Sopot

Sopot
Wappen von Sopot
Sopot (Polen)
Sopot
Sopot
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Landkreis: Kreisfreie Stadt
Fläche: 17,3 km²
Geographische Lage: 54° 26′ N, 18° 33′ O54.43333333333318.55Koordinaten: 54° 26′ 0″ N, 18° 33′ 0″ O
Einwohner:

38.141
(31. Dez. 2010)[1]

Postleitzahl: 81-701 bis 81-806
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GSP
Wirtschaft und Verkehr
Straße: GdyniaDanzig
Schienenweg: GdyniaDanzig
Nächster int. Flughafen: Danzig (Gdańsk)
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 17,3 km²
Einwohner:

38.141
(31. Dez. 2010) [2]

Bevölkerungsdichte: 2203 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2264011
Verwaltung (Stand: 2009)
Stadtpräsident: Jacek Karnowski
Adresse: ul. Kościuszki 25/27
81-704 Sopot
Webpräsenz: www.sopot.pl

Sopot [ˈsɔpɔt] (deutsch Zoppot) ist ein in Polen an der Danziger Bucht gelegenes Ostseebad und bildet zusammen mit Danzig (polnisch: Gdańsk) und Gdingen (polnisch: Gdynia) den Ballungsraum Dreistadt´(polnisch Trójmiasto). Während in den beiden Nachbarstädten vornehmlich Handel, Industrie und Häfen von Bedeutung sind, profitiert Sopot als kleine Kurstadt vornehmlich vom Fremdenverkehr.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Strandpanorama bei Zoppot (2011), vom Anfang des Großen Seestegs aus in nördlicher Richtung gesehen.

Das Wort Zoppot ist slawischen Ursprungs und bedeutet Quelle.[3] Als kleines Fischerdorf gehörte Zoppot im 13. Jahrhundert zur Zisterze Oliva und von 1283 bis 1807 zur Hansestadt Danzig. Die Geschichte Zoppots ist deshalb eng mit der Geschichte der Stadt Danzig verknüpft, die 1308 zusammen mit Pommerellen an den Deutschordensstaat Preußen gefallen war, 1466 unter Beibehaltung ihrer Souveränität und Bevölkerung an Preußen königlichen Anteils (das der Krone Polens, das heißt dem König persönlich, unterstellt war) ging. Im Zuge der zweiten Teilung Polens 1793 fiel Danzig mit Zoppot ans Königreich Preußen.

Kurhaus um 1900.

1823 gründete der elsässische Arzt Johann Georg Haffner, der 1808 als Chirurg der Grande Armee Napoleon Bonapartes nach Danzig gekommen war, dort geheiratet und sich in Zoppot niedergelassen hatte, den ersten Strandbad-Betrieb mit Kur-Sanatorium. Zoppot erwies sich als Kurort für Erholungssuchende gut geeignet, weil bewaldete Höhenzüge den Ort vor Nord- und Westwinden schützen, die Luft milde und mückenfrei ist und das Meerwasser in der Danziger Bucht etwas wärmer ist und einen deutlich geringeren Salzgehalt aufweist als im westlichen Teil der Ostsee. Seit Aufnahme des Kurbetriebs entwickelte sich Zoppot stetig zu einem mondänen Seebad.

Plan des Seebads Zoppot um 1910.

Von 1871 bis 1920 gehörte die Stadt zum Deutschen Reich. Seit 1894 erschien die Zoppoter Zeitung. 1902 wurde Zoppot zur Stadt im Kreis Neustadt in Westpreußen erhoben. Die rund 14.000 Einwohner (1910)[4] verteilten sich auf das ehemalige Oberdorf - in der Nähe der Eisenbahnlinie und entlang der Danziger Chaussee - und auf das Unterdorf, das Villen- und Hotelviertel in Strandnähe.

Die Stadt hatte ein Gymnasium und eine kleine evangelische Kirche. Es gab eine Pferderennbahn, die vom Westpreußischen Reitverein unterhalten wurde, und eine Radrennbahn. Das Kasino Hotel verfügte über ein Spielkasino. Vor dem Ersten Weltkrieg fand in Zoppot alljährlich Mitte Juli die Zoppoter Woche mit einer Reihe sportlicher Wettbewerbe statt. Dazu zählten Pferderennen, Radrennen, eine offene Segelregatta, das Ostdeutsche Tennisturnier, für das Kaiser Wilhelm II. jedes Jahr einen Preis stiftete, und Schwimmveranstaltungen. Im August fanden zur Unterhaltung der jährlich etwa 15.000 Bade- und Kurgäste weitere Veranstaltungen statt, wie Theateraufführungen und Hunderennen. Unter den nichtdeutschen Badegästen stellten Polen und Russen das größte Kontingent.

