen).

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Theater und Veranstaltungsorte

Theater Baden-Baden
Museum Frieder Burda

Das Theater Baden-Baden ist eine Sprechb√ľhne mit festem Ensemble. Dar√ľber hinaus wird auch das Spiegelfoyer im Theater mit kleineren Produktionen bespielt. Das neben dem Theater befindliche TIK (Theater im Kulissenhaus) dient seit einiger Zeit als B√ľhne f√ľr Kinder- und Jugendtheaterst√ľcke.

Das Festspielhaus Baden-Baden, durch v√∂lligen Umbau des ehemaligen am 15. Juli 1845 eingeweihten Stadtbahnhofs entstanden, ist das zweitgr√∂√üte Konzerthaus Europas mit Opern, Musicals und Konzerten.

Museen

Musik

Die Philharmonie Baden-Baden ist das st√§ndige Orchester der Stadt Baden-Baden. Es geh√∂rt zu den traditionsreichsten Klangk√∂rpern Deutschlands. Erste Anf√§nge datieren die Gr√ľndung der Hofkapelle auf das Jahr 1460. Aus dem Jahre 1582 existiert eine detaillierte Aufstellung des Instrumentariums des zu dieser Zeit von Francesco Guami (Posaunenmeister der von Orlando di Lasso geleiteten M√ľnchner Hofkapelle) dirigierten Orchesters. Seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts gab es ein √ľberwiegend mit b√∂hmischen Musikern besetztes Sommerorchester, nach 1854 dann ein ganzj√§hrig auftretendes Orchester. Rund 60000 Konzerte d√ľrfte das Orchester seit dieser Zeit gespielt haben. Hector Berlioz leitete √ľber viele Jahre die damaligen Sommerfestspiele der Stadt. Das Baden-Badener Theater wurde mit seiner Oper ‚ÄěB√©atrice und B√©n√©dict‚Äú er√∂ffnet. Viele der ber√ľhmtesten Solisten und Dirigenten arbeiteten mit dem Orchester. Johann Strau√ü, Johannes Brahms, Luise Adolpha Le Beau, Richard Strauss, Pietro Mascagni, Artur Nikisch, Wilhelm Furtw√§ngler, Bruno Walter, George Szell, Otto Klemperer und viele andere setzten Glanzpunkte in der Geschichte der Philharmoniker. Von Franz Liszt √ľber Pablo Casals bis zu Placido Domingo traf sich die musikalische Weltspitze auf den historischen B√ľhnen Baden-Badens.

Konzerte f√ľhren die Philharmonie heute weit √ľber die Grenzen Baden-Badens hinaus. Nicht nur die gro√üen deutschen Konzerts√§le ‚Äď wie etwa die ‚ÄěAlte Oper‚Äú in Frankfurt und das Baden-Badener Festspielhaus ‚Äď auch China, Dubai, Frankreich, Belgien, die Schweiz und die Ukraine standen auf dem Spielplan des Ensembles. Mit der ‚ÄěCarl Flesch Akademie‚Äú bietet das Orchester allj√§hrlich im Sommer einen der international renommiertesten Meisterkurse f√ľr Streichinstrumente an.

Baden-Baden ist zweiter Sitz des SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg. Es geh√∂rt zu den f√ľhrenden Rundfunk-Sinfonieorchestern Deutschlands und tritt mehrmals im Jahr im Festspielhaus auf. Im Museum Frieder Burda findet seit 2006 die Kammermusikreihe des Orchesters statt. Der SWR veranstaltet j√§hrlich im September auch das SWR3 New Pop Festival.

Im Juni 2007 konnte das Jugendorchester Baden-Baden sein 50-jähriges Bestehen feiern. 2001 musizierte man mit einem Weltstar der Violine, Hilary Hahn.

In Baden-Baden finden seit 1997 j√§hrlich die ‚ÄěHerbert von Karajan Pfingstfestspiele‚Äú statt, seit 2003 wird der Herbert-von-Karajan-Musikpreis verliehen.

Bauwerke

Kurhaus Baden-Baden
Palais Hamilton
Trinkhalle
Friedrichsbad, Palas des Neuen Schlosses und Kirche der Klosterschule vom Heiligen Grab
Blick in die Altstadt
Schlossgasse
Friedrichsturm

Baden-Baden hat im Zweiten Weltkrieg keine gro√üen Sch√§den erlitten und geh√∂rt zu den am besten erhaltenen Kurorten in Deutschland. Das Stadtbild wird von herausragenden Beispielen der Kurarchitektur des 19. und fr√ľhen 20. Jahrhunderts gepr√§gt. Das Kurhaus mit dem ber√ľhmten Casino Baden-Baden ist architektonischer und gesellschaftlicher Mittelpunkt sowie Wahrzeichen der Stadt.

