Stra├čenquerschnitt

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Stra├čenquerschnitt
Stra├čenquerschnitt einer zweistreifigen Staatsstra├če mit Darstellung von Stra├čenaufbau und Querneigung.
Stra├čenquerschnitt einer zweistreifigen Staatsstra├če.
Historischer Stra├čenquerschnitt

Der Stra├čenquerschnitt beschreibt den lotrechten Schnitt einer Stra├če im rechten Winkel zur Stra├čenachse. Er umfasst den Verkehrsraum sowie die notwendigen Sicherheitsabst├Ąnde. Des Weiteren sind im Stra├čenquerschnitt beispielsweise Bankett (siehe unten), Entw├Ąsserungseinrichtungen, B├Âschungen und Gr├╝nstreifen enthalten.

Grunds├Ątzlich ist zwischen innerst├Ądtischen und au├čerst├Ądtischen Querschnitten zu unterscheiden, da die Bestandteile und die Anforderungen verschiedenartig sind. Die Gestaltung des Stra├čenquerschnittes h├Ąngt ab von verkehrlichen, baulichen und wirtschaftlichen Anforderungen sowie von politischen Gegebenheiten und der Einstellung der zust├Ąndigen Beh├Ârde.

Die Regelwerke enthalten Regelausf├╝hrungen f├╝r Stra├čenquerschnitte, die beim Entwurf und Bau von Stra├čen verwendet werden k├Ânnen. Diese Regelquerschnitte stellen Standardabmessungen dar und eignen sich f├╝r unterschiedliche Verkehrsst├Ąrken und Begegnungsf├Ąlle (siehe Richtlinien f├╝r die Anlage von Stra├čen ÔÇô Querschnitt).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Querschnitt durch eine R├Âmerstra├če

Die Entwicklungsgeschichte der Stra├če hat eine Vielzahl von verschiedenen Stra├čenquerschnitten hervorgebracht. Dabei unterlag die Geometrie des Stra├čenquerschnittes immer den Anforderungen der jeweiligen Epoche und der eigentlichen Nutzung (Gasse als Hinterhauserschlie├čung, Erschlie├čungsstra├če, Prachtstra├če, Marktstra├če, Heeresallee, Autobahn, etc.).

Zu den ersten dauerhaft befestigten Stra├čen in Europa z├Ąhlen die R├Âmerstra├čen. Ihr Querschnitt richtete sich an den Verkehrsbed├╝rfnissen der damaligen Zeit. In der Mitte der R├Âmerstra├če war ein befestigter Fahrweg angeordnet, der je nach Breite einen Einrichtungs- oder Zweirichtungsverkehr zulie├č. Am Rand des Fahrweges waren Reitwege ausgebildet.

Grundma├če

Grundma├če Verkehrsraum.svg

Die Breite einer Stra├če bzw. deren Querschnitt basiert auf Grundma├čen, deren Einhaltung f├╝r einen sicheren und funktionsf├Ąhigen Verkehrsablauf wesentlich sind. Je nach Verkehrsmittel (etwa Kraftfahrzeug, Fu├čg├Ąnger oder Radfahrer) gelten unterschiedliche Werte. Sie sind f├╝r jede Stra├čenkategorie einzuhalten. Lediglich bei stark eingeschr├Ąnkten Platzverh├Ąltnissen oder geringer Verkehrsgeschwindigkeit (etwa verkehrsberuhigter Bereich) kann von den Grundma├čen abgewichen werden. So genannte ÔÇ×SparquerschnitteÔÇť oder eng dimensionierte Stra├čenquerschnitte verlangsamen jedoch den Verkehrsfluss, k├Ânnen eventuell zu erh├Âhtem aber auch gesenktem Unfallrisiko f├╝hren. F├╝r Verkehrsplaner stellen sie auf lange Sicht keinen zufriedenstellenden Ausbauzustand dar.

Aus diesen Gr├╝nden enthalten Stra├čenquerschnitte festgelegte Grundma├če, die in Gesetzen und Verordnungen festgelegt werden. In Deutschland geschieht dies beispielsweise durch die maximal zul├Ąssigen Fahrzeugabmessungen in der Stra├čenverkehrszulassungsordnung (kurz StVZO). Das Grundma├č besteht aus den grundlegenden Fahrzeugabmessungen und dem Bewegungsspielraum. Letzterer ist notwendig, da in diesem Bereich Lenk- und Fahrungenauigkeiten ausgeglichen werden k├Ânnen. Die Breite des Bewegungsspielraumes ist abh├Ąngig von der Verkehrsgeschwindigkeit, Verkehrsbelastung und der Verkehrszusammensetzung. Die Summe aus Fahrzeugabmessung und Bewegungsspielraum wird Verkehrsraum genannt. Das Lichtraumprofil ergibt sich, wenn zum Verkehrsraum noch zus├Ątzlich der Sicherheitsraum addiert wird. Das Lichtraumprofil einer Stra├če ist zwecks Befahrbarkeit stets freizuhalten.

