Sprachwissenschaft

ÔĽŅ
Sprachwissenschaft

Sprachwissenschaft, auch Linguistik (lat. lingua ‚ÄěSprache‚Äú, ‚ÄěZunge‚Äú), ist eine interdisziplin√§re Wissenschaft, die in verschiedenen Herangehensweisen die menschliche Sprache untersucht. Inhalt sprachwissenschaftlicher Forschung ist generell die Sprache als System, ihre Bestandteile und Einheiten sowie deren Bedeutungen. Des Weiteren besch√§ftigt sich die Sprachwissenschaft mit Entstehung, Herkunft und geschichtlicher Entwicklung von Sprache, mit ihrer vielseitigen Anwendung in der schriftlichen und m√ľndlichen Kommunikation, mit dem Wahrnehmen, Erlernen und Artikulieren von Sprache sowie mit den damit einhergehenden St√∂rungen.

√úblicherweise werden in der Sprachwissenschaft drei gro√üe Teilgebiete unterschieden, wobei in der Klassifikation unterschiedliche Auffassungen bestehen. √úber die Allgemeine Sprachwissenschaft und die Angewandte Sprachwissenschaft als zwei dieser Bereiche besteht allgemeine √úbereinkunft. Meist aber sind es universit√§re Kriterien, die dar√ľber entscheiden, ob als drittes Teilgebiet entweder eine Vergleichende Sprachwissenschaft oder eine Historische Sprachwissenschaft angenommen wird.

Es existieren zahlreiche größere und kleinere Teilgebiete, die insgesamt sowohl inhaltlich als auch methodisch uneinheitlich sind und mit einer Vielzahl anderer Wissenschaften in Kontakt stehen.

Inhaltsverzeichnis

Wissenschaftstypus

Da unterschiedliche Lesarten des Begriffs Sprache existieren und sehr unterschiedliche Aspekte von Sprache untersucht werden, ist die Zuordnung der Sprachwissenschaft nur zu einem Wissenschaftstypus nicht m√∂glich. So wird die Linguistik beispielsweise als Lehre vom sprachlichen System von vielen als ein Teilgebiet der Semiotik, der Lehre von den Zeichen, angesehen und l√§sst sich damit der Gruppe der Strukturwissenschaften bzw. den Formalwissenschaften zuordnen. Wird aber etwa der individuelle Erwerb von Sprache und der Gebrauch von Sprache aus psychologischer oder klinischer Warte gesehen, so sind diese Teilbereiche der Sprachwissenschaft zu den Naturwissenschaften zu z√§hlen. Bei Betrachtung von Sprache als gesellschaftliches und kulturelles Ph√§nomen hingegen ist die Sprachwissenschaft als Kultur- bzw. Geisteswissenschaft zu werten. Auch gibt es Teilbereiche der Sprachwissenschaft (z. B. Ethno-, Polito- oder Soziolinguistik), die als solche zu den Gesellschaftswissenschaften zu rechnen sind.

Terminologie

Die Termini Sprachwissenschaft und Linguistik

Grundsätzlich gibt es im sprachwissenschaftlichen Bereich keine strenge Regelung, was die Benennung dieser Disziplin selbst anbelangt. Zum einen lassen die sehr unterschiedlichen Forschungsgebiete der Linguistik, aber auch ihre Nähe zu und Spezifizierung in den verschiedenen einzelsprachlichen Philologien (wie Germanistik, Anglistik, Romanistik etc.) die Sprachwissenschaft als solche insgesamt wenig geschlossen erscheinen. Infolge dessen wird öfters selbst innerhalb wissenschaftlicher Institutionen zur Bezeichnung neben Sprachwissenschaft völlig bedeutungsgleich auch die Pluralform Sprachwissenschaften herangezogen.

Zum anderen werden mehrheitlich die Ausdr√ľcke Sprachwissenschaft und Linguistik gleichgesetzt und auch bei Benennungen von Teildisziplinen grunds√§tzlich als Synonyme verstanden, wie es etwa in den Bezeichnungen Historische Sprachwissenschaft und Historische Linguistik der Fall ist. Es sind jedoch gewisse regionale Bevorzugungen zu verzeichnen. So wird z. B. der Terminus Allgemeine Linguistik in √Ėsterreich wenig gebraucht und hier vorwiegend von einer Allgemeinen Sprachwissenschaft gesprochen. Auch m√∂gen in den einzelnen √∂rtlichen ‚ÄěSchulen‚Äú bestimmte Benennungen bevorzugt werden.

Oft wird aber zwischen den beiden generellen Bezeichnungen insofern grunds√§tzlich unterschieden, als bei der Benennung dieser Wissenschaft als Sprachwissenschaft die Sprache und der Sprachgebrauch als gesellschaftliches und kulturelles Ph√§nomen gesehen werden. Mit diesem Verst√§ndnis steht die Sprachwissenschaft der Literaturwissenschaft sowie besonders der Philologie nahe. Demgegen√ľber wird dann unter Linguistik die reine Systemlinguistik verstanden, also die Betrachtung der Struktur einzelner Sprachen sowie deren unterschiedlicher Funktionen, wie etwa im Zuge des Erwerbs von Sprache, ihre Repr√§sentation im Gehirn, ihr Gebrauch abh√§ngig von sozialen oder demografischen Faktoren etc.

Das Adjektiv linguistisch ist mit sprachwissenschaftlich gleichzusetzen. Sehr h√§ufig wird das Wort aber auch mit der Bedeutung sprachlich verwendet. Die Phrase ‚Äěein linguistisches Ph√§nomen‚Äú meint demnach in solchen F√§llen nicht ‚Äěein sprachwissenschaftliches Ph√§nomen‚Äú, sondern ‚Äěein sprachliches Ph√§nomen‚Äú. Diese doppelte Bedeutung ist wohl u. a. darauf zur√ľckzuf√ľhren, dass das englische Adjektiv linguistic schon zuvor sowohl sprachlich als auch sprachwissenschaftlich bedeutete, was auf das deutsche Wort √ľbertragen wurde.

Benennung von Teildisziplinen

Unabh√§ngig davon, ob eine Benennungsdichotomie von Sprachwissenschaft und Linguistik vorliegt oder nicht, wird bei der Bezeichnung der sprachwissenschaftlichen Teildisziplinen, die andere Wissenschaftsbereiche ber√ľhren, ausschlie√ülich der Ausdruck Linguistik verwendet. So existiert beispielsweise nur eine Soziolinguistik und keine Sozio- oder Sozialsprachwissenschaft. Auch ist terminologisch in der Regel nur eine Psycholinguistik, Computerlinguistik, Politolinguistik usw. anzutreffen.

Mitunter, jedoch in √Ėsterreich kaum, wird der Teilbereich der Allgemeinen Sprachwissenschaft auch als Theoretische Sprachwissenschaft oder Theoretische Linguistik bezeichnet.

Des Weiteren existiert die nicht restlos gekl√§rte Frage, was man unter ‚Äěangewandter‚Äú Sprachwissenschaft zu verstehen habe. Einerseits k√∂nnen darunter diejenigen Teilgebiete verstanden werden, die die real angewendete Sprache untersuchen (im Gegensatz zu den theoretischen Konstrukten von sprachlichen Systemen, Grammatikmodellen etc.); andererseits kann ‚Äěangewandte‚Äú Sprachwissenschaft auch hei√üen, dass es sich dabei um die Anwendung der Forschungsergebnisse in der (au√üerhalb der Linguistik befindlichen) Praxis handelt (Sprachtherapie, Spracherkennung am Computer usw.). Dieses Problem der Grenzf√§lle zwischen Allgemeiner bzw. Theoretischer und Angewandter Sprachwissenschaft wird innerhalb der Disziplin, ausgehend von einer Diskussion im englischsprachigen Wissenschaftsraum, auch unter der Benennungsopposition applied linguistics (f√ľr den ersteren Fall) versus linguistics applied (f√ľr den letzteren Fall) diskutiert.

