Tasmanien

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Tasmanien
Tasmania
Flagge Wappen
Flagge Wappen
(Details) (Details)
Basisdaten
Hauptstadt: Hobart
Fläche: 68.400 km²
Einwohner: 502.600 (2009)
Bevölkerungsdichte: 7,09 Einwohner je km²
ISO 3166-2: AU-TAS
Zeitzone: AEST (UTC+10)
Höchste Punkt: Mount Ossa 1.617m
Offizielle Website: www.tas.gov.au
Politik
Gouverneur: Peter Underwood
Premierminister: Lara Giddings (ALP)
(seit Januar 2011)
Parlamentssitze: 5 (Repräsentantenhaus)
12 (Senat)
Karte: Lage von Tasmanien
Tasmanien in Australien
Karte: Tasmanien
Tasmanien

Tasmanien (englisch: Tasmania, australisch-englisch h√§ufig Tassie; fr√ľher: Van-Diemens-Land) ist eine Insel, die sich ungef√§hr 240 km s√ľdlich des australischen Festlands befindet. Tasmanien ist ein eigener australischer Bundesstaat, der dar√ľber hinaus auch mehrere kleine, meist unbewohnte Inselgruppen in der Region umfasst. Die Hauptstadt Tasmaniens ist Hobart, die zweitgr√∂√üte Stadt Launceston.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Satellitenfoto von Tasmanien

Tasmanien als gr√∂√üte Insel des Australischen Bundes umfasst mit 68.400 km¬≤ (ohne vorgelagerte Inseln 64.519 km¬≤, 296 km Nord-S√ľd-Ausdehnung und 315 km von Ost nach West) 0,89 % der Gesamtfl√§che Australiens. Die Bass-Stra√üe, welche die Insel vom australischen Festland trennt, wird im Nordwesten durch King Island, an der Nordostspitze von Flinders Island flankiert. Landschaftlich dominieren Gebirge und Hochebenen bis circa 1.600 m H√∂he die Insel. Die h√∂chste Erhebung ist der Mount Ossa (1.617 m).

Tasmanien liegt zwischen 40¬į und 44¬į s√ľdlicher Breite sowie zwischen 144¬į und 149¬į √∂stlicher L√§nge. Die Insel liegt auf der S√ľdspitze des australischen Kontinentalschelfs und ist ann√§hernd so gro√ü wie Irland. Sie ist die weitaus gr√∂√üte der √ľber hundert Inseln des Bass-Archipels.

Es gibt dort noch relativ viele naturbelassene Landschaftstypen. Etwa ein Viertel der Insel sind als UNESCO-Weltnaturerbe ausgewiesen, zu 37 % besteht die Insel aus Nationalparks.[1] Besonders eindrucksvoll sind die Landschaft am Cradle Mountain sowie die unber√ľhrte und teilweise schwer zug√§ngliche Wildnis des S√ľdwestens.

Auch die 1300 km s√ľdlich gelegene Macquarieinsel geh√∂rt zum Bundesstaat Tasmanien.

Klima

Das tasmanische Klima ist ozeanisch. Die Winter fallen dadurch relativ milde aus. Andererseits ist die Insel eine der wenigen Landmassen im Bereich der sogenannten ‚ÄěDonnernden Vierziger‚Äú (Roaring Forties). Daher ist das Klima meist windig bis st√ľrmisch, regnerisch und unbest√§ndig. Alle Jahreszeiten lassen sich, besonders auf den Hochebenen, an einem Tag durchleben. Obwohl Tasmanien auf dem gleichen Breitengrad liegt wie Istanbul, Rom und Barcelona auf der Nordhalbkugel, ist das Klima k√ľhler als auf dem Festland.