Falls am benachbarten Fahrstreifen Gegenverkehr gef├╝hrt wird, ist zudem ein Gegenverkehrszuschlag zu ber├╝cksichtigen, um einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu gew├Ąhrleisten. Im Rahmen der europ├Ąischen Harmonisierung des Stra├čenverkehrs betr├Ągt die maximal zul├Ąssige Breite eines Fahrzeuges 2,55 m (in Sonderf├Ąllen 2,60 m) und eine H├Âhe von 4,00 m (lichter Raum 4,50 m). F├╝r Radfahrer gilt Verkehrsraumbreite von 0,60 m, bei Fu├čg├Ąngern 0,75 m.[1]

Bestandteile

Der Stra├čenquerschnitt setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen. Aus deren Kombination ergibt sich ein den Anforderungen angepasster Stra├čenquerschnitt. Nachfolgend werden s├Ąmtliche Bestandteile und ihre Bedeutung erl├Ąutert.

Fahrbahn

Fahrbahn mit zwei Fahrstreifen

Die Fahrbahn dient als Verkehrsraum und setzt sich aus den einzelnen Fahrstreifen und dem Randstreifen zusammen. Sie darf mit Fahrzeugen befahren werden und bildet den zusammenh├Ąngenden, befestigten Teil der Stra├če. Der Seitenstreifen ist nicht Teil der Fahrbahn.[2]

Eine Stra├če kann aus mehreren Fahrbahnen bestehen, die wiederum mehrere Fahrstreifen aufweisen k├Ânnen. Autobahnen und autobahn├Ąhnliche Bundesstra├čen sind mit zwei so genannten Richtungsfahrbahnen mit jeweils mehreren Fahrstreifen und Seitenstreifen ausgestattet. Die dem Verkehrsteilnehmer entgegenlaufende Fahrbahn wird auch als Gegenfahrbahn bezeichnet. Die beiden Richtungsfahrbahnen sind durch eine bauliche Vorrichtung (beispielsweise ein Mittelstreifen mit Schutzplanke) getrennt. Durch diese Ma├čnahme wird die Sicherheit, insbesondere auf Stra├čen mit hoher Reisegeschwindigkeit, erh├Âht und die Blendgefahr durch Gegenverkehr vermindert.

Innerhalb der Fahrbahn k├Ânnen Gleisk├Ârper f├╝r Schienenfahrzeuge eingelassen sein. Neben der Fahrbahn befindet sich innerhalb von Ortschaften und St├Ądten h├Ąufig ein erh├Âhter Fu├čg├Ąngerweg oder Gehsteig, manchmal auch ein Radweg. Ist ein Radfahrstreifen markiert, so geh├Ârt dieser in Deutschland nicht zu Fahrbahn. Das gilt auch, wenn sich der Radfahrstreifen ein Teil der Asphaltfl├Ąche der Fahrbahn ist. Um die Orientierung und die Verkehrsf├╝hrung im Stra├čenverkehr zu verdeutlichen, werden Fahrbahnmarkierungen auf die Fahrbahn aufgebracht. In ├ľsterreich ist der Radfahrstreifen ein f├╝r den Fahrradverkehr bestimmter und besonders gekennzeichneter Teil der Fahrbahn.

