Bagdad

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Bagdad
Bagdad
Lage
Bagdad (Irak)
Bagdad
Bagdad
Koordinaten 33° 20â€Č N, 44° 23â€Č O33.33333333333344.38333333333340Koordinaten: 33° 20â€Č N, 44° 23â€Č O
Staat Irak
Gouvernement Bagdad
Basisdaten
Höhe 40 m
FlĂ€che 204,2 kmÂČ
Einwohner 5.402.000 (1. Januar 2010)[1]
Vorwahl 1 (Stadt), 964 (Land)
BĂŒrgermeister Sabir al-Isawi
Stadtplan von Bagdad
Stadtplan
Bagdad

Bagdad (persisch: „Geschenk Gottes“ bzw. „Geschenk des Großkönigs“ entsprechend „baġ“: „Gott“ bzw. „Herr“ und „dād“: „Gabe“;[2] arabisch â€ŰšŰșۯۧۯ‎, DMG BaÄĄdād; in der englischen Transkription als Baghdad geschrieben) ist die Hauptstadt des Irak und des gleichnamigen Gouvernements. Sie ist mit 5,4 Millionen Einwohnern (2010)[1] eine der grĂ¶ĂŸten StĂ€dte im Nahen Osten. In der Metropolregion, die weit ĂŒber die Grenzen des Gouvernements hinausreicht, leben 11,8 Millionen Menschen (2010).[3]

Die Stadt ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes sowie Sitz der irakischen Regierung, des Parlaments, aller staatlichen und religiösen Zentralbehörden sowie zahlreicher diplomatischer Vertretungen. Bagdad ist der bedeutendste Verkehrsknotenpunkt Iraks und besitzt zahlreiche UniversitÀten, Hochschulen, Theater, Museen sowie BaudenkmÀler.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Satellitenaufnahme von Bagdad

Die irakische Hauptstadt liegt etwa in der Landesmitte des Irak durchschnittlich 40 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel. Sie erstreckt sich am Mittellauf des Tigris, der bis Bagdad schiffbar ist.

Der Fluss teilt die Stadt in zwei HĂ€lften, den östlichen Teil Risafa und den westlichen Teil Karch. Der Boden ist sehr flach und aufgrund der periodischen Überschwemmungen alluvialen Ursprungs.

Der Fluss Tigris, an dessen Ufern Bagdad liegt, ist ein wichtiger Handelsweg fĂŒr die Stadt. In Bagdad laufen einige durch den fruchtbaren Halbmond fĂŒhrenden Handelsrouten zusammen, einem niederschlagsreichen Winterregengebiet, nördlich der Syrischen WĂŒste und im Norden der Arabischen Halbinsel gelegen.

Zusammen mit dem Euphrat bildet der Tigris, dessen Einzugsgebiet 375.000 Quadratkilometer umfasst, das Zweistromland, in dem sich einige der ersten Hochkulturen entwickelten.

Stadtgliederung

Bagdad gliedert sich in neun Stadtbezirke:[4]

  • al-AÊżzamiyya (â€ŰŁÙ„ŰŁŰčŰžÙ…ÙŠŰ©â€Ž)
  • Baghdād al-dschadÄ«da (Tisa Nisan) (‏۹Űșۯۧۯ Ű§Ù„ŰŹŰŻÙŠŰŻŰ©â€Ž)
  • al-Kāzimiyya (â€Ű§Ù„ÙƒŰ§ŰžÙ…ÙŠŰ©â€Ž)
  • al-Karāda (â€Ű§Ù„ÙƒŰ±Ű§ŰŻŰ©â€Ž)
  • al-Karch (â€Ű§Ù„ÙƒŰ±Űźâ€Ž)
  • MansĆ«r (â€Ù…Ù†Ű”ÙˆŰ±â€Ž)
  • al-RaschÄ«d (â€Ű§Ù„Ű±ŰŽÙŠŰŻâ€Ž)
  • al-Rusāfa (â€Ű§Ù„Ű±Ű”Ű§ÙŰ©â€Ž)
  • Sadr City (Thaura) (â€Ù…ŰŻÙŠÙ†Ű© Ű§Ù„Ű”ŰŻŰ±â€Ž)

Klima

Die Stadt besitzt ein trockenes subtropisches Klima und ist in Bezug auf die maximalen Temperaturen eine der heißesten StĂ€dte der Welt. In den Sommermonaten zwischen Juni und September steigt die durchschnittliche maximale Temperatur auf 41 bis 43 Grad Celsius, begleitet von starker Sonnenstrahlung: Regen ist wĂ€hrend dieser Zeit des Jahres Ă€ußerst unwahrscheinlich. Temperaturen ĂŒber 50 Grad Celsius sind nicht unbekannt, und auch in der Nacht sinken diese selten unter 24 Grad Celsius.

Die Luftfeuchtigkeit ist sehr gering und liegt in der Regel unter zehn Prozent. StaubstĂŒrme aus den WĂŒsten im Westen sind im Sommer ein normales Ereignis. Sie finden an durchschnittlich 20 Tagen im Jahr statt.

Im Winter, zwischen Dezember und Februar, betrĂ€gt die maximale Temperatur durchschnittlich 16 bis 18 Grad Celsius. Die minimale Temperatur im Januar liegt bei etwa vier Grad Celsius im Mittel, aber auch Werte unter null Grad Celsius sind nicht selten in dieser Jahreszeit. Die jĂ€hrliche Niederschlagsmenge von durchschnittlich etwa 148 Millimeter fĂ€llt fast ausschließlich im Zeitraum von November bis MĂ€rz.

Bagdad
Klimadiagramm (ErklÀrung)
J F M A M J J A S O N D
 
 
23
 
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4
 
 
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6
 
 
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3
 
36
19
 
 
2
 
41
23
 
 
2
 
43
24
 
 
2
 
43
24
 
 
2
 
40
21
 
 
3
 
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16
 
 
20
 
25
11
 
 
25
 
18
6
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: [5]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschlĂ€ge fĂŒr Bagdad
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 15,6 17,8 21,7 29,4 36,1 40,6 43,3 43,3 40,0 33,3 25,0 17,8 Ø 30,3
Min. Temperatur (°C) 3,9 5,6 8,9 13,9 19,4 22,8 24,4 24,4 21,1 16,1 10,6 5,6 Ø 14,7
Niederschlag (mm) 23 25 28 13 3 2 2 2 2 3 20 25 ÎŁ 148
Sonnenstunden (h/d) 6,2 7,3 7,9 8,6 9,7 8,3 11,2 11,4 10,5 8,8 7,1 6,3 Ø 8,6
Regentage (d) 4 3 4 3 1 0 0 0 0 1 3 5 ÎŁ 24
T
e
m
p
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r
a
t
u
r
15,6
3,9
17,8
5,6
21,7
8,9
29,4
13,9
36,1
19,4
40,6
22,8
43,3
24,4
43,3
24,4
40,0
21,1
33,3
16,1
25,0
10,6
17,8
5,6
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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s
c
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g
23 25 28 13 3 2 2 2 2 3 20 25
  Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: [5]

Geschichte

StadtgrĂŒndung und BlĂŒtezeit

Grabmal von Zumurrud Khatun, erbaut um 1190
Die Mongolen unter ChĂŒlegĂŒ vor Bagdad 1258

Bagdad wurde am 30. Juli 762[6] von dem abbasidischen Kalifen al-Mansur als neue Hauptstadt des islamischen Reichs gegrĂŒndet (Name: MadÄ«nat as-Salām, „Stadt des Friedens“). Sie entstand nur wenige Kilometer östlich der alten Hauptstadt des Sassanidenreiches, Ktesiphon. Innerhalb von vier Jahren entstanden der Kalifenpalast (Bāb adh-dhahab oder al-Kubba al-Kadra) und die Hauptmoschee am westlichen Tigrisufer. Die Stadt wurde kreisförmig mit dem Palast und der Moschee im Zentrum konzipiert. Die Kreisstadt war in vier Vierteln mit je einem Stadttor, das in eine Himmelsrichtung zeigte, eingeteilt. Die Soldaten des Kalifen wurden nordwestlich von Bagdad in einem eigenen Ort (Al-Harbiya) quartiert. Der heutige Stadtteil Karch war damals fĂŒr die Arbeiter gedacht, wĂ€hrend innerhalb des Kreises der Hof, die Garde, der Harem und die oberste Verwaltung wohnte.

Aufgrund der gĂŒnstig gewĂ€hlten Lage am Knotenpunkt zahlreicher Handelsstraßen und der fruchtbaren Anbaugebiete in ihrer NĂ€he zum Tigris (Didschla) florierte die neu gegrĂŒndete Stadt schnell. Als al-Mansurs Sohn al-Mahdi den Thron bestieg, hatte Bagdad bereits eine FlĂ€che von 15 Quadratkilometern. Es war Zentrum der Wissenschaften und KĂŒnste, kurzum, es war die Glanzzeit Bagdads.

Stagnation und Invasionen

Zwischenzeitlich verlegte der Kalif al-Mu'tasim die Hauptstadt nach Samarra (808-819 und 836-892), um seine Armee von der Bevölkerung fernzuhalten. Doch auch als das Kalifat an Macht verloren hatte und zuerst die Buyiden-Dynastie (945-1055) und spĂ€ter die Seldschuken (1055-1135) das islamische Reich beherrschten, blieb sie eine der wichtigsten StĂ€dte der islamischen Welt, bis sie 1258 von den Mongolen unter ChĂŒlegĂŒ erobert wurde, die am 10. Februar 1258 den letzten Kalifen Al-Mustasim töteten und nach Augenzeugenberichten unvorstellbare GrĂ€ueltaten anrichteten, Quellen berichten von einer Pyramide aus TotenschĂ€deln.

