Sumatra

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Sumatra
Sumatra
Sumatra.png
Gewässer Indischer Ozean
Inselgruppe Große Sunda-Inseln
Geographische Lage 0¬į S, 102¬į O-0.38333333333333101.766666666673805Koordinaten: 0¬į S, 102¬į O
Lage von Sumatra
L√§nge 1.700 km
Breite 370 km
Fl√§che 473.481 km¬≤
Höchste Erhebung Kerinchi
3.805 m
Einwohner 50.365.538 (2010)
106 Einw./km²
Hauptort Medan
Sumatra Topography.png

Die Insel Sumatra (gesprochen Sumátra) oder Sumatera (indonesische Schreibweise) gehört zu Indonesien und ist mit 473.481 km² die sechstgrößte Insel der Welt. In diese Fläche sind die vorgelagerten Inseln mit zusammen 50.000 km² eingerechnet.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Insel erstreckt sich 1.700 km in Nordwest-S√ľdost-Richtung und ist bis zu 370 km breit, der √Ąquator √ľberquert die Mitte der Insel. Das Barisangebirge (Gunung Barisan) begleitet die Westk√ľste und wird s√ľdostw√§rts immer h√∂her. Der Gunung Kerinci ragt bis auf 3.805 m empor. Es gibt aber noch weitere Dreitausender. Vulkanische Aktivit√§ten in diesem Gebirge statteten die Insel mit fruchtbarem Land und malerischen Landschaften (um den Tobasee) aus. Die √∂stliche Inselh√§lfte ist flach; die bis 300 km breite Ebene ist beinahe zur H√§lfte mit S√ľmpfen bedeckt.

Sumatra bildet den √§u√üersten Westen des bev√∂lkerungsreichen Staates Indonesien, der mit seinen Hauptinseln in einer 5.000 km langen Kette von Sumatra √ľber Java, Bali und West-Flores bis zu den Molukken vor Neuguinea reicht.

S√ľd√∂stlich von Sumatra liegt ‚Äď durch die 40 km breite Sundastra√üe getrennt ‚Äď die Hauptinsel Java. In der s√ľdlichen Sundastra√üe befinden sich einige Vulkaninseln, darunter der legend√§re Vulkan Krakatau (816 m, mit verheerenden Ausbr√ľchen in den Jahren 1883 und 1930). Der Tobasee im Norden der Insel ist der √úberrest eines Supervulkanausbruchs vor rund 75.000 Jahren, den nach Ansicht von Stanley H. Ambrose nur 1.000 bis 10.000 Menschen weltweit √ľberlebt haben sollen und der die Menschheit damit fast ausgel√∂scht haben soll (siehe Toba-Katastrophen-Theorie).

Im Osten, an der Stra√üe von Malakka, lagern sich, nur durch schmale Meeresarme getrennt, einige flache Inseln (indones.: 'Pulau') an der K√ľste:

  • Rupat (mit dem gr√∂√üten Ort Batupanjang)
  • Bengkalis (mit dem gleichnamigen Hauptort)
  • Padang
  • Rangsang
  • Rantau
  • Penyeler (mit dem Hauptort Mendung), direkt vor der M√ľndung des Flusses Kampar

Die Insel Kundur, östlich von Penyeler, gehört schon zu den Riau-Inseln (Kepulauan Riau).

Weitere Inseln liegen vor der M√ľndung des Indragiri, Nahe der Stadt Tembilahan. Etwas s√ľdlich, vor der M√ľndung des Batang Hari, liegen zwei kleine Inseln.

Eine ganze Strecke weiter s√ľdlich sind der Ostk√ľste die gro√üen Inseln Bangka und Belitung vorgelagert. Jenseits des 600 km breiten Meeres im Osten (Selat Kerimata) liegt die Insel Borneo. Im Nordwesten, hinter der verkehrsreichen, engen Stra√üe von Malakka, befindet sich die Malaiische Halbinsel mit Singapur, etwas s√ľdlich davon liegen die Riau-Inseln.

Direkt der Landspitze Aceh im Nordwesten vorgelagert ist die Insel Weh, weitere 200 km im Norden liegt mit Gro√ü Nikobar die s√ľdlichste Insel der Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren, die schon zu Indien geh√∂rt.