Als befestigter Teil der Stra├če besteht die Fahrbahn aus einem ein- oder mehrschichtigen Stra├čenoberbau. Auf einer bitumin├Âsen oder hydraulischen Tragschicht liegt die Deckschicht (auch Fahrbahndecke). Die Schichtdicke und die Korngr├Â├če des Materials nimmt dabei von der unteren Schicht zur oberen Schicht hin ab. F├╝r die Verwendung als Deckschicht kommen im Wesentlichen Asphalt und Beton in Frage. Es sind jedoch auch Pflaster- oder Plattenbel├Ąge m├Âglich. Zusammensetzung und Dicke aller beteiligten Schichten bestimmen sich aus der Verkehrsbelastung und der bemessungsrelevanten Beanspruchung (├Ąquivalente 10-t-Achs├╝berg├Ąnge).[3]

Die Oberfl├Ąchenbeschaffenheit der Fahrbahn beeinflusst ma├čgebend verschiedene Erscheinungen beim Befahren. Durch sie wird L├Ąrm durch Abrollger├Ąusche der Reifen und Reflexion von Schall erzeugt. Bei nasser Fahrbahn besteht Rutschgefahr sowie die Gefahr von Aquaplaning. Im Winter kann die Fahrbahn vereisen, dabei ist zu beachten, dass unebene Bel├Ąge schwieriger von Schnee zu befreien sind als ebene.

Verkehrsberuhigte Bereiche verf├╝gen rechtlich ├╝ber keine Fahrbahn, Gehwege und Radwege, sondern nur ├╝ber eine Sonderfl├Ąche. Diese wird h├Ąufig mit Pflasterbel├Ągen ausgestattet. So kann die Geschwindigkeit des Verkehrs reduziert werden und die Aufenthaltsqualit├Ąt einer Stra├če verbessert werden. In Wohnstra├čen oder Fu├čg├Ąngerzonen werden zudem k├╝nstliche Bodenwellen oder Erh├Âhungen der Fahrbahn (so genannte Teilaufpflasterungen) eingebaut, um die Geschwindigkeit der Fahrzeuge zu reduzieren.

Bei sehr breiten Stra├čenquerschnitten kann die Fahrbahn in Hauptfahrbahn und in eine oder mehrere Nebenfahrbahnen aufgeteilt sein. Die Hauptfahrbahn dient dem flie├čenden, durchgehenden Verkehr. Die Nebenfahrbahnen dagegen ├╝bernehmen die Erschlie├čung der anliegenden Grundst├╝cke, die durch Trennstreifen bis zu breiten Gr├╝nstreifen mit Geh- und/oder Radwegen von der parallel gef├╝hrten Hauptfahrbahn getrennt sind.[4]

Fahrstreifen

Zwei Fahrstreifen

Der Fahrstreifen (auch, fachsprachlich eigentlich veraltet, Fahrspur genannt) kennzeichnet die Fl├Ąche, die einem Fahrzeug f├╝r die Fahrt in eine Richtung zur Verf├╝gung steht. Die Breite ermittelt sich aus der Fahrstreifengrundbreite und einem eventuell anzusetzenden Gegenverkehrszuschlag. Er stellt die Fl├Ąche zur Verf├╝gung, die ein ein- oder mehrspuriges Fahrzeug zum ungehinderten Befahren ben├Âtigt.[5] Die Breite der Fahrstreifen variiert zwischen 2,75 m und 3,75 m und ist abh├Ąngig von der Entwurfsgeschwindigkeit und den vorhandenen Platzverh├Ąltnissen. In Bereichen von Baustellen oder in verkehrsberuhigten Bereichen k├Ânnen geringere Breiten m├Âglich sein.

Die Benutzung von Fahrstreifen wird beispielsweise in Deutschland in ┬ž 7 StVO geregelt. Dort wird die Anwendung des Rechtsfahrgebots von der Verkehrsdichte abh├Ąngig gemacht und das Rei├čverschlussverfahren konkretisiert sowie das Vorgehen bei einem Fahrstreifenwechsel beschrieben.

Der Fahrstreifen wird meist durch Stra├čenmarkierungen, wie Fahrbahnbegrenzung und Fahrstreifenbegrenzung oder Leitlinie gekennzeichnet. Verschiedene Fahrstreifen m├╝ssen allerdings nicht zwingend gekennzeichnet sein. Ist die Breite der Fahrbahn zu gering, so wird auf eine Markierung der Fahrstreifen verzichtet.

Das 4-0-System dient zum zeitweiligen Sperren der Fahrstreifen pro Richtung. Dabei entf├Ąllt eine Richtung v├Âllig. Eine besondere Form des Fahrstreifens ist der Zusatzfahrstreifen. Er wird an Steigungsstrecken und im Knotenpunktbereich angeordnet. Im Bereich von Arbeitsstellen wird der so genannte Behelfsfahrstreifen eingerichtet. Dabei handelt es sich um einen Fahrstreifen mit eingeschr├Ąnkter Breite, der mit Hilfe von entsprechender Markierung angezeigt wird.

