S√ľdstaaten

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S√ľdstaaten
Die S√ľdstaaten der USA, tiefrot diejenigen Staaten, die in jeder heutigen Bestimmung den S√ľden ausmachen, heller die √ľblicherweise ebenfalls gemeinten, schraffiert Staaten, die nur selten einbezogen werden.

Die S√ľdstaaten im weiteren Sinn sind eine bestimmte kulturelle Gro√üregion im S√ľdosten der USA. Nach dem United States Census Bureau bestehen die S√ľdstaaten aus insgesamt 16 Staaten mit knapp 100 Millionen Einwohnern auf 2.384.143 km¬≤. Es handelt sich dabei um jene eher √∂stlichen Bundesstaaten, die s√ľdlich der Mason-Dixon-Linie, der Grenze zwischen Pennsylvania und Maryland, liegen und in denen bis 1865 die Sklavenhaltung erlaubt war. Der einwohnerreichste dieser Staaten ist Texas.

Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff jene elf der Sklavenhalterstaaten, die sich 1860/1861 nach der Wahl Abraham Lincolns zum US-Pr√§sidenten von der Union abspalteten. Lincoln hatte zwar nicht die Abschaffung der Sklaverei gefordert, denn dies war Sache der Bundesstaaten, aber der Republikaner aus dem Norden bewies, dass jemand auch ohne Unterst√ľtzung des S√ľdens zum US-Pr√§sidenten gew√§hlt werden konnte. Die elf Staaten bildeten die Konf√∂derierten Staaten von Amerika, unterlagen aber den Nordstaaten im Sezessionskrieg (1861‚Äď1865). Der wiederhergestellte Gesamtstaat erlie√ü Ma√ünahmen zur Besserstellung der schwarzen Bev√∂lkerung und regierte die S√ľdstaaten eine Zeitlang direkt.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die meisten S√ľdstaaten weisen ein feuchtes subtropisches Klima auf. Wichtige geographische Merkmale sind (von Ost nach West) die Atlantikk√ľste, die Appalachen, der Mississippi River und die weiten Landschaften von Texas. Die B√∂den sind meist fruchtbar, die sichere frostfreie Periode betr√§gt mehr als sechs Monate. Typische Pflanzen der Gegend sind Lebenseichen, Magnolien, Dogwood und Weihrauchkiefer.

Weitere √ľbliche Untergliederungen der S√ľdstaaten sind:

Geschichte

Vorkoloniale Zeit

Um das Jahr 800 herum entwickelten sich erstmals in der Gegend stratifizierte Gesellschaften, die von einem wirtschaftlichen √úberschuss profitierten. Besonders die Mississippi-Kultur ist bemerkenswert. Die Indianer betrieben Ackerbau (vor allem Mais) und begannen, sich in St√§dten anzusiedeln. Die gr√∂√üte der St√§dte der Mississippi-Kultur, Cahokia, in der N√§he des Zusammenschlusses von Missouri River und Mississippi-River gelegen, hatte im 12. Jahrhundert um 20.000 Einwohner. Inwieweit diese Entwicklung von den Indianern Mittelamerikas beeinflusst war, ist noch nicht abschlie√üend erforscht.

Um das 13. Jahrhundert herum allerdings begann ein Niedergang der Kulturen. Die Bev√∂lkerungszahl ging zur√ľck, St√§dte wurden verlassen. Die Expedition Hernando de Sotos im 16. Jahrhundert fand viele offensichtlich seit langer Zeit im Stich gelassenen Pl√§tze vor, der Austausch der St√§mme und Kulturen untereinander war nur noch ein schwacher Abglanz dessen, was sich mit arch√§ologischen Funden aus fr√ľherer Zeit erkennen l√§sst.

Die Bewohner der Gegend gehörten zu den Sprachfamilien der Sioux (Quapaw, Biloxi), Algonkin-Sprachfamilie (Pamunkey, Shawnee), Irokesische Sprachen (Cherokee, Tuscarora, Westos), Caddo (Hasinai), Kadohadacho, Natchitoches), der Golfsprachen (Atakapa, Chitimacha, Natchez, Tunica) und Timucuan (Apalachee, Choctaw, Oristas, Cusabos, Chickasaw, Guales, Alabama, Muskogee).

