Sven Hedin

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Sven Hedin

Sven Anders Hedin KCIE (* 19. Februar 1865 in Stockholm; ‚Ć 26. November 1952 ebenda) war ein schwedischer Geograph, Topograph, Entdeckungsreisender, Fotograf, Reiseschriftsteller und ein Illustrator eigener Werke. In vier Expeditionen nach Zentralasien entdeckte er den Transhimalaya (nach ihm Hedingebirge genannt), die Quellen der Fl√ľsse Brahmaputra, Indus und Sutlej, den See Lop Nor sowie √úberreste von St√§dten, Grabanlagen und der Chinesischen Mauer in den W√ľsten des Tarimbeckens. Den Abschluss seines Lebenswerkes bildete die posthume Ver√∂ffentlichung seines Central Asia atlas.

Sven Hedin - √Ėlgem√§lde von Carl Emil √Ėsterman (1923)

Inhaltsverzeichnis

√úberblick √ľber Leben, Werk und Wirkung

Wohnhaus von Sven Hedin in Stockholm, Norr Mälarstrand 66. Hier bewohnte Sven Hedin von 1935 bis zu seinem Tod (1952) mit seinen Angehörigen die oberen drei Stockwerke.

Der Schwede Sven Hedin erlebte mit 15 Jahren in Stockholm die triumphale R√ľckkehr des Polarforschers Adolf Erik Nordenski√∂ld nach dessen erstmaliger Befahrung der Nordostpassage. Seitdem wollte er ein Entdeckungsreisender werden. Das Studium beim deutschen Geographen und Chinaforscher Ferdinand Freiherr von Richthofen weckte in ihm die Liebe zu Deutschland und best√§rkte ihn in seinem Entschluss, Expeditionen nach Zentralasien zu unternehmen, um die letzten wei√üen Flecken von der Landkarte Asiens zu tilgen. Nach der Promotion, dem Erlernen zahlreicher Sprachen und Dialekte sowie nach zwei Reisen durch Persien, befolgte er nicht den Rat Ferdinand von Richthofens, sein Geographiestudium fortzusetzen und sich mit den Methoden der geographischen Forschung vertraut zu machen; deshalb musste er sp√§ter die Auswertung seiner Expeditionsergebnisse anderen Wissenschaftlern √ľberlassen.

In drei waghalsigen Expeditionen zwischen 1894 und 1908 durch die Gebirge und die W√ľstengebiete von Zentralasien kartierte und erforschte er die bis dahin unerforschten Gebiete von Chinesisch-Turkestan (jetzt Xinjiang) und Tibet. Bei seiner R√ľckkehr 1909 nach Stockholm wurde er so triumphal empfangen wie einst Adolf Erik Nordenski√∂ld. Er war bereits 1902 als bis heute letzter Schwede, der nicht Mitglied des K√∂nigshauses war, in den erblichen Adelsstand erhoben worden und galt als eine der wichtigen Pers√∂nlichkeiten Schwedens. Als Mitglied von zwei wissenschaftlichen Akademien hatte er Stimmrecht bei der Wahl von Nobelpreistr√§gern.

Mit seinen Expeditionsaufzeichnungen legte er die Grundlagen f√ľr eine genaue Karte Zentralasiens. Durch wissenschaftliche Dokumentationen und popul√§re Reiseb√ľcher mit eigenen Fotografien, Aquarellen und Zeichnungen, durch Abenteuerberichte f√ľr junge Leser und Vortragsreisen im Ausland wurde er weltweit bekannt.

Als ausgewiesener Kenner von Turkestan und Tibet gewann er einen ungehinderten Zugang zu den Monarchen, wie auch zu den Politikern Europas und Asiens und zu deren geographischen Gesellschaften und gelehrten Vereinigungen. Diese wollten sich sein exklusives Wissen √ľber das Machtvakuum Zentralasien mit Orden, brillantengeschm√ľckten Gro√ükreuzen, Goldmedaillen, Ehrendoktortiteln und gl√§nzenden Empf√§ngen sowie mit logistischen und finanziellen Unterst√ľtzungen seiner Expeditionen erwerben.

Zu den glänzenden Empfängen, die Hedin erlebte, zählen:

1927 begab sich Sven Hedin mit sechzig Mann Begleitung, 300 Kamelen und vierzig Tonnen Gep√§ck auf sein letztes gro√ües Abenteuer in der W√ľste Gobi. Im Auftrag der Lufthansa sollte er pr√ľfen, ob eine Flugverbindung zwischen Deutschland und China √ľber die gewaltigen W√ľstenfl√§chen m√∂glich sei. Die Durchquerung der riesigen Gobi und der ‚ÄěTodesw√ľste‚Äú Taklamakan verlangten Mensch und Tier alles ab. Doch nach acht langen Jahren blieb Hedin am Ende Sieger √ľber die W√ľste und erf√ľllte sich einen Lebenstraum - er l√∂ste das R√§tsel um den wandernden See Lop Nor.[1]

Sven Hedin war und blieb ein Mann des 19. Jahrhunderts, der auch im 20. Jahrhundert an den Vorstellungen und den Handlungsweisen des vorherigen festhielt. Das hinderte ihn daran, die grundlegenden sozialen und politischen Wandlungen im 20. Jahrhundert wahrzunehmen und sein Denken und Handeln daran auszurichten.

‚ÄěMit dem neuen Schweden war Hedin niemals in Ber√ľhrung gekommen: die Emigration, der Vormarsch der Arbeiterbewegung und der Gewerkschaften, die zunehmende Industrialisierung und die volkst√ľmliche Erweckungsbewegung waren ihm fremd, f√ľr die Forderung nach allgemeinem Stimmrecht und vor allem nach Demokratie in der Reichsregierung hatte er kein Verst√§ndnis‚ĶHedin war durch und durch Royalist, war Antiparlamentarier, Nationalist, Militarist, da er glaubte, nur ein Land, das willens sei, sich bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen, sei seiner Freiheit wert.‚Äú

‚Äď Eric Wennerholm a.a.O. Seite 142f

Aus Sorge um die Sicherheit Skandinaviens bef√ľrwortete er in seiner Eigenschaft als Mitglied der Schwedischen Akademie der Kriegswissenschaften den Bau des Kriegsschiffes Sverige. Im Ersten Weltkrieg stellte er sich in seinen Ver√∂ffentlichungen ausdr√ľcklich auf die Seite der deutschen Monarchie und ihrer Kriegsf√ľhrung. Durch dieses politische Engagement verlor er bei den Kriegsgegnern Deutschlands sein wissenschaftliches Renommee, die Mitgliedschaft in deren geographischen Gesellschaften und gelehrten Vereinigungen sowie jede Unterst√ľtzung bei seinen geplanten Expeditionen.

Nach seiner wenig erfolgreichen Vortragsreise 1923 durch Nordamerika und Japan fuhr er weiter nach Peking, um eine Expedition nach Chinesisch-Turkestan durchzuf√ľhren; aber die instabilen politischen Verh√§ltnisse verhinderten dies. Stattdessen bereiste er die Mongolei im Auto und Sibirien in der Transsibirischen Eisenbahn.

Mit finanzieller Unterst√ľtzung der Regierungen von Schweden und Deutschland f√ľhrte er 1927 bis 1935 die internationale und interdisziplin√§re Chinesisch-Schwedische Expedition durch, bei der sich 37 Wissenschaftler aus sechs L√§ndern an der wissenschaftlichen Erforschung der Mongolei und Chinesisch-Turkestans beteiligten. Trotz der chinesischen Gegendemonstrationen gelang es Hedin nach monatelangen Verhandlungen in China, die Expedition durch chinesische Forschungsauftr√§ge und durch die Teilnahme chinesischer Wissenschaftler auch zu einer chinesischen Expedition zu machen und einen Vertrag auszuhandeln, der dieser Expedition, die im Kriegsgebiet mit ihrer Bewaffnung und 300 Kamelen wie eine Invasionsarmee aussah, Reisefreiheit gew√§hrte; die Finanzierung allerdings blieb die private Aufgabe von Sven Hedin.

Der damals 70-j√§hrige Sven Hedin hatte es wegen seiner angegriffenen Gesundheit, wegen des B√ľrgerkrieges in Chinesisch-Turkestan und wegen langdauernder Kriegsgefangenschaft sehr schwer, nach der Geldentwertung in der Weltwirtschaftskrise notwendige finanzielle Mittel f√ľr die Expedition zu beschaffen, die Logistik f√ľr die Versorgung der Expedition im Kriegsgebiet sicherzustellen und den Zugang der Expeditionsteilnehmer zu den von Kriegsherren heftig umk√§mpften Forschungsgebieten zu erreichen. Dennoch wurde die Expedition zu einem wissenschaftlichen Erfolg. Die nach Schweden gesandten arch√§ologischen Fundst√ľcke konnten dort drei Jahre lang wissenschaftlich ausgewertet werden und wurden China danach entsprechend dem Vertrag zur√ľckgegeben.

Das w√§hrend der Expedition zusammengetragene wissenschaftliche Material wurde von Sven Hedin und den anderen Expeditionsteilnehmern ab 1937 f√ľr die weltweite Ostasienforschung in mehr als 50 B√§nden ver√∂ffentlicht. Als ihm schlie√ülich das Geld f√ľr die Druckkosten ausging, verpf√§ndete er seine gro√üe, wertvolle Bibliothek, die mehrere R√§ume f√ľllte, um die Herausgabe weiterer B√§nde zu erm√∂glichen.