Nach der Schaffung des Polnischen Korridors durch den Versailler Vertrag am 10. Januar 1920 war Zoppot kurzzeitig Teil des Kreises Danziger Höhe, bevor es am 15. März zum Stadtkreis erhoben wurde.[5] Seit Konstitution der Freien Stadt Danzig am 15. November gehörte Zoppot dazu.[5] Zoppot lag nunmehr direkt an der Grenze mit Übergang zum polnischen Koliebken. Ein kleineres Gebiet Koliebkens, nur 3,34 ha, war bei der Grenzziehung nicht an Polen gekommen und wurde am 6. Mai 1922 Zoppot angegliedert.[5] Zwischen den Weltkriegen legten die Schiffe des Seedienstes Ostpreußen in Zoppot an. Von 1939 bis 1945 war das Freistadt-Danziger Territorium vom Großdeutschen Reich annektiert.

Seebrücke in Sopot, 511,5 m lang, deutsch Großer Seesteg genannt.

Am 19. März 1945 näherten sich Einheiten der Roten Armee von Westen der Stadt Zoppot.[6] Gegen Abend erging Räumungsbefehl für Zivilisten, die daraufhin zu Tausenden nach Gdingen flohen.[6] Andere nutzten einen Pendelverkehr vom Seesteg nach Danzig-Neufahrwasser.[6] Ab 20. März kamen Zoppot und Oliva unter sowjetisches Artilleriefeuer, wobei Zoppot zu ca. 10 % zerstört wurde.[6] Den abziehenden deutschen Truppen folgten die Sowjets und besetzten Zoppot am Abend des 23. März ohne große Kämpfe.[6] Nach Kriegsende wurde die Stadt unter polnische Verwaltung gestellt und in Sopot umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde größtenteils vertrieben bzw. später ausgesiedelt. Es siedelten sich Polen und Ukrainer an, die zunächst vorwiegend aus Gebieten östlich der Curzon-Linie kamen.

Mit der zunehmenden Verschmutzung der Danziger Bucht musste der Badebetrieb in der Vergangenheit vorläufig eingestellt werden. Seit einigen Jahren hat sich jedoch die Wasserqualität deutlich verbessert, so dass in den Sommermonaten wieder uneingeschränktes Baden möglich ist.

Sehenswürdigkeiten

Heilandskirche, Bischofskirche für Pommern-Großpolen.
  • Das Stadtbild ist durch Bebauung aus dem 19. und dem frühen 20. Jahrhundert geprägt. Im Stadtzentrum befinden sich die evangelisch-lutherische Heilandskirche, Sitz des Bischofs der Diözese Pommern-Großpolen, erbaut von 1913 bis 1919 von dem Danziger Architekten Adolf Bielefeldt (* 1876 in Herne; † 1934 in Danzig) im neubarocken Stil, sowie die katholischen Kirchen St. Georg, errichtet 1899 bis 1901 als evangelische Erlöserkirche mit 47 Meter hohem Turm nach Entwurf des Architekten Ludwig von Tiedemann, und Maria Meeresstern, erbaut 1901/1902, beide neugotisch.
  • Das Rathaus der Stadt wurde 1910/1911 nach Entwurf von Paul Puchmüller (* 1875 in Stolp; † 1942 in Zoppot; 1901 bis 1922 Stadtbaumeister von Zoppot) errichtet und 1922/1923 erweitert. An die 1913/1914 von Adolf Bielefeldt erbaute und in der Nacht vom 12. zum 13. November 1938 von den Nationalsozialisten niedergebrannte Synagoge erinnert eine Gedenktafel.
  • Die Seebrücke, ein 511,5 Meter langer Holzsteg in die Danziger Bucht, zu deutsch Großer Seesteg, mit Gaststätten sowie Anlegemöglichkeiten für kleine Boote und Ausflugsschiffe

Kultur

Zugang zur Waldoper Zoppot (Opera Lesna)
  • Museum von Sopot, gegründet 2001, mit Ausstellung in der restaurierten Villa Ernst Claaszen (Baujahr 1903/1904) zur glanzvollen Anfangszeit Sopots als Kurort Anfang des 20. Jahrhunderts.
  • Die Waldoper Zoppot wurde 1909 eröffnet, heute findet dort unter anderem das Sopot Festival statt.
  • Vom 13. bis 16. September 2011 findet in Sopot das Cartoon Forum statt. Europaweit der größte Film- und Rechtemarkt für Animations-TV-Serien.[7]

Sport

In Sopot findet alljährlich das ATP-Tennisturnier ATP Sopot statt. Mit Prokom Trefl Sopot hat die Stadt Sopot heute einen der besten europäischen Basketballvereine. Sopot ist Austragungsort der Finalrunde der FIVB Volleyball World League der Herren 2011.