Koloniale Zeit

Erste spanische Expeditionen wurden 1527/28 von P√°nfilo de Narv√°ez und √Ālvar N√ļ√Īez Cabeza de Vaca sowie 1539/40 von Hernando de Soto, der weit ins Landesinnere vordrang, durchgef√ľhrt. Obwohl es historisch noch umstritten ist, begann der Niedergang der Mississippi-Kultur weit vor den Expeditionen der Spanier, diese aber versetzen mit ihren Waffen und vor allem den eingeschleppten Krankheiten den Ureinwohnern einen weiteren gravierenden Sto√ü.

Im Jahre 1585 gr√ľndete Walter Raleigh die erste englische Siedlung auf dem Boden der heutigen USA. Sie wurde auf Roanoke Island (North Carolina) gegr√ľndet, war jedoch nicht von Dauer. Erst im Jahre 1607 gelang es den Engl√§ndern, in Virginia die erste permanente Siedlung Jamestown zu gr√ľnden. Wie Neuengland wurde auch der S√ľden zun√§chst von englischen Protestanten besiedelt. Sp√§ter kamen auch andere Religionsgemeinschaften hinzu.

Aufnahme in die Union ab 1776

Im Jahr 1776 z√§hlten von den 13 Gr√ľndungsstaaten der USA sechs zu den sklavenhaltenden S√ľdstaaten: Delaware, Maryland, Virginia, North Carolina, South Carolina und Georgia. Gleichfalls als Sklavenstaaten wurden 1792 Kentucky, 1796 Tennessee, 1812 Louisiana, 1817 Mississippi und 1819 Alabama in die Union aufgenommen. Ebenfalls als S√ľdstaaten galten Missouri, das 1821 der Union beitrat, Arkansas, das 1836 zur Union kam, sowie seit 1845 Florida und Texas. Alle diese Staaten erlaubten die Sklavenhaltung.

Bei den Wahlen zum amerikanischen Pr√§sidenten und zum Repr√§sentantenhaus h√§ngt die Zahl der von einem Staat entsandten Wahlm√§nner bzw. Abgeordneten von dessen Bev√∂lkerungsanzahl ab. Daher war es eine wichtige Streitfrage, ob die Sklaven, die vor allem im S√ľden lebten, bei der Berechnung mitz√§hlen w√ľrden. Im Gro√üen Kompromiss von 1787, der solche und √§hnliche Fragen kl√§rte, z√§hlten f√ľnf Sklaven so viel wie drei Freie. Diese Regelung verlor nach der Abschaffung der Sklaverei 1865 ihre Bedeutung. Ironischerweise erhielten die S√ľdstaaten daher mehr Vertreter als zuvor, obwohl die ehemaligen Sklaven nicht unbedingt w√§hlende B√ľrger wurden.

Wirtschaft

Baumwollernte im S√ľden, Anfang des 20. Jahrhunderts

Zwischen den 1790er-Jahren mit der Erfindung der Cotton Gin durch Eli Whitney und dem amerikanischen B√ľrgerkrieg setzte sich Baumwolle als prim√§res Agrargut durch. Sie trug in dieser Zeit ma√ügeblich dazu bei, die britische Textilindustrie zu versorgen. Mehrere Millionen Hektar fr√ľhere Wildnis wurden erschlossen; begleitet wurde der Prozess von einer intensiven Modernisierung. Dieselbe Zahl von Arbeitern, die um 1800 einen Hektar Baumwolle bearbeiten konnte, bearbeitete um 1850 zw√∂lf Hektar, erg√§nzt um Maisfelder und andere Fr√ľchte zur Selbstversorgung. Die Entwicklung des Raddampfers f√§llt ebenso wie die Ausbreitung der Eisenbahn zum Transport und die Einf√ľhrung des Telegraphen in diese Zeit.