Der S√ľdwestk√ľste Sumatras vorgelagert sind eine Reihe von Inseln (auf indonesisch: Pulau), beginnend im Norden:

Geologie

Entlang der S√ľdwestk√ľste Sumatras verl√§uft der Sundagraben. Die Tektonik der westlichen Mitte Sumatras wird durch die Nordw√§rtsbewegung der Australischen Platte gepr√§gt. Die Plattengrenze verl√§uft grob entlang des Sundagrabens, aber die Zone, in der Deformationen auftreten, erstreckt sich √ľber hunderte von Kilometern vom Graben entfernt. Dadurch kommt es immer wieder zu Erdbeben:

(engl.) Karte Sumatras mit dem Sundagraben und aktiven Vulkanen

Folgen dieser Erdbeben werden weiter unten beschrieben. Ein Folge dieser tektonischen Aktivit√§ten ist die Hebung des Barisangebirges entlang der S√ľdwestk√ľste Sumatras.

Verwaltung

Provinzen

Sumatra (und die umliegenden Inseln) sind in insgesamt 10 Provinzen eingeteilt, die ihrerseits weiter in Regierungsbezirke und Städte (Kabupaten) unterteilt sind:

Bevölkerung

Rund 50 Millionen Einwohner (Stand 2010) leben auf der Insel. Die Bevölkerungsdichte liegt bei rund 106 Einwohner/Quadratkilometer und ist damit etwa ein Zehntel so hoch wie im benachbarten Java.

Minangkabau-Frauen bei einer Zeremonie

Die bevölkerungsreichsten Regionen liegen um die Städte Medan und Palembang. Weitere große Städte sind Padang, Bandar Lampung und Pekanbaru.

Die Zentralregierung f√∂rdert(e) die √úbersiedlung von Millionen Javanern im Rahmen des Transmigrasi-Programms, was das politische Klima anheizt. Einige Regionen sind nahe am B√ľrgerkrieg.

Die Bev√∂lkerung ist gro√üenteils malaiischen Ursprungs. Sie teilt sich in √ľber 50 verschiedene Sprachen auf, die einander jedoch recht √§hnlich sind. Die Malaiische Sprache dominiert im Osten. Im gebirgigen Westen finden sich zum Beispiel die Minangkabau, die durch ihre matrilineare Gesellschaftsordnung besonders bekannt sind, daneben die Lampung, die Batak und die Achinesen. In den St√§dten leben zum Teil Chinesen, Araber und Inder.

Etwa 80% der Bev√∂lkerung bekennt sich zum Islam sowie 18% zum Christentum. Der Rest verteilt sich mit 0,7% auf buddhistische, 0,2% auf hinduistische sowie animistischen Gemeinden. 2007 wurde im Norden des Landes in einigen Provinzen das islamische Rechtssystem eingef√ľhrt. Dieses Recht schreibt unter anderem auch vor, dass die weibliche Bev√∂lkerung einen Schleier tragen muss.[1]

Wirtschaft

In Sumatra finden sich bedeutende Erd√∂lvorkommen. Die Insel erwirtschaftet 70 % des Einkommens von Indonesien. Eine wichtige Rolle spielt der Bergbau, gef√∂rdert werden unter anderem Kohle, Gold, Bauxit und Zinn. An landwirtschaftlichen Produkten spielen unter anderem Kautschuk, Pfeffer, Kaffee, Palm√∂l und Tabak eine Rolle. Seit Mitte der neunziger Jahre haben internationale Investoren die Palm√∂lproduktion in Indonesien massiv ausgedehnt. Heute ist der Inselstaat nach Malaysia der zweitgr√∂√üte Produzent. Die W√§lder der Ureinwohner Sumatras m√ľssen daf√ľr den Plantagen weichen.[2] Die Erschlie√üung der Insel wurde auch durch den in den 80er-Jahren fertig gestellten Trans-Sumatra-Highway vorangetrieben, der Banda Aceh an der Nordspitze √ľber Medan, Prapat und Padang mit Bandar Lampung und Bakauheni an der S√ľdspitze verbindet.

Einen gewissen Stellenwert nimmt auch der Fremdenverkehr ein ‚Äď insbesondere im Gebiet des Tobasees und um Bukittinggi.

