The Windy City

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The Windy City
Chicago
Spitzname: The Windy City

Siegel von Chicago
Siegel
Flagge von Chicago
Flagge
Lage in Illinois
Chicago (Illinois)
DEC
Chicago
Chicago
Basisdaten
GrĂŒndung: 12. August 1833
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Illinois
County: Cook County
DuPage County
Koordinaten: 41° 53â€Č N, 87° 38â€Č W41.881944444444-87.627777777778176Koordinaten: 41° 53â€Č N, 87° 38â€Č W
Zeitzone: Central Standard Time (UTC−6)
Einwohner:
- Metropolregion:
2.836.658 (Stand: 2007)
9.524.673 (Stand: 2007)
Bevölkerungsdichte: 4.821,8 Einwohner je kmÂČ
FlĂ€che: 606,1 kmÂČ
davon 588,3 kmÂČ Land
Höhe: 176 m
Gliederung:
Lage in der Metropolregion
Postleitzahlen: 60601–60827
Vorwahl: +1 312 (Zentrum), 773 (andere Gebiete)
WebprÀsenz: egov.cityofchicago.org
BĂŒrgermeister: Richard M. Daley (D)
Satellitenbild
Satellitenbild

Chicago [ʃÉȘˈkɑːgoʊ ;  anhören?/i] (deutsch auch: Chikago) ist eine Stadt am SĂŒdwestufer des Michigansees im US-Bundesstaat Illinois in den Vereinigten Staaten von Amerika. Mit einer Einwohnerzahl von 2,8 Millionen (2007)[1] ist sie die drittgrĂ¶ĂŸte Stadt der USA. In der Agglomeration leben 8,7, in der Metropolregion 9,5 Millionen Menschen (2007).[2]

Chicago ist seit der Mitte des 19. Jahrhunderts eine wichtige Handelsstadt in den Vereinigten Staaten. Die Lage an der MĂŒndung des Illinois Waterways, der die Großen Seen (die ĂŒber den Sankt-Lorenz-Seeweg bzw. Eriekanal mit dem Atlantik und New York City verbunden sind) mit dem Mississippi River und dem Golf von Mexiko verbindet, sowie als Knotenpunkt wichtiger Eisenbahnstrecken, auf denen die West- mit der OstkĂŒste verbunden werden, haben diese Funktion begĂŒnstigt.

Chicago ist Sitz der Chicago Mercantile Exchange, der grĂ¶ĂŸten Warenterminbörse der Vereinigten Staaten, und der Chicago Board of Trade, der grĂ¶ĂŸten Rohstoff-, Futures- und Optionsbörse der USA.

Inhaltsverzeichnis

Der Name der Stadt

Überblick ĂŒber die Innenstadt von Chicago

Der Name leitet sich aus dem Wort Checagou ab, mit dem die Potawatomi-Indianer das Marschland beschrieben, wo spĂ€ter die Stadt gegrĂŒndet wurde. Das indianische Wort bedeutet sowohl wilde Zwiebeln wie auch Stinktier.[3] Der Name bedeutet also so viel wie „Land, das nach Zwiebeln stinkt“.

Im Volksmund wird Chicago auch the windy city genannt. Die frĂŒheste bekannte ErwĂ€hnung stammt von einem Zeitungsartikel der Chicago Tribune 1858. Wiederholt verwendet wurde der Spitzname im Jahre 1876 und war verbunden mit der RivalitĂ€t mit Cincinnati. So lautete etwa am 9. Mai 1876 die Schlagzeile im Cincinnati Enquirer: "THAT WINDY CITY. Some Freaks of the Last Chicago Tornado." Ebenfalls zugeschrieben wird die Bezeichnung dem Redakteur der New York Sun, Clyz loid, nachdem New York City von Chicago bei der Bewerbung um die Weltausstellung geschlagen wurde. Es gibt jedoch kaum Belege, dass dieser den Ausdruck "Windy City" tatsĂ€chlich benutzt hat.[4]

Eine weitere Bedeutung liegt im oft starken Wind, der mal kalt aus nordwestlicher Richtung, mal auch vom Michigansee weht, und durch die Wolkenkratzerschluchten kanalisiert und dadurch verstĂ€rkt wird. Jedoch ist Chicago nicht bedeutend windiger als andere amerikanische StĂ€dte. Zuletzt wird die Bezeichnung auch zurĂŒckgefĂŒhrt auf die Korruption und die historische, insbesondere wĂ€hrend der Prohibition, verbreitete organisierte (Schmuggler-)KriminalitĂ€t.

Geographie

Geographische Lage

Ein Teil der Skyline vom Sears Tower aus gesehen.

Chicago liegt im Nordosten von Illinois. Laut Daten des United States Census Bureau hat die Stadt eine FlĂ€che von 606,1 Quadratkilometern. GewĂ€sser bedecken davon 2,94 Prozent (17,8 Quadratkilometer). In Chicago mĂŒndete einst der Chicago River in den Michigansee, einer der fĂŒnf Großen Seen Nordamerikas. Allerdings wurde die Fließrichtung des Wassers im Chicago River 1900 umgekehrt, so dass er nicht mehr in den zur Trinkwassergewinnung genutzten Michigansee mĂŒndet, sondern ĂŒber den „Chicago Sanitary & Ship Canal“ in den Illinois River und letztendlich in den Mississippi River abgeleitet wird. Mehr als 20 ZugbrĂŒcken wie beispielsweise die State Street Bridge ĂŒberqueren den Fluss.

Die Metropolregion Chicago hat eine FlĂ€che von 28.163 Quadratkilometern und erstreckt sich ĂŒber dutzende von VorstĂ€dten in neun verschiedenen Countys, welche mit dem Stadtgebiet von Chicago verflochten sind. Diese Countys sind in Illinois Cook, DuPage, Kane, Kendall, Lake, McHenry und Will County, in Indiana Lake County und in Wisconsin das Kenosha County. Da die VorstĂ€dte politisch unabhĂ€ngig sind, fließen keine Steuergelder aus diesen Enklaven, um die zentrale Infrastruktur der Großstadt zu finanzieren. Dies ist insbesondere bei den Schulen wichtig, weil ihre Finanzierung zu einem großen Teil aus den lokalen Grundsteuern erfolgt, mit landesweiten ZuschĂŒssen pro SchĂŒler als ErgĂ€nzung.

Die Metropolregion Chicago stand bei der Entwicklung des Modells der stĂ€dtischen Zonen des renommierten Stadtgeographen Ernest Burgess um einen Central Business District (CBD) Pate. Den Kern des CBD bildet der so genannte Loop; dazu zĂ€hlen ein von den Gleisen der Chicago „L“ umschlossenes Viertel (die Community Area 32) sowie die angrenzenden Gebiete.

Stadtgliederung

Community Areas mit Nummern

Seit der Stadtgebieterweiterung von 1960, um den großzĂŒgigen Ausbau des Flughafens O’Hare zu ermöglichen, gliedert sich die City of Chicago in 77 Community Areas.

Das Zentrum der Stadt bilden die Stadtteile Chicago Loop (32) und Near North Side (8), welche durch den Chicago River voneinander getrennt sind. In der Loop befinden sich u.a. das AON Center, der Sears Tower und das Rathaus. Der mit HochhÀusern stark bebaute Teil von Near North Side wird im wesentlichen durch den North Lake Shore Drive die North LaSalle Street abgegrenzt. Das höchste GebÀude der Near North Side ist das John Hancock Center.

01 Rogers Park 21 Avondale 41 Hyde Park 61 New City
02 West Ridge 22 Logan Square 42 Woodlawn 62 West Elsdon
03 Uptown 23 Humboldt Park 43 South Shore 63 Gage Park
04 Lincoln Square 24 West Town 44 Chatham 64 Clearing
05 North Center 25 Austin 45 Avalon Park 65 West Lawn
06 Lakeview 26 West Garfield Park 46 South Chicago 66 Chicago Lawn
07 Lincoln Park 27 East Garfield Park 47 Burnside 67 West Englewood
08 Near North Side 28 Near West Side 48 Calumet Heights 68 Englewood
09 Edison Park 29 North Lawndale 49 Roseland 69 Greater Grand Crossing
10 Norwood Park 30 South Lawndale 50 Pullman 70 Ashburn
11 Jefferson Park 31 Lower West Side 51 South Deering 71 Auburn Gresham
12 Forest Glen 32 Chicago Loop 52 East Side 72 Beverly
13 North Park 33 Near South Side 53 West Pullman 73 Washington Heights
14 Albany Park 34 Armour Square 54 Riverdale 74 Mount Greenwood
15 Portage Park 35 Douglas 55 Hegewisch 75 Morgan Park
16 Irving Park 36 Oakland 56 Garfield Ridge 76 O'Hare
17 Dunning 37 Fuller Park 57 Archer Heights 77 Edgewater
18 Montclare 38 Grand Boulevard 58 Brighton Park
19 Belmont Cragin 39 Kenwood 59 McKinley Park
20 Hermosa 40 Washington Park 60 Bridgeport

Klima

Klimadiagramm von Chicago

Das Klima in Chicago ist kontinental mit heißen Sommern und kalten Wintern. Die Jahresdurchschnittstemperatur betrĂ€gt 10,5 Grad Celsius, die jĂ€hrliche Niederschlagsmenge 910 Millimeter im Mittel. Der kĂ€lteste Monat ist der Januar mit durchschnittlich -3,3 Grad Celsius, der wĂ€rmste der Monat Juli mit 24,3 Grad Celsius im Mittel.

Der meiste Niederschlag fĂ€llt im August mit durchschnittlich 107 Millimetern, der wenigste im Februar mit 35 Millimetern im Mittel. Insgesamt gilt das Wetter in Chicago als wechselhaft. Vor allem im FrĂŒhjahr und Herbst weht oft ein starker Wind, zudem herrscht ganzjĂ€hrig eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Die höchste Temperatur wurde offiziell am 24. Juli 1934 an der Wetterstation am Flughafen Midway mit 41 Grad Celsius gemessen, die tiefste am 20. Januar 1985 an der Wetterstation der UniversitĂ€t von Chicago (Rosenwald Hall, 58th St. and University Ave) mit −33 Grad Celsius. Der meiste Niederschlag fiel am 14. August 1987 an der Wetterstation am Flughafen O'Hare mit 165 Millimeter. Der schneereichste Winter war 1978/79 (27. November bis 4. MĂ€rz) mit 2278 Millimeter Niederschlag.[5][6]

Klimatabelle[7]
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Jahr
Durchschnittliche
Höchsttemperatur (°C)
-1,7 0,8 7,7 14,8 21,2 26,4 28,7 27,7 23,8 17,4 9,1 1,1 14,8
Durchschnittliche
Tiefsttemperatur (°C)
-10,6 -8,1 -1,9 3,7 8,7 14,2 17,0 16,4 12,2 5,7 -0,2 -7,2 4,2
Durchschnittlicher
Niederschlag (mm)
38,9 34,5 68,3 92,5 84,3 96,0 93,0 107,2 97,0 61,2 74,2 62,7 909,8
Durchschnittliche
Regentage
7,3 6,2 9,0 9,5 8,9 8,0 8,0 7,5 7,7 6,6 7,9 7,8 94,4

Geschichte

Vom Handelsposten zur Stadt (1673-1837)

Chicago 1857

1673 befuhren die französischen Forscher Jacques Marquette und Louis Joliet das Gebiet des heutigen Chicago, das von der dort lebenden indianischen Bevölkerung „Checagou“ genannt wurde. In den 1770er Jahren errichtete Jean Baptiste Point du Sable – Sohn eines QuĂ©becer Kaufmanns und einer schwarzen Sklavin – einen Handelsposten am Tauschplatz der ortsansĂ€ssigen IndianerstĂ€mme Miami, Fox, Sac und Potawatomi. „Der erste weiße Mann der sich hier niederließ, war ein Schwarzer“, werden sie zitiert.