Fachvokabular

In der Sprachwissenschaft wird eine eigene Fachterminologie verwendet. Eine ganze Reihe von Fachausdr√ľcken erscheint auch im allt√§glichen Sprachgebrauch. Grundlegende Termini sind √ľber die schulische Ausbildung auch der Allgemeinheit verst√§ndlich. Dazu z√§hlen insbesondere die Bezeichnungen f√ľr Wortarten (Verb, Substantiv etc.), f√ľr funktionale Satzelemente (Subjekt, Objekt etc.) und andere Ausdr√ľcke aus der traditionellen Schulgrammatik. Au√üerdem existiert eine Reihe von Ausdr√ľcken, welche Nicht-Sprachwissenschaftler intuitiv in der Grundbedeutung erfassen m√∂gen (Textsorte, Sprecher, Sprachkorpus usw.), was mitunter zu Irrt√ľmern f√ľhren kann, denn viele Fachausdr√ľcke haben innerhalb der wissenschaftlichen Disziplin eine andere oder zus√§tzliche Bedeutung als im sprachlichen Alltag. Zudem werden von Laien Ausdr√ľcke dieser Art aufgrund ihrer Erfahrungen im schulischen Unterricht bevorzugt unter normativem Aspekt, also dahingehend gesehen, was ‚Äěrichtig‚Äú und was ‚Äěfalsch‚Äú ist, w√§hrend sie als Fachvokabel innerhalb der wissenschaftlichen Disziplin in der Regel eine rein deskriptive Funktion haben. Solche unscharfen Grenzen zwischen Umgangssprache und Fachsprache sind aber kein Spezifikum der Sprachwissenschaft, sondern liegen auch bei anderen Wissenschaften vor.

Neben Ausdr√ľcken, die dem allgemeinen Sprachgebrauch nahe sind und oft auch aus dem Deutschen stammen, existiert eine ganze Reihe von Termini, die aus lateinischen oder griechischen Wortelementen bestehen. Neuere Fachausdr√ľcke werden oft aus dem Englischen √ľbernommen oder eingedeutscht. Nur ein √§u√üerst geringer Teil des (wissenschaftsgeschichtlich fr√ľh entstandenen) Fachvokabulars stammt aus dem Franz√∂sischen. In den linguistischen Randbezirken zu anderen Disziplinen spielt auch deren Fachterminologie eine wesentliche Rolle.

Teilbereiche

Zus√§tzlich zu der inhomogenen Benennungsweise der wissenschaftlichen Disziplin selbst ist auch die Trennung der Sprachwissenschaft in klar voneinander abgegrenzte Teildisziplinen uneinheitlich. Oft ist sogar √ľberhaupt eine solche Trennung selbst umstritten, was nicht zuletzt auf den insgesamt starken interdisziplin√§ren Charakter des wissenschaftlichen Gesamtbereiches zur√ľckzuf√ľhren ist. Viele Forschende empfinden bereits die Abgrenzung der drei gro√üen linguistischen Dom√§nen

  • Vergleichende Sprachwissenschaft bzw. Historische Sprachwissenschaft
  • Allgemeine Sprachwissenschaft und
  • Angewandte Sprachwissenschaft

als k√ľnstlich oder unzweckm√§√üig. Dem entspricht auch die teils unterschiedliche Zuordnung einzelner Forschungsfelder entweder zu dem einen oder dem anderen Bereich. So besteht z. B. keine allgemeine √úbereinkunft dar√ľber, ob die Soziolinguistik als Teilgebiet der Allgemeinen oder der Angewandten Sprachwissenschaft gelten soll.

Nicht als Teilbereich der Linguistik wird aber in der Regel die Philologie gewertet, welche einzelne Sprachen sowohl aus sprach- wie auch literatur- und kulturwissenschaftlicher Sicht untersucht. Vielmehr gilt sie wissenschaftsgeschichtlich als eigene Disziplin, was sich in Deutschland vielfach in einer entsprechend getrennten Universit√§tsstruktur niederschl√§gt, auch wenn enge Verbindungen zwischen Philologien und Linguistik bestehen. In √Ėsterreich hingegen haben im Allgemeinen die entsprechenden universit√§ren Institute (vornehmlich Germanistik, Anglistik, Romanistik und Slawistik) sowohl eine philologisch-literaturwissenschaftliche als auch eine sprachwissenschaftliche Abteilung.

Hinsichtlich der folgenden Taxonomie der linguistischen Teildisziplinen besteht weitgehend Konsens.

Vergleichende Sprachwissenschaft

Die Vergleichende Sprachwissenschaft kann dahingehend in einzelne Teilgebiete gegliedert werden, ob eine diachrone oder synchrone Untersuchungsweise vorliegt. Die allgemein-vergleichenden Fächer können aber auch der Allgemeinen Sprachwissenschaft und die historisch-vergleichenden Fächer einer eigenständigen Historischen Sprachwissenschaft zugerechnet werden.

  • Allgemein-vergleichende Sprachwissenschaft
    • Arealtypologie, die synchron-vergleichende Untersuchung von Sprachen eines geographischen Raumes mit dem Ziel, Sprachb√ľnde zu ermitteln
    • Kontrastive Linguistik, die synchron-vergleichende Untersuchung von meist nur zwei Sprachen mit dem Ziel, die spezifischen Unterschiede zwischen diesen zu erkennen
    • Sprachtypologie, die synchron-vergleichende Untersuchung von Sprachen mit dem Ziel, Sprachtypen festzustellen
    • Universalienforschung versucht, die allen Sprachen gemeinsamen Eigenschaften (Sprachuniversalien) aufzudecken
    • Variet√§tenlinguistik, die synchron-vergleichende Untersuchung von Einzelsprachen als solche mit dem Ziel, Unterschiede innerhalb dieser bestimmten Sprache, also sprachliche Variet√§ten herauszuarbeiten, z. B. verschiedene Dialekte, Soziolekte, Fachsprachen etc. (Da diese Unterschiede gro√üteils auf soziale Faktoren zur√ľckzuf√ľhren sind, wird die Variet√§tenlinguistik auch als Teilgebiet der Soziolinguistik, einer Disziplin der Angewandten Sprachwissenschaft, behandelt.)
  • Historisch-vergleichende Sprachwissenschaft (auch: Diachronie)
Franz Bopp (1791‚Äď1865), Begr√ľnder der Historisch-Vergleichenden Sprachwissenschaft
    • Historische Linguistik (im engeren Sinne), die diachron-vergleichende Untersuchung von Sprachen mit dem Ziel, Sprachfamilien herauszuarbeiten und Entwicklungslinien einer oder mehrerer Einzelsprachen im Vergleich, also Ver√§nderungen in der Phonologie, Morphologie, Syntax, Semantik und Stilistik im Laufe der Zeit nachzuzeichnen. Sie befasst sich also mit Sprachwandel in jeglicher Hinsicht.
Weit verbreitet ist auch die Tradition, welche dieses Fach gemeinsam mit den nachfolgend gelisteten Teilgebieten zu einem einzigen Hauptfach Historische Linguistik bzw. Historische Sprachwissenschaft zusammenfasst. Unter dieser Annahme liegt dann also das Verständnis einer Historischen Linguistik im weiteren Sinne vor.
    • Etymologie, Lehre √ľber die Entstehung und Herkunft von W√∂rtern und ihren Bedeutungen
    • Indogermanistik versucht eine Rekonstruktion der indo-europ√§ischen (indogermanischen) Ursprache sowie durch Vergleich der Entwicklungen den Verlauf zu den heutigen indogermanischen Einzelsprachen nachzuvollziehen
    • Onomastik erforscht die Entstehung, Bedeutung und Verbreitung von Eigennamen (oft im Verbund mit der Etymologie behandelt)

Damit wird also gleichzeitig eine Klassifizierung vorgenommen, welche neben der Allgemeinen Sprachwissenschaft und der Angewandten Sprachwissenschaft als drittes großes Teilgebiet statt der Vergleichenden Sprachwissenschaft die Historische Sprachwissenschaft zählt, wobei dann die allgemein-vergleichenden Fächer der Allgemeinen Sprachwissenschaft zugerechnet werden.