1935 stellte er sein exklusives Wissen √ľber Zentralasien nicht nur der schwedischen Regierung, sondern auch den Regierungen in China und Deutschland in Vortr√§gen und Vier-Augen-Gespr√§chen mit den politischen Repr√§sentanten Chiang Kai-shek und Adolf Hitler zur Verf√ľgung.

Sven Hedins unbeschreibliche Naivit√§t und Gutgl√§ubigkeit und seine illusion√§re Hoffnung darauf, dass das Dritte Reich Skandinavien vor einer Invasion durch die Sowjetunion sch√ľtzen w√ľrde, brachten ihn, der kein Nationalsozialist war, in eine gef√§hrliche N√§he zu den Repr√§sentanten des Nationalsozialismus, die ihn als Schriftsteller missbrauchten. Dies zerst√∂rte sein Ansehen und f√ľhrte ihn in eine gesellschaftliche und wissenschaftliche Isolation. In Briefwechseln und pers√∂nlichen Gespr√§chen setzte er sich aber bei f√ľhrenden Nationalsozialisten erfolgreich f√ľr die Begnadigung von zehn zum Tode Verurteilten und f√ľr die Freilassung bzw. das √úberleben von Juden ein, die in deutsche Konzentrationslager deportiert worden waren.

Grabstein von Sven Hedin auf dem Adolf Fredriks kyrkogård, Stockholm, Schweden.

Bei Kriegsende beschlagnahmten US-amerikanische Truppen im deutschen Verlag Justus Perthes in Gotha zielstrebig die Unterlagen f√ľr Hedins geplanten Central Asia atlas. Der US Army Map Service bat Sven Hedin anschlie√üend um Mitarbeit und finanzierte den Druck und die Ver√∂ffentlichung seines Lebenswerkes, des Central Asia atlas. Wer diesen Atlas mit Adolf Stielers Hand Atlas 1891 vergleicht, kann erkennen, was Sven Hedin in den Jahren 1893 bis 1935 geleistet hatte. Die Kartenbl√§tter dienten der US-Armee zur Interpretation von Satellitenfotos und wurden von den Piloten der US-Luftwaffe im Afghanistankrieg verwendet.

W√§hrend die Sven-Hedin-Forschung in Deutschland und Schweden wegen Hedins Verhaltens im Dritten Reich tabu war und in Deutschland jahrzehntelang stagnierte, wurden die wissenschaftlichen Dokumentationen seiner Expeditionen von der Chinesischen Akademie f√ľr Gesellschaftswissenschaften (Chinese Academy of Social Sciences = CASS) in die chinesische Sprache √ľbersetzt und dann in der chinesischen Forschung aufgearbeitet und erschlossen. Gem√§√ü den Empfehlungen, die Sven Hedin der chinesischen Regierung 1935 gegeben hatte, sind auf den von ihm ausgew√§hlten Wegstrecken Stra√üen und Eisenbahnlinien gebaut, Staud√§mme und Kan√§le zur Bew√§sserung der neuen Farmen im Tarim- und Yanji-Becken angelegt sowie die von der Chinesisch-Schwedischen Expedition gefundenen Lagerst√§tten von Erzen, Eisen, Mangan, √Ėl, Kohle und Gold f√ľr die F√∂rderung erschlossen worden.

Zu den Entdeckungen der chinesisch-schwedischen Expedition geh√∂rten auch viele bis dahin unbekannte asiatische Pflanzen und Tiere sowie Fossilien von Dinosauriern und ausgestorbenen Horntieren. Sie alle wurden nach Hedin benannt; ihre Namen wurden mit dem Zusatz hedini versehen. Eines aber blieb den Chinesen bei ihren Forschungen bis zur Jahrtausendwende verborgen: Sven Hedin hatte in den Jahren 1933 und 1934 in der W√ľste Lop Nor Ruinen von Signalt√ľrmen entdeckt, die belegen, dass die Chinesische Mauer einst bis nach Xinjiang reichte.

Von 1931 bis zu seinem Tod 1952 lebte er in Stockholm, in vornehmer Wohnlage ‚Äď einer modernen Hochhausanlage ‚Äď im Haus Norr M√§larstrand 66. Dort bewohnte er mit seinen Geschwistern die oberen drei Stockwerke; vom Balkon aus hatte er einen weiten Blick √ľber den Strom Riddarfj√§rden und den See M√§laren bis hin zur Insel L√•ngholmen. Im Eingangsbereich des Treppenhauses finden sich Stuckarbeiten mit einem Landkartenrelief von Sven Hedins Forschungsgebiet Zentralasien und mit einem Relief des Lamatempels, den er in einer Kopie nach Chicago zur Weltausstellung 1933 gebracht hatte.

Am 29. Oktober 1952 vermachte Sven Hedin die Rechte an seinen B√ľchern und seinen umfangreichen Nachlass in seinem Testament der K√∂niglich Schwedischen Akademie der Wissenschaften; die bald danach gegr√ľndete Sven-Hedin-Stiftung (=Sven Hedins Stiftelse) besitzt alle Eigentumsrechte.

An der Trauerfeier f√ľr Sven Hedin am 1. Dezember 1952 nahmen Vertreter des schwedischen K√∂nigshauses, der schwedischen Regierung, der Schwedischen Akademie und des Diplomatischen Corps teil. Sein Grabstein steht auf dem Friedhof Adolf Fredriks Kyrkog√•rd.

Leben

Prägendes Kindheitserlebnis

Mit 15 Jahren erlebte Sven Hedin die triumphale R√ľckkehr des schwedischen Polarforschers Adolf Erik Nordenski√∂ld nach der erstmaligen Befahrung der Nordostpassage.

Stockholm am 24. April 1880.

Er beschreibt das in seinem Buch Mein Leben als Entdecker folgendermaßen

‚ÄěAm 24. April 1880 lief die Vega in Stockholms Str√∂m ein. Die ganze Stadt war illuminiert. Die H√§user rings um den Hafen flammten im Schein unz√§hliger Lampen und Fackeln. Auf dem Schloss leuchtete in Gasflammen das Sternbild der Vega. Mitten in diesem Lichtermeer glitt das ber√ľhmte Schiff in den Hafen. Mit meinen Eltern und Geschwistern stand ich auf den Bergen von S√∂dermalm, von wo wir eine beherrschende Aussicht hatten. Gr√∂√üte Spannung hatte mich erfasst. Mein ganzes Leben lang werde ich an diesen Tag zur√ľckdenken, er wurde entscheidend f√ľr meinen k√ľnftigen Weg. Von Kais, Stra√üen, Fenstern und D√§chern dr√∂hnte donnernder Jubel. ‚ÄěSo will ich einst heimkommen‚Äú, dachte ich.‚Äú

Erste Reise nach Persien

Sven Hedin

Im Mai 1885 machte Sven Hedin sein Abitur an der Beskowska-Schule in Stockholm. Danach nahm er das Angebot an, den Sch√ľler Erhard Sandgren als Hauslehrer nach Baku zu begleiten, wo dessen Vater als Ingenieur auf dem Erd√∂lfeld von Robert Nobel arbeitete. Anschlie√üend nahm er im Sommer 1885 einen Monat lang an einem Kurs in Topographie f√ľr Generalstabsoffiziere und einige Wochen lang am Unterricht im Portr√§tzeichnen teil, was seine einzige Ausbildung in Topographie und Zeichnen bleiben sollte.

Am 15. August 1885 reiste er mit Erhard Sandgren nach Baku. Er unterrichtete ihn dort sieben Monate lang und begann in dieser Zeit, Latein, Franz√∂sisch, Deutsch, Persisch, Russisch, Englisch und Tatarisch zu lernen. In sp√§terer Zeit erlernte er einige persische Dialekte sowie T√ľrkisch, Kirgisisch, Mongolisch, Tibetisch und etwas Chinesisch.

Am 6. April 1886 verlie√ü Sven Hedin Baku und fuhr mit dem Raddampfer √ľber das Kaspische Meer und ritt durch das Elburs-Gebirge nach Teheran, Isfahan, Schiraz und zur Hafenstadt Buschehr. Von dort fuhr er mit dem Schiff den Tigris aufw√§rts bis Bagdad, kehrte √ľber Kermanschah nach Teheran zur√ľck und reiste durch den Kaukasus √ľber das Schwarze Meer nach Konstantinopel und von dort aus heim nach Schweden, wo er am 18. September 1886 eintraf. √úber diese Reise ver√∂ffentlichte er 1887 das Buch Durch Persien, Mesopotamien und Kaukasien.

Studium

Sven Hedin studierte beim Geologen Waldemar Christofer Br√łgger in Stockholm und in Uppsala von 1886 bis 1888 Geologie, Mineralogie, Zoologie und Latein. Im Dezember 1888 wurde er Kandidat der Philosophie. Vom Oktober 1889 bis zum M√§rz 1890 studierte er in Berlin bei Ferdinand Freiherr von Richthofen.

Zweite Reise nach Persien

Am 12. April 1890 begleitete er als Dolmetscher und Vizekonsul eine schwedische Gesandtschaft nach Persien, die dem Schah von Persien die Insignien des Seraphinenordens √ľberreichen sollte. In Teheran nahm er 1890 zusammen mit der schwedischen Gesandtschaft an der Audienz des Schahs NńĀser ad-Dńęn Schah teil. Er unterhielt sich mit ihm und begleitete ihn in das Elburs-Gebirge. Am 11. Juli bestieg er mit drei Begleitern den Damavand (5.604 m) und sammelte dort Prim√§rmaterial f√ľr seine Dissertation. Ab September reiste er auf der Seidenstra√üe √ľber Mashad, Aschgabat, Buchara, Samarkand, Taschkent und Kaschgar an den Westrand der W√ľste Taklamakan. Auf der Heimfahrt besuchte er das Grab des russischen Asienforschers Nikolai Michailowitsch Prschewalski (= Przewalski) in Karakol am Ufer des Sees Yssykk√∂l. Am 29. M√§rz 1891 kehrte er nach Stockholm zur√ľck. √úber diese Reise ver√∂ffentlichte Sven Hedin die B√ľcher K√∂nig Oscars Gesandtschaft zum Schah von Persien im Jahre 1890 und Durch Chorasan und Turkestan.

