Tribus circiter

Tribus circiter ist eine Enzyklika von Papst Pius X., mit der er am 5. April 1906 über „die Mariaviten und Mystischen Priester in Polen“ zu Gericht geht und die Bewegung der Mariaviten aufhebt.

Inhaltsverzeichnis

Rückblick

1887 gründete die Nonne Feliksa Kozłowska eine Kongregation nach den Regeln der heiligen Clara. Der Orden wird später Orden der Mariaviten (Mariae vitam imitantes = das Leben Marias Nachahmende) genannt. Im Dezember 1904 positionierte sich Papst Pius X. gegen die Mariaviten und die Offenbarungen der Feliksa Kozłowska, welche er als Halluzinationen bewertete. Pius X. löste die Bewegung auf und reagierte mit der Enzyklika „Tribus circiter“.

Siehe Hauptartikel: Mariaviten

Einleitung

Papst Pius X. wendet sich an den polnischen Episkopat und stellt fest, dass er vor ungefähr drei Jahren darüber informiert worden sei, dass sich in polnischen Diözesen jüngere Geistliche, ohne apostolische Erlaubnis, zu einer Art pseudo-mönchischer Gesellschaft zusammengeschlossen hätten, welche als Mariaviten oder Mystische Priester bekannt seien. Dabei würden sie einer bestimmten Frau (Anm.: er meint Feliksa Kozłowska, ohne ihren Namen auszusprechen) folgen und zögerten nicht, ihr zu gehorchen. Er bemängelte das Denken und Handeln und bezeichnet dieses als Diskriminierung gegenüber der Ausübung von Frömmigkeit und deshalb bestehe auch gewisse Unruhe und Furcht vor einer möglichen Täuschung.

Dekret und Exhortatio

Wie der Papst schreibt, habe die Gesellschaft nicht auf das Dekret vom 4. September 1904 reagiert, mit welchem den Priestern befohlen worden sei die Verbindung zur besagten Frau abzubrechen. Stattdessen hätten einige Priester unvermindert Beziehungen aufrechterhalten und sich somit gegen die Bischöfe aufgelehnt. Weiterhin seien abgeordnete Priester dieser Gemeinschaft nach Rom gekommen um diese Irrlehren zu verteidigen und vom Heiligen Stuhl die Genehmigung einer Fortsetzung zu beantragen. Papst Pius X. erkannte zwar ihre Frömmigkeit an und ermahnte (Exhortatio) sie keinem Irrglauben zu erliegen, gleichzeitig munterte er sie auf treu den Weg, welchen Christus vorgezeichnet habe, in Treue und Ehrerbietung fortzusetzen.

Forderungen an die polnischen Bischöfe

Nun wendet sich der Papst an den Episkopat und teilt diesem mit, dass die Trennung von diesen Mystischen Priestern, welche er in seinem Schreiben vom 1. Februar 1906 angekündigt habe, nun schleunigst und mit Nachdruck vollzogen werden solle. Jedoch sollten diese Priester bei einer demütigen Rückkehr und einem Bekenntnis wieder in den Schoß der Kirche aufgenommen werden. Er weist auf ein Schreiben seines Vorgängers Leo XIII. hin, in dem er die Autorität der Bischöfe anmahnt und aufrief, ihnen gegenüber in Gehorsam zu dienen. Namentlich erwähnt er den Priester Jan Maria Michał Kowalski (Gründer des Priestervereins), welcher dumme Reden führe und die episkopalen Befehle missachte. Diese Tatsache fordere nun in der Tat ein strenges Durchgreifen der Bischöfe und solle mit dem Verbot dieser „Mönche“ einhergehen. Es erfolgt eine ernsthafte Ermahnung (Exhortatio) an die priesterliche Pflicht der Bischöfe sowie zur Ausübung von Frömmigkeit innerhalb ihrer Diözesen.

Literatur

Weblinks


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