Die Altstadt Baden-Badens hat zahlreiche Geschäfte und Cafés. Im Bäderviertel gibt es die moderne Caracalla Therme, das historische Friedrichsbad sowie Römische Badruinen. Das erste Luxushotel war das Hotel Badischer Hof; ein weiteres bekanntes Hotel ist Brenners Park-Hotel & Spa.

Weitere Sehensw√ľrdigkeiten sind die klassizistische Villa Hamilton, wie das Kurhaus von Friedrich Weinbrenner ausgef√ľhrt, die Wasserkunstanlage Paradies, das Kloster Lichtenthal, das Schloss Hohenbaden, das Neue Schloss und das Brahmshaus.

Auch zwei Bauten von Weinbrenner-Nachfolger Heinrich H√ľbsch, einem f√ľhrenden Vertreter des deutschen Romantizismus sind erw√§hnenswert: die Trinkhalle Baden-Baden (S√§ulenhalle direkt beim Kurhaus) und das ehemalige Dampfbad (unterhalb des Neuen Schlosses).

Eine weitere Attraktion ist die ber√ľhmte Lichtentaler Allee mit Rosengarten in der G√∂nneranlage, die Gartenstadt Ooswinkel und das Baden-Badener Rebland mit seinem Traditions-Weingut Gut N√§gelsf√∂rst ‚Äď seit 1268.

An Kirchen sind zu erwähnen: Stiftskirche, Evangelische Stadtkirche, Spitalkirche, St. Bernhard, St. Johannis sowie die Russische Kirche und die Stourdza-Kapelle.

Auf dem Gemarkungsgebiet des Stadtkreises gibt es auch einige bemerkenswerte Sendet√ľrme und zwar:

  • Mittelwellensendemast des SWR bei 48¬į45‚Ä≤58‚Ä≥ n√∂rdliche Breite und 8¬į15‚Ä≤56‚Ä≥ √∂stliche L√§nge
  • Aussichts- und Sendeturm Merkur bei 48¬į45‚Ä≤52‚Ä≥ n√∂rdliche Breite und 8¬į16‚Ä≤50‚Ä≥ √∂stliche L√§nge
  • Richtfunkturm Baden-Baden Fremersberg (freistehender Stahlbetonturm der Deutschen Telekom AG mit Aussichtsplattform) bei 48¬į45‚Ä≤10‚Ä≥ n√∂rdliche Breite und 8¬į12‚Ä≤8‚Ä≥ √∂stliche L√§nge

Mit der Merkurbergbahn gelangt man auf den 668 Meter hohen Baden-Badener Hausberg Merkur. In Baden-Baden beginnt Deutschlands wohl bekannteste Panorama- und Touristenstra√üe, die Schwarzwaldhochstra√üe ‚Äď B 500 ‚Äď die in Freudenstadt endet. Teilweise √ľber 1000 Meter hoch gelegen bietet sie den Autofahrern au√üergew√∂hnlich sch√∂ne Einblicke in den Hochschwarzwald und beeindruckende Aussichten in die Rheinebene, die Vogesen, die Schw√§bische Alb oder die Alpen.

Der 30 Meter hohe Friedrichsturm wurde durch die Stadt Baden-Baden und den Schwarzwaldverein am h√∂chsten Punkt der Gemarkung Baden-Baden (1002,5 Meter √ľber Normalnull) auf der Badener H√∂he erbaut, angrenzend an die Gemarkungen Herrenwies und Murgschifferschaft. Grundsteinlegung: Am 9. Juni 1890 durch Gro√üherzog Friedrich von Baden. Einweihung: Am 5. Oktober 1891.

Sport

Der Schachverein OSG Baden-Baden spielt in der 1. Schachbundesliga und ist mehrfacher deutscher Meister. Das Schachzentrum Baden-Baden ist Tr√§ger des Bundesst√ľtzpunktes.

