Bank of England

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Bank of England
Bank von England
Bank of England
Gebäude der Bank von England
Gebäude der Bank von England
Hauptsitz London, England
Gr√ľndung 27. Juli 1694
Präsident Mervyn Allister King
Zentralbank f√ľr das Vereinigte K√∂nigreich Gro√übritannien und Nordirland
Währung

Pfund Sterling

ISO 4217 GBP
Basisleihzinssatz 0,5 %
Drucker De La Rue
Website http://www.delarue.com
M√ľnzpr√§geanstalt(en) Royal Mint
Website http://www.royalmint.com
Website

http://www.bankofengland.co.uk

Vorgänger

The Governor and Company of the Bank of England

Liste der Zentralbanken

Die Bank of England (Bank von England) ist die Zentralbank des Vereinigten K√∂nigreichs Gro√übritannien und Nordirland und hat ihren Sitz in London. Das 1694 gegr√ľndete Institut erf√ľllte zeitweise neben administrativen auch privatwirtschaftliche Funktionen und bestimmt die Geld- und W√§hrungspolitik f√ľr das Pfund Sterling. Der Basisleitzinssatz lag 2009 bei 0,5 %.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Als K√∂nig William III. und K√∂nigin Mary II. 1688 den Thron bestiegen, waren das Geld- und Kreditwesen zerr√ľttet und auch die √∂ffentlichen Finanzen befanden sich in einer schwierigen Lage.[1][2]

In dieser Situation schlug der schottische Kaufmann William Paterson 1694 unter Mitwirkung von Charles Montagu und Michael Godfrey vor, der Regierung durch eine Vereinigung von 1.268 Gl√§ubigern eine Anleihe zu gew√§hren. Die Zeichner dieser Anleihe erhielten am 27. Juli 1694 das k√∂nigliche Privileg eine Notenbank in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft unter der Firma The Governor and Company of the Bank of England zu gr√ľnden. Das Stammkapital in H√∂he von 1,2 Millionen Pfund wurde dem Staat als Darlehen gegen acht Prozent Zinsen gew√§hrt. (Dieser Kreditzinsfu√ü war f√ľr die damaligen Verh√§ltnisse relativ gering.) Im Gegenzug dazu erhielt die Bank of England das Recht, in H√∂he des Darlehens Banknoten auszugeben und Bankgesch√§fte zu betreiben. Es war ihr jedoch verboten, ohne Zustimmung des Parlaments Darlehen an die Regierung zu vergeben.[3][4][5]

Bei der Gr√ľndung der Bank of England gab es einen unmittelbaren Zusammenhang zu den finanziellen Defiziten von K√∂nig William III. Dieser ben√∂tigte dringend Kapital f√ľr den Krieg gegen Frankreich und den vertriebenen K√∂nig Jacob II. Die Bank of England pflegte stets ein gutes Verh√§ltnis zum Thron, sodass es im Laufe der Zeit zu Erweiterungen ihres Einflusses kommen sollte.[4][6][7]

Die ersten Gesch√§ftsr√§ume der Bank of England lagen in den Mercers' und Grocers' Halls, den Zunfth√§usern der Seidenwarenh√§ndler und Kr√§mer. Bei Aufnahme der Gesch√§ftst√§tigkeit waren seinerzeit 17 Angestellte und zwei Pf√∂rtner besch√§ftigt. Die Bank of England wurde zum Vorbild f√ľr viele Gr√ľndungen von Zentralbanken in Europa.[1][8]

Im Jahr 1697 vermehrte die Bank ihr Kapital auf 2.201.171 Pfund, indem sie ihre Noten, zu deren Einl√∂sung sie au√üer Stande war, und abgewertete Schatzscheine des Staats als Kapitaleinzahlung annahm. Dabei erhielt sie die Zusicherung, dass der Staat keine zweite Bank durch Gesetz begr√ľnden werde. Zugleich wurde ihr Privileg bis 1710 verl√§ngert.[9][10]