Viel gewichtiger war aber, dass im Zusammenhang mit dieser Eroberung Bagdads und des Zweistromlandes (Mesopotamien) sowohl von den verteidigenden Mamelucken als auch von den Mongolen die hochkomplexen BewĂ€sserungssysteme des Landes zerstört wurden. Die Folgen dieser Zerstörungen wurden durch die Vertreibung der lokalen Bevölkerung und dem damit verbundenen Verlust des Wissens ĂŒber den Betrieb und die Instandhaltung des BewĂ€sserungssystems noch verstĂ€rkt. Die Desertifikation (Austrocknung) Mesopotamiens setzte ein, und Bagdad, zuvor die zumindest zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt der Welt, versank zusammen mit ganz Mesopotamien in der Bedeutungslosigkeit.

Osmanische Herrschaft

Bagdad im 19. Jahrhundert
Das jĂŒdische Viertel von Bagdad im 19. Jahrhundert

Seit dem 16. Jahrhundert stritten sich die Herrscher Persiens und der TĂŒrkei mehrfach um die Stadt. 1508 geriet Bagdad unter persische Herrschaft, 1534 wurde die Stadt dem Osmanischen Reich eingegliedert. 1623 eroberten persische Truppen die Stadt zurĂŒck, die dann 1638 erneut von den osmanischen StreitkrĂ€ften eingenommen wurde. Im Jahre 1652 zĂ€hlte Bagdad nur noch ungefĂ€hr 15.000 Einwohner. Bagdad blieb unter osmanischer Herrschaft und wurde die Hauptstadt der Provinz Bagdad, einer der drei Provinzen, aus denen der spĂ€tere Irak entstand.

Nachdem sich schon im 17. Jahrhundert Paschas in Basra und Bagdad von den Osmanen zeitweise unabhĂ€ngig gemacht hatten, begrĂŒndete 1704 der von den Osmanen als Statthalter eingesetzte Hasan Pascha (1704–1723) die Macht der Mamelucken in Bagdad. Die Paschas von Bagdad erlangten in der Folgezeit weitgehende Autonomie, mussten aber weiterhin die Oberhoheit der Osmanen anerkennen. Unter Ahmad Pascha (1723–1747) wurde 1733 ein Angriff der Perser unter Nadir Schah auf Bagdad abgewehrt. Nach dem Tod von Ahmad Pascha versuchten die Osmanen zwar wieder die Kontrolle ĂŒber Bagdad zu erringen, mussten aber 1749 Sulaiman Pascha (1749–1762) als Statthalter anerkennen. Unter ihm wurde die Provinz Basra mit Bagdad vereinigt.

Unter BĂŒyĂŒk SĂŒleyman Pascha (1780–1802) erreichte die Dynastie ihren Höhepunkt, als das Land befriedet, eine umfangreiche BautĂ€tigkeit eingeleitet wurde. Auch konnte 1801 ein Angriff der Wahabiten auf den Irak erfolgreich abgewehrt werden, obwohl diesen die Zerstörung der schiitischen HeiligtĂŒmer Nadschaf und Kerbala gelang. 1831 wurde Bagdad von osmanischen Truppen besetzt und wieder der Zentralverwaltung unterstellt, nachdem eine Pestepidemie die Herrschaft der Dynastie erheblich geschwĂ€cht hatte. In Bagdad hatten von 80.000 Einwohnern nur 27.000 Menschen ĂŒberlebt.

1864 erfolgte die GrĂŒndung der ersten Schule der Alliance IsraĂ©lite Universelle, die sich die Verbreitung fortschrittlichen Wissens innerhalb der jĂŒdischen Glaubensgemeinschaft zum Ziel setzte. Die osmanische Verfassung von 1876 proklamierte den Islam als Staatsreligion, gab der jĂŒdischen und christlichen Bevölkerung gleiche politische Rechte und ermöglichte ihnen den Zugang zu öffentlichen Ämtern. Zu dieser Zeit war Bagdad eine kosmopolitische und multinationale Stadt. Unter den Muslimen waren die Schiiten und Sunniten zu ziemlich gleichen Teilen zahlreich vertreten; neben ihnen fanden sich viele Juden, zu den wohlhabendsten Kauf- und GeschĂ€ftsleuten gehörend (etwa 1300 Familien mit drei Synagogen), Christen (Armenier, Jakobiten, Nestorianer, Griechen, etwa 300 Familien), Perser und einige Inder. Am 2. Juni 1914 erlangte die Stadt mit der Eröffnung des Teilabschnitts Sumike–Bagdad Anschluss an die Bagdadbahn.

Britische Kolonialzeit

Blick auf Bagdad 1918
Bagdad 1932

WĂ€hrend des Ersten Weltkrieges marschierten britische Truppen ein und besetzten am 11. MĂ€rz 1917 ohne grĂ¶ĂŸeren Widerstand durch die osmanische Armee Bagdad. Der britische Befehlshaber General Sir Frederick Stanley Maude sagte in einer ErklĂ€rung vom 19. MĂ€rz 1917 zu den Bewohnern Bagdads:

„Unsere Armeen kommen nicht in eure StĂ€dte und euer Land als Eroberer oder als Feind, sondern als Befreier. Einwohner Bagdads, vergesst nicht: Seit 26 Generationen leidet ihr unter fremden Tyrannen, die alles dafĂŒr taten, dass ein arabisches Haus gegen ein anderes stand, damit sie von eurer Uneinigkeit profitieren konnten. Diese Politik ist abscheulich fĂŒr Großbritannien und seine Alliierten, denn es kann weder Frieden noch Wohlstand geben, wo Feindschaft oder eine schlechte Regierung herrscht.“[7]

Nach der Niederschlagung eines landesweiten antikolonialen Aufstands durch britische und indische Soldaten unter dem Oberbefehlshaber Generalleutnant Sir Aylmer Haldane, in deren Verlauf zahlreiche Menschen getötet wurden, löste Großbritannien im Herbst 1920 aus dem Osmanischen Reich die Provinzen Bagdad, Mosul und Basra heraus und verschmolz sie zum heutigen Irak. Der Völkerbund sanktionierte diese Maßnahme und ĂŒbertrug Großbritannien das Mandat ĂŒber den Irak.

Am 23. August 1921 wurde unter britischer Kontrolle das Königreich Irak mit Bagdad als Hauptstadt errichtet. Am 3. Oktober 1932 wurde das britische Mandat aufgehoben und der Irak erlangte seine formelle UnabhÀngigkeit. Die Briten sicherten sich allerdings eine wirtschaftliche Sonderstellung und behielten einen starken politischen Einfluss.

UnabhÀngigkeit und Wirtschaftsboom

Britische Truppen in Bagdad im Juni 1941
Die irakische Hauptstadt 1977

Der Widerstand innerhalb der irakischen Bevölkerung gegen die starke Rolle Großbritanniens war groß. Mit der UnterstĂŒtzung Deutschlands beseitigten Offiziere am 1. April 1941 die probritische Regierung. Neuer MinisterprĂ€sident wurde Raschid Ali al-Gailani, der eine „Regierung der Nationalen Verteidigung“ bildete. Großbritannien schickte Truppen aus Transjordanien und Britisch-Indien, die am 2. Mai 1941 in Basra an Land gingen. Obwohl die irakischen Einheiten sogar die StaudĂ€mme des Euphrat sprengten, war es ihnen nicht möglich, den britischen Vormarsch aufzuhalten. Am 29. Mai 1941 erreichten die britischen Truppen nach schweren KĂ€mpfen mit der irakischen Armee die Vororte Bagdads, die Regierung Gailani floh daraufhin in den Iran.

Am 1. und 2. Juni 1941 brach eine Welle von arabisch-nationalistisch motivierten Pogromen gegen die ortsansĂ€ssige jĂŒdische Bevölkerung aus.[8] In den zwei Tagen starben in Bagdad 179 Menschen jĂŒdischen Glaubens, zahlreiche HĂ€user und GeschĂ€fte im jĂŒdischen Viertel wurden zerstört. Die britischen Einheiten verharrten in den Außenbezirken und unternahmen nichts.[9][10] 1951 und 1952 verließen fast alle Bagdader Juden ĂŒber eine LuftbrĂŒcke nach Israel den Irak.

Die Einwohnerzahl der Stadt stieg von schĂ€tzungsweise 145.000 (1900) auf 490.000 (1957), vor allem durch Zuwanderer aus dem schiitischen SĂŒden, die, in der Hauptstadt angekommen, unter massiver Wohnungsnot litten. Erst unter der Herrschaft Abd al-Karim Qasims wurde durch den Bau der damals geradezu vorbildlichen Satellitenstadt Madinat al-Thaura („Stadt der Revolution“), spĂ€ter Saddam City, dann Sadr City, etwas Abhilfe verschafft.

Nach der Verstaatlichung der Unternehmen im Ölsektor 1972 und dem Anstieg des Ölpreises ab 1973 waren die irakischen Öleinnahmen enorm. Zu dieser Zeit entstand eine moderne Infrastruktur mit Kanalisation, Wasserleitungen und Autobahnen. Viel Geld floss auch in sozialpolitische Maßnahmen, vor allem in die Entwicklung des Gesundheitswesens und des Erziehungssektors.

Die Öleinnahmen wurden auch genutzt, um die Industrie, den Transport- und Kommunikationssektor und andere Bereiche wie Erholung, Tourismus, Handel und alle anderen Wirtschaftssektoren zu fördern. WĂ€hrend dieser Zeit stieg die Bevölkerungszahl weiter rasant an. Den grĂ¶ĂŸten Teil der Zuwanderer stellten schiitische Araber. Sie zogen ĂŒberwiegend in die Vororte Bagdads, wo sie in Slums unter prekĂ€rsten VerhĂ€ltnissen hausten.