Randstreifen

Randstreifen anbaufrei

Der Randstreifen bildet den Abschluss der Fahrbahn und verhindert ein Abbrechen der Fahrbahnkante. In innerst├Ądtischen Bereich ist der Randstreifen durch eine Entw├Ąsserungsrinne mit Bordstein ersetzt. An den Stra├čenrand schlie├čt au├čerorts das Bankett an. Er muss daher bei der Trassierung (und vorher der Projektierung) von Verkehrswegen genau definiert werden.

Die Steuerung der Bauarbeiten bzw. die kontrollierte F├╝hrung der Baumaschinen kann erfolgen:

Die Absteckung (├ťbertragung der Planung in die Natur) ist Aufgabe des Geod├Ąten oder eines erfahrenen Poliers. Hingegen obliegt die Bestandsaufnahme (nach Abschluss der Bauarbeiten), ihre Durchf├╝hrung im Kataster und die Kontrolle allf├Ąlliger Setzungen ausschlie├člich dem Vermessungsingenieur. Die Basis dieser Vermessung sind die Stra├čenr├Ąnder, die nach Lage und nach H├Âhe im Abstand einiger Meter bis Zehnermeter eingemessen werden. Dazu werden k├╝rzere Kreisb├Âgen oder auch ├ťbergangsb├Âgen definiert und als ÔÇ×BogenanfangÔÇť, und ÔÇ×BogenendeÔÇť (meist auch Bogenmitte) aufgenommen.

Bei l├Ąnger zur├╝ckliegendem Stra├čenbau sind die Stra├čenr├Ąnder durch Verwitterung, das Wachsen der Grasnarbe und den Streusplitt oft nur schwer auszunehmen oder sie verlaufen mehrere Zentimeter unter dem Gel├Ąnde. Dies ist auch f├╝r die Vermessung selbst ein h├Ąufiges Problem, weil die Festpunkte erst freizulegen sind, aber die Bezugspunkte der Punktbeschreibungen (ÔÇ×TopografieÔÇť) vielfach die fr├╝heren Stra├čenr├Ąnder sind.

Trennstreifen

Mittelstreifen mit Schutzplanke
Seitentrennstreifen bepflanzt

Mit Hilfe des Trennstreifens werden Fahrbahnen oder Fahrstreifen getrennt. Es ist dabei zwischen dem Mittelstreifen und dem Seitentrennstreifen zu unterscheiden. Findet eine Begr├╝nung des Trennstreifens statt, spricht man auch von einem Gr├╝nstreifen.

Der Mittelstreifen befindet sich zwischen zwei Fahrbahnen und dient der Trennung der Verkehrsstr├Âme. Er ist beispielsweise in Deutschland bei Autobahnen und vierstreifigen Kfz-Stra├čen meist etwa 3 bis 4 Meter breit und kann mit einer Schutzplanke versehen sein. Um die Blendwirkung durch Gegenverkehr zu reduzieren, findet h├Ąufig eine Bepflanzung statt. In regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden ist er asphaltiert, um im Fall der Einrichtung von Baustellen den Verkehr auf die andere Richtungsfahrbahn zu leiten. Im Bereich von Autobahn-Behelfsflugpl├Ątzen ist er durchgehend befestigt.

2008 wurde in der Schweiz bekannt, dass das Buschwerk in Mittelstreifen auf Schweizer Autobahnen gerodet und asphaltiert wird. Die Begr├╝ndung liegt einerseits im dank besseren Scheinwerfern nicht mehr notwendigen Blendeschutz und anderseits sei die Pflege des Buschwerks durch den zunehmenden Verkehr gef├Ąhrlicher geworden. Zudem k├Ânnen so Kosten gespart werden.[6]

Im innerst├Ądtischen Bereich besteht die M├Âglichkeit, auf dem Mittelstreifen den Gleisk├Ârper der Stra├čenbahn einzurichten. So sind bei manchen Stadtautobahnen und Stadtschnellstra├čen auf dem Mittelstreifen Gleise f├╝r U- oder Stadtbahnen verlegt, in Essen neben der Stadtbahn- auch eine Spurbusstrecke. Hierbei erfolgt der Zugang zu eventuell auf den Mittelstreifen gelegenen Bahnh├Âfen ├╝ber Fu├čg├Ąnger├╝ber- und -unterf├╝hrungen.

