Tenderlok

Tenderlokomotive Preußische T 3 mit Rahmenwasserkasten und Kohlenkästen vor dem Führerhaus
Tenderlokomotive DB-Baureihe 66 mit seitlichen Wasserkästen und Kohlenkasten hinter dem Führerhaus

Eine Tenderlokomotive ist eine Dampflokomotive, bei der die Wasser- und Brennstoffvorräte in Behältern auf der Lokomotive selbst mitgeführt werden. Die Wasservorräte befinden sich meist in seitlichen Tanks oder im als Wasserkasten ausgeführten Rahmen, die Kohle- bzw. Brennstoffvorräte in einem Anbaubehälter vor oder hinter dem Führerstand.

Der Gegensatz zur Tenderlokomotiv-Bauweise ist die Lokomotive mit angehängtem Schlepptender. Tenderlokomotiven wurden bevorzugt auf kurzen Strecken eingesetzt, um nicht unnötig Energie für den Transport der Vorräte zu verbrauchen. Ein weiterer Vorteil der meisten Tenderlokomotiven ist, dass sie in beide Richtungen etwa gleich gute Laufeigenschaften haben und deshalb an den Endpunkten der Strecke nicht gewendet werden müssen.

Von Nachteil ist das Abnehmen der Reibungslast und damit der Zugkraft mit abnehmenden Vorräten. Vor allem moderne Tenderlokomotiven, wie die im Bild gezeigte DB-Baureihe 66, sind deswegen so konstruiert, dass ein möglichst großer Teil der Vorräte über den hinteren Laufdrehgestell angeordnet ist, dessen Entlastung auf die Zugkraft keinen Einfluss hat. Aus diesem Grund sind hinter den Kuppelrädern angeordnete Drehgestelle (also Achsfolgen wie 1'C2' und 1'D2') bei Tenderlokomotiven häufiger als bei Schlepptenderlokomotiven.

Als Tenderlokomotiven wurden sowohl kleine Rangierlokomotiven als auch Hochleistungslokomotiven für schwere Güterzüge und als Schnellfahrlokomotiven mit Stromlinienverkleidung für Geschwindigkeiten bis 175 km/h ausgeführt.


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