Stuttgart-Möhringen


Stuttgart-Möhringen
Stadtbezirk Stuttgart-Möhringen
Stadtteil-Wappen Stadtkarte
Wappen von Möhringen bis 1942 Stadtplan, Pos. von Möhringen eingefärbt
Liste der Stadtteile Stuttgarts
Bundesland : Baden-Württemberg Baden-Württemberg
Stadt: Stuttgart
Geografische Lage: 48° 44′ N, 9° 9′ O48.72589.1464421Koordinaten: 48° 44′ N, 9° 9′ O
Fläche: 15 km²
Einwohner: 30.074 (2005)
Bevölkerungsdichte: 2.005 Einwohner je km²
Höhe: 421 m ü. NN
Postleitzahlen: 70567, 70565
Vorwahl: 0711
Adresse des
Bezirkamts:
Maierstraße 1
70567 Stuttgart
Website (offizielle): www.stuttgart.de
Bezirksvorsteher: Jürgen Lohmann
Rathaus Möhringen
Möhringen um 1905

Möhringen auf den Fildern ist ein Stadtbezirk im Süden von Stuttgart. Es grenzt an die Stuttgarter Bezirke Vaihingen, Süd, Degerloch und Plieningen sowie die Stadt Leinfelden-Echterdingen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

In frühen Urkunden, bis etwa 1300, wird der Name Moringen verwendet. Die Eigentümer Möhringens wechselten mehrmals, bis es schließlich nach Württemberg kam. Im 1806 gegründeten Königreich Württemberg gehörte die Gemeinde zunächst zum Oberamt Esslingen, bis sie 1942 mit der Eingemeindung dem Amtsoberamt Stuttgart zugeordnet wurde. Am 1. April 1942 erfolgte die Eingemeindung nach Stuttgart. Danach wurde Möhringen als Stadtteil geführt.

Bei der Einteilung der Stadt Stuttgart in Stadtbezirke im Jahre 1956 wurde der Stadtteil Möhringen mit den Stadtteilen Fasanenhof und Sonnenberg zum Stadtbezirk Möhringen vereinigt.

Fasanenhof

Der Fasanenhof wurde 1730 als Fasanerie von Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg auf der Gemarkung Kleinaichen in Echterdingen angelegt und vom Nachfolger Karl Alexander erweitert.

Herzog Karl Eugen und seine Gemahlin Franziska von Hohenheim erweiterten die Anlage beträchtlich: Im Jahr 1783 ließen sie ein Lustschloss mit Gartenanlagen bauen. Das Schloss, im Mansardenstil erbaut, war ein einfaches zweigeschossiges Wohnhaus. Die gesamte Anlage erhielt den Namen Fasanenhof.

Die Gemahlin seines Bruders Friedrich Eugen (der Stammvater des württembergischen Königshauses) legte den Park neu an. Es entstand ein länglicher See mit zwei künstlichen Inseln. Auf einer der Inseln stand eine Moschee und auf der anderen ein Tempel zu Ehren der Blumengöttin Flora. Nach dieser bekam die Anlage den Namen Floride.

Im Jahre 1799 wurde der Hof an den Kanzleiadvokaten Karl Ludwig verkauft. Nach dessen Tod im Jahr 1805 kaufte der Förster Johann Friedrich Hammer das Areal. Die Parkanlagen verwilderten und der Hof erhielt eine landwirtschaftliche Bestimmung. Die Waldung um das Schloss wurde fast komplett abgeholzt und für den Feldbau erschlossen. Der Boden war nicht so fruchtbar wie auf anderen Feldern der Filderebene, aber es waren ergiebige Wiesen und so konnten die Besitzer sich einen ansehlichen Viehbestand halten. Die damalige Käserei war für ihren Münsterkäse bekannt. Der Fasanenhof ging 1854 in den Besitz der königlichen Hofkammer über.

1942 wird der Wohnplatz Fasanenhof von der Gemeinde Echterdingen abgetrennt und in die Stadt Stuttgart eingegliedert.

