Tsunami

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Tsunami

Tsunami (jap. śī•ś≥Ę) ist ein japanisches Wort. ‚Äětsu‚Äú (śī•) bedeutet der Hafen und ‚Äěnami‚Äú (ś≥Ę) die Welle. Ein Tsunami ist folglich eine Welle, die besonders in H√§fen und Buchten besonders markant ausgepr√§gt ist und dort oft gro√üe Verw√ľstungen anrichtet.

Ein Tsunami entsteht infolge pl√∂tzlicher Hebung oder Senkung des Meeresbodens oder durch das Hineinst√ľrzen oder Abrutschen gro√üer Erdmassen ins Wasser und breitet sich als aufeinander folgende, sehr langperiodische gravitative Meereswellen √ľber gro√üe Entfernungen hinweg aus.

Tsunamis werden meist durch starke Erdbeben unter dem Ozeanboden angeregt. Seltener, aber oft nicht weniger gewaltig, sind Tsunamis infolge von Vulkanausbr√ľchen und aufgrund von untermeerischen Erdrutschen. Auch Einschl√§ge gro√üer kosmischer Projektile ins Meer k√∂nnen die Ursache f√ľr u. U. riesige Tsunamis sein; allerdings sind diese Ereignisse extrem selten.

Auftreffen des Tsunami vom 26. Dezember 2004 auf die K√ľste Thailands

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Der Begriff Tsunami (japanisch f√ľr: Hafenwelle) wurde durch japanische Fischer gepr√§gt, die vom Fischfang zur√ľckkehrten und im Hafen alles verw√ľstet vorfanden, obwohl sie auf offener See keine Welle gesehen oder gesp√ľrt hatten. Darum nannten sie die mysteri√∂sen Wellen Tsu-nami, das hei√üt "Welle im Hafen".

Eine Reihe verheerender Tsunamis zwischen 1945 und 1965 machte dieses Naturph√§nomen weltweit bekannt und bildete die Grundlage f√ľr wissenschaftliche Arbeiten, in deren Folge sich die japanische Bezeichnung als Internationalismus durchsetzte. Die bisher fr√ľheste bekannte wissenschaftliche Beschreibung dieses Naturereignisses mit exakter Ursachenanalyse stammt von dem √∂sterreichischen Geowissenschaftler Ferdinand von Hochstetter, der es 1868 in seinem Aufsatz "Ueber das Erdbeben in Peru am 13. August 1868 und die dadurch veranlassten Fluthwellen im Pacifischen Ozean, namentlich an der K√ľste von Chili und von Neuseeland" darstellte.[1]

Entstehung

Entstehung und Fortpflanzung eines Tsunami

Tsunamis werden meist (zu etwa 90 %) durch starke Erdbeben unter dem Ozeanboden angeregt; die restlichen entstehen infolge Vulkanausbr√ľchen, untermeerischen Erdrutschen oder in sehr seltenen F√§llen durch Meteoriteneinschl√§ge.

Tsunamis treten mit 79 % am h√§ufigsten im Pazifik auf: Am Rand des Stillen Ozeans, in der Subduktionszone des Pazifischen Feuerrings, schieben sich tektonische Platten der Erdkruste (Lithosph√§re) √ľbereinander. Durch die sich ineinander verhakenden Platten entstehen Spannungen, die sich zu einem nicht vorhersehbaren Zeitpunkt schlagartig entladen, wodurch Erd- und Seebeben ausgel√∂st werden. Wird dabei eine der tektonischen Platten angehoben, wird auch der Meeresgrund und damit auch die dar√ľberliegende Wassermasse schlagartig angehoben. Durch die Gravitation wird das hochgehobene Wasser wieder in alle Richtungen verteilt, was seine Zeit braucht. So breitet sich die angehobene Wassermasse mit einer Wellenfront in alle Richtungen aus. Meist ist die unterseeische Landhebung nicht fl√§chen-, sondern linienf√∂rmig (Bruchkante), dann bewegt sich die Wellenfront v. a. in zwei Richtungen (vom Bruch weg).

Ein Erdbeben kann nur dann einen Tsunami verursachen, wenn alle drei folgenden Bedingungen gegeben sind:

  • es eine Magnitude von 7 oder mehr erreicht,
  • sein Hypozentrum nahe der Erdoberfl√§che am Meeresgrund liegt und
  • es eine vertikale Verschiebung des Meeresbodens verursacht, welche die dar√ľber liegende Wassers√§ule in Bewegung versetzt.

Nur ein Prozent der Erdbeben zwischen 1860 und 1948 verursachten messbare Tsunamis.

Ausbreitung

Tsunamis unterscheiden sich grundlegend von Wellen, die durch St√ľrme entstehen, denn bei diesen bleiben die tieferen Wasserschichten unbewegt. Bei einem Tsunami bewegt sich dagegen das gesamte Wasservolumen, also die gesamte Wassers√§ule vom Meeresboden bis zur Meeresoberfl√§che.

Man unterscheidet zwischen Flachwasserwellen (in tiefer, offener See) und Tiefwasserwellen (in flachem Gew√§sser beim Auftreffen auf die K√ľste). Tsunamis auf tiefem, offenem Ozean sind Flachwasserwellen; die Geschwindigkeit ist abh√§ngig von der Wassertiefe.