Dank der verkehrsgĂŒnstigen Lage an den Wassertransportwegen des Michigansees, einem der Großen Seen, und des Chicago Rivers, gewann der Handelsposten bis Anfang des 19. Jahrhunderts zusehends an Bedeutung. Als Illinois 1818 den USA beitrat und deshalb verkehrstechnisch besser erschlossen werden sollte, erlangte Chicago, nach dem Bau der Ost-West Eisenbahnstrecke, daher schnell den Ruf als „Tor zum Westen“. Es war nun der wichtigste Handelsplatz fĂŒr Rohstoffe und landwirtschaftliche Produkte weit und breit.

Holz kam mit Schiffen aus dem Norden und wurde vor Ort weiterverkauft oder mit der Bahn weitertransportiert, und Lebensmittel brachten die Farmer auf die MĂ€rkte, von wo sie dann wiederum auf Schiffe oder ZĂŒge umgeladen und verfrachtet werden konnten. Werkzeuge und sonstige Materialien, die (vorerst) nicht oder in unzureichender Menge vor Ort produziert wurden, kamen wiederum aus dem Osten. So wurde aus dem Handelsposten ein Dorf. Am 12. August 1833 wurde Chicago offiziell gegrĂŒndet und bereits vier Jahre spĂ€ter, am 4. MĂ€rz 1837, mit seinen 4.200 Einwohnern zur Stadt erhoben.

Rasante Expansion (1837-1885)

Immer mehr Menschen zogen in die Stadt, und der ohnehin bereits ausgeprĂ€gte Handel wurde weiter angetrieben, was noch mehr Zuwanderer anlockte. Von nur 100 Einwohnern im Jahre 1830 stieg die Einwohnerzahl Chicagos bis 1860 auf 100.000. Die GrundstĂŒckspreise stiegen rasant an. Als der 1836 begonnene Bau des „Illinois & Michigan Canals“ zwischen dem Chicago River und dem in den Mississippi mĂŒndenden Illinois River 1848 fertig gestellt wurde, gab es eine weitere Ă€ußerst attraktive Verkehrsroute. Sechs Staaten sĂŒdlich entlang des Mississippi, sowie drei nördlich, und Regionen entlang des in den Mississippi mĂŒndenden Missouri River waren nun zusĂ€tzlich durch eine breite Wasserstraße erschlossen.

Großer Brand von 1871

Ebenfalls 1848 erfolgte die Eröffnung der ersten Eisenbahnstrecke, die auch Chicago anfuhr – die „Galena & Chicago Union Railroad“. Seit der Fertigstellung des „Chicago Sanitary Canals“ im Jahr 1900 mĂŒndet der Chicago River nicht mehr in den Michigansee, sondern durch den „Illinois & Michigan Canal“ und in weiterer Folge den Illinois River in den Mississippi.

1850 hatte Chicago bereits 30.000 Einwohner, und ein Ende des Zustroms war nicht absehbar – zu gĂŒnstig waren die Rahmenbedingungen am Verkehrsknotenpunkt der USA. 1855 kam es zum „Lager Beer Riot“. Deutsche Siedler kĂ€mpften in diesem Aufstand um ihr Recht, auch am Sonntag Bier ausschenken zu dĂŒrfen.

Zwischen dem 8. und dem 10. Oktober 1871 wĂŒtete der Große Brand von Chicago, der den Großteil der Stadt zerstörte. Nach dem Feuer wurden 125 Leichen geborgen. SchĂ€tzungen kamen letztendlich auf 300 Tote und 18.000 zerstörte HĂ€user. Etwa 100.000 Menschen wurden obdachlos.[8] Doch rasch wurde die Stadt wieder aufgebaut. Architekten wie Louis Sullivan und spĂ€ter auch Frank Lloyd Wright kamen in die Stadt, die nun als Experimentierfeld fĂŒr urbane Innovationen diente. 1880 zĂ€hlte die „wiedergeborene“ Stadt bereits 500.000 Einwohner.

Das „Home Insurance Building“ von 1885 gilt als erstes Hochhaus der Welt

Zwischen 1880 und 1890 verdoppelte sich die Einwohnerzahl und Chicago zĂ€hlte nun ĂŒber eine Million Einwohner. Zwar erlebten die GrundstĂŒckspreise in der Innenstadt schon seit der Ernennung zur Stadt immer wieder extreme Anstiege, doch dieses Mal drang man in eine neue Preisdimension vor. Kostete ein Quadratmeter im Jahre 1880 noch 130 US-Dollar, versiebenfachte sich der Preis bis zum Jahr 1890 bis auf fast 900 US-Dollar pro Quadratmeter. Um rentabel zu wirtschaften, begannen GrundstĂŒckseigner, ihre GrundflĂ€che maximal zu nutzen – das heißt, es musste höher gebaut werden. Dank neuer Erfindungen wie elektrischer AufzĂŒge, feuerfesterer Baustoffe, aber vor allem durch die Verwendung von Stahlskeletten im GebĂ€udebau, wurde dies möglich.

Das Home Insurance Building von 1885 (1931 abgerissen), war das erste Bauwerk, das die neuen technischen Errungenschaften vereinte, und gilt mit seinen zehn Etagen als das erste Hochhaus der Welt. Das 1889 von Dankmar Adler und Louis Sullivan errichtete Auditorium Building wies zudem – neben seiner fast perfekten Akustik – als Neuheit eine Klimaanlage auf. Zwischen 1890 und 1894 wurde das Reliance Building erbaut, welches als VorlĂ€ufer der glĂ€sernen Vorhangwandkonstruktion gilt, die spĂ€ter den „internationalen Stil“ bestimmen sollte. Es gilt als Meisterwerk der Ersten Chicagoer Schule.

Industrielle Großmacht (1885-1918)

Postkartenansicht der State Street um 1907

Am 1. Mai 1886 organisierten die Gewerkschaften Chicagos einen Streik, um die Arbeitszeiten von tĂ€glich zwölf auf acht Stunden zu reduzieren. Als die Polizei am 3. Mai hart durchzugreifen begann, und Streikende getötet wurden, kam es zu einem Aufstand, der als Haymarket Riot in die Geschichte einging. Das Ende des 19. Jahrhunderts war auch ansonsten keine ruhige Phase. Die Korruption erlebte ihre erste BlĂŒtezeit. Viele Politiker der Stadt waren kĂ€uflich. Etwa ein Viertel der StadtrĂ€te besaßen Saloons und galten als „boodlers“ („Geschmierte“). Hempstead Washburne, BĂŒrgermeister von 1891 bis 1893, warb fĂŒr seine Wiederwahl mit dem Hinweis, es sei „klĂŒger, fĂŒr einen Mann zu votieren, der bereits genug gestohlen hat, als fĂŒr einen neuen”. Auch Wahlbetrug stand an der Tagesordnung. Washburne gelang seine Wiederwahl jedenfalls nicht.

Vom 1. Mai bis zum 30. Oktober 1893 fand die als „World Columbian Exposition” bezeichnete Weltausstellung in Chicago statt. Sie hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der Kunst und Architektur dieser Zeit. Die Veranstaltung prĂ€gte Chicagos Selbstwahrnehmung und stĂ€rkte die Bevölkerung in ihrer optimistischen Sichtweise des industriellen Fortschritts.

Rinder warten auf ihre Schlachtung in den Union Stock Yards (1909)

Im Jahre 1890 lebten in der Stadt eine Million Menschen, bis 1910 verdoppelte sich diese Zahl auf zwei Millionen. 1900 hatte die Stadt bereits 1,7 Millionen Einwohner, darunter viele irische und osteuropĂ€ische Einwanderer. Zu dieser Zeit festigte sich der Ruf Chicagos als Ort der scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten, der zahlreiche Jobs fĂŒr jeden bereithielt, der bereit war zu arbeiten. Am meisten fĂŒhlten sich von diesem Versprechen die Einwohner schwarzer Hautfarbe aus den SĂŒdstaaten angezogen. Allein im Zeitraum 1916 bis 1919 zogen zwischen 50.000 und 75.000 Afroamerikaner in die Stadt.[9]

Blick vom John Hancock Center nach Norden

In dieser Zeit wurde Chicago auch als "hog butcher for the world" bekannt. Die Schlachthöfe auf den sogenannten Union Stock Yards hatten sich innerhalb weniger Jahrzehnte zu den bedeutendsten weltweit entwickelt. Besonders die Fließbandproduktion von Fleisch war weltweit richtungsweisend. Um die Jahrhundertwende wurden auf den Stock Yards ca. 82 Prozent des amerikanischen Fleisches produziert und jĂ€hrlich bis zu 12 Millionen Tiere geschlachtet. Die schlechten Arbeitsbedingungen und die mangelnde Hygiene wurde unter anderem durch Upton Sinclairs Der Dschungel bekannt.

Lange Arbeitszeiten, geringer Lohn und unmenschliche Arbeitsbedingungen, vor allem aber die von den Einwanderern mitgebrachten Traditionen der Selbstorganisation fĂŒhrten dazu, dass Chicago die Wiege der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung wurde. Um 1900 hatten sich die meisten Arbeiter in der „American Federation of Labor“ organisiert. Auch die noch heute existente revolutionĂ€re Gewerkschaft „Industrial Workers of the World“ (IWW) wurde hier im Jahre 1905 gegrĂŒndet. Das TheaterstĂŒck „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertolt Brecht spielt im Chicago der spĂ€ten 1920er Jahre und thematisiert die schlechten Arbeitsbedingungen und den Kampf der Arbeiter dagegen. Als im Juli 1918 weiße Polizisten sich weigerten, bei einer Steinigung eines im See schwimmenden Schwarzen einzuschreiten, folgte ein sechstĂ€giger Aufstand mit 38 Toten.

Die Stadt ist auch seit langem ein Zentrum schwarzer Organisationen – sowohl die von Reverend Jesse Jackson gegrĂŒndete PUSH (People United to Save Humanity) als auch die militantere „Nation of Islam“ (eigentlich „The Lost-Found Nation of Islam“, auch bekannt als „Black Muslims“) , von Elijah Muhammad 1930 ins Leben gerufen, haben ihren Hauptsitz auf der South Side in Chicago.

Stadt von Jazz und Gangstern (1918-1945)

Die Polizei mit Waffen eines erschossenen Gangsters, 1931

Ab 1922 wurde Chicago zur Jazzmetropole. GrĂ¶ĂŸen wie Louis Armstrong, Earl Hines oder Jelly Roll Morton belebten die „schwarzen Clubs” und prĂ€gten den „Chicago Jazz”.

WĂ€hrend der Roaring Twenties erprobte aber auch ein neuer Typ GlĂŒcksjĂ€ger die große Freiheit Chicagos bis an die Grenzen des ErtrĂ€glichen. Kriminelle Syndikate unter skrupellosen Gangsterbossen wie Bugs Moran, Johnny Torrio und Al Capone machten sich die Prohibition zunutze und verkauften illegal hergestellten Alkohol. Feuergefechte zwischen Polizei und Gangstern waren zwar nicht so sehr an der Tagesordnung wie viele Filme glauben machen möchten, aber das mafiöse System funktionierte.

1942 gelang dem Physiker Enrico Fermi an der University of Chicago die erste kontrollierte nukleare Kettenreaktion als Teil des Manhattan-Projekts, dessen Ziel der Bau von Kernwaffen war.

Abschwung und Erholung (1945−heute)

Die Einwohnerzahl erreichte ihren Höhepunkt 1950 mit 3,62 Millionen Einwohnern. Danach ging die Einwohnerzahl aufgrund des in die VorstĂ€dte abwandernden Mittelstandes bis 1990 stetig und stark um insgesamt rund 840.000 Einwohner zurĂŒck. Erst seit Beginn der 1990er Jahre erholte sich die Einwohnerzahl wieder.