Waren die Menschen im gr√∂√üten Teil der S√ľdstaaten um 1800 noch Selbstversorger, bestanden 1860 intensive Handelsbeziehungen zu den Nordstaaten und so gut wie alle Konsumg√ľter und Maschinen wurden importiert. Zentrum der Baumwollindustrie war der Staat Mississippi und hier besonders die s√ľdliche Gegend von Vicksburg entlang des Mississippi River mit dem st√§dtischen Zentrum Natchez.

Sklaverei

Die Sklaven in den S√ľdstaaten wurden dort als Sklaven geboren oder kamen durch atlantischen Sklavenhandel ins Land, bis 1808 die Einfuhr von Sklaven in die USA verboten wurde.

Sklaven bei der Arbeit am Cotton Gin

Die Sklavenarbeit auf den Tabak- und Baumwollfarmen und Plantagen der S√ľdstaaten unterschied sich von der fr√ľher etablierten Sklavenarbeit auf den karibischen Zuckerrohrplantagen. Tabak- und Baumwollanbau war weniger kraftintensiv als Zuckerrohranbau ‚ąí die Sklavenhalter konnten es sich leisten, etwa zur H√§lfte Frauen zu besitzen. Sie unterst√ľtzten Familiengr√ľndungen, da diese nicht nur f√ľr (geldwerten) Nachwuchs sorgten, sondern auch m√∂gliche Aufst√§nde verhinderten, da potenziell Beteiligte wesentlich mehr zu verlieren hatten als in der Karibik. Dar√ľber hinaus kam es in den S√ľdstaaten seltener zu Aufst√§nden als in der Karibik, da Sklavenaufst√§nde durch eine gut organisierte Miliz im Keim erstickt wurden. Ferner war der Anteil der Sklaven an der Gesamtbev√∂lkerung wesentlich geringer als beispielsweise auf der britischen Insel Jamaika, wo die Wei√üen nur eine sehr kleine Kolonialoberschicht ausmachten.

Die Sklavenarbeit wurde entweder nach dem Gang-System geleistet oder nach dem Task-System. Im Gang-System arbeiteten die Sklaven den ganzen Tag unter einem (meist auch versklavten) Aufseher, im Task-System bekamen sie eine bestimmte Aufgabe gestellt und hatten frei, wenn sie diese vor Ablauf der angesetzten Zeit schafften.

Neben der Mehrzahl der Sklaven, die auf den Plantagen und Farmen arbeiteten, gab es auch Haussklaven und Facharbeiter. Die letzteren wurden oft in der Zeit, in der es keine Arbeit auf der Farm gab, an Handwerker in den naheliegenden St√§dten vermietet, wodurch diese Sklaven in der Regel ein wenig freier leben konnten. Die Chancen, offiziell frei zu kommen, waren gering. Traditionell besa√üen die Eigent√ľmer das Recht, ihre Sklaven in die Freiheit zu entlassen, meist wendeten sie das jedoch nur bei ihren eigenen (nicht anerkannten) Kindern mit weiblichen Haussklaven an. In den letzten Jahren vor der Sezession begann die Angst zu wachsen, dass Freigelassene die Sklaven zur Unruhe anstiften w√ľrden, das Recht der Freilassung wurde teilweise allein auf den Gouverneur der einzelnen Staaten verlagert.

Nat√ľrlich versuchten auch Sklaven zu fliehen. Mit Hilfe von Sympathisanten und Abolitionisten gelang dies beispielsweise durch die Underground Railroad. W√§hrend Aufst√§nde selten waren, kam Sabotage √∂fter vor. Gerade die handwerklich ausgebildeten Sklaven hatten sowohl das technische Verst√§ndnis als auch die M√∂glichkeiten, an den Maschinen ihrer Besitzer gro√üen Schaden anzurichten, ohne dass ihre eigene Tat dabei offensichtlich wurde.

