TranssexualitÀt

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TranssexualitÀt

TranssexualitĂ€t oder Transsexualismus ist laut ICD-10, der „Internationalen Klassifizierung von Krankheiten“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO), eine Form der GeschlechtsidentitĂ€tsstörung. Sie liegt vor, wenn ein Mensch körperlich eindeutig dem mĂ€nnlichen oder weiblichen Geschlecht angehört, sich jedoch als Angehöriger des anderen Geschlechts empfindet und danach strebt, sich auch körperlich diesem Geschlecht so gut wie möglich anzunĂ€hern.

Definitionen

Menschen, die physisch weiblich sind, aber ein mĂ€nnliches IdentitĂ€tsgeschlecht haben, werden in der Regel als Frau-zu-Mann-Transsexuelle oder TransmĂ€nner bezeichnet; Menschen, die physisch mĂ€nnlich sind, aber ein weibliches IdentitĂ€tsgeschlecht haben, bezeichnet man entsprechend als Mann-zu-Frau-Transsexuelle oder Transfrauen. Einige von TranssexualitĂ€t betroffene Menschen lehnen die Begriffe Mann-zu-Frau und Frau-zu-Mann jedoch ab, da diese Wortschöpfungen ihrer Meinung nach die eigentliche, angeborene GeschlechtsidentitĂ€t nicht als geschlechtsbestimmend respektierten. Außerdem implizierten die Begriffe Mann-zu-Frau und Frau-zu-Mann, dass eine Änderung körperlicher Merkmale oder eine Änderung des Rollenverhaltens bereits eine Geschlechtsangleichung ermögliche. Da die GeschlechtsidentitĂ€t ihrer Ansicht nach nicht Ă€nderbar ist, welches auch der Grund fĂŒr körperliche VerĂ€nderungen und Änderungen des Rollenverhaltens ist, seien, so die Kritiker, die Begriffe Mann-zu-Frau und Frau-zu-Mann falsch. Die in Ă€lterer medizinischer Literatur gebrĂ€uchlichen Wendungen transsexuelle Frau fĂŒr Transfrauen bzw. transsexueller Mann fĂŒr TransmĂ€nner, die das körperliche anstelle des empfundenen Geschlechts in den Vordergrund stellen, werden von den meisten Transsexuellen abgelehnt und gelten heute als veraltet. Transsexuelle Menschen mit medizinischer oder juristischer Geschlechtsanpassung bezeichnen sich oft nicht mehr als transsexuell, sondern entweder als Mann mit transsexueller Vergangenheit bzw. als Frau mit transsexueller Vergangenheit oder einfach als Mann bzw. Frau.

Begriffsgeschichte

Das PhĂ€nomen von Menschen, welche die Geschlechtsrolle wechselten, ist seit der Antike bekannt. Da allerdings erst seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ĂŒberhaupt die Möglichkeit der entsprechenden medizinischen Behandlung bestand, unterschied man vor dem 20. Jahrhundert nicht zwischen Transsexualismus und Transvestitismus.

Der deutsche Arzt und Sexualforscher Magnus Hirschfeld prĂ€gte 1910 die Bezeichnung „Transvestiten“ fĂŒr Menschen, die sich gelegentlich oder regelmĂ€ĂŸig als Angehörige des anderen Geschlechts kleiden. FĂŒr Menschen, die sich nicht nur in der Kleidung, sondern auch körperlich dem jeweils anderen Geschlecht anzupassen versuchen, schuf er 1923 – in der letzten Ausgabe seines Jahrbuchs fĂŒr sexuelle Zwischenstufen – den Begriff des „seelischen Transsexualismus“. Hirschfeld identifizierte Transsexualismus dabei noch nicht als eine von Transvestitismus verschiedene Abweichung, sondern als eine besonders intensive AusprĂ€gung derselben. Harry Benjamin, der Hirschfeld, dessen Publikationen und dessen Institut fĂŒr Sexualwissenschaft kannte, griff den Begriff 1953 in seinem Artikel Transvestism and Transsexualism wieder auf und etablierte ihn 1966 mit seinem Buch The Transsexual Phenomenon in der Sexualmedizin. Zeitweilig wurde David O. Cauldwell, der das Wort in seinem schon 1949 erschienenen Artikel Psychopathia transexualis aufgegriffen hatte, fĂ€lschlich als Urheber dieses Begriffs angesehen. In den Arbeiten von Cauldwell und Benjamin wurde der Begriff des Transsexualismus bereits in seiner heutigen Bedeutung verwendet. In den 90er Jahren wurde der Begriff Transsexualismus aus dem diagnostischen und statistischem Handbuch Psychischer Störungen, dem DSM-IV, entfernt, und durch den Begriff GeschlechtsidentitĂ€tsstörung ersetzt, im ICD-10 (Internationale Klassifizierung von Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation) wird dagegen noch der Begriff Transsexualismus und GeschlechtsidentitĂ€tsstörung synonym verwendet. Er findet sich unter Klasse F (Psychische Störungen und Verhaltensstörungen) und dem Unterpunkt F64.0.

Geschichte des Transsexualismus

Bereits in den 1950er Jahren konnten Transsexuelle in den USA eine Hormontherapie erhalten. Viele Transsexuelle wurden in dieser Zeit von Harry Benjamin betreut, einem Pionier auf diesem damals jungen Forschungsgebiet, der im Gegensatz zu den meisten seiner Kollegen Transsexuelle nicht als psychisch Kranke ansah, sondern der Ansicht war, dass ihr körperliches Geschlecht wirklich von ihrer GeschlechtsidentitĂ€t abweicht. 1952 – zu einem Zeitpunkt, als die Operationsmethoden sich noch im Experimentalstadium befanden – berichteten die Medien erstmals ĂŒber eine transsexuelle Amerikanerin, Christine Jorgensen, die eine operative Geschlechtsangleichung (Mann-Frau) erhalten hatte. Da religiöse Gruppen solche Operationen ablehnten und auf die KrankenhĂ€user Druck ausĂŒbten, mussten Transsexuelle zur chirurgischen Geschlechtsanpassung zunĂ€chst ins Ausland reisen, vor allem nach Casablanca zu Georges Burou und nach Mexiko. In den USA wurden Transsexuelle weiterhin als Psychotiker angesehen, zwangshospitalisiert und mit der fragwĂŒrdigen Aversionstherapie und sogar mit Elektroschocks behandelt. Erst 1966 richtete das Johns Hopkins Medical Center in Baltimore eine Gender Identity Clinic ein, in der seitdem auch geschlechtsangleichende Maßnahmen durchgefĂŒhrt wurden. Von 1969 an folgten weitere Fachkliniken, in denen namhafte Forscher wie Stanley Biber arbeiteten.[1]

Ursachen

Beim Transsexualismus handelt es sich laut Experten wie etwa von der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Sexualforschung in Hamburg-Eppendorf, die 1950 von Hans Giese initiiert wurde, oder der International Academy for Sex Research, die von Volkmar Sigusch ins Leben gerufen wurde, um eine Störung der GeschlechtsidentitĂ€t, deren Ursachen unbekannt seien. Diese Sichtweise beruht vor allem auf Annahmen der World Professional Association for Transgender Health (ehemals Harry Benjamin International Gender Dysphoria Association, Inc.), die sich auf Forschungen von Harry Benjamin, M.D. (1885–1986), einem deutsch-amerikanischen Psychologen, beruft.