Allgemeine Sprachwissenschaft

Ferdinand de Saussure (1857‚Äď1913), einer der bedeutendsten Vertreter des linguistischen Strukturalismus
Noam Chomsky (* 1928), Begr√ľnder der Generativen Grammatik und Revolution√§r der Theoretischen Linguistik

Die Allgemeine Sprachwissenschaft, teils auch Theoretische Linguistik genannt, widmet sich der Untersuchung von Sprache als abstraktem System, aber auch der Aufstellung von allgemeinen Theorien √ľber Sprache, wobei Letzteres auch von j√ľngeren Teildisziplinen der Angewandten Sprachwissenschaft, etwa der Soziolinguistik oder der Diskursanalyse, versucht wird.

Die Kerngebiete der Allgemeinen Sprachwissenschaft sind folgende:

  • Gespr√§chslinguistik, (auch: Linguistische Gespr√§chsanalyse, Dialogforschung), Untersuchung authentischer m√ľndlicher Kommunikation
  • Graphemik, die Untersuchung von Schrift als Sprachsystem
  • Lexikologie, die Lehre von den Strukturierungen im Wortschatz einer Sprache und dessen Repr√§sentation im Gehirn
  • Morphologie, die Lehre der ‚ÄěWortbausteine‚Äú und wandelbaren Wortformen (Flexionsformen, Wortbildung)
  • Phonetik, die Lehre von den Sprachlauten (Lautbestand von Sprachen, Artikulation, Lautwahrnehmung)
  • Phonologie, die Lehre von den Sprachlautsystemen der einzelnen Sprachen (Lautkombinationen, Silbenlehre)
  • Pragmatik, die Untersuchung der (situationsabh√§ngigen) Handlungen mittels Sprache (Sprechakte, Konversation)
  • Semantik, die Lehre von Sinn und Bedeutung von Sprache (Wortbedeutung, Satzbedeutung)
  • Sprachphilosophie, die Erforschung von allgemeinen Funktionen von Sprache und Sprachelementen und des Zusammenhangs zwischen Sprache, Denken, Vorstellung und Wirklichkeit
  • Syntax, die Lehre von Form und Struktur von S√§tzen
  • Textlinguistik, die Untersuchung der Struktur, Funktion und Wirkung von Texten und ihren Bestandteilen

Seit neuerer Zeit können auch folgende Forschungsbereiche als eigenständige Teilgebiete gesehen werden:

  • Grammatiktheorie, Untersuchung der Struktur von Sprache anhand bestimmter Grammatikmodelle
  • Quantitative Linguistik, die Entwicklung von Sprachgesetzen auf der Grundlage statistischer Erhebungen mit dem Ziel, darauf aufbauend eine Sprachtheorie zu konzipieren

Folgende Teilgebiete bewegen sich hauptsächlich im Grenzbereich zwischen anderen bzw. umfassen mehrere solche:

  • Morphonologie, untersucht Wortbildung auf phonologischer Ebene
  • Morphosyntax behandelt den Einfluss morphologischer Prozesse auf syntaktische Variablen
  • Prosodie, die Untersuchung suprasegmentaler Sprachph√§nomene bzw. paraverbaler Ph√§nomene wie Wort- und Silbenbetonung, Satzmelodie, Sprechtempo und -rhythmus, Tonh√∂he - der Bereich wird sehr h√§ufig nicht als eigenst√§ndiges Fach gesehen, sondern in den Teildisziplinen Phonetik, Phonologie oder auch Syntax mit behandelt.

Angewandte Sprachwissenschaft

Die Angewandte Sprachwissenschaft ist keineswegs als homogener Teilbereich der Linguistik zu verstehen, vielmehr subsumiert sie die Teildisziplinen, die sich in erster Linie nicht mit Sprache als abstraktem System befassen, sondern die Sprache im Zusammenhang mit ihrer ‚Äěrealen‚Äú Umwelt sehen, sich also der tats√§chlich angewendeten Sprache widmen. Diesem Verst√§ndnis von ‚Äěangewandt‚Äú, also applied linguistics, steht die Idee der linguistics applied gegen√ľber, worunter die praktische Umsetzung linguistischer Forschungsergebnisse zu verstehen ist, wie sie vorliegt z. B. im Falle der Computerlinguistik (wo Erkenntnisse der Allgemeinen Linguistik in der Informatik Anwendung finden), der Klinischen Linguistik (wo Forschung im Dienste der Erarbeitung von Therapieformen steht), der Sprachlehrforschung (f√ľr die Entwicklung von Lehrmaterial) oder der Schreibforschung und Schreibdidaktik (f√ľr p√§dagogische Zwecke).

Des Weiteren werden h√§ufig die Psycholinguistik, die Soziolinguistik und andere F√§cher der Allgemeinen Sprachwissenschaft zugerechnet, weil sie sich der Beschreibung von Sprache als Teil des Individuums widmet und allgemeine Prinzipien und Vorg√§nge erkunden will ‚Äď im Gegensatz zu jenen Disziplinen, die einen Bezug zum praktischen Leben herstellen und sich somit mit der ‚ÄěAnwendung‚Äú von Sprache befassen.

Da die Soziolinguistik sowohl Sprache und Gesellschaft, als auch die Mehrsprachigkeit der Gesellschaft selbst untersucht, kann sie auch als √úberbegriff f√ľr jene Teildisziplinen verwendet werden, die normalerweise als gleichwertig etablierte Bereiche der Angewandten Sprachwissenschaft gelten, z. B. f√ľr die Sprachlehrforschung oder die Diskursanalyse.

Vor allem aber entscheiden die Strukturen von Universit√§ten und Instituten dar√ľber, wie die Disziplinen wahrgenommen werden, denn mehrheitlich behandeln die angewandten F√§cher auch solche Aspekte mit, die gem√§√ü Definition zur Allgemeinen Sprachwissenschaft gez√§hlt werden.

Der Angewandten Sprachwissenschaft werden im Sinne einer linguistics applied in der Regel folgende Teilgebiete zugerechnet:

  • Forensische Linguistik, Untersuchung und Diagnostik von Sprache zu kriminalistischen und gerichtlichen Zwecken
  • Klinische Linguistik, die Erforschung des Sprachgebrauchs und der Sprachwahrnehmung bei Sch√§digungen des Gehirns und Erarbeitung von therapeutischen Verfahren inkl. Sprachentwicklungsdiagnostik; mit ihr stehen einige andere F√§cher eng in Zusammenhang, die entweder zur Angewandten Sprachwissenschaft als ‚Äěapplied linguistics‚Äú oder auch zur Allgemeinen Sprachwissenschaft gerechnet werden. Dabei handelt es sich neben der Psycholinguistik im Besonderen auch um
    • Neurolinguistik, die Untersuchung der Verarbeitung von Sprache im Gehirn
    • Patholinguistik (auch Sprachpathologie), die Untersuchung von Problemen bei Sprachperzeption, -verarbeitung und -produktion
  • Lexikografie, Erstellen von W√∂rterb√ľchern (in erster Linie f√ľr den allgemeinen Gebrauch)
  • Sprach- und Schreibberatung, Beratung und Coaching f√ľr Institutionen, √∂ffentliche Einrichtungen, Journalismus und Public Relations sowie f√ľr private Zwecke und Bereiche
  • Sprachlehr- und Sprachlernforschung und Sprachdidaktik, Untersuchung von bzw. Gestaltungsma√ünahmen f√ľr Sprachunterricht, Sprecherziehung, Alphabetisierung; inklusive anderer Teilgebiete wie Schreibdidaktik und Untersuchen von Lernverhalten
  • Sprachplanung, Untersuchung und Schaffung von politischen Rahmenbedingungen und sprachpolitischen Ma√ünahmen f√ľr Sprachstandardisierung oder Mehrsprachigkeit
  • Standardologie befasst sich mit der Standardisierung von Sprachen oder Teilsprachen (wie etwa mit dem Zusammenfassen mehreren Sprachvariet√§ten zu einer (nationalen) Standardsprache im Rahmen der Sprachpolitik oder mit der Vereinheitlichung von technischer und anderer Terminologie u. √Ą.)