Erster und Zweiter Golfkrieg

Im Ersten Golfkrieg (1980-1988) zwischen dem Iran und dem Irak war die Stadt Ziel iranischer Raketenangriffe vom Typ Scud, die aber nur wenige Opfer forderten und geringe SchĂ€den verursachten. Im Zweiten Golfkrieg wurde die Stadt ab 17. Januar 1991 sieben Wochen durch die alliierten StreitkrĂ€fte unter FĂŒhrung der USA bombardiert.

Der Luftkrieg richtete sich auf militĂ€rische Ziele wie die irakische Republikanische Garde, Luftverteidigungssysteme, MilitĂ€rflugzeuge und FlugplĂ€tze, sowie Spionagesysteme. Zugleich zielte er auf Anlagen, die sowohl dem MilitĂ€r als auch den Zivilisten nĂŒtzlich sein könnten: ElektrizitĂ€tsanlagen, Nachrichtentechnik, Ölraffinerien und -pipelines, Eisenbahnen und BrĂŒcken. Die Energieversorgung der Hauptstadt wurde zerstört. Am Ende des Krieges lag die ElektrizitĂ€tsproduktion bei vier Prozent des Vorkriegsniveaus, Monate spĂ€ter bei 20 bis 25 Prozent.

Des Weiteren wurde die Trinkwasserversorgung weitflĂ€chig gezielt zerstört, was insbesondere die Zivilbevölkerung schwer leiden ließ. Bomben zerstörten die Steuerungssysteme der meisten Pumpstationen und zahlreiche KlĂ€ranlagen. Das Abwasser floss direkt in den Tigris, von dem die Zivilbevölkerung der irakischen Hauptstadt Trinkwasser entnehmen musste. Dadurch kam es in der Stadt zu Epidemien.

In den meisten FĂ€llen vermieden die VerbĂŒndeten, rein zivile Ziele anzugreifen. Jedoch starben alleine ĂŒber 300 Zivilisten durch Bombentreffer wĂ€hrend eines Luftangriffs auf einen Luftschutzbunker am 13. Februar 1991 in Bagdad. Die US-Regierung erklĂ€rte, dass der Bunker ein legitimes militĂ€risches Ziel gewesen sei und bedauerte den Verlust von Menschenleben.

Irakkrieg

Satellitenbild vom 31. MĂ€rz 2003. Das Bild zeigt Rauchwolken brennender Öl-GrĂ€ben, von irakischen Truppen angezĂŒndet.
Stadtplan von Bagdad (2003)

Der Irakkrieg begann am 20. MĂ€rz 2003 mit gezielten Bombardements in Bagdad. In der Nacht vom 19. auf den 20. MĂ€rz 2003, das Ultimatum war gerade zwei Stunden abgelaufen, feuerten die USA 40 Marschflugkörper auf die Hauptstadt ab. ErklĂ€rtes Ziel war Saddam Hussein zu stĂŒrzen und Massenvernichtungswaffen ausfindig zu machen. Die Bombardierungen der alliierten StreitkrĂ€fte fĂŒhrten zu erheblichen Zerstörungen der militĂ€rischen und zivilen Infrastruktur.

In den ersten beiden Tagen des Krieges drangen die US-Truppen etwa 200 Kilometer ins Landesinnere ein, am 24. MĂ€rz waren die Truppen bereits 90 Kilometer vor Bagdad. Nach etwa zehn Tagen geriet dieser Vormarsch ins Stocken. DafĂŒr waren mehrere GrĂŒnde verantwortlich: Zum einen ein sehr heftiger Sandsturm, der Waffensysteme wie zum Beispiel Hubschrauber stark gefĂ€hrdete, Widerstand irakischer Truppen, die kritische Passagen ĂŒber den Euphrat zu schĂŒtzen versuchten, sowie das schnelle anfĂ€ngliche VorrĂŒcken, das eine lange Nachschublinie relativ ungesichert zurĂŒckließ. Dann jedoch brach der irakische Widerstand (nicht der der Milizen) schnell zusammen.

In den frĂŒhen Morgenstunden des 3. April 2003 begann mit einem intensiven Bombardement des „Saddam International Airports“ die Schlacht um Bagdad. Der Flughafen der Stadt wurde am 4. April eingenommen. Am 5. April rĂŒckten die US-amerikanischen Truppen erstmals ins Stadtzentrum vor. Es fand zwar kein HĂ€userkampf statt, wie befĂŒrchtet worden war, dennoch erlitt die irakische Seite schwere Verluste. Die StreitkrĂ€fte des Irak beschrĂ€nkten sich auf eine ĂŒberwiegend passive Vorgehensweise mit vielen Defensivbauten wie GrĂ€ben und paramilitĂ€rischen Anleihen. Bagdad konnte ab diesem Zeitpunkt dennoch als offene Stadt gelten. Die US-amerikanischen StreitkrĂ€fte brachten die Stadt innerhalb der nĂ€chsten vier Tage weitgehend unter ihre Kontrolle, dennoch kam es auch weiterhin zu geringeren KĂ€mpfen.

Am Nachmittag des 9. April 2003 standen amerikanische M1A1 Abrams-Kampfpanzer auf dem Firdosplatz (Paradiesplatz) vor dem Palestine Hotel. Um 18:49 Uhr deckte ein US-Soldat die Saddam-Statue zuerst mit der US-Flagge und spĂ€ter mit einer irakischen Flagge ab. Danach wurde die Statue mit Hilfe eines M88-Bergepanzers zum Einsturz gebracht. Dieses Bild steht symbolisch fĂŒr das Ende des Irakkrieges.

Nachkriegszeit

Das durch einen Autobombenanschlag zerstörte UN-Hauptquartier im August 2003
Zwei M1A1 Abrams-Kampfpanzer vor dem Triumphbogen Schwerter von Kadesia im November 2003

Nach dem Ende der Kampfhandlungen litt ganz Bagdad unter PlĂŒnderungen, Chaos und Anarchie, welche die US-Truppen nicht unter Kontrolle bekamen. Am 1. Mai 2003 erklĂ€rte US-PrĂ€sident George W. Bush den Irakkrieg fĂŒr beendet. Trotzdem kommt es immer wieder zu verheerenden AnschlĂ€gen, von denen nicht nur die US-Truppen, sondern auch die irakische Bevölkerung betroffen ist.

Ein Anschlag auf das UN-Hauptquartier in Bagdad am 19. August 2003 forderte 23 Todesopfer, unter ihnen der UN-Sondergesandte SĂ©rgio Vieira de Mello.[11]

Am 31. August 2005 kam es auf der Al-Aaimmah-BrĂŒcke, die den Tigris ĂŒberspannt und die Stadtteile Asamya und Kasamiya verbindet, zu einer Massenpanik unter schiitischen Pilgern die den Todestag des Imam Mussa Al-Kadhim gedachten. Durch das GerĂŒcht, ein SelbstmordattentĂ€ter sei in der Menge, entstand Panik wodurch hunderte Menschen erdrĂŒckt und niedergetrampelt wurden, oder in den Tigris stĂŒrzten; Bei dem UnglĂŒck kamen 1.011 Menschen ums Leben, mehr als 800 wurden verletzt. Aufgrund dieses Vorfalles wurde eine dreitĂ€gige Staatstrauer angeordnet.

Am 14. September 2005 wurden bei der Explosion einer Autobombe, inmitten einer Gruppe Arbeitssuchender, 112 Menschen getötet und Dutzende verletzt. Am 28. August 2006 starben bei einem Anschlag auf das Innenministerium 13 Menschen. Das Attentat galt den Polizeichefs aller 18 Gouvernements des Landes, die sich in dem GebÀude in der irakischen Hauptstadt aufhielten.[12] Am 23. November 2006 wurden bei der nahezu gleichzeitigen Explosion von sechs Autobomben im Stadtteil Sadr-City, 202 Menschen getötet und 255 verletzt. Am 3. Februar 2007 brachte ein SelbstmordattentÀter einen mit Sprengstoff beladenen Lastwagen inmitten eines belebten Marktes zur Detonation, wobei 137 Menschen starben und mehr als 300 verletzt wurden.

Autobombenanschlag im August 2006 vor dem GebĂ€ude der Zeitung Al-Sabah („Der Morgen“)
SpÀhtrupp der 2. US-Infanteriedivision auf AufklÀrungsmission im August 2006

Am 12. April 2007 erschĂŒtterte eine Explosion das ParlamentsgebĂ€ude in der stark gesicherten „GrĂŒnen Zone“ in Bagdad. Nach ersten Pressemeldungen kamen dabei mindestens zwei Abgeordnete ums Leben. Einige Stunden zuvor war bereits bei einem Selbstmordanschlag, dem ebenfalls mehrere Menschen zum Opfer fielen, eine wichtige Tigris-BrĂŒcke in Bagdad, die Al-Sarafija-BrĂŒcke, zerstört worden.[13] Wenige Tage spĂ€ter, am 18. April 2007, trafen fĂŒnf weitere AnschlĂ€ge die irakische Hauptstadt. Allein die Detonation einer Autobombe nahe dem Marktplatz im Sadrija-Viertel kostete 127 Menschen das Leben. Insgesamt forderten die Attentate ĂŒber 230 Todesopfer.[14] Bei Luftangriffen in Bagdad am 12. Juli 2007 wurden von BordschĂŒtzen US-amerikanischer Apache-Hubschrauber 12 Zivilpersonen getötet, darunter die beiden Reuters-Mitarbeiter Saeed Chmagh und Namir Noor-Eldeen.[15]