Geschichte

Der urspr√ľngliche Name Sumatras war Swarna Dwipa (‚ÄěInsel des Goldes‚Äú), er stammt vom Goldexport, der schon in fr√ľhen Zeiten aus dem Hochland Sumatras kam. Im ersten Jahrtausend nach Christus fasste Buddhismus und Hinduismus auf der Insel Fu√ü und verschmolzen mit Glaubensvorstellungen der urspr√ľnglichen Bauernkultur. Auf Grundlage der aus Indien importierten Kultur bildeten sich mehrere Reiche. Mit seiner Lage an der Seehandelsroute von Indien nach China begannen bald Handelsst√§dte zu bl√ľhen, die bekannteste war Srivijaya an der Stelle des heutigen Palembang.

Im 11. Jahrhundert fielen Teile der Insel unter javanischen Einfluss und gleichzeitig begann sich, ausgehend von indischen Händlern, der Islam auszubreiten, der sich allerdings erst im 13. Jahrhundert in größeren Teilen Nordsumatras durchsetzte. Es entstanden kleinere Sultanate, am bekanntesten war Aceh im Norden.

Karte Sumatras von Giacomo Gastaldi, 1556

Erste Handelskontakte nach Europa entstanden √ľber portugiesische H√§ndler von kleinen Handelsst√ľtzpunkten aus. Die tats√§chliche koloniale Eroberung begann erst 1596 mit der Landung der Niederl√§nder auf der Insel. Nacheinander unterwarfen sie alle Sultanate, wobei Aceh erst 1905 v√∂llig besiegt wurde. Die Niederl√§nder setzten sich auf Sumatra gegen die Briten durch, was im Britisch-Niederl√§ndischen Vertrag von 1824 best√§tigt wurde.

Ende des 19. Jahrhunderts entstanden weltweit neue, ‚Äěmoderne‚Äú Plantagen. Ihre Kennzeichen: sie lagen in abgelegenen Gebieten, Geld und Management kamen aus verschiedenen L√§ndern (Europa und USA), neue wissenschaftliche Erkenntnisse zur Ertragsoptimierung wurden angewendet und neben wenigen Spezialisten wurden viele ungelernte Arbeiter ben√∂tigt. Ein Zentrum dieser Entwicklung bildete Ost-Sumatra mit seinen Tabak-Plantagen. Das Land war den einheimischen F√ľrsten abgekauft worden, die angeworbenen chinesischen Arbeiter wohnten in Lagern, es entstanden riesige Gebiete mit eigener Justiz. 1913 kam nur die H√§lfte der Investitionen aus den Niederlanden, der Rest aus Gro√übritannien, den USA, Schweiz, Frankreich und Belgien [3].

Im Zweiten Weltkrieg war die Insel japanisch besetzt und wurde danach Teil der Republik Indonesien. Unruhepol Sumatras ist jedoch weiterhin die nach Unabhängigkeit strebende Region Aceh im Norden.

Natur

Am Tobasee

Exzessives Abholzen von W√§ldern, Dynamitfischerei, die Jagd nach edlen Fellen, die Nachfrage nach exotischen Souvenirs (wie Schildkr√∂tenpanzer) haben zur Folge, dass ein gro√üer Teil der Tier- und Pflanzenwelt vom Aussterben bedroht ist. Gesetzlich gesch√ľtzt sind bereits 140 heimische Tierarten, nur kann dies niemand effektiv kontrollieren (selbst in Reservaten), die weit verbreitete Korruption kommt hinzu. Um das √úberleben zu sichern hat die indonesische Regierung bereits im gesamten Archipel 64.000 km¬≤ zu Schutzgebieten erkl√§rt. Das entspricht fast der Gr√∂√üe von ¬ĺ der Insel Java. Einige dieser Naturparks gibt es auch auf Sumatra. Die bekanntesten sind der Nationalpark Gunung Leuser im Norden, die Naturschutzgebiete Rimbo Panti und Lembah Harau bei Bukittinggi und der Kerinchi-Seblat-Nationalpark im S√ľden. Sie werden von der P.H.P.A. (Perlindungan = Schutz, Hutan = Wald, Pengawetan = Erhaltung, Alam = Natur) verwaltet. Mit 176 verschiedenen S√§ugern, 194 Reptilien-, 62 Amphibien-, 320 Vogelarten stellt Sumatra eine gro√üe Vielfalt an tierischem und auch pflanzlichem Leben vor, soviel wie auf keiner anderen Insel Indonesiens.