Folgende Teilgebiete verstehen sich als angewandte Fächer im Sinne einer applied linguistics und können auch zur Allgemeinen Sprachwissenschaft in einem weiteren Sinne gerechnet werden:

  • Ethnolinguistik, Untersuchung von Sprache und Sprachkultur unter v√∂lkerkundlichen Aspekten
  • Psycholinguistik, die Erforschung der Sprache in Abh√§ngigkeit von psychischen Funktionen, dabei besonders auch
  • Soziolinguistik besch√§ftigt sich in engerem Sinne mit der Sprache in Abh√§ngigkeit von gesellschaftlichen Variablen wie soziale Schicht oder Alter.
    In weiterem Sinne werden das Verhältnis von Sprache und Gesellschaft unter verschiedenen Aspekten sowie die Mehrsprachigkeit von Gesellschaft behandelt. Dazu zählen insbesondere folgende Teilgebiete:
    • Feministische Linguistik, Untersuchung der Sprache und des Sprachgebrauchs in Abh√§ngigkeit vom Geschlecht, geschlechtsneutraler Sprachgebrauch. (Wird Geschlecht nicht als nat√ľrliches Geschlecht (sexus), sondern als soziales Geschlecht (gender) definiert, wird die Forschung nicht aus feministischer Perspektive allein betrieben und das Teilgebiet als Genderlinguistik gehandelt.)
    • Forschung zu Sondersprachen (z. B. Jugendsprache, Untersuchungen jugendlicher Sprache und jugendlichen Sprachverhaltens und ihre historische Entwicklung)
    • linguistische Diskursanalyse untersucht Sprach√§u√üerungen auf √ľbertextlicher Ebene
    • Spracheinstellungsforschung, Untersuchung von Einstellungen (Meinungen, Haltungen) zu einzelnen Sprachen und/oder Dialekten
    • Interkulturelle Kommunikation, Untersuchung von sprachlichem und au√üersprachlichem Verhalten bei Kommunikation von Sprechern verschiedener Kulturen
    • Interlinguistik, die Untersuchung der internationalen Kommunikation vornehmlich unter Verwendung von Plansprachen
    • Medienlinguistik, Forschungen in erster Linie zur Untersuchung von sprachlichen Ph√§nomenen in Medientexten, Mehrsprachigkeit in den Medien und zur Erfassung medialer Diskurse
    • Politolinguistik, Erforschung der Sprache und des Sprachverhaltens im politischen Sektor
    • Forschung zur linguistischen Relativit√§t, Untersuchungen des Zusammenhangs von Sprache und Weltbild

Uneindeutige Zuordnungen

Zus√§tzlich zu den bereits gelisteten F√§chern, deren Zuordnung definitionsabh√§ngig ist, gibt es eine Reihe weiterer Fachgebiete, deren Bezeichnungen je nach Universit√§t, Teildisziplin oder paradigmatischer Ausrichtung unterschiedliches Verst√§ndnis hervorrufen und die nur bedingt einem bestimmten linguistischen Teilgebiet zugeordnet werden k√∂nnen. Auch ber√ľhren sie zum Teil andere Wissenschaftsgebiete. Das sind:

  • Allgemeine Semantik ist eine Sonderdisziplin der Semantik bzw. Bedeutungslehre. Sie untersucht die Bedeutung der Bedeutung, besch√§ftigt sich also mit der individuellen bzw. subjektiven Bedeutung des Wortes (z. B. welche Assoziation ein Wort bei einem Individuum ausl√∂st) und greift dadurch auch auf die (Sprach-)Psychologie √ľber.
Dialektkarte wie sie in der Dialektologie √ľblich ist
  • Dialektologie
    • deskriptive Untersuchungen von Dialekten in der Allgemeinen wie auch in der Vergleichenden Sprachwissenschaft
    • Verwendung von Dialekten, also aus soziolinguistischer Perspektive
    • Verh√§ltnis von Sprache und Dialekt, also in der Variet√§tenlinguistik
  • Forschung zu Fachsprachen
    • als systematische Beschreibung von Fach- und berufsspezifischen Sprachen Teil der Allgemeinen Sprachwissenschaft (Variet√§tenlinguistik)
    • als Beschreibung des Gebrauchs von Fachsprachen in der Kommunikation in staatlichen Institutionen und anderen Einrichtungen (Amtssprache, medizinischer Fachbereich usw.) Teilgebiet der Angewandten Sprachwissenschaft (Soziolinguistik)
  • Kontaktlinguistik, Untersuchung von Sprachkontaktph√§nomenen als Schnittstelle zwischen Allgemeiner, Angewandter und Vergleichender Sprachwissenschaft
  • Koloniallinguistik, Untersuchung der vielf√§ltigen sprachlichen Aspekte, die sich in Kolonialsituationen ergeben/ergeben haben
Elektronisch gefertigte Konkordanz ‚Äď Mittel der modernen Korpuslinguistik
  • Korpuslinguistik, Untersuchung von Sprachsystem realer schriftlicher Texte und m√ľndlicher Sprach√§u√üerungen anhand von repr√§sentativen Textkorpora entweder als neues eigenst√§ndiges Teilgebiet der Allgemeinen Sprachwissenschaft gesehen oder als Methode der Erkenntnisgewinnung in einzelnen allgemeinen und angewandten Teildisziplinen herangezogen
  • Pal√§olinguistik untersucht die Entstehung menschlicher Sprache. Sie ist nur schwer einem der Hauptgebiete der Sprachwissenschaft zuzuordnen und es bestehen √úberschneidungen mit der Psychologie und der Anthropologie.
  • √Ėkolinguistik, m√§√üig etablierter Zweig soziolinguistischer Grundlage, der sich im Wesentlichen mit der √Ėkologie von Sprache und der Sprache von √Ėkologie widmet
  • Schreibforschung und Schreibdidaktik, an der Schnittstelle zwischen Textlinguistik, soziolinguistischer Institutionenforschung und Sprachlehrforschung
  • Schriftlinguistik ist ein Begriff, der die verschiedenen Str√∂mungen der Linguistik zusammenfasst, die sich der Erforschung von Schrift und Schriftsystemen sowie ihrem Erwerb und gezielten Einsatz f√ľr bestimmte kommunikative Zwecke widmen
  • Sprachstatistik
    • als Statistik der Sprachen Teil der Sozio-, Variet√§ten- oder Interlinguistik
    • als Erhebung statistischer Daten zu beliebigen sprachlichen Aspekten, meist im Bereich der Allgemeinen Sprachwissenschaft, aber auch der Historischen Linguistik, Psycholinguistik, der Spracherwerbsforschung, Sprachtypologie und weiterer Disziplinen
  • Sprachwahrnehmung, Erforschung der akustischen Wahrnehmung von Sprache (auditive Phonetik) im Schnittpunkt zwischen Phonetik, Psycho- und Neurolinguistik

Interdisziplinarität

Mit der Auflistung der linguistischen Teilgebiete wird der interdisziplinäre Charakter der Sprachwissenschaft deutlich. Etliche Teildisziplinen grenzen explizit an andere Wissenschaften und teilen mit diesen bestimmte Interessengebiete. Dies betrifft hauptsächlich die Wissenschaftsbereiche

Mehrfach haben linguistische Teildisziplinen ihre fachliche Entsprechung in Teilgebieten der angrenzenden Wissenschaften, sodass beide ‚Äď eigentlich f√§lschlicherweise, da inhaltlich und methodisch vielfach unterschiedlich ‚Äď auch im akademischen Bereich fallweise miteinander gleichgesetzt werden. Dies liegt besonders in folgenden F√§llen vor:

  • Politolinguistik ‚Äď Politische Kommunikation
  • Psycholinguistik ‚Äď Sprachpsychologie
  • Soziolinguistik ‚Äď Sprachsoziologie

Die Sprachwissenschaft fungiert weiters als ausgewiesene Teil- und Hilfswissenschaft anderer Wissenschaftsgebiete:

In Hinblick auf gewisse linguistische Forschungsfragen gelten noch weitere wissenschaftliche (Teil-)Disziplinen als der Sprachwissenschaft benachbart, so hauptsächlich:

Geschichte der Sprachwissenschaft

‚Üí Hauptartikel: Geschichte der Sprachwissenschaft

Die Geschichte der Sprachwissenschaft erstreckt sich von antiken Anf√§ngen in Indien und Griechenland, in denen die Besch√§ftigung mit Sprache noch anderen Zwecken ‚Äď in Indien der Interpretation ritueller Texte, in Griechenland als Vorbereitung f√ľr die Philologie ‚Äď untergeordnet war, bis hin zu der modernen, autonomen Wissenschaft mit vielen Subdisziplinen, die sie heute ist. Wichtige Stationen auf diesem Weg waren in der letzten Zeit insbesondere die Begr√ľndung der Indogermanistik im 19. Jahrhundert, die Etablierung der strukturalistischen Sprachbeschreibung durch Ferdinand de Saussure zu Beginn des 20. Jahrhunderts und die Entwicklung der Generativen Grammatik durch Noam Chomsky seit Mitte des 20. Jahrhunderts.