Seit dem offiziellen Ende des Irakkrieges im Mai 2003 sind erheblich mehr US-Soldaten durch AnschlĂ€ge, sowohl von Widerstandsgruppen wie auch von islamistischen Terroristen, umgekommen als durch die Kriegshandlungen zuvor. Zahlreiche Opfer forderten die Angriffe auch unter der Zivilbevölkerung. Auch Vertretern der mehrheitlich von Schiiten und Kurden getragenen irakischen Regierung wurden wiederholt zum Ziel von AnschlĂ€gen. Die Terrorgruppe al-Qaida verfolgt anscheinend die Strategie, einen BĂŒrgerkrieg zwischen Schiiten und Sunniten zu provozieren, um so zu verhindern, dass der Irak eine staatliche Ordnung findet. Insbesondere die Hauptstadt Bagdad ist von den Auseinandersetzungen betroffen. Dort wiesen die meisten Toten zudem Folterspuren auf.[16]

2003 begann die US-Armee mit dem Bau von bis zu fĂŒnf Meter hohen Schutzmauern, um wichtige GebĂ€ude vor TerroranschlĂ€gen zu schĂŒtzen. SpĂ€ter schirmte die US-Armee ganze Stadtviertel mit Betonmauern ab. Um die anhaltende Gewalt unter Kontrolle zu bringen, begann die Regierung 2006 mit der Planung fĂŒr ein noch grĂ¶ĂŸeres Bauwerk, den 100 Kilometer langen Bagdader SperrgĂŒrtel. Er sollte in Form eines Ringes aus wassergefĂŒllten und mit Stacheldraht gesicherten GrĂ€ben, sowie Barrieren, ZĂ€unen und verstĂ€rkten Kontrollposten um die Hauptstadt errichtet werden.[17] Das Bauwerk wurde nach dem RĂŒckgang der Gewalt nicht realisiert.[18]

Am 30. Juni 2009 zogen sich die US-Truppen aus Bagdad und anderen StĂ€dten zurĂŒck. Sie wurden auf StĂŒtzpunkte außerhalb der StĂ€dte verlegt. Die irakische Regierung rief den Tag zum Nationalen Feiertag der SouverĂ€nitĂ€t aus. Am 5. August 2009 beschloss MinisterprĂ€sident Nuri al-Maliki den Abriss sĂ€mtlicher SchutzwĂ€lle in der Hauptstadt.[19] Seit dem Abzug der US-Armee aus Bagdad kam es weiter zu zahlreichen AnschlĂ€gen.[20] Am 19. August 2009 wurden bei Bombenattentaten auf das Finanz- und das Außenministerium mehr als 100 Menschen getötet. Am 25. Oktober 2009 starben 155 Personen, als zwei Autobomben am Justizministerium und am Gouverneurssitz detonierten.[21] Am 8. Dezember 2009 forderte eine Serie von AnschlĂ€gen auf das Innenministerium, das Arbeitsministerium, ein Kunstinstitut und ein GerichtsgebĂ€ude 127 Todesopfer.[22] Am 4. April 2010 starben bei einer Anschlagsserie auf auslĂ€ndische Botschaften, darunter auch die deutsche, 50 Menschen.[23]

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Aufgrund der hohen Geburtenrate und der starken Landflucht ist die Bevölkerung von Bagdad besonders in der zweiten HÀlfte des 20. Jahrhunderts sehr stark gewachsen. Lebten 1947 erst 352.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1965 bereits 1,5 Millionen. Bis 1977 verdoppelte sich diese Zahl auf 2,9 Millionen. 2010 hatte die Stadt 5,4 Millionen Einwohner.[1]

Durch die eng gezogenen Stadtgrenzen ist die Bevölkerungszunahme in der Stadt inzwischen deutlich abgeschwÀcht, diese findet vor allem in den zahlreichen Vororten statt, die inzwischen mit zusammen etwa 6,4 Millionen Einwohnern bevölkerungsreicher sind als die Stadt selbst. In der Metropolregion Bagdad leben insgesamt 11,8 Millionen Menschen (2010).[3]

Die große Mehrheit der Bevölkerung ist arabischer Abstammung (diese zerfĂ€llt in die religiösen Gruppierungen der Sunniten und Schiiten), doch es gibt auch eine große kurdische Gemeinde, sowie eine bedeutende Anzahl von Turkomanen, Assyrern/AramĂ€ern. Auch einige Sudanesen bewohnen die Millionenmetropole.

Die Einwohnerzahlen in der folgenden Übersicht beziehen sich auf die eigentliche Stadt ohne VorortgĂŒrtel.

Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1800 80.000 1935 287.000
1860 105.000 1947 352.000
1870 100.000 1957 490.496
1880 60.000 1965 1.523.302
1885 180.000 1977 2.888.000
1890 145.000 1981 3.300.000
1900 145.000 1987 3.841.268
1910 225.000 1995 4.478.000
1920 250.000 2008 5.258.000
1930 250.000 2010 5.402.000

Sprachen

Blick ĂŒber Sadr City im Norden von Bagdad

In der Hauptstadt wird das Irakische Arabisch gesprochen, ein Dialekt des Arabischen. Wenn von „Standard-Irakisch-Arabisch“ die Rede ist, so wird fast immer der Bagdader Dialekt gemeint. Dieser lĂ€sst sich nach der Aussprache von hocharabisch qultu („ich sagte“) in einen „arabischen“ (gilit) und einen „jĂŒdischen“ (keltu) Zweig unterteilen. Das Hocharabische ist seit der arabischen Eroberung im 7. Jahrhundert Schriftsprache.

Die Angehörigen der ChaldĂ€isch-Katholischen Kirche feiern die Liturgie in der syrisch-aramĂ€ischen Sprache. Da jedoch ein Großteil der GlĂ€ubigen Arabisch spricht, wird die arabische Umgangssprache der Bevölkerung zunehmend bei Lesen von Gebeten, Bibelstellen und einigen liturgischen Formeln benutzt und die Heilige Messe oft zweisprachig gestaltet. Der Religionsunterricht findet in Arabisch statt.

Die Liturgiesprache der Armenisch-Katholischen Kirche ist Armenisch. Die Kirchensprache der Assyrischen Kirche des Ostens ist das zum AramĂ€ischen gehörende Syrisch. Die Verwendung moderner Sprachen im Gottesdienst ist umstritten. Die Syrisch-Orthodoxe Kirche von Antiochien verwendet die westsyrische Liturgie. Die kurdische Minderheit spricht Kurmandschi, Sorani und SĂŒdkurdisch. Verbreitetste kurdische Schriftsprache ist Sorani. Als Fremdsprache ist Englisch und in der Oberschicht Bagdads auch noch Französisch verbreitet.

Religionen

Muslime

Buniya-Moschee 1973

Die Situation in der irakischen Hauptstadt nach dem Sturz Saddam Husseins im MĂ€rz 2003 ist komplex: das Entstehen neuer politischer Gruppen, das Wiedererwachen traditioneller religiöser Bewegungen und die Geburt neuer Formierungen, die RĂŒckkehr im Exil lebender ReligionsfĂŒhrer und der Einfluss der angrenzenden LĂ€nder ließen einen Rahmen entstehen, vor dessen Hintergrund politische und religiöse Instanzen sich oft ĂŒberschneiden und in dessen Inneren jede Gruppe sich den eigenen Platz im zukĂŒnftigen Bagdad sichern möchte.

Die gewachsenen Spannungen fĂŒhrten zu Terrorangriffen und Vertreibungen von Sunniten und Schiiten gegeneinander. Da die ethnischen SĂ€uberungen weitgehend abgeschlossen sind, sank auch die Gewalt im Jahre 2007 zwischen den religiösen Gruppen. Ein Grund dafĂŒr ist, dass es kaum noch heterogene Stadtviertel gibt, so dass AnschlĂ€ge eine aufwendigere Planung benötigen. Ein weiterer Grund fĂŒr die zurĂŒckgegangene Gewalt sind die Sperrmauern der US-Armee, die Schiiten und Sunniten voneinander trennen.[24]

95 Prozent der Bevölkerung sind Muslime. In Bagdad gibt es dementsprechend viele Moscheen, die bekannteste darunter ist die Abu-Hanifa-Moschee. Vor der Invasion 2003 waren 65 Prozent der Muslime Sunniten und 35 Prozent Schiiten. Durch Vertreibungen der sunnitischen Bevölkerung sank deren Anteil bis 2007 auf 20 bis 25 Prozent, der Anteil der Schiiten stieg entsprechend auf 75 bis 80 Prozent.[25]

Christen

Kirche in Bagdad im Juli 2006

WĂ€hrend der Herrschaft von Saddam Hussein hatte die Religionsfreiheit einen verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hohen Stand; der Regierung in Bagdad gehörten auch christliche Minister wie der chaldĂ€ische Katholik Tariq Aziz an. Etwa die HĂ€lfte der Christen im Irak lebt in Bagdad. Deren Anteil an der Gesamtbevölkerung lag bis MĂ€rz 2003 bei rund zehn Prozent, sank wegen der Krise im Irak bis 2006 auf etwa fĂŒnf Prozent.

Die politischen Spannungen zwischen Sunniten und Schiiten eröffneten den Christen keine sicheren Perspektiven. Seit dem Beginn des Krieges haben nach Angaben des Weihbischofs in Bagdad, Andreas Abouna, etwa 75 Prozent der christlichen Bevölkerung die Hauptstadt verlassen um im kurdischen Norden des Irak oder den Nachbarstaaten TĂŒrkei, Syrien und Jordanien Schutz zu suchen.

Das Patriarchat von Babylon mit Sitz in Bagdad ist die kirchliche Organisationsform der ChaldĂ€isch-Katholischen Kirche. Es fĂŒhrt das altkirchliche Katholikat von Seleukia-Ktesiphon fort. Das Patriarchat von Babylon stellt mit etwa 63 Prozent die grĂ¶ĂŸte christliche Kirche im Irak dar.

Die Römisch-katholische Kirche der Region ist im Erzbistum Bagdad organisiert. Es wurde am 6. September 1632 zum Bistum und am 19. August 1848 zum immediaten Erzbistum erhoben. Die Erzeparchie Bagdad ist ein Erzbistum der mit der römisch-katholischen Kirche unierten armenisch-katholischen Kirche. Am 29. Juni 1954 gegrĂŒndet, besitzt die Erzeparchie keine Suffragane.