Die Sklavenfrage

Karikatur gegen die Abolitionisten, deren Bem√ľhen in Wahrheit den Sklaven schaden w√ľrde (Mitte des 19. Jahrhunderts)

Die Bewegung der Abolitionisten machte den Eindruck einer starken Lobbygruppe, obwohl sie weniger Macht hatte als der S√ľden bef√ľrchtete. Zwar waren die Nordstaatler aus Prinzip gegen die Sklaverei, doch auch gegen eine rasche Abschaffung im S√ľden. Sie f√ľrchteten nicht nur Chaos und Massaker im S√ľden selbst, sondern auch einen massenhaften Zug von befreiten Sklaven in den Norden. Ma√ünahmen der S√ľdstaaten, durch die die Abolitionisten-Propaganda im S√ľden behindert wurde, missfielen jedoch auch Nordstaatlern, die die Pressefreiheit gef√§hrdet sahen.

Hauptstreitpunkt zwischen Nord- und S√ľdstaaten war die Frage, ob die Sklaverei in den neu gewonnenen Gebieten des Westens eingef√ľhrt werden sollte. Die Nordstaatler bef√ľrchteten, dass sie bei Einf√ľhrung eine Minderheit innerhalb der Union werden w√ľrden. Beispielsweise 1820 kam es zum Missouri-Kompromiss, demzufolge die Sklaverei nur s√ľdlich einer bestimmten Linie eingef√ľhrt werden durfte. Auf lange Sicht kamen hingegen die S√ľdstaaten ins Hintertreffen, da nur wenige neu aufgenommene Bundesstaaten die Sklaverei erlaubten. Dies hatte nicht zuletzt klimatische Gr√ľnde, da sich eine auf Sklaven basierende Landwirtschaft im Norden nicht lohnte und kein Bedarf an Sklaven bestand. Strittig waren au√üerdem Handelsbestimmungen, die es dem S√ľden erschwerten, verarbeitete G√ľter aus anderen L√§ndern als den Nordstaaten einzuf√ľhren.

Die berechtigte Bef√ľrchtung der S√ľdstaaten war, dass sie im Gesamtstaat an Einfluss verlieren und letztlich ihre Art des Wirtschaftens nicht aufrechterhalten k√∂nnten. Da praktisch alle Einwanderer in die USA sich in sklavenfreien Staaten niederlie√üen, sank der Anteil der S√ľdstaatenbev√∂lkerung am Gesamtstaat: bis 1830 waren es noch 42 Prozent, bis 1850 nur noch 35 Prozent (und bezogen auf die Wei√üen nur 23 Prozent).[1]

Bis 1860 waren nur vom S√ľden unterst√ľtzte Kandidaten Pr√§sidenten der Vereinigten Staaten geworden. In jenem Jahr wurde jedoch Abraham Lincoln gew√§hlt, dessen neue Republikanische Partei vor allem im Norden beheimatet war. Pers√∂nlich war er f√ľr die Abschaffung der Sklaverei; er respektierte aber die Gesetzeslage, die die Sklavenfrage den Bundesstaaten √ľberlie√ü. Nur eine Verfassungs√§nderung mit Zweidrittelmehrheit h√§tte die Sklaverei in den gesamten USA abschaffen k√∂nnen.

Gr√ľndung der Konf√∂deration 1860/61

Eine Heerfahne der konf√∂derierten S√ľdstaaten

Die S√ľdstaaten h√§tten trotz der Wahl Lincolns als Sklavenhalter in der Union bleiben k√∂nnen. Aus Furcht vor k√ľnftigen Entwicklungen entschlossen sich jedoch einige der Sklavenhalterstaaten, aus der Union auszutreten (Sezession) und einen eigenen Gesamtstaat zu bilden.

South Carolina erkl√§rte den Austritt aus der Union bereits im Dezember 1860, noch vor dem Amtsantritt des neugew√§hlten Pr√§sidenten im M√§rz. Der noch amtierende Pr√§sident James Buchanan war der Ansicht, dieser Austritt sei zwar illegal, es gebe aber andererseits auch keine rechtliche Grundlage daf√ľr, ihn mit Gewalt zu verhindern; er blieb daher unt√§tig, obwohl Lincoln ihn zum Handeln aufforderte.