Satellitenaufnahme vom S√ľden Sumatras: rot sind Feuer gekennzeichnet (2004)

Auf Grund der √§quatorialen Lage war Sumatra bis in j√ľngster Zeit von tropischem Regenwald bedeckt. Erst in der Kolonialzeit und verst√§rkt seit den 1950er Jahren wurden die immergr√ľnen W√§lder durch gro√üfl√§chige Waldrodungen in die unzug√§nglichen Bergregionen zur√ľckgedr√§ngt. Inzwischen sind die meisten Tiefland-Regenw√§lder vernichtet, zumeist von Kleinbauern f√ľr ihren Wanderfeldbau oder von Firmen zur Anlage von Palm√∂l-Plantagen niedergebrannt. 1998 sind diese Feuer au√üer Kontrolle geraten und haben monatelang gew√ľtet. Die Rauchentwicklung war so stark, dass Flugh√§fen in der Region geschlossen werden mussten.

In den Schulen und anderen Initiativen wird zaghaft versucht, den Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Anwohnern erste Schritte in Richtung ökologisches Verhalten nahe zu bringen, um das Fortschreiten der Entwaldung zu verhindern.

Tiere und Pflanzen

Die Reste der √ľberw√§ltigenden Regenw√§lder Sumatras sind in der ganzen Welt ber√ľhmt, da sie einige der gef√§hrdetsten und seltensten Arten auf der Erde beherbergen. Sie werden u.a. bewohnt vom Nashornvogel (Buceros spp., indon. enggang), Gro√üaugenfasan (Argus-Fasane, indon. burung kuau / kuang), Sumatra-Elefanten (indon. gajah) und 8 verschiedenen Primatenarten. Die agilen und oft aggressiven Thomas-Languren (Presbytis thomasii), der Schweinsaffe (Macaca nemestrina) und der Javaneraffe (Macaca fascicularis), der Siamang (Symphalangus syndactylus) und der Wei√ühandgibbon (Hylobates lar, indon. ungko) werden ebenfalls oft beobachtet. Letztere zeichnen sich durch einen Kranz von wei√üem Haar aus, das das dunkle Gesicht einrahmt. Stets sind die immer schwarzen H√§nde und F√ľ√üe an der Oberseite wei√ü. Die 6 bis 8 kg schweren Affen kommen nur in Thailand, auf der malaiischen Halbinsel und Sumatra vor.

Der Sumatra-Orang-Utan (Pongo abelii) ist die auf Sumatra lebende Art der Gattung Orang-Utans ‚Äď die zweite Art der Gattung lebt auf Borneo. Nur √§u√üerst selten bekommt man eine kleine Unterart des vom Aussterben bedrohten Sumatra-Tiger (indon. macan), der sich durch eine besonders kr√§ftige F√§rbung auszeichnet, zu Gesicht. Auch das Sumatra-Nashorn (der Welt kleinste Nashornart) sind hier beheimatet, ebenso wie Schabrackentapire.

3500 Pflanzenarten wurden im Park gez√§hlt. So findet man am Alas- und Bengkung-Fluss sowie am Bangko-See die Rafflesia atjehensis. In einem Verbreitungsgebiet von 1¬į n√∂rdlich und s√ľdlich des √Ąquators wird auch die Titanenwurz (Amorphophallus titanum), mit dem gr√∂√üten Bl√ľtenstand der Welt, gesichtet. Daneben gibt es viele endemische Orchideenarten, Farne, Moose.

