Simone Changeux

Anne Golon (geboren als Simone Changeux) (* 19. Dezember 1921 in Toulon, Frankreich) ist eine französische Schriftstellerin, die mit einer Romanserie über ihre Heldin Angélique bekannt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Lebenslauf

Geboren wurde Anne Golon in das Haus eines Marinekapitäns, der davon träumte ein Buch mit farbigen Luftpostkarten herauszugeben. Anne machte dazu die Kolorierungen und entdeckte dabei ihre erste Leidenschaft, die Malerei. Die zweite Leidenschaft kam mit 18 Jahren zum Tragen, die Schriftstellerei. Sie verfasste ihr erstes Buch „Au pays de derrière mes yeux“ (Ein Land hinter meinen Augen). Kaum 20 Jahre alt, musste sie im Zweiten Weltkrieg aus Paris mit dem Fahrrad vor der einmarschierenden deutschen Armee flüchten. Sie schlug sich bis nach Spanien durch.

Unter verschiedenen Pseudonymen schrieb sie nach dem Krieg zuerst für die Zeitschrift „France 47“, aus der später das „France Magazine“ hervorging. Nachdem sie einen Literaturpreis für „La Patrouille de Saint Innocent“ erhalten hatte, entschloss sie sich in den Kongo zu reisen, um Stoff zu sammeln für einen Roman über das Ende der Kolonialisierung. Dort traf sie den 1903 geborenen russischen Aristokraten Wsewolod Sergejewitsch Golonbinoff, der sein Land während der Revolution 1917 mit seinen Familienangehörigen verlassen hatte. Von Beruf war er Geologe und Chemiker und sprach elf Sprachen. Seinen Lebensunterhalt verdiente er sich mit der Untersuchung von Goldvorkommen in China, Indochina, Laos und zuletzt in Afrika, wo er auf die junge französische Journalistin traf. Sie kehrten zusammen nach Frankreich zurück und begannen gemeinsam, erste, jedoch wenig erfolgreiche Bücher zu verfassen. Sie verfassten eine Tiergeschichte, die ein Pariser Verlag verlegte. Das Paar nannte sich damals erstmals Serge und Anne Golon. Der Verlagsleiter gab ihnen den Rat, historisch-abenteuerliche Frauenromane zu schreiben, den sie mit ungewöhnlichem Erfolg verwirklichten.

Da Anne Golon zu der Zeit in Versailles wohnte, sollte der Roman in der Zeit des Sonnenkönigs Ludwig XIV. spielen. Nach dreijährigem Milieu- und Quellenstudium in Versailles und längeren Recherchen an verschiedenen Orten wurde 1957 in Frankreich ihr 900-seitiger Roman „Angélique Marquise des Anges“ unter dem Künstlernamen Anne Golon veröffentlicht. Dieser Umfang war den Verlegern „etwas“ zu viel, sodass er in zwei Bänden herausgegeben wurde. Der zweite Teil bekam den Titel "Angélique, le Chemin de Versailles". Die "Angélique"-Reihe wurde inzwischen zu einer der spektakulärsten Bucherfolge aller Zeiten.

Angélique

Romane

Hauptartikel: Angélique (Romanreihe)

Die Erstveröffentlichung erfolgte nicht in Frankreich, sondern schon 1956 in Deutschland bei Blanvalet unter dem Titel „Angélique“. In der französischen Fassung ist ihr Ehemann mit dem Pseudonym „Serge Golon“ als Mitverfasser angegeben, in der deutschen Ausgabe steht sie von Anfang an als alleinige Verfasserin.

Der ungeheure Erfolg führte zu einer ganzen Reihe weiterer Romane um ihre Heldin Angélique, die erst den anfangs ungeliebten Joffrey de Peyrac heiraten muss, diesen durch Intrigen verliert, für tot glaubt und später als Piraten im Mittelmeer wiederfindet.

Anne Golon schrieb an der Welt der Angélique weiter, bis 1985 der letzte Roman erschien, „Angélique triumphiert“. Insgesamt erschienen die Romane in 45 verschiedenen Sprachen und bei 320 verschiedenen Herausgebern. Der Erfolg ihrer Romane zog eine ganze Flut weiterer historischer Romane anderer Autoren nach sich.

Durch die Vielfalt der Abenteuer, die ihre Hauptfigur erlebt, gewährt Anne Golon dem Leser Einblicke in nahezu sämtliche Gesellschaftsschichten Frankreichs zur Zeit des Sonnenkönigs. Als Tochter eines Barons ursprünglich aus dem verarmten Landadel stammend, gelangt Angelique als Gräfin und Marquise bis in die Höflingskreise um Ludwig XIV., fällt aber auch in die Gesellschaft von Bettlern und Straßenräubern und lebt unter Handwerkern und Kleinbürgern. Auch geografisch und politisch sind die Themenfelder der Romanserie weit gefasst: die Kämpfe des Königs mit dem Provinzadel im Zeichen des heraufziehenden Absolutismus spielen ebenso eine Rolle wie die Verfolgung der Hugenotten, der Sklavenhandel im Mittelmeer und die beginnende Kolonialisierung der karibischen Inseln und Nordamerikas. Dabei werden immer wieder historische Begebenheiten und Personen mit den fiktiven der Romane verknüpft.

  • Angélique, Blanvalet - ISBN 3764514884
  • Angélique und der König, Blanvalet - ISBN 3764514906
  • Unbezähmbare Angélique, Blanvalet - ISBN 3764514914
  • Angélique die Rebellin, Blanvalet - ISBN 3764514973
  • Angélique und Ihre Liebe, Blanvalet - ISBN 376451504X
  • Angélique und Joffrey, Blanvalet - ISBN 3764515058
  • Angélique und die Versuchung, Blanvalet - ISBN 3764520914
  • Angélique und die Dämonin, Rowohlt - ISBN 3499141086
  • Angélique und die Verschwörung, Goldmann - ISBN 3442038839
  • Angélique die Siegerin, Goldmann - ISBN 3442064503
  • Angélique und die Hoffnung, Blanvalet - ISBN 3764510536
  • Angélique triumphiert, Goldmann - ISBN 3442092892

Verfilmungen

Nachdem bereits sieben Bände der Saga erschienen waren, entdeckte auch der französische Film die Abenteuer der jungen Angélique, und 1964 wurde der erste Roman unter dem Titel „Angélique“ („Angélique, marquise des anges“) verfilmt.

Regisseur Bernard Borderie entschloss sich, zeitgleich mit dem ersten Film auch den zweiten Teil zu drehen. So erschien dann schon 1965 „Angélique, 2. Teil“. Die Hauptrolle spielte die Französin Michèle Mercier, die seitdem untrennbar mit der Figur in Erinnerung ist. Angéliques Ehemann Joffrey de Peyrac wurde dargestellt von Robert Hossein. Drei weitere Filme sollten folgen, in denen unter anderen auch der Sänger Jean-Claude Pascal als Osman Ferradji oder der Robinson Crusoe-Darsteller Robert Hoffmann auftraten.

  • Angélique“ (Angélique, marquise des anges, 1964)
  • „Angélique, 2. Teil“ (Merveilleuse Angélique, 1965)
  • „Angélique und der König“ (Angélique et le roy, 1966)
  • „Unbezähmbare Angélique“ (Indomptable Angélique, 1967)
  • „Angélique und der Sultan“ (Angélique et le sultan, 1968)

Es entstanden auch zwei türkische Filme

  • „Anjelik Osmanli saraylarinda“ (1967)
  • „Anjelik ve Deli Ibrahim“ (1968)

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