Forschung

Forschungsparadigmen

In der linguistischen Forschung sind drei grundsätzliche paradigmatische Unterschiede in der Herangehensweise zu verzeichnen. In der Konzeption von Forschungsfragen können diese klarerweise auch miteinander gekreuzt werden.

Pr√§skriptive Schriften √ľber Sprachgebrauch werden heutzutage von Wissenschaftlern weitestgehend als unwissenschaftlich abgelehnt. Normativ orientierte Arbeiten, die als wissenschaftliche angesehen werden, sind im Sinne von applied linguistics zu verstehen, aber solche Arbeiten nehmen im akademischen Bereich nur wenig Raum ein. Gerade in Bezug auf normative Schlussfolgerungen herrschen hier zum Teil sehr kontroverse Ansichten. Beispielsweise wird immer wieder heftig debattiert, inwieweit Sprachkritik √ľberhaupt ein Gegenstand linguistischer Forschung sein bzw. von Linguisten betrieben werden kann und soll, weil sie ja entweder leicht eine werthaltige Norm des Gebrauchs von Sprache mit einflie√üen l√§sst oder oft gleichzeitig auch Gesellschaftskritik darstellt. Pr√§skriptive Arbeiten werden ‚ąí mit wenigen Ausnahmen wie etwa Sprachentwicklungstests, die den Sprachstand eines Kindes gemessen an einer ermittelten Entwicklungsnorm festlegen ‚ąí weitestgehend nicht in der akademischen Forschung und Lehre behandelt, sondern meist von wirtschaftlicher oder privater Seite erstellt.
Beispiele einer Gegen√ľberstellung von pr√§skriptiven und deskriptiven Arbeiten aus denselben Bereichen sind etwa folgende:
präskriptiv deskriptiv
Lexikografie:
Rechtschreibungswörterbuch

r√ľckl√§ufiges W√∂rterbuch
Psycholinguistik / Klinische Linguistik:
medizinische Sprachtests

Sprachentwicklungsforschung
Soziolinguistik:
Anweisungen f√ľr geschlechtsneutralen Sprachgebrauch

Beschreibung geschlechtsspezifischen Sprachgebrauchs
  • diachron ‚Äď synchron
Diese Sichtweisen bestimmen, ob ein sprachliches Ph√§nomen in seiner Entwicklung √ľber die Zeit (diachron) oder im Zustand zu einem bestimmten Zeitpunkt (synchron) beschrieben wird, wobei dieser Zeitpunkt keinesfalls nur der gerade augenblickliche sein muss. Obwohl sehr viele sprachliche Ph√§nomene auch in einer historischen Dimension wahrgenommen werden k√∂nnen, haben sich in der akademischen Linguistik (zumindest bislang) nur bestimmte Sachbereiche als Gegenstand diachroner Untersuchung etabliert. So werden beispielsweise soziolinguistische Themen oder syntaktische Ph√§nomene nur wenig aus historischer Sicht behandelt, w√§hrend Laut- und Bedeutungsver√§nderungen von W√∂rtern oder Ver√§nderungen im Wortschatz einer Sprache schon seit sehr langem ein zentrales Gebiet historischer Untersuchungen darstellen. Der Umfang und die Auswahl diachron ausgerichteter Forschungsfragen h√§ngt aber erkl√§rlicherweise sehr von der Existenz der vorhandenen Quellen ab.
Beispiele einer Gegen√ľberstellung von diachronen und synchronen Arbeiten aus denselben Bereichen sind etwa folgende:
diachron synchron
Dialektologie:
Verschiebung deutscher Dialektgrenzen vom 16. bis zum 20. Jh.

Grenzen der deutschen Dialekte im 18. Jh.
Soziolinguistik:
Sprache verschiedener sozialer Unterschichten im zeitlichen Vergleich

Sprache der Arbeiterschaft um 1900
Semantik:
Bedeutungsentwicklung des Wortes Kunst in der Neuzeit

derzeitiges Bedeutungsspektrum des Wortes Kunst
  • naturwissenschaftlich ‚Äď sozialwissenschaftlich
In dieser Dimension wird entschieden, ob an Sprache als Ausdrucksform grunds√§tzlich aus einer naturwissenschaftlichen oder aus einer sozialwissenschaftlichen Warte herangegangen werden soll. Als Opposition zu naturwissenschaftlich ist hier je nach Auffassung von "Sprache" neben sozialwissenschaftlich auch kulturwissenschaftlich oder philologisch m√∂glich. W√§hrend aber viele sprachliche Ph√§nomene sowohl als diachrones wie auch als synchrones Geschehen interpretiert werden k√∂nnen, setzt die Dimension "natur- vs. sozialwissenschaftlich" f√ľr die Untersuchung fast ebenso rigoros wie im Falle des deskriptiven vs. normativen Paradigmas eine Entweder-oder-Entscheidung voraus. Mit diesem Entschluss zu einer der m√∂glichen Perspektiven geht im Wesentlichen auch die Wahl zu bestimmten Untersuchungsmethoden einher. (Eine Ausnahme bildet hier aber die Korpuslinguistik, deren Mess- und Z√§hlverfahren sowohl f√ľr quantitative Untersuchungen eines sprachlichen Systems als auch f√ľr eine qualitative Beschreibung des Sprachgebrauchs dienlich sein kann.)
Beispiele einer Gegen√ľberstellung von naturwissenschaftlichen und sozialwissenschaftlichen Arbeiten aus denselben Bereichen sind etwa folgende:
naturwissenschaftlich sozialwissenschaftlich
Phonetik:
Untersuchen der Artikulation von bestimmten Lauten bei Stimmstörungen

Untersuchen der Artikulation von bestimmten Lauten bei Angehörigen unterschiedlicher sozialer Sprecherschichten
Textlinguistik / Medienlinguistik:
Untersuchen der syntaktischen und stilistischen Merkmale von Medientexten

Untersuchen der Form und der Inhalte von Medientexten in Bezug auf das Zeitgeschehen
Korpuslinguistik:
Gebrauch des Wortes Frau in Bezug auf signifikant häufige andere Wörter in bestimmen Texten

Gebrauch des Wortes Frau in Bezug auf die soziale Bedeutung des Begriffs

Bekannte Sprachwissenschaftler (Auswahl)

Populärwissenschaftliche Linguistik

Formen

Publikationen popul√§rwissenschaftlichen Charakters zeichnen sich u. a. dadurch aus, dass sie die Ergebnisse wissenschaftlicher Arbeit in allgemein verst√§ndlicher Sprache und in einer Form darbieten, die auch Nichtfachleute interessiert. Damit findet nicht nur eine Verbreitung von Fachwissen in der √Ėffentlichkeit statt, sondern gleichzeitig auch eine Ann√§herung des Fachgebietes selbst an die nicht-akademische Bev√∂lkerung.