Promotion und Berufsentscheidung

Sven Hedins Vorbild Adolf Erik Nordenskiöld

Am 27. April 1892 fuhr Sven Hedin nach Berlin, um sein Studium bei Ferdinand Freiherr von Richthofen fortzusetzen. Anfang Juli reiste er weiter nach Halle, h√∂rte Vorlesungen bei Alfred Kirchhoff und promovierte bei ihm im selben Monat zum Doktor der Philosophie mit der 28-seitigen Dissertation Der Demawend nach eigener Beobachtung. Diese Dissertation ist eine Kurzfassung eines Abschnittes aus seinem Buch K√∂nig Oscars Gesandtschaft zum Schah von Persien im Jahre 1890. Eric Wennerholm schreibt dazu: ‚ÄěIch kann zu keinem anderen Ergebnis kommen, (als) dass Sven den Dr. phil. mit 27 Jahren nach einem zusammengerechnet nur achtmonatigen Studium und dem eineinhalbt√§gigen Sammeln von Prim√§rmaterial auf dem schneebedeckten Gipfel des Demavend bekam.‚Äú

Ferdinand Freiherr von Richthofen hatte Hedin nahegelegt, nicht nur ein fl√ľchtiges Studium zu absolvieren, sondern sich gr√ľndlich mit allen Zweigen der geographischen Wissenschaft und den Methoden der Forschungsarbeit vertraut zu machen, damit er sp√§ter als Forschungsreisender arbeiten k√∂nne. Sven Hedin verzichtete darauf und erkl√§rte das im Alter so: ‚ÄěIch war dieser Forderung nicht gewachsen. Ich war zu fr√ľh auf die wilden Wege Asiens hinausgekommen, ich hatte zu viel von der Pracht und Herrlichkeit des Orients, von der Stille der W√ľsten und der Einsamkeit der langen Wege versp√ľrt. Ich konnte mich mit dem Gedanken nicht befreunden, wieder f√ľr l√§ngere Zeit auf der Schulbank zu sitzen.‚Äú

Damit hatte sich Sven Hedin entschlossen, Entdeckungsreisender zu werden. Ihn reizte es, die letzten wei√üen Flecken auf der Landkarte Asiens aufzusuchen und diese in Europa unbekannten Gebiete zu kartieren. Als Entdeckungsreisender wurde Sven Hedin wichtig f√ľr die asiatischen und die europ√§ischen Gro√üm√§chte, die ihn hofierten und zu zahlreichen Vortr√§gen einluden, um von ihm topografische, wirtschaftliche und strategische Informationen √ľber Innerasien zu bekommen, das sie zu ihrem Einflussbereich z√§hlten. Als die Zeit der Entdeckungsreisenden um 1920 vor√ľber war, begn√ľgte sich Sven Hedin damit, f√ľr ausgebildete Forschungsreisende die Chinesisch-Schwedische Expedition zu organisieren.

Erste Expedition

Zwischen 1893 und 1897 erforschte Sven Hedin das Hochgebirge des Pamir, bereiste in Xinjiang das Tarimbecken mit der Sandw√ľste Taklamakan, dem See Karakoshun und dem Bosten-See und erforschte schlie√ülich Nord-Tibet. Er legte dabei 26.000 km zur√ľck und kartografierte davon 10.498 km auf 552 Bl√§ttern. Etwa 3.500 km f√ľhrten durch ein vorher unbekanntes Gebiet.

Die Forschungsreisen von Sven Hedin 1886‚Äď1935. Die Reiserouten der Mitarbeiter Sven Hedins w√§hrend der Chinesisch-Schwedischen Expedition 1927‚Äď1935 sind nicht dargestellt.

Zu dieser Expedition brach er am 16. Oktober 1893 in Stockholm auf, reiste √ľber Sankt Petersburg und Taschkent zum Pamir. Mehrere Versuche, 1894 den 7.546 Meter hohen Muztagata, den Vater der Eisberge, im Pamir-Gebirge zu besteigen, schlugen fehl. Er blieb bis zum April 1895 in Kaschgar und brach dann am 10. April mit vier einheimischen Begleitern vom Dorf Merket auf, um die W√ľste Taklamakan √ľber Tusluk bis zum Fluss Khotan-darja zu durchqueren. Da der Trinkwasservorrat nicht ausreichte, verdursteten sieben Kamele sowie (nach Sven Hedins dramatisierter und wahrscheinlich unhistorischer Darstellung) zwei seiner Begleiter. Bruno Baumann bereiste im April 2000 diese Route mit einer Kamelkarawane und recherchierte, dass wenigstens einer der beiden nach Sven Hedins Beschreibung verdursteten Begleiter die Expedition √ľberlebt hatte und dass es einer Kamelkarawane im Fr√ľhjahr auf dieser Route nicht m√∂glich ist, ausreichend Trinkwasser f√ľr Kamele und Reisende mitzunehmen.[2]

Nach anderen Quellen verhielt es sich so, dass Hedin bei Expeditionsbeginn vers√§umte, die Trinkwasservorr√§te seiner Karawane vollst√§ndig aufzuf√ľllen und nur mit der H√§lfte der m√∂glichen Wassermenge in die W√ľste aufbrach. Als er den Fehler bemerkte, war es f√ľr die R√ľckkehr zu sp√§t. Hedin soll - besessen von seinem Forschungsdrang - die Karawane im Stich gelassen haben und allein mit seinem Diener zu Pferde weitergezogen sein. Als auch der Begleiter wegen Wassermangels zusammenbrach, lie√ü Hedin auch ihn zur√ľck und erreichte mit letzter Kraft eine Wasserstelle. Von dort kehrte Hedin jedoch mit Wasser zu seinem Diener zur√ľck und rettete ihn. Dennoch trug ihm sein r√ľcksichtsloses Verhalten massive Kritik ein.[3]

Nach einem Zwischenaufenthalt in Kaschgar suchte Hedin im Januar 1896 die 1500 Jahre alten Ruinenst√§dte Dandan Oilik (= Dandan √Ėiliq) und Kara Dung auf, die nord√∂stlich von Khotan in der W√ľste Taklamakan liegen. Anfang M√§rz entdeckte er den Bosten-See (= Bagrasch-k√∂l = Bagrax-hu), einen der gr√∂√üten Binnenseen Zentralasiens. Er berichtete, dass der Bosten-See von einem einzigen gewaltigen Zufluss, dem H√§dik-gol (= Chaidu-gol = (Kaidu-he)), gespeist wird. Er kartografierte den See Karakoshun und kehrte am 27. Mai nach Khotan zur√ľck. Am 29. Juni brach er von dort mit seiner Karawane auf zur Durchquerung von Nord-Tibet und China bis hin nach Peking, wo er am 2. M√§rz 1897 eintraf. √úber die Mongolei und Russland kehrte er nach Stockholm zur√ľck.

Zweite Expedition

1899 bis 1902 folgte in Zentralasien eine erneute Expedition durch das Tarimbecken, durch Tibet und Kaschmir nach Kalkutta. Dabei befuhr Hedin die Fl√ľsse Jarkent-darja, Tarim und Kontsche-darja und fand das trockene Flussbett des Kum-darja und das ausgetrocknete Seebecken des Lop Nor. In der N√§he des Lop Nor entdeckte er die Ruinen der 340 x 310 m gro√üen, von einer Mauer umgebenen ehemaligen K√∂nigsstadt und sp√§teren chinesischen Garnisonsstadt Loulan mit dem Ziegelgeb√§ude des chinesischen Milit√§rkommandanten, einem Stupa und 19 aus Pappelholz gebauten Wohnh√§usern. Au√üerdem fand er ein Holzrad, das von einem pferdegezogenen Karren (Arabas genannt) stammte, sowie einige hundert Schriftdokumente aus Holz, Papier und Seide in der Kharoshthi-Schrift. Sie gaben Aufschluss √ľber die Geschichte der Stadt Loulan, die am See Lop Nor gelegen hatte und von den Bewohnern um 330 verlassen wurde, weil der See austrocknete und damit das Trinkwasser fehlte.

Bei seinen Reisen 1900 und 1901 nach Tibet versuchte Sven Hedin vergeblich, in die f√ľr Europ√§er verbotene Stadt Lhasa zu kommen. √úber Leh im heutigen Ladakh und √ľber Kaschmir kam er nach Indien und reiste dort √ľber Lahore, Delhi, Agra, Lucknow und Benares nach Kalkutta, um George Nathaniel Curzon, den englischen Vizek√∂nig von Indien, zu besuchen.

Bei dieser Expedition entstanden 1149 Kartenbl√§tter, auf denen Sven Hedin neu entdecktes Land darstellte. Er beschrieb 1903 als erster die sogenannten Yardangs in der W√ľste Lop Nor.