Tsunamis sind Schwerewellen

Bei der Fortpflanzung eines Tsunamis bewegt sich die gesamte Wassers√§ule (Gr√∂√üenordnung √ľbertrieben); allerdings nimmt die Bewegungsamplitude, anders als hier dargestellt, mit zunehmender Tiefe ab und erreicht am Boden null

Grunds√§tzlich repr√§sentiert eine Welle keine Bewegung von Wasser, sondern Bewegung von Energie durch Wasser. Aus physikalischer Sicht ist Wellenausbreitung immer dann m√∂glich, wenn eine Auslenkung aus einer Gleichgewichtslage, in diesem Fall ein Anstieg oder Abfall des Wasserspiegels, eine entgegengerichtete R√ľckstellkraft zur Folge hat. Bei Ozeanwellen wirkt als R√ľckstellkraft die Schwerkraft, die auf eine m√∂glichst horizontale Wasseroberfl√§che hinarbeitet. Aus diesem Grund werden Tsunamis zu den Schwerewellen gez√§hlt. Ein Tsunami ist also insbesondere keine Druck- und keine Schallwelle; Kompressibilit√§t, Viskosit√§t und Turbulenz sind nicht relevant. Um die Physik eines Tsunamis zu verstehen, gen√ľgt es, die Potentialstr√∂mung einer idealen, also reibungsfreien, inkompressiblen und wirbelfreien Fl√ľssigkeit zu betrachten. Mathematisch werden Tsunamis L√∂sungen der Korteweg-de-Vries-Gleichung beschrieben.

Die Theorie der Schwerewellen vereinfacht sich in den beiden Grenzf√§llen der Tief- und der Flachwasserwelle. Normale Wellen, die beispielsweise durch Wind, fahrende Schiffe oder ins Wasser geworfene Steine verursacht werden, sind meist Tiefwasserwellen, da sich ihre Wellenbasis in der Regel √ľber dem Grund des Gew√§ssers befindet, also dort, wo die Welle keine Auswirkungen mehr hat. Ein Tsunami hingegen ist auch im tiefsten Ozean eine Flachwasserwelle, da die gesamte Wassers√§ule bewegt wird und sich auch am Ozeanboden eine langsamere Bewegung in Richtung der Wellenausbreitung feststellen l√§sst. Dem entspricht, dass bei Tsunamis die Wellenl√§nge (Entfernung von einem Wellenberg zum n√§chsten) viel gr√∂√üer ist als die Wassertiefe. Dabei wird eine wesentlich gr√∂√üere Wassermenge bewegt.

Ein Tsunami wird vereinfacht durch zwei Grundparameter beschrieben:

  • seine mechanische Energie E;
  • seine Wellenperiode T: die Zeit, die vergeht, in der zwei Wellenberge denselben Punkt passieren.

Während der Ausbreitung eines Tsunami bleiben diese beiden Parameter weitgehend konstant, da wegen der großen Wellenlänge die Energieverluste durch Reibung vernachlässigbar sind.

Tsunamis seismischer Natur weisen lange Wellenperioden auf, die sich zwischen zehn Minuten und zwei Stunden bewegen. Durch andere Ereignisse als Erdbeben erzeugte Tsunamis haben oft k√ľrzere Wellenperioden im Bereich von einigen Minuten bis zu einer Viertelstunde. Andere Eigenschaften wie die Wellenh√∂he und -l√§nge oder die Ausbreitungsgeschwindigkeit h√§ngen neben den beiden Grundparametern nur von der Meerestiefe ab.

Geschwindigkeit

Die Geschwindigkeit eines Tsunamis h√§ngt von der Meerestiefe ab; je tiefer das Meer, desto schneller, und je flacher, desto langsamer ist der Tsunami. Die Geschwindigkeit c einer Tsunamiwelle (genauer: die Phasengeschwindigkeit) ergibt sich aus der Wurzel des Produktes von Erdbeschleunigung g (9,81 m/s¬≤) und Wassertiefe h; also

 c = \sqrt{g \cdot h}.

Die Ausbreitungsgeschwindigkeit betr√§gt somit in Ozeanen (Wassertiefe ca. 5000 m) ca. 800 km/h. Das ist vergleichbar mit der Reisegeschwindigkeit eines Flugzeuges. Tsunamis k√∂nnen also binnen einiger Stunden ganze Ozeane durchqueren und sich bis zu 20.000 km ausbreiten, ohne dabei unmittelbar bemerkt zu werden. Bei vom Wind erzeugten Wellen dagegen liegen die Geschwindigkeiten zwischen 8 und 100 km/h. Bei niedriger Wassertiefe, also in K√ľstenn√§he, verlangsamt sich der Tsunami, wie auf nebenstehender Animation zu sehen ist. Damit verringert sich auch die Wellenl√§nge, wodurch es zu einem Anstieg der Wellenh√∂he und schlie√ülich zum Brechen der Welle kommt.

Schwerewellen kommen durch die gleichtaktige Bewegung gro√üer Wassermassen zustande. Jedes einzelne Teilvolumen des Wassers bewegt sich dabei nur um winzige Betr√§ge. F√ľr eine Flachwasser-Schwerewelle mit der Amplitude a in einem Gew√§sser der Tiefe h kann man das sogar quantitativ angeben: Die Geschwindigkeit, mit der sich die an der Welle beteiligte Materie zirkul√§r bewegt, ist um einen Faktor a/h kleiner als die Phasengeschwindigkeit der Welle. F√ľr einen gro√üen Tsunami liegt dieser Faktor in der Gr√∂√üenordnung 10‚ąí5: Wenn sich eine Welle im offenen Meer mit c = 200 m/s (720 km/h) ausbreitet, bewegen sich die Wasserelemente nur mit 2 mm/s, was gegen√ľber Str√∂mungen und Windwellen v√∂llig vernachl√§ssigbar und nicht direkt beobachtbar ist. Zugleich erkl√§rt es den nur geringen Energieverlust der Schwerewelle bei ihrer Wanderung.