Obwohl beispielsweise Harry Benjamin annahm, dass es sich bei Transsexualismus um eine Sonderform der IntersexualitĂ€t handelt, entwickelte sich in den 1970ern die Theorie, es gebe grundsĂ€tzlich psychische Ursachen fĂŒr Transsexualismus; allerdings konnte bisher kein Modell entwickelt werden, welches unumstritten auf einen Großteil der Betroffenen zutrifft. Mittlerweile stĂŒtzen einige Untersuchungen, die auf körperliche Ursachen bzw. PrĂ€dispositionen hindeuten, die ursprĂŒngliche Vermutung Benjamins; so ist beispielsweise im Handbuch der medizinischen Therapie Ausgabe 2005/2006 zu lesen, dass „in der prĂ€natalen Entwicklungsphase dieselben Sexualhormone sowohl die Morphologie der Genitalien als auch die Morphologie und die Funktion des Gehirns beeinflussen“. Diese Hypothese wurde durch von Zhou und Kollegen publizierte Daten gestĂŒtzt. [2][3] Daher wird auch eine Kombination von physischen, psychischen und sozialen Ursachen fĂŒr möglich gehalten.

Einer anderen Studie zufolge könnte ein hormonelles Ungleichgewicht wÀhrend der Embryonalentwicklung dazu beitragen, dass ein Mensch transsexuell geboren wird.[4]

Weiter existieren Studien, die auf hirnphysiologische Ursachen hindeuten.[5]

Als ErklĂ€rungsmodell fĂŒr Transsexualismus und Transvestitismus wurde 1989 vom Sexualforscher Ray Blanchard[6] die Autogynophilie („die eigene Weiblichkeit lieben“) vorgeschlagen, welches die „paraphile Neigung eines (körperlichen) Mannes definiert, sexuelle Erregung durch die Vorstellung von sich selbst als Frau zu erlangen“, und, im Gegensatz zur Theorie der GeschlechtsidentitĂ€tsstörung, diese abweichende sexuelle PrĂ€ferenz (Paraphilie) als eine von zwei möglichen Ursachen fĂŒr das Verlangen nach geschlechtsangleichenden Maßnahmen ansieht. Diese Hypothese ist jedoch umstritten.

siehe auch: Sexualwissenschaft

PrÀvalenz

Es gibt keine verlĂ€sslichen Studien zur PrĂ€valenz von TranssexualitĂ€t. Das Diagnostische und Statistische Handbuch Psychischer Störungen erwĂ€hnt in seiner vierten Version von 1994 (DSM-IV), dass in den USA etwa einer von 30.000 MĂ€nnern und eine von 100.000 Frauen eine geschlechtsangleichende Operation anstreben. Eine verlĂ€ssliche AbschĂ€tzung der PrĂ€valenz von TranssexualitĂ€t stammt von der Amsterdamer Gender Clinic: Die Daten, die ĂŒber mehr als vier Jahrzehnte gesammelt wurden, sprechen von einem unter 10.000 MĂ€nnern bzw. einer unter 30.000 Frauen.[7]

Olyslager und Conway argumentieren, dass die Daten ihrer eigenen Studien eine weit höhere PrĂ€valenz nahelegen, nĂ€mlich mindestens 1:4.500 Mann-zu-Frau-Transsexuelle und 1:8.000 Frau-zu-Mann-Transsexuelle. Sie vermuten, dass die weltweite PrĂ€valenz bis zu 1:500 reichen könnte.[8] Weiters fĂŒhren sie an, dass die Anzahl der in den USA von den drei in diesem Gebiet fĂŒhrenden Chirurgen durchgefĂŒhrten geschlechtsangleichenden Operationen allein schon ausreiche, um auf eine hochgerechnete PrĂ€valenz von 1:10.000 zu kommen, wobei dabei sowohl alle anderen Chirurgen als auch im Ausland durchgefĂŒhrte Operationen und Menschen, die sich noch keiner solchen Behandlung unterzogen haben, noch nicht berĂŒcksichtigt wurden, womit die erwĂ€hnte Annahme von 1:10.000 als zu gering erscheine.

Stephenne Rhodes et al. sprechen in der PrĂ€sentation vor dem LGBT Health Summit 2008 in Bristol von stark zunehmender PrĂ€valenz (14% pro Jahr) und davon, dass das Durchschnittsalter bei der sogenannten „Transition“ steigend sei.[9]

Verlauf

Zahlreiche transsexuelle Menschen entwickeln bereits im Vorschulalter das GefĂŒhl, „anders“ zu sein, können dieses oft aber noch nicht konkret zuordnen. Andere berichten, dass sie bereits im Vorschulalter ein Bewusstsein dafĂŒr entwickelten, entgegen ihrem körperlichen Geschlecht eigentlich ein Junge bzw. MĂ€dchen zu sein, oder zumindest kein MĂ€dchen bzw. Junge. Gelegentlich tritt dieses Bewusstsein erst in der PubertĂ€t oder im Erwachsenenalter auf. Besonders in diesen FĂ€llen stellt sich die Frage, ob nicht Erinnerungen aus der Kindheit verdrĂ€ngt wurden.

Der von transsexuellen Menschen empfundene psychische Druck nimmt kontinuierlich mit der Zeit zu, besonders wĂ€hrend der PubertĂ€t und im jungen Erwachsenenalter. Neben psychosomatischen Krankheiten und verschiedenen anderen psychischen Problemen sind vor allem Depressionen und Drogenmissbrauch eine hĂ€ufige Folge. Die meisten Transsexuellen sehen sich frĂŒher oder spĂ€ter gezwungen, ihre Umwelt ĂŒber ihren Transsexualismus zu informieren (Outing) und ihre Geschlechterrolle „offiziell“ und permanent zu wechseln. Oft ist der entsprechende Entschluss Ergebnis einer besonderen Krisenphase, die hĂ€ufig als existenzbedrohend empfunden wird.

Der Zeitpunkt, an dem im Einzelfall die jeweiligen psychischen Probleme mit Transsexualismus in Verbindung gebracht werden, ist individuell höchst unterschiedlich. Er hĂ€ngt u. a. auch mit den verfĂŒgbaren Informationen und dem sozialen Klima zusammen, in dem der Betroffene lebt. Insgesamt jedoch sinkt das Durchschnittsalter, in dem Betroffene versuchen, eine medizinische Behandlung zu erreichen, seit Jahren.