Dritte Expedition

1905‚Äď1908 erforschte er die W√ľsten Persiens, das westliche Hochland Tibets und den Transhimalaya, der danach vor√ľbergehend Hedin-Gebirge genannt wurde. Er besuchte den 9. Panchen Lama in der Klosterstadt Taschi Lhumpo (= Taschilunpo oder Zhaxilh√ľnbo) in Xigaz√™. Sven Hedin war der erste Europ√§er, der in die Kailash-Region gelangte, zum heiligen See Manasarovar und zum heiligen Berg Kailash, dem Mittelpunkt der Welt nach der buddhistischen und hinduistischen Mythologie. Wichtigstes Ziel der Expedition war die Suche nach den Quellen des Indus und des Brahmaputra, die Hedin auch beide fand. Von Indien aus kehrte er mit dem Schiff √ľber Japan nach Stockholm zur√ľck.

Von dieser Expedition brachte er eine Sammlung von Gesteinsproben als geologisches Material mit, die im Magazin der Bayerischen Staatssammlung f√ľr Pal√§ontologie und Geologie in der M√ľnchener Universit√§t aufbewahrt und ausgewertet wird. Diese Sedimentgesteine wie Brekzien, Konglomerate, Kalksteine und Tonschiefer sowie vulkanische Gesteine und Granite, dokumentieren die geologische Vielfalt der Gebiete, die Sven Hedin bei dieser Expedition besuchte.

Sven Hedin und die Monarchien in Schweden und Deutschland

Hedin war monarchistisch gepr√§gt. Ab 1905 nahm er in seiner schwedischen Heimat Stellung gegen die heranwachsende Demokratie. Er warnte vor den Gefahren, die seiner Meinung nach von Russland ausgingen und forderte eine milit√§rische Aufr√ľstung. August Strindberg war in diesen Fragen einer seiner Widersacher. 1912 engagierte sich Hedin √∂ffentlich f√ľr den Schwedischen Panzerkreuzer-Verein. Mit Spenden aus der Bev√∂lkerung konnte daraufhin das Kriegsschiff Sverige gebaut werden.

Zum Deutschland des Kaiserreichs, das er w√§hrend des Studiums kennen gelernt hatte, entwickelte er eine besondere Affinit√§t. Dies zeigte sich in seiner Verehrung des deutschen Kaisers Wilhelm II, den er auch noch in dessen Exil in den Niederlanden besuchte. Sven Hedin f√ľhlte sich zu den f√ľhrenden Personen seiner Zeit hingezogen und mystifizierte sie, oft ohne deren Handeln zu hinterfragen, weil er davon ausging, dass ihre Integrit√§t durch ihr Amt verb√ľrgt sei. So verhielt er sich auch loyal zu Mao Tse-tung und Adolf Hitler. Zeit seines Lebens behielt er ein romantisiertes Deutschlandbild, in dem Deutschland die Rolle einer Weltmacht hatte, deren Aufgabe es auch war, Schweden und Norwegen vor √úbergriffen Russlands zu sch√ľtzen.

Den Ersten Weltkrieg sah er als Kampf der Germanen (insbesondere gegen Russland) und ergriff in B√ľchern wie Ein Volk in Waffen. Den deutschen Soldaten gewidmet entsprechend Partei. Als Folge verlor er seine Freunde in Frankreich und England und wurde aus der britischen Royal Geographical Society ausgeschlossen.

Die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg und der damit verbundene internationale Bedeutungsverlust Deutschlands trafen ihn tief. Dass Schweden 1920, nach dem Scheitern des Kapp-Putsches, Wolfgang Kapp als politischen Fl√ľchtling aufnahm, soll in erster Linie seinem Wirken zuzuschreiben sein.[4]

Autofahrt durch die Mongolei

1923 kam Sven Hedin √ľber die USA, wo er den Grand Canyon besuchte, und √ľber Japan nach Peking. Wegen der Unruhen in China musste er auf eine Expedition nach Xinjiang verzichten. Stattdessen reiste er zusammen mit dem landeskundigen Kaufmann Herzog Frans August Larson (genannt Der Herzog der Mongolei) im November und Dezember in einem Dodge-Automobil von Peking durch die Mongolei √ľber Ulan Bator nach Verkhne-Udinks (= Werchne Udinsk) und von dort in der Transsibirischen Eisenbahn weiter nach Moskau.

Vierte Expedition

‚Üí Hauptartikel: Chinesisch-Schwedische Expedition

Sven Hedin leitete von 1927 bis 1935 die internationale Chinesisch-Schwedische Expedition, die die meteorologischen, topographischen und prähistorischen Gegebenheiten in der Mongolei, der Gobi und Xinjiang untersuchte.

Sven Hedin sprach von der wandernden Universit√§t, in der die beteiligten Wissenschaftler nahezu selbstst√§ndig arbeiteten, w√§hrend Sven Hedin wie ein Manager vor Ort mit den Beh√∂rden verhandelte, Entscheidungen f√§llte, alles Notwendige organisierte, Geld beschaffte und die zur√ľckgelegten Routen aufzeichnete. Er gab Arch√§ologen, Astronomen, Botanikern, Geographen, Geologen, Meteorologen und Zoologen aus Schweden, Deutschland und China die M√∂glichkeit, an der Expedition teilzunehmen und Forschung in ihren Spezialgebieten zu betreiben.

Umschlag eines Briefes von Sven Hedin an seine Schwester Alma mit chinesischen Briefmarken, die aus Anlass der Chinesisch-Schwedischen Expedition herausgegeben wurden.

In Nanjing traf er Chiang Kai-shek, der daraufhin zum F√∂rderer der Expedition wurde. Die Chinesisch-Schwedische Expedition wurde mit einer chinesischen Briefmarkenserie (Michel-Katalog Mittel- und Ostasien: China Nr. 246‚Äď249) in einer Auflage von 25.000 Exemplaren geehrt. Die vier Briefmarken zeigen Kamele an einem Standlager mit dem Wimpel der Expedition und tragen den chinesischen Schriftzug Postverwaltung des bl√ľhenden Reichs der Mitte und in lateinischer Sprache darunter: Wissenschaftliche Expedition in die nordwestliche Provinz Chinas 1927‚Äď1933. Als Vorlage f√ľr die Briefmarken diente das Gem√§lde Nomaden in der W√ľste im Palastmuseum Peking. Von den 25.000 S√§tzen kamen 4.000 S√§tze in den Schalterverkauf und 21.500 S√§tze in den Besitz der Expedition. Sven Hedin verwendete sie zur Finanzierung der Expedition und verkaufte sie zu einem Preis von 5 Dollar pro Briefmarke.

Der erste Teil der Expedition f√ľhrte in den Jahren 1927 bis 1932 von Peking √ľber Baotou zur Mongolei, in die W√ľste Gobi und durch Xinjiang nach Urumtschi und in den n√∂rdlichen und √∂stlichen Bereich des Tarimbeckens. Die Expedition brachte eine F√ľlle wissenschaftlicher Ergebnisse, die bis in die Gegenwart hinein ver√∂ffentlicht werden. F√ľr China war beispielsweise die Entdeckung bestimmter Lagerst√§tten von Erzen, Eisen, Mangan, √Ėl, Kohle und Gold von gro√üer wirtschaftlicher Bedeutung. In Anerkennung seiner Leistungen √ľberreichte ihm die Gesellschaft f√ľr Erdkunde zu Berlin 1933 die Ferdinand-von-Richthofen-Medaille; dieselbe Ehrung wurde auch Erich von Drygalski f√ľr seine Gauss-Expedition in die Antarktis und Alfred Philippson f√ľr seine √Ąg√§is-Forschung zuteil.

Von Ende 1933 bis 1934 f√ľhrte Hedin im Auftrag der Kuomintang-Regierung unter Chiang Kai-shek in Nanjing eine chinesische Expedition durch, um M√∂glichkeiten f√ľr Bew√§sserungsma√ünahmen zu √ľberpr√ľfen und um Pl√§ne und Karten f√ľr den Bau zweier Autostra√üen entlang der Seidenstra√üe von Peking nach Xinjiang zu erstellen. Nach seinen Pl√§nen wurden sp√§ter gro√üe Bew√§sserungsanlagen erstellt, Siedlungen errichtet und Autostra√üen auf der Seidenstra√üe von Peking bis Kaschgar gebaut, die es erlauben, das Tarimbecken vollst√§ndig zu umfahren.

Ein Thema der Geografie Zentralasiens, mit dem Hedin sich jahrzehntelang besonders intensiv auseinandersetzte, war der von ihm so genannte ‚Äěwandernde See‚ÄĚ Lop Nor. Im Mai 1934 begann er seine Flussexpedition zu diesem See. Er fuhr zwei Monate lang im Boot auf dem Kontsche-darja und dem Kum-Darja bis zum Lop Nor, der seit 1921 mit Wasser gef√ľllt worden war. Nachdem der See durch Bew√§sserungsma√ünahmen seit 1971 ausgetrocknet war, erm√∂glichte die oben erw√§hnte Verkehrsanbindung der Volksrepublik China, im Lop Nor das chinesische Kernwaffentestgel√§nde Lop Nor zu errichten.

F√ľr die R√ľckfahrt w√§hlte Sven Hedin die s√ľdliche Route der Seidenstra√üe √ľber Hotan (= Chotan = Khotan) bis Xi'an, wo die Expedition am 7. Februar 1935 ankam. Er reiste weiter nach Peking zum Pr√§sidenten Lin Sen und nach Nanjing zu Chiang Kai-shek. Seinen 70. Geburtstag feierte er am 19. Februar 1935 in Anwesenheit von 250 Mitgliedern der Kuomintang-Regierung, denen er alles wissenswerte √ľber die Chinesisch-Schwedische Expedition mitteilte. An diesem Tage wurde er von der chinesischen Regierung mit dem brillierenden Jadeorden 2. Klasse[5] ausgezeichnet.