18. Jahrhundert

Unter der folgenden Regierung gew√§hrte die Bank dem Staat abermals mehrfach ihre Hilfe und erhielt daf√ľr wichtige Rechte. Neben der Fortdauer ihres Bestandes bis 1742 bekam sie 1708 das wichtige Privileg, dass au√üer ihr in England keine Bankgesellschaft mit mehr als sechs Teilhabern Noten ausgeben d√ľrfe. Das Statut von 1708 legte au√üerdem fest, dass die Bank ein staatliches Darlehen in H√∂he von 400.000 Pfund vergeben sollte und der Zinssatz f√ľr die gesamten Staatsschulden auf sechs Prozent herabgesetzt wird.[11][12][13]

Im Jahre 1734 wurde der Sitz an die Threadneedle Street verlegt. Die Bank vergrößerte dort nach und nach ihren Haus- und Grundbesitz auf den heute sichtbaren Stand. Die von Sir Christopher Wren erbaute Kirche Saint Christopher le Stocks wurde ihretwegen abgerissen.[14]

Das erhaltene Privileg wurde 1742, 1764 und 1781 erneuert.[15] 1742 konnte das Privileg gegen ein zinsfreies Darlehen an den Staat von 1.600.000 Pfund bis 1764 verl√§ngert werden. Diese Summe wurde durch eine Erh√∂hung des Aktienkapitals auf 9.800.000 Pfund aufgebracht. Im Jahr 1784 erfolgte die Erneuerung des Privilegs bis 1786 gegen eine Zahlung von 100.000 Pfund und 1781‚Äď1812 gegen ein dreiprozentiges Darlehen von 3 Millionen Pfund auf drei Jahre. In kritischen Zeiten, die w√§hrend des 18. Jahrhunderts einige Male eintraten, wusste die Bank stets ihrer Pflicht der Noteneinl√∂sung nachzukommen.[10][16]

Damals waren die Vereinbarungen, die zu den wiederholten Verl√§ngerungen des Privilegs f√ľhrten, sehr umstritten. Die Bedingungen, die f√ľr diese Expansionen festgelegt worden sind, waren aus Sicht der Kritiker zu stark zum Vorteil der Bank of England ausgelegt und verschafften dem Staat im Gegenzug einen zu geringen Nutzen.[17]

Das Institut f√ľhrte die Konten der Regierung und vergab Darlehen zur Finanzierung in Kriegs- wie in Friedenszeiten. Als Gesch√§ftsbank nahm sie ferner Einlagen entgegen und gab Banknoten heraus. Im 18. Jahrhundert lieh sich die Regierung immer mehr Geld. Diese ausstehenden Anleihen wurden schlie√ülich Staatsschulden genannt.[1][18][19]

Das Vertrauen in die Bank of England war so gro√ü, dass sie bei der Erneuerung des Privilegs im Jahr 1781 zum staatlichen Schatzamt (Treasury) ausgestaltet wurde und ihr auch die Aufgabe, Bank der Banken zu sein, zuwuchs. Die Bank wurde verantwortlich, falls alle Einleger sich entschieden, ihr Geld zur selben Zeit abzuziehen. Seitens der Bank wurde sichergestellt, dass gen√ľgend Gold vorhanden war, um dieses auf Verlangen f√ľr ihre Banknoten herzugeben.[20]

Durch den Krieg mit Frankreich (von Frankreich am 1. Februar 1793 erklärt) erschöpften die finanziellen Beziehungen zum Staate die Mittel der Bank, so dass sie im Februar 1797 bei einem Notenumlauf von 8.644.250 Pfund nur ein Barvermögen von 1.272.000 Pfund besaß. So ließ sie sich durch die Regierung mittels einer Kabinettsorder vom 26. Februar 1797, die später die Bestätigung des Parlaments erhielt, von der Barzahlung befreien.[19]

In dieser Epoche der Uneinl√∂sbarkeit der Banknoten oder der ‚ÄěBankeinschr√§nkung‚Äú (bank-restriction), die letztlich bis 1. Mai 1821 dauerte, haben die Noten (namentlich in den Jahren 1804, 1809, 1811, 1814) beim Umtausch gegen bar ein ansehnliches Disagio (bis zu 30 Prozent) verloren.[10]

19. Jahrhundert

Indem ein Teil der Reserve auf die Aktion√§re √ľbertragen wurde, konnte 1816 das Kapital der Bank auf 14.553.000 Pfund erh√∂ht werden. Gleichzeitig stiegen die Darlehen an den Staat auf einen Gesamtbetrag von 14.686.000 Pfund.[10]

