The New Scientist

Heft zum 50-jährigen Jubiläum

New Scientist ist ein wöchentlich in englischer Sprache erscheinendes, internationales Periodikum mit Themen aus unterschiedlichen, vorwiegend naturwissenschaftlichen Disziplinen, für das es im deutschen Sprachraum keine Entsprechung gibt. New Scientist kann als populärwissenschaftliche Fachzeitschrift mit einem umfangreichen aktuellen Nachrichtenüberblick beschrieben werden. Thema sind seit dem Beginn des Erscheinens häufig auch die Auswirkungen von Forschung und Technik auf die Gesellschaft. New Scientist erscheint im Verlag Reed Business Information Ltd. mit einer britischen, einer US-amerikanischen und einer australischen Ausgabe. Sitz der Hauptredaktion ist London.

Inhaltsverzeichnis

Historisches

Die erste Ausgabe der Zeitschrift erschien am 22. November 1956, damals noch unter dem Titel The New Scientist. Schon im ersten Heft wurde programmatisch die geplante Themenbreite der Neugründung vorgeführt: Es enthielt u.a. Artikel zu den Themengebieten Astronomie ("Unser Nachbar Mars"), Mikrobiologie ("So funktionieren Bakterien"), Botanik ("Wie Pflanzen und Früchte überleben"), Medizin ("Physiologie und Leichtathletik"), ferner ein Porträt des Physikers Sir Edward Appleton, einen Bericht über das erste kommerziell zur Stromerzeugung eingesetzte Kernkraftwerk Calder Hall und einen Essay zum Verhältnis von Kunst und Naturwissenschaft ("The Science-Arts barrier").

Anlass für die Herausgabe einer neuen, naturwissenschaftlichen Wochenschrift war 1956 eine selbst gestellte, politische Aufgabe: der Gründungsherausgeber Maxwell Raison wollte auf die zunehmende Bedeutung der Naturwissenschaften für die Wirtschaft in Großbritannien hinweisen und zugleich auf deren Zusammenwirken Einfluss nehmen.[1] Im Editorial des ersten Heftes hieß es unmissverständlich: "Wenn Großbritannien eine erstklassige Wirtschaftsmacht bleiben möchte, dann müssen sich unsere Regierung, unser Parlament und unsere Bevölkerung die Bedeutung der Wissenschaft in diesem Jahrhundert weit stärker bewusst machen." [2] Auch die Zielgruppe der Zeitschrift hat sich seit 1956 nicht verändert: "New Scientist wird für all jene Männer und Frauen herausgegeben, die sich für wissenschaftliche Entdeckungen interessieren und für deren industrielle, kommerzielle und soziale Folgen." [3]

New Scientist heute

New Scientist wird sowohl von Wissenschaftlern als auch von wissenschaftlich interessierten Laien gelesen. Die Artikel unterliegen zwar keiner Peer-Review, die Qualität der Autoren hat jedoch dafür gesorgt, dass die Zeitschrift auch in Fachkreisen ein hohes Ansehen genießt. Ablesbar ist dies u.a. an der großen Zahl von Stellenangeboten, die in New Scientist veröffentlicht werden. Auch viele Tageszeitungen greifen häufig Artikel aus New Scientist auf und bearbeiten sie für ihre eigene Leserschaft.

Jedes Heft von New Scientist enthält nach Inhaltsverzeichnis und Editorial in der Regel jeweils einen Nachrichtenüberblick mit Meldungen aus der vergangenen Woche ("This week"). Hier werden einerseits interessante Forschungsergebnisse mit Hinweis auf die Zeitschrift ihrer Erstveröffentlichung berichtet, andererseits aber auch Übersichtsartikel zu gesellschaftlich relevanten, umstrittenen Themen veröffentlicht - beispielsweise zur Kreationismus-Debatte in den USA, zum Klimawandel, zum Artenschutz oder zur Stammzellforschung. Es folgen Kommentare, mehrere Seiten meist fachlich fundierter Leserbriefe und Informationen zu technischen Neuheiten. Etwa ein Drittel jeder Ausgabe ist selbst recherchierten, von Wissenschaftsjournalisten verfassten Hintergrundberichten und Interviews mit bekannten Forschern gewidmet. Nach den Seiten mit den Stellenangeboten folgt jeweils - meist am Schluss - die Rubrik The last word, wobei dieses Schlusswort von den Lesern geschrieben wird: Sowohl im gedruckten Heft als auch online können die Leser von New Scientist Fachfragen stellen, die andere Leser hernach beantworten. Aus dieser häufig gleichermaßen informativen wie originellen Rubrik sind bereits mehrere Bücher hervorgegangen[4], und sie diente auch diversen deutschen Zeitungen als Vorlage für ähnliche Beteiligungsaktionen für Leser.

Online-Archiv

Seit 1996 unterhält New Scientist auch eine Webseite mit einer frei zugänglichen, ständig aktualisierten Nachrichtenauswahl und einem kostenpflichtigen Online-Archiv. Auch einige längere Artikel aus der Druckausgabe werden in voller Länge kostenlos zum Herunterladen angeboten. Private Abonnenten der gedruckten Ausgabe können kostenlos auf das Online-Archiv zugreifen. Für Schulen und andere kulturelle Einrichtungen, die New Scientist abonniert haben, kann auf Anfrage ebenfalls ein kostenloser Zugriff auf das Online-Archiv eingerichtet werden.

Quellen

  1. Editorial des Jubiläumsheftes 50 Jahre New Scientist. in: New Scientist. Nr. 2578 vom 18. November 2006, S.5.
  2. "If Britain is to remain a first-class economic power, our government, our Parliament and our people must become far more keenly aware of the ascendancy of science in this century."
  3. "The New Scientist is published for all those men and women who are interested in scientific discovery and its industrial, commercial and social consequences."
  4. u.a. Mick O'Hare: Warum fallen schlafende Vögel nicht vom Baum? Wunderbare Alltagsrätsel. Piper, München; Mick O'Hare: Was macht die Mücke beim Wolkenbruch. Neue wunderbare Alltagsrätsel. Piper, München; Mick O'Hare: Wie dick muss ich werden, um kugelsicher zu sein? 101 Antworten auf Fragen, die uns alle beschäftigen Fischer-Taschenbuchverlag, Frankfurt.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

ISSN: 0262-4079


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