Zwischen 1955 und 1976 prĂ€gte Richard J. Daley als BĂŒrgermeister nicht nur maßgeblich die Politik der Großstadt, sondern spielte auch in der Demokratischen Partei eine bedeutende Rolle, etwa bei der UnterstĂŒtzung der PrĂ€sidentschaftskandidaturen von John F. Kennedy 1960 und Hubert Humphrey 1969. In seine Regierungszeit fĂ€llt das brutale Vorgehen gegen Antikriegsdemonstranten 1968. WĂ€hrend der Democratic National Convention im August 1968 kam es zu gewalttĂ€tigen Ausschreitungen gegen den Vietnam-Krieg. 1969 wurden die Chicago Seven dafĂŒr angeklagt.

1979 wurde Jane Byrne erste weibliche BĂŒrgermeisterin Chicagos und 1983 Harold Washington erster BĂŒrgermeister schwarzer Hautfarbe. Der Herausforderer des Demokraten Washington bei der BĂŒrgermeisterwahl 1983 war der Republikaner Bernard Epton, der von vielen weißen Demokraten und Basisorganisationen unterstĂŒtzt wurde. Die Wahlen selbst zeigten sich als Abstimmung nach ethnischer Herkunft. WĂ€hrend Epton 90 Prozent aller Stimmen in den Stadtbezirken mit vorwiegend weißer Bevölkerung bekam, waren es nur drei Prozent in denen mit ĂŒberwiegend schwarzer Bevölkerung. Bei Washington waren die Zahlen umgekehrt. Insgesamt siegte Harold Washington mit vier Prozentpunkten Vorsprung. Die Wiederwahl im FrĂŒhjahr 1987 gewann er sicher. Er regierte Chicago bis zu seinem Tod im November 1987.

Anfang des 21. Jahrhunderts ist der Status der Stadt als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Region unumstritten.

Sears Tower

Demografie

2005 lebten in der Stadt 2,84 Millionen Menschen. Das war gegenĂŒber 2000 ein RĂŒckgang um 1,8 Prozent. Die Metropolregion Chicago, die auch „Chicagoland“ genannt wird, lag 2008 mit 9,5 Millionen Einwohnern an 30. Stelle der Liste der grĂ¶ĂŸten Metropolregionen der Welt.

Laut der VolkszĂ€hlung aus dem Jahr 2000 gab es im Stadtgebiet 2.896.016 Einwohner, 1.061.928 Haushalte und 632.909 Familien, die in der Stadt ansĂ€ssig waren. Die Bevölkerungsdichte betrug 4.923 Einwohner pro Quadratkilometer. Die Bevölkerung bestand zu 41,97 Prozent aus Weißen und zu 36,77 Prozent aus Afroamerikanern; 4,35 Prozent sind asiatischer Herkunft. Der Median des Einkommen je Haushalt lag bei 38.625 US-Dollar, der Median des Einkommens einer Familie bei 42.724 US-Dollar. 19,6 Prozent der Bevölkerung lebten unter der Armutsgrenze. Die grĂ¶ĂŸten Gruppen nach ethnischer Herkunft im Stadtgebiet waren: Polen 210.421 (7,3 Prozent), Iren 191.998 (6,6 Prozent), Deutsche 189.618 (6,5 Prozent), Italiener 101.903 (3,5 Prozent) und EnglĂ€nder 57.579 (2,0 Prozent).[10]

Die ethnische Herkunft nimmt fĂŒr nachfolgende Generationen an Bedeutung ab, besonders bei Kindern aus gemischten Ehen. Dies gilt auch fĂŒr die zahlreichen Nachkommen deutscher Einwanderer, die in und um Chicago wohnen. Da viele Einwohner irischstĂ€mmig sind, findet jedes Jahr im MĂ€rz eine riesige St. Patrick's Day Parade statt. Zur Feier dieses Tages wird auch der Chicago River grĂŒn gefĂ€rbt. Derzeit gibt es auch ein sehr großes Gebiet im Nordwesten der Stadt, das dadurch auffĂ€llt, dass die Schilder auf GeschĂ€ften koreanisch beschriftet sind.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der eigentlichen Stadt nach dem jeweiligen Gebietsstand. Von 1830 bis 2000 handelt es sich um VolkszĂ€hlungsergebnisse und 2005 um eine SchĂ€tzung des United States Census Bureau.

Buckingham Fountain
Jahr/Datum Einwohner
1830 100
1840 4.470
1. Juni 1850 29.963
1. Juni 1860 112.172
1. Juni 1870 298.977
1. Juni 1880 503.185
1. Juni 1890 1.099.850
1. Juni 1900 1.698.575
15. April 1910 2.185.283
1. Januar 1920 2.701.705
Datum Einwohner
1. April 1930 3.376.438
1. April 1940 3.396.808
1. April 1950 3.620.962
1. April 1960 3.550.404
1. April 1970 3.366.957
1. April 1980 3.005.072
1. April 1990 2.783.726
1. April 2000 2.896.016
1. Juli 2007 2.836.658

Politik

Stadtregierung

City Hall 1911

An der Spitze der Stadtverwaltung von Chicago steht der BĂŒrgermeister (Mayor), der von der Bevölkerung fĂŒr eine Amtszeit von vier Jahren gewĂ€hlt wird. Er ernennt Leiter der verschiedenen Ressorts der Stadtverwaltung und andere Beamte, in einigen FĂ€llen auch mit Zustimmung des Stadtrats. Der BĂŒrgermeister besitzt das Recht gegen Verordnungen sein Veto einzulegen.

Die Stadtverordnetenversammlung (City Council) besteht aus 50 Mitgliedern und wird ebenfalls alle vier Jahre gewÀhlt. Sie vertritt die verschiedenen Stadtteile Chicagos. Die Stadtverordnetenversammlung verabschiedet Gesetze, legt die Grundsteuer fest und teilt den einzelnen Ressorts der Stadtverwaltung ihre finanziellen Mittel zu.

Chicago ist seit langer Zeit eine Hochburg der Demokratischen Partei. Seit 1931 stellten die Demokraten alle BĂŒrgermeister von Chicago. Der derzeitige BĂŒrgermeister Richard M. Daley regiert die Stadt seit 1989. 1983 kandidierte er erstmals fĂŒr das BĂŒrgermeisteramt, unterlag jedoch. 1989 konnte er sich schließlich behaupten. Eines seiner Ziele war die Umwandlung des Uferbereiches des Michigansees in einen Park. Wegen einer umstrittenen Aktion zur Schließung des Meigs-Field-Flugfeldes kurz nach seiner Wiederwahl im Jahre 2003 wurde er heftig kritisiert. In dieser Wahl erhielt er dennoch 79 Prozent aller Stimmen und ließ die anderen drei Kandidaten somit weit hinter sich. Auch bei den Kommunalwahlen am 27. Februar 2007 wurde er mit 71,05 Prozent der Stimmen im Amt bestĂ€tigt.[11]

Siehe auch: Liste der BĂŒrgermeister von Chicago

Flagge

Flagge von Chicago

Die Flagge von Chicago besteht aus zwei hellblauen horizontalen Streifen auf einem weißen Feld. Die dadurch entstehenden drei weißen Streifen reprĂ€sentieren die Nord-, West- und SĂŒdseite der Stadt. Der obere blaue Streifen steht fĂŒr den Lake Michigan und den nördlichen Arm des Chicago Rivers. Der untere blaue Streifen steht fĂŒr den sĂŒdlichen Arm des Chicago Rivers und den Grossen Kanal. Das ursprĂŒngliche Design von 1917 umfasste nur zwei rote Sterne, die den Großen Brand von Chicago 1871 und die World’s Columbian Exposition von 1893 symbolisierten. 1933 wurde ein dritter Stern fĂŒr die laufende Weltausstellung Century of Progress Exposition und 1939 ein vierter Stern fĂŒr das Fort Dearborn hinzugefĂŒgt. Einen möglichen fĂŒnften Stern wurde bereits mehrmals vorgeschlagen, zuletzt fĂŒr den Fall, dass die Stadt die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2016 zugesprochen erhĂ€lt.[12]

StÀdtepartnerschaften

Chicago hat 27 SchwesterstÀdte, zu denen es eine Partnerschaft unterhÀlt.[13] Die meisten SchwesterstÀdte von Chicago befinden sich in Europa (14), gefolgt von acht in Asien und drei in Afrika. In Amerika unterhÀlt Chicago zwei Partnerschaften. In Australien gibt es keine PartnerstÀdte.

Afrika
Accra (Ghana)
Casablanca (Marokko)
Durban (SĂŒdafrika)
Amerika
Mexiko-Stadt (Mexiko)
Toronto (Kanada)
Asien
Amman (Jordanien)
Busan (SĂŒdkorea)
Delhi (Indien)
Lahore (Pakistan)
Osaka (Japan)
Petach Tikwa (Israel)
Shanghai (Volksrepublik China)
Shenyang (Volksrepublik China)
Europa
Athen (Griechenland)
Belgrad (Serbien)
Birmingham (Großbritannien und Nordirland)
Galway (Irland)
Göteborg (Schweden)
Hamburg (Deutschland)    
Kiew (Ukraine)
Luzern (Schweiz)
Mailand (Italien)
Moskau (Russland)
Paris (Frankreich)
Prag (Tschechische Republik)
Vilnius (Litauen)
Warschau (Polen)
 

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Theater

Goodman Theatre

Chicago hat eine bedeutende Theaterkultur und gilt als Geburtsort des modernen Improvisationstheaters. Die im Jahre 1955 gegrĂŒndete studentische Schauspielgruppe The Compass erweckte die Prinzipien der Commedia dell'arte zu neuem Leben und fĂŒhrte – inspiriert durch Bertolt Brechts Theatertheorien – nach so genannten Szenarios gesellschaftskritische, satirische Improvisationen auf. DarĂŒber hinaus wurden nach Vorgaben des Publikums kurze Szenen improvisiert.

In der South Michigan Avenue befindet sich das 1889 erbaute Auditorium Theatre. Es war von einigen engagierten Chicagoer BĂŒrgern gegrĂŒndet worden, um mit diesem reichhaltig mit Gold, Mosaiken und WandgemĂ€lden ausgestatteten GebĂ€ude der Stadt zu einem kultivierten Image zu verhelfen.

In der Lincoln Avenue steht das Biograph Theater. Am 22. Juli 1934 wurde dort John Dillinger von FBI-Agenten umzingelt und erschossen, nachdem seine Geliebte, die legendÀre Lady in Red (Ana Cumpanas), ihnen einen Tipp gegeben hatte. Weitere bekannte Theater sind das Court Theatre, das Goodman Theatre und das Merle Reskin Theatre (ehemaliges Blackstone Theatre).

Am 30. Dezember 1903 starben bei einem Brand im Iroquois Theater 602 Menschen. Das UnglĂŒck fĂŒhrte im ganzen Land zur EinfĂŒhrung strenger Richtlinien bei der FeuerbekĂ€mpfung. Das GebĂ€ude wurde ein Jahr spĂ€ter als Colonial Theater wiedereröffnet und 1925 abgerissen. An seiner Stelle entstand 1926 das Oriental Theatre.

The Second City ist eine Theatergruppe in Chicago. Sie ist außerhalb Chicagos die bekannteste in der Stadt beheimatete Theatergruppe. Zahlreiche ehemalige Mitglieder haben spĂ€ter in der Fernseh-Comedy-Show Saturday Night Live mitgespielt. Bekannte ehemalige Mitglieder sind unter anderem: Alan Alda, Ed Asner, Dan Aykroyd, John Belushi, Bonnie Hunt, Bill Murray und Mike Nichols. Einen landesweiten Ruf hat auch die Steppenwolf Theatre Company, die frĂŒhere Gruppe von John Malkovich.