Im Jahre 1959 entstand im Stadtplanungsamt der Bebauungsplan für eine Großsiedlung mit 10.000 Einwohnern. Mit dem Fasanenhof sollte ein reines Wohngebiet entstehen, das in der Planung drei zwanzigstöckige Wohnhochhäuser und zwei Gruppen von je zwei achtstöckigen scheibenförmigen Wohngebäuden umfassen sollte. Infrastrukturell wurden eine Grund- und Hauptschule, drei Kindergärten/-tagesstätten, drei Kirchen mit Gemeindezentren, eine Seniorenwohnanlage, eine Modellwohnanlage für Körperbehinderte, ein Jugendhaus, ein Hauptzentrum mit Geschäften, zwei Nebenzentren, ein großes Angebot an Spiel- und Freizeitflächen, ein Vereinshaus mit Gaststätte und Sportanlagen geplant.

Hochhaus Fasan 2

Ende 1960 waren die ersten Wohnungen auf dem Fasanenhof bezugsfertig. Die Hauptbauphase war 1968 abgeschlossen. Heute ist der Fasanenhof geprägt von vielen Grünflächen. Es gibt nur wenig Durchgangsverkehr und die Gehsteige sind kinderwagen- und behindertengerecht abgesenkt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Stuttgarter Innenstadt in einer halben Stunde zu erreichen. Einkaufsmöglichkeiten sind ausreichend vorhanden und auch gut zu Fuß erreichbar. Das Bezirksrathaus und Bürgerbüro in Möhringen bietet nahezu alle Dienstleistungen der Stadtverwaltung und ist leicht zu erreichen. Zwei Kindergärten, eine Kindertagesstätte und die erste Ganztagesschule Stuttgarts bieten Betreuungsmöglichkeiten für Kinder. Dieses Angebot wird durch das Kinder- und Jugendhauses und die Kinder- und Jugendarbeit der ev. und kath. Kirchengemeinden abgerundet. Betreutes Wohnen ist schon seit Jahren auf dem Fasanenhof möglich, ab 2006 werden weitere Wohnungen zur Verfügung stehen und auch ein Pflegeheim ist geplant.

Sonnenberg

Sonnenberg wurde ab 1903 als Wohnsiedlung erbaut und 1935 bis 1939 sowie 1948 bis 1960 ausgebaut.

Stadtteile

Bei der Neugliederung der Stuttgarter Stadtteile zum 1. Januar 2001 wurde der Stadtteil Möhringen in die Stadtteile Möhringen-Mitte, Möhringen-Nord, Möhringen-Ost, Möhringen-Süd, Sternhäule und Wallgraben-Ost und der Stadtteil Fasanenhof in die Stadtteile Fasanenhof und Fasanenhof-Ost aufgeteilt. Mit dem bereits vorher bestehenden Stadtteil Sonnenberg verwaltet das Bezirksrathaus in Möhringen seither insgesamt neun Stadtteile.

Wirtschaft und Infrastruktur

Möhringen Bahnhof
Zentrale der Ed. Züblin AG

Verkehr

Durch Möhringen verläuft die vierspurige B 27 von Stuttgart nach Tübingen, im Süden tangiert die A 8 von Karlsruhe nach München den Stadtbezirk.

Der öffentliche Personennahverkehr wird durch die Stadtbahnlinien U3 (Plieningen–Vaihingen), U5 (Mönchfeld–Leinfelden), U6 (Gerlingen–Vaihingen) und U8 (Nellingen–Vaihingen) sowie durch die Buslinien 72 (Möhringen Bahnhof–Fasanenhof) und 77 (Degerloch–Harthausen) sichergestellt.