Welterbe

Die tropischen Regenw√§lder von Sumatra wurden 2004 als Naturdenkmal in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen. Das 25.951 km¬≤ gro√üe Gebiet der Welterbest√§tte umfasst die Nationalparks Gunung Leuser, Kerinchi-Seblat und Barisan Selatan.[4]

Naturkatastrophen

Straße in Banda Aceh nach dem Tsunami
  • Gro√üe Teile der Nordwest-Provinz Aceh wurden am 26. Dezember 2004 durch das verheerende Seebeben im Indischen Ozean und den folgenden Tsunami zerst√∂rt. Beh√∂rden sprachen Anfang 2005 von mehr als 150.000 Opfern. Nach offiziellen Angaben kommen allein auf der besonders schwer getroffenen Insel Sumatra mehr als 94.000 Menschen ums Leben. Doch einige Tage lang wurde die Schwere der Katastrophe von den javanischen Beh√∂rden vertuscht, weshalb die schwer zug√§ngliche Westk√ľste erst sehr sp√§t von Hilfskr√§ften erreicht wurde.
  • Ein Nachbeben am 28. M√§rz 2005 mit Epizentrum 200 Kilometer westlich vor Sumatra richtete auf einigen Inseln vor Sumatra erhebliche Sch√§den an, forderte zahlreiche Todesopfer und reaktivierte einige Vulkane auf Sumatra.
  • Ein Erdbeben auf Sumatra am 6. M√§rz 2007 mit Epizentrum bei der Stadt Solok in Westsumatra hat nach bisherigen Erkenntnissen (6. M√§rz 2007) ca. 70 Tote gekostet.
  • Am 12. Sept. 2007 erfolgte ein Beben vor Sumatra mit einer St√§rke von 7,8 Mw. In den St√§dten Padang und Mukomuko wurden zahlreiche Geb√§ude zerst√∂rt.
  • Am 30. September 2009 wurde Sumatra erneut von einem schweren Erdbeben der St√§rke 7,6 Mw ersch√ľttert. Tausende Menschen wurden versch√ľttet, die Hilfsarbeiten wurden zudem durch ein schweres Nachbeben der St√§rke 6,6 Mw mit einem Epizentrum 900 km weiter s√ľd√∂stlich nur 15 Stunden sp√§ter erschwert. Alleine in Padang wurden nach 24 Stunden bereits 376 Todesopfer geborgen.[5]
  • Am 25. Oktober 2010 verursachte ein Erdbeben vor der Westk√ľste einen lokalen, bis zu 3 m hohen Tsunami, der die Mentawai-Inseln traf [6]. 20.000 Menschen wurden obdachlos, weit √ľber 400 Menschen starben.

Essen und Getränke

In den größeren Städten und touristischen Zentren gewinnen westliche Schnellrestaurants und ihre indonesischen Pendants zunehmend an Boden. In den ländlichen Gebieten haben sich noch einige traditionelle Esskulturen erhalten. Trotzdem bleibt Fisch und Reis noch das Hauptnahrungsmittel, selbst in den Bergregionen.

Makanan padang

Makanan Padang

Makanan padang ist durch die gro√üz√ľgige Verwendung von Chili sehr scharf. Diese W√ľrzung stammt aus Zeiten, als noch keine K√ľhlm√∂glichkeiten existierten. Es stammt aus der moslemischen K√ľche vorwiegend aus dem Gro√üraum Padang und verwendet daher haupts√§chlich Fisch (ikan), H√ľhnchen (ayam) und Rind (sapi). Seltener gibt es Lamm (domba), Ziege (kambing) und B√ľffel (banteng/kerbau), nur vereinzelt Ente (bebek) oder Taube (merpati). Schwein (babi) gilt bei den Moslems als unrein, nur der Hund (anjing) steht noch niedriger ‚Äď obwohl auch der in einigen Bereichen gegessen wird. Eine Ableitung aus dem Gericht stellt Rendang dar. Traditionell werden die ausgesuchten Speisen mit verschiedenen So√üen auf den Tisch gestellt. Berechnet wird nur das, was gegessen wird. Da auch teure Spezialit√§ten darunter sein k√∂nnen, empfiehlt es sich, vor dem Essen nach dem Preis zu fragen. Diese Tradition verliert in touristischen Gebieten aber zunehmend an Bedeutung, so trifft man immer h√§ufiger Speise- und Getr√§nkekarten an.

Getränke

Neben tropischen Fruchtsäften gibt es auch diverse alkoholische Getränke, so lange man nicht im sehr moslemischen Norden ist.