Wellenlänge

Ausbreitungszeiten (in Stunden) der Tsunamis von 1960 (Chile) und 1964 (Alaska)

Tsunamis sind, da ihre Wellenl√§nge őĽ viel gr√∂√üer als die Meerestiefe h ist, so genannte Flachwasserwellen. Typische Wellenl√§ngen bei Tsunamis liegen zwischen 100 und 500 km. Die Wellenl√§ngen von winderzeugten Wellen erreichen dagegen nur zwischen 100 und 200 Meter. Allgemein gilt f√ľr Wellen die Beziehung zwischen Geschwindigkeit c, Wellenl√§nge őĽ und Wellenperiode T

c = \frac {\lambda} {T},

Mit der Tsunamigeschwindigkeit von oben und der Angabe der Wellenl√§nge k√∂nnen typische Wellenperioden √ľber:

T = \frac {\lambda} {c}

errechnet werden zu:

 \frac {100 \, \mathrm{km} } {800 \, \mathrm{km/h} } < T < \frac {500 \, \mathrm{km}} {800 \, \mathrm{km/h}} \quad \Longrightarrow \quad 7{,}5 \, \mathrm{min} < T < 37{,}5 \, \mathrm{min}

Die Zeit T ist die Zeit, die bis zum Eintreffen der zweiten Welle vergeht.

Je gr√∂√üer die Wellenl√§nge, desto geringer sind die Energieverluste w√§hrend der Wellenausbreitung. Bei kreisf√∂rmiger Ausbreitung ist die Energie, mit der eine Welle auf einen K√ľstenstreifen auftrifft, in erster N√§herung umgekehrt proportional zum Abstand vom Entstehungsort des Tsunami.

Tiefe (m) Geschwindigkeit (km/h) Wellenlänge (km)
10 36 10,6
50 79 23
200 159 49
2000 504 151
4000 713 213
7000 943 282

Geschwindigkeit und Wellenlänge eines Tsunamis in Abhängigkeit von der Wassertiefe[2]

Amplitude

Die Wellenhöhe (Amplitude) A des Tsunami hängt von der Energie E und der Wassertiefe h ab. Bei Tsunamis mit großer Wellenlänge gilt:

A \sim \sqrt {\frac {E} {r \cdot \sqrt{h}}} .

Dies bedeutet, dass die Amplitude A bei geringerer Wassertiefe h zunimmt. Im offenen Meer nimmt sie mit zunehmender Entfernung r nur um den Faktor 1/\sqrt{r} ab (Kugelwellen, die sich in die Tiefe ausbreiten, nehmen um den Faktor 1 / r ab). Dies kann man sich veranschaulichen, wenn man einen Stein in eine flache Pf√ľtze wirft. Die Amplitude der Wasserwellen nimmt nur merklich ab, da sich die Energie kreisf√∂rmig √ľber einen gr√∂√üeren Wellenkamm verteilt. Der Energieverlust durch die innere Reibung der Wassermolek√ľle ist verschwindend gering und der Impuls wird nahezu ungeschw√§cht an die benachbarten Wassermolek√ľle weitergegeben. Die Energie einer Tsunamiwelle schw√§cht sich im offenen Meer nur durch ihre geometrische Ausbreitung ab. Tsunamiwellen k√∂nnen daher die Erdkugel mehrfach umrunden. Bei Tsunamis kleinerer Wellenl√§nge ‚Äď meist nicht von Erdbeben verursacht ‚Äď kann die Amplitude mit der Entfernung wesentlich schneller abnehmen.

Auf dem offenen Ozean beträgt die Amplitude selten mehr als einige Dezimeter. Der Wasserspiegel wird somit nur langsam und nur um einen geringen Betrag angehoben und wieder abgesenkt, weshalb das Auftreten eines Tsunami auf offener See meist gar nicht bemerkt wird.

Die Zerstörungskraft eines Tsunami wird nicht grundsätzlich durch seine Amplitude, sondern durch die Wellenperiode sowie durch die transportierte Wassermenge bestimmt.

Auftreffen auf die K√ľste

Die Energie der Wellen, die auf dem freien Ozean noch weit verteilt war, konzentriert sich durch nichtlineare Mechanismen, wenn die Tsunamis den K√ľsten nahe kommen. Dann werden die Wellen gebremst, gestaucht und stellen sich auf.

Erhöhung der Amplitude

Beim Auftreffen auf die K√ľste erh√∂ht sich die Amplitude; die Wellenl√§nge und Geschwindigkeit des Tsunamis nehmen ab (siehe Tabelle)

In K√ľstenn√§he wird das Wasser flach. Das hat zur Folge, dass Wellenl√§nge und Phasengeschwindigkeit abnehmen (s. Tabelle), w√§hrend die Energie als Erhaltungsgr√∂√üe in erster N√§herung konstant ist, wodurch die Amplitude der Welle und die Geschwindigkeit der beteiligten Materie aber zunehmen. Die Energie der Tsunamiwelle wird dadurch immer st√§rker konzentriert, bis sie mit voller Wucht auf die K√ľste auftrifft. Der Energiegehalt eines Wellenzuges ergibt sich als Querschnitt mal Wellenl√§nge mal Teilchengeschwindigkeit-zum-Quadrat und ist in der oben erw√§hnten N√§herung unabh√§ngig von h.