Ansässige Firmen

  • Das SI-Erlebnis-Centrum besteht aus zwei Musicaltheatern, einem Vier-Sterne-Hotel (Millennium Hotel and Resort Stuttgart), der Spielbank Stuttgart, einer Spielhalle, 19 verschiedenen Themenrestaurants, Kinos, Geschäften und einer großen Wellness- und Saunalandschaft.
  • Die EnBW errichtet bis Ende 2008 im Gewerbegebiet Fasanenhof Ost ihre Niederlassung Stuttgart.
  • Im Bereich Sternhäule, am östlichen Rand Möhringens, liegen der ehemalige Konzernsitz der DaimlerChrysler AG (bis März 2006), das Pressehaus Stuttgart und der US-amerikanische Militärstützpunkt Kelley Barracks. Im Pressehaus entstehen die Stuttgarter Zeitung, die Stuttgarter Nachrichten, das Stuttgarter Wochenblatt und das Hörfunkprogramm Hit-Radio Antenne 1.
  • Der Hauptsitz eines der größten deutschen Bauunternehmen, der Ed. Züblin AG, befindet sich im Züblin-Haus am Ortsausgang in Richtung Vaihingen. Unweit davon im Atlanta Business Center haben EvoBus, der größte Omnibushersteller der Welt, und die Häussler-Gruppe ihren Hauptsitz.
  • Das Industriegebiet Vaihingen/Möhringen am Wallgraben ist mit einer Fläche von 1,37 Quadratkilometern das größte Gewerbegebiet in Stuttgart. Etwa 700 Unternehmen mit insgesamt rund 20.000 Mitarbeitern sind hier ansässig. In der Möhringer Hälfte haben u. a. der Prüfkonzern Dekra, der Deutsche Sparkassenverlag, der Buchgroßhändler Koch, Neff und Volckmar, Lapp Kabel, Bauknecht Hausgeräte und die Gasversorgung Süddeutschland ihren Hauptsitz. Die größte Fläche nimmt das SSB-Zentrum ein, das die Verwaltung, einen Stadtbahnbetriebshof, einen Omnibusbetriebshof und die Hauptwerkstatt der Stuttgarter Straßenbahnen umfasst.
  • Am Zettachring (Fasanenhof) befindet sich der wichtigste Stuttgarter Internetknoten Stuttgarter Internet eXchange (S-IX). Um ihn herum gruppieren sich einige Unternehmen aus der Internet-Branche. So ist hier unter anderem der Sitz von LF.net und interscholz. Des Weiteren haben Firmen wie beispielsweise LambdaNet, Cogent oder Plusline hier "filialische" Rechenzentren.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Tor zum Spitalhof
Martinskirche

Museen

Bauwerke

  • Evangelische Martinskirche: Als „Filderdom“ wird er oft bezeichnet, der mächtige von Christian Friedrich Leins 1852 bis 1855 erbaute neugotische Kirchenbau mit seinem 63 Meter hohen Turm, der im Kirchenschiff mit zwei Emporen 1700 Sitzplätze hatte. 1948 begann der Wiederaufbau nach der Kriegszerstörung in einfacher und schlichterer Ausführung.
  • Der Spitalhof Möhringen wurde 1961 nach historischem Vorbild von 1469 wiederaufgebaut.
  • Das Hochhaus Fasan 1 mit seinen 22 Stockwerken wurde von 1962 bis 1964 im Stadtteil Fasanenhof gebaut. Es umfasst 202 Wohneinheiten, die in einem rund 100 Meter langen und etwa 60 Meter hohen Block untergebracht sind. In einem angegliederten Parkhaus stehen über 200 Stellplätze für Personenwagen zur Verfügung.
  • Fasan 2 ist ein sehr markantes Wohnhochhaus im Fasanenhof. Es zeichnet sich durch seine recht interessante Bauweise aus, denn es besteht aus zwei Wohnhochhäusern mit je 22 Stockwerken, welche in mehreren Ebenen durch begehbare Brücken miteinander verbunden sind. Fasan 2 wurde zwischen 1964 und 1965 errichtet und ist 64 Meter hoch.
  • Das Salute-Hochhaus ist ein zwischen 1961 und 1962 errichtete 70 Meter hohes Wohnhochhaus mit 20 Stockwerken, das sich ebenfalls im Stadtteil Fasanenhof befindet. Es verfügt über 145 Wohnungen und wurde 1967 mit dem Paul-Bonatz-Preis ausgezeichnet.


Ehrenbürger

  • 1901: Otto Möqlinq, Dr. Arzt (1852–1910)
  • 1907: Gustav Albert Kleinknecht, Schultheiß (1837–1909)
  • 1907: Johannes Krämer, Oberlehrer (1834–1910)
  • 1913: Karl Widmaier, Bierbrauereibesitzer (1859–1938)

Weblinks


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