Am Ende der Expedition befand sich Sven Hedin in einer schwierigen finanziellen Lage. An der Deutsch-Asiatischen Bank in Peking hatte er betr√§chtliche Schulden hinterlassen. Er zahlte sie ab mit den Honoraren, die er f√ľr seine B√ľcher und Vortr√§ge bekam. In den Monaten nach seiner R√ľckkehr hielt er 111 Vortr√§ge in 91 deutschen St√§dten, au√üerdem 19 Vortr√§ge in Nachbarl√§ndern. Dazu legte er in 5 Monaten eine Strecke von der L√§nge des √Ąquators zur√ľck, 23.000 Kilometer mit der Bahn und 17.000 Kilometer mit dem Auto. Vor seinem Vortrag am 14. April 1935 in Berlin traf er Adolf Hitler.

Sven Hedin und der Nationalsozialismus in Deutschland

Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten

Sven Hedin traf wiederholt Adolf Hitler und andere f√ľhrende Nationalsozialisten, mit denen er auch im regelm√§√üigen Briefwechsel stand. Inhalt der h√∂flich formulierten Briefwechsel waren in der Regel Terminabsprachen, Geburtstagsgl√ľckw√ľnsche, geplante oder fertiggestellte Ver√∂ffentlichungen von Sven Hedin sowie Bitten von Sven Hedin um Begnadigung zum Tode Verurteilter, um Verschonung, Hafterleichterung, Freilassung und Ausreise von in Gef√§ngnissen oder Konzentrationslagern Internierten. In Briefwechseln mit Joseph Goebbels und Hans Dr√§ger erreichte Sven Hedin Jahr f√ľr Jahr den Druck der Herrnhuter Losungen.[6]

Die Nationalsozialisten versuchten, Sven Hedin mit Ehrungen an sich zu binden. Sie gaben ihm den Auftrag, bei den Olympischen Sommerspielen 1936 im Berliner Olympiastadion die Ansprache Sport als Erzieher zu halten. Sie machten ihn zum Ehrenmitglied der Deutsch-Schwedischen Vereinigung Berlin E.V.. Im Jahr 1938 √ľberreichten sie ihm die Ehrenplakette der Stadt Berlin. Sie verliehen ihm w√§hrend seines 75. Geburtstages am 19. Februar 1940 das Gro√ükreuz des Deutschen Adlerordens; kurz zuvor hatten sie Henry Ford und Charles Lindbergh damit ausgezeichnet. Zum Jahresende 1942/1943 entlie√üen sie (auf Sven Hedins Wunsch hin) den Osloer Philologieprofessor und Universit√§tsrektor Didrik Arup Seip aus dem Konzentrationslager Sachsenhausen[7], um Hedins Einverst√§ndnis zu weiteren Ehrungen w√§hrend der 470-Jahrfeier der Universit√§t M√ľnchen zu erreichen. Am 15. Januar 1943 erhielt er die Goldmedaille der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Am 16. Januar 1943 wurde ihm die Ehrendoktorw√ľrde der Naturwissenschaftlichen Fakult√§t der Universit√§t M√ľnchen verliehen.[8] Am selben Tag gr√ľndeten die Nationalsozialisten in seiner Anwesenheit das Sven-Hedin-Institut f√ľr Innerasienforschung mit Sitz im Schloss Mittersill, das angeblich der langfristigen Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Erbes der Asienforscher Sven Hedin und Wilhelm Filchner dienen sollte. Es wurde aber stattdessen von Heinrich Himmler als Institut der Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe e.V. missbraucht.[9]

Sven Hedin setzte sich medienwirksam f√ľr den Nationalsozialismus ein, zum Beispiel auf dem 1. Treffen der pro-nazistischen Reichsvereinigung Schweden-Deutschland, deren Mitglied er war, am 28. M√§rz 1939 in Stockholm. Er hielt die Hauptrede auf dieser √∂ffentlichen Versammlung. Darin griff er die "Verleumdung der linken schwedischen Presse gegen Hitler" scharf an und bezeichnete sie als eine "Taktlosigkeit gegen√ľber einem gro√üen Nachbarn". Auch nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches bereute er seine Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten nicht; denn diese Zusammenarbeit habe es ihm erm√∂glicht, zahlreiche Opfer des Nationalsozialismus vor Hinrichtungen oder dem Tod in Vernichtungslagern zu retten.

Seiner Bewunderung f√ľr das Dritte Reich und dessen F√ľhrer gab Sven Hedin auch in einem Nekrolog Ausdruck, den er auf die Bitte der liberalen Tageszeitung Dagens Nyheter, der gr√∂√üten Tageszeitung Schwedens, schrieb. Er schloss mit den S√§tzen:

‚ÄěHeute bewahre ich eine tiefe und unausl√∂schliche Erinnerung an Adolf Hitler und betrachte ihn als einen der gr√∂√üten Menschen, den die Weltgeschichte besessen hat. Nun ist er tot. Aber sein Werk wird weiterleben. Er verwandelte Deutschland in eine Weltmacht. Jetzt steht dieses Deutschland am Rande eines Abgrunds, da seine Widersacher seine anwachsende St√§rke und Macht nicht ertragen konnten. Aber ein Volk von achtzig Millionen, das sechs Jahre lang gegen die ganze Welt mit Ausnahme Japans Stand gehalten hat, kann nie vernichtet werden. Die Erinnerung an den gro√üen F√ľhrer wird im deutschen Volk Jahrtausende von Jahren weiterleben. (Dagens Nyheter, 2. Mai 1945).‚Äú

Sven Hedins Kritik am Nationalsozialismus

‚ÄěManches in der Anfangszeit der nationalsozialistischen Herrschaft fand seinen Beifall. Er scheute sich jedoch nicht, Kritik zu √ľben, wo ihm dies notwendig erschien, so besonders in der Frage der Judenverfolgung, des Kampfes gegen die Kirchen und der Unterbindung der freien Wissenschaft.‚Äú

‚Äď Johannes Paul 1954 √ľber Sven Hedin[10]

Im Jahr 1937 weigerte sich Sven Hedin, sein Buch Deutschland und der Weltfrieden in Deutschland zu ver√∂ffentlichen, weil das Reichsministerium f√ľr Volksaufkl√§rung und Propaganda auf der Streichung NS-kritischer Passagen bestand. Im Brief von Sven Hedin an Staatssekret√§r Walther Funk vom 16. April 1937 wird deutlich, was er damals, in der Zeit vor der Einrichtung von Vernichtungslagern, am Nationalsozialismus kritisierte:

‚ÄěAls wir zuerst √ľber meinen Plan, ein Buch zu schreiben, gesprochen haben, erkl√§rte ich, dass ich nur objektiv, wissenschaftlich, eventuell kritisch nach meinem Gewissen schreiben wollte, und Sie fanden dies vollkommen richtig und nat√ľrlich. Jetzt habe ich auch in sehr freundlicher und milder Form hervorgehoben, dass die Entfernung der bedeutenden j√ľdischen Professoren, die der Menschheit grosse Dienste geleistet hatten, Deutschland sch√§dlich gewesen ist und dass dadurch viele Agitatoren im Ausland gegen Deutschland entstanden sind. Die Haltung, die ich hier eingenommen habe, geschah also nur im Interesse Deutschlands.

Dass ich be√§ngstigt bin, dass die von mir sonst √ľberall gelobte und bewunderte Erziehung der deutschen Jugend zu wenig mit den Fragen der Religion und Ewigkeit in Ber√ľhrung kommt, geschieht auch aus Liebe und Sympathie f√ľr das deutsche Volk, und als Christ empfinde ich es als eine Pflicht, dies offen zu sagen, und zwar in der √úberzeugung, dass das Volk Luthers, das durch und durch religi√∂s ist, mich verstehen wird.

Vor meinem Gewissen habe ich bis jetzt niemals kapituliert und werde es auch diesmal nicht tun. Deshalb wird nichts gestrichen.[11]“

Sven Hedin veröffentlichte das Buch anschließend in Schweden.[12]

Einsatz f√ľr die Freilassung von deportierten Juden

Nachdem er sich geweigert hatte, seine Kritik am Nationalsozialismus aus seinem Buch Deutschland und der Weltfrieden zu entfernen, entzogen die Nationalsozialisten Hedins j√ľdischem Freund Alfred Philippson und seiner Familie 1938 die Reisep√§sse, um sie an der beantragten Ausreise ins amerikanische Exil zu hindern und als Faustpfand Sven Hedin gegen√ľber in Deutschland zu behalten. Nun √§u√üerte sich Sven Hedin in seinem Buch F√ľnfzig Jahre Deutschland wohlwollender gegen√ľber den Nationalsozialisten, unterwarf sich gegen sein Gewissen der Zensur des Reichsministeriums f√ľr Volksaufkl√§rung und Propaganda und ver√∂ffentlichte das Buch in Deutschland.

Am 8. Juni 1942 verst√§rkten die Nationalsozialisten den Druck auf Sven Hedin, indem sie Alfred Philippson mit seiner Familie in das KZ Theresienstadt deportierten. Sie erreichten dadurch, dass Hedin 1942 das Buch Amerika im Kampf der Kontinente gegen sein Gewissen in Kooperation mit dem Reichsministerium f√ľr Volksaufkl√§rung und Propaganda und anderen Regierungsstellen schrieb und in Deutschland ver√∂ffentlichte. Als Gegenleistung stuften die Nationalsozialisten Alfred Philippson als ‚ÄěA-prominent‚Äú ein und gew√§hrten seiner Familie Hafterleichterungen, sodass diese letztlich √ľberleben konnte.