UnabhĂ€ngig davon, ob sie als transsexuell angesehen werden, versuchen betroffene Kinder meist, den Erwartungen ihrer Umgebung zu entsprechen und die dem körperlichen Geschlecht entsprechende Geschlechterrolle zu leben. Da der diesbezĂŒgliche Druck auf körperlich mĂ€nnliche Transsexuelle im allgemeinen grĂ¶ĂŸer ist als der Druck, unter dem körperlich weibliche Betroffene leben, verlĂ€uft die typische Entwicklung bei TransmĂ€nnern und Transfrauen unterschiedlich:

  • Transfrauen bemĂŒhen sich hĂ€ufig zunĂ€chst darum, dem klassischen Bild eines Mannes möglichst weitgehend zu entsprechen. Es ist keineswegs selten, dass sie zunĂ€chst heiraten und eine Familie grĂŒnden, insbesondere dann, wenn sie ohnehin Frauen als Partnerinnen bevorzugen. Auch ist bei Transfrauen eine ausgesprochen „mĂ€nnliche“ Berufswahl keineswegs selten. Ihr Unbehagen in der mĂ€nnlichen Rolle Ă€ußert sich oft in einem Wechselspiel zwischen transvestitischen Phasen und Phasen der Überkompensation, in denen sie zum Beispiel alle Frauenkleider wegwerfen und versuchen, besonders mĂ€nnlich zu erscheinen.
  • TransmĂ€nner heiraten etwas seltener und bekommen auch seltener Kinder. Bei der Berufswahl entscheiden sie sich fast immer entweder fĂŒr „geschlechtsneutrale“ oder fĂŒr „typisch mĂ€nnliche“ Berufe. Ihr Unbehagen in der weiblichen Geschlechtsrolle drĂŒckt sich vor allem dadurch aus, dass „mĂ€nnliche“ Verhaltensweisen in den Alltag integriert werden, was bei Frauen eher akzeptiert wird als weibliche Verhaltensweisen bei MĂ€nnern. TransmĂ€nner, die noch als Frauen leben, wirken daher oft „burschikos“ oder „emanzipiert“. Auch werden sie hĂ€ufig fĂŒr lesbisch gehalten, auch dann, wenn sie als Partner MĂ€nner bevorzugen.

Der Wechsel der Geschlechtsrolle kann, muss aber nicht, zu großen sozialen Problemen fĂŒhren. Partnerschaften zerbrechen hĂ€ufig, aber nicht immer. Kinder verkraften den Rollenwechsel eines Elternteils meistens wesentlich besser als erwartet; Ausnahmen sind besonders Kinder in der PubertĂ€t und Kinder, die von außen stark gegen den betroffenen Elternteil beeinflusst werden. Auch der Verlust des Arbeitsplatzes, der frĂŒher als so selbstverstĂ€ndlich galt, dass von vorneherein zur eigenen KĂŒndigung geraten wurde, ist wesentlich seltener geworden – unter anderem deshalb, weil der EuropĂ€ische Gerichtshof die KĂŒndigung eines Menschen wegen eines beabsichtigten Geschlechtsrollenwechsels mittlerweile fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€rt hat, da es sich hier um eine Diskriminierung aufgrund des Geschlechts handelt. Ungeachtet dessen begeben sich selbst die Transsexuellen, die das bisher nicht getan haben, aus Anlass ihres Geschlechtsrollenwechsels in psychologische oder psychotherapeutische Betreuung; denn ohne den Nachweis professioneller Begleitung ist es nahezu unmöglich, die fĂŒr die Inanspruchnahme medizinischer und juristischer Begleitmaßnahmen erforderlichen Gutachten zu erhalten.

In den letzten Jahren steigt die Zahl der Eltern transsexueller Kinder, die deren Transsexualismus als solche erkennen; ebenso steigt die Zahl der Eltern, die mit Akzeptanz anstatt mit Ablehnung reagieren. In diesen Situationen werden zunehmend medizinische Maßnahmen eingesetzt, die den Eintritt der PubertĂ€t verzögern. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass sich Geschlechtsmerkmale entwickeln, die spĂ€ter nur mit großem Aufwand und oft fragwĂŒrdigem Erfolg wieder rĂŒckgĂ€ngig gemacht werden mĂŒssten oder nicht mehr rĂŒckgĂ€ngig zu machen sind. Daher wĂ€chst auch die Zahl der transsexuellen Menschen, die sich bereits kurz vor, wĂ€hrend oder kurz nach der PubertĂ€t zum Wechsel der Geschlechtsrolle entschließen. Die hormonelle Behandlung sehr junger Patienten ist jedoch umstritten. In diesem Zusammenhang wurde Kim Petras vor einigen Jahren in den Medien bekannt, die schon mit 12 Jahren pubertĂ€tsverzögernde Hormone bekam.[10]

Medizinische Maßnahmen

Die medizinischen Maßnahmen dienen dazu, den Körper soweit als möglich dem empfundenen Geschlecht anzugleichen; die immer noch hĂ€ufige Bezeichnung Geschlechtsumwandlung ist falsch, da sich die meisten Geschlechtsmerkmale nicht in die des anderen Geschlechts umwandeln lassen. Die medizinischen Maßnahmen bestehen aus Hormontherapie, geschlechtsangleichenden Operationen und gegebenenfalls weiteren Maßnahmen wie z. B. der dauerhaften Entfernung des Bartes durch eine Epilation.

Bei der Hormonbehandlung werden die Sexualhormone des körperlichen Zielgeschlechts zugefĂŒhrt und die Bildung der körpereigenen Sexualhormone unterdrĂŒckt. Sie leitet eine Art zweite PubertĂ€t und damit die Entwicklung der sekundĂ€ren Geschlechtsmerkmale ein. Bei Transfrauen wird die Hormonbehandlung oft durch eine Behandlung mit Antiandrogenen ergĂ€nzt. Bei jugendlichen Transsexuellen wird oftmals zunĂ€chst der Beginn der "ersten" PubertĂ€t durch pubertĂ€tsverzögernde Hormone verzögert, um Zeit fĂŒr die endgĂŒltige Entscheidung fĂŒr oder gegen weitere medizinische Maßnahmen zu gewinnen, bevor körperliche VerĂ€nderungen einsetzen.

Bei Transfrauen wird die Haut dĂŒnner und trockener, das Körperfett verlagert sich hin zu Gesicht, Brust (GynĂ€komastie) und auch zu HĂŒften und GesĂ€ĂŸ. Die Körperbehaarung kann etwas zurĂŒckgehen. Auch testosteronbedingter Haarausfall kann sich teilweise zurĂŒckbilden. Der Bartwuchs wird allerdings kaum beeinflusst. Die Hoden schrumpfen, die Produktion von Sperma bleibt aus (Hodenatrophie). Die Libido kann schwĂ€cher werden oder aber auch in vielen FĂ€llen erhalten bleiben. Langfristig bildet sich die Muskulatur zurĂŒck und die körperliche Belastbarkeit sinkt. Die Psyche wird allgemein empfindsamer.

Entsprechend wird bei TransmĂ€nnern die Haut grobporiger, das Fett verlagert sich von der HĂŒfte hin zur Taille, die körperliche LeistungsfĂ€higkeit nimmt als Folge weiteren Muskelaufbaus zu, Bartwuchs setzt ein, die Körperbehaarung kann zunehmen, und die Klitoris wird grĂ¶ĂŸer. Das Testosteron bewirkt ein Ende der Regelblutungen, das Einsetzen des Stimmbruchs und hĂ€ufig eine Intensivierung der Libido.