Seit 1826 gab die Bank of England keine Noten unter f√ľnf Pfund aus und begann Filialen zu errichten. Au√üerdem machte sie das Zugest√§ndnis, sich einer Notenausgabe durch Aktienbanken nicht zu widersetzen, wenn diese ihren Sitz nicht im Umkreis von 65 Meilen um London haben.[21][22]

1833 fand eine Verl√§ngerung des Privilegs statt, die wiederum die Veranlassung zu Konzessionen der Bank an das Publikum war. Um den Notenumtausch in Gold √ľberfl√ľssig zu machen, wurden selbige zum gesetzlichen Zahlungsmittel erkl√§rt. Im selben Jahr wurde das Bankgeb√§ude nach Pl√§nen von Sir John Soane fertiggestellt. Teile, besonders die Fassade, sind noch heute erhalten. √úber den von Soanes konzipierten korinthischen S√§ulen folgt eine von Charles Wheeler gestaltete Skulpturengruppe, √ľber welcher eine steinerne Britannia thront.[10][14][18][22]

Um der Verpflichtung, ihre Noten gegen Gold einzulösen, vollumfänglich nachkommen zu können, musste die Bank of England in der Krise von 1839 einen Kredit bei der Banque de France aufnehmen.[18]

Im Jahr 1844 erfolgte unter dem Premierminister Sir Robert Peels eine neue Gesetzgebung. Durch die Akte 7 und 8 wurden zunächst die Verhältnisse in England geregelt, während die analoge Umgestaltung der Einrichtungen in Irland und Schottland 1845 geschah.[10]

Der haupts√§chliche Zweck des Gesetzes f√ľr England war, die Notenausgabe zu zentralisieren und zugleich die Ausgabe ungedeckter Noten auf ein gewisses Ma√ü einzuschr√§nken. Deshalb wurde die fr√ľhere Freiheit der Notenausgabe, die f√ľr jedes Bankgesch√§ft mit weniger als sechs Teilnehmern im ganzen Land und auch f√ľr die von London entfernten Aktienbanken bestanden hatte, aufgehoben. Nur diejenigen Banken, welche am 6. Mai 1844 das Emissionsgesch√§ft betrieben, sollten dasselbe fortsetzen d√ľrfen und weiter bis zu dem Betrag Noten ausgeben, der dem Durchschnittsbetrag ihrer Notenzirkulation w√§hrend der vorhergegangenen drei Monate gleichkomme. In Bezug auf die Bank of England wurde bestimmt, dass sie nicht mehr als 14 Millionen Pfund ungedeckte Noten ausgeben d√ľrfe, dagegen wurde der Betrag der gedeckten Noten f√ľr sie nicht beschr√§nkt. Auch wurde festgesetzt, dass der Notenbetrag, der durch etwaige Einstellung der Emission seitens der kleineren Banken wegfallen w√ľrde, zu zwei Dritteln dem Emissionsrecht der Bank of England zuwachsen solle.[10]

Das Bankprivileg-Gesetz von 1844 machte also die Notenausgabe vom Goldbestand der Bank abh√§ngig. Von der Bank wurde verlangt, die B√ľcher zur Notenausgabe getrennt von jenen f√ľr die Bankgesch√§fte zu f√ľhren und einen Wochenbericht zu beiden Konten herauszugeben.

Die Peel's Bank [Charter] Act st√ľtzte sich in den W√§hrungsbestimmungen dabei auf die Currency-Theorie. Dieses Denkmodell h√§lt den Betrag, den ein Land in Banknoten zum Geldverkehr ben√∂tigt, f√ľr relativ konstant. Es wurde daher von der Bank in H√∂he des Notenumlaufs volle Golddeckung f√ľr die W√§hrung verlangt, abgesehen von einem kleinen Rest ungedeckten Geldes. Dieser Rest wurde anfangs auf die erw√§hnten 14 Millionen Pfund festgesetzt und sp√§ter mehrmals nach oben korrigiert. Der so genannte Notenbankausweis wird noch heute jede Woche ver√∂ffentlicht.[18][23]