Hobart
Klimadiagramm (Erklärung)
J F M A M J J A S O N D
 
 
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7
 
 
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5
 
 
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5
 
 
53
 
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15
6
 
 
63
 
17
8
 
 
55
 
19
9
 
 
57
 
20
11
Temperatur in ¬įC,  Niederschlag in mm
Quelle: WMO
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschl√§ge f√ľr Hobart
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (¬įC) 21,5 21,6 20,1 17,3 14,4 11,9 11,6 13,0 15,0 16,9 18,5 20,2 √ė 16,8
Min. Temperatur (¬įC) 11,8 12,0 10,8 8,9 6,9 5,1 4,5 5,2 6,4 7,7 9,2 10,7 √ė 8,3
Niederschlag (mm) 47,8 40,5 45,5 52,2 47,1 54,3 53,2 52,6 51,5 63,0 55,0 57,4 ő£ 620,1
Regentage (d) 11,0 9,5 11,3 12,3 13,4 13,9 15,0 15,3 15,1 16,3 14,3 12,9 ő£ 160,3
T
e
m
p
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a
t
u
r
21,5
11,8
21,6
12,0
20,1
10,8
17,3
8,9
14,4
6,9
11,9
5,1
11,6
4,5
13,0
5,2
15,0
6,4
16,9
7,7
18,5
9,2
20,2
10,7
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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s
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47,8 40,5 45,5 52,2 47,1 54,3 53,2 52,6 51,5 63,0 55,0 57,4
  Jan Feb M√§r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: WMO

Als Insel steht Tasmanien unter maritimem Einfluss, daher ist das Kleinklima regional st√§rker ausdifferenziert. Die zu Westeuropa um sechs Monate verschobenen Jahreszeiten sind weit weniger ausgepr√§gt. Die Winter sind mit Durchschnittstemperaturen von 0,5 ¬įC bis 10,5 ¬įC mild und die Sommer mit 9 ¬įC bis 19 ¬įC eher k√ľhl. Dennoch kann es fast √ľberall auf der Insel im Winter zu Nachtfr√∂sten kommen und zu jeder Jahreszeit in den H√∂henlagen Schnee fallen. Selbst im Sommer k√∂nnen die Bergkuppen oberhalb 1.200 Meter, im Winter oberhalb 600 Meter schneebedeckt sein. In solchen Hochlagen kann die Temperatur im Januar bis ‚ąí1 ¬įC und auf Extremwerte bis ‚ąí10 ¬įC absinken. Das relativ milde Klima wird jedoch gepr√§gt durch abrupte Wetterwechsel, den h√§ufig starken Wind und die hohe Luftfeuchtigkeit.

Auch die Niederschlagsverteilung Tasmaniens ist weniger von jahreszeitlichen Schwankungen als durch die vorherrschende Windrichtung gepr√§gt. Im Gegensatz zum australischen Festland, wo der S√ľdostpassat seinen Einfluss geltend macht, ist die Insel ganzj√§hrig zum Teil heftigen Westwinden ausgesetzt. Diese Donnernden Vierziger herrschen auf diesem Breitengrad auf der gesamten s√ľdlichen Erdhalbkugel und treffen hier ungebremst von Landmassen (die n√§chste ist Patagonien) auf Tasmanien. So ist der Westteil der Insel sowohl feuchter als auch k√ľhler und hat dar√ľber hinaus weniger Sonnenstunden pro Jahr als der Osten. Diese Temperaturunterschiede werden verst√§rkt durch den Einfluss einer warmen Meeresstr√∂mung im Osten und einer kalten, von der Antarktis kommenden, im Westen Tasmaniens.

Der feuchte Wind sorgt im Westen f√ľr j√§hrliche Niederschl√§ge von √ľber 1.500 mm mit Spitzenwerten bis zu 3.800 mm. Im Osten sind Werte um 1.500 mm j√§hrlich die Ausnahme, zum Teil werden hier nur Werte um 400 mm erreicht. Vereinfacht dargestellt kann man sagen, dass die j√§hrlichen Niederschl√§ge Tasmaniens in West-Ost-Richtung kontinuierlich abnehmen. Verglichen mit dem aridesten Kontinent der Erde ‚Äď Australien ‚Äď sind selbst diese Werte im Osten der Insel noch hoch.

Flora und Fauna

Die tasmanische Pflanzen- und Tierwelt ist eng mit der geologischen Vergangenheit Australiens verkn√ľpft. Erdgeschichtlich betrachtet nimmt der australische Kontinent aufgrund seiner rund 50 Millionen Jahre dauernden Isolation eine Sonderstellung ein, die sich nachhaltig auf seine Bioz√∂nose ausgewirkt hat. Diese Abtrennung ist verantwortlich f√ľr die Vielzahl der endemischen Arten, die h√§ufig ein hohes stammesgeschichtliches Alter aufweisen. In Tasmanien wird dieser Aspekt durch die Trennung vom australischen Festland vor rund 12.000 Jahren insofern noch verst√§rkt, als au√üeraustralische Einfl√ľsse hier noch weniger zum Tragen kamen.