Des Weiteren sind in Baden-Baden vier Fußballvereine ansässig. Es gibt den SC Baden-Baden, den TC Fatihspor sowie den FV Baden-Oos und den FC Lichtental. Im Handball ist die Kurstadt durch den ASVO Baden-Baden, den TV Baden-Geroldsau, den TV Ebersteinburg, den TV Sandweier und den SR Yburg Steinbach vertreten.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Mai: Brahms-Tage im Zwei-Jahre-Turnus und das Fr√ľhjahrsmeeting auf der Galopprennbahn Iffezheim
  • Mai: Pfingstfestspiele im Festspielhaus Baden-Baden
  • Juni: Mittelalterliche Winzertage im Stadtteil Steinbach ‚Äď ‚ÄěSommer-Gala‚Äú
  • Juli: Internationale Rosenneuheitenpr√ľfungen, Internationales Oldtimer Meeting Baden-Baden und Philharmonische Schlosskonzerte
  • August: Die Gro√üe Woche auf der Galopprennbahn in Iffezheim
  • September: Grand Prix Ball (Galaveranstaltung im B√©nazet Saal)
  • September: SWR3 New Pop Festival
  • September: Mr.M¬īs Jazz Club
  • Oktober: Sales & Racing auf der Galopprennbahn Iffezheim
  • Oktober/November: Welt-Tanz-Gala
  • November: Fernsehfilm-Festival Baden-Baden
  • Dezember: Verleihung Sportler des Jahres im Kurhaus
  • Dezember: Christkindelsmarkt

Kulinarische Spezialitäten

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Straßenverkehr

Baden-Baden liegt an der A 5 (Karlsruhe‚ÄďBasel) und ist √ľber die Anschlussstellen Baden-Baden und B√ľhl zu erreichen. Eine weitere Auffahrt befindet sich im Stadtteil Sandweier an der Autobahnkirche. Die B 500 (Schwarzwaldhochstra√üe) f√ľhrt durch das Stadtgebiet, im Innenstadtbereich durch den Michaelstunnel, mit 2544 Metern der zweitl√§ngste Stra√üentunnel in Baden-W√ľrttemberg.

Die B 3 f√ľhrt an den Stadtteilen Steinbach, Oos sowie Sandweier und Haueneberstein vorbei (B3 neu).

Schienenverkehr

Der Bahnhof Baden-Baden (ehemals: Baden-Oos) ist Intercity-Express-Haltepunkt an der Rheintalbahn von Mannheim nach Basel. Die Schwarzwaldbahn, die zwischen Karlsruhe und Kreuzlingen pendelt, h√§lt st√ľndlich am Bahnhof Baden-Baden. Die Stadtbahnlinien S 4 und S 32 der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft bieten direkte Verbindungen nach B√ľhl, Rastatt, Ettlingen, Karlsruhe und Heilbronn. Im Jahre 2010 wurde der Bahnhof Baden-Baden von der Allianz pro Schiene zum ‚ÄěBahnhof des Jahres‚Äú in der Kategorie Kleinstadtbahnhof gew√§hlt.

Den weiteren √∂ffentlichen Personennahverkehr (√ĖPNV) gew√§hrleistet die Baden-Baden-Linie die mit mehreren Buslinien, welche den ganzen Stadtkreis sowie teilweise die benachbarten St√§dte bedient. Die Hauptlinie ist die Buslinie 201, die im Zehn-Minuten-Takt vom Bahnhof im Stadtteil Oos, durch die Weststadt, √ľber die Stadtmitte bis nach Lichtental bzw. Oberbeuern f√§hrt.

Die st√§dtische Stra√üenbahn wurde am 24. Januar 1910 er√∂ffnet und am 28. Februar 1951 stillgelegt. Sie besa√ü meterspurige Strecken von rund 15 km L√§nge und wurde durch den Oberleitungsbus Baden-Baden ersetzt, der seit 26. Juni 1949 parallel dazu in Betrieb war.