Typische Amplituden beim Auftreffen eines Tsunamis auf die K√ľste liegen in einer Gr√∂√üenordnung von zehn Metern; am 24. April 1971 wurde in der N√§he der japanischen Insel Ishigaki von einer Rekordh√∂he von 85 Metern in flachem Gel√§nde berichtet. In Ufern√§he einer Tiefseesteilk√ľste kann die Amplitude auf etwa 50 Meter ansteigen. L√§uft ein Tsunami in einen Fjord, so kann sich die Welle auf weit √ľber 100 Meter aufstauen.

Im Fjord "Lituya Bay" in Alaska wurden mehrere Wellen mit rund 150 Metern und sogar eine mit bis zu 530 Metern Höhe nachgewiesen (Megatsunami). Diese gigantischen Wellen entstanden jedoch nicht als Fernwirkung eines Erdbebens, sondern durch Wasserverdrängung im Fjord selbst: Heftige Erdbeben ließen Berghänge in den Fjord rutschen und brachten diesen schlagartig zum Überlaufen.

Das Auft√ľrmen der Wassermassen passiert nur durch die allm√§hliche Verflachung des Wassers, die dadurch bedingte Reduzierung der Ausbreitungsgeschwindigkeit und damit der Wellenl√§ngen, was zur Erh√∂hung der Amplituden der Wassermassen f√ľhren muss. Ist zudem die K√ľste noch buchtenf√∂rmig, dann kommt es zus√§tzlich noch zu einer lateralen √úberlagerung / Fokussierung der Wassermassen, was die durch das vertikale Wasserprofil bedingte Amplitudenerh√∂hung noch wesentlich weiter verst√§rken kann, insbesondere bei auftretenden Resonanzen (Wellenl√§ngen in der Gr√∂√üenordnung der linearen Buchtdimensionen). An hohen Steilk√ľsten des Festlandes kann der Tsunami zwar zu betr√§chtlichen Brandungsh√∂hen auflaufen, dringt dann aber in der Regel nicht weit ins Hinterland vor. Ferner werden steil aus der Tiefsee aufsteigende Atolle mit Lineardimensionen viel kleiner als die Wellenl√§ngen des Tsunami im offenen Ozean kaum wahrgenommen und nur flach √ľbersp√ľlt.

Brechungseffekte

Die √Ąnderung der Wellenausbreitungsgeschwindigkeit bei Ann√§herung des Tsunami an die K√ľste h√§ngt vom Tiefenprofil des Meeresbodens ab. Je nach √∂rtlichen Gegebenheiten kann es zu Brechungseffekten kommen: So wie Licht beim √úbergang von Luft in Wasser oder Glas seine Richtung √§ndert, so √§ndert auch ein Tsunami seine Richtung, wenn sie schr√§g durch eine Zone l√§uft, in der sich die Meerestiefe √§ndert. Je nach Ursprungsort des Tsunami und Unterwassertopographie kann es dabei zur Fokussierung des Tsunami auf einzelne K√ľstenbereiche kommen. Dieser Effekt ist von der Trichterwirkung eines Fjords nicht scharf zu trennen und kann sich mit dieser √ľberlagern.

Zur√ľckweichen des Meeres

Wie ein akustisches Signal, so besteht auch ein Tsunami nicht aus einer einzelnen Welle, sondern aus einem ganzen Paket von Wellen mit unterschiedlichen Frequenzen und Amplituden. Wellen unterschiedlicher Frequenz breiten sich mit leicht unterschiedlicher Geschwindigkeit aus. Deshalb addieren sich die einzelnen Wellen eines Paketes in von Ort zu Ort und von Minute zu Minute unterschiedlicher Weise. Ein Tsunami kann an einem Punkt der K√ľste zuerst als Wellenberg oder zuerst als Wellental beobachtet werden. Ist die Ursache des Tsunami ein Hangabrutsch oder Herunterbrechen einer Kontinentalplatte, so wird Wasser zur Sohle hin beschleunigt. Wasser wird verdr√§ngt, und es entsteht zun√§chst ein Wellental. Danach bewegt sich das Wasser wieder zur√ľck, und der Wellenberg entsteht. Beim Eintreffen der Welle an der K√ľste zieht sich zun√§chst die K√ľstenlinie zur√ľck, unter Umst√§nden um mehrere 100 Meter. Wenn der Tsunami eine unvorbereitete Bev√∂lkerung trifft, kann es geschehen, dass die Menschen durch das ungew√∂hnliche Schauspiel des zur√ľckweichenden Meeres angelockt werden, statt dass sie die verbleibenden Minuten bis zur Ankunft der Flutwelle nutzen, um sich auf h√∂her gelegenes Gel√§nde zu retten.

Stokes-Strömung

Darstellung eines Tsunamis beim Auftreffen auf die K√ľste

Wenn die Amplitude eines Tsunami in der N√§he der K√ľste nicht mehr gegen die Wassertiefe vernachl√§ssigbar ist, so wandelt sich ein Teil der Schwingung des Wassers in eine allgemeine horizontale Bewegung um, genannt Stokes-Str√∂mung. In unmittelbarer K√ľstenn√§he ist eher diese schnelle Horizontalbewegung als das Ansteigen des Wasserspiegels f√ľr die Zerst√∂rung verantwortlich.

In K√ľstenn√§he hat die Stokes-Str√∂mung eine theoretische Geschwindigkeit von:

v \approx \frac{A^2}{2 h^2} u, also
v \approx 18 \,\left(\frac{A}{h}\right)^2 \left(\frac{h}{10\,\mathrm{m}}\right)^{1/2}\ \mathrm{km/h}.

Die Stokes-Strömung erreicht somit mehrere Dutzend km/h.