Städtepartnerschaft

Monument zu Ehren der Armia Krajowa
Denkmalstein für Danuta Siedzikówna in Sopot

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Stadtoberhäupter

  • 1900–1905 Volkmar Wurmb (1853–1905), Gemeindevorsteher, ab 1902 Bürgermeister
  • 1905–1908 Johannes Kollath (1871–1908), Bürgermeister
    • 190800000 Regierungsassessor Heinrich von Gagern (1878–1964; Zentrum), kommissarisch[8]
  • 1908–1919 Max Woldmann (1868–1919), Bürgermeister
  • 1919–1930 Erich Laue (Selbsttötung in NS-Haft 1933), ab 1920 Oberbürgermeister
  • 1930–1934 Hermann Lewerenz (1893–1939), Oberbürgermeister
  • 1934–1936 Wilhelm Fließbach, Oberbürgermeister
  • 1936–1945 Vakanz
    • 1936–1941 Erich Temp (1904–?), kommissarisch, ab 1939 geschäftsführend
    • 194200000 Gerhard Koß, geschäftsführend
    • 194200000 ?? Schröder
    • 1942–1945 Polizeipräsident Danzig, kommissarisch
  • 194500000 Henryk Michniewicz (1907–1956), burmistrz, später prezydent (Präsident)
  • 194500000 Tadeusz Soboń, prezydent
  • 194600000 Antoni Turek (1907–1996), prezydent
  • 1946–1948 Leonard Wierzbicki (1888–?), prezydent
  • 194800000 Srebrnik, prezydent
  • 194800000 Bolesław Śliwiński, prezydent
  • 1948–1949 Jan Kapusta (1908–1953), prezydent
  • 1949–1950 Piotr Nowak, prezydent
  • 1950–1952 Alfred Müller (1905–1980), zunächst prezydent, noch 1950 przewodniczący Miejskiej Rady Narodowej (Vorsitzender des Nationalen Stadtrats)
  • 1952–1954 Hieronim Kozieł (1910–1970), przewodniczący
  • 1954–1958 Roman Kosznik (1927–1974), przewodniczący
  • 1958–1965 Stanisław Podraszko (1911–1973), przewodniczący
  • 1965–1969 Zenon Bancer, przewodniczący
  • 1969–1978 Bolesław Robakowski, przewodniczący, ab 1973 wieder prezydent
  • 1978–1981 Lech Świątkowski, prezydent
  • 1981–1984 Cezary Dąbrowski (1941–), prezydent
  • 1984–1990 Andrzej Plona, prezydent
  • 1990–1992 Henryk Ledóchowski (1944–), prezydent
  • 1992–1998 Jan Kozłowski (1946–), prezydent
  • 1998–0000 Jacek Karnowski (1963–), prezydent

Bilder

Verweise

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Sopot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2010. Główny Urząd Statystyczny (GUS), abgerufen am 6. August 2011.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2010. Główny Urząd Statystyczny (GUS), abgerufen am 6. August 2011.
  3. Maria Malec, Słownik etymologiczny nazw geograficznych Polski
  4. Meyers Reisebücher, Ostseebäder und Städte der Ostseeküste, 4. Auflage, Bibliographische Institut, Leipzig/Wien 1910, S. 171-175.
  5. a b c "Stadtkreis Zoppot", auf: Territoriale Veränderungen in Deutschland und deutsch verwalteten Gebieten: 1874–1945, abgerufen am 7. Oktober 2011.
  6. a b c d e "Schlacht um Danzig", auf: 389. Infanterie- Division, abgerufen am 6. Oktober 2011.
  7. [1], cartoon media (englisch, 4. Dezember 2010)
  8. Gagern war später Landrat in Melsungen (1914–1919, und 1933–1937), Landrat in Fulda (1921–1933). Vgl. Die Protokolle des Preußischen Staatsministeriums: 1817–1934/38: 12 Bde., Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (Hg.), Hildesheim, New York und Zürich: Olms-Weidmann, 2001–2004, (=Acta Borussica; Neue Folge), Bd. 11, Teil II: '14. November 1918 bis 31. März 1925' (2002), G. Schulze (Bearb.), p. 577. ISBN 3-487-11663-4.

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