Bagdad ist der historische Sitz des Patriarchen der Assyrischen Kirche des Ostens. Auch die Bischöfe der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien, im hiesigen Gebiet vormals organisiert als „Maphrianat des Ostens“, haben ihren Sitz in Bagdad. Ihre Angehörigen werden, besonders in der Diaspora, gerne AramĂ€er genannt.

Juden

Historisches Foto der Großen Synagoge von Bagdad

Die jĂŒdische Bevölkerung, die einst eine bedeutende wirtschaftliche, kulturelle und politische Rolle im öffentlichen Leben einnahm, hat den Irak fast vollstĂ€ndig verlassen. 1946 bis 1949 kam es wiederholt zu Ausschreitungen gegen Juden. Als die Regierung den Zionismus am 19. Juli 1948 zum Kapitalverbrechen erklĂ€rte, lebten im Land 135.000 Juden, davon in Bagdad 77.000 - ein Viertel der Gesamtbevölkerung.

Am 3. MĂ€rz 1950 wurde der jĂŒdischen Bevölkerung unter Aufgabe der irakischen StaatsbĂŒrgerschaft die Ausreise erlaubt. Ein Jahr spĂ€ter, am 10. MĂ€rz 1951, fror die Regierung das Eigentum der Emigranten ein und sperrte deren Bankkonten. Bis zu diesem Tag gehörte ihnen nahezu der gesamte Suq von Chordja, das GeschĂ€ftsviertel im Zentrum Bagdads. Die israelische Regierung unter David Ben Gurion nahm diese Aktion zum Anlass, die Operation „Esra und Nehemia“ zu starten, wobei bis 1952 etwa 95 Prozent der irakischen Juden per LuftbrĂŒcke nach Israel ĂŒberfĂŒhrt wurden.

Den 6.000 im Irak verbliebenen Juden wurden wirtschaftliche BeschrĂ€nkungen auferlegt. 1958 wurde ihnen der Status als jĂŒdische Gemeinde aberkannt und das Gemeindeeigentum beschlagnahmt. In den kommenden Jahrzehnten verließen auch die restlichen Juden das Land. 1968 lebten noch 2.500 Juden im Irak, 1976 waren es noch 400 und 2001 nur noch 100. Am 25. Juli 2003 wurden sechs der letzten 34 Juden aus Bagdad nach Israel ausgeflogen.[26]

Politik

Stadtregierung

RegierungsgebÀude

Bagdad wird vom Stadtrat und dem Gouverneur des gleichnamigen Gouvernements regiert, der vom irakischen PrĂ€sidenten ernannt wird. Der Gouverneur ist gleichzeitig BĂŒrgermeister der irakischen Hauptstadt. Der erste Stadtrat nach dem Einmarsch der US-Truppen wurde im Juli 2003, noch unter amerikanischer Anleitung, indirekt von allen Stadtbezirken gewĂ€hlt. Das rein irakische Gremium hat 37 Ratsmitglieder.

BĂŒrgermeister und Gouverneur von Bagdad ist seit 2005 Sabir al-Isawi. Sein VorgĂ€nger im Amt, Ali al-Haidari, starb am 4. Januar 2005 bei einem Attentat. Auf Al Haidari war bereits im September 2004 ein Sprengstoffattentat unternommen worden, das er ĂŒberlebte. Er war der ranghöchste Beamte in Bagdad, nachdem der ehemalige PrĂ€sident des Stadtrats, Abdel Sahraa Othman, im Mai 2004 ermordet worden war.[27]

StÀdtepartnerschaften

Bagdad unterhÀlt mit folgenden StÀdten Partnerschaften:

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Musik und Theater

Musik- und Theatergruppe in Bagdad um 1920

Bagdad spielt seit jeher eine wichtige Rolle im kulturellen Leben des Landes. Die Hauptstadt ist die Heimat von Schriftstellern, Musikern und bildenden KĂŒnstlern, sie zieht die begnadetsten KĂŒnstler klassischer und moderner Musik sowie Tanz- und Theaterkunst des ganzen Landes an.

Zu den wichtigsten kulturellen Institutionen gehört das 1959 gegrĂŒndete Irakische Nationalorchester. Proben und AuffĂŒhrungen waren wĂ€hrend des Irakkriegs 2003 kurz unterbrochen, haben sich aber seitdem wieder normalisiert. Das 50köpfige Orchester besteht aus Musikern verschiedener Glaubensrichtungen, wie Schiiten, Sunniten und Christen.

Seit 1880 reisten Theatertruppen aus Europa nach Bagdad um vor vornehmlich britischen Publikum zu spielen. Im 20. Jahrhundert begannen irakische Schriftsteller TheaterstĂŒcke zu schreiben. Die großen TheaterhĂ€user in Bagdad sind das Rasheed, das Mansour und das Volkstheater. Das Irakische Nationaltheater wurde wĂ€hrend der Invasion geplĂŒndert, nach Renovierungsarbeiten konnte es wieder öffnen. In den TheaterhĂ€usern der Stadt werden StĂŒcke irakischer, indischer, tĂŒrkischer, syrischer und Ă€gyptischer Autoren aufgefĂŒhrt. Auf den SpielplĂ€nen stehen aber auch die großen Dramen der Weltliteratur: Johann Wolfgang von Goethe, William Shakespeare, Bertolt Brecht, Jean Genet, Samuel Beckett, Albert Camus und Federico GarcĂ­a Lorca.

Museen

Bedeutende Museen sind das nach lÀngerer Umbauzeit im April 2000 wieder eröffnete Nationalmuseum und das einzige erhaltene Stadttor von Bagdad (heute ein Waffenmuseum).

Im Gefolge der Eroberung Bagdads durch die US-amerikanischen StreitkrĂ€fte im Irakkrieg 2003 wurden zahlreiche historisch wertvolle KulturgĂŒter der Stadt durch Kampfhandlungen oder PlĂŒnderungen vernichtet oder beschĂ€digt; insbesondere wurde die Nationalbibliothek mit tausenden wertvoller alter Manuskripte durch einen Brand völlig zerstört und das Nationalmuseum geplĂŒndert. Die eintreffenden US-Truppen griffen nicht ein.

Ein Teil der zunĂ€chst vermissten und der geplĂŒnderten KulturgĂŒter kam seit dem Krieg wieder zum Vorschein. Die amerikanischen Behörden haben nach eigenen Angaben viele aus dem Nationalmuseum in Bagdad stammende Manuskripte und KunstgegenstĂ€nde sichergestellt. Andere Objekte waren von den irakischen Behörden in Kellern des Nationalmuseums verborgen oder in andere GebĂ€ude ausgelagert worden (teilweise schon beim zweiten Golfkrieg) und ĂŒberdauerten die Wirren.[28]

Bauwerke

Der PrÀsidentenpalast (2003)
Bronzeskulpturen von Saddam Hussein auf dem GelÀnde des Republikanischen Palastes im September 2005
Grabmal des unbekannten Soldaten

Die Altstadt auf der linken Seite des Tigris wurde durch die Errichtung vieler HochhÀuser umgestaltet. Zu den wenigen erhalten gebliebenen Bauwerken gehören unter anderem die Ruine des Bab al-Wastani, der Abbasidenpalast (1179 erbaut), die Medrese Mustansirijah (1227) und Marjanmoschee (1356).

Die Abu-Hanifa-Moschee ist die bekannteste sunnitische Moschee in Bagdad. Sie wurde von den Osmanen wĂ€hrend ihrer ĂŒber vierhundert Jahre dauernden Herrschaft im Irak in der NĂ€he von Abu Hanifas Grab gebaut, einem der BegrĂŒnder der Hanafitischen Rechtsschule. Die Al-Chadimijja-Moschee im nordwestlichen Teil der Stadt Bagdad gehört zu den wichtigsten schiitischen HeiligtĂŒmern des Landes. Die Moschee, um 1515 fertiggestellt, beherbergt die GrĂ€ber des siebenten und neunten Imams.

Das Haus der Weisheit neben dem Abbasidenpalast war eine Art Akademie, die im Jahr 825 von dem Abbasiden-Herrscher Al-Ma'mun gegrĂŒndet wurde. Als Vorbild diente die wesentlich Ă€ltere Akademie von Gundishapur. Im Haus der Weisheit arbeiteten Menschen an wissenschaftlichen Übersetzungen vor allem aus dem Griechischen in die Arabische Sprache. Neben dem Übersetzungszentrum gehört zum Komplex auch ein Observatorium, eine Akademie und eine reichhaltige Bibliothek sowie ein Krankenhaus.

Das höchste Bauwerk im Irak ist der Fernsehturm Bagdad. Er wurde 1994 in Stahlbetonbauweise errichtet und hieß ursprĂŒnglich Saddam International Tower. Vom Boden bis zur Antennenspitze misst der Turm 205 Meter (zum Dach 150 Meter).[29]

Das moderne Stadtzentrum, Karch, befindet sich auf der westlichen Seite des Tigris. Mehrere BrĂŒcken verbinden es mit dem historischen Stadtzentrum Rusafah, sie wurden nach der Bombardierung im Jahre 1991 wieder aufgebaut. In Karch liegen zwischen hohen WohngebĂ€uden die meisten Ministerien und der Hauptbahnhof.