Bei Autobahnen in gebirgigen Arealen ist mitunter der Mittelstreifen wesentlich breiter, es kann sich sogar gelegentlich ein Berg zwischen den beiden Richtungsfahrbahnen befinden. Bekanntestes Beispiel hierf├╝r ist der Albaufstieg. Auch bei der Autobahn zwischen Hamburg und Hannover gibt es einige Abschnitte mit ├╝berbreiten Mittelstreifen.

Auf dem Gr├╝nstreifen bzw. Seitentrennstreifen befinden sich ├Ąhnlich dem Bankett neben dem Stra├čenbegleitgr├╝n (beispielsweise B├Ąume, Str├Ąucher, Grasnarbe) auch bauliche Einrichtungen der Stra├čenausstattung. Er dient als Trennstreifen zwischen dem Fahrzeugverkehr und dem Rad- oder Gehweg. Die Breite des Gr├╝nstreifens ist optimal, wenn den Pflanzen ausreichender Raum f├╝r das Wurzelwerk zur Verf├╝gung steht. Die Gr├╝n- und Geh├Âlzpflege wird von der zust├Ąndigen Stra├čenmeisterei oder Gemeinde ├╝bernommen und erfolgt regelm├Ą├čig zur Optimierung des Lichtraumprofils und der Sichtverh├Ąltnisse.

Seitenstreifen

Seitenstreifen

Der Seitenstreifen befindet sich neben der Fahrbahn und ist mit einer durchgehenden Linie abgetrennt. In Deutschland ist der Seitenstreifen nicht Bestandteil der Fahrbahn. Er darf nur von Fahrr├Ądern befahren werden, au├čerorts zus├Ątzlich von landwirtschaftlichen Zug- und Arbeitsmaschinen, Fuhrwerken und ├Ąhnlich langsamen Fahrzeugen. Ebenfalls ist eine Benutzung erlaubt, um anderen Fahrzeugen das ├ťberholen zu erm├Âglichen. Dies gilt nicht auf Autobahnen.

Der Seitenstreifen kann befestigt oder unbefestigt sein. Es ist zwischen dem Standstreifen und dem Parkstreifen zu unterscheiden.

Ein Standstreifen (in ├ľsterreich[7] und der Schweiz Pannenstreifen), f├Ąlschlich auch ÔÇ×StandspurÔÇŁ oder ÔÇ×NotspurÔÇŁ genannt, dient im Wesentlichen zum Anhalten eines Kraftfahrzeuges im Notfall, ohne dass der flie├čende Verkehr beeintr├Ąchtigt wird. Er wird ├╝berwiegend an Autobahnen und autobahn├Ąhnlichen Bundesstra├čen mit Richtungsfahrbahnen eingerichtet. Fehlt ein solcher Standstreifen, kann ein liegengebliebenes Fahrzeug zur Ursache f├╝r den Zusammenbruch des Verkehrsflusses (Stau) oder f├╝r einen Unfall werden.

Neben der oben genannten Funktion kann der Standstreifen auch zum Ausweichen bei Hindernissen, f├╝r die Verkehrsf├╝hrung bei Baustellen, als Fahrgasse bei Unf├Ąllen, als Arbeitsraum f├╝r den Betriebsdienst oder als Weg f├╝r den Rettungsdienst genutzt werden. Besonders in Tunnelbauwerken erh├Âht ein Standstreifen die Sicherheit wesentlich. Der Seitenstreifen darf in Deutschland, ├ľsterreich und der Schweiz auf keinen Fall befahren werden, au├čer er ist ausdr├╝cklich durch entsprechende Beschilderung[8] (wie etwa auf der A99) freigegeben. So wird zwischen den permanenten und den tempor├Ąren Standstreifen unterschieden. Der tempor├Ąre Standstreifen kann ├╝ber entsprechende Lichtzeichen oder ├╝ber Verkehrszeichen bei Bedarf, in der Regel bei hohem Verkehrsaufkommen, f├╝r den Verkehr freigegeben werden. Durch diese Ma├čnahme soll erreicht werden, dass sich der Verkehrsfluss eines ├╝berlasteten Streckenabschnittes verbessert. Dabei ├╝berwachen Kamerasysteme den Verkehrsfluss und die Verkehrslage.