Die Sprachwissenschaft gilt ‚Äď gemessen etwa an etablierten naturwissenschaftlichen Disziplinen ‚Äď gemeinhin als eine ‚Äěkleine‚Äú Wissenschaft und ist schon allein deshalb interessiert, sich durch Berichte in Printmedien, Beitr√§gen in Rundfunk und Fernsehen sowie mittels Buchpublikationen einem breiteren Publikum zu pr√§sentieren. Einige andere wissenschaftliche Disziplinen haben diesbez√ľglich den Vorteil, dass sie publikumswirksam mit konkreten Gegenst√§nden (wie etwa die Arch√§ologie mit Grabungsfunden oder die Astrophysik mit Himmelsk√∂rpern) und mit anschaulichen Dingen (wie beispielsweise die Geschichte mit historischen Ereignissen) aufwarten k√∂nnen. Demgegen√ľber erscheinen f√ľr den Laien etliche der linguistischen Forschungsgebiete oft als zu wenig greifbar. Dennoch ist ein gewisses Interesse der Menschen an sprachlichen Angelegenheiten zu verzeichnen, was sich an den Inhalten der popul√§rwissenschaftlichen Publikationen bestimmen l√§sst. Wie aus den biografischen Angaben der Autoren solcher Ver√∂ffentlichungen zu entnehmen, sind diese ‚Äď was zumindest den deutschsprachigen Raum anbelangt ‚Äď oft selbst keine akademisch ausgebildeten Sprachwissenschaftler, sondern stammen urspr√ľnglich aus anderen Fachgebieten oder geh√∂ren anderen Berufen an. Verbreitet ist dieses Ph√§nomen besonders auch im pr√§skriptiven Bereich (Sprachratgeber, Stilfibeln etc.). Dazu sind etwa die Ver√∂ffentlichungen von Rupert Lay oder Wolf Schneider und vielen anderen zu z√§hlen.

Die linguistische Fachsprache kann in vielen Teildisziplinen nahe an der im Alltag gebr√§uchlichen Umgangssprache angesiedelt sein und ist dann f√ľr interessierte Laien meist nur wenig unverst√§ndlich.[1] Daher liegen diesbez√ľglich linguistische Fachpublikationen und popul√§rwissenschaftliche Ver√∂ffentlichungen in Einzelf√§llen nahe beieinander.

Sowohl die in Anspruch genommenen Medien als auch die inhaltlichen Formen popul√§rwissenschaftlicher Linguistik sind vielf√§ltig. Bez√ľglich der medialen Nutzung reichen sie heute von der klassischen Buchpublikation √ľber spezifische Websites und Kolumnen in Tageszeitungen bis hin zu H√∂rb√ľchern und Vortr√§gen. An inhaltlichen Formen sind Sachb√ľcher, aber auch in Buchform gesammelte Glossen √ľber Sprache g√§ngig. Neuerdings ist ‚Äď nicht nur im linguistischen Bereich ‚Äď auch die gestalterische Variante W√∂rterbuch immer wieder anzutreffen, in der ein bestimmtes Thema ausgehend von einzelnen W√∂rtern, Begriffen oder sprachlichen Wendungen abgehandelt wird. Mit dem Aufkommen der Neuen Medien wurde es auch ohne gro√üen Aufwand m√∂glich, das Publikum durch Abstimmungen (per Internet) oder Abgabe von Kommentaren (Postings auf Webseiten) in die Diskussion direkt mit einzubeziehen.

Inhalte

Haupts√§chlich finden in erster Linie solche sprachwissenschaftlichen Angelegenheiten in der breiten √Ėffentlichkeit Anklang, die das eigene Sprachverhalten der Menschen betreffen oder mit denen sie im Alltag immer wieder konfrontiert werden. Dazu geh√∂ren im Besonderen folgende Themengebiete:

√Ėffentlicher Sprachgebrauch, Sprachwandel und Sprachkritik

Dieser umfassende Themenbereich verdeutlicht auch, dass popul√§rwissenschaftliche Linguistik nicht in einem Eins-zu-eins-Verh√§ltnis mit den akademischen Fachdisziplinen gesetzt werden kann, denn in diesem Bereich √ľberschneiden sich historische, allgemeine und angewandte F√§cher. Durch die Betrachtung der im √∂ffentlichen Raum anzutreffenden Sprache (Massenmedien aller Art, politischer Bereich, Werbung, √∂ffentliche Ank√ľndigungen etc.) werden Tendenzen im aktuellen Sprachgebrauch ersichtlich. Der Vergleich von diesem mit Gewohntem und Altbekanntem l√§sst den stets vor sich gehenden Wandel der Sprache offenkundig werden. Die Auseinandersetzung mit diesem Vorgang und die Beurteilung aktueller Sprachverwendung auch aus der Warte anderer als sprachwissenschaftlicher Positionen hat eine lange Tradition. Hinsichtlich des Anspruchsniveaus reicht dieses Befassen mit sprachlichen Neuerungen, ihren Auswirkungen und deren Einsch√§tzung beispielsweise von den sprachkritischen Essays eines Karl Kraus [2] bis hin zu rein wirtschaftlich motivierten, also verkaufstr√§chtig eingesch√§tzten, scherzhaften Dokumentationen sprachlichen Fehlgebrauchs ohne jegliche wissenschaftliche Ambition.[3]

Viele der Arbeiten, die den √∂ffentlichen Sprachgebrauch beobachten und als Quellen zumeist die Tagespresse, aber auch Rundfunk, Fernsehen, Internet und √∂ffentliche politische Reden und Schriften heranziehen, formulieren wiederholt werthaltige Kritik und stellen spracherhaltende Forderungen. Sie sp√ľren zwar Neuerungen im Sprachgebrauch und im Wortschatz auf, die auch Linguisten interessieren, stellen diese Ph√§nomene allerdings zumeist nicht in den Zusammenhang sprachwissenschaftlicher Erkenntnisse. Solche Publikationen, deren Werthaltigkeit oft schon in den Titeln zum Ausdruck kommt, sind somit nur bedingt zur eigentlichen sprachwissenschaftlichen Popul√§rwissenschaft zu z√§hlen.[4] Ein Thema dieses Fragenbereichs, n√§mlich der derzeitige Einfluss des Englischen auf die deutsche Sprache, ist wohl als eines der augenblicklich meistdiskutierten zu sehen.

Ein betr√§chtlicher Teil solcher Arbeiten zur Ver√§nderung der Sprache und zum aktuellen Sprachgebrauch basiert aber auf linguistischer Methodik oder ist als rein deskriptiv zu werten und wird somit in dieser Hinsicht den Anspr√ľchen akademischer Linguistik gerecht. Als Ausdruck dessen werden wiederholt Ansichten solcher popul√§rwissenschaftlicher Autoren in die linguistische Fachdiskussion eingebracht. Dazu geh√∂ren beispielsweise die Arbeiten von Dieter E. Zimmer und die dem Thema entsprechenden Ver√∂ffentlichungen von Eike Christian Hirsch. Immer wieder werden aber auch welche dieser Art von namhaften Sprachwissenschaftlern als zu normativ orientiert abgelehnt.[5] Oft werden Beobachtungen spezifisch im politisch-gesellschaftlichen Bereich bewusst als W√∂rterb√ľcher konzipiert, wobei die f√ľr die Allgemeinheit bestimmten Ver√∂ffentlichungen von einfachen und knapp gehaltenen Abrissen[6] √ľber Beschreibungen mit professionellem politischen Background[7] bis hin zu umfangreichen interdisziplin√§ren Arbeiten[8] reichen. Eine Klassifizierung solcher oft sehr profunden Arbeiten als popul√§rlinguistisch kann aus unterschiedlichen Gr√ľnden erfolgen (Aufmachung, anvisiertes Zielpublikum ...) und gegebenenfalls reine Ermessenssache sein.

Was den Themenbereich zu aktuellem Sprachstand und Sprachwandel angeht, werden aber nicht nur neue sprachliche Erscheinungen thematisiert, sondern auch ein Blick auf das aussterbende Vokabular gelenkt und dieses dokumentiert.[9]

Mit Themen aus der allgemeinen Sprachwissenschaft, aber auch hinsichtlich aktuellen Gebrauchs befassen sich weiters regelm√§√üige Kolumnen in Printmedien bzw. deren Onlineausgaben. Als bekannteste sind in Deutschland der Zwiebelfisch von Bastian Sick und in √Ėsterreich die in der Wiener Zeitung erscheinende Kolumne Sedlaczek am Mittwoch des Sprachwissenschaftlers Robert Sedlaczek zu nennen. Nicht zuletzt ist auch die sprachkritische Aktion Wort des Jahres, welche ‚Äď einer Hitparade gleich ‚Äď die gesellschaftlich-politisch wichtigsten Begriffe eines Jahres k√ľrt, als eine erfolgreiche popul√§rwissenschaftliche Ma√ünahme der Sprachwissenschaft einzustufen.