Der Sezession South Carolinas folgten im Januar 1861 die Staaten Mississippi, Florida, Alabama, Georgia und Louisiana. Am 4. Februar 1861 konstituierte sich in Montgomery ein Provisorischer Kongress aus Vertretern dieser Staaten, die die Konf√∂derierten Staaten von Amerika (CSA) gr√ľndeten und sich am 11. M√§rz eine eigene Verfassung gaben. Texas, dessen auf einem Konvent in Austin am 1. Februar 1861 beschlossene Austrittserkl√§rung am 23. Februar per Referendum gebilligt wurde und damit zum 2. M√§rz in Kraft trat[2], war der letzte Staat, der noch vor dem Amtsantritt Abraham Lincolns am 4. M√§rz und dem Beginn des Sezessionskrieges aus der Union aus- und den Konf√∂derierten Staaten beitrat.

Nach dem Angriff South Carolinas auf das auf seinem Staatsgebiet gelegene, aber unter Bundesverwaltung stehende Fort Sumter, mit dem die Kampfhandlungen des Sezessionskrieges begannen, traten auch Virginia, Arkansas, North Carolina und Tennessee aus der Union aus. Nach dem Beitritt Virginias zur Konföderation ersetzte Richmond, die Hauptstadt Virginias, Montgomery, die Hauptstadt Alabamas, als Hauptstadt der Konföderation.

Nordamerika 1864: rot die Konföderierten Staaten, blau die Union; hellblau Unionsstaaten mit Sklavenhaltung

Im √úberblick die Daten des Austritts aus der Union:

  • South Carolina: 20. Dezember 1860
  • Mississippi: 9. Januar 1861
  • Florida: 10. Januar 1861
  • Alabama: 11. Januar 1861
  • Georgia: 19. Januar 1861
  • Louisiana: 26. Januar 1861
  • Texas: 23. Februar 1861
  • Virginia: 17. April 1861
  • Arkansas: 6. Mai 1861
  • Tennessee: 6. Mai 1861
  • North Carolina: 20. Mai 1861

Von den sklavenhaltenden Staaten verblieben lediglich Maryland, Kentucky, Missouri und Delaware in der Union, wobei nur der dauernde Verbleib des letzteren als sicher galt. Von Virginia spaltete sich 1863 der neue Staat West Virginia ab, der sich der Union anschloss.

W√§hrend des Krieges wurden gro√üe Teile der S√ľdstaaten durch Truppen des Nordens verw√ľstet, und der S√ľden litt unter einer Handelsblockade, die von n√∂rdlichen Seestreitkr√§ften kontrolliert wurde. Europ√§ische Staaten wie Gro√übritannien und Frankreich waren durchaus f√ľr einen neuen Staat in Nordamerika, wagten dar√ľber aber nicht den Konflikt mit der Union. Aufgrund der industriellen St√§rke des wesentlich bev√∂lkerungsreicheren Nordens konnte der S√ľden nicht gewinnen, doch waren gro√üe Teile des alten Offizierskorps der Bundesarmee S√ľdstaatler und die Truppen des S√ľdens k√§mpften engagierter. Am 9. April 1865 kapitulierte der S√ľdstaatengeneral Robert Edward Lee.

Nach dem B√ľrgerkrieg 1865

Andrew Johnson, als Präsident Nachfolger des ermordeten Lincoln

Am 15. April 1865, in der Endphase des Krieges, wurde Lincoln ermordet. Sein Nachfolger als Pr√§sident, Andrew Johnson (1865‚Äď1869), war ein S√ľdstaatler aus Tennessee und Demokrat und bem√ľhte sich, die S√ľdstaaten durch eine milde Behandlung auch innerlich f√ľr den Gesamtstaat zu gewinnen. Der Kongress hingegen wollte nicht, dass dadurch die alten Verh√§ltnisse im S√ľden fast unver√§ndert fortdauern w√ľrden. Zum Beispiel erlaubte er den S√ľdstaaten erst nach erheblichen gesetzgeberischen Reformen wieder die Entsendung von Kongressmitgliedern. Zeitweise wurden die S√ľdstaaten sogar von Vertretern des Gesamtstaates regiert. Das Ende dieser Reconstruction-Zeit wird im Jahr 1877 verortet, als ein Pr√§sident gew√§hlt wurde, der die letzten Unionstruppen abziehen lie√ü.[3]