Die Bankakte von 1844 gab der Bank of England fortan das alleinige Recht zur Ausgabe von Banknoten in England und Wales. Private Banken, die gleiche Rechte zuvor hatten, durften sie behalten unter der Voraussetzung, dass sie in H√∂he der ausgegebenen Banknoten Sicherheiten hinterlegten. Einige englische Banken setzten die Ausgabe ihrer Noten fort, bis die letzte von ihnen in den 1930er Jahren √ľbernommen wurde. Alte schottische und nordirische Privatbanken haben diese Rechte heute noch.[18][24]

Zur Sicherung der Vorschriften √ľber die Notendeckung wurden zwei voneinander getrennte Abteilungen geschaffen, das Issue department (f√ľr die Notenausgabe) und das Banking department (f√ľr die Abwicklung von Bankgesch√§ften). In der ersteren, die nicht mit dem Publikum gesch√§ftlich verkehren durfte, wurden die Noten hergestellt und die Deckung vorr√§tig gehalten.[10]

Im 19. Jahrhundert √ľbernahm die Bank auch die Zentralbankfunktion und sorgte f√ľr Stabilit√§t w√§hrend einiger Finanzkrisen. Die Bankakte erwies sich wegen ihrer Starrheit gelegentlich als hinderlich und wurde daher mehrmals tempor√§r au√üer Kraft gesetzt. So waren die Bestimmungen zum Maximum der ungedeckten Noten beispielsweise 1847, 1857 und 1866 von der Regierung zeitweilig suspendiert, damit die Bank in Zeiten der Handelskrisen ausgedehntere Darlehen gew√§hren konnte.[22]

1870 erhielt die Bank of England die Verantwortlichkeit f√ľr die Zinssatzfestlegung √ľbertragen.

20. Jahrhundert

W√§hrend des Ersten Weltkrieges √ľbersprangen die Staatsschulden die Marke von 7 Milliarden Pfund. Die Bank half mit, die Staatsschulden zu steuern und inflationistischen Tendenzen zu widerstehen. Die Bankakte wurde durch ein Goldausfuhrverbot und die Schaffung von so genannten currency notes durchbrochen. Ab 1925 kehrte England mit der Aufhebung des Goldexportverbots zur Goldw√§hrung zur√ľck. Am 21. September 1931 verlie√ü Gro√übritannien endg√ľltig das System des Goldstandards. Das britische Pfund war bis 1946 eine freie W√§hrung.

Der nationale Goldbestand und die Devisenreserven wurden dem Schatzamt √ľbertragen. Doch ihr Management wurde weiter durch die Bank betrieben, und das blieb so bis heute.

1933 wurden ihre Banknoten gesetzliches Zahlungsmittel im gesamten K√∂nigreich. In der Gouverneurszeit von Sir Montagu Norman (1920 bis 1944) setzten Bem√ľhungen ein, von der Gesch√§ftsbank wegzukommen und Zentralbank zu werden. Platzbedarf f√ľhrte von 1923 bis 1939 unter verantwortlicher Regie von Sir Herbert Baker zu einer Umgestaltung des Bankhauses, das auf sieben Stockwerke erweitert wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bank am 1. M√§rz 1946 verstaatlicht. Sie blieb jedoch Berater des Schatzkanzlers, sein Agent und Schuldenmanager. Der Schatzkanzler war weisungsbefugt, musste sich aber vorher mit dem Bank-Gouverneur ins Benehmen setzen. Die Bank of England war nach der Nationalisierung als Bank der Regierung ausgestaltet mit Beratung in geld- und w√§hrungspolitischen Problemen. F√ľr die Ausrichtung und Durchf√ľhrung sowohl von geld- wie devisenpolitischen Ma√ünahmen blieb ihr die Verantwortung.

Die Altaktionäre erhielten bei der Verstaatlichung einen gesamten Abfindungsbetrag von 5.821.200 £ in Regierungsanleihen.

Mit dem Internationalen W√§hrungsfonds wurde im Abkommen von Bretton Woods eine Parit√§t von 1,00 ¬£ = 4,03 US $ vereinbart. Am 18. September 1949 wurde eine W√§hrungsabwertung auf das Tauschverh√§ltnis 1,00 ¬£ = 2,80 US $ vorgenommen. Eine erneute Abwertung musste 1967 erfolgen, weil das Land im Welthandel zur√ľckgefallen war und sich deshalb seine Zahlungsbilanz √ľber Jahre hinweg verschlechtert hatte.