Allgemein verständliche Erklärung der Bedeutung der Ortsnamenforschung (Schautafel eines Lehrpfades zur Geschichte eines Ortes)

Etymologie und Onomastik

Zu den Klassikern popul√§rwissenschaftlicher Linguistik z√§hlt der historische Teilbereich Namenkunde. An erster Stelle stehen dabei die schon seit Langem in unz√§hligen Ver√∂ffentlichungen und mit unterschiedlicher Qualit√§t vorliegenden Lexika und Verzeichnisse von Vornamen und deren Bedeutungen. Die M√∂glichkeiten des Internets erlauben nun auch nicht nur solche online anzubieten[10], sondern auch die Einbindung der Bev√∂lkerung in die Forschung durch die M√∂glichkeit einer Abgabe von Beurteilungen einzelner Namen.[11] Ankn√ľpfend an den Wunsch der Menschen, die Bedeutung des eigenen Namens, aber auch die eigene famili√§re Herkunft zu kennen, werden nun auch vermehrt etymologische Angaben zu Familiennamen (auch im Zusammenhang mit der Ahnenforschung) und Ortsbezeichnungen angeboten.[12]

Daran anschlie√üend werden auch √ľber andere sprachliche Elemente wortgeschichtliche Erl√§uterungen geboten. Beliebt sind Entstehungs- bzw. Herkunftsbeschreibungen von auff√§lligen Ausdr√ľcken oder von Redewendungen und Sprichw√∂rtern samt deren Erkl√§rung.[13] Als Vorbild kann dabei fallweise sowohl in der Benennung des Titels als auch inhaltlich das diesbez√ľgliche noch immer aufgelegte Standardwerk aus dem 19. Jahrhundert ‚ÄěGefl√ľgelte Worte‚Äú von Georg B√ľchmann dienen.[14] Aber auch einzelne W√∂rter des Alltagsvokabulars werden auf diese Weise pr√§sentiert.[15]

Sprachbeschreibungen, Einzelsprachen

Gerade auch im Bereich der allgemeinen Sprachbeschreibungen oder der Sprachtypologie sind schon seit geraumer Zeit die Grenzen zwischen Fachliteratur und Popul√§rwissenschaft oft unscharf. Allgemein verst√§ndliche Fachb√ľcher[16] stehen so neben fundierter Popul√§rwissenschaft.[17] Des Weiteren wird auf das Publikationsmotiv ‚ÄěKl√§rung von popul√§ren Irrt√ľmern‚Äú gesetzt, das auch in anderen Fachgebieten als der Linguistik anzutreffen ist. International bekannt daf√ľr ist z. B. der Sprachwissenschaftler Geoffrey Pullum f√ľr ein Buch √ľber weitverbreitete Falschinformationen √ľber Sprache im Allgemeinen und bestimmte Sprachen im Einzelnen.[18]. Aber auch der Bereich der Volksetymologie ist dazu zu z√§hlen.[15]

Psycholinguistik

Auch praxisorientierte und popul√§rwissenschaftliche Ver√∂ffentlichungen aus dem sprachpsychologischen bzw. psycholinguistischen Bereich nehmen einen gro√üen Raum ein. Dabei ist besonders das Gebiet der kindlichen Sprachentwicklung - gerade auch in Hinblick auf m√∂gliche Entwicklungsst√∂rungen - von breitem Interesse. Das Angebot reicht von deskriptiven Darstellungen des Spracherwerbs[19] bis hin zu praktischen Ratgebern f√ľr Eltern. Die Publikationen bedienen auch fachliche Bed√ľrfnisse von P√§dagoginnen und P√§dagogen im Ausbildungssektor (Kindergarten, Grundschule) und sind praxisbezogen.

Fachliteratur

Lexika und Enzyklopädien

Allgemeine Einf√ľhrungen

Lehr- und Studienb√ľcher sind u. a.:

  • Victoria Fromkin, Robert Rodman, Nina Hymes: An Introduction to Language. 8. Auflage. Thomson Wadsworth, Boston 2008, ISBN 978-1-4130-1773-1.
  • Manfred Geier: Orientierung Linguistik. Was sie kann, was sie will. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1998, ISBN 3-499-55602-2.
  • Ludger Hoffmann: Sprachwissenschaft: Ein Reader. 2. verb. Aufl. de Gruyter, Berlin 2000, ISBN 3-11-016896-0. (ausgew√§hlte Originaltexte)
  • Angelika Linke, Markus Nussbaumer, Paul R. Portmann: Studienbuch Linguistik. 5. Aufl. Niemeyer, T√ľbingen 2004, ISBN 3-484-31121-5.
  • John Lyons: Die Sprache. 4. durchges. Aufl. Beck, M√ľnchen 1992, ISBN 3-406-36676-7.
  • Horst M. M√ľller (Hrsg.): Arbeitsbuch Linguistik. Eine Einf√ľhrung in die Sprachwissenschaft. 2. √ľberarb. u. aktualis. Aufl., Sch√∂ningh, Paderborn 2009, ISBN 978-3-506-97007-7.
  • William O‚ÄôGrady u. a.: Contemporary Linguistics. An Introduction. 3. Auflage (Nachdruck). Addison-Wesley Longman, London 2007, ISBN 978-0-582-24691-1.
  • Heidrun Pelz: Linguistik: eine Einf√ľhrung. Hoffmann und Campe, Hamburg 1996, ISBN 3-455-10331-6.
  • Johannes Volmert (Hrsg.): Grundkurs Sprachwissenschaft. 4. Aufl. Fink, M√ľnchen 2000, ISBN 3-7705-3064-0.
  • George Yule: The study of language. Cambridge University Press, 1996, ISBN 0-521-56851-X.

Daneben existieren zahlreiche weitere Einf√ľhrungswerke

  • in die sprachwissenschaftlichen Ausrichtungen der einzelnen Philologien Anglistik, Romanistik, Slawistik etc.
    F√ľr die Germanistik liegen u. a. vor:
    • Albert Busch, Oliver Stenschke: Germanistische Linguistik. Eine Einf√ľhrung. 2. durchges. u. korr. Aufl. Narr, T√ľbingen 2008, ISBN 978-3-8233-6414-6.
    • Wilfried K√ľrschner: Taschenbuch Linguistik. Ein Studienbegleiter f√ľr Germanisten. 3. durchges. Auflage. Schmidt, Berlin 2007, ISBN 978-3-503-09814-9.
    • J√∂rg Meibauer: Einf√ľhrung in die germanistische Linguistik. 2. Aufl. Metzler, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-476-02141-0.
  • F√ľr die Romanistik liegen u. a. vor:
    • Theresa Antes: Analyse linguistique de la langue fran√ßaise. Yale University Press, 2006, ISBN 0-300-10944-X.
    • Wolf Dietrich, Horst Geckeler: Einf√ľhrung in die spanische Sprachwissenschaft: Ein Lehr- und Arbeitsbuch. 5., durchges. Auflage. Erich Schmidt, Berlin 2007, ISBN 978-3-503-07995-7.
    • Petrea Lindenbauer, Michael Metzeltin, Margit Thir: Die romanischen Sprachen. Eine einf√ľhrende √úbersicht. Egert, Wilhelmsfeld 1995, ISBN 3-926972-47-5.
    • Andreas Wesch: Grundkurs Sprachwissenschaft Spanisch. 5. Auflage. Klett, Stuttgart 2006, ISBN 3-12-939622-5.
  • in die einzelnen Teilgebiete der Sprachwissenschaft sowie
  • in die Methodenlehre.