Hedin stand jahrzehntelang im Briefwechsel mit Alfred Philippson und sandte ihm regelm√§√üig Lebensmittelpakete in das KZ Theresienstadt. Am 29. Mai 1946 schrieb ihm Alfred Philippson (w√∂rtliches Zitat, gek√ľrzt): Mein lieber Hedin! Die Er√∂ffnung der Briefpost nach dem Ausland gibt mir die M√∂glichkeit, Ihnen zu schreiben ‚Ķ Wir denken oft mit herzlicher Dankbarkeit an unseren Lebensretter, dem allein es zuzuschreiben ist, dass wir die schreckliche Zeit dreij√§hriger Einschlie√üung und Hungers im KZ Theresienstadt lebend √ľberstanden haben, in meinem Alter ein wahres Wunder. Es ist Ihnen bekannt, das wir wenigen √úberlebenden schlie√ülich, einige Tage vor dem uns bevorstehenden Gastod, befreit worden sind. Wir, meine Frau, Tochter und ich sind dann am 9/10. Juli 1945 in einem Autobus der Stadt Bonn hierher in unsere fast zur H√§lfte zerst√∂rte Heimatstadt zur√ľckgebracht worden ‚Ķ Sven Hedin antwortete am 19. Juni 1946 (w√∂rtliches Zitat, gek√ľrzt): ‚Ķ Es war zu sch√∂n zu erfahren, dass unsere Bem√ľhungen nicht vergebens gewesen waren. In diesen schweren Jahren haben wir √ľber hundert √§hnliche gehabt, ungl√ľckliche Menschen, die nach Polen geschleppt wurden, zu retten, aber in den aller meisten F√§llen ist es uns nicht gelungen. Einigen Norwegern haben wir doch helfen k√∂nnen. Mein Heim in Stockholm wurde zu einer Art Informations- und Hilfsb√ľro verwandelt und ich hatte dabei vorz√ľgliche Hilfe von Dr. Paul Grassmann, Presseattach√© in der Deutschen Gesandtschaft in Stockholm. Auch er hat keine M√ľhe gespart, um in der humanit√§ren Arbeit t√§tig zu sein. Aber in fast keinem Fall ist es so gl√ľcklich gegangen wie in Ihren, lieber alter Freund! Und wie sch√∂n, dass Sie wieder in Bonn sind. ‚Ķ[13] Die Namen und Schicksale der √ľber hundert deportierten Juden, f√ľr deren Freilassung sich Sven Hedin eingesetzt hat, sind noch nicht erforscht. Die Namen und Schicksale der Norweger sind aber bekannt.

Einsatz f√ľr die Freilassung von deportierten Norwegern

Sven Hedin setzte sich f√ľr den norwegischen Dichter Arnulf √ėverland und f√ľr den Osloer Philologieprofessor und Universit√§tsdirektor Didrik Arup Seip ein, die sich im Konzentrationslager Sachsenhausen befanden. Er erreichte die Freilassung von Didrik Arup Seip, aber seine Bem√ľhungen um die Freilassung von Arnulf √ėverland blieben vergeblich; Arnulf √ėverland √ľberlebte dennoch das Konzentrationslager.

Einsatz f√ľr die Begnadigung zum Tode Verurteilter

Nachdem der dritte Senat des Reichskriegsgerichts in Berlin die zehn Norweger Sigurd Jakobsen, Gunnar Hellesen, Helge B√łrseth, Siegmund Brommeland, Peter Andree Hjelmervik, Siegmund Rasmussen, Gunnar Carlsen, Knud Gjerstad, Christian Oftedahl und Frithiof Lund am 24. Februar 1941 wegen angeblicher Spionage zum Tode verurteilt hatte, setzte sich Sven Hedin √ľber den Generaloberst Nikolaus von Falkenhorst bei Adolf Hitler erfolgreich f√ľr deren Begnadigung ein. Die Todesstrafe wurde am 17. Juni 1941 von Adolf Hitler durch 10 Jahre Zwangsarbeit ersetzt. Die wegen gleicher Anklage zur Zwangsarbeit verurteilten Norweger Carl W. Mueller, Knud Naerum, Peder Fagerland, Ottar Ryan, Tor Gerrard Rydland, Hans Bernhard Risanger und Arne S√łrvag erhielten auf Sven Hedins Gesuch hin am 17. Juni 1941 von Adolf Hitler reduzierte Strafen. Hans Bernhard Risanger starb jedoch im Gef√§ngnis wenige Tage vor seiner Entlassung.

Als Nikolaus von Falkenhorst seinerseits am 2. August 1946 von dem englischen Milit√§rgericht als Verantwortlicher f√ľr die Erschie√üung von Angeh√∂rigen britischer Kommando-Unternehmen zum Tode durch Erschie√üen verurteilt worden war, erreichte Sven Hedin dessen Begnadigung am 4. Dezember 1946 mit dem Hinweis, Nikolaus von Falkenhorst habe sich ebenfalls f√ľr die Begnadigung der zehn zum Tode verurteilten Norweger eingesetzt. Am 4. Dezember 1946 wurde die Todesstrafe von dem englischen Milit√§rgericht durch 20 Jahre Haft ersetzt. Nikolaus von Falkenhorst wurde schlie√ülich am 13. Juli 1953 vorzeitig aus dem Kriegsverbrechergef√§ngnis Werl freigelassen.[14]

Auszeichnungen

Epitaph f√ľr Sven Hedin von Liss Erikson (1959) in der Adolf Fredriks kyrka in Stockholm.

1902 wurde Sven Hedin aufgrund seiner Verdienste, als letzter Schwede √ľberhaupt, von K√∂nig Oskar II. geadelt. Oskar II. schlug ihm vor, dem Namen Hedin eines der beiden in Schweden gebr√§uchlichen Adelspr√§dikate af oder von vorauszustellen; aber Sven Hedin verzichtete in dem Briefwechsel mit dem K√∂nig darauf. Der Verzicht auf das Adelspr√§dikat war in Schweden bei vielen Adelsfamilien √ľblich. Das Wappen von Sven Hedin befindet sich zusammen mit den Wappen der etwa zweitausend Adelsgeschlechter an einer Wand des gro√üen Saales im Riddarhuset, dem Versammlungshaus des schwedischen Adels in der Stockholmer Altstadt Gamla Stan.

Sven Hedin wurde 1905 in die K√∂nigliche Schwedische Akademie der Wissenschaften aufgenommen und 1909 in die K√∂nigliche Schwedische Akademie der Kriegswissenschaften gew√§hlt. Von 1913 bis 1952 war er auf dem sechsten von 18 St√ľhlen gew√§hltes Mitglied der Schwedischen Akademie. Dadurch hatte er Stimmrecht bei der Wahl von Nobelpreistr√§gern.

Er war Ehrenmitglied zahlreicher schwedischer und ausländischer wissenschaftlicher Gesellschaften und Institutionen, die ihn mit etwa 40 Goldmedaillen auszeichneten; 27 dieser Medaillen sind in Stockholm in dem Kungliga myntkabinettet in einer Vitrine ausgestellt.

Er wurde ausgezeichnet als Dr. phil. h.c. der Universit√§ten Oxford (1909), Cambridge (1909), Heidelberg (1928), Uppsala (1935), M√ľnchen (1943) und der Handelshochschule Berlin (1931), als Dr. jur. h.c. der Universit√§t Breslau (1915), als Dr. med. h.c. der Universit√§t Rostock (1919).

Zahlreiche L√§nder verliehen ihm Orden;[15] unter anderem wurde er am 9. November 1909 von K√∂nig Eduard VII. zum Knight Commander of the Order of the Indian Empire ernannt. Als Ausl√§nder war er zwar nicht befugt, den damit verbundenen Titel Sir zu f√ľhren, doch konnte er seinem Nachnamen Hedin die Bezeichnung KCIE nachstellen.

Nach ihm benannt wurden der Sven-Hedin-Gletscher, der Mondkrater "Hedin", der Enzian Gentiana hedini, die K√§fer Longitarsus hedini und Coleoptera hedini, der Schmetterling Fumea hedini Caradja, die Kr√§uselspinne Dictyna hedini, der fossile Horntr√§ger Tsaidamotherium hedini, der fossile Therapside (ein ‚Äěs√§ugetier√§hnliches Reptil‚Äú) Lystrosaurus hedini sowie Stra√üen und Pl√§tze in St√§dten verschiedener L√§nder (zum Beispiel die "Hedinsgatan" am Tessinparken in Stockholm).

Eine Dauerausstellung mit Funden von Sven Hedin gibt es im Etnografiska Museet in Stockholm.

In der Adolf-Friedrich-Kirche befindet sich das 1959 errichtete Sven-Hedin-Epitaph von Liss Eriksson. Es zeigt Asien auf dem Globus, und es wird gekr√∂nt von einem Kamel. In schwedischer Sprache tr√§gt es die Inschrift: Asiens unbekannte Weiten waren seine Welt ‚Äď Schweden blieb sein Zuhause.

Die Sven-Hedin-Forschung

Quellen f√ľr die Sven-Hedin-Forschung

Eine √úbersicht √ľber die umfangreichen Quellen der Sven-Hedin-Forschung zeigt, dass es zur Zeit schwierig sein d√ľrfte, eine angemessene Beurteilung der Pers√∂nlichkeit und des Werkes von Sven Hedin zu finden. Der √ľberwiegende Teil der Quellen ist noch nicht wissenschaftlich ausgewertet. Selbst das DFG-Projekt Sven Hedin und die deutsche Geographie musste sich auf eine enge Auswahl und auf die stichprobenartige √úberpr√ľfung von Quellen beschr√§nken.