VollstĂ€ndig rĂŒckgĂ€ngig machen lassen sich die Auswirkungen der ersten, natĂŒrlichen PubertĂ€t weder bei TransmĂ€nnern noch bei Transfrauen. Eine Umwandlung oder Ausbildung der primĂ€ren Geschlechtsorgane ist ausgeschlossen. Zum Vermeiden gesundheitlicher SchĂ€den durch Hormonmangel ist eine lebenslange Hormonsubstitution erforderlich.

Anstelle von oder zusĂ€tzlich zu Hormonbehandlungen sind auch geschlechtsangleichende Operationen möglich; im Allgemeinen gilt zumindest der Wunsch nach diesen Maßnahmen als notwendige Bedingung fĂŒr die Diagnose „Transsexualismus“.

  • Bei Transfrauen umfassen diese in der Regel die Epilation des Barts und die geschlechtsangleichende Operation, bei der die Hoden entfernt werden und aus dem Penis sowie dem Hodensack eine Vulva und eine Vagina rekonstruiert werden, womit meist ohne weiteres Geschlechtsverkehr ausgeĂŒbt werden kann. Weil das von der Hormonbehandlung bewirkte Brustwachstum hĂ€ufig nur gering ist, unterziehen sich viele Transfrauen einer BrustvergrĂ¶ĂŸerung. Zur Anpassung der Stimmlage stehen verschiedene Operationen am Kehlkopf zur VerfĂŒgung. Prinzipiell gelingt die Stimmerhöhung durch eine Reduktion der Stimmlippenmasse, der -lĂ€nge oder Erhöhung der -spannung [11]. Diese Eingriffe bedĂŒrfen einer sorgfĂ€ltigen Beratung und RisikoabwĂ€gung, u.a. da sie zum Teil nicht reversibel sind. Im deutschsprachigen Raum seltener ausgefĂŒhrt werden Operationen zur AnnĂ€herung biometrischer Merkmale des Gesichts an den weiblichen Normbereich. Diese betreffen vor allem Unterkiefer, Kinn und AugenbrauenwĂŒlste.
  • Bei TransmĂ€nnern bestehen die operativen Maßnahmen in der Regel aus einer Brustentfernung, dem Entfernen von GebĂ€rmutter und Eierstöcken sowie dem Aufbau eines fĂŒr den Geschlechtsverkehr geeigneten kĂŒnstlichen Penis. Die Entfernung von GebĂ€rmutter und Eierstöcken ist nicht zuletzt wegen des durch die Zufuhr mĂ€nnlicher Hormone steigenden Risikos von Krebs an diesen Organen angezeigt. Die Bildung von Hoden und damit das Erlangen einer ZeugungsfĂ€higkeit sind nicht möglich. Der Aufbau eines adĂ€quaten mĂ€nnlichen Gliedes ist bezĂŒglich Aussehen, Funktion und GrĂ¶ĂŸe inzwischen auf hohen Standard. Zur Bildung werden vorwiegend freie Lappen aus dem Unterarm oder Unterschenkel verwendet.

Rechtliches

Die meisten europĂ€ischen Staaten, darunter Deutschland, Österreich, Belgien, die Niederlande, Luxemburg, Schweden und die Schweiz, sowie einige außereuropĂ€ische Staaten erlauben transsexuellen Menschen, den Vornamen oder die in den Zivilstandsregistern eingetragene Geschlechtsangabe an ihr gefĂŒhltes Geschlecht (siehe IdentitĂ€tsgeschlecht) anzupassen. Die entsprechenden Verfahren wurden dabei meist nicht vom Gesetzgeber, sondern von der Rechtsprechung etabliert und erfordern in der Regel die Zustimmung eines Gerichts. Neben den Niederlanden und Schweden verfĂŒgt Deutschland ĂŒber ein Gesetz. Die einschlĂ€gigen ErlĂ€sse in Österreich wurden höchtsgerichtlich aufgehoben.

Deutschland

→ Hauptartikel Transsexuellengesetz

In Deutschland legt das Transsexuellengesetz (TSG) eine Reihe von Voraussetzungen fest, wonach Transsexuelle eine Änderung des Vornamens oder des Personenstands beantragen können. GrundsĂ€tzlich wird zwischen der „kleinen Lösung“ und der „großen Lösung“ unterschieden. Die Verfahren finden vor den zustĂ€ndigen Amtsgerichten statt. Prozesskostenhilfe kann auf Antrag gewĂ€hrt werden.

Österreich

Der Transsexuellenerlass von 1996,[12] als Nachfolger des Transsexuellenerlass von 1983, wurde im Juli 2006 vom österreichischen Verfassungsgerichtshof als verfassungswidrig aufgehoben.

Der Transsexuellenerlass des Bundesministeriums fĂŒr Inneres (BMI) legte eine Reihe von Voraussetzungen fest, bei deren Vorliegen die Personenstandsbehörde eine Änderung der im Geburtenbuch eingetragenen Geschlechtszuordnung, und/oder eine VornamensĂ€nderung, auf dem Verwaltungsweg vorzunehmen hatte. Der Erlass basierte auf § 16 des österr. Personenstandsgesetzes (öPStG), wonach die Personenstandsbehörde „eine Beurkundung zu Ă€ndern“ hat, „wenn sie nach der Eintragung unrichtig geworden ist“.

Anlassfall fĂŒr die verfassungsrechtliche Aufhebung des Erlasses war, dass eine verheiratete TransFrau eine Geschlechtsanpassung hatte vornehmen lassen und nun auch ihr Geschlecht im Geburtenbuch korrigieren lassen wollte. Der Erlass sah jedoch verfassungswidrig vor, dass nur unverheiratete Personen ihr Geschlecht im Geburtenbuch Ă€ndern lassen durften. Deswegen wurden verheiratete Transsexuelle nach geschlechtsanpassender Operation gezwungen, ihre aufrechte, gĂŒltig geschlossene Ehe scheiden zu lassen, bevor ihnen die Geschlechtszuordnung im Geburtenbuch eingetragen wurde. (Die Scheidung erfolgte mit allen damit verbundenen nachteiligen Folgen fĂŒr die beiden Eheleute und deren Kinder, die damit zu Scheidungskindern gemacht wurden.) Vermeintliche Grundlage dazu war § 44 ABGB, wonach eine Ehe nur zwischen zwei Personen verschiedenen Geschlechts bestehen dĂŒrfte. Der VfGH hat jedoch in seinem Erkenntnis zur Aufhebung des TS-Erlasses zu Recht erkannt, dass eine aufrechte Ehe eine Änderung des Geschlechts im Geburtenbuch nicht behindern kann, da hierfĂŒr nur das tatsĂ€chliche Geschlecht maßgeblich sei. Dieses hĂ€nge aber nicht von irgendwelchen Rechtsbeziehungen, somit auch nicht von einer bestehenden Ehe ab. Selbst wenn sich die Ehe durch die personenstandsrechtliche GeschlechtsĂ€nderung einer der beiden Eheleute zu einer (nicht zugelassenen) Homosexuellen-Ehe wandelt, hĂ€tte dies keinen Einfluß auf das Geschlecht des BeschwerdefĂŒhrers und dĂŒrfte daher kein Hindernis fĂŒr eine Eintragung im Geburtenbuch sein. Ob eine danach weiter bestehende Ehe rechtskonform wĂ€re, wollte der VfGH ausdrĂŒcklich nicht beurteilen, da dies kein Gegenstand des Verfahrens war.