Das hochgesicherte Regierungsviertel befindet sich in der sogenannten „GrĂŒnen Zone“. Hier hatte seit MĂ€rz 2003 die Koalitions-Übergangsverwaltung ihren Sitz. Diese war das maßgebliche Instrument der Verwaltungsarbeit im nach dem Irakkrieg von Koalitionstruppen besetzten Irak. Am 28. Juli 2004 wurde die neugebildete Irakische Übergangsregierung mit der Wahrnehmung dieser Aufgaben betraut. In dem zehn Quadratkilometer großen Gebiet liegen abgeriegelt das irakische Parlament und mehrere Ministerien, die meisten Botschaften, PalastgebĂ€ude, Villen, GĂ€rten, umgeben von WĂ€llen und Barrikaden. Nahe dem Republikanischen Palast befinden sich drei zehn Meter hohe Bronzeskulpturen von Saddam Hussein. Ein Kilometer vom Informationsministerium entfernt steht das Raschid-Hotel, von wo aus der Nachrichtensender CNN am 17. Januar 1991 den Beginn des Ersten Golfkriegs meldete.

DenkmĂ€ler wie das Grabmal des unbekannten Soldaten und der Triumphbogen „Schwerter von Kadesia“ in Form zweier gekreuzter Schwerter sind der Erinnerung an den Ersten Golfkrieg gewidmet. Der doppelte Triumphbogen trĂ€gt den Namen „Schwerter von Kadesia“ (der Schlacht von Kadesia, als die Araber die Perser um 636 n. Chr. besiegten). Die 24 Tonnen schweren Klingen wurden aus eingeschmolzenen Gewehren und Panzern von getöteten irakischen Soldaten erbaut. Den Sockel zieren iranische Helme mit Einschusslöchern. Die FĂ€uste sind Repliken von Saddam Husseins eigenen HĂ€nden.[30]

Einige Kilometer nördlich der irakischen Hauptstadt liegt die Vorstadt Kadhimain mit der Goldenen Moschee. Mit den GrabmĂ€lern des fĂŒnften und sechsten Imams der Schiiten wurde die Moschee ein bedeutender Wallfahrtsort.

Parks

Die Haifastraße ĂŒberquert den Tigris im Zentrum Bagdads

Der Zoo in Bagdad war bis zur Invasion 2003 mit 650 bis 700 Tieren der grĂ¶ĂŸte Tierpark im Nahen Osten. Irakische Einheiten und US-amerikanische Truppen hatten sich auf dem GelĂ€nde schwere Gefechte geliefert. Die Bombardierungen der Alliierten und die PlĂŒnderungen durch die Bevölkerung ĂŒberlebten nur 35 Tiere. Die Tiere wurden erschossen, gestohlen und verspeist, einige starben auch, da sie tagelang ohne Nahrung und Wasser blieben. Die ZoowĂ€rter waren mit Beginn der Luftangriffe geflohen und ließen die Tiere ohne Versorgung zurĂŒck.

Entlaufene Tiere wurden spĂ€ter wieder eingefangen oder auf dem örtlichen Markt zurĂŒckgekauft. TierschĂŒtzer und MilitĂ€rs bauten den Zoo wieder auf. Hauptattraktionen sind neben den Löwen vor allem seltene Vogelarten, einige Adler, Eulen und Pfauen. Auch gibt es einen kĂŒnstlichen See, wo Bootsfahrten unternommen werden können.[31]

Nicht weit vom Zoo entfernt liegt der Lunapark. Der VergnĂŒgungspark besitzt ein kleines Riesenrad und Spielmöglichkeiten fĂŒr Kinder. Beliebt bei der Bevölkerung ist auch der Park mit See im Stadtteil Jadrija, nahe der UniversitĂ€t Bagdad.

Sport

Fußball ist im Irak die beliebteste Sportart. Die erste irakische Liga erfreut sich großer Beliebtheit. Die Liga wurde 1948 eingefĂŒhrt, zwischen 1949 und 1962 aber eingestellt. 1962 wurde der Spielbetrieb wieder aufgenommen. Allerdings nahmen bis 1973 nur Mannschaften aus Bagdad teil; erst ab 1973 war dies fĂŒr Mannschaften aus dem ganzen Land möglich. Aufgrund des Irakkriegs wurde die Liga zwischen 2002 und 2004 ausgesetzt.

Bagdad ist die Heimat einiger der erfolgreichsten Fußballmannschaften im Irak. Erfolgreichster Hauptstadtklub ist mit elf Landesmeistertiteln Al-Zawraa. Die Mannschaft trĂ€gt ihre Heimspiele im Al-Zawraa-Stadion (KapazitĂ€t: 8.000 Zuschauer) aus. Die HeimspielstĂ€tte des siebenmaligen Landesmeisters Al-Quwa al-Dschawiya (Luftwaffe) ist das 1966 eröffnete Al-Shaab-Stadion. Es ist mit einer KapazitĂ€t fĂŒr 45.000 Zuschauer das grĂ¶ĂŸte Stadion in Bagdad. Ein weiteres wesentlich grĂ¶ĂŸeres Stadion befindet sich noch in der Bauphase. Der fĂŒnfmalige Landesmeister Al-Talaba (Studenten) trĂ€gt seine Heimspiele im Al-Talaba-Stadion (KapazitĂ€t: 10.000 Zuschauer) aus. HeimspielstĂ€tte des zweimaligen Landesmeisters Al-Shorta (Polizei) ist das 7.000 Zuschauer fassende Al-Shorta-Stadion.

Die Stadt hat auch eine lange Tradition im Pferdesport. Schon kurz nach der Einnahme der Stadt durch die Briten 1917 fanden die ersten Pferderennen statt. Es gibt aber auch Berichte vom Druck durch Islamisten, diese Tradition wegen des damit verbundenen GlĂŒcksspiels zu beenden. Nebenbei sind auch andere Sportarten wie Gewichtheben, Kampfsport, Futsal, Basketball oder Schwimmen beliebt.

Gastronomie

Markt in Sadr City im Juli 2005

SpezialitĂ€ten der KĂŒche von Bagdad sind unter anderem Khouzi, eine reduzierte Version des traditionellen arabischen Festmahls, des gefĂŒllten Lamms und Masgoof, ein am offenen Feuer gegrillter Fisch. Obwohl es im Tigris viele verschiedene Arten von SĂŒĂŸwasserfischen gibt, ist der beliebteste Fisch fĂŒr Masgoof der Shabboot, aber auch Booni und Theka werden gern gegessen.

Die Nahrungsgrundlage der Bevölkerung bilden Weizen (als Brotgetreide und vor allem in Form von Weizengrieß, Couscous oder Bulgur), Hirse, Datteln (das Brot der WĂŒste), diverse GemĂŒsesorten (oft gefĂŒllt, als Schmorgericht oder milchsauer eingelegt) und HĂŒlsenfrĂŒchte. Ziegen, Schafe, HĂŒhner, seltener Rinder und Kamele decken den Bedarf an tierischen Nahrungsmitteln. Daneben wirkten vor allem der GewĂŒrzhandel und die islamischen Speisevorschriften prĂ€gend, auch wenn letztere fĂŒr die religiösen MinoritĂ€ten nicht bindend sind.

In Bagdad entstanden schon frĂŒh spezialisierte Bereiche der Lebensmittelproduktion, die somit aus den Haushalten ausgelagert waren, etwa fĂŒr Brot und Backwaren. Wobei das Brot (in vielerlei Formen) fester Bestandteil jeder Mahlzeit ist. Es wird fast immer in StĂŒcke gebrochen statt es zu schneiden. Es dient auch zum Aufnehmen der Speisen oder als Grundlage fĂŒr SĂŒĂŸspeisen, wie beispielsweise Om Ali, eine beliebte sĂŒĂŸe Mehlspeise mit verschiedenen Schichten aus Datteln, Pistazien und Rosinen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Irakische Zentralbank, bewacht von US-Truppen im Juni 2003
Werbeplakate an einem Einkaufszentrum im April 2005

Bagdad ist das industrielle Zentrum des Landes, in dem unter anderem Textil-, Holz-, Baustoff- und Nahrungsmittelindustrie sowie Ölraffination angesiedelt sind. Weiterhin haben die Iraq Stock Exchange, welche am 24. Juni 2004 eröffnet wurde, sowie die 1966 gegrĂŒndete staatliche Erdölgesellschaft Iraq National Oil ihren Sitz in der irakischen Hauptstadt.

Die Landwirtschaft im Umland produziert hauptsĂ€chlich Datteln und GemĂŒse.

Nachdem 1972 alle auslĂ€ndischen Erdölgesellschaften verstaatlicht wurden und die Ölkrise zu einem rasanten Anstieg der Erdölpreise fĂŒhrte, gab es ab Mitte der 1970er Jahre einen Wirtschaftsboom in Bagdad. Von dieser rasanten Entwicklung profitierte auch ein Großteil der Bevölkerung. Die beiden Golfkriege (1980–1988 und 1990/1991) sowie des UN-Embargos (1991–2003) fĂŒgten der Wirtschaft des Landes einen großen Schaden zu. Der Lebensstandard verschlechterte sich insbesondere aufgrund des Embargos in den 1990er Jahren drastisch.

Probleme bereiten die unzureichende Infrastruktur und die außerordentlich große Wohnungsnot. Wegen der Zerstörungen im Irakkrieg 2003 und der folgenden KĂ€mpfe zwischen Schiiten und Sunniten, die sich gegenseitig aus ihren HĂ€usern und Wohnungen vertrieben, verloren mehrere Hunderttausend Menschen ihr Zuhause.[32] Viele Obdachlose in Bagdad kommen aus dem Gouvernement Kirkuk, wo sie von zurĂŒckkehrenden Kurden aus ihren HĂ€usern vertrieben wurden, wieder andere wurden obdachlos, weil sie kein Geld hatten, um die hohen Mieten zu bezahlen.[33]

In der Industrie, die sich in der Hauptstadtregion konzentriert, bestehen nur unzureichende Entsorgungs- und ReinigungskapazitĂ€ten fĂŒr Abwasser, Abgas und AbfĂ€lle. Zu den zahlreichen Infektionserkrankungen, die durch unzureichende hygienische Bedingungen verbreitet werden, kommen so Atemwegs- und Hauterkrankungen aufgrund der giftigen Emissionen der zahlreichen Industriebetriebe und des Autoverkehrs.