1971 verzichtete die Bank of England auf das Instrument der Kreditplafondierung, erhielt daf√ľr aber jenes der Mindestreserve. 1979 wurde ihr gesetzlich die Bankenaufsicht anvertraut, was ihr weitreichende Auskunftsrechte und die Pflicht zur Lizenzierung neuer Kreditinstitute verschaffte.

In den 1980ern hatte die Bank eine Schl√ľsselrolle in verschiedenen Bankenkrisen inne. Die Bank war vorn dabei, als die Geldpolitik wieder zentraler Bestandteil der Regierungspolitik in den 1980ern wurde.

Seit Mai 1997 ist die Bank of England operational unabh√§ngig und kann in der Zinssatzfestsetzung die Regierung beim Weg zum von ihr angestrebten Inflationsziel von h√∂chstens 2,5 % unterst√ľtzen. Wird die Marke um mehr als 1-%-Punkt verfehlt, soll der Bank-Gouverneur dem Schatzkanzler einen Brief schreiben, darin das Warum erl√§utern und wie er die Situation beheben wolle.[1]

1998 wurde der Aufbau der Bank mit dem ‚ÄěBank of England Act‚Äú ge√§ndert. Seither ist sie in drei Hauptgesch√§ftsbereiche gegliedert: W√§hrungsanalyse und Statistik, Finanzmarktoperationen sowie W√§hrungsstabilit√§t. Eine Abteilung befasst sich zudem mit Koordinationsfragen zur Europ√§ischen Union.[25]

21. Jahrhundert

Am 18. Mai 2006 f√ľhrte die Bank neue Instrumente zur Steuerung des Geldmarktes ein. Zentrales neues Instrument war die Einf√ľhrung einer verzinslichen Mindestreserve. Weiterhin wurden zwei neue st√§ndige Zinss√§tze eingef√ľhrt, zu welchen die Bank stets bereit ist, Geld anzunehmen bzw. Geld zu verleihen; die Einlagen- und die Spitzenrefinanzierungsfazilit√§t.[26]

Aufbau

Das Bankgesetz von 1998 √§nderte die Struktur im Bankvorstand grundlegend. Das Direktorium (Court of Directors) sollte hiernach aus einem Bank-Gouverneur, zwei Vizegouverneuren und 16 Direktoren bestehen. Die Mitglieder des Direktoriums werden auf Vorschlag des Premierministers von der Krone ernannt. Die hauptamtlich t√§tigen Direktoren werden als Executive Directors bezeichnet. Nebenamtlich t√§tige Direktoren (Non-Executive Directors) sind im Bereich von Banken, Industrie oder Gewerkschaften besch√§ftigt und sollen insbesondere wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen vertreten. Der Gouverneur ist f√ľr die Zentralbankpolitik verantwortlich und hat diese gegen√ľber dem Schatzkanzler zu vertreten. Der Schatzkanzler selbst hat zur Wahrung des √∂ffentlichen Interesses ein Weisungsrecht gegen√ľber der Bank of England.[25][27]

Mit dem Banking Act 2009 wurde eine Vielzahl von Reformen zur Modernisierung des Direktorioms beschlossen. So hat sich seine Größe auf nunmehr 12 Mitglieder dezimiert. Außerdem wurde festgelegt, dass die Mehrheit der Mitglieder nebenamtlich tätig sein soll. Als derzeitiger Leiter der Treffen des Direktoriums wurde David Lees durch den Schatzkanzler benannt.[28]

Die Zusammensetzung des Court of Directors[28]
Name Funktion
Mervyn Allister King Gouverneur
Charles Bean Vizegouverneur (Geldpolitik)
Paul Tucker Vizegouverneur (Finanzstabilität)
Brendan Paul Barber Generalsekretär, Trades Union Congress
Roger Carr Vorsitzender, Centrica plc und Cadburys plc
Michael Cohrs Ehemaliger Investmentbankingvorstand Deutsche Bank
Sir David Lees Vorsitzender des Direktoriums
Susan Rice Vorstandsvorsitzende, Lloyds Banking Group Scotland
John Stewart Direktor (hauptamtlich)
Mark Tucker Direktor (hauptamtlich)
Lord Adair Turner Vorsitzender, Financial Service Authority
Harrison Young nebenamtlicher Direktor, Commonwealth Bank of Australia