Eine Änderung des Vornamens ist hingegen, unabhĂ€ngig vom aufgehobenen Transsexuellenerlass, weiterhin nur entsprechend den im NamensĂ€nderungsgesetz (NÄG)[13] festgehaltenen allgemeinen Vorschriften zur NamensĂ€nderung möglich: Laut § 2 Abs 2 Z 3 i.V.m. § 3 Abs 1 Z 7 NÄG i.V.m. „NamensĂ€nderungserlass“ (Erl. BMI 8.6.2988, 10.649/61-IV/4/88[14]) muß zumindest der erste Vorname „dem Geschlecht des Antragsstellers“ entsprechen, wobei den ErlĂ€uterungen zufolge weder biologische noch psychologische Kriterien eine Rolle spielen, sondern ausschließlich der Eintrag im Geburtenbuch maßgeblich ist (siehe auch Zeyringer im Abschnitt Literatur). Transsexuelle (Transgenders), die die Geschlechtszuordnung im Geburtenbuch nicht Ă€ndern lassen können oder wollen, können demnach auch weiterhin keinen ersten Vornamen im Geburtenbuch eintragen lassen, der ihrem IdentitĂ€tsgeschlecht entspricht.[15] Als „österreichische Lösung“ können diese Betroffenen lediglich einen geschlechtsneutralen Vornamen eintragen lassen: UrsprĂŒnglich war dies, mindestens ab (1.) Transsexuellenerlass von 1983 bis NamensĂ€nderungsgesetz 1988, nur auf „good-will-Basis“ möglich. Im (nunmehr aufgehobenen) Transsexuellenerlass von 1996 wurde ein diesbezĂŒglicher Passus in Punkt 3.2 expressis verbis festgeschrieben. Mit NÄG 1988 und zugehörigem „NamensĂ€nderungserlass“ samt ErlĂ€uterungen, wurde die NamensĂ€nderung auf einen geschlechtsneutralen Vornamen de facto mit verbindlichem Anspruch möglich: „Zu § 3 Z 5 des Gesetzes [
] Aus der bei der parlamentarischen Behandlung der Regierungsvorlage vorgenommenen Streichung der Worte ‚im Inland‘ im Zusammenhang mit der GebrĂ€uchlichkeit als Vorname kann die Absicht des Gesetzgebers erschlossen werden, auch Vornamen zuzulassen, die nur im Ausland gebrĂ€uchlich sind.“ („NamensĂ€nderungserlass“). Die Behörden legen und legten diese Bestimmung des § 3 Z 5 NÄG (i.d.g.F. 1995: § 3 Abs 1 Z 7 NÄG) korrekt aus, wodurch in der Praxis seit NÄG 1988, neben mehreren hundert anderen Vornamen, zum Beispiel „Carmen“, „Eve“, „Gaby“, „Simone“ oder das in Italien als mĂ€nnlich geltende „Andrea“ als geschlechtsneutral akzeptiert werden (mĂŒssen).

Der Verfassungsgerichtshof hat in seinem Erkenntnis vom 3. Dezember 2009 den Personenstandsbehörden vorgegeben, dass der Geschlechtseintag im Geburtenbuch dann zu Ă€ndern ist, wenn „eine deutliche AnnĂ€herung an das Ă€ußere Erscheinungsbild des andere[n] Geschlechtes vorliegt und [
] mit hoher Wahrscheinlichkeit damit zu rechnen ist, dass sich am Zugehörigkeitsempfinden zum anderen Geschlecht nichts mehr Ă€ndern wird“.[16] Damit ist eine geschlechtsangleichende Operation keine zwingende Voraussetzung mehr. Der Formulierung „eine deutliche AnnĂ€herung an das Ă€ußere Erscheinungsbild des andere[n] Geschlechtes“ entsprechend sind damit auch andere medizinische und/oder kosmetische geschlechtsangleichende Maßnahmen nicht mehr zwangslĂ€ufig erforderlich.

Schweiz

Auch in der Schweiz gibt es kein spezielles Transsexuellengesetz. Nach der Rechtsprechung können jedoch auf gerichtlichen Antrag nach einer Geschlechtsanpassung Vorname und Geschlechtsangabe in den Zivilstandsregistern „berichtigt“ werden. Die Berichtigung darf gemĂ€ĂŸ Bundesgericht nicht dazu fĂŒhren, dass eine Ehe von Amtes wegen aufgelöst wird. Das ZĂŒrcher Obergericht entschied im ersten Quartal 2011, dass ein operativer Eingriff als Voraussetzung zur Personenstandsangleichung und VornamensĂ€nderung die Persönlichkeitsrechte verletze.[17]

Vereinigtes Königreich

Seit 2004 existiert im Vereinigten Königreich der sogenannte Gender Recognition Act, der es Menschen mit Transsexualismus ermöglicht, ihren Geburtseintrag auch ohne Voraussetzung chirurgischer oder anderer körperlicher Maßnahmen (siehe geschlechtsangleichende Maßnahme) rĂŒckwirkend korrigieren zu lassen. Voraussetzung ist unter anderem, dass die betroffene Person zum Zeitpunkt des Antrags mindestens zwei Jahre im angestrebten Geschlecht gelebt hat[18] und in der Regel ĂŒber zwei "Reports" nachweist, dass sie "Gender Dysphoria" hat oder hatte.[19] Eine juristischer Geschlechtswechsel wird verheirateten Transsexuellen jedoch nicht gestattet.[20]

Frankreich

Seit dem 17. Mai 2009 darf TranssexualitÀt in Frankreich per Dekret nicht mehr als psychische Störung, und somit nicht mehr als GeschlechtsidentitÀtsstörung, bezeichnet werden. Auch die Einklassifizierung im ICD-10 unter F64.0 wird abgelehnt.[21] Eine entsprechende Aufforderung an die Weltgesundheitsorganisation, die ICD-Klassifizierung zu Àndern, erfolgte. Frankreich sieht in der Deutung der TranssexualitÀt als psychische Störung eine Stigmatisierung, die zur Diskriminierung transsexueller Menschen beitrÀgt.

Andere

In Belgien und Luxemburg ist die Lage Ă€hnlich wie in Deutschland, wo die Rechtsprechung ebenfalls eine Änderung oder Berichtigung nach den allgemeinen Vorschriften zulĂ€sst.