Museen

Adler-Planetarium

Zu den zahlreichen bedeutenden Museen der Stadt gehört unter anderem das 1930 fertiggestellte Adler-Planetarium und Astronomiemuseum. Es zeigt auf mehreren Ebenen zahlreiche Exponate zum Thema Weltraum, Planetensystem und deren historische und aktuelle Erforschung. Die Sammlung historischer Instrumente ist weltberĂŒhmt. DarĂŒber hinaus besitzt es zwei Theater fĂŒr astronomische VorfĂŒhrungen, eines mit einem Zeiss-Projektor und eines mit einer modernen digitalen Lasershow, die insbesondere Flugsimulationen ermöglicht.

Das Art Institute of Chicago ist ein 1866 gegrĂŒndetes Kunstmuseum und eine Kunsthochschule. Es zeigt SchĂ€tze und Meisterwerke aus der ganzen Welt, darunter insbesondere impressionistische, postimpressionistische und amerikanische Kunst. Im Museum sind bekannte Werke wie beispielsweise Claude Monets Heuschober, Georges Seurats Ein Sommersonntag auf der Insel Grande Jatte, Grant Woods American Gothic und Edward Hoppers Nighthawks zu sehen. Es beherbergt auch das Lebenswerk des Fotografen Irving Penn.

Das Field Museum of Natural History wurde 1893 als Columbian Museum of Chicago gegrĂŒndet. Nachdem anfĂ€nglich sogar Kunst zu seinen Sammelgebieten zĂ€hlte, fokussierte man das Aufgabengebiet mit der 1905 erfolgten Umbenennung auf Naturwissenschaften und Völkerkunde. Dabei sorgte der Namenspatron Marshall Field fĂŒr ein noch heute bedeutendes Stiftungsvermögen. 1921 konnte das heutige Haus am Ufer des Michigansees bezogen werden. Das Field Museum beherbergt mehr als 22 Millionen konservierte Organismen und sonstige Sammlungsobjekte.[14] Es gehört auch auf diesem Sektor zu den grĂ¶ĂŸten naturwissenschaftlichen und anthropologischen Sammlungen weltweit.

Museum of Science and Industry

Das Museum of Contemporary Art (MCA) ist ein 1967 gegrĂŒndetes Museum fĂŒr zeitgenössische Kunst. Das MCA war das erste Projekt des deutschen Architekten Josef Paul Kleihues in den USA. Es umfasst eine große Zahl interaktiver AusstellungsstĂŒcke und VideoprĂ€sentationen sowie eine Abteilung mit Werken von Alexander Calder, Andy Warhol und anderen; an der RĂŒckseite liegen ein Skulpturengarten und ein Patio.

Das Museum of Science and Industry ist ein Science Center und liegt in Jackson Park, etwas sĂŒdlich von Downtown Chicago. Das MuseumsgebĂ€ude wurde 1893 fĂŒr die World Columbian Exposition gebaut und ist das einzige noch bestehende GebĂ€ude dieser Weltausstellung. Rosenwalds Vorstellungen entsprechend wurden viele Ausstellungen interaktiv gestaltet. Bis heute wurde dieses Konzept beibehalten. So kann der Besucher beispielsweise durch ein Modell des menschlichen Herzens laufen, in der Hall of Communications die Geschichte des Telefons erfahren oder eine nachgebaute Kohlemine besichtigen.

Musik

Chicago Jazz Club „Andys“

Bei der Weiterentwicklung der genuin US-amerikanischen Musikstile von Jazz, Blues und Soul hat die Stadt eine bedeutende Rolle gespielt. Durch eine große wirtschaftlich bedingte Migrationsbewegung zu Beginn der 1920er Jahre sowie die Schließung des VergnĂŒgungsviertels Storyville in New Orleans verlagerte sich das musikalische Zentrum des Jazz zusehends nach Chicago.

Bedeutende Musiker wie Louis Armstrong, King Oliver und Jelly Roll Morton waren in der Stadt tĂ€tig. In der Southside, dem Schwarzenviertel der Stadt, entstand ein reges Jazzleben. Es entwickelte sich der so genannte Chicago Jazz, welcher die Soloimprovisation gegenĂŒber der Kollektivimprovisation stĂ€rker in den Vordergrund rĂŒckte, und eher zu einer kĂŒhlen Spielweise neigte.

Der von Gitarre und Mundharmonika geprĂ€gte, lĂ€ndliche Delta-Blues wurde in Chicago elektrifiziert. Es entstand der so genannte Chicago Blues. Die Stadt wurde zu einem bis heute aktiven Zentrum des Blues, geprĂ€gt durch Musiker wie Howlin' Wolf, Muddy Waters, Little Walter und Willie Dixon. In den 1960er Jahren entwickelte sich der Chicago Soul, als dessen bekanntester Vertreter Curtis Mayfield gilt. Die Stadt gilt als Geburtsort der House-Music mit ihrer Untergattung Chicago House. Einer der erfolgreichsten RnB-KĂŒnstler unserer Zeit, R. Kelly, stammt aus Chicago und referenziert auch in seiner Musik oft auf diese Stadt.

Auch in der Hip-Hop-Musik ist Chicago in den letzten Jahren dank Rappern wie Common, Lupe Fiasco und dem Rapper, Songwriter und Produzenten Kanye West zu einer einflussreichen Stadt geworden.

Das Chicago Symphony Orchestra gehört zu den besten Orchestern der USA. Es konzertiert in der Chicago Orchestra Hall (manchmal auch Theodore Thomas Orchestra Hall nach dem GrĂŒnder des Orchesters genannt). Der 1904 erbaute Komplex wurde 1966 einschneidend umgebaut, sodass der außerordentlich runde Klang verloren ging. Aufgrund des nunmehr trockenen und engen Klangbilds fanden Tonaufnahmen in der Folge meist andernorts statt, vor allem im Medinah Temple. 1997 endete eine erneute Umbauphase, die unter anderem das Ziel hatte, das alte Klangbild wieder herzustellen. Der Klang gewann tatsĂ€chlich hörbar an Breite und Schönheit, nur beschwerten sich nun die Musiker, dass sie sich untereinander nicht mehr hören konnten. Durch diverse Nachbesserungen ist mittlerweile ein ertrĂ€glicher Zustand erreicht worden.

Die Association for the Advancement of Creative Musicians (AACM) ist eine Vereinigung von Jazz-Musikern, die sich der Erneuerung der afrikanisch-amerikanischen Musik verpflichtet haben und zugleich in der Musikerziehung an zahlreichen Schulen Chicagos aktiv sind. Weitere bekannte Musiker und Bands der Stadt sind: das Art Ensemble of Chicago („Great Black Music, Ancient to the Future“; es wirkte stilbildend auf den Bereich der ethnisch beeinflussten Jazz-Musik), die Band Chicago, die Rockband Chevelle ('zweites Zuhause' des Jazz, Blues) sowie die Bluesband The Blues Brothers und die Alternativ-Rock Band The Smashing Pumpkins.

Literaturwesen

Um die Zeit des Ersten Weltkriegs wurde Chicago zu einem Zentrum kultureller KreativitĂ€t, insbesondere im Bereich der Literatur. Knotenpunkt dieser Bewegung war die 1912 gegrĂŒndete Literaturzeitschrift Poetry: A Magazine of Verse. Zu dieser Zeit traten Edgar Lee Masters mit (Spoon River Anthology 1915) und Carl Sandburg mit Werken hervor, die sich eingehend mit Illinois und Chicago auseinandersetzten. Weitere Chicagoer Schriftsteller, die sich ihrer Stadt und Kultur annahmen, waren Eugene Field, George Ade, Henry Blake Fuller, Hamlin Garland, Robert Herrick und William Vaughn Moody.

Die Autoren Theodore Dreiser, Vachel Lindsey und Ring Lardner hoben sich von ihnen mit einem spitzzĂŒngig mokanten Stil ab. Am bekanntesten wurde jedoch Upton Sinclair mit seinen sozialkritischen BĂŒchern, vor allem ĂŒber die Schlachthöfe von Chicago. Damit hatte er einen großen Einfluss auf die europĂ€ische Literatur und vor allem auf Schriftsteller, die der Arbeiterbewegung nahestanden wie etwa Bert Brecht. Sinclair lebte jedoch nur vorĂŒbergehend in Chicago. SpĂ€tere namhafte Literaten der Stadt waren James T. Farrell, Richard Wright, Nelson Algren, Gwendolyn Brooks und Saul Bellow. Die Kriminalautorin Sara Paretsky lĂ€sst ihre Detektivin V. I. Warshawski regelmĂ€ĂŸig in Chicago ermitteln.

Bauwerke

Die höchsten GebÀude

Aon Center, dahinter Two Prudential Plaza

Die Innenstadt von Chicago bietet eine Ansammlung moderner Architektur. Dies fĂ€ngt bei den typischen Wolkenkratzern um 1900 an und fĂŒhrt ĂŒber die Meisterwerke Mies van der Rohes bis hin zum 1974 fertiggestellten Sears Tower. Chicago gilt auch als Geburtsort der Wolkenkratzer, da hier mit dem zehnstöckigen Home Insurance Building 1885 das erste Haus mit Stahlskelett errichtet wurde.

Am South Wacker Drive, Ecke Adams Street, steht das höchste GebĂ€ude Chicagos, der Sears Tower. Im 103. Stock beherbergt es das Skydeck Observatory, wo man an klaren Tagen bis weit hinein nach Illinois, Michigan, Wisconsin und Indiana sehen kann. Das Hochhaus hat eine Höhe von 442 m und war bis 1998 das höchste GebĂ€ude der Welt. Obwohl es dann von den Petronas Towers (452 m) in Kuala Lumpur ĂŒbertroffen wurde, besaß es bis 2003, als der Taipei 101 (508 m) eröffnet wurde, das höchste nutzbare Stockwerk und das höchste Dach. Mit Antenne misst es sogar 527 m und ist bis heute der insgesamt höchste fertiggestellte Wolkenkratzer sowie das vierthöchste freistehende Bauwerk der Welt.

GebÀudefront am Chicago River

Das zur Zeit noch zweithöchste GebĂ€ude, das Aon Center, misst bis zum Dach 346 m und das dritthöchste, das John Hancock Center 343 m – mit Antenne sogar 457 m, womit es das siebthöchste freistehende Bauwerk der Welt ist, fĂŒnf Meter höher als die Petronas Towers mit Spitze. Zur Zeit wird noch am Trump International Hotel & Tower gebaut, das 2009 mit 357 m (415 m inklusive Antenne) den Rang des zweithöchsten GebĂ€udes ĂŒbernehmen wird.

Chicago besitzt noch einige GebĂ€ude um die 280 m Höhe, beispielsweise das AT&T Corporate Center (Dachhöhe 270 m, 307 m mit Antennen, Fertigstellung 1989), Two Prudential Plaza (279 m bzw. 303 m mit Antenne, 1990), 311 South Wacker Drive (293 m, 1990), 900 North Michigan (265,5 m, 1989), Water Tower Place (262 m, 1976) und den Chase Tower (259 m, im Jahre der Fertigstellung 1969 das fĂŒnfthöchste GebĂ€ude der Welt).

FĂŒr das Jahr 2010 ist die Vollendung des 610 m hohen Chicago Spire am Ufer des Michigansees geplant. Trotz dieser enormen Höhe wird der von dem spanischen Architekten Santiago Calatrava entworfene Wolkenkratzer nicht das höchste GebĂ€ude der Welt sein, denn der Burj Dubai („Turm von Dubai“) in den Vereinigten Arabischen Emiraten ĂŒberragt ihn deutlich mit einer Höhe von 818 m.

Weitere Bauwerke

Das kompakte Zentrum wird als The Loop bezeichnet, denn es wird umrundet von der „El“ genannten Hochbahn der stĂ€dtischen Verkehrsgesellschaft CTA. Hier im GeschĂ€ftszentrum befinden sich das Art-DĂ©co-Hochhaus der Chicago Board of Trade, wo die HĂ€lfte der weltweiten Weizen- und Maisernte umgeschlagen wird und die Chicago Mercantile Exchange. Dort werden kostbare Metalle, bewegliche und unbewegliche GĂŒter im Wert von ungefĂ€hr 50 Milliarden US-Dollar pro Tag gehandelt.