Die Freigabe des Seitenstreifens erfolgt nur, wenn alle Voraussetzungen erfolgt sind:

  1. wenn die Autobahn ├╝berdurchschnittlich stark belastet ist und es zu Staus kommen k├Ânnte,
  2. der Standstreifen vor- und w├Ąhrend der Freigabe auf Hindernisse kontrolliert und ├╝berwacht wird (Video├╝berwachung),
  3. die zul├Ąssige H├Âchstgeschwindigkeit muss f├╝r alle Fahrstreifen auf 120 km/h beschr├Ąnkt sein, ggf. kann ein ├ťberholverbot f├╝r LKWs angezeigt werden.

Das Unfallrisiko auf Autobahnen ohne Standstreifen ist um bis zu 30 % h├Âher. Ist kein Seitenstreifen vorhanden, m├╝ssen in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden Nothaltebuchten eingerichtet werden, um die Gefahr eines Auffahrunfalls bei Pannen zu vermindern.

Der Seitenstreifen ├╝bernimmt im inner├Ârtlichen Bereich die Funktion als Parkstreifen. In diesem Fall k├Ânnen Kraftfahrzeuge neben der Fahrbahn dauerhaft abgestellt werden. Je nach Art der Fahrzeugaufstellung ist der Parkstreifen unterschiedlich breit zu dimensionieren.

Bankett

Bankett

Das Bankett (auch die Bankette) befindet sich am ├Ąu├čeren Rand der Stra├čenkrone und schlie├čt an den Randstreifen oder, falls vorhanden, an den Seitenstreifen an. Im Unterschied zum Sommerweg sind Bankette meistens auf beiden Seiten der befestigten Fahrbahn angeordnet. Das Bankett dient als unbefestigter Seitenstreifen und kann Einrichtungen der Stra├čenausstattung (beispielsweise Verkehrsbeschilderung oder Schutzplanken) aufnehmen. Zudem gibt es der befestigten Fahrbahn zus├Ątzlichen Halt und l├Ąsst einen Teil des Oberfl├Ąchenwassers versickern. F├╝r den Fahrzeugf├╝hrer grenzt das Bankett durch seinen Farb- und Materialkontrast die Fahrbahn klar ab und erleichtert so die Orientierung im Verkehrsraum. Innerorts sind mit Ausnahme von anbaufreien Stadtstra├čen keine Bankette angeordnet, da dort in der Regel ein Gehweg an den Randstreifen anschlie├čt.

Die Regelbreite des Banketts betr├Ągt 1,5 m, diese Abmessung kann jedoch aufgrund von Besonderheiten (schmale Fahrbahn oder Lage im Einschnitt) ge├Ąndert werden. Als Befestigung dient beispielsweise eine leichte Kies- oder Schottertragschicht, auf der Oberboden aufgetragen wird. Ein zu starker Oberbodenauftrag hat eine ├╝ppige Vegetation zur Folge, wodurch sich der Pflegeaufwand erheblich vergr├Â├čert. Mittlerweile wird dazu ├╝bergegangen, einen mageren Schotterrasen auszubilden, der noch dazu ausreichend standfest ist.

Auf dem Bankett kann ein Kraftfahrzeug abgestellt werden (beispielsweise im Fall einer Panne), ohne dass der flie├čende Verkehr wesentlich beeinflusst wird. Fu├čg├Ąnger, die sich auf dem Bankett aufhalten, um etwa eine Notrufs├Ąule zu erreichen, sind nicht gezwungen, auf dem Randstreifen zu gehen.

Geh- und Radweg

Gehweg innerorts

Am Rand der Fahrbahn besteht die M├Âglichkeit einen Geh- und Radweg auszubilden. Eine Kombination von Geh- und Radweg ist denkbar, in diesem Fall kann es jedoch zu Konfliktsituationen zwischen den beiden Verkehrsarten kommen.

Die Breite des Geh- oder Radweges richtet sich nach der Menge von Fu├čg├Ąngern und Radfahrern. Innerorts kann die Geometrie auch von den vorhandenen Platzverh├Ąltnissen oder st├Ądtebaulichen Gestaltungsma├čnahmen abh├Ąngig sein. Au├čerorts ist die Fahrbahn vom Geh- oder Radweg mittels eines Seitentrennstreifens abzur├╝cken, um eine gefahrlose Benutzung zu erm├Âglichen.

