Sigismund I. (Polen)


Sigismund I. (Polen)
Sigismund I., König von Polen, Großfürst von Litauen (zeitgenössisches Gemälde)
Sigismund I. vor dem Heiligen Stanislaus kniend

Sigismund der Alte (poln. Zygmunt I Stary, lit. Žygimantas Senasis; * 1. Januar 1467 in Kozienice, Polen; † 1. April 1548 in Krakau, Polen), war ab 1506 als Sigismund I. König von Polen und als Sigismund II. Großfürst von Litauen, aus dem Adelsgeschlecht der Jagiellonen.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Seine Eltern waren Kasimir IV. und Elisabeth von Habsburg, die eine Enkelin des römisch-deutschen Kaisers Sigismund von Luxemburg war. Sein ältester Bruder Vladislav war König von Böhmen und Ungarn. Er übertrug ihm 1499–1506 das Herzogtum Glogau und 1501–1511 das Herzogtum Troppau, die beide ein Lehen der Krone Böhmen waren.

Sigismund folgte 1506 seinen Brüdern Johann Albrecht und Alexander auf den polnischen Thron. Während seiner Herrschaft erreichte Polen seine größte Machtfülle. Allerdings waren die innenpolitischen Machtbefugnisse des Königs stark eingeschränkt, seit auf dem Reichstag von Radom die Rechte der Szlachta gestärkt worden waren („Nihil Novi“).

Um die Bedrohung der östlichen Grenzen durch das Großfürstentum Moskau und der südlichen Grenzen durch das Osmanische Reich und dessen Vasallen, das Khanat der Krim, abzuwehren, schloss Sigismund zusammen mit seinem Bruder Vladislav auf dem Wiener Fürstentag 1515 ein Freundschaftsbündnis mit dem römisch-deutschen Kaiser Maximilian I.

Nach jahrzehntelangen Auseinandersetzungen mit dem Deutschen Orden erkannte der Hochmeister, sein Neffe Albrecht von Brandenburg-Ansbach, 1525 die Lehnshoheit der polnischen Krone an. Albrecht wurde der erste Herzog von Preußen.

Ein großer Helfer in Sigismunds Kampf gegen die Tataren war der Schlesier Bernhard von Prittwitz, auch genannt „Terror Tartarorum“, später Starost von Bar. Weil Prittwitz für seinen überaus erfolgreichen Einsatz das Amt des Starosts und große Ländereien erhielt, sagte man Sigismunds Ehefrau Königin Bona ein Liebesverhältnis mit Prittwitz' Vater nach.

Sein Sohn Sigismund August wurde 1529 per Vivente Rege, noch zu Lebzeiten des Vaters, vom Sejm zum Großfürsten von Litauen und König von Polen gewählt, daher rührt der Beiname „Der Alte“ für Sigismund I.

Durch seine zweite Frau verbreiteten sich in Polen die Ideen der Renaissance. Wissenschaft und Kultur blühten auf. Die Königin Bona ist bis heute unvergessen geblieben, allerdings auch, weil sie eine erbitterte Gegnerin der Reformation war (Quelle: Hans v. Gizycki 1913, Chronik der Familie Gizycki des Wappens Gozdawa).

Nach dem Tode von Sigismund I. wurde sein Sohn Sigismund August, der schon 1544 selbständig Amtsgeschäfte übernahm, der letzte erbliche König von Polen und Großfürst von Litauen aus dem Geschlecht der Jagiellonen.

Sigismund war auch Mitglied des Ordens vom Goldenen Vlies.

Nachkommen

Mit seiner ersten Frau Barbara Zápolya (14951515), einer Tochter des ungarischen Palatins Stephan Zápolya, die er 1512 ehelichte, hatte er zwei Töchter:

Im Jahr 1518 heiratete Sigismund Bona Sforza, die Nichte der verstorbenen Kaiserin Bianca Maria Sforza. Mit ihr hatte er sechs Kinder.

Aus seiner nichtehelichen Beziehung mit der böhmischen Mätresse Katharina de Thelnicz (?–1528) hatte er drei Kinder:

  • Jan(usz) de Thelnicz (1499–1538); Bischof von Vilnius und Posen
  • Regina Szafraniec (1500–1526); verheiratet mit dem Starost, Großgrundbesitzer und königlichen Sekretär Hieronim Szafraniec
  • Katharina Gräfin von Montfort (1503–1548); verheiratet mit Graf Georg III. von Montfort

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Sigismund I. – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Alexander König von Polen
1506–1548
Sigismund II./III.
Großfürst von Litauen
1506–1548

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