Harriet Tubman (links) mit ehemaligen Sklaven, die sie im B√ľrgerkrieg gerettet hatte (um 1885)

Dennoch blieben die Afroamerikaner in den S√ľdstaaten weiterhin B√ľrger zweiter Klasse, denen durch diskriminierende Ma√ünahmen die Teilnahme an Wahlen erheblich erschwert wurde. Die Rassentrennung blieb in den Grundz√ľgen bis in die 1960er Jahre bestehen, bis zur B√ľrgerrechtsbewegung und den entsprechenden Ma√ünahmen der Bundesregierung. Au√üerdem zogen Millionen von Schwarzen von 1940 bis 1970 in die Staaten des Nordens und Westens, und andererseits Wei√üe in den S√ľden.

Politik

In politischer Hinsicht f√ľhrte der B√ľrgerkrieg zu einer nur selten unterbrochenen Herrschaft der Republikanischen Partei auf Bundesebene, die erst 1932 durch die New Deal Coalition von Franklin D. Roosevelt gebrochen wurde. Dies leitete eine Phase von Bundesregierungen der Demokraten ein, nur unterbrochen von der Regierung Eisenhowers. Im S√ľden hingegen waren die Demokraten tonangebend; so stellten sie beispielsweise in Texas von 1874 bis 1979 den Gouverneur.

In und nach den 1960er Jahren kam es zu einem neuen realignment von W√§hlern und Parteien. W√§hrend bis dahin die Demokraten fast unangefochten in den S√ľdstaaten dominiert hatten (Solid South), wechselten nun viele Wei√üe zu den Republikanern. Die Politik der demokratischen Pr√§sidenten Kennedy und Johnson zur Abschaffung der Rassentrennung war ein Grund daf√ľr. Das erkl√§rt auch das Ph√§nomen, dass viele Wei√üe im S√ľden zwar auf Staatenebene demokratisch, auf Bundesebene hingegen republikanisch w√§hlen. Seit dem realignment stammten f√ľr lange Zeit demokratische Pr√§sidenten aus dem S√ľden, n√§mlich Jimmy Carter aus Georgia sowie Bill Clinton aus Arkansas. Dies √§nderte sich erst 2008 mit der Wahl von Barack Obama aus Hawaii, der sp√§ter in Chicago lebte.

Der Zuzug von Amerikanern aus den n√∂rdlicheren Staaten in den wirtschaftlich starken S√ľden bedeutete, dass die S√ľdstaaten bev√∂lkerungsreicher wurden und damit auch mehr Gewicht auf Bundesebene erhielten. Andererseits √§nderte sich damit auch die soziale Zusammensetzung und das Wahlverhalten in diesen Staaten, was noch verst√§rkt wurde durch die Zuwanderer aus Lateinamerika, den Hispanics.

Der S√ľden aus kultureller Sicht

Gerichte aus der kreolischen K√ľche

Gemeinsam war im 19. Jahrhundert allen S√ľdstaaten eine starke landwirtschaftliche Ausrichtung ‚Äď im Gegensatz zum schon weitgehend industrialisierten Norden. Vor allem in den K√ľstenebenen war die Plantagenwirtschaft weit verbreitet. Daher gab es in diesen Staaten die peculiar institution, die ‚Äěbesondere Einrichtung‚Äú, wie die US-Verfassung die Sklaverei nannte. Zwischen den Plantagenbesitzern in der Ebene und den Kleinbauern in den Gebirgsregionen der Appalachen gab es erhebliche, wirtschaftlich bedingte Gegens√§tze. Daher kam es w√§hrend des B√ľrgerkrieges zur ‚ÄěSezession in der Sezession‚Äú, zur Abspaltung West Virginias von Virginia und der versuchten Abspaltung Ost-Tennessees von Tennessee.