Aufgaben

Wichtige Leitzinsen
Zinssatz Höhe
Europ√§ische Zentralbank (letzte √Ąnderung: 9. November 2011)
Einlagesatz 0,50 %
Hauptrefinanzierungssatz 1,25 %
Spitzenrefinanzierungssatz 2,00 %
Schweizerische Nationalbank (letzte √Ąnderung: 3. August 2011)
3-Monats-Libor-Zielband 0,00‚Äď0,25 %
Federal Reserve System (letzte √Ąnderung: 19. Februar 2010)
Federal-Funds-Rate-Zielband 0,00‚Äď0,25 %
Diskontsatz 0,75 %
Bank of Japan (letzte √Ąnderung: 5. Oktober 2010)
Overnight Call Rate 0,00 %
Diskontsatz 0,30 %
Bank of England (letzte √Ąnderung: 5. M√§rz 2009)
Repo Rate 0,50 %
Chinesische Volksbank (letzte √Ąnderung: 26. Dezember 2010)
Diskontsatz 5,81 %

Die Bank of England nimmt alle Funktionen einer Zentralbank wahr, um die Preisstabilit√§t zu sichern. Abh√§ngig davon unterst√ľtzt sie die Wirtschaftspolitik der Regierung (Bank of England Act 1998).[25]

Die Bank

  • hat das Monopol zur Banknotenausgabe in England und Wales.
  • ist Staats- und Zentralbank sowie die Bank der Banken.
  • managt die Devisen- und Goldbest√§nde des Landes.
  • f√ľhrt das Verm√∂gensverzeichnis und den Verm√∂genshaushalt der Regierung.
  • regelte und beaufsichtigte verantwortlich das Bankwesen, bis diese Befugnis im Juni 1998 der Beh√∂rde f√ľr Finanzdienstleistungen √ľbertragen wurde.[25]

Seit 1997 setzt ihr Ausschuss f√ľr Geld- und Kreditpolitik die amtlichen Leitzinss√§tze fest.

Schottische und nordirische Banken haben das Recht, eigene Banknoten auszugeben, aber diese m√ľssen 1:1 durch Einlagen bei der Bank of England gedeckt sein, ausgenommen einige Millionen Pfund, welche den Wert jener Noten betreffen, die bereits 1845 im Geldumlauf zirkulierten.