Gefahren und Schutz

Tsunamis z√§hlen zu den verheerendsten Naturkatastrophen, mit denen der Mensch konfrontiert werden kann, denn ein m√§chtiger Tsunami kann seine zerst√∂rerische Energie √ľber Tausende von Kilometern weit mitf√ľhren oder sogar um den ganzen Erdball tragen. Ohne sch√ľtzende K√ľstenfelsen k√∂nnen schon drei Meter hohe Wellen mehrere hundert Meter tief ins Land eindringen. Die Sch√§den, die ein Tsunami beim Vordringen verursacht, werden noch vergr√∂√üert, wenn die Wassermassen wieder abflie√üen. Die Gipfelh√∂he eines Tsunami hat nur bedingte Aussagekraft √ľber seine Zerst√∂rungskraft. Gerade bei niedrigen Landh√∂hen kann auch eine niedrige Wellenh√∂he von nur wenigen Metern √§hnliche Zerst√∂rungen wie ein gro√üer Tsunami mit √ľber 31 Metern anrichten.

Am 26. Dezember 2004 wurden durch den gro√üen Tsunami in S√ľdostasien mindestens 231.000 Menschen get√∂tet. Ausgel√∂st wurde die Welle durch eines der st√§rksten Erdbeben seit Beginn der Aufzeichnungen. Die verheerende Wirkung beruhte hier vor allem auf dem gro√üen Wasservolumen, das pro Kilometer K√ľstenlinie auf das Land traf, w√§hrend die Wellenh√∂he mit zumeist nur wenigen Metern vergleichsweise niedrig war.

Gefahrenzonen

Die häufigsten Tsunamis entstehen am westlichen und nördlichen Rand der pazifischen Platte, im Pazifischen Feuerring.

Japan musste aufgrund seiner geografischen Lage in den letzten tausend Jahren die meisten Todesopfer durch Tsunamis beklagen; in dieser Zeit starben √ľber 160.000 Menschen. In den letzten 100 Jahren richteten jedoch nur 15 Prozent der 150 registrierten Tsunamis Sch√§den an oder kosteten Menschenleben. Heutzutage verf√ľgt Japan √ľber ein effektives Fr√ľhwarnsystem, und f√ľr die Bev√∂lkerung finden regelm√§√üig Trainingsprogramme statt. Viele japanische K√ľstenst√§dte sch√ľtzen sich durch das Errichten riesiger Deiche, z. B. ein zehn Meter hoher und 25 Meter breiter Wall auf der Insel Okushiri.

In Indonesien dagegen wirkt heute noch die H√§lfte der Tsunamis katastrophal, denn die meisten K√ľstenbewohner sind √ľber die Anzeichen, die einen Tsunami ank√ľndigen, nicht informiert. Meistens ist auch das Land sehr flach und die Wassermassen flie√üen bis ins Landesinnere (siehe auch Erdbeben im Indischen Ozean 2004 und Seebeben vor Java Juli 2006).

Auch an den europ√§ischen K√ľsten treten Tsunamis auf, wenn auch wesentlich seltener. Da die afrikanische Platte sich nach Norden unter die eurasische Platte schiebt, k√∂nnen durch Erdbeben im Mittelmeer und im Atlantik ebenfalls Tsunamis entstehen.

Auch ein Meteoriteneinschlag kann einen Tsunami auslösen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Himmelskörper auf dem Meer aufprallt, ist größer, als dass er auf Boden trifft, da Meere den größten Teil der Erdoberfläche ausmachen. Um einen Tsunami auszulösen, sind jedoch sehr große Meteoriten nötig. Siehe auch Meteoriteneinschlag.

Auswirkungen

Im Vergleich zu direkten Sch√§den infolge von Erdbeben, Vulkanausbr√ľchen oder Erdrutschen / Steinlawinen, die meist nur lokal bzw. in r√§umlich begrenzten Gebieten auftreten, k√∂nnen Tsunamis noch an tausenden von Kilometern entfernten K√ľsten Verw√ľstungen anrichten und Menschenleben fordern.

Einer K√ľste vorgelagerte Riffe und Sandb√§nke/Flachwasserbereiche k√∂nnen die Zerst√∂rungskraft von Tsunamiwellen reduzieren, manchmal auch spezielle Wellenbrecher-Bauwerke, wie sie an einigen besonders gef√§hrdeten K√ľstenabschnitten Japans errichtet wurden. Es gibt aber auch Beispiele daf√ľr, dass notwendige Durchlassbereiche in solchen Schutzbauten die Durchflussgeschwindigkeit und Wellenh√∂he des Tsunami lokal gef√§hrlich erh√∂hten und damit auch die Sch√§den im eigentlich zu sch√ľtzenden Bereich verst√§rken.

Erfahrungen aus Japan besagen, dass Tsunamiamplituden unter 1,5 m in der Regel keine Gefahr f√ľr Menschen und Bauwerke darstellen. Es gibt aber F√§lle, wie der n√§chtliche Einbruch des Tsunami von 1992 in Nicaragua, wo vor allem Kinder, die auf dem Boden in Fischerh√ľtten am Strand schliefen, in dem mancherorts nur 1 bis 1,5 m ansteigenden Wasser ertranken. Bei Wellenh√∂hen √ľber 2 m werden Leichtbauten aus Holz, Blech, Lehm, bei Wellen √ľber 3 m H√∂he auch Bauten aus Betonblocksteinen meist total zerst√∂rt. Bei Wellenh√∂hen √ľber 4 m steigt auch die Zahl der Todesopfer drastisch an. Solide Stahlbetonbauten k√∂nnen dagegen Tsunamiwellen von mindestens 5 m H√∂he widerstehen. Deshalb k√∂nnen die oberen Etagen von Stahlbeton-Hochh√§usern/-Hotels im Falle sehr kurzer Vorwarnzeiten und geringer Fluchtchancen im Freien ebenfalls als Zufluchtst√§tten genutzt werden. [3]