Baden-Baden verf√ľgte urspr√ľnglich √ľber zwei Bahnh√∂fe: den Bahnhof Baden-Oos (heute: Baden-Baden) an der Rheintalbahn und den Kopfbahnhof Baden-Baden, Endpunkt der vom Bahnhof Baden-Baden kommenden Stichstrecke (heute: "Alter Bahnhof"). Dessen Empfangsgeb√§ude dient heute als Eingangsbereich des Festspielhauses. Am 24. September 1977 fuhr der letzte Personenzug auf der Stichbahn. Die Bahnanlagen von Baden-Baden bis Baden-Baden-Oos wurden in die sogenannte ‚Äěgr√ľne Einfahrt‚Äú umgewandelt (zur Zeit der Landesgartenschau in Baden-Baden). Auf dem Gel√§nde des ehemaligen Sackbahnhofs befinden sich heute das Festspielhaus, der Eingang des Michaelstunnels, eine Tiefgarage und ein See mit Gr√ľnanlage. Dar√ľber hinaus verf√ľgten die beiden heutigen Stadtteile Haueneberstein und Steinbach √ľber Bahnh√∂fe an der Rheintalbahn, die jedoch in den 1970er Jahren mangels Nachfrage aufgegeben wurden. Im Zuge der Verl√§ngerung der Stadtbahn bis Achern wurden sie reaktiviert. Letzterer erhielt dabei den neuen Namen Baden-Baden Rebland.

Auf den Merkur f√ľhrt seit 16. August 1913 eine Standseilbahn, die Merkurbergbahn.

Luftverkehr

Westlich von Baden-Baden, unweit der franz√∂sischen Grenze und auf der Gemarkung der Gemeinde Rheinm√ľnster-S√∂llingen, liegt im Baden-Airpark der Internationale Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden/FKB (ICAO-Code EDSB) ‚Äď mitunter auch ‚ÄěBaden-Airport‚Äú genannt ‚Äď von dem aus Charterfl√ľge der Fluggesellschaften Hamburg International (HHI oder 4R) und Tui-Fly (X3) sowie Linienfl√ľge mit Air Berlin (AB) nach Berlin (TXL) und Hamburg (HAM) und mit Ryanair (FR) unter anderem nach London Stansted (STN), Rom Ciampino (CIA), Barcelona Girona(GRO), Dublin (DUB), Stockholm Skavsta (NYO), Alicante (ALC) und Valencia (VLC). Ab 2009 bedient Air Berlin t√§glich Palma de Mallorca, der sogenannte PMI-Shuttle. Au√üerdem sind √ľber die Sommermonate Tunis Air (TU) (Tunesien), Sky Airlines (SKY) (Antalya, T√ľrkei), Sun Express (SHY) (Antalya, T√ľrkei) und Air Via (VIM) zu Gast am FKB, so der IATA-Code des Flughafens Karlsruhe/Baden-Baden.

Der 1910 gegr√ľndete Flugplatz Baden-Oos des Aero-Club Baden-Baden e.V. und der Fliegergruppe Gaggenau e.V. dient weiterhin der Sport- und Freizeit-Fliegerei.

Medien

Der Gebäudekomplex des SWR unterhalb des Fremersberges

Baden-Baden ist Sitz eines der Funkhauskomplexe des S√ľdwestrundfunks. Hier werden zahlreiche Fernseh- und Rundfunkprogramme produziert und ausgestrahlt, unter anderem auch das Programm von SWR3. In den Fernsehstudios entstehen unter anderem die werkt√§gliche Sendung ARD Buffet sowie Innenaufnahmen f√ľr die Serien Die Fallers und Tatort. Die Produktionsfirma Maran Film GmbH und die ARTE Deutschland TV GmbH haben ebenfalls ihren Sitz in der Stadt. J√§hrlich veranstalten die Deutsche Akademie der Darstellenden K√ľnste und der Sender 3sat ihr Fernsehfilm-Festival in Baden-Baden (bis 1999: Baden-Badener Tage des Fernsehspiels).

Zwei Tageszeitungen erscheinen in Baden-Baden: Das Badische Tagblatt (BT) und eine Lokalausgabe der Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) aus Karlsruhe.

In Baden-Baden wird jährlich der Deutsche Medienpreis von dem Baden-Badener Unternehmen Media Control verliehen.

Seit 2009 wird j√§hrlich der Baden-Baden Award Event und Medien von der Europ√§ischen Medien- und Event-Akademie sowie der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe an herausragende Auszubildende im B√ľhnen- und Medienbereich vergeben.

√Ėffentliche Einrichtungen

Baden-Baden ist Sitz eines Landgerichts und eines Amtsgerichts, die zum Oberlandesgerichtbezirk Karlsruhe gehören.