Verkehr

Fernverkehr

Flughafen Bagdad
Hauptbahnhof 1959

Die irakische Hauptstadt ist Knotenpunkt aller Fernstraßen von Osten nach Westen und von Norden nach SĂŒden. Die wichtigsten Strecken fĂŒhren von Bagdad in nördliche Richtung nach Kirkuk, Arbil, Ninive und Zaxo; in westliche Richtung zur jordanischen Grenze; in östliche Richtung nach Chanaqin (iranische Grenze); und in sĂŒdliche Richtung nach Hilla und Kerbela sowie nach Basra und Safwan (kuwaitische Grenze). Autobahnen verbinden Bagdad mit den HauptstĂ€dten aller arabischen NachbarlĂ€nder. Die Stadt besitzt Autobahnanschluss nach Amman, Damaskus, Kuwait-Stadt und Riad. Es bestehen regelmĂ€ĂŸige Busverbindungen zwischen Bagdad und den grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten des Landes.

Bagdad ist Schnittpunkt der drei Haupteisenbahnlinien des Landes, die von der Iraqi Republic Railways, der Eisenbahn der Irakischen Republik, betrieben werden. Ein Teil des Schienennetzes ist im Moment aber außer Betrieb. Benutzt wird die Bahn ĂŒberwiegend von der einkommensschwachen Bevölkerung. Die VerlĂ€sslichkeit der Eisenbahn ist derart niedrig, dass Ankunftszeiten gar nicht erst angegeben werden. Eine Reisedauer von ĂŒber einem Tag von der irakischen Hauptstadt in die etwa 550 Kilometer entfernte sĂŒdirakische Metropole Basra ist nicht unĂŒblich.

Von den vier in Bagdad und Umgebung liegenden FlughĂ€fen ist nur einer zivil. Der Flughafen Bagdad (bis 2003 Saddam International Airport) ist der grĂ¶ĂŸte Flughafen des Landes. Er wurde zwischen 1979 und 1982 von französischen Firmen gebaut. Bei voller Auslastung kann der Flughafen 7,5 Millionen Menschen befördern. Der Bagdad International Airport löste den Al-Muthanna-Airport ab, der seit den 1950er Jahren als Internationaler Flughafen fungierte. Zwischen 1991 und 2003 wurde er nur selten benutzt. Im April 2003 eroberten US-amerikanische Truppen den Flugplatz, seit 2004 finden wieder regelmĂ€ĂŸige FlĂŒge statt. Mit Iraqi Airways, der nationalen Fluggesellschaft des Irak, sind FlĂŒge in einige Metropolen des Nahen Ostens möglich.

Nahverkehr

Statue von König Faisal I. am Ende der Haifastraße

Bis auf den Stadtkern wirkt das Straßennetz der Stadt ĂŒberwiegend geplant. Nach der Invasion der US-Truppen hat die Zahl der PKW rasant zugenommen, was die Straßen Bagdads nicht nur ĂŒberlastet, sondern auch Ă€ußerst gefĂ€hrlich macht. VerstĂ€rkt wird dies durch den Mangel an öffentlichen Verkehrsmitteln.

In der Stadt existiert kein leistungsfĂ€higes öffentliches Verkehrssystem mit hoher KapazitĂ€t, wie eine U-Bahn, Stadtbahn oder Straßenbahn, das die Straße entlasten wĂŒrde. Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) wird von dieselgetriebenen Linienbussen, privaten Minibussen und Sammeltaxis bewĂ€ltigt, die sich die Fahrspuren mit dem Individualverkehr teilen.

Die erste Pferdestraßenbahn eröffnete 1871. Die vier Kilometer lange Strecke nach al-Kazimiyya war bis 1941 in Betrieb. Heute ist nicht einmal mehr die Trasse erkennbar.[34]

Die Regierung Saddam Husseins plante in den 1970er Jahren eine U-Bahn fĂŒr Bagdad. Dazu wurde 1980 die Baghdad Rapid Transit Authority (BRTA) gegrĂŒndet, die fĂŒr Planung, Bau und schließlich auch fĂŒr den Betrieb verantwortlich sein sollte. Vorgesehen waren drei Linien:

  • Linie 1: Taura-Aadamijja, 18 Kilometer LĂ€nge mit 20 Bahnhöfen
  • Linie 2: Mansour-Masba, 13 Kilometer mit 17 Bahnhöfen
  • Linie 3: Im Norden der irakischen Hauptstadt

Die erste Strecke, von der sechs Kilometer mit sieben Bahnhöfen im Bau waren, sollte ursprĂŒnglich in vier Etappen 1987 und 1988 eröffnet werden. Wegen wirtschaftlicher Probleme nach dem Zweiten Golfkrieg 1991 wurde das Projekt nicht verwirklicht.[35] 2009 rief die Stadtregierung auslĂ€ndische Firmen dazu auf, sich um den Bau der Bagdader Metro zu bewerben. Eine baldige Verwirklichung des Projekts gilt jedoch aufgrund der hohen Kosten als unwahrscheinlich.[36]

Medien

US-Kampfhubschrauber vom Typ Bell OH-58 Kiowa, im Hintergrund der Fernsehturm Bagdad

Im Irak herrscht seit dem Sturz von Saddam Hussein 2003 eine große Vielfalt an Medien. Die neue irakische Verfassung garantiert zwar die Pressefreiheit, in der von Reporter ohne Grenzen veröffentlichten Rangliste zur Pressefreiheit belegt das Land allerdings den 145. Platz.[37] Generell ist zu sagen, dass in Bagdad zwischen zwei Arten von Medien unterschieden werden muss: Den Parteienkontrollierten und den UnabhĂ€ngigen. Jede grĂ¶ĂŸere Partei hat ihr Zentralorgan, nicht wenige unterhalten auch Fernsehsender.

Die wichtigsten in Bagdad erscheinenden Zeitungen sind al-Sabaah, al-Mada, al-Mashriq und al-Dustur sowie die islamistische al-Mudschahed, al-Schahed, Thaura Islamiyya. In Bagdad gibt es eine unĂŒberschaubare Vielzahl von Radiosendern. Die grĂ¶ĂŸten Radiostationen mit Sitz in der Hauptstadt sind Republic of Iraq Radio (Nachfolger des Iraq Media Network-Radio Baghdad und von der CPA gegrĂŒndet), die Voice of Iraq (ein Privatsender auf Mittelwelle) und Radio Dijla (ein privater Talk- und Musiksender auf UKW).

Das irakische Fernsehen begann 1956 in Bagdad zu senden. In den 1990er-Jahren gab es nur drei Fernsehsender: Iraq-TV, Al-Shabab TV (Eigentum von Udai Hussein) und Iraq Satellite TV. SatellitenschĂŒsseln waren strengstens verboten. Ab 2003 entstand eine Vielzahl von Fernsehsendern und auch Sender wie al-Dschasira und al-Arabiya sind sehr beliebt. Einige der Sender mit Sitz in Bagdad sind: al-Iraqia (staatliches irakisches Fernsehen), Al-Sharqiya (privat), al-Hurra (US-Koalitionssender), al-Baghdadia (privat), al-Sumeria (privat), Al-Anbar (Sender der SCIRI) und al-Moktadia (islamistisch).

Seit 2003 hat sich die Anzahl der InternetanschlĂŒsse rasant erhöht. Auch viele politische Parteien verfĂŒgen ĂŒber eigene Websites. Momentan ĂŒben Internetveröffentlichungen aber noch keinen Einfluss auf die Masse aus, das Medium wird fast ausschließlich zur Kommunikation genutzt. Die Jugendlichen benutzen hĂ€ufig die in den diversen Jugendzentren zur VerfĂŒgung gestellten Computer. In Bagdad sind auch Breitband-InternetzugĂ€nge sowie Funknetzverbindungen verfĂŒgbar.

Bildung

Blick auf einen Teil der Al-Mustansiriyya-UniversitÀt

Die irakischen StÀdte und vor allem Bagdad besitzen ein gut ausgebautes Bildungssystem. Die Schulbildung ist gratis, dennoch ist die Analphabetenrate hoch. Bagdad beheimatet drei der sechs UniversitÀten des Landes, die UniversitÀt Bagdad, die Al-Mustansiriyya-UniversitÀt und die Technische UniversitÀt Bagdad.

Die al-Mustansiriyya-UniversitÀt wurde im Jahre 1233 als eine islamische Hochschule gebaut und ist eine der wichtigsten Bildungsinstitutionen im Irak und Nahen Osten. Sie ist seit 1962 Teil der sechs UniversitÀten in Bagdad. Gelehrt wird primÀr Recht und Literatur.

Die UniversitĂ€t Bagdad wurde 1962 nach PlĂ€nen von Walter Gropius fertig gestellt. Es sollte eine neue UniversitĂ€t fĂŒr Wissenschaftler, Ingenieure und freie KĂŒnste mit insgesamt 6.800 Studenten entstehen. Der Campus wurde 1982 erweitert, um danach 20.000 Studenten aufnehmen und unterbringen zu können. Die Architekten Hisham N. Ashkouri und Robert Owen entwickelten die komplette akademische Platzorganisation fĂŒr den ganzen Campus.

Die Nationalbibliothek von Bagdad wurde im Irakkrieg am 14. April 2003 ein Opfer der Flammen. Dabei wurden jahrhundertealte Manuskripte und andere historische Dokumente aus der Zeit des Osmanischen Reiches vernichtet.

Söhne und Töchter der Stadt

Bagdad ist Geburtsort zahlreicher prominenter Persönlichkeiten.