Tsunamis dringen oft hunderte Meter, besonders hohe Wellen sogar einige Kilometer weit in flache K√ľstengebiete vor und verw√ľsten dort nicht nur menschliche Siedlungen, sondern machen auch landwirtschaftliche Nutzfl√§chen und Brunnen durch Versalzung und Versandung unbrauchbar. Da die Wassermassen mehrmals vordringen und zur√ľckstr√∂men, sind die √úberflutungsgebiete mit Schlamm und Sand, zertr√ľmmerten Gegenst√§nden und Geb√§udeteilen √ľbers√§t. Schiffe in H√§fen werden aufs Land geworfen, Stra√üen blockiert, Eisenbahngleise untersp√ľlt und somit unbrauchbar. Niedrig gelegene Hafenbereiche und Fischersiedlungen stehen oft noch lange unter Wasser und sind unbewohnbar geworden. Dazu kommen Gefahren aus leckgeschlagenen F√§ssern mit Treibstoffen und Chemikalien, Flutungen von Kl√§ranlagen oder F√§kaliengruben und oftmals auch noch hunderte, ja tausende Leichen von Menschen und Tieren. Insbesondere in tropischen Regionen erh√∂ht das die akute Gefahr von Trinkwasservergiftungen, Ausbruch von Seuchen u. √§. Die direkten Tsunamisch√§den werden oft noch verst√§rkt durch den Ausbruch von Feuer infolge gebrochener Gasleitungen und elektrischer Kurzschl√ľsse, oft in Verbindung mit ausgelaufenem Treibstoff aus gestrandeten Schiffen und Fahrzeugen oder leckgeschlagenen Tanks in H√§fen. Auch K√ľstenbiotope (Mangrovenw√§lder, Korallenriffe u.a.) k√∂nnen durch Tsunamis schwer besch√§digt und nachhaltig gest√∂rt werden.

Fr√ľhwarnsysteme

Tsunami-Fr√ľhwarnsysteme machen sich zu Nutze, dass bestimmte Informationen √ľber das m√∂gliche Auftreten eines Tsunamis gewonnen werden k√∂nnen, bevor der Tsunami selbst seine zerst√∂rerische Kraft entfalten kann. Seismische Wellen breiten sich viel schneller aus als die Tsunamiwelle selbst. Ist z. B. ein ausreichend dichtes Netz seismischer Stationen verf√ľgbar, lassen sich daher bereits nach wenigen Minuten genaue R√ľckschl√ľsse √ľber den Ort und die St√§rke eines Erdbebens ziehen, und damit eine m√∂glicherweise davon ausgehende Tsunamigefahr prognostizieren. GPS-Stationen messen zentimetergenau die Verschiebung der Erdoberfl√§che, welche sich auf den Meeresboden extrapolieren l√§sst und eine pr√§zise Prognose der Tsunamigefahr erm√∂glicht. Bojen messen die Tsunamiwelle direkt noch auf hoher See, so dass eine Vorwarnzeit bleibt.

Viele Staaten haben in den letzten Jahrzehnten technische Fr√ľhwarnsysteme eingerichtet, die durch das Aufzeichnen seismographischer Plattenbewegungen Tsunamis schon bei der Entstehung erkennen k√∂nnen, so dass durch den gewonnenen Zeitvorsprung die gef√§hrdeten K√ľstengebiete evakuiert werden k√∂nnen. Dies gilt vor allem f√ľr den Pazifischen Ozean. Dort wurde zwischen 1950 und 1965 ein Netz von Sensoren am Meeresboden und an sonstigen wichtigen Stellen eingerichtet, das kontinuierlich alle relevanten Daten misst und √ľber Satellit an das Pacific Tsunami Warning Center (PTWC) in Honolulu auf Hawaii meldet. Dieses wertet die Daten laufend aus und kann innerhalb von 20 bis 30 Minuten eine Tsunami-Warnung verbreiten. Da die betroffenen Staaten √ľber ein effektives Kommunikationssystem und regionale Notstandspl√§ne verf√ľgen, besteht im Katastrophenfall eine gute Chance, dass rechtzeitig Rettungsma√ünahmen eingeleitet werden k√∂nnen.

Einige K√ľstenst√§dte in Japan sch√ľtzen sich durch bis zu zehn Meter hohe und 25 Meter breite Deiche, deren Tore innerhalb von wenigen Minuten geschlossen werden k√∂nnen. Au√üerdem beobachten Leute vom K√ľstenschutz mit Kameras den Meeresspiegel auf Ver√§nderungen. Ein Fr√ľhwarnsystem gibt bei Erdbeben der St√§rke 4 automatisch Tsunamialarm, so dass die Einwohner evakuiert werden k√∂nnen.

Leider besitzen einige von der Gefahr betroffene Staaten diese Systeme noch nicht, und deren Informationsnetz ist so schlecht ausgebaut, dass eine Vorwarnung nur eingeschr√§nkt oder √ľberhaupt nicht m√∂glich ist. Dies betrifft insbesondere den Indischen Ozean. Zudem kommt es vor, dass Beh√∂rden aus Angst des Verlustes der Einnahmequelle Tourismus Tsunami-Warnungen nicht weiterleiten.