In der nĂ€heren Umgebung gibt es einige sehenswerte GebĂ€ude. The Rookery, 209 South LaSalle Street, 1886 von Daniel Hudson Burnham und John Wellborn Root erbaut, zĂ€hlt zu den berĂŒhmtesten und meistfotografierten Bauten der Stadt. Das maurisch-gotische Äußere lĂ€sst nicht vermuten, dass sich im Inneren eine lichtdurchflutete Eingangshalle befindet. Eine spiralförmige, freitragende Auslegertreppe, fĂŒhrt vom zweiten Stock nach oben. Nahe steht die Continental Illinois Bank, die mit 28 ionischen MarmorsĂ€ulen und WandgemĂ€lden geschmĂŒckt ist.

Das Reliance Building, 32 North State Street, könnte wĂ€hrend der Art-DĂ©co-Zeit in den 1930er Jahren entstanden sein, wurde jedoch schon 1895 nach einem Entwurf von Daniel Burham fertig gestellt. Burham bestimmte das Gesicht von Chicago ganz entschieden; sein Fisher Building mit maritim inspirierten Terrakottafiguren steht in der 343 South Dearborn Street. Einen HĂ€userblock weiter sĂŒdlich befindet sich das Manhattan Building von William LeBaron Jenney aus dem Jahre 1890, das erste GebĂ€ude mit 16 Stockwerken. Von hier aus am Westufer des Flusses entlang erstreckt sich ein neu belebtes StĂŒck Uferpromenade mit StraßencafĂ©s und Parks.

Old Water Tower und 900 North Michigan (rechts)
Pump Station, dahinter Water Tower Place

An der North Michigan Avenue steht eines der Ă€ltesten GebĂ€ude Chicagos, der 1869 erbaute Old Water Tower (Alter Wasserturm). Das an ein Schloss aus dem 13. Jahrhundert erinnernde KalksteingebĂ€ude ist ein Wahrzeichen der Stadt und beherbergt inzwischen Chicagos Tourismus-Information. Das steinerne Schloss wird ĂŒberragt von einem 30 m hohen Turm. GegenĂŒber auf der anderen Strassenseite steht die dazugehörige Pump Station. Beide gehören zu den wenigen GebĂ€uden, die den Großen Brand von 1871 ĂŒberstanden haben. Nur wenige Schritte vom Old Water Tower entfernt befindet sich der Water Tower Campus der katholischen Loyola University Chicago. Er beherbergt die Fachbereiche fĂŒr Betriebswirtschaftslehre und Rechtswissenschaft.

Crown Hall

Auch Ludwig Mies van der Rohe prĂ€gte die Architektur der Stadt. Am Ufer des Chicago River steht ein GebĂ€ude, das allgemein als sein Meisterwerk angesehen wird, das IBM Building von 1971. An seinem sanften Licht- und Schattenspiel zwischen Bronze und Rauchglas haben sich weltweit unzĂ€hlige Architekten orientiert. Weitere GebĂ€ude Mies van der Rohes sind unter anderem die Lake Shore Drive Apartments (zwei identische TĂŒrme mit außenseitiger Stahlrahmenkonstruktion), das Federal Center (drei GebĂ€ude mit großem Platz und roter Skulptur) und mehrere GebĂ€ude fĂŒr das Illinois Institute of Technology, beispielsweise die Crown Hall, eine Kombination aus Stahl und Glas.


Frank Lloyd Wright ist fĂŒr seine so genannten PrĂ€riehĂ€user bekannt. Viele dieser HĂ€user entstanden außerhalb von Chicago, jedoch eins befindet sich auch innerhalb der Stadtgrenzen und zwar das zwischen 1907 und 1909 auf dem Campus der University of Chicago gebaute Robie House. Typisch fĂŒr diese freistehenden GebĂ€ude sind ausgreifende DĂ€cher, horizontale FensterbĂ€nder und eine freie Grundrissgestaltung um einen zentral gelegenen Kamin.

Wrigley Building (links) und Tribune Tower (rechts)

Nach PlĂ€nen Helmut Jahns entstand zwischen 1979 und 1983 das State of Illinois Center. Das 94 Meter hohe RegierungsgebĂ€ude aus Granit und Stahl beherbergt um die zentrale Rotunde angeordnet BĂŒros, GeschĂ€fte, Restaurants und Galerien. Am 10. Mai 1993 wurde es nach dem ehemaligen Gouverneur James Thompson benannt.

Sehenswert sind auch das Wrigley Building (im Auftrag des gleichnamigen Wrigley-Kaugummikonzerns erbaut), der Tribune Tower, die Green Mills (Stammkneipe des Gangsters Al Capone, noch immer im Stil der 1920er Jahre eingerichtet), das 1920 am Lincoln Park eröffnete Drake Hotel und die ZwillingstĂŒrme der Marina City, die spĂ€ter als Vorlage des Augsburger Hotelturms dienten. In Old Town, westlich der LaSalle Street, steht die 1873 erbaute St Michaels Church. Sie bildete ursprĂŒnglich den Mittelpunkt einer deutschen Gemeinde. Heute leben dort Menschen verschiedener HerkunftslĂ€nder.

Im Zentrum der Stadt befindet sich die im Jahr 1922 erbaute Al-Sadiq-Moschee.

Parks

Lincoln Park im Winter, im Hintergrund das John Hancock Center und 900 North Michigan
Jay Pritzker Pavilion von Frank Gehry im Millennium Park

Der Grant Park erstreckt sich östlich des Art Institutes bis zum Lake Michigan und wird von Schnellstraßen und Eisenbahnschienen durchzogen. Im Zentrum der nördlichen ParkhĂ€lfte befindet sich der Clarence Buckingham Memorial Fountain and Garden (gestaltet von Marcel Francois Loyau), wo tĂ€glich von Sonnenuntergang bis 23 Uhr die Licht- und Wassershows veranstaltet werden. Fast an jedem Wochenende wird in der Gegend um die Petrillo Music Shell, gleich hinter dem Art Institute, ein Musikfestival abgehalten, sei es Gospel, Blues, Country, Jazz oder Klassik. Die grĂ¶ĂŸten SehenswĂŒrdigkeiten konzentrieren sich um die landschaftlich neu gestaltete SĂŒdhĂ€lfte des Grant Park, den so genannten Museum Campus.

SĂŒdlich vom Art Institute steht der marmorverkleidete, von Daniel Burham entworfene griechische Tempel, der das Field Museum of Natural History beherbergt. Auf der gegenĂŒberliegenden Seite des verkehrsreichen Lake Shore Drive, am Ufer des Lake Michigan befindet sich das Shedd Aquarium, eines der grĂ¶ĂŸten ĂŒberdachten Aquarien der Welt. Das angeschlossene Oceanum bildet einen enormen Kontrast zum Aquarium. Die Anlage soll eine FelsenkĂŒste in Alaska darstellen – eine aufwendige Inszenierung, bei der die „natĂŒrlichen Verhaltensweisen“ der Tiere vorgefĂŒhrt werden.

Im Lincoln Park, einer ausgedehnten GrĂŒnflĂ€che Chicagos, befindet sich auch der stĂ€dtische Zoologische Garten (Lincoln Park Zoo). Vom Lake Michigan landeinwĂ€rts liegt das Lincoln-Park-Viertel: Es konzentriert sich entlang der Lincoln Avenue und der Clark Street. Die Halsted Street, an der viele Blues-Lokale und Nachtklubs liegen, verlĂ€uft in Nord-SĂŒd-Richtung mitten durch das Viertel.

Der 2004 eröffnete Millennium-Park am Ufer des Michigansees ist die erste Kultureinrichtung der USA die Audio-FĂŒhrungen im digitalen MP3-Format anbietet. Der Jay-Pritzer-Musikpavillon mit seiner herausragenden Akustik und die FußgĂ€ngerbrĂŒcke sind ein Entwurf des Architekten Frank Gehry. Beim Crown Fountain (Kronen-Brunnen) von Jaume Plensa fließt das Wasser begleitet von wechselnden Video- und Lichteffekten an zwei GlastĂŒrmen herab. 2006 wurde vom indischen Bildhauer Anish Kapoor die Skulptur Cloud Gate errichtet. Die 110 Tonnen schwere, rostfreie Stahlkonstruktion reflektiert die Skyline von Chicagos Loop.

Der Brookfield Zoo ist ein Tierpark in Brookfield, einem Vorort von Chicago. Er nimmt eine FlĂ€che von 57,4 Hektar ein. Der Tierbestand umfasst 3100 Tiere aus 450 Arten. Der Zoo öffnete am 1. Juli 1934 seine Tore und gewann schnell internationale Anerkennung, weil er anstelle vieler Gitter großzĂŒgige Schluchten und WassergrĂ€ben verwendete, um die Tiere von den Besuchern zu trennen. Der Tierpark war auch der erste in den USA, der Große Pandas zur Schau stellte, von denen ein Exemplar prĂ€pariert und an das Field Museum of Natural History in Chicago abgegeben wurde.[15]

Sport

Wrigley Field – Stadion der Chicago Cubs
U.S. Cellular Field – Stadion der Chicago White Sox
Galopprennen, Arlington Park Race Course, Chicago

Ein bekanntes Team der Stadt sind die Chicago Bears, eine American Football Mannschaft, welche in der National Football League (NFL), der bedeutendsten amerikanischen Profiliga, spielt. Die Bears spielen dort in der National Football Conference (NFC), in der Northern Division. Sie gewannen 1986 den Super Bowl. Ihre HeimstÀtte ist das Soldier Field.

Die Chicago Blackhawks sind eine Eishockeymannschaft in der National Hockey League. Das Team wurde 1926 gegrĂŒndet und gehört zu den Original Six Teams der NHL. Sie konnten den Stanley Cup bisher dreimal gewinnen, zuletzt 1960/61. Die Heimspiele werden im United Center ausgetragen. Die Vereinsfarben sind rot, weiß und schwarz.

Die Chicago Bulls sind eine Mannschaft der amerikanischen Basketball-Profiliga NBA. Seine Heimspiele trÀgt das Team im United Center aus. Die Bulls gehören durch ihre Erfolge in den 1990er Jahren zu den weltweit bekanntesten Mannschaften der NBA. Seit 2006 spielt mit Chicago Sky zudem ein Team in der WNBA. Sie tragen ihre Heimspiele UIC Pavilion aus.

Die Chicago Cubs sind ein Baseball-Team. Sie spielen in der Central Division der National League. Die Chicago Cubs wurden 1870 gegrĂŒndet. Ihre Heimspiele trĂ€gt die Mannschaft im Wrigley Field aus. In den ersten Jahrzehnten der National League zĂ€hlten die Cubs zu den dominierenden Teams der Liga. Sie gewannen die World Series 1907 und 1908. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg erreichten sie jedoch nie mehr wieder ihre einstige StĂ€rke.

Chicago Fire ist ein Team der Fußball-Profiliga Major League Soccer (MLS). Schon in ihrer ersten Saison 1998 gewannen sie den MLS Cup. Außerdem holten sie 1998, 2000, 2003 und 2006 den U.S. Open Cup. Stadion ist der Toyota Park in Bridgeview.

Die Chicago White Sox sind ein Major-League-Baseball-Team der American League. Der Verein trÀgt seine Heimspiele im U.S. Cellular Field (bis 2003 New Comiskey Park) aus. Dort fand am 6. Juli 1933 auch das erste All-Star-Game der Major League Baseball statt, das die American League mit 4:2 gewann. Die White Sox sind dreimaliger Gewinner der World Series (1906, 1917 und 2005).