Ferner gibt es ein Finanzamt, mehrere Notariate und ein Zollamt. Die Stadt ist auch Sitz des Kirchenbezirks Baden-Baden der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Bildung

Baden-Baden hat zahlreiche Bildungseinrichtungen. Allen voran ist die Europ√§ische Medien- und Event-Akademie zu nennen. Daneben gibt es in Baden-Baden folgende weiterf√ľhrende Schulen:

Ferner gibt es die Vincenti-Grundschule und jeweils eine Grundschule in den Stadtteilen Balg, Ebersteinburg, Lichtental, Neuweier und Varnhalt. An Grund- und Hauptschulen bestehen die Theodor-Heuss-Schule (Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule) und entsprechende Einrichtungen in den Stadtteilen Steinbach, Haueneberstein, Oos, Sandweier und Lichtental.

Die gr√∂√üte private Bildungseinrichtung ist das P√§dagogium Baden-Baden (Realschule, Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium; mit Internat), daneben die Stulz-von-Ortenberg-Schule f√ľr Erziehungshilfe und die beiden Beruflichen Schulen BBS Baden-Badener Sprachschule GmbH und Wirtschaftsinstitut Baden-Baden in der Merkur Akademie International.

Als weitere private Bildungseinrichtungen haben die IB Medizinische Akademie mit Schulen f√ľr Logop√§die, Physiotherapie und Podologie sowie die Bernd-Blindow-Schulen mit Physiotherapie bzw. PTA einen Schulstandort in Baden-Baden eingerichtet.

Überregional bekannte ansässige Unternehmen

Persönlichkeiten

Eine √úbersicht √ľber die Ehrenb√ľrger der Stadt Baden-Baden sowie von weiteren Personen, die in Baden-Baden geboren sind oder mit der Stadt in Bezug stehen, findet sich in der Liste von Pers√∂nlichkeiten der Stadt Baden-Baden.

Zu den in Baden-Baden geborenen sowie besonders bekannt gewordenen Persönlichkeiten zählen unter anderem der Reichskanzler Max von Baden, der Schlagersänger Tony Marshall, der Nationalsozialist Rudolf Höß, der Journalist Erich Kuby sowie der Dirigent Stefan Anton Reck.

Baden-Baden in der Kunst

In der Literatur

‚ÄěMerkw√ľrdig ist, da√ü noch kein Schriftsteller die gro√üe Zeit Badens (1845‚Äď1869) f√ľr einen Roman verwendet hat‚Äú schrieb Otto Flake im Vorwort zu seinem Roman Hortense oder die R√ľckkehr nach Baden-Baden, der 1933 ver√∂ffentlicht wurde. Dieser Roman spiegelt das Flair der Bl√ľtezeit des Kurorts im 19. Jahrhundert wider. Flake kannte vielleicht nicht den Roman Rauch von Iwan Turgenew von 1867, der das Leben der russischen Adligen im Modebad kritisiert und karikiert.

Baden-Baden war auch schon in andere Werke als Schauplatz der Ereignisse eingeflossen. So auch in Der Spieler von Fjodor Dostojevski. Der Roman Die Leiche im Paradies von Rita Hampp spielt ebenfalls hier. Aufzeichnungen eines M√ľ√üigg√§ngers in Baden-Baden finden sich in Reinhold Schneiders Der Balkon von 1957.

In Film und Fernsehen

Der hier angesiedelte S√ľdwestrundfunk und mit ihm verbundene Produktionsfirmen nutzen die Stadt h√§ufig als Kulisse f√ľr Film- und Fernsehaufnahmen. In Baden-Baden spielen die Serien Bloch mit Dieter Pfaff als Psychotherapeut sowie Der Forellenhof. Ernst Jacobi, Heinz Schimmelpfennig und Karin Anselm ermittelten als Baden-Badener Tatort-Kommissare.

Das fiktive Mommsen-Gymnasium aus Baden-Baden diente zwischen 1968 und 1972 als Kulissenort f√ľr die Kurzserie Die L√ľmmel von der ersten Bank, die allerdings √ľberwiegend in M√ľnchen gedreht wurde. Der Film Die romantische Engl√§nderin mit Michael Caine und Glenda Jackson spielt zum gro√üen Teil in Baden-Baden, eine Episode in Claude Millers Film Das Auge mit Isabelle Adjani in Brenner‚Äôs Park Hotel. 2009 wurde der in Baden-Baden angesiedelte Fernsehfilm Von ganzem Herzen erstmals im Ersten ausgestrahlt.