Flora und Fauna Tasmaniens gehen in ihren Grundz√ľgen auf den Superkontinent Gondwana zur√ľck. Gondwana erreichte zu Beginn des Perm seine gr√∂√üte Ausdehnung und begann im Jura in die gegenw√§rtigen Kontinente der S√ľdhalbkugel zu zerbrechen. Die Reihenfolge dieser Teilung hat die Stellung der Biosph√§re Australiens im √∂kologischen Weltgef√ľge ma√ügeblich gepr√§gt. Nacheinander wurde die australische Landmasse vom sp√§teren Afrika, Indien, Neuseeland, aber erst im Eoz√§n von Antarktika getrennt. Darin liegt der Umstand begr√ľndet, dass die australische Biosph√§re am ehesten √Ąhnlichkeit mit Teilen der neuseel√§ndischen und s√ľdamerikanischen aufweist. Denn w√§hrend des Eoz√§ns waren S√ľdamerika und Australien noch durch die Landmasse Antarktika verbunden. Diese Theorie wird sowohl durch Untersuchungen an der rezenten Pflanzen- und Tierwelt als auch durch fossile Befunde gest√ľtzt. Seit der Trennung von Antarktika war Australien mehr als 50 Millionen Jahre von den anderen Kontinenten isoliert. Selbstverst√§ndlich hat sich auch die australische Biosph√§re seither den √∂kologischen Bedingungen und Ver√§nderungen im Laufe der Jahrmillionen angepasst und dennoch √§hnelt sie noch deutlich der ehemaligen Flora und Fauna Gondwanas.

Flora

Bl√ľhender Akazienstrauch
H√ľgel bedeckt mit ‚ÄěButtongrass moorland‚Äú in typischer Verzahnung mit Eukalyptusw√§ldern

Die Vegetation wird im Nordwesten von gem√§√üigten regenwald√§hnlichen W√§ldern bestimmt. Im S√ľdwesten und Norden finden sich aber auch Buttongras- und Moorlandschaften. Auf den weitl√§ufigen Hochebenen begegnen uns alpine Moose und Blumen. Durch die isolierte Lage vom Festland sind etwa 20 Prozent der gut 1500 vorkommenden h√∂heren Pflanzenarten endemisch. Aufgrund der unterschiedlichen klimatischen und geographischen Verh√§ltnisse differiert auch in Bezug auf die Flora die Westh√§lfte der Insel stark vom Osten. Im Westteil finden sich vorwiegend regenwald√§hnliche W√§lder und Vegetationsformen, die in Teilen jenen von S√ľdamerika und Neuseeland √§hneln. Im Osten Tasmaniens herrschen trockene und lichte W√§lder australischer Pr√§gung vor. Letztere sind gekennzeichnet durch hunderte verschiedener Akazien- und Eukalyptusarten, die wie in Teilen Australiens die gesamte Restflora dominieren. Wie die gesamte australische Flora weisen auch sie eine Vielzahl unterschiedlicher evolution√§rer Anpassungen auf. Der Wald australischer Pr√§gung lichtet in den H√∂henlagen zunehmend aus. Oberhalb 900 Meter im Norden und 600 Meter im S√ľden gehen die W√§lder h√§ufig in ausgedehnte Moorlandschaften √ľber.

Im k√ľhl temperierten feuchten "Fast-"Regenwald Westtasmaniens bestimmen endemische S√ľdbuchen-Arten (Nothofagus sp.), die bis zu 40 Meter H√∂he erreichen k√∂nnen, das Bild. Wie ann√§hernd alle Baumarten Tasmaniens sind auch sie immergr√ľn. In diesen W√§ldern wachsen die h√∂chsten Laubb√§ume der Welt wie die Riesen-Eukalypten (bis 100 m hoch) oder der Stringy-Bark (bis 90 m hoch). Diese Giganten ragen weit √ľber das Walddach hinaus. Auch darunter wachsen urt√ľmliche Baumarten, die ihresgleichen suchen wie die Celery-top-Pine, ein Nadelbaum ohne Nadeln mit blattartig verbreiterten Stielen, die Huon-Pine, die √ľber 2.000 Jahre alt werden kann oder die Dicksonia-Baumfarne mit ihren weit ausladenden Wedeln. Aufgrund der vorkommenden Eukalyptenarten sind diese W√§lder strenggenommen keine echten Regenw√§lder, obwohl alle anderen Kriterien zutreffen.[2] Der ausgepr√§gte Stockwerkbau dieses Waldes und sein dichtes Unterholz machen ihn h√§ufig undurchdringlich. In den ausgedehnten D√ľnenlandschaften der Sandstr√§nde herrschen hitze- und trockenheitsresistente B√ľsche, Str√§ucher und Gr√§ser vor.