Die Quellen f√ľr die Sven-Hedin-Forschung sind in umfangreichen Archivalien (Prim√§rliteratur, Schriftwechsel, Zeitungsberichte, Nekrologen und Sekund√§rliteratur) enthalten.

  • Die eigenen Ver√∂ffentlichungen von Sven Hedin umfassen etwa 30.000 Seiten.
  • Etwa 2500 Zeichnungen und Aquarelle, Filme und viele Fotografien liegen vor.
  • Dazu kommen 25 B√§nde mit Aufzeichnungen von den Reisen und Expeditionen und 145 B√§nde der regelm√§√üig gef√ľhrten Tageb√ľcher 1930‚Äď1952 mit insgesamt 8267 Seiten.
  • Der umfangreiche Bestand der Sven-Hedin-Stiftung (Sven Hedins Stiftelse), die den Nachlass von Hedin verwaltet, befindet sich im Etnografiska museet bzw. im Riksarkivet in Stockholm.
  • Sven Hedins Briefwechsel liegen im Archiv des Ausw√§rtigen Amtes in Bonn, im Bundesarchiv in Koblenz, im Institut f√ľr L√§nderkunde Leipzig und vor allem im Etnografiska museet bzw. im Riksarkivet in Stockholm. Der gr√∂√üte Teil des Briefnachlasses ist im Riksarkivet untergebracht und f√ľr Forschung und √Ėffentlichkeit zug√§nglich. Dieser Bestand umfasst ca. 50.000 nach L√§ndern und Absendern alphabetisch geordnete Briefe. Bis 30.000 weitere Briefe sind noch ungeordnet archiviert.
  • Der wissenschaftliche Nachlass sowie eine nach Jahren (1895‚Äď1952) geordnete, in 60 Folianten gebundene Sammlung von Zeitungsartikeln √ľber Hedin befinden sich im Etnografiska museet in Stockholm.
  • Die Fundst√ľcke aus Tibet, der Mongolei und Xinjiang befinden sich unter anderem in Stockholm im Etnografiska museet (rund 8000 Einzelst√ľcke), in Uppsala in den Geologischen, Mineralogischen und Pal√§ontologischen Instituten der Universit√§t, in den Magazinr√§umen der Bayerischen Staatssammlung f√ľr Pal√§ontologie und Geologie in M√ľnchen und im History Museum in Beijing.

Sven Hedins Dokumentationen und ihre Bewertung

Sven Hedin sah bei seinen Expeditionen den Schwerpunkt seiner Arbeit in der Feldforschung. Er fertigte Routenaufnahmen an, in denen er viele Tausende von Kilometern seiner Karawanenwege mit den Details eines Messtischblattes festlegte und durch zahllose Höhenmessungen und astronomische Ortsbestimmungen ergänzte. Dabei kombinierte er die Feldkarten mit gezeichneten Panoramen. Er entwarf die ersten genauen Karten von bis dahin unerforschten Gebieten: Pamir, Taklamakan, Tibet, Seidenstraße und Himalaya. Wahrscheinlich war er der erste Europäer, der erkannte, dass der Himalaya ein zusammenhängendes Gebirge ist.

Er untersuchte systematisch die Seen Innerasiens, machte durch viele Jahre sorgf√§ltige klimatologische Beobachtungen und legte umfassende Sammlungen von Gesteinen, Pflanzen, Tieren und Altert√ľmern an. Unterwegs fertigte er Aquarelle, Skizzen, Zeichnungen und Fotografien an, die er sp√§ter in seinen Werken ver√∂ffentlichte. Die beste Druckqualit√§t der Fotografien und Landkarten findet sich in den schwedischen Originalwerken.

Hier sieht man das gesamte Gebiet von Zentralasien, das Sven Hedin durch seine Expeditionen f√ľr die Kartografie und die Forschung erschlossen hat: unten den Himalaya und den Transhimalaya, dar√ľber die Hochebene von Tibet, oben den Pamir, daneben das Tarimbecken mit der Taklamakan-W√ľste.

√úber die Forschungsergebnisse seiner Expeditionen gab Hedin jeweils ein wissenschaftliches Werk heraus. Der Umfang dieser Dokumentationen stieg von Expedition zu Expedition gewaltig an. Seinen Forschungsbericht √ľber die erste Expedition ver√∂ffentlichte er im Jahr 1900 unter dem Titel: Die geographisch-wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien 1894‚Äď97 (Erg√§nzungsband 28 zu Petermanns Mitteilungen), Gotha 1900. Das Werk √ľber die zweite Expedition Scientific Results of a Journey in Central Asia wuchs auf sechs Text- und zwei Atlasb√§nde an. Southern Tibet, die wissenschaftliche Ver√∂ffentlichung √ľber die dritte Expedition, umfasst insgesamt zw√∂lf B√§nde, davon drei Atlanten. Die Ergebnisse der Chinesisch-Schwedischen Expedition wurden in den Reports from the scientific expedition to the north-western provinces of China under leadership of Dr. Sven Hedin. The sino-swedish expedition ver√∂ffentlicht; diese Edition hat 49 Ausgaben.

Diese Dokumentationen waren von Hedin kostbar ausgestattet, und der Preis wurde dadurch so hoch, dass nur wenige Bibliotheken und Institute sie bezahlen konnten. Die immensen Kosten f√ľr die Drucklegung musste Sven Hedin, ebenso wie die Kosten der Expeditionen, zum gr√∂√üten Teil selbst tragen. Er verwendete dazu die Honorare, die er f√ľr seine popul√§rwissenschaftlichen B√ľcher und f√ľr seine Vortr√§ge bekam.

Sven Hedin wertete seine Dokumentationen nicht selbst wissenschaftlich aus, sondern √ľbergab sie anderen Wissenschaftlern zur Auswertung. Da er die Erlebnisse bei seinen Expeditionen popul√§rwissenschaftlich verbreitete und in einer Vielzahl von Vortr√§gen, Reiseberichten, Jugend- und Abenteuerb√ľchern verarbeitete, wurde er jedoch einer breiten √Ėffentlichkeit bekannt. Er galt bald als eine der bekanntesten Pers√∂nlichkeiten seiner Zeit.

D. Henze schrieb im Zusammenhang mit der Ausstellung des Deutschen Museums Sven Hedin, der letzte Forschungsreisende im Jahr 1997 √ľber Sven Hedin: Er war Pionier und Wegweiser im √úbergang zum Jahrhundert der Spezialforschung. Kein Einzelner hat als Erheller und Darsteller unbekannter L√§nderr√§ume mehr vollbracht als er. Allein seine Karten stellen eine einmalige Sch√∂pfung dar. Dem Reisek√ľnstler stand der Gelehrte nicht nach, der in entr√ľckten Nachtstunden mit Schnelle und scheinbar m√ľhelos ehrfurchtgebietende Werke schuf. Die Geographie, zumindest die deutsche, hat sich bislang nur an seine volkst√ľmlichen Berichte gehalten. Noch steht der konsequente Einbau der ungehobenen Riesensch√§tze seines wissenschaftlichen Werks in der L√§nderkunde Asiens aus.

Aktuelle Sven-Hedin-Forschung

Eine wissenschaftliche √úberpr√ľfung der Pers√∂nlichkeit von Sven Hedin und seiner Beziehungen zum Nationalsozialismus wurde in der Universit√§t Bonn von Professor Hans B√∂hm, Dipl.-Geogr. Astrid Mehmel und Christoph Sieker M.A. im Rahmen des DFG-Projekts Sven Hedin und die deutsche Geographie vorgenommen.

Literatur

Primärliteratur

Transhimalaja, Band 1
Transhimalaja, Band 2
Transhimalaja, Band 3

Wissenschaftliche Dokumentationen

  • Sven Hedin: Die geographisch-wissenschaftlichen Ergebnisse meiner Reisen in Zentralasien 1894‚Äď97. Erg√§nzungsband 28 zu Petermanns Mitteilungen. Gotha 1900.
  • Sven Hedin: Scientific results of a journey in Central-Asia. 10 Text- und 2 Atlasb√§nde. Stockholm 1904‚Äď1907.
  • Sven Hedin: Southern Tibet. 11 Text- und 3 Atlasb√§nde. Stockholm 1917-1922.
  • Reihe Reports from the scientific expedition to the north-western provinces of China under leadership of Dr. Sven Hedin. The sino-swedish expedition. mit bisher √ľber 50 B√§nden, enth√§lt Prim√§r- und Sekund√§rliteratur. Stockholm 1937ff.
  • Sven Hedin: Central Asia atlas. Maps, Statens etnografiska museum. Stockholm 1966. (erschienen in der Reihe Reports from the scientific expedition to the north-western provinces of China under the leadership of Dr. Sven Hedin. The sino-swedish expedition; Ausgabe 47. 1. Geography; 1)

Deutsche Ausgaben (meist bearbeitet und h√§ufig gek√ľrzt)