Belege

  1. ‚ÜĎ a b c d Historie der Bank of England. Website der Bank of England. Abgerufen am 25. November 2009.
  2. ‚ÜĎ Anne Dolganos Picker: International economic indicators and central banks. 2007, S. 15.
  3. ‚ÜĎ Banklexikon: Handw√∂rterbuch f√ľr das Geld-,Bank- und B√∂rsenwesen. 1988, S. 294.
  4. ‚ÜĎ a b Silke Gorny: Handw√∂rterbuch der Wirtschaftswissenschaft. 1983, S. 329.
  5. ‚ÜĎ Josef Kulischer: Allgemeine Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit. 1988, S. 350.
  6. ‚ÜĎ Josef Kulischer: Allgemeine Wirtschaftsgeschichte des Mittelalters und der Neuzeit. 1988, S. 347.
  7. ‚ÜĎ Friedrich-Leopold von Stechow: Die Aufl√∂sung der Arbeitsteilung im englischen Bankensystem. ISBN 3-7908-0129-1.
  8. ‚ÜĎ Hans Egon B√ľschgen: Das kleine Banklexikon, 1997, S. 164.
  9. ‚ÜĎ J.G. Van Dillen: History of the Principal Public Banks. 1964, S. 209‚Äď211.
  10. ‚ÜĎ a b c d e f g h Meyers Konversationslexikon, 2. Band: Atlantis - Blatthornk√§fer. 1885, S. 335
  11. ‚ÜĎ Richard Roberts, David Kynaston: The Bank of England. 1995, S. 226.
  12. ‚ÜĎ Gunnar Heinsohn, Otto Steiger: Eigentums√∂konomik. 2006, S. 134.
  13. ‚ÜĎ Eugen Philippovich von Philippsberg: Die Bank von England im Dienste der Finanzverwaltung des Staates. 1885, S. 41.
  14. ‚ÜĎ a b Sabine Lindlbauer: ADAC Reisef√ľhrer plus. 2007, S. 35.
  15. ‚ÜĎ Richard Roberts, David Kynaston: The Bank of England. 1995, S. 5 f.
  16. ‚ÜĎ Eugen Philippovich von Philippsberg: Die Bank von England im Dienste der Finanzverwaltung des Staates. 1885, S. 87 f.
  17. ‚ÜĎ Richard Roberts, David Kynaston: The Bank of England. 1995, S. 6.
  18. ‚ÜĎ a b c d e Silke Gorny: Handw√∂rterbuch der Wirtschaftswissenschaft. 1983, S. 330.
  19. ‚ÜĎ a b Enzyklopisches Lexikon f√ľr das Geld-, Bank- und B√∂rsenwesen. 1967/68, S. 1654.
  20. ‚ÜĎ Dieter Ziegler: Das Korsett der "Alten Dame". 1990, S. 24 f.
  21. ‚ÜĎ Richard Roberts, David Kynaston: The Bank of England. 1995, S. 231.
  22. ‚ÜĎ a b c Enzyklopisches Lexikon f√ľr das Geld-, Bank- und B√∂rsenwesen. 1967/68, S. 1655.
  23. ‚ÜĎ Gerhard M√ľller, Josef L√∂ffelholz: Bank-Lexikon. 1998, S.341.
  24. ‚ÜĎ Rudolf Beck, Konrad Schr√∂der: Handbuch der britischen Kulturgeschichte. 2006, S. 151.
  25. ‚ÜĎ a b c d Bank of England Act 1998. Website der Bank of England. Abgerufen am 30. November 2009.
  26. ‚ÜĎ Kurm-Engels, Handelsblatt, 18. Mai 2006, S. 27.
  27. ‚ÜĎ J√ľrgen Krumnow: "Gabler Bank-Lexikon." 2000, S. 154 f.
  28. ‚ÜĎ a b Court of Directors Website der Bank of England. Abgerufen am 30.November 2009.

Literatur

  • William D. Bowman: Die Geschichte der Bank von England von ihrer Gr√ľndung im Jahre 1694 bis heute ("The story of the Bank of England from its foundation in 1694 until the present day"). Verlag Schwabe, Basel 1925.
  • Derrick Byatt: Promises to pay. The first 300 years of Bank of England notes. Spink Books, London 1994, ISBN 0-907605-50-8.
  • Philip Geddes: Inside the Bank of England. Boxtree Publishers, London 1994, ISBN 1-85283-203-7.
  • G√ľnther Hausmann: Ursachen und praktische Wirkungen der Reform des notenbankpolitischen Instrumentariums der Bank of England vom September 1971. Dissertation, Universit√§t W√ľrzburg 1977.
  • Eugen Philippovich v. Philippsberg: Die Bank von England im Dienste der Finanzverwaltung des Staates. 2. Aufl. Wien: Deuticke 1911.
  • Eva Schumann-Bacia: Die Bank von England und ihr Architekt John Soane. Verlag f√ľr Architektur ‚ÄěArtemis‚Äú, Z√ľrich 1989, ISBN 3-7608-1011-X (Bildband).
  • Siegfried Wendt: Die Bank von England und das englische Geld- und Kreditwesen (Studien-Bogen; 8). Verlag Lutzeyer, Bad Oeynhausen 1948.
  • Dieter Ziegler: Das Korsett der ‚ÄěAlten Dame‚Äú. Die Gesch√§ftspolitik der Bank von England, 1844-1913. Verlag Knapp, Frankfurt/M. 1990, ISBN 3-7819-0463-6 (zugl. Dissertation, Universit√§t Florenz 1988).
  • Dieter Ziegler: Zwischen Gurney und Baring. Die Gesch√§ftspolitik der Bank of England 1867-1890. In: Wissenschaftlicher Beirat des Institutes f√ľr bankhistorische Forschung (Hrsg.): Bankhistorisches Archiv. Zeitschrift f√ľr Bankengeschichte, 2/1986, Verlag Knapp, Frankfurt/M.
  • Anne Dolganos Picker: International economic indicators and central banks. Wiley, Hoboken, NJ 2007 ISBN 0-471-75113-8.

Weblinks

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