Bereits vor der Ankunft der Europäer waren weite Landstriche Tasmaniens durch die Einwirkung der einheimischen Inselbevölkerung geprägt. Auf diese Weise entstanden beispielsweise die feuchten Riedlandschaften mit ihrem Schilf-, Gras- und Heckenbewuchs, die den Regenwald durchsetzen und der zum Teil parkähnliche Charakter mancher Eukalyptus- und Akazienwälder.

Fauna

Tasmanischer Teufel (Beutelteufel)

Die Tierwelt Tasmaniens ist in starkem Ausmaß mit der australischen verwandt. Letztere ist, ebenso wie die Vegetation, geprägt von Endemismen. Beuteltiere sind die dominanten Landlebewesen, von denen der ausgestorbene Beutelwolf (oder Beuteltiger, Tasmanischer Tiger, Tylacine) ein bekanntes Beispiel ist. Der Wombat (ein Beutelbär), ist ebenso vertreten wie zahlreiche Känguru-Arten.

Da viele der nach Australien eingeschleppten europäischen Tierarten (hauptsächlich der Fuchs) und auch der selbst eingewanderte Dingo es nie bis nach Tasmanien geschafft haben, sind hier viele Tierarten erhalten geblieben, die auf dem Festland ausgestorben sind: Beuteldachse oder kleine Wallaby-Arten.

Ein ebenfalls sehr bekanntes Beispiel einer f√ľr Tasmanien endemischen Tierart ist der Tasmanische Teufel, welcher auf dem australischen Festland bereits ausgestorben ist.

Wie auf dem Australischen Festland sind auch hier verschiedene Arten von Kletter-, Ring- und Gleitbeutlern zu finden. Diese sind wie Koalas oder K√§ngurus Beuteltiere und geh√∂ren seit eh und je zur Ur-Fauna Australiens. Die vorherrschenden Beuteltiere gehen ebenfalls auf Gondwana zur√ľck. Auch der australische flugunf√§hige Strau√üenvogel, der Gro√üe Emu, stammt aus dieser Epoche. Die Hauptvertreter der Tierwelt Australiens, die Beuteltiere, haben, mit Ausnahme des √Ėkosystems Wasser, alle √∂kologischen Nischen besetzt. So unterscheidet sich die Meeresfauna Tasmaniens nur unwesentlich von der anderer Regionen dieses Breitengrades.

Auf dem Land blieben die Beuteltiere (Marsupiala) jedoch von au√üeraustralischen Einfl√ľssen weitestgehend verschont. Selbst die extrem artenreiche Vogelfauna ‚Äď obwohl weniger an Grenzen gebunden ‚Äď setzt sich aus Gattungen zusammen, die zu 90 Prozent endemisch sind. Betrachtet man nur die Vogelarten, sind dies sogar 95 Prozent. Die Auswahl an h√∂heren S√§ugetieren (Plazentatieren) beschr√§nkte sich in voreurop√§ischer Zeit in Australien auf Nage- und Fledertiere (Flederm√§use und fliegende Hunde). Sie kamen vermutlich w√§hrend des Mioz√§ns aus dem Norden.

Die Fauna Tasmaniens ist noch um einiges arten√§rmer als die australische. So kommen dort nur etwa ein F√ľnftel der Beuteltier-, ein Zehntel der Nager- und ein Siebtel der Fledermausarten Australiens vor. Flughunde und Gleitbeutler sind ebenfalls nicht bis nach Tasmanien vorgedrungen. Diese Artenarmut darf jedoch nicht √ľber die hohe Populationsdichte der Landtiere in Tasmanien hinwegt√§uschen, die durch die vielseitige K√ľsten- und Meeresfauna noch erg√§nzt wird.