B├Âschung

Dammb├Âschung

Ergibt sich zwischen Bankett und dem Gel├Ąnde ein H├Âhenunterschied, so wird am Rand des Stra├čenquerschnittes eine B├Âschung ausgebildet. Liegt das Bankett unterhalb des Gel├Ąndes spricht man von einer Einschnittsb├Âschung, liegt das Bankett dagegen oberhalb des Gel├Ąndes erh├Ąlt sie die Bezeichnung Dammb├Âschung. Ein Anschnitt liegt vor, wenn der Stra├čenk├Ârper bergseitig ins Gel├Ąnde einschneidet und talseitig aufgesch├╝ttet ist. Die Neigung der B├Âschung muss erdstatischen Anforderungen gen├╝gen, die Regelneigung betr├Ągt 1 : 1,5 f├╝r B├Âschungsh├Âhen gr├Â├čer 2,0 m. Ist die B├Âschungsh├Âhe kleiner als 2,0 m so ist die B├Âschung mit einer Breite von 3,0 m auszubilden.

Von der Regelneigung kann abgewichen werden, wenn besondere Anforderungen an die B├Âschung gestellt werden. Das kann beispielsweise das Einpassen in die Landschaft, aus Gr├╝nden des Immissionsschutzes oder zur Vermeidung von Schneeverwehungen geschehen. Am Schnittpunkt zwischen B├Âschung und Gel├Ąndeverlauf wird der Knick ausgerundet.

Bei hohen B├Âschungen kann die Anlage von Bermen (Abs├Ątzen) zur Verbesserung der Standfestigkeit und zur Erleichterung der Unterhaltung zweckm├Ą├čig oder aus Sicherheitsgr├╝nden erforderlich sein. Entw├Ąsserungsmulden, die gegebenenfalls f├╝r die Stra├čenentw├Ąsserung notwendig sind, werden am B├Âschungsfu├č angeordnet. Bei der Bepflanzung der B├Âschung ist darauf zu achten, dass der Pflegeaufwand nicht zu stark ansteigt und das Lichtraumprofil dauerhaft frei bleibt. Dies kann durch einen ausreichenden Abstand des Bewuchses von der Fahrbahn erzielt werden.

Anforderungen

Der Querschnitt einer Stra├če soll aus verkehrsplanerischer Sicht so gew├Ąhlt sein, dass die anstehende Verkehrsbelastung sicher und zuverl├Ąssig abgewickelt werden kann und eine ausreichende Verkehrsqualit├Ąt gew├Ąhrleistet ist. Dabei sind die Belange der Wirtschaftlichkeit (Bau- und Unterhaltungskosten) und des Umweltschutzes sowie Betroffenheiten der Anwohner (L├Ąrmschutz, Immissionsschutz) zu beachten. Aus st├Ądtebaulicher Sicht dient der Stra├čenquerschnitt als Aufenthaltsbereich und muss entsprechende Anforderungen erf├╝llen.

Querneigung

Querneigungsformen: Einseitneigung (oben) und Dachformneigung (unten)

Bei der Betrachtung des Stra├čenquerschnittes ist neben den einzelnen Bestandteilen auch die Querneigung von Fahrbahn sowie Geh- und Radwege erkennbar. Es wird dabei zwischen den beiden Querneigungsformen Einseitneigung und Dachformneigung unterschieden. Die Querneigung der Fahrbahn dient zur Stra├čenentw├Ąsserung und ergibt zusammen mit der L├Ąngsneigung (falls vorhanden) die Schr├Ągneigung der Stra├če. Fehlende Querneigung erzeugt Wasserfl├Ąchen auf der Fahrbahn, welche die Aquaplaning-Gefahr erh├Âhen oder zur Glatteisbildung beitragen k├Ânnen. Zweistreifige Au├čerortsstra├čen werden mit einer Einseitsneigung ausgestattet, wogegen im innerst├Ądtischen Bereich in der Regel das Dachprofil anzutreffen ist. Mindestquerneigung ist 2,5 %, dieser Wert kann bei unebenen Fahrbahnbel├Ągen (Pflasterbelag) erh├Âht werden. In Spielstra├čen ist h├Ąufig eine weitere Profilform zu finden, bei der beide H├Ąlften der asphaltierten Fl├Ąche zur Mitte hin geneigt sind und dort eine Abflussrinne verl├Ąuft.

Stra├čenk├Ârper

Der Stra├čenk├Ârper als Ganzes betrachtet besteht nicht nur aus einzelnen Querschnittselementen, sondern gliedert sich in seinem Aufbau in verschiedene Schichten. Grunds├Ątzlich ist dabei zwischen den Begriffen Untergrund, Unterbau und Oberbau zu unterscheiden.