Die Staaten am Indischen Ozean haben nach der Flutkatastrophe in S√ľdasien 2004 beschlossen, ein Tsunami-Fr√ľhwarnsystem einzurichten.

Indonesien hat ein deutsches Fr√ľhwarnsystem geordert - das German Indonesian Tsunami Early Warning System (GITEWS) - das im Auftrag der deutschen Bundesregierung vom Geoforschungszentrum (GFZ) Potsdam und sieben weiteren Institutionen entwickelt wurde, das November 2008 in Testbetrieb ging und seit M√§rz 2011 in operativem Betrieb ist. Durch seismische Sensoren, Ozean-Bojen und GPS-Technologie erlaubt dieses komplexe System noch exaktere Vorhersagen als das PTWC.

Malaysia hat das Malaysian National Tsunami Early Warning System (MNTEWS) errichtet, das derzeit eine Alarmierung der Bev√∂lkerung innerhalb von zw√∂lf Minuten nach dem Ereignis erm√∂glicht. F√ľr 2012 wurde die Verk√ľrzung der Alarmzeit auf zehn Minuten angek√ľndigt.[4]

Taiwan nahm am 14. November 2011 ein unterseeisches seismisches Beobachtungssystem in Betrieb. Die in etwa 300 m Meerestiefe an einem Unterseekabel befestigten Komponenten des Fr√ľhwarnsystems sind √ľber eine Strecke von 45 Kilometern verteilt und sollen die Vorwarnzeit f√ľr Tsunamis und Erdbeben weiter verk√ľrzen.[5]

Die Koordination der vorhandenen Systeme zu einem weltweiten System wird seit Mitte 2005 vorangetrieben. F√ľr die Erkennung von den Erdbeben werden die seismologischen Auswertungen der UNO herangezogen, die normalerweise f√ľr die √úberwachung des vollst√§ndigen Atomteststoppvertrages CTBT verwendet werden. Dazu m√ľssen nur die Meldesysteme in die nationalen Alarmsysteme integriert werden, da die Erkennungsm√∂glichkeiten schon vorhanden sind. Die Meldungen dieser k√ľnstlichen durch Nuklearexplosionen hervorgerufenen oder nat√ľrlichen Erdbeben laufen in Wien bei der Atomteststoppvertragsorganisation CTBTO zusammen.

Bei allen Fr√ľhwarnsystemen besteht das Problem, dass Falschalarme bei einer unn√∂tigen Evakuierung hohe Kosten verursachen k√∂nnen und das Vertrauen der Menschen in die Prognosen untergraben.

Verhaltensweisen bei akuter Tsunami-Gefahr und Tsunami-Warnung

Bei einem Aufenthalt in tsunami-gef√§hrdeten K√ľstenregionen wird u. a. folgendes empfohlen:

  • Halten Sie sich in K√ľstenn√§he auf und versp√ľren ein starkes Erdbeben, dann eilen Sie sofort zu einem hochgelegenen bzw. k√ľstenfernen Zufluchtsort, da starke k√ľstennahe Erdbeben Tsunamis verursachen k√∂nnen. Allerdings folgt einem solchen Beben nur in etwa zehn bis 20 % der F√§lle auch ein gef√§hrlicher Tsunami. Dennoch sollten Sie nicht voreilig wieder in tiefere k√ľstennahe Gebiete zur√ľckkehren, sondern m√∂glichst eine offizielle Entwarnung abwarten, es sei denn, dass Sie von Ihrer Position aus sicher einsch√§tzen k√∂nnen, dass den Ersch√ľtterungen innerhalb etwa einer Stunde kein Tsunami gefolgt ist.
  • Sind Sie an der K√ľste und nehmen einen unerwarteten schnellen Anstieg oder Abfall des Wasserspiegels innerhalb von Minuten wahr, dann eilen Sie ebenfalls sofort zu einem hochgelegenen bzw. k√ľstenfernen Zufluchtsort. In keinem Fall sollten Sie in pl√∂tzlich trockene Meeresbuchten hinauslaufen. Die erste hohe Welle folgt mit Sicherheit innerhalb einiger Minuten.
  • Nehmen Sie die starken Erdbebenersch√ľtterungen innerhalb eines Geb√§udes wahr, dann verhalten sie sich entsprechend erdbebenspezifischen Anweisungen. [3] Befindet sich das Geb√§ude in einem potenziellen Tsunami-√úberflutungsgebiet, dann verlassen sie das Geb√§ude sofort nach Abklingen der Ersch√ľtterungen und eilen zu einem h√∂heren bzw. k√ľstenferneren Zufluchtsort (Ausnahme: solide und durch das Beben nicht gesch√§digte Stahlbeton-Hochh√§user).
  • Informieren Sie Menschen in Ihrer N√§he √ľber Ihre Wahrnehmungen und warnen Sie diese entsprechend.
  • Werden Sie dennoch von der Welle erfasst, dann sollten Sie, wo immer m√∂glich, versuchen, sofort auf einen hohen, stabilen Felsen oder auf ein stabiles Haus zu steigen oder sich an einem Baum oder Mast festzuhalten, daran so hoch wie m√∂glich zu klettern und zu verharren. Nur so k√∂nnen Sie u. U. vermeiden, von nachfolgenden Wellen erfasst oder durch die anschlie√üend r√ľckflutenden Wassermassen ins offene Meer hinausgesp√ľlt zu werden. Auch wenn das umgebende Wasser nicht mehr str√∂mt und sich wie ein See beruhigt hat, sollten Sie noch nicht von Ihrem erh√∂hten, sicheren Standort heruntersteigen, denn das Wasser k√∂nnte in K√ľrze entweder zum Meer zur√ľckstr√∂men oder die n√§chste Welle k√∂nnte umgehend kommen. Wenn dann schlussendlich alles Wasser ins Meer zur√ľckgestr√∂mt ist, wird sich die √úberflutung z. B. alle 30 bis 60 Minuten mit abklingender Intensit√§t wiederholen.
  • Sichere Zufluchtsorte sollten auf keinen Fall nach R√ľckzug der ersten Welle(n) bereits wieder verlassen werden. Man muss ggf. mehr als f√ľnf Stunden auf den h√∂her gelegenen Zufluchtsorten ausharren und sollte in tief liegende K√ľstenbereiche erst nach offizieller Entwarnung zur√ľckkehren.