Im Gegensatz zum tasmanischen Beutelwolf konnte der tasmanische Teufel ‚Äď vermutlich bedingt durch das Fehlen des Dingos in Tasmanien ‚Äď bis heute √ľberleben. Der tasmanische Beutelwolf (Thylacinus cynocephalus) wurde h√§ufig auf Grund seines dunkelbraun-gelblich gestreiften Felles tasmanischer Tiger genannt. Sein lateinischer Name bedeutet ‚ÄėBeutelhund mit Wolfskopf‚Äô, was seinem Aussehen schon ziemlich nahe kam. Mit einer R√ľckenl√§nge von zirka 1,20 Metern hatte er in etwa die gleiche Gr√∂√üe wie unser europ√§ischer Wolf und war in der Lage, auch gr√∂√üere Beutetiere zu rei√üen. Er jagte meist im Dunkeln oder zumindest in der D√§mmerung und galt als langsam und etwas unbeholfen. Wahrscheinlich wurden ihm die ausgewilderten Hunde der fr√ľhen Kolonialzeit zum Verh√§ngnis. Aber auch die Schafhirten stellten ihm nach, so dass er schon in den drei√üiger Jahren des 19. Jahrhundert sehr selten war. Im ausgehenden 19. Jahrhundert war er bereits eine au√üerordentlich begehrte Jagdtroph√§e. Wann genau er ausgestorben ist, ist unsicher und in regelm√§√üigen Abst√§nden tauchen immer wieder Augenzeugen auf, die einzelne Exemplare gesehen haben wollen. Obwohl gegenw√§rtig Tasmaniens Wildh√ľter mit der Suche nach Spuren betraut sind, blieben diese Ger√ľchte bislang unbest√§tigt.

Echidna (Ameisenigel)

Das Schnabeltier (Platypus) und der Ameisenigel (Echidna) aus der Unterklasse der Prototheria, deren phylogenetische Stellung noch bis heute unklar ist, zählen zu den skurrilsten Vertretern der australischen beziehungsweise tasmanischen Fauna. Beide, wenngleich Säugetiere, zählen aufgrund fehlender spezifischer Geschlechtsorgane, genau wie etwa die Vögel oder Reptilien, zu den Kloakentieren.

Das wichtigste Jagdwild der voreurop√§ischen Bev√∂lkerung waren das K√§nguru, der Wombat und der Fuchskusu. Von den im Vergleich zu Australien wenigen K√§nguruarten war das graubraune Forester‚Äôs K√§nguru (Macropus major) die beliebteste Jagdbeute. Es wird bis zu eineinhalb Meter gro√ü und trat in gro√üen Herden auf. Bei den kleineren K√§nguruarten war vor allem das ‚ÄėWallaby‚Äô als Beute von Bedeutung. Der Nacktnasenwombat (Vombatus ursinus) lebt in unterirdischen H√∂hlensystemen und wurde als ergiebiger Fleischlieferant genutzt. Die Jagd nach dem Fuchskusu (Trichosurus vulpecula) war weit verbreitet aber sehr beschwerlich, da er sich meist in hohen Baumwipfeln aufh√§lt.

Neben dem Emu wurde ein weiterer flugunfähiger Laufvogel gejagt. Der Tribonyx mostierii entspricht in seiner Gestalt unserem Rebhuhn. Ansonsten war die äußerst vielfältige Vogelfauna des tasmanischen Inlandes als Beute nicht von Bedeutung. Von den Reptilien, die in Australien neben den Beuteltieren die erfolgreichste Tiergruppe stellen, wurden in Tasmanien nur die größeren Arten verzehrt.

Nur drei der 140 australischen Schlangenarten sind auf der Insel heimisch. Alle drei gehören zur Gruppe der Elapidae und sind ausnahmslos giftig. In Tasmanien spielen Schnecken und Egel eine größere Rolle als auf dem trockenen Kontinent.

Von entscheidender Bedeutung war in Tasmanien die K√ľsten- und Meeresfauna. Wie bereits angedeutet, unterscheidet sie sich nicht wesentlich von der Fauna anderer Erdteile. In dem fischreichen Meer gab es auch eine Vielzahl Meeress√§uger: Delphine, Wale, See-Elefanten, Robben und Seehunde. Die gro√üe Anzahl von Muscheln, Krebsen, Krabben und Hummer waren ein begehrtes Nahrungsmittel. An den K√ľsten nisteten Seev√∂gel in gro√üer Zahl, die jedoch teilweise als Zugv√∂gel nur saisonal anzutreffen waren: Kormorane, Enten, G√§nse, Schwarze Schw√§ne, verschiedene Wasserhuhnarten, Albatrosse, Reiher, T√∂lpel und der ‚Äėmutton bird‚Äô (Puffinus tenuirostris), ein Sturmvogel, der eine zentrale Rolle in der Nahrungsversorgung der K√ľstenbev√∂lkerung spielte.