Oberbau

Abbildung der einzelnen Schichten im Oberbau einer schwerbelasteten Stra├če (Bauklasse SV)

Der Oberbau umfasst alle Schichten, die zur Sicherstellung der Tragf├Ąhigkeit der Verkehrsfl├Ąche baulich erforderlich sind. Normalerweise ist vom Oberbau nur die Deckschicht (Asphalt, Beton, Pflaster, Platten) zu sehen. Der gesamte Oberbau besteht aber aus diversen Schichten verschiedener Materialien. Der Oberbau einer Fahrbahn hat im Regelfall eine Gesamtdicke von 40ÔÇô90 cm. F├╝r Geh- und Radwege betr├Ągt die Gesamtdicke in der Regel 20ÔÇô 40 cm. Die Abfolge und Dicke der einzelnen Schichten des Oberbaus ist in Deutschland durch die RStO (Richtlinie f├╝r die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsfl├Ąchen, 2001) oder durch Vorgaben der ├Ârtlichen Tiefbau├Ąmter geregelt. In der Schweiz wird der Aufbau durch diverse SN bzw. den VSS (Schweizerischer Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute), sowie kantonale/lokale Bestimmungen vorgegeben. In ├ľsterreich wird der Aufbau in den Richtlinien und Vorschriften f├╝r das Stra├čenwesen (u.a. RVS 03.08.63) der Forschungsgesellschaft Stra├če - Schiene - Verkehr (FSV) bestimmt.

Unterbau

Als Unterbau wird der k├╝nstlich erstellte Erdk├Ârper zwischen Oberbau und Untergrund bezeichnet, der vorrangig zur Erreichung der H├Âhenlage der Stra├če notwendig ist (Dammsch├╝ttungen oder ├Ąhnliches). F├╝r den Unterbau gelten die gleichen Anforderungen an die Tragf├Ąhigkeit wie f├╝r den Untergrund.

Untergrund

Der Untergrund ist der unterhalb des Oberbaus oder des Unterbaus anstehende Boden oder Fels. An den Untergrund gibt es im Stra├čenbau bestimmte Anforderungen bez├╝glich der Tragf├Ąhigkeit. Normalerweise sollte ein Verformungsmodul (Ev2-Wert) von mindestens 45 MN/m2 erreicht werden. Wird dieser Wert nicht erreicht, kann durch Bodenaustausch, Bodenverfestigung oder das Verlegen von Geogittern und Vliesen die Tragf├Ąhigkeit verbessert werden.

Siehe auch

Normen und Standards

Deutschland:

├ľsterreich:

Alternative Verkehrsl├Âsungen

Einige alternative Konzepte treten der durch die oben dargestellte Einrichtung separierter, genormter Verkehrswege (Verkehrstrennung) erzielte Barrierewirkung der Stra├če und optischen Ortsbild-Beeintr├Ąchtigung entgegen, beispielsweise das EU-weit in Erprobung befindliche Shared Space.

Weblinks

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ÔćĹ G├╝nter Wolf: Stra├čenplanung, Werner Verlag, 2005, ISBN 3-8041-5003-9, Seite 48
  2. ÔćĹ Forschungsgesellschaft f├╝r Stra├čen- und Verkehrswesen, Begriffsbestimmungen Teil Verkehrsplanung, Stra├čenentwurf und Stra├čenbetrieb. FSGV-Verlag, K├Âln (Ausgabe) 2000.
  3. ÔćĹ Stra├čen in Deutschland. Bundesministerium f├╝r Verkehr (Hrsg.), Bonn 1994.
  4. ÔćĹ Vgl. die Wiener Ringstrasse mit auf Teilst├╝cken einer oder zwei Nebenfahrbahnen, wobei die Nebenfahrbahnen von der Hauptfahrbahn von breiten Gr├╝nstreifen getrennt sind.
  5. ÔćĹ Deutschland: ┬ž 7 StVO - Benutzung von Fahrstreifen durch Kraftfahrzeuge
  6. ÔćĹ http://www.baz.ch/news/rss.cfm?ObjectID=BB1EFA9C-1422-0CEF-7008E3D895BF6DA5 Gr├╝ne Mittelstreifen auf Autobahnen verschwinden, Basler Zeitung Online, 27. Januar 2008
  7. ÔćĹ Stra├čenverkehrsordnung 1960 ┬ž 2 Abs. 1 Nr. 6a
  8. ÔćĹ Deutschland: ┬ž 41 StVO ÔÇô Zeichen 223.1

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