Die Chicago Wolves sind eine Eishockeymannschaft in der American Hockey League (AHL). Ihr Heimstadion ist die Allstate Arena in Rosemont bei Chicago, in der 16.700 Menschen Platz haben. GegrĂŒndet wurde der Verein 1994. 2001 stiegen sie von der International Hockey League (IHL) in die AHL auf. In der IHL haben sie den Turner Cup 1998 und 2000 gewonnen und in der AHL 2002 und 2008 den Calder Cup.

Seit 1977 findet alljĂ€hrlich im Oktober der Chicago-Marathon statt. Er gehört zu den grĂ¶ĂŸten Marathonveranstaltungen weltweit und ist einer der fĂŒnf World Marathon Majors.

Chicago wurde am 14. April 2007 als offizielle Bewerbungsstadt der Vereinigten Staaten um die Austragung der Olympischen Sommerspiele 2016 gewÀhlt.[16] In Chicago fanden bereits die Panamerikanischen Spiele 1959 statt. Zudem wurden zunÀchst die Olympischen Sommerspiele 1904 nach Chicago vergeben. Die amerikanische Regierung bat aber um Verlegung nach St. Louis, da dort die Weltausstellung stattfand und die Stadt ihr 100-jÀhriges Bestehen feierte.[17]

Der Chicagoland Speedway liegt sĂŒdlich des Stadtzentrums in unmittelbarer NĂ€he der Illinois Route 53 zwischen Joliet und Wilmington. Die ZuschauerkapazitĂ€t betrĂ€gt 75.000 PlĂ€tze. Seit der Eröffnung im Jahre 2001 wurde er zu einem unerwarteten Anziehungspunkt fĂŒr NASCAR- und Indy Racing League-Veranstaltungen, bei denen die Eintrittskarten oftmals bereits Monate im Voraus ausverkauft sind.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

FrĂŒhling und Sommer

Riesenrad am Navy Pier

Das Ravinia Festival, ein Open-Air-Festival, dauert drei Monate. Dabei werden im Highland Park mehr als 100 Veranstaltungen und Konzerte – von der Klassik bis zum Pop – abgehalten. Auf dem Great Chicago Places and Spaces zeigt die Stadt Chicago ihre Erfolge auf den Gebieten Architektur, Stadtgestaltung sowie Landschafts- und Umweltplanung. Das Gospel Music Festival prĂ€sentiert im Grant Park Gospeldarbietungen bedeutender KĂŒnstler aus dem ganzen Land. Beim Printer's Row Book Fair treffen sich Autoren, Dichter, BuchhĂ€ndler und Leser aus dem Mittleren Westen der USA. Das Gold Coast Art Fair im Stadtteil Gold Coast ist Treffpunkt hunderter KĂŒnstler und Kunstliebhaber aus der ganzen Welt.

Beim viertĂ€gigen Blues Festival im Juni treten im Grant Park dutzende Blues-Musiker auf. Old Town Art Fair ist einer der Ă€ltesten und anspruchsvollsten KunstmĂ€rkte des Landes. Taste of Chicago ist ein dem kulinarischen Genuss gewidmetes Festival zahlreicher Restaurants der Stadt. Die Venetian Night-Parade prĂ€sentiert am Seeufer Chicagos themenspezifisch-dekorierte Boote mit dazu passender Musik und abschließendem Feuerwerk. Die Air & Water Show zeigt am Strand Darbietungen der weltweit besten MilitĂ€r- und Zivilpiloten. Das Jazz Festival im Grant Park findet im September am Labor Day mit zahlreichen Jazz-KĂŒnstlern statt.

Herbst und Winter

GrĂŒn gefĂ€rbter Chicago River am St. Patrick's Day

Auf dem Chicago Celtic Festival werden Bilder, Glass, Kleider, Keramik und Schmuck nationaler sowie internationaler Kunsthandwerker ausgestellt und verkauft. Jedes Jahr im Oktober schauen etwa eine Million Menschen den LĂ€ufern beim Chicago Marathon zu. Das Chicago International Film Festival gehört zu den Ă€ltesten Filmveranstaltungen Nordamerikas und wird seit 1965 alljĂ€hrlich im Oktober durchgefĂŒhrt. Als Hauptpreis wird der Gold Hugo verliehen. Die State Street Thanksgiving Parade zeigt geschmĂŒckte Umzugswagen und Ballons. Beim Magnificent Mile Lights Festival wird im November die Magnificent Mile zu einer Winterlandschaft gestaltet.

Auf dem Christkindlmarket werden Baumschmuck, Spielzeug, Nussknacker und Glaswaren aus Europa in Holzbuden und Zelten auf der Daley Plaza verkauft. Die Chicago Boat, RV und Outdoors Show zeigt hunderte Boote und Wohnmobile. Die Chicago Auto Show prĂ€sentiert im Februar die neuesten Automodelle. Die Chicago Flower and Garden Show ist eine Ausstellung zum Thema Garten. Am St. Patrick's Day findet zu Ehren des irischen Nationalheiligen St. Patrick jĂ€hrlich am 17. MĂ€rz eine große Parade statt.

Gastronomie

Eine "deep-dish" Pizza

Chicago beherbergt zahlreiche Restaurants mit internationaler KĂŒche. Ganz oben rangiert die italienische KĂŒche, von der deep-dish Pizza (1953 in der Pizzeria Uno, 29 East Ohio Street, kreiert) bis zu den Trattorias. Beliebt sind auch Thai-Restaurants und mediterrane Esslokale. Daneben gibt es viele osteuropĂ€ische, deutsche, mexikanische, chinesische, indische und sogar burmesische und Ă€thiopische KĂŒchen.

In zahlreichen Restaurants werden dem Gast ribs vom Grill serviert, eine Hinterlassenschaft aus der Zeit, als Chicago die Fleischbank der Nation war. Die meisten GaststĂ€tten befinden sich westlich und nördlich vom Loop, beispielsweise in Greek Town, in der Umgebung der Halsted Street, Ecke Jackson Boulevard, und in Little Italy, Taylor Street und Umgebung. In Near North und River North gibt es zahlreiche feine Speiselokale, und in Chinatown kantonesische und SichuankĂŒche.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Überblick

Michigan Avenue
Das Board of Trade Building bei Nacht

Chicago ist ein bedeutender Industriestandort und Messeplatz sowie Sitz zahlreicher Konzerne und VerbÀnde. Von Bedeutung ist die Herstellung elektronischer GerÀte, der Maschinen- und Fahrzeugbau, die Verarbeitung von Nahrungsmitteln, das Druckgewerbe und die Herstellung von PrÀzisionsinstrumenten, Stahl, Metallwaren, Textilien und chemischen Erzeugnissen. Der Hafen dient dem Export von Erdöl, Eisenerz, Kohle, chemischer Erzeugnisse, Textilien und Getreide. Importiert werden Kraftfahrzeuge, Stahl, Fisch und Fischerzeugnisse sowie alkoholische GetrÀnke.

War es einst kanadisches Holz, welches ĂŒber die Großen Seen nach Chicago gelangte, und von da aus unter anderem zur Erschließung des Westens verteilt wurde, waren es spĂ€ter landwirtschaftliche Produkte und Rinder, die ab Ende des 19. Jahrhunderts aufgrund immer besserer Erschließung des Westens und SĂŒdens mit der Eisenbahn in immer grĂ¶ĂŸeren Mengen nach Chicago gebracht wurden, und dort gehandelt wurden.

Bereits 1848 wurde daher die Chicago Board of Trade gegrĂŒndet, an welchem seither die großteils landwirtschaftlichen Rohstoffe sowie Futures und Optionen gehandelt werden. 1898 wurde der „Chicago Butter and Egg Board“ eröffnet, die heutige Chicago Mercantile Exchange, die grĂ¶ĂŸte Warenterminbörse der USA.

Die Arbeitslosigkeit in Chicago liegt seit 1990 deutlich ĂŒber dem nationalen Durchschnitt in den USA. Die offizielle Arbeitslosenquote in der Stadt lag 1990 bei 9,0 Prozent (USA 5,6 Prozent), fiel dann bis 2000 auf 5,5 Prozent (USA 4,0 Prozent) und stieg dann wieder bis 2002 auf 8,2 Prozent (USA 5,8 Prozent). Bis 2006 sank die Quote auf 5,2 Prozent (USA 4,6 Prozent).[18]

Zahlreiche Weltkonzerne haben ihren Sitz in Chicago: Boeing (einer der weltweit grĂ¶ĂŸten Hersteller von zivilen und militĂ€rischen Flugzeugen und Hubschraubern sowie von MilitĂ€r- und Weltraumtechnik), EncyclopĂŠdia Britannica Inc. (EnzyklopĂ€die), Hyatt (eine der weltweit grĂ¶ĂŸten Hotelketten), Midway Games (Spieleentwickler), Playboy Enterprises (Medienunternehmen), Tribune Company (Medienunternehmen), McDermott Will & Emery (global operierende Anwaltskanzlei) und Wm. Wrigley Jr. Company (der weltgrĂ¶ĂŸte Hersteller von Kaugummi). Auch der amerikanische Hauptsitz des deutschen Konzerns Siemens bzw. von dessen Bereich die Building Technology Group hat ihren Sitz in Chicago (Buffalo Grove).[19]

Einzelhandel

Einkaufszentrum „Merchandise Mart“

Abgesehen von BĂŒrohochhĂ€usern umfasst der Loop auch einige sehenswerte KaufhĂ€user aus der Zeit um 1900, wie zum Beispiel das 1899 von Louis Sullivan entworfene Carson Pirie Scott-Kaufhaus, 1 South State Street. Zwei HĂ€userblocks nördlich liegt an der Ecke State Street und Washington Street das vergleichsweise schlichte Marshall Fields, eines der Ă€ltesten und grĂ¶ĂŸten KaufhĂ€user der Welt.

Manche KaufhĂ€user sind direkt von der North Michigan Avenue – auch Magnificent Mile („PrĂ€chtige Meile“) genannt – her zu betreten, viele befinden sich innerhalb großer Einkaufszentren. Das Ă€lteste ist das Water Tower Place, 835 North Michigan Avenue, mit mehr als 100 GeschĂ€ften auf sieben Stockwerken sowie einem belebten Food-Court. In großzĂŒgigerem Gewand kommt die 900 North Michigan Avenue daher, die auch etwas anspruchsvollere LĂ€den beherbergt, darunter Bloomingdale's, Gucci und Aquascutum.

Crate & Barrel

Ebenfalls in der North Michigan Avenue bietet das Möbel- und Einrichtungshaus Crate & Barrel internationale Haushaltswaren, Möbel und Wohnaccessoires. Dutzende von Boutiquen mit Mode von Giorgio Armani, Prada, Hino & Malee sowie Sonia Rykiel befinden sich in der Oak Street, einer Querstraße zur North Michigan Avenue. Im Foyer des Chicago Theaters ist das Holiday Hospitality Center untergebracht.

Eines der weltweit grĂ¶ĂŸten Einkaufszentren steht in Schaumburg, außerhalb der Grenzen von Chicago. Die Woodfield Mall mit ihren 285 LĂ€den wird jĂ€hrlich von etwa 27 Millionen Menschen besucht; zwar ist es mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch vom 50 km entfernt liegendem Stadtzentrum Chicagos erreichbar, aber fĂŒr die Vororte ist ein anderes ÖPNV-Behörde (PACE) zustĂ€ndig als fĂŒr innerhalb der Stadt (CTA). Ebenfalls nicht in Chicago, sondern in Gurnee, befindet sich das Einkaufszentrum Gurnee Mills, wo man Waren ab Fabrik zu reduzierten Preisen kaufen kann. Im GebĂ€ude sind GeschĂ€fte von ĂŒber 200 Markenherstellern untergebracht. Die Mehrwertsteuereinnahmen aus diesen beiden großen Einkaufzentren kommen der Stadt Chicago nicht zugute, sondern verbleiben in den vergleichsweise wohlhabenden Vororten. Auf die Baugenehmigungen und stadtplanerischen Entscheidungen, die fĂŒr diese zentrumsfernen Angebote verantwortlich sind, hat die Stadt Chicago ebenfalls keinen Einfluss, selbst wenn dies die Nachfrage in den innerstĂ€dtischen Filialen der KaufhĂ€user kannibalisiert.