In diesem Zusammenhang noch von Interesse ist die am Ende der Eiszeit vor ca. 25.000 bis 15.000 Jahren (Flood 1995: 192; vgl. Scarre 1990: 68) ausgestorbene Megafauna (Abb. 5). Diese beinhaltete auch gr√∂√üere Formen der rezenten Tierarten. Andere Gattungen sind mit ihrem Aussterben f√ľr immer verschwunden; so etwa das Diprotodon, das die Gr√∂√üe eines Nashorns erreichte. Die damaligen Formen des Tasmanischen Teufels und des Emus waren betr√§chtlich gr√∂√üer. Manche K√§nguruarten erreichten eine H√∂he von drei Metern und auch Wombats von der Gr√∂√üe eines Esels sind belegt.

Die Gr√ľnde des Aussterbens sind noch nicht eindeutig gekl√§rt; dennoch deutet einiges darauf hin, dass die voreurop√§ische Bev√∂lkerung daran nicht unbeteiligt war (Flood 1995: 136f, 281; Lourandos 1997: 98‚Äď111; Wilpert 1987: 21). Entgegen anders lautenden Behauptungen haben auch die Aborigines in ihrem Lebensraum Spuren hinterlassen. Ein Ph√§nomen, das ‚Äď lange verleugnet ‚Äď auch bei Wildbeuterpopulationen anderer Erdteile zunehmend Best√§tigung findet. Geringe Naturbeherrschung darf in diesem Zusammenhang nicht gleichgesetzt werden mit nicht vorhandener nachhaltiger Beeinflussung.

Nat√ľrlich war ihnen bewusst, dass der Raubbau an der Natur sie ihrer Lebensgrundlage entzieht. Diese Zusammenh√§nge hatten sie t√§glich vor Augen. Deshalb waren sie bem√ľht, ihre Ressourcen nicht √ľber die Ma√üen zu strapazieren, was ihnen jedoch nicht immer gelang. Ein anderes Beispiel hierf√ľr k√∂nnte die Ausrottung einer See-Elefantenart (Mirounga leonina) auf Tasmanien sein, f√ľr die Rhys Jones die pr√§historische Bev√∂lkerung verantwortlich macht (Jones 1966/67; vgl. Mulvaney und Golson 1987: 90).

Bevölkerung

Die Tasmanier verf√ľgten nicht √ľber die Technik der Ozean-Schifffahrt und entwickelten sich daher unabh√§ngig von den Aborigines auf dem australischen Festland. Man sch√§tzt, dass bei Ankunft der Briten 1803 etwa 3.000 bis 5.000 Ureinwohner auf Tasmanien lebten. Sie wurden bis 1865 von den Briten v√∂llig ausgerottet, allerdings leben immer noch mehrere Tausend Nachkommen von Ureinwohnern und Europ√§ern. Die Sprachen der Ureinwohner sind mit ihnen ausgestorben, siehe Tasmanische Sprachen.

2001 lebten auf Tasmanien laut amtlicher Statistik 472.931 Einwohner. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 6,9 Einwohnern pro km².

Politik

Wie fast jeder australische Bundesstaat (bis auf Queensland) besitzt auch Tasmanien ein Zweikammernparlament. Die Exekutive bildet ein Kabinett, das vom Premierminister gef√ľhrt wird. Die Regierungen der einzelnen Bundesstaaten in Australien sind im Wesentlichen f√ľr die Bereiche Bildung, Gesundheit, Justiz, Polizei und Verkehrswesen zust√§ndig.

Staatsoberhaupt ist offiziell Königin Elisabeth II.. Das Oberhaupt der britischen Krone wird durch den Gouverneur von Tasmanien vertreten. Der Gouverneur wird auf Vorschlag des Premierministers von der britischen Königin ernannt. De facto hat dieser hauptsächlich repräsentative Aufgaben.