Behandlung durch die Strafjustiz

Ein Sonderproblem stellt die diskriminierende Behandlung von Transsexuellen durch Polizei, Strafgerichte und Strafvollzug dar. Insbesondere in jeder Art von Haft stellen sich Fragen der Behandlung, Betreuung und Versorgung entsprechend dem IdentitĂ€tsgeschlecht. Ein fĂŒr die Behörden fast unlösbares Problem ergibt sich aus dem Gebot, Frauen und MĂ€nner in Haft zu trennen.[22]

Kontroversen

Begriffskritik

Viele Betroffene lehnen das Wort „TranssexualitĂ€t“ ab, da der Wortbestandteil „SexualitĂ€t“ ihrer Ansicht nach nahelegt, Transsexualismus sei kein IdentitĂ€tsproblem, sondern lediglich eine sexuelle PrĂ€ferenz. Transsexualismus ist jedoch eine Frage des IdentitĂ€tsgeschlechtes und keine Spielart von SexualitĂ€t im eigentlichen Sinn: Transsexuelle sind keine Menschen mit bestimmten sexuellen Vorlieben, sondern Menschen, die sozusagen mit den falschen Geschlechtsorganen geboren wurden. Statt als „Mann-zu-Frau-Transsexuelle“ bzw. „Frau-zu-Mann-Transsexuelle“ möchten diese Kritiker lieber einfach als „Transfrauen“ bzw. „TransmĂ€nner“ bezeichnet werden. Ein in den 1980er Jahren in Deutschland eingefĂŒhrter Alternativbegriff ist „TransidentitĂ€t”, seit den 1990ern setzt sich auch der allerdings wesentlich weiter gefasste Begriff Transgender zunehmend durch. Transgender wird zum einen als Oberbegriff fĂŒr Menschen verwendet, die sich mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht nicht arrangieren können, und zum anderen dient der Begriff als Bezeichnung fĂŒr Menschen, die sich zwischen den Geschlechtern empfinden, sich also nicht 100 % als „Mann“ oder „Frau“ verstehen können. Im deutschen Sprachraum allgemein verbreitet sind diese Begriffsalternativen seit Mitte der 1990er; die Begriffskritik selbst kam allerdings bereits in den 1980ern auf.

Der Begriff der „TranssexualitĂ€t“ wird seit einigen Jahren insbesondere von denjenigen, die sich als Transgender verstehen, kritisiert, weil die Kriterien fĂŒr ihr Vorliegen auf einem binĂ€ren Geschlechtsbild beruhen (siehe HeteronormativitĂ€t und Transgender) und sich zu stark auf die Möglichkeiten der medizinischen VerĂ€nderung des Körpers und zu wenig auf die sozialen UmstĂ€nde beziehen.

Definitionskritik

In vielen LĂ€ndern außerhalb Deutschlands wird inzwischen mehrheitlich angenommen, dass Transsexualismus angeboren ist (und nicht anerzogen) und vielmehr eine Sonderform der IntersexualitĂ€t darstellt. Dies steht im Einklang mit Aussagen Harry Benjamins (1885–1986), der als Pionier auf dem Gebiet der Transsexualismus-Forschung galt. Benjamin Ă€ußerte unter anderem, dass IntersexualitĂ€t, sowohl körperlich als auch im Gehirn vorkommt.[23] Andere Medizinier wie beispielsweise der hawaiianische Professor Milton Diamond stĂŒtzen diese These.[24] Aufbauend auf diesen Erkenntnissen ist Großbritannien bisher das fortschrittlichste Land fĂŒr Menschen, die von Transsexualismus betroffen sind. Der sogenannte Gender Recognition Act aus dem Jahre 2004 ermöglicht transsexuellen Menschen ihren Geburtseintrag – ausgehend davon, dass der Eintrag zum Zeitpunkt der Geburt falsch war – Ă€ndern zu lassen. Damit ist Großbritannien bisher das einzige Land in Europa, welches anerkennt, dass es sich bei Transsexualismus um eine körperliche Abweichung zum gehirnbestimmten Geburtsgeschlecht handelt.[25]

Diese Erkenntnisse werden weltweit vor allem von deutschen Psychologen und Medizinern abgestritten, die weiterhin an der Theorie festhalten, Transsexualismus sei eine psychische Störung. Dr. Christiane Spehr, MĂŒnchner Chirurgin spricht in MedReport, Februar 2007[26] u. a. von einer „krankhaften Überzeugung“.[27] Jedoch setzt sich auch in Deutschland unter Fachleuten mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass "die prĂ€natale PrĂ€gung als wahrscheinlichste Ursache der TranssexualitĂ€t" anzusehen ist, "was eine vorgeburtliche PrĂ€gung des Gehirns bedeute, die dann nicht mehr zu Ă€ndern sei". [28]

Einstufung von Transsexualismus als Krankheit

Ob und inwieweit Transsexualismus als Geisteskrankheit bezeichnet werden sollte, ist umstritten. Im ICD-10 wird sie als GeschlechtsidentitÀtsstörung unter Ziffer F64.0 genannt und nÀher bezeichnet.

Medizinische Betrachtung

Transsexuelle empfinden sich jedoch hĂ€ufig nicht als „geisteskrank“. Die Definition „anders“ schiene aus deren Sicht eher zutreffend. Die Diskussion Ă€hnelt der Diskussion darĂŒber, ob und inwieweit Behinderungen als Krankheiten anzusehen sind. BefĂŒrworter der Klassifikation von Transsexualismus als IdentitĂ€tsstörung argumentieren, dass die Gesellschaft einem Menschen mit IdentitĂ€tsstörung ĂŒblicherweise weniger Ablehnung entgegenbringt als einem „Perversen“, und dass es einem Transsexuellen auch selbst leichter falle, sich zu akzeptieren, wenn er sich als „geisteskrank“ und nicht als „pervers“ identifizieren kann. Gegner dieser Klassifikation bestreiten dies nicht nur, sondern sind im Gegenteil der Ansicht, dass die steigende Akzeptanz etwa von HomosexualitĂ€t unter anderem gerade darauf zurĂŒckzufĂŒhren sei, dass diese heute nicht mehr als geistige Störung gilt. Sie weisen auch darauf hin, dass etwa Schizophrene und AlkoholabhĂ€ngige breiter und vor allem bleibender GeringschĂ€tzung ausgesetzt sind, obwohl Schizophrenie und Alkoholismus heute allgemein als Krankheiten anerkannt werden.

Letztlich fĂŒhrt der mit Transsexualismus verbundene Leidensdruck vielfach zu anderen, meist psychosomatischen Erkrankungen (Depressionen, Freitodgedanken, Magen-Darm-Störungen). Eicher stellte fest, dass Transsexuelle in hohem Maße depressiv und suizidgefĂ€hrdet sind.[29]. Die Ursache dafĂŒr liegt hĂ€ufig in innerer Zerrissenheit ĂŒber die Persönlichkeit.