Verkehr

Fernverkehr

Autobahnen
Lake Shore Drive, die streckenweise als autobahnĂ€hnliche Schnellstraße ausgebaut ist

Die Stadt hat ĂŒber Autobahnen Verbindung in alle Teile des Landes. Allerdings befinden sich die Fahrzeuge auf den Expressways von und zur Innenstadt wĂ€hrend der Hauptverkehrszeit meist im Stau.

Die Interstate 55, die aus Louisiana ĂŒber St. Louis nach Chicago kommt, stĂ¶ĂŸt in der Stadtmitte auf den U.S. Highway 41 (Lake Shore Drive) neben McCormick Place zu. In der Metropolregion Chicago wird sie Adlai E. Stevenson Expressway genannt, zu Ehren eines wichtigen Politikers aus Illinois. Der Abschnitt zwischen Chicago und St. Louis lĂ€uft parallel zur oder auf der Strecke der ehemaligen Route 66.

Die Interstate 57 fĂŒhrt von dem sĂŒdlichen Ende der Dan Ryan Expressway in Chicago, wo sie die Interstate 94 verlĂ€sst, ĂŒber Champaign (Illinois) und Cairo (Illinois) nach dem Ort Miner im SĂŒdosten von Missouri, wo sie mit der Interstate 55 zusammentrifft.

Auch die Interstate 90 (Seattle-Boston) und die Interstate 94 (Montana-Minneapolis-Detroit-Kanada) durchqueren Chicago.

Eisenbahnverkehr
Wells Street Station um 1910

Die Stadt ist mit mehreren Rangierbahnhöfen grĂ¶ĂŸter Eisenbahnknotenpunkt der Welt. Mit dem RĂŒckgang des Personenaufkommens im Laufe des 20. Jahrhunderts verschwanden die meisten der frĂŒher sechs Fernbahnhöfe aus dem Bild der Stadt. Obwohl manche der Bahnhöfe noch fĂŒr den Vorortsverkehr benutzt werden, hat fĂŒr den Fernverkehr einzig die Union Station in reduzierter Form ĂŒberlebt; diese wird dazu von Amtrak bedient (siehe auch Bahnhöfe in Chicago). Die Union Station ist bis heute Ausgangspunkt mehrerer transkontinentaler FernverkehrszĂŒge, so verkehren von hier unter anderem der Empire Builder nach Seattle mit Kurswagen nach Portland (Oregon), der California Zephyr nach San Francisco/Emeryville, der Southwest Chief via Albuquerque nach Los Angeles und der Texas Eagle via San Antonio nach Los Angeles (weitere ZĂŒge siehe Liste der Amtrak-FernzĂŒge).

In der Stadt hat mit der 1882 gegrĂŒndeten Belt Railway of Chicago (BRC) die grĂ¶ĂŸte Rangiereisenbahngesellschaft der USA ihren Sitz. Sie betreibt eine Strecke von 45 km, sowie Gleisanlagen von insgesamt 885 km in und um Chicago. Der Rangierbahnhof Clearing Yards hat eine LĂ€nge von 9 km und nimmt ein FlĂ€che von 318 ha ein. Er ist zweiseitig und in beiden Richtungen mit Gleisbremsen ausgerĂŒstet, seine Richtungsharfen haben in Richtung Westen 36 und in Richtung Osten 56 Gleise. Die Gesellschaft hat 520 BeschĂ€ftigte und bewegt jeden Tag rund 8.400 GĂŒterwagen. Außerdem stellt die BRC die AnschlĂŒsse zu rund 100 Industriebetrieben her.

Ehemalige Eisenbahngesellschaften mit Sitz in Chicago waren: Chicago and North Western Railway (1859–1995), Chicago, Burlington and Quincy Railroad (1849–1970), Chicago Great Western Railroad (1885–1968), Chicago, Milwaukee, St. Paul and Pacific Railroad (1847–1986), Chicago, Rock Island and Pacific Railroad (1847–1980) und Illinois Central Railroad (1851–1999).

Flugverkehr
Luftaufnahme des Midway Airport

Der O’Hare International Airport in Chicago ist mit einem jĂ€hrlichen Passagieraufkommen von rund 70 Millionen FluggĂ€sten der nach Atlanta am stĂ€rksten frequentierte Flughafen der Welt. Er wurde nach Edward O’Hare, einem Kampfflieger aus dem Zweiten Weltkrieg, benannt. O'Hare ist das wichtigste Drehkreuz (Hub) von United Airlines, deren Firmenzentrale in der NĂ€he liegt, und der zweitgrĂ¶ĂŸte Hub fĂŒr American Airlines.

Vor dem Ausbau von O’Hare in den spĂ€ten 1950er Jahren war Flughafen Chicago-Midway, der im SĂŒdwesten der Stadt liegt, der Hauptflughafen von Chicago. Inzwischen wird dieser Flughafen vor allem von Billigfluggesellschaften angeflogen; die Expansion dieses Marktsegments in den letzten Jahren hat zu einer GeneralĂŒberholung und VergrĂ¶ĂŸerung des TerminalgebĂ€udes gefĂŒhrt. Bis in die 1950er Jahre hinein war Midway der am stĂ€rksten frequentierte Flughafen der Welt und eines der zentralen Luftfahrt-Drehkreuze fĂŒr US-amerikanische Fluggesellschaften. United Airlines hatte hier ihr Hauptquartier, und auch American Airlines war vor ihrem Umzug nach New York in den 1930ern hier beheimatet.

Das Meigs Field war ein Flughafen auf einer Halbinsel im Michigansee vor Chicago. In einer umstrittenen Aktion veranlasste BĂŒrgermeister Richard M. Daley am 30. MĂ€rz 2003, mitten in der Nacht, die Zerstörung der Landebahn. Mit schwerem GerĂ€t wurden große „X“ in die Landebahn gegraben. Da weder die Federal Aviation Administration noch die EigentĂŒmer der sich am Boden befindenden Flugzeuge informiert wurden, befanden sich nach dieser Aktion 16 Flugzeuge auf dem Flugplatz, ohne dass dieser ĂŒber eine intakte Startbahn verfĂŒgte. SpĂ€ter erlaubte man diesen Flugzeugen von der Rollbahn aus zu starten.

Schifffahrt
Navy Pier
Boote am Monroe Harbor

1825 wurde Chicago durch den Erie-Kanal mit dem Atlantik verbunden, und 1848 der „Illinois- und Michigankanal“ als Verbindung des Chicago Rivers mit dem in den Golf von Mexiko mĂŒndenden Illinois River fertig gestellt. Diese Lage am Knotenpunkt der Nord-SĂŒd- und West-Ost-Wasserstraßen, die damals die wichtigsten kontinentalen Transportrouten darstellten, brachte dem Handel und Wachstum der ohnehin bereits bedeutenden und stark wachsenden Stadt erneut einen enormen Aufschwung. Bis 1854 wurde der „Illinois- und Michigankanal“ auch von vielen Passagierschiffen befahren, was sich jedoch mit der Fertigstellung einer parallel zum Kanal verlaufenden Eisenbahnstrecke Ă€nderte.

Ab 1871 erreichten Chicago mehr GĂŒterschiffe als die anderen großen HafenstĂ€dte New York, Philadelphia, Baltimore, Charleston und San Francisco zusammen. 1889 liefen mehr als 22.000 Schiffe Chicago an, womit der Stadthafen an den Ufern des Flusses, zumindest was die Schiffsfrequenz betraf, zum damals grĂ¶ĂŸten der Welt wurde. Danach sank die Bedeutung des Hafens jedoch wieder, da der Höhepunkt des GĂŒtertransports am Wasser aufgrund der rasch wachsenden Erschließung der wichtigen Handels- und IndustriestĂ€dte des Kontinents durch Eisenbahnstrecken bereits ĂŒberschritten war.

Ab dem Jahr 1900 wurde der „Illinois- und Michigankanal“ durch den grĂ¶ĂŸeren Chicago Sanitary and Ship Canal zusehends abgelöst. Dieser verbindet seit 1933 – dem Jahr der Stilllegung des „Illinois- und Michigankanals“ – als einziger den Michigansee ĂŒber den Chicago River mit dem Illinois River. 1910 kam noch der Norduferkanal (North Shore Canal) dem Chicagoer Kanalsystem hinzu, welcher nur einige Kilometer nördlich von Chicago – in der Vorstadt Wilmette – an den Michigansee anschließt, um nur wenige Kilometer weiter sĂŒdlich, noch innerhalb des Stadtgebiets von Chicago, in den Chicago River zu mĂŒnden. 1922 wurde das Wasserstraßensystem schließlich um den Calumet-Sag-Kanal erweitert, der sĂŒdwestlich von Chicago den Sanitary and Ship Canal mit dem Fluss Little Calumet verbindet. Dieser mĂŒndet im SĂŒden des Chicagoer Stadtgebietes in den Calumet River, wohin sich der Industriehafen seither nach und nach verlagerte, weshalb der Chicago River als GĂŒterweg heute kaum noch eine Rolle spielt.

Nahverkehr

Schienenverkehr
Knotenpunkt der Brown Line und Orange Line im SĂŒdwesten des historischen Zentrums von Chicago

Die Chicago Elevated ist das stĂ€dtische Haupt-Schienen- und U-Bahn-Verkehrsmittel in Chicago. GemĂ€ĂŸ der CTA heißt das Zugnetz 'L' als AbkĂŒrzung fĂŒr „elevated“ (englisch fĂŒr erhöht). Die innerstĂ€dtische Hochbahn verknĂŒpft die verschiedenen Zuglinien, welche acht angrenzende VorstĂ€dte, Dörfer und Gemeinden mit Chicago verbinden. Die Ă€ltesten Teile der 'L' stammen aus dem Jahre 1892.

Die CTA ist eines der bestfrequentierten Verkehrssysteme der USA. Nach Statistiken aus dem Jahre 2003 benutzten pro Jahr 150 Millionen Personen das Verkehrsmittel. Chicago ist eine der wenigen amerikanischen StĂ€dte, welche die Stadt durch Nahverkehr mit zwei großen FlughĂ€fen verbinden. Die Fahrt mit der Blue Line von der Innenstadt zum Flughafen Chicago O'Hare dauert etwa 40 Minuten, mit der Orange Line zum Midway Airport etwa eine halbe Stunde.

Die Metra Commuter Trains starten von verschiedenen Punkten in Downtown und haben die Vororte und weiter außerhalb liegende Gebiete zum Ziel, unter anderem Oak Park und Hyde Park. Dieses S-Bahn-Ă€hnliche System benutzt die Schienen der Fern- und GĂŒterbahngesellschaften.

Die erste Pferdestraßenbahn fuhr in Chicago zwischen 1858 und 1906, die Kabelstraßenbahn vom 28. Januar 1882 bis 21. Oktober 1906. Die elektrische Straßenbahn war zwischen 2. Oktober 1890 und 21. Juni 1958 in Betrieb.

Straßenverkehr
Straßenverkehr in Downtown

Betreiber des stĂ€dtischen Busnetzes, das alle umliegenden Orte mit Chicago verbindet, ist die CTA. An einem durchschnittlichen Wochentag befördern die Fahrzeuge der Gesellschaft mehr als 1,43 Millionen Passagiere: 476.000 im Fernverkehr, 952.100 im Busverkehr und 7.700 nachfragebezogen. Die Omnibusse verkehren wĂ€hrend der Stoßzeiten alle fĂŒnf bis 15 Minuten, ansonsten fast rund um die Uhr alle acht bis 20 Minuten. Die Gesellschaft besitzt rund 2.000 Busse, welche 154 Linien und mehr als 12.000 Haltestellen bedienen. Das Busnetz hat eine LĂ€nge von 3.658 Kilometer.[20]

Vom 17. April 1930 bis 25. MĂ€rz 1973 fuhren Trolleybusse in der Stadt.