Auch die Baden-Badener Spielbank war schon mehrfach Filmkulisse, beispielsweise in Der letzte Fußgänger mit Heinz Erhardt aus dem Jahr 1960 und in Otto’s Eleven mit Otto Waalkes in der Hauptrolle aus dem Jahr 2010.

Literatur

  • Helmuth Bischoff: Baden-Baden ‚Äď Die romantische B√§derstadt im Tal der Oos, K√∂ln 1996.
  • Baden-Baden, Kunst und Kultur entlang der Oos, Aquensis Verlag, 2007
  • Ulrich Coenen: Baden in Baden-Baden ‚Äď Von den r√∂mischen Anlagen zur modernen Caracallatherme. In: Die Ortenau ‚Äď Ver√∂ffentlichungen des Historischen Vereins f√ľr Mittelbaden, Bd. 81 (2001), Seite 189‚Äď228.
  • Ulrich Coenen: Von Aquae bis Baden-Baden ‚Äď Die Baugeschichte der Stadt und ihr Beitrag zur Entwicklung der Kurarchitektur, Mainz, Aachen 2008.
  • Ulrich Coenen: Die Kurstadt als ‚ÄěGesamtkunstwerk‚Äú. Anmerkungen zur Baugeschichte Baden-Badens. In: Stadt Baden-Baden (Hrsg.): Baden-Baden ‚Äď B√§der- und Kurstadt des 19. Jahrhunderts. Bewerbung der Stadt Baden-Baden als UNESCO-Weltkulturerbe. Workshop am 22. November 2008, Baden-Baden 2009, S. 31‚Äď44.
  • Wolf Deiseroth: Stadt Baden-Baden (Ortskernatalas Baden-W√ľrttemberg), Stuttgart 1993.
  • David Depenau: Die Ortsnecknamen in Stadt und Landkreis Rastatt und im Stadtkreis Baden-Baden. Von Gelfie√üler, K√§schdeigel und Schdaffelschnatzer. Ubstadt-Weiher, verlag regionalkultur 2003, ISBN 978-3-89735-247-6.
  • Peter H√∂lzle: Gl√ľcks- und Gesundbrunnen, Das Welt- und Halbweltbad Baden-Baden. In: W. Niess, S. Lorenz (Hrsg.): Kult-B√§der und B√§derkultur in Baden-W√ľrttemberg, Markstein, Filderstadt 2004, ISBN 3-935129-16-5
  • Faszination Baden-Baden, Aquensis Verlag, Baden-Baden 2006, ISBN 3-937978-02-X
  • Clemens Kieser u. a.: Kunst- und Kulturdenkmale im Landkreis Rastatt und in Baden-Baden, Stuttgart 2002.
  • Egon Schallmayer: Aquae ‚Äď das r√∂mische Baden-Baden. Stuttgart, Theiss, 1989, ISBN 3-8062-0555-8
  • Gereon Wieseh√∂fer, Manfred S√∂hner: Baden-Baden zum Kennenlernen. Ein Reise- und Stadtf√ľhrer, 4. Auflage, 2006

Weblinks

 Commons: Baden-Baden ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Baden-Baden ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
Wiktionary Wiktionary: BAD ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
 Wikisource: Baden-Baden ‚Äď Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Bev√∂lkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-W√ľrttembergs 2010 (Hilfe dazu)
  2. ‚ÜĎ Statistisches Jahrbuch der Stadt Baden-Baden
  3. ‚ÜĎ Kurioserweise f√ľhrt die Erstausgabe der Encyclop√¶dia Britannica au√üer den St√§dten in der Schweiz und √Ėsterreich zwei St√§dte mit Namen Baden an: 1. eine ungef√§hr 20 Meilen n√∂rdlich von Stra√üburg, Hauptstadt der gleichnamigen Markgrafschaft, die wegen ihrer hei√üen Quellen bemerkenswert sei und 2. eine im Breisgau in Schwaben, wo es ebenfalls einige hei√üe Quellen gebe, Encyclop√¶dia Britannica, Erstausgabe 1771
  4. ‚ÜĎ a b c d e f Stadtplan Baden-Baden, amtliche Ausgabe, St√§dtisches Vermessungs- und Liegenschaftsamt Baden-Baden, 1983
  5. ‚ÜĎ Stadt Baden-Baden: Statistische Zahlen, abgerufen am 4. Januar 2010
  6. ‚ÜĎ Baden-Baden im 19.Jahrhundert auf den Seiten des Kulturhauses LA8

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