Sonstiges

Bagdad ist der Schauplatz zahlreicher Geschichten in Tausendundeine Nacht (zum Beispiel Aladin, Ali Baba und die 40 RĂ€uber). Die erste Verfilmung des MĂ€rchens aus Tausendundeine Nacht ist „Der Dieb von Bagdad“ von Raoul Walsh, ein US-amerikanischer Stummfilm aus dem Jahre 1924.

Siehe auch

Literatur

  • Matthew Bogdanos mit William Patrick: Die Diebe von Bagdad. Raub und Rettung der Ă€ltesten KulturschĂ€tze der Welt. Aus dem Amerikanischen von Helmut Dierlamm (Originalausgabe: Thieves of Baghdad, Bloomsbury Publishing, New York 2005), Deutsche Verlags-Anstalt, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-421-04201-2
  • Jean-Louis Dufour: Les crises internationales: De PĂ©kin (1900) Ă  Bagdad (2004), ISBN 2-8048-0022-9
  • Stephan Kloss: Mein Bagdad-Tagebuch. Als Kriegsreporter im Brennpunkt Irak. Fischer Taschenbuch, Frankfurt 2003, ISBN 3-596-16142-8
  • Jacob Lassner: The Caliph’s personal Domain. The City Plan of Baghdad Re-Examined. IN: Hourani/Stern (Hrsg.): The Islamic City. Oxford 1970.
  • Jacob Lassner: The Topography of Baghdad in the Early Middle Ages. Text and Studies, Detroit 1970.
  • Christoph Reuter, Susanne Fischer: CafĂ© Bagdad. Der ungeheure Alltag im neuen Irak. Goldmann, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-442-15385-9
  • Karin RĂŒhrdanz: Das alte Bagdad - Hauptstadt der Kalifen, Leipzig 1991. ISBN 3-332-00503-0
  • Vincenzo Strika und Jabir Khalil: The islamic Architecture of Baghdad. The Results of a Joint Italian – Iraqi Survey, Napoli 1987.
  • Jean Benjamin Sleiman : Dans le piĂšge irakien: Le cri du cƓur de l'archevĂȘque de Bagdad , ISBN 2-7509-0240-1
  • Mona Yahia: Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom, MĂŒnchen 2004. ISBN 3-423-20715-9

Einzelnachweise

  1. ↑ a b c World Gazetteer: Bevölkerungszahlen der Stadt
  2. ↑ A Concise Pahlavi Dictionary. MacKenzie. Routledge Publications 2000
  3. ↑ a b World Gazetteer: Bevölkerungszahlen im Ballungsraum
  4. ↑ Humanitarianinfo.org: Baghdad - Districts and Neighbourhoods
  5. ↑ Stadtklima.de: Mean climatic data Bagdad
  6. ↑ M. J. L. Young, John Derek Latham, Robert Bertram Serjeant (Herausgeber): Religion, learning, and science in the ʻAbbasid period, Seite 293. ISBN 0-5213-2763-6 (englisch), abgefragt am 29. Juli 2011
  7. ↑ Harpers.org: The proclamation of Baghdad 1917
  8. ↑ Zvi Yehuda Shmuel Moreh (ed.): Al-Farhud. The 1941 Pogrom in Iraq. Jerusalem 2010.
  9. ↑ UNHCR: Hintergrundinformation zur GefĂ€hrdung von Angehörigen religiöser Minderheiten im Irak (April 2005)
  10. ↑ Hagalil.com: Irakische Juden: Bei uns in Bagdad
  11. ↑ SĂŒddeutsche Zeitung: USA bitten UN um Hilfe, vom 21. August 2003
  12. ↑ Der Spiegel: Viele Tote bei Anschlag, Angriffe auf US-Soldaten, vom 28. August 2006
  13. ↑ Der Spiegel: Bombenanschlag im irakischen Parlament, vom 12. April 2007
  14. ↑ Die Welt: Mehr als 230 Tote bei Anschlagsserie im Irak, vom 18. April 2007
  15. ↑ Frankfurter Rundschau: Brutaler US-Angriff auf Journalisten, vom 5. April 2010
  16. ↑ Iraq Body Count: Die Opfer im Irak-Krieg
  17. ↑ Der Spiegel: Großer Graben soll Bagdad befrieden, vom 17. September 2006
  18. ↑ iCasualties: Operation Iraqi Freedom
  19. ↑ Deutsche Welle: Iraks Regierung reißt SchutzwĂ€lle in Bagdad ein, vom 6. August 2009
  20. ↑ Focus: US-Truppenabzug - StĂ€dte wieder in irakischer Hand, vom 30. Juni 2009
  21. ↑ Der Standard: AnschlĂ€ge am Sonntag - Opferzahl auf 155 gestiegen, vom 27. Oktober 2009
  22. ↑ Der Spiegel: Mehr als 120 Tote bei Anschlagserie in Bagdad, vom 8. Dezember 2009
  23. ↑ Der Stern: 50 Tote durch Bombe vor Botschaften in Bagdad, vom 4. April 2010
  24. ↑ Die Zeit: Fortschritte in Bagdad?, vom 3. Dezember 2007
  25. ↑ ZNet: Petraeus und Crocker vor dem Kongress: MilitĂ€rstrategie Hoffnung, vom 12. September 2007
  26. ↑ Zionismus.info: Zur Lage der Juden in einzelnen arabischen Staaten
  27. ↑ Tagesschau: Gouverneur von Bagdad erschossen (nicht mehr online verfĂŒgbar), vom 5. Januar 2005
  28. ↑ FAZ: Zehntausende irakische KulturgĂŒter sichergestellt, vom 8. Mai 2003
  29. ↑ Skyscraperpage.com: Fernsehturm Bagdad
  30. ↑ Heise.de: Der Daumen der Macht, vom 13. MĂ€rz 2006
  31. ↑ Umweltjournal.de: Tierschutzorganisation VIER PFOTEN retten Tiere vor dem Hungertod, vom 9. Mai 2003
  32. ↑ Die Tageszeitung: Friedenszeichen im Irak - Bagdad fĂ€ngt von vorne an, vom 8. Januar 2008
  33. ↑ UniversitĂ€t Kassel: Spirale der Gewalt, vom 29. September 2006
  34. ↑ Tram views of Asia: Straßenbahn Bagdad
  35. ↑ Clara.co.uk: Trams and metros in Iraq
  36. ↑ Radio Free Europe: Baghdad Invited Bids To Build Metro
  37. ↑ Reporter ohne Grenzen: Rangliste der Pressefreiheit 2009

Weblinks

 Commons: Bagdad â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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  • Bagdad — ŰšŰșۯۧۯ 
   Wikipedia Español

  • BAGDAD — Capitale de la rĂ©publique d’Irak et ancienne mĂ©tropole du califat ‘abb side, Bagdad (en arabe, Baghd d) est situĂ© sur les deux rives du Tigre. Les combats, les sĂ©ditions multiples qui ont traversĂ© son histoire ont fait aux monuments de Bagdad un… 
   EncyclopĂ©die Universelle

  • Bagdad — ‱ Founded on the Tigris by the second Abbaside Caliph Abou Giafar al Mansur (762 or 764) and named by him Medinet es Selam, or City of Salvation Catholic Encyclopedia. Kevin Knight. 2006. Bagdad     Bagdad 
   Catholic encyclopedia

  • Bagdad — can mean: * Baghdad, the capital city of Iraq * Bagdad (film), a 1949 American motion picture * Bagdad (song), a 1924 song by Jack Yellen and Milton Ager * Bagdad, Arizona (United States) * Bagdad, California (United States) * Bagdad, Florida… 
   Wikipedia

  • Bagdad — war einst der Schauplatz der MĂ€hrchen der Scheherazade, der reiche Wohnsitz des Khalifen Harun al Raschid. Indeß liegt er in TrĂŒmmern am westlichen Ufer des Tigris, mit seinen prachtvollen PalĂ€sten, seinen wunderbaren GĂ€rten, allen den Wohnsitzen 
   Damen Conversations Lexikon

  • Bagdad — Bagdad, AZ U.S. Census Designated Place in Arizona Population (2000): 1578 Housing Units (2000): 813 Land area (2000): 7.882316 sq. miles (20.415103 sq. km) Water area (2000): 0.000000 sq. miles (0.000000 sq. km) Total area (2000): 7.882316 sq.… 
   StarDict's U.S. Gazetteer Places

  • Bagdad, AZ — U.S. Census Designated Place in Arizona Population (2000): 1578 Housing Units (2000): 813 Land area (2000): 7.882316 sq. miles (20.415103 sq. km) Water area (2000): 0.000000 sq. miles (0.000000 sq. km) Total area (2000): 7.882316 sq. miles… 
   StarDict's U.S. Gazetteer Places

  • Bagdad, FL — U.S. Census Designated Place in Florida Population (2000): 1490 Housing Units (2000): 659 Land area (2000): 3.519686 sq. miles (9.115944 sq. km) Water area (2000): 0.718255 sq. miles (1.860272 sq. km) Total area (2000): 4.237941 sq. miles… 
   StarDict's U.S. Gazetteer Places

  • Bagdad — Bagdad, Hauptstadt des tĂŒrk. Paschaliks Bagdad in der Provinz Irak Arabi, am Tigris, 762 von dem Khalifen Almansur erbaut, hatte in ihrer BlĂŒthezeit 2 Mill. E., war der Hauptmittelpunkt arab. Bildung und des ind. Handels nach dem Abendlande,… 
   Herders Conversations-Lexikon

  • Bagdad — es la capital de Iraq. Tiene 5.772.000 habitantes (est. 2003) y por eso es una de las ciudades mĂĄs pobladas del Medio Oriente (despuĂ©s de El Cairo, TeherĂĄn y Estambul). EstĂĄ ubicada junto al rĂ­o Tigris. En el año 762 de nuestra era, el califa Al… 
   Enciclopedia Universal


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