Streitkräfte

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Streitkräfte
√Ėsterreichische Gardekompanie

Als Streitkr√§fte oder Milit√§r (von frz. militaire, was auf das lat. militaris (den Kriegsdienst betreffend) zur√ľckgeht, das wiederum von lat. miles (Soldat) kommt) bezeichnet man die bewaffneten Verb√§nde eines Staates oder eines B√ľndnisses, die dieser zur Verteidigung gegen einen Angriff von au√üen, oder eben um einen solchen Angriff nach au√üen zu f√ľhren, aufstellt. Meist haben sie aber auch den Auftrag zur Gew√§hrleistung der inneren Sicherheit eines Staates.

Umgangssprachlich bezeichnet man mit ein Milit√§r auch ein f√ľhrendes Mitglied im Milit√§r, in einer Milit√§rjunta oder einer Milit√§rdiktatur.

Inhaltsverzeichnis

Rolle des Militärs

Zweck des Milit√§rs ist typischerweise die Auseinandersetzung mit einem ausw√§rtigen Gegner (im Gegensatz z.¬†B. zur Polizei). Diese Auseinandersetzung bestand in der Vergangenheit ausschlie√ülich in der F√ľhrung von Kriegen, heute zunehmend auch in multinationalen Operationen zur Friedenssicherung und -erhaltung wie beispielsweise in Bosnien-Herzegowina, Afghanistan oder Zentralafrika.

Heute wird das Milit√§r in die drei Teilstreitkr√§fte Landstreitkr√§fte (Heer), Seestreitkr√§fte (Marine) und Luftstreitkr√§fte (Luftwaffe) unterteilt. Manche Nationen erg√§nzen ihre Streitkr√§fte durch weitere Teilstreitkr√§fte. In Deutschland bezeichnet die Bundeswehr, die neben den drei genannten noch den Zentralen Sanit√§tsdienst und die Streitkr√§ftebasis ausweist, diese jedoch als Organisationsbereich. Diese sind damit, wie die Nationalgarde in den USA, ausdr√ľcklich keine eigenen Teilstreitkr√§fte.

In demokratisch organisierten Gesellschaften wird heute zwischen der Rolle des Milit√§rs und der der innerstaatlichen Sicherheitskr√§fte (Polizei) unterschieden. Dagegen sind in vielen Diktaturen diese beiden Funktionen vermischt, und das Milit√§r √ľbernimmt innenpolitische Aufgaben (oft mit dem Ziel der Repression). Ausdruck f√ľr diesen Dualismus ist die Gendarmerie. Gendarmen sind ebenfalls h√§ufig Teil der Streitkr√§fte wie in Frankreich oder unterstanden historisch einmal dem Verteidigungsresort wie die fr√ľhere Bundesgendarmerie in √Ėsterreich. Verfassungsrechtliche und verwaltungsrechtliche Normen stellen dabei sicher, dass solche Einheiten im Frieden dem Innen- bzw. dem Justizressort unterstehen.

Milit√§rische Organisationen zeichnen sich durch eine hierarchische Struktur mit einer Befehlsgewalt der Milit√§rf√ľhrung aus. Mitglieder einer milit√§rischen Organisation haben im allgemeinen weitgehende Einschr√§nkungen ihrer Freiheiten und Grundrechte hinzunehmen. Alle Milit√§rapparate reproduzieren ihren inneren Zusammenhalt durch die periodische Veranstaltung verschiedener Milit√§rrituale. Werden letztere als √∂ffentliches Zeremoniell veranstaltet, dann dienen sie dar√ľber hinaus der symbolischen Unterstreichung der Bedeutung von Milit√§r im nicht-milit√§rischen Teil der Gesellschaft und sind daher oft umstritten.

So genannte paramilit√§rische Organisationen, die in vielen nicht als Krieg bezeichneten bewaffneten Konflikten (etwa B√ľrgerkriegen) teilnehmen, gelten nicht als Milit√§r und werden nach internationalen Konventionen auch anders behandelt.

Die Milit√§rtechnik hat traditionell eine wichtige Vorreiter- und Schrittmacherrolle bei der allgemeinen technischen Entwicklung inne. So wurden beispielsweise das Fernsehen, das Internet oder GPS urspr√ľnglich im milit√§rischen Auftrag entwickelt und anfangs nur vom Milit√§r genutzt.

Alle Streitkr√§fte m√ľssen

  • sich unter einem einheitlichen Kommando befinden, das dem Staat gegen√ľber f√ľr die F√ľhrung der Unterstellten verantwortlich ist,
  • sich durch Uniformen, Abzeichen, Zeichen oder andere aus der Ferne erkennbare √§u√üere Merkmale von der Zivilbev√∂lkerung unterscheiden,
  • einem internen Disziplinarsystem unterliegen, das im Einsatzfall auch die Regeln der Kriegsf√ľhrung durchsetzt,
  • die Waffen offen f√ľhren.

Streitkräfte auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands

  • Reichsarmee oder Reichsarmatur: Das Heeresaufgebot des Heiligen R√∂mischen Reiches, das anders als in fr√§nkischer Zeit neben dem Vasallenheer erstmals ein S√∂ldnerheer umfasste. Es diente sowohl als Instrument der Reichsexekution nach innen als auch zur Verteidigung des Reiches nach au√üen.
  • Preu√üische Armee: Eines der stehenden Heere seit dem 17. Jahrhundert bis zum Jahr 1871, dem Gr√ľndungsjahr des zweiten Kaiserreiches.
  • Reichswehr: Die deutschen Streitkr√§fte von 1919 bis 1935, w√§hrend der Weimarer Republik und der ersten beide Jahre des "Dritten Reichs".

Siehe auch

Literatur

  • Hans Delbr√ľck: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte, 4 Bde., [Berlin 1900‚Äď1920], Neuaufl.: Walter de Gruyter, Berlin 2000, ISBN 3-1101-6886-3.

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