Typische Phänomene von Tsunamis

  • Tsunamis bestehen aus einer Serie aufeinander folgender, sehr langperiodischer Meereswellen. Diese werden zumeist durch starke untermeerische Erdbeben, aber auch durch Vulkanausbr√ľche oder Hangrutschungen verursacht.
  • Die meisten Tsunamis ereignen sich im Pazifischen Ozean, es gibt sie aber auch in allen anderen Ozeanen und Meeresgebieten. Obgleich Tsunamis selten sind, stellen sie eine gro√üe Gefahr dar. Ein sicherer Schutz vor Tsunamis ist nicht erreichbar, au√üer man vermeidet in potenziell tsunamigef√§hrdeten Gebieten Siedlung und Bebauung in niedrig gelegenen (weniger als 30 m √ľ. NN) Gebieten.
  • Tsunamis k√∂nnen innerhalb weniger Minuten an den K√ľsten nahe ihres Ursprungs gro√üe Zerst√∂rungen anrichten und viele Menschenleben fordern. Starke Tsunamis entfalten ihre Wirkung aber auch an weit entfernten K√ľsten, da sie sich im Verlauf von Stunden √ľber ganze Ozeanbecken hinweg ausbreiten k√∂nnen.
  • Die Geschwindigkeit, mit der sich Tsunamis ausbreiten, ist abh√§ngig von der Wassertiefe. In tiefen Ozeanen erreicht sie √ľber 800 km/h und in flachem Wasser betr√§gt sie etwa 30 bis 50 km/h.
  • Ein Tsunami besteht meist aus mehreren Wellenbergen, die im Abstand von einigen zehn Minuten bis zu √ľber einer Stunde aufeinander folgen und h√§ufig erst in sp√§teren Wellenbergen zu maximalen H√∂hen an der K√ľste auflaufen.
  • Die Abst√§nde zwischen den Wellenbergen betragen auf tiefer offener See einige hundert km und verk√ľrzen sich in Flachwasserbereichen bis auf etwa zehn Kilometer.
  • Die Wellenh√∂hen sind auf tiefer offener See gering, meist kleiner als 80 cm und auf Grund der gro√üen Wellenl√§ngen f√ľr Schiffe ungef√§hrlich und nur mittels spezieller Bojen oder Satellitenaltimetrie feststellbar. Bei Ann√§herung an die K√ľste, vor allem in flachen Buchten, k√∂nnen sich die Wassermassen aber √ľber zehn Meter, in Extremf√§llen auch mehr als 30 bis 50 m hoch auft√ľrmen, flaches Land hinter der K√ľste bis zu mehreren Kilometern landeinw√§rts √ľberfluten und verheerende Verw√ľstungen anrichten. [3]
  • Personen an Land nehmen einen herannahenden Tsunami nicht unbedingt als Welle wahr, sondern als einen unvermittelten, im Vergleich zu Ebbe und Flut viel schnelleren Abfall oder auch Anstieg des Meeresniveaus. Sie bemerken z. B., dass pl√∂tzlich Wasser √ľber den kurz zuvor noch trockenen Boden l√§uft und sie einige Momente sp√§ter vielleicht bereits h√ľfthoch im Wasser stehen und Autos wie Streichholzschachteln weggeschwemmt werden. Der Meeresspiegel steigt ggf. weiter schnell um mehrere Meter an und √ľberflutet tieferliegende K√ľstenbereiche. Anschlie√üend l√§uft das Wasser in umgekehrter Richtung wieder ab zum Meer und verfrachtet beim Ablaufen zerst√∂rte Geb√§ude und Tr√ľmmer Kilometer weit auf das offene Meer hinaus.

Die größten Tsunamis

Antike und prähistorisches Zeitalter

  • zwischen 25.000 und 5000 v. Chr.: Storegga-Ereignis; der Abbruch einer Fl√§che von der Gr√∂√üe Islands (in drei Sch√ľben) vom Kontinentalabhang vor Norwegen muss einen Tsunami gewaltigen Ausma√ües verursacht haben.
  • in pr√§historischer Zeit kamen gewaltige Tsunamis mit H√∂hen von 300 bis 400 m vor. Sie entstanden durch gewaltige Hangrutsche oder Einst√ľrze ganzer Berge, die aufgrund von vulkanischen T√§tigkeiten ins Meer brachen, zum Beispiel auf den Inseln Hawaiis vor 110.000 Jahren, oder durch Unterwasserlawinen, wie vor 8000 Jahren vor der norwegischen K√ľste. Solche Tsunamis k√∂nnen durch Ablagerungen von so genannten Tsunamiten und Felsproben rekonstruiert werden.
  • ca. 6300 v. Chr. verursachte ein Bergsturz am √Ątna einen Tsunami im √∂stlichen Mittelmeer;
  • sp√§tes 16. Jh