  • Tuak: Die Bl√ľte der Zuckerpalme (indon. pohon aren) wird angeritzt und der austretende Saft in Gef√§√üen aufgefangen. Die Fl√ľssigkeit g√§rt dann einige Tage und entwickelt einen mittelm√§√üigen Alkoholgehalt (weniger als Bier). Getrunken wird meist aus Bambusrohren. Man trifft sich gegen Abend an bestimmten Pl√§tzen (indon. tempat tuak), sitzt herum, raucht, redet und trinkt. Hersteller verkaufen das Gebr√§u aus gro√üen Plastikkanistern. Um betrunken zu werden, m√ľsste ein Europ√§er schon einige Mengen zu sich nehmen. Nicht aber der Rausch ist die Hauptsache beim Tuaktrinken, sondern das gem√ľtliche Beisammensitzen.
  • Arak: wird aus Tuak gebrannt (destilliert). Der Alkoholgehalt ist vergleichbar mit unserem Korn. Pur ist Arak kaum genie√übar, schmeckt aber ganz hervorragend in Kaffee (indon. kopi arak) oder hei√üer Schokolade.
  • Bier (bir): Au√üer im Norden Sumatras ist es fast √ľberall erh√§ltlich. Neben Beck's, Heineken und Carlsberg sind noch die indonesischen Marken Bintang und Anker auf dem Markt.
  • Kaffee aus der Katze: Vom teuersten Kaffee der Welt kostet das Kilogramm etliche 100 ‚ā¨. Jede einzelne Bohne ist zuvor von einer Schleichkatze dem Fleckenmusang (Paradoxurus hermaphroditus) gefressen und wieder ausgeschieden worden. Die Sorte Kopi Luwak stammt ausschlie√ülich aus Indonesien von den Inseln Sumatra, Java und Sulawesi.

Anhang

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Sumatra ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur, Reiseberichte und Belletristik

  • J√ľrgen Alex: Sumatra - Samosir im Tobasee - Insel auf der Insel. In: mtv (Medical Tribune) 4/1980, ISSN 0343-5237
  • Inge Schubart: √Ąrztin im Dschungel von Sumatra. ISBN 3-7987-0327-2. (Biographischer Roman zwischen 1950 und 1960)
  • Ida Pfeiffer: Abenteuer Inselwelt. ISBN 3-900478-70-8 (Reise 1851 der damals bekannten √∂sterreichischen Reiseliteratin durch Borneo, Sumatra und Java)
  • Max Dauthendey: mehrere Ver√∂ffentlichungen. Auf der letzten Weltreise wird der zu seiner Zeit bekannte deutsche Reiseschriftsteller vom Ersten Weltkrieg √ľberrascht und auf Java interniert, wo er u.a. √ľber die Batak in Sumatra schreibt.
  • Christina Kolb: Die Insel Sumatra - Unterwegs vom Karohochland nach Padang. (Film) Hrsg.: Saarl√§ndischer Rundfunk, ISBN 3-7919-0608-9
  • Hermann Hesse: Aus Indien. ISBN 3-518-37062-6 (Reiseaufzeichnungen von Singapur √ľber Malaysia nach S√ľd-Sumatra aus dem Jahre 1911)
  • Evelin Juen: Lebenswege - eine Hochzeit in Sumatra, Reisebericht vom Tobasee
  • Naipul, V.S.: Jenseits des Glaubens

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Kath.net: Indonesien: Katholikinnen m√ľssen muslimischen Schleier tragen 18. September 2007
  2. ‚ÜĎ siehe Film ‚ÄěFette Beute‚Äú von Inge Altemeier, 2002
  3. ‚ÜĎ Osterhammel, J√ľrgen: Die Verwandlung der Welt; C. H. Beck Verlag, M√ľnchen 2009, S. 971f
  4. ‚ÜĎ UNESCO: Tropical Rainforest Heritage of Sumatra
  5. ‚ÜĎ Tagesschau: Zahl der Toten steigt auf mehr als 400 (nicht mehr online verf√ľgbar) vom 1. Oktober 2009 (aufgerufen am 1. Oktober 2009).
  6. ‚ÜĎ Tsunami Bulletin (Englisch). Pacific Tsunami Warning Center (25. Oktober 2010). Abgerufen am 1. November 2010.

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