Die sozio-kulturellen Gegens√§tze zwischen Norden und S√ľden ziehen sich durch alle Gesellschaftsschichten und Parteien und pr√§gen seit der Phase des Wiederaufbaus die Politik zwischen den Einzelstaaten und dem Bund. So wird im S√ľden auch ein eigener Dialekt gesprochen, der sogenannte Southern Drawl; die wei√üen, aus √§rmeren Bev√∂lkerungsschichten stammenden Bewohner der S√ľdstaaten werden oft als Rednecks bezeichnet.

Die S√ľdstaaten sind wichtiger Bestandteil des sogenannten Bible Belts. Dieses Gebiet ist f√ľr die intensive Aus√ľbung der christlichen Religion bekannt; nicht selten finden sich in einem kleinen Dorf Dutzende Kirchen. Auch Religionsgruppen wie die Baptisten haben teilweise eigene s√ľdliche Zusammenschl√ľsse.

In den S√ľdstaaten entstanden Gospel, Blues und Country-Musik. New Orleans war und ist ein wichtiges Zentrum f√ľr Blues und Jazz, Memphis eines f√ľr Blues und Soul. Nashville (Tennessee) ist das Zentrum der kommerziellen Country-Musik. Als ‚ÄěGeburtsstunde‚Äú des Rock ‚Äôn‚Äô Rolls wird oft die erste Aufnahme des aus Mississippi stammenden Elvis Presley in Memphis genannt. Der Dixieland Jazz, der Dirty South und der Southern Rock sind direkt nach den S√ľdstaaten benannt.

Bekannt ist auch die S√ľdstaatenk√ľche und ihre Besonderheiten wie Cajun-Food, Soul-Food, Tex-Mex-K√ľche und kreolische K√ľche.

Herkunft des Begriffs Dixieland

Ein gebr√§uchliches Synonym f√ľr die S√ľdstaaten ist Dixieland oder Dixie. Nach der einen Theorie soll der Name von der Mason-Dixon-Linie abgeleitet sein. So wurde die Grenzlinie zwischen Pennsylvania und Maryland genannt, die die Landvermesser Charles Mason und Jeremiah Dixon vermessen hatten, und verallgemeinernd auch die Trennlinie zwischen den amerikanischen Staaten, s√ľdlich derer die Sklaverei erlaubt und n√∂rdlich derer sie verboten war. Nach einer anderen Theorie leitet sich der Name vom franz√∂sischen Wort ‚Äědix‚Äú (zehn) ab, das fr√ľher auf von der staatlichen Notendruckerei im zeitweise franz√∂sischsprachigen New Orleans hergestellten Zehn-Dollar-Noten zu finden war.

Literatur

  • Howard Temperley: Regionalismus, Sklaverei, B√ľrgerkrieg und die Wiedereingliederung des S√ľdens, 1815‚Äď1877. In: Willi Paul Adams: Die Vereinigten Staaten von Amerika. Fischer Taschenbuch Verlag: Frankfurt am Main (= Weltbild Weltgeschichte 30), S. 71‚Äď124.

Belege

  1. ‚ÜĎ Howard Temperley: Regionalismus, Sklaverei, B√ľrgerkrieg und die Wiedereingliederung des S√ľdens, 1815-1877. In: Willi Paul Adams: Die Vereinigten Staaten von Amerika, Fischer Taschenbuch Verlag: Frankfurt am Main (= Weltbild Weltgeschichte 30), S. 71-124, hier S. 90.
  2. ‚ÜĎ Ordinance of Secession im Wortlaut
  3. ‚ÜĎ Howard Temperley: Regionalismus, Sklaverei, B√ľrgerkrieg und die Wiedereingliederung des S√ľdens, 1815-1877. In: Willi Paul Adams: Die Vereinigten Staaten von Amerika, Fischer Taschenbuch Verlag: Frankfurt am Main (= Weltbild Weltgeschichte 30), S. 71-124, hier S. 122.

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