Verwaltungstechnisch ist Tasmanien in 29 Local Government Areas (lokale Verwaltungsgebiete) unterteilt; siehe Local Government Areas in Tasmanien.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Tasmaniens

Besiedlung

Das heutige Tasmanien wurde bereits vor mindestens 35.000 Jahren von Norden aus √ľber die damalige Festlandverbindung zu Australien besiedelt. Die √úberflutung der Bass-Stra√üe vor etwa 12.000 Jahren isolierte die Tasmanier von den Aborigines des Kontinents, so dass kulturelle und technische Innovationen nicht mehr ausgetauscht werden konnten. Zum Zeitpunkt der europ√§ischen Entdeckung lebten vermutlich zwischen 4.000 und 6.000 Tasmanier auf der Insel. Durch die lange Isolation verblieben die Tasmanier in einer primitiven Steinzeit. Au√üer primitiven Werkzeugen aus Stein und Holz besa√üen sie keinerlei Technologie, kein Pfeil und Bogen, keine Netze, keine Boote, keine Bumerangs, kein Vieh, keine Hunde, keine Nadeln, keinen Ackerbau. [3]

Entdeckung

1642 entdeckte der niederl√§ndische Seefahrer Abel Tasman die Insel f√ľr die Europ√§er. Er segelte im Auftrag des Generalgouverneurs von Niederl√§ndisch-Indien Anton van Diemen, weshalb er die Insel auch Van-Diemens-Land nannte. Tasman segelte mit dem Schiff "Heemskerck" und der Fleute "Zeehaen" um die S√ľdk√ľste Australiens, wo er Tasmanien und Neuseeland entdeckte. 1798 umrundete der britische Kapit√§n Matthew Flinders das Eiland und belegte damit Tasmaniens Inselcharakter, w√§hrend Tasman noch von einer Halbinsel ausgegangen war.

Kurz nach Gr√ľndung der Kolonie New South Wales auf dem australischen Festland 1788 landete 1792 eine franz√∂sische Expedition auf Tasmanien, um das Land zu erkunden. Daraufhin entschieden sich die Briten, auch hier m√∂glichst schnell eine Kolonie einzurichten. 1803 errichteten sie Risdon Cove am Derwent River, ein Jahr sp√§ter gaben sie diese Siedlung auf und gr√ľndeten Hobart Town, ebenfalls am Derwent, und George Town am Tamar River. Tasmanien war anfangs vor allem eine der Strafkolonien in Australien. Es wurden die schwereren F√§lle nach Tasmanien gebracht, da die Insel durch ihre geringere Gr√∂√üe leichter zu √ľberwachen war als die Kolonien des Festlands. 1825 wurde das damalige Van-Diemen‚Äôs-Land zu einer eigenst√§ndigen Kolonie erkl√§rt.

Der ber√ľhmte britische Seefahrer und Nordpolarforscher Sir John Franklin war von 1836 bis 1843 Gouverneur der Insel. 1856 erhielt die Insel ihren heutigen Namen zu Ehren des Entdeckers. 1856 erlangte Tasmanien eine eigene Verfassung und Regierung. Seit 1901 geh√∂rt die Insel zum Australischen Bund. 1917 stiftete der britische K√∂nig Georg V. das Staatswappen mit zwei Beutelw√∂lfen als Schildhalter.

Genozid

Um 1800 f√ľhrte die Ankunft britischer Robbenf√§nger und Siedler zum brutalen Konflikt mit der einheimischen Bev√∂lkerung, wie dem Cape-Grim-Massaker. Bis 1842 war die Bev√∂lkerung nahezu systematisch ausgerottet oder deportiert durch den Black War und die Black Line, unterst√ľtzt durch die Vermittlung von George Augustus Robinson. Die letzten √úberlebenden wurden auf die 50 km entfernte Insel Flinders Island verschleppt, wo viele allm√§hlich an Unterern√§hrung und Krankheiten verstarben, bis die Siedlung 1849 aufgel√∂st wurde. Groteskerweise erregten die letzten drei √ľberlebenden Tasmanier 1869 das Interesse von Wissenschaftlern, die nach einem Bindeglied zwischen Mensch und Affen suchten. Als William Lanne, der letzte m√§nnliche Tasmanier, 1869 verstarb, wetteiferten √Ąrzteteams mit der abwechselnden Exhumierung und Wiederbeisetzung des Leichnams. Sie trennten dem K√∂rper Nase, Ohren, Haut, Kopf, H√§nde und F√ľ√üe ab und fertigten daraus Souvenirs. Einer der letzten tasmanischen Frauen namens Truganini erging es √§hnlich. Sie bat vor ihrem Tod im Jahre 1876 um eine Seebestattung, um diesem Schicksal zu entgehen. Doch die Royal Society lie√ü ihr Skelett, wie sie bef√ľrchtet hatte, ausgraben, und stellte es im Tasmanischen Museum bis 1947 √∂ffentlich zur Schau. Im Jahre 1976 ‚Äď hundert Jahre nach ihrem Tod ‚Äď wurde sie dann doch einge√§schert und die Asche ins Meer gestreut. Allerdings √ľberlebten Kinder tasmanischer Frauen mit wei√üen Robbenf√§ngern.