Rechtliche Betrachtung

Nach einem Urteil des Landessozialgerichts Stuttgart aus 1981 ist Transsexualismus „eine Krankheit im Sinne der gesetzlichen Krankenversicherung, die bei entsprechender medizinischer Indikation die Leistungspflicht der Krankenkasse fĂŒr geschlechtsumwandelnde Mittel und Maßnahmen auslöst“.[30]

Die Entscheidung bezieht sich dabei auf ein frĂŒheres Urteil des Bundessozialgerichts, wonach als Krankheit „ein regelwidriger Körper- oder Geisteszustand anzusehen ist, der Ă€rztlicher Behandlung bedarf oder – zugleich oder ausschließlich – ArbeitsunfĂ€higkeit zur Folge hat“. Bei Transsexualismus sei danach folgende Betrachtung maßgeblich:

„Eine Krankheit liegt jedoch nicht nur dann vor, wenn der Körperzustand eines Versicherten vom Leitbild eines körperlich gesunden Menschen abweicht oder wenn seine Psyche nicht dem Leitbild eines psychisch gesunden Menschen entspricht, sondern weitergehend auch dann, wenn bei einem Versicherten das VerhĂ€ltnis des seelischen Zustandes zum körperlichen Zustand nicht dem bei einem gesunden Menschen bestehenden VerhĂ€ltnis des seelischen Zustandes zum Körperzustand entspricht. In diesem Sinne ist die TranssexualitĂ€t eine Krankheit.“[30]

Übernahme der Kosten fĂŒr geschlechtsangleichende Maßnahmen

BefĂŒrworter der Klassifikation von Transsexualismus als Krankheit argumentieren auch, dass diese Einstufung es erleichtern wĂŒrde, medizinische Behandlungen bzw. die Übernahme ihrer Kosten durch Krankenkassen durchzusetzen. Gegner halten dieses Argument allerdings fĂŒr nicht zutreffend. Das Bundessozialgericht entschied bereits 1987, dass nicht jeder „vom Leitbild des gesunden Menschen abweichende Körper- oder Geisteszustand“ bereits eine Krankheit sei, so auch nicht Transsexualismus. Es könne jedoch durch Transsexualismus ein Leidensdruck entstehen, welcher einen Krankheitswert habe und damit die Pflicht zur KostenĂŒbernahme durch die Krankenversicherungen begrĂŒnde. (Urteil vom 6. Aug. 1987 (Az: 3 RK 15/86)) (s.auch Begutachtungsleitlinien des MDS [s.unten: Literatur])

Trotz dieser und etlicher anderer entsprechender Urteile wird die Frage, warum die geschlechtsangleichende Maßnahmen ganz oder grĂ¶ĂŸtenteils von den gesetzlichen wie privaten Krankenversicherungen ĂŒbernommen werden mĂŒssen, immer noch gestellt. Meist werden fĂŒr die KostenĂŒbernahme zwei Argumente angefĂŒhrt:

  • Jeder Mensch hat das Recht, ein möglichst gesundes und zufriedenes Leben zu fĂŒhren. Ein Leben in einer Geschlechtsrolle, welche als unpassend empfunden wird, macht dies unmöglich. FĂŒr das Leben in einer anderen Geschlechtsrolle sind fast immer auch medizinische Maßnahmen notwendig; das notwendige Ausmaß dieser Maßnahmen kann nur im Einzelfall bestimmt werden. (S. o., Leidensdruck)
  • Eine Nichtbehandlung fĂŒhrt fast immer zu schweren psychischen, oft auch psychosomatischen Krankheiten, welche dann auf jeden Fall behandelt werden mĂŒssen. Da jedoch das zugrunde liegende Problem nicht gelöst wird, ist ein langfristiger Behandlungserfolg allerdings nicht zu erwarten. Es ist jedoch keineswegs billiger, die Behandlung des Transsexualismus nicht zu bezahlen; denn bereits ein einziger Monat in einer psychiatrischen Klinik kostet im Schnitt mehr als eine genitalangleichende Operation von Mann zu Frau.

Wichtige Gerichtsentscheidungen

EuropÀische Rechtsprechung

  • EuropĂ€ischer Gerichtshof, Urteil vom 30. April 1996 – Az: C-13/94: „Diskriminierungsverbot wegen des Geschlechts im ArbeitsverhĂ€ltnis und Entlassung einer transsexuellen Person“.
  • EuropĂ€ischer Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte, Urteil vom 11. Juli 2002 – Az: 28957/95: „Rechtliche Anerkennung einer Geschlechtsumwandlung und Recht auf Heirat fĂŒr eine Transsexuelle“.[31]
  • EuropĂ€ischer Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte, Urteil vom 12. Juni 2003 – Az: 35968/97: „Erstattung der Kosten fĂŒr geschlechtsangleichende Maßnahmen bei privat versicherter Mann-zu-Frau-Transsexuellen“.[32]
  • EuropĂ€ischer Gerichtshof, Urteil vom 7. Januar 2004 – Az: C-117/01: „Ausschluss eines transsexuellen Partners vom Anspruch auf Hinterbliebenenrente“.[33]

Deutsche Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts

  • Beschluss vom 16. MĂ€rz 1982 – Az: 1 BvR 938/81: „Keine starre Altersgrenze fĂŒr PersonenstandsĂ€nderung eines Transsexuellen“.
  • Beschluss vom 26. Januar 1993 – 1 BvL 38/92, 1 BvL 40/92, 1 BvL 43/92: „Altersgrenze fĂŒr VornamensĂ€nderung bei Transsexuellen“.
  • Beschluss vom 15. August 1996 – 2 BvR 1833/95: „Anrede transsexueller Personen nach NamensĂ€nderung“.
  • Beschluss vom 6. Dezember 2005 – 1 BvL 3/03: „Zum Verlust der VornamensĂ€nderung bei Eheschließung“.[34]
  • Beschluss vom 18. Juli 2006 – Az: 1 BvL 1/04 und 1 BvL 12/04: „Anwendung des Transsexuellengesetzes auf AuslĂ€nder“.[35]
  • Beschluss vom 27. Mai 2008 – Az: 1 BvL 10/05: „Verweigerung der PersonenstandsĂ€nderung bei verheirateten Transsexuellen“[36]
  • Beschluss vom 11. Januar 2011 – Az: 1 BvR 3295/07: „Eingetragene Lebenspartnerschaft auch ohne verĂ€ndernden operativen Eingriff“[37]

Im Film

  • Romeos von Sabine Bernardi, Deutschland 2010, Spielfilm, 94 Minuten.

Literatur

Deutsche Fachliteratur

  • Rainer Herrn: Schnittmuster des Geschlechts. Transvestitismus und TranssexualitĂ€t in der frĂŒhen Sexualwissenschaft, Psychosozial-Verlag, 2005, ISBN 3-89806-463-8
  • Stefan Hischauer: Die soziale Konstruktion der TranssexualitĂ€t. Über die Medizin und den Geschlechtswechsel. Frankfurt am Main 1993: Suhrkamp
  • Gesa Lindemann: Das paradoxe Geschlecht. TranssexualitĂ€t im Spannungsfeld von Körper, Leib und GefĂŒhl. Frankfurt am Main 1993: Fischer
  • Friedemann PfĂ€fflin, Astrid Junge (Hrsg.): Geschlechtsumwandlung. Abhandlungen zur TranssexualitĂ€t. Stuttgart 1992: Schattauer
  • Friedemann PfĂ€fflin: TranssexualitĂ€t. BeitrĂ€ge zur Psychopathologie, Psychodynamik und zum Verlauf. Stuttgart 1993: Enke
  • Volkmar Sigusch: Geschlechtswechsel. Hamburg 1992: KleinVerlag
  • GĂŒnter K. Stalla (Hrsg.): Therapieleitfaden TranssexualitĂ€t Bremen 2006: Uni-Med
  • Österreich - Recht: Walter Zeyringer (Hrsg.): Das neue NamensĂ€nderungsĂ€nderungsgesetz mit ErlĂ€uterungen, NamensĂ€nderungsverordnung und Richtlinien Wien 1988: MANZ VERLAG, ISBN 3-214-03514-2 (MANZSCHE Sonderausgabe Nr 67 a)