Biographische Werke
  • Verwehte Spuren. Orientfahrten des Reise-Bengt und anderer Reisenden im 17. Jahrhundert, Leipzig 1923.
Populäre Werke
  • Durch Asiens W√ľsten. Drei Jahre auf neuen Wegen in Pamir, Lop-nor, Tibet und China, 2 B√§nde, Leipzig 1899; neue Ausgabe Wiesbaden 1981.
  • Im Herzen von Asien. Zehntausend Kilometer auf unbekannten Pfaden, 2 B√§nde, Leipzig 1903.
  • Abenteuer in Tibet, Leipzig 1904; neue Ausgabe Wiesbaden 1980.
  • Transhimalaja. Entdeckungen und Abenteuer in Tibet, 3 B√§nde, Leipzig 1909-1912; neue Ausgabe Wiesbaden 1985.
  • Zu Land nach Indien durch Persien. Seistan und Belutschistan, 2 B√§nde, Leipzig 1910.
  • Von Pol zu Pol, 3 B√§nde, Leipzig 1911-1912; neue Ausgabe Wiesbaden 1980.
  • Bagdad - Babylon - Ninive, Leipzig 1918.
  • Jerusalem, Leipzig 1918.
  • General Prschewalskij in Innerasien, Leipzig 1922.
  • Meine erste Reise, Leipzig 1922.
  • An der Schwelle Innerasiens, Leipzig 1923.
  • Mount Everest, Leipzig 1923.
  • Persien und Mesopotamien, zwei asiatische Probleme, Leipzig 1923.
  • Von Peking nach Moskau, Leipzig 1924.
  • Gran Canon. Mein Besuch im amerikanischen Wunderland, Leipzig 1926.
  • Auf gro√üer Fahrt. Meine Expedition mit Schweden, Deutschen und Chinesen durch die W√ľste Gobi 1927- 1928, Leipzig 1929.
  • R√§tsel der Gobi. Die Fortsetzung der Gro√üen Fahrt durch Innerasien in den Jahren 1928-1930, Leipzig 1931.
  • Jehol, die Kaiserstadt, Leipzig 1932.
  • Die Flucht des Gro√üen Pferdes, Leipzig 1935. (Auszug bearbeitet durch Ehrhard R√ľhle, Verlag Brockhaus, Wiesbaden 1959)
  • Die Seidenstra√üe, Leipzig 1936.
  • Der wandernde See, Leipzig 1937.
Politische Werke
  • Ein Warnungsruf, Leipzig 1912.
  • Ein Volk in Waffen, Leipzig 1915.
  • Nach Osten!, Leipzig 1916.
  • Deutschland und der Weltfriede, Leipzig 1937 (der Titel wurde zwar gedruckt aber nie ausgeliefert; nur f√ľnf Exemplare wurden gebunden - eins von ihnen ist im Besitz des F. A. Brockhaus Verlages, Wiesbaden).
  • F√ľnfzig Jahre Deutschland, Leipzig 1938, 1. Auflage, F. A. Brockhaus
  • Amerika im Kampf der Kontinente, Leipzig 1942
Autobiographische Werke
  • Mein Leben als Entdecker, Leipzig 1926.
  • Eroberungsz√ľge in Tibet, Leipzig 1940.
  • Ohne Auftrag in Berlin, Buenos Aires 1949; T√ľbingen-Stuttgart 1950.
  • Gro√üe M√§nner, denen ich begegnete, 2 B√§nde, Wiesbaden 1951.
  • Meine Hunde in Asien, Wiesbaden 1953.
  • Mein Leben als Zeichner, hg. von G√∂sta Montell zum 100. Geburtstag, Wiesbaden 1965.
Fiktionale Werke
  • Tsangpo Lamas Wallfahrt, 2 B√§nde, Leipzig 1921-1923.

Die meisten deutschen Ver√∂ffentlichungen von Sven Hedin wurden im F.A. Brockhaus-Verlag aus dem Schwedischen in das Deutsche √ľbersetzt. Insofern sind schwedische Ausgaben jeweils die Originalausgabe. Der F.A. Brockhaus-Verlag ver√∂ffentlichte nach der Erstausgabe oft auch gek√ľrzte Versionen unter dem gleichen Titel. Mit dem Verleger Albert Brockhaus verband Sven Hedin nicht nur eine wichtige Gesch√§ftsbeziehung, sondern auch eine enge Freundschaft. Ihr Briefwechsel befindet sich in dem Riksarkivet in Stockholm. Es gibt dazu folgende Ver√∂ffentlichung:

  • Sven Hedin, Albert Brockhaus: Sven Hedin und Albert Brockhaus. Eine Freundschaft in Briefen zwischen Autor und Verleger. F. A. Brockhaus, Leipzig 1942.

Bibliografie

  • Willy Hess: Die Werke Sven Hedins. Versuch eines vollst√§ndigen Verzeichnisses. Sven Hedin ‚Äď Leben und Briefe, Vol. I. Stockholm 1962. dgl.: Erster Nachtrag. Stockholm 1965
  • Manfred Kleiner: Sven Anders Hedin 1865‚Äď1952 - eine Bibliografie der Sekund√§rliteratur. Eigenverlag Manfred Kleinert, Princeton 2001.

Biografien (Auswahl)

  • Detlef Brennecke: Sven Hedin mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1986, 1991. ISBN 3-499-50355-7
  • Johannes Paul: Sven Hedin. Der letzte Entdeckungsreisende. In: Abenteuerliche Lebensreise ‚Äď Sieben biografische Essays. Wilhelm K√∂hler Verlag, Minden 1954, S. 317‚Äď378.
  • Alma Hedin: Mein Bruder Sven. Nach Briefen und Erinnerungen. Brockhaus Verlag, Leipzig 1925.
  • Eric Wennerholm: Sven Hedin 1865‚Äď1952. F. A. Brockhaus Verlag, Wiesbaden 1978. ISBN 3-7653-0302-X
  • Axel Odelberg: √Ąventyr p√• Riktigt Ber√§ttelsen om Uppt√§ckaren Sven Hedin. Norstedts, Stockholm 2008 (Neue Biografie in Schwedisch auf 600 Seiten).

Sven Hedin und der Nationalsozialismus

  • Mehmel, Astrid: Sven Hedin und nationalsozialistische Expansionspolitik. In: Geopolitik. Grenzg√§nge im Zeitgeist Bd. 1 .1 1890 bis 1945 hrsg. von Irene Diekmann, Peter Kr√ľger und Julius H. Schoeps, Potsdam 2000, S. 189-238.
  • Wolfgang Kaufmann: Das Dritte Reich und Tibet. Die Heimat des ‚Äě√∂stlichen Hakenkreuzes‚Äú im Blickfeld der Nationalsozialisten. 2. korrigierte und erg√§nzte Auflage. Ludwigsfelder Verlagshaus, Ludwigsfelde 2010, ISBN 978-3-933022-58-5 (Es wird die Zusammenarbeit Hedins mit den Tibetforschern der SS beschrieben; desgleichen finden sich vielf√§ltige Informationen √ľber das Reichsinstitut Sven Hedin f√ľr Innerasienforschung).

Weblinks

 Commons: Sven Hedin ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Chinesisches Kulturzenterum Berlin: Fremde Teufel, ZDF-Dokumentarfilme des Regisseurs Bernd Liebner
  2. ‚ÜĎ Bruno Baumann: Karawane ohne Wiederkehr. Das Drama in der W√ľste Takla Makan. M√ľnchen 2000, Seiten 113‚Äď121, 203, 303‚Äď307
  3. ‚ÜĎ Bernd Liebner: S√∂hne der W√ľste - Durch Gobi und Taklamakan, Dokumentarfilm
  4. ‚ÜĎ http://orient4.orient.su.se/personal/tobias.hubinette/asienforskare_2.pdf
  5. ‚ÜĎ (englisch: Order of Brilliant Jade
  6. ‚ÜĎ √úberpr√ľfte Quellen: Sven Hedins im Stockholmer Riksarkivet archivierte Briefwechsel mit Hans Draeger, Wilhelm Frick, Joseph Goebbels, Paul Grassmann und Heinrich Himmler.
  7. ‚ÜĎ Siehe Brief von Hans Draeger vom 17. Januar 1942 an Sven Hedin aus dem Riksarkivet in Stockholm, Akte: Sven Hedins Arkiv, Korrespondens, Tyskland, 457 und das Buch von Michael H. Kater: Das "Ahnenerbe" der SS 1935-1945. Oldenbourg Verlag, 2001, ISBN 3-486-56529-X
  8. ‚ÜĎ Elisabeth Kraus: Die Universit√§t M√ľnchen im dritten Reich: Aufs√§tze. Herbert Utz Verlag GmbH, M√ľnchen 2006. S. 494‚Äď502.
  9. ‚ÜĎ Siehe Akte R 135 des Bundesarchivs, gelagert in der Dienststelle Berlin-Lichterfelde.
  10. ‚ÜĎ In: Abenteuerliche Lebensreise, S. 367.
  11. ‚ÜĎ Bisher unver√∂ffentlichter Brief aus dem Riksarkivet in Stockholm, Akte von Heinrich Himmler: Sven Hedins Arkiv, Korrespondens, Tyskland, 470. Die Rechtschreibung und Zeichensetzung wurden aktualisiert.
  12. ‚ÜĎ Zu diesem Vorgang gibt es eine eingehende Untersuchung im Aufsatz Sven Hedin und nationalsozialistische Expansionspolitik von Astrid Mehmel a.a.O.
  13. ‚ÜĎ Bisher unver√∂ffentlichte Briefe aus dem Riksarkivet in Stockholm, Akte: Sven Hedins Arkiv, Korrespondens, Tyskland, 487.
  14. ‚ÜĎ vgl. Sven Hedin's German Diary 1935‚Äď1942, Dublin 1951, S. 204‚Äď217 und Eric Wennerholm, Sven Hedin 1865‚Äď1952, S. 229‚Äď230.
  15. ‚ÜĎ vgl. Christian Thor√©n: Uppt√§cktsresanden Sven Hedins ordenstecken i Kungliga Livrustkammarens samlingar. In: Livrust Kammaren. Journal of the Royal Armoury 1997-98. Stockholm. Seiten 91-128. ISSN 0024-5372. (Schwedischer Text mit englischen Bildunterschriften und englischer Zusammenfassung, farbige Abbildungen der Orden von Sven Hedin, Literaturangaben.)
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