Siehe auch: Tasmanische Sprachen

Umweltschutz

W√§hrend der meisten Zeit des 19. und 20. Jahrhunderts herrschte in Tasmanien eine Politik der Ressourcenausbeutung. Holzeinschlag, Bergbau und die Eind√§mmung von Fl√ľssen zur Nutzung der Wasserkraft waren wichtige Wirtschaftsfaktoren. Proteste von Umweltsch√ľtzern gegen die geplante √úberflutung des Lake Pedder f√ľr ein Wasserkraftwerk f√ľhrten 1972 zur Gr√ľndung der United Tasmania Group (UTG), der ersten Gr√ľnen Partei der Welt. 2004 k√ľndigte der australische Forstkonzern Gunns den Bau der weltweit gr√∂√üten Zellstofffabrik auf Tasmanien an. Dieses Vorhaben hat einen heftigen Kampf um den Schutz der tasmanischen Urw√§lder ausgel√∂st, die aufgrund der vielen endemischen Arten weltweit einzigartig sind. Immerhin sind in Tasmanien beeindruckende 40% der Landfl√§che gesch√ľtzt, besonders im Westteil der Insel. Dort liegt auch das UNESCO-Welterbe-Schutzgebiet Tasmanische Wildnis. Doch die potentiell wirtschaftlich interessanten W√§lder sind nicht gesch√ľtzt.[2]

Siehe auch: Geschichte Tasmaniens

Universitäten

Verschiedenes

Tasmanien war Pate einer Rennsportserie in den 1960ern f√ľr Formelwagen, der Tasman-Serie. In Arno Schmidts Roman ‚ÄěAbend mit Goldrand‚Äú (1975) ist Tasmanien das utopische Ziel einer chiliastischen Rotte. Tasmania Berlin war ein Berliner Fu√üballverein, der in der Saison 1965/66 in der 1. Bundesliga spielte. Der Tasman Highway und der Midland Highway verbinden die St√§dte Hobart und Launceston miteinander. Der Tasman Highway ist mit einer L√§nge von 410 Kilometern einer der l√§ngsten Highways auf Tasmanien. Au√üerdem wird die alte britische Kolonie Van Diemens's Land von der irischen Rockband U2 in dem gleichnamigen Song von 1987 aus Sicht eines Gefangenen besungen.

Siehe auch

Fußnoten und Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Parks & Wildlife Service Tasmania Reserve Listing, zugegriffen am 6. Oktober 2010
  2. ‚ÜĎ a b Artikel "Der Kampf um Tasmaniens Urw√§lder" in Robin Wood Magazin Nr. 103/4.09
  3. ‚ÜĎ Anm.: Es bestehen auch Ger√ľchte, dass selbst das Feuerentfachen ihnen fremd gewesen sein soll. Dies scheint aber falsch zu sein und ist m√∂glicherweise einer historischen Verachtung geschuldet.

Literatur

  • Dirk Halfmann: Die Tasmanischen Aborigines ‚Äď Quellenkritische Bestandsaufnahme bisheriger Forschungsergebnisse, 1998, ISBN 3-638-10031-6
  • Lloyd Robson & Michael Roe: A Short History of Tasmania, 2. Auflage 1997, Oxford University Press, Melbourne, ISBN 0-19-554199-5
  • Tasmania. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 15, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885‚Äď1892, ‚Äé S. 528.
  • Nicholas Shakespeare: In Tasmanien (Roman), 2005, Marebuchverlag, Hamburg, ISBN 3-936384-40-1

Weblinks

 Commons: Tasmanien ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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