Chicago ist GrĂŒndungsort des Taxiunternehmens „Yellow Cab“. Es besitzt mittlerweile fast ĂŒberall in den USA Tochterunternehmen. Die gelbe Farbe der Fahrzeuge wurde vom UnternehmensgrĂŒnder John Daniel Hertz (1879–1961) ausgewĂ€hlt. Eine Untersuchung der UniversitĂ€t von Chicago hatte ergeben, dass gelb die am leichtesten zu erkennende Farbe ist. Neben den „Yellow Cabs“, die auf Handzeichen halten, gibt es noch zahlreiche andere Taxiunternehmen in Chicago.

Schiffsverkehr

Von April bis Oktober ist wÀhrend der Hauptverkehrszeit ein Schiffspendelverkehr auf dem Chicago River in Betrieb, der RiverBus fÀhrt in acht Minuten von der Michigan Avenue Bridge zur Union Station.

Medien

Printmedien

Das 2005 errichtete GebÀude der Chicago Sun-Times

Wichtige Tageszeitungen in der Stadt sind Chicago Tribune, Chicago Sun-Times, Daily Southtown, Chicago Defender, Newcity News, Daily Herald, StreetWise und Chicago Reader.

Die Chicago Tribune ist eine ĂŒberregionale Zeitschrift im Mittleren Westen der USA. Das in Chicago ansĂ€ssige Blatt ist eine wichtige konservative Publikation in der Region. Im Laufe der Jahre gewannen Journalisten der Tribune 24 Pulitzer-Preise. Die Zeitung gehört der Tribune Company. Hauptkonkurrent im Markt von Chicago ist die liberalere Chicago Sun-Times.

Die Chicago Sun-Times ist eine Tageszeitung aus Chicago. Im Vergleich zu ihrem Hauptkonkurrenten, der Chicago Tribune konzentriert sie sich mehr auf das Stadtgeschehen. Sie hat weniger Abonnenten, verkauft sich aber erfolgreicher an den Zeitungskiosken. Sie steht politisch eher links der Tribune. Bekannt wurde sie fĂŒr ihren investigativen Journalismus.

Rundfunk und Fernsehen

Chicago ist nach New York und Los Angeles der drittgrĂ¶ĂŸte Markt in den USA. Alle bedeutenden amerikanischen Rundfunk- und Fernsehnetzwerke haben Niederlassungen in der Stadt. Dort wird die Oprah Winfrey Show, die bei weitem erfolgreichste Talkshow des amerikanischen Fernsehens, sowie die Jerry Springer Show produziert. Oprah Winfrey wurde 2005 vom renommierten Wirtschaftsmagazin Forbes zum einflussreichsten Prominenten der USA gekĂŒrt.[21] Mit Polvision hat der grĂ¶ĂŸte polnischsprachige Fernsehsender außerhalb Polens seinen Sitz in Chicago.

Film

Die Batman-Filme Batman Begins und The Dark Knight wurden in Chicago gedreht. Die Stadt dient in dem Filmen als Kulisse fĂŒr die fiktive Metropole Gotham. Auch bekannte SehenswĂŒrdigkeiten der Stadt sind in den Filmen zu sehen. So hat zum Beispiel Bruce Wayne alias Batman den Hauptsitz seiner Firma im Chicago Board of Trade GebĂ€ude. Auch der Chicago River ist deutlich zu erkennen.

Zahllose andere Filme (u.a. Blues Brothers) wurden in und um Chicago gedreht. Besondere Bekanntheit erlangte eine heute nicht mehr existierende Straße unter der hochbahnartigen Chicago Elevated.

Bildung

Chicago Campus der Northwestern University
Harold Washington Public Library

Die Stadt beherbergt zahlreiche bedeutende UniversitĂ€ten, Hochschulen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen. Mit der architektonisch im Stil der beaux arts gestalteten Harold Washington Public Library befindet sich die grĂ¶ĂŸte öffentliche Bibliothek der Welt in Chicago.

Die University of Chicago entstand 1890 als eine der wichtigsten privaten UniversitĂ€tsgrĂŒndungen in den USA. Sie wurde nach dem Vorbild deutscher UniversitĂ€ten Humboldtscher PrĂ€gung konzipiert. Die Hochschule ist GrĂŒndungsmitglied der Association of American Universities, einem seit 1900 bestehenden Verbund fĂŒhrender forschungsintensiver nordamerikanischer UniversitĂ€ten. Das vorrangige Ziel der neuen UniversitĂ€t lag in der Forschung und in der Lehre auf der Stufe des Hauptstudiums (Graduate Studies).

Die University of Illinois at Chicago ist eine staatliche UniversitĂ€t mit etwa 25.000 Studenten. Sie ist die grĂ¶ĂŸte Hochschule in Chicago und die zweitgrĂ¶ĂŸte Hochschule des University of Illinois-Systems. Die UrsprĂŒnge gehen auf die GrĂŒndung des Chicago Charitable Eye and Ear Infirmary 1858, des College of Pharmacy 1859 und des College of Physicians and Surgeons 1882 zurĂŒck. Diese Institutionen wurden 1890 in der University of Illinois zusammengefasst. An der University of Illinois at Chicago sind etwa 14.000 Studenten eingeschrieben.

Die DePaul University wurde 1898 als katholische Hochschule gegrĂŒndet und ist heute mit etwa 24.000 Studenten die grĂ¶ĂŸte PrivatuniversitĂ€t in Illinois. Sie ist außerdem die grĂ¶ĂŸte katholische Hochschule in den USA. Sie ist auf zwei Standorte verteilt: Der Ă€ltere Campus liegt im Ortsbezirk Lincoln Park, der neuere liegt innerhalb des Loops in der Innenstadt. Es gibt vier kleinere Außenstellen in den Vororten Naperville, Lake Forest, Oak Forest, und Rolling Meadows.

Die Loyola University Chicago ist eine private UniversitĂ€t in Chicago und mit 15.000 Studenten die grĂ¶ĂŸte Jesuitenhochschule in den USA. Sie wurde 1870 als Saint Ignatius College gegrĂŒndet und ist eine von 28 Mitgliedshochschulen der Association of Jesuit Colleges and Universities. Die Sportteams der Loyola University Chicago sind die Ramblers. Die Hochschule ist Mitglied in der Horizon League.

Die Northwestern University ist eine PrivatuniversitĂ€t, deren Hauptcampus außerhalb Chicagos in Evanston liegt; sie betreibt aber auch einen Zweitcampus innerhalb der Stadt. Der Campus in Chicago befindet sich in der NĂ€he der Magnificent Mile. Die Chicago El, die stĂ€dtische U-Bahn, verbindet den Campus in Evanston mit Chicago. Die UniversitĂ€t wurde 1851 von Methodisten aus Chicago (darunter John Evans, nach dem Evanston benannt wurde) gegrĂŒndet, und 1855 mit zwei Professoren und zehn Studenten eröffnet.

Siehe auch: Liste weiterfĂŒhrender Bildungseinrichtungen in Chicago

Skyline Chicagos
Skyline Chicagos

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Viele bekannte Persönlichkeiten sind in Chicago geboren, wie etwa die ehemalige First Lady der USA und derzeitige Außenministerin Hillary Clinton, der Schriftsteller Ernest Hemingway, der Trickfilm-Produzent Walt Disney oder die Schauspielerin Gillian Anderson.

Weitere Personen, siehe: Liste der Söhne und Töchter von Chicago

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

Literatur

  • Kristin Becker: Chicago. Ein Mythos in seinen Inszenierungen. Tectum-Verlag, Marburg, 2005, ISBN 3-8288-8929-8
  • Marco d'Eramo: Das Schwein und der Wolkenkratzer. Chicago: Die Geschichte unserer Zukunft. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg, 1998, ISBN 3-499-60520-1
  • Hugh Dalziel Duncan: The Rise of Chicago as a Literary Center from 1885 to 1920: A Sociological Essay in American Culture. 1964.
  • Howard B. Furer: Chicago: A Chronological & Documentary History, 1784–1970. Oceana Publications, New York City, 1974, ISBN 0-379-00609-X
  • Geo Special: Chicago und die Großen Seen. Gruner & Jahr, Hamburg, 1997, ISBN 3-570-19102-8
  • Dale Kramer: Chicago Renaissance: The Literary Life in the Midwest, 1900–1930. 1968.
  • Astrid KrĂŒger: Die wirtschaftliche Situation der polnischen Emigranten in Chicago und ihre Auswirkung auf Gebiete des sozialen Lebens 1880–1900. Tectum-Verlag, Marburg, 1999, ISBN 3-8288-0694-5
  • Carl S. Smith: Chicago and the American Literary Imagination, 1880–1920. 1984, ISBN 0-226-76371-4
  • Upton Sinclair : Der Dschungel. Rowohlt Verlag, Feb. 1985, ISBN 3-499-15491-9

Einzelnachweise

  1. ↑ U.S. Census Bureau: cities & towns
  2. ↑ U.S. Census Bureau: metropolitan and micropolitan statistical areas
  3. ↑ Michael McCafferty: Disc: "Chicago" Etymology in der LINGUIST List, 21. Dezember 2001
  4. ↑ Barry Popik: Windy City (summary)
  5. ↑ AT&T: Graphical climatology of Chicago temperatures, precipitation, and snowfall (1871-present)
  6. ↑ WGN TV: Weather Words - Chicago
  7. ↑ WMO: World Weather Information Service
  8. ↑ Northern Illinois University: Tragedy in the Chicago Fire and Triumph in the Architectural Response
  9. ↑ Northern Illinois University: Chicago and the Great Migration
  10. ↑ U.S. Census Bureau: Profile of General Demographic Characteristics: 2000
  11. ↑ Roosevelt University: Ergebnis der BĂŒrgermeisterwahl 2007
  12. ↑ „Chicago Flag May Get New Star if Olympics Come“, CBS 2, 22. Juni 2007.
  13. ↑ Chicago Department of Cultural Affairs: Chicago Sister Cities International
  14. ↑ The Field Museum: Information
  15. ↑ Encyclopedia of Chicago: Brookfield Zoo
  16. ↑ City of Chicago: Chicago 2016 Website
  17. ↑ Internationales Olympisches Komitee: Olympische Sommerspiele 1904
  18. ↑ Northeastern Illinois Planning Commission: County and city unemployment rates in NE Illinois
  19. ↑ Siemens Building Technologies USA: Offizielle Website
  20. ↑ Chicago Transit Authority: Facts at a glance
  21. ↑ Forbes: The Celebrity 100

Weblinks

Portal
 Portal: Chicago – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Chicago


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   Useful english dictionary

  • the Windy City — UK [ˌwÉȘndÉȘ ˈsÉȘtÉȘ] / US an informal name for the US city of Chicago 
   English dictionary

  • the Windy City — informal the city of Chicago. → windy 
   English new terms dictionary

  • The Windy City Strugglers — Infobox musical artist 2 Name = The Windy City Strugglers Img capt = Background = group or band Birth name = Alias = Born = Died = Origin = New Zealand Instrument = Genre = Blues Occupation = Years active = Label = Associated acts = URL = Current 
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  • Michael Jordan: Chaos in the Windy City — official North American box art Developer(s) Electronic Arts 
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  • Michael Jordan in Chaos in the Windy City — Michael Jordan: Chaos in the Windy City Michael Jordan Chaos in the Windy City Éditeur Electronic Arts DĂ©veloppeur Electronic Arts Date de sortie 1994 Genre Jeu de plates formes Mode de jeu 
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