Englische Fachliteratur

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: TranssexualitĂ€t â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Vaginoplastik
  2. ↑ Zhou, Jiang-Ning et al.: A sex difference in the human brain and its relation to transsexuality, in: Letters to Nature, Vol. 378, S. 68-70, 2. November 1995
  3. ↑ Kruijver, Frank P. M., Jiang-Ning Zhou et al.: Male-to-Female Transsexuals Have Female Neuron Numbers in a Limbic Nucleus, In: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism Vol. 85, No. 5 2034-2041 (2000)
  4. ↑ Focus-Online: „TranssexualitĂ€t – Hormonstörung im Mutterleib“ vom 7. Oktober 2007. (Zuletzt aufgerufen am 30. Dezember 2007.)
  5. ↑ J.-N. Zhou, M.A. Hofman, L.J. Gooren and D.F. Swaab: „Ein Geschlechtsunterschied im menschlichen Gehirn und seine Beziehung zur TranssexualitĂ€t“.
  6. ↑ Ray Blanchard, Sexualforscher, Leiter des „gender program“ der Gender Identity Clinic, Centre for Addiction and Mental Health: Clarke Division, Toronto, Canada.
    Siehe auch englische Wikipedia und englische Website Transsexual Road Map
  7. ↑ Paul J. M van Kesteren, Henk Asscheman, Jos A. J Megens, Louis J. G Gooren: Mortality and morbidity in transsexual subjects treated with cross-sex hormones. In: Blackwell, Oxford, UK (Hrsg.): J. Clin. Endocrinol.. 47, Nr. 3, 1997, S. 337–343.
  8. ↑ Femke Olyslager, Lynn Conway: On the Calculation of the Prevalence of Transsexualism. (PDF) 2007.
  9. ↑ Presentation on prevalence of transsexual people in the UK
  10. ↑ Lakotte, Beate: Fehler in der Himmelsfabrik In: SPIEGEL 4/2007 (letzter Aufruf: 9. November 2010)
  11. ↑ K.Neumann, C.Welzel, A.Berghaus: Operative Stimmerhöhung bei Mann-zu-Frau-Transsexuellen – Eine Übersicht der Ergebnisse mit eigener Technik. HNO 2003, S. 30–37
  12. ↑ Österreich: Transsexuellenerlass von 1996 des Bundesministeriums fĂŒr Inneres.
  13. ↑ Österreich: NamensĂ€nderungsgesetz (NÄG) i.d.g.F.
  14. ↑ Österreich: „NamensĂ€nderungserlass“ - „RiL zur Vollziehung des NÄG und der NÄV“, Bezug genommen in Ministerialrat Dr. Walter Zeyringer, Wien: „Das neue NamensĂ€nderungsgesetz“, S 2, abgedruckt in ÖJZ 1988, 737
  15. ↑ Österreich: BMI: Stellungnahme zu Petititon Nr. 67 betreffend "Freie Wahl des Vornamens", 24. Oktober 2005 (Zuletzt aufgerufen am 16. August 2009)
  16. ↑ Österreich: VfGH B 1973/08-13 vom 3. Dezember 2009. (Volltext (PDF; insb. S. 10).)
  17. ↑ [_http://www.gerichte-zh.ch/fileadmin/user_upload/entscheide/oeffentlich/NC090012.pdf Entscheid des Obergerichts des Kantons ZĂŒrich vom 1. Februar 2011, NC090012]; Thomas Hasler: Wann ist ein Mann 
 eine Frau? In: Tages-Anzeiger vom 8. MĂ€rz 2011. (online).
  18. ↑ http://www.legislation.gov.uk/ukpga/2004/7/section/2
  19. ↑ http://www.legislation.gov.uk/ukpga/2004/7/section/3
  20. ↑ http://www.gires.org.uk/GRA.php
  21. ↑ Meldung AFP 16. Mai 2009
  22. ↑ vgl. Transsexuelle im GefĂ€ngnis
  23. ↑ “Intersexes exist, in body as well as in mind”, The Transsexual Phenomenon, 1966
  24. ↑ Sex Reassignment at Birth – A Long Term Review and Clinical Implications, 1997
  25. ↑ vgl. The Gender Identity Research & Education Society, UK)
  26. ↑ MedReport, Februar 2007 PDF
  27. ↑ vgl. hierzu auch die Formulierung „Transsexueller Wunsch“, in einem Artikel aus der Fachzeitschrift Psyche, Ausgabe des Jahres 1994 von Volkmar Sigusch.
  28. ↑ http://ediss.sub.uni-hamburg.de/volltexte/2010/4861/pdf/=%20DISSERTATION%20=.pdf, S. 15.
  29. ↑ Wolf Eicher: „Transsexualismus. Möglichkeiten und Grenzen der Geschlechtsumwandlung“, G. Fischer Verlag 1992, ISBN 978-3-437-10860-0
  30. ↑ a b Landessozialgericht Stuttgart, Urteil vom 27. November 1981 – Az: L 4 Kr 483/80.
  31. ↑ EuropĂ€ischer Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte, Urteil vom 11. Juli 2002 – Az: 28957/95: „Rechtliche Anerkennung einer Geschlechtsumwandlung und Recht auf Heirat fĂŒr eine Transsexuelle“
  32. ↑ EuropĂ€ischer Gerichtshof fĂŒr Menschenrechte, Urteil vom 12. Juni 2003 – Az: 35968/97: „Erstattung der Kosten fĂŒr geschlechtsangleichende Maßnahmen bei privat versicherter Mann-zu-Frau-Transsexuellen“
  33. ↑ EuropĂ€ischer Gerichtshof, Urteil vom 7. Januar 2004 – Az: C-117/01: „Ausschluss eines transsexuellen Partners vom Anspruch auf Hinterbliebenenrente“
  34. ↑ Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 6. Dezember 2005 – 1 BvL 3/03: „Zum Verlust der VornamensĂ€nderung bei Eheschließung“
  35. ↑ Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 18. Juli 2006 – Az: 1 BvL 1/04 und 1 BvL 12/04: „Anwendung des Transsexuellengesetzes auf AuslĂ€nder“
  36. ↑ Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 27. Mai 2008 – Az: 1 BvL 10/05: „Verweigerung der PersonenstandsĂ€nderung bei verheirateten Transsexuellen“
  37. ↑ Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 11. Januar 2011 – Az: 1 BvR 3295/07: „Eingetragene Lebenspartnerschaft auch ohne verĂ€ndernden operativen Eingriff“
  38. ↑ Cauldwell, David O.: Psychopathia transexualis in: International Journal of Sexology, Volume 16, 1949, S. 274–280; nachpubliziert in: International Journal of Transgenderism, Vol. 5, Nr. 2, April-Juni 2001

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