Anderes

  • Clemens-Peter Herbermann u. a.: Sprache und Sprachen 2. Thesaurus zur Allgemeinen Sprachwissenschaft und Sprachenthesaurus. Harrassowitz, Wiesbaden 2002, ISBN 3-447-04567-1. (Fachsystematik der Allgemeinen Linguistik und Systematik der Einzelsprachen, inkl. Autorenverzeichnis)
  • Wilfried K√ľrschner (Hrsg.): Linguisten-Handbuch. 2 B√§nde. Narr Verlag, T√ľbingen 1994. (Verzeichnis von Sprachwissenschaftlern)
  • Jan W. F. Mulder, Paul Rastall: Ontological Questions in Linguistics. LINCOM Europa, 2005, ISBN 3-89586-461-7. (Lincom Studies in Theoretical Linguistics No. 35)

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Als solche gelten. z. B.
    • Steven Pinker: Der Sprachinstinkt ‚Äď Wie der Geist die Sprache bildet, Kindler, M√ľnchen 1996, ISBN 3-463-40267-X.
    • Wolfgang Steinig: Als die W√∂rter tanzen lernten. Ursprung und Gegenwart von Sprache, Elsevier Spektrum, M√ľnchen 2007, ISBN 3-8274-1560-8.
  2. ‚ÜĎ Karl Kraus: Die Sprache, erstmals 1937 posthum, in der Folge mehrfach, zuletzt 2003 (Frankfurt/M., Suhrkamp) erschienen.
  3. ‚ÜĎ So z. B.
    • √úbelsetzungen ‚Äď Sprachpannen aus aller Welt, Langenscheidt, Berlin/M√ľnchen 2007, ISBN 3-468-29851-X.
    • Bastian Sick: Happy Aua ‚Äď Ein Bilderbuch aus dem Irrgarten der deutschen Sprache, Kiepenheuer & Witsch, K√∂ln 2007, ISBN 978-3-462-03903-0 (und Folgetitel).
  4. ‚ÜĎ √Ąltere Arbeiten dieser Art sind beispielsweise:
    • Gustav Wustmann: Allerhand Sprachdummheiten. Kleine deutsche Grammatik des Zweifelhaften, des Falschen und des H√§√ülichen, neunte, verbesserte Aufl. de Gruyter, Berlin/Leipzig 1923
    • Walter Kirkam: Das liebe Deutsch, Deutsche Buch-Gemeinschaft, Darmstadt 1961
    • Hans Weigel: Die Leiden der jungen W√∂rter. Ein Antiw√∂rterbuch, 5. Aufl. dtv, M√ľnchen 1979.
  5. ‚ÜĎ Bekanntestes Beispiel hierf√ľr sind die erfolgreichen Ver√∂ffentlichungen von Bastian Sick, die unter dem Reihentitel Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod erschienen sind.
  6. ‚ÜĎ Gesellschaft f√ľr deutsche Sprache: W√∂rter, die Geschichte machten. Schl√ľsselbegriffe des 20. Jahrhunderts, Bertelsmann, G√ľtersloh/M√ľnchen 2001, ISBN 3-577-10459-7
  7. ‚ÜĎ Erhard Eppler: Der Politik aufs Maul geschaut. Kleines W√∂rterbuch zum √∂ffentlichen Sprachgebrauch, Dietz, Bonn 2009, ISBN 978-3-8012-0397-9
  8. ‚ÜĎ Oswald Panagl/Peter Gerlich (Hrsg.): W√∂rterbuch der politischen Sprache in √Ėsterreich, √Ėsterreichischer Bundesverlag, Wien 2007, ISBN 3-209-05952-7
  9. ‚ÜĎ Bekannte Ver√∂ffentlichungen dieser Art sind etwa:
  10. ‚ÜĎ Beispielsweise auf Kirchenweb.at.
  11. ‚ÜĎ Onomastik.com
  12. ‚ÜĎ Ein umfangreiches Werk ist von Duden: Familiennamen. Herkunft und Bedeutung von 20.000 Familiennamen, 2., v√∂llig neu bearb. Aufl. Dudenverlag, Mannheim 2005, ISBN 3-411-70852-2.
  13. ‚ÜĎ Als Beispiele seien genannt:
  14. ‚ÜĎ So etwa Christoph Gutknecht: Lauter spitze Zungen. Gefl√ľgelte Worte und ihre Geschichte, 2. verbesserte Aufl. Beck, M√ľnchen 1997, ISBN 3-406-39286-5.
  15. ‚ÜĎ a b Heike Olschanksy: Kleines Lexikon der Volksetymologien, Reclam, Stuttgart 1999, ISBN 3-15-018023-6.
  16. ‚ÜĎ Beispielsweise
  17. ‚ÜĎ So etwa
  18. ‚ÜĎ Geoffrey K. Pullum: The Great Eskimo Vocabulary Hoax and other irreverent Essays on the Study of Language. Chicago University Press, Chicago 1991
  19. ‚ÜĎ Norbert K√ľhne: Wie Kinder Sprache lernen. Grundlagen ‚Äď Strategien ‚Äď Bildungschancen, Primus, Darmstadt 2003, ISBN 3-89678-467-6

Siehe auch

 Portal:Sprache ‚Äď √úbersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Sprache

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Sprachwissenschaft ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
Wiktionary Wiktionary: Sprachforscher ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Sprachwissenschaft ‚ÄĒ Sprachwissenschaft, s.u. Sprache S. 590 u. Philologie S. 67 ‚Ķ   Pierer's Universal-Lexikon

  • Sprachwissenschaft ‚ÄĒ Sprachwissenschaft, s. Sprache etc., S. 783 f ‚Ķ   Meyers Gro√ües Konversations-Lexikon

  • Sprachwissenschaft ‚ÄĒ Sprachwissenschaft, s. Sprache ‚Ķ   Kleines Konversations-Lexikon

  • Sprachwissenschaft ‚ÄĒ ‚ÜĎLinguistik, ‚ÜĎPhilologie ‚Ķ   Das gro√üe Fremdw√∂rterbuch

  • Sprachwissenschaft ‚ÄĒ Linguistik * * * Sprach|wis|sen|schaft ‚Ć©f. 20; unz.‚Ć™ Wissenschaft von der Sprache als solcher u. den verschiedenen Sprachen ‚óŹ allgemeine Sprachwissenschaft Wissenschaft von den Vorg√§ngen beim Sprechen (Phonetik), der Wort u. Satzbildung… ‚Ķ   Universal-Lexikon

  • Sprachwissenschaft ‚ÄĒ die Sprachwissenschaft, en (Aufbaustufe) Wissenschaft, die die Sprache untersucht Synonyme: Linguistik, Sprachforschung Beispiel: Er hat Germanistik und Sprachwissenschaft studiert ‚Ķ   Extremes Deutsch

  • Sprachwissenschaft ‚ÄĒ –°–ľ. lingu√¨stica ‚Ķ   –ü—Ź—ā–ł—Ź–∑—č—á–Ĺ—č–Ļ —Ā–Ľ–ĺ–≤–į—Ä—Ć –Ľ–ł–Ĺ–≥–≤–ł—Ā—ā–ł—á–Ķ—Ā–ļ–ł—Ö —ā–Ķ—Ä–ľ–ł–Ĺ–ĺ–≤

  • Sprachwissenschaft ‚ÄĒ SpraŐ≤ch¬∑wis¬∑sen¬∑schaft die; die Wissenschaft, die sich mit der Entstehung, dem Aufbau, dem Funktionieren der Sprachen besch√§ftigt ‚Čą Linguistik || hierzu SpraŐ≤ch¬∑wis¬∑sen¬∑schaft¬∑ler der; spraŐ≤ch¬∑wissen¬∑schaft¬∑lich Adj ‚Ķ   Langenscheidt Gro√üw√∂rterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Sprachwissenschaft ‚ÄĒ Linguistik, Sprachforschung ‚Ķ   Das W√∂rterbuch der Synonyme

  • Sprachwissenschaft ‚ÄĒ Sprach|wis|sen|schaft ‚Ķ   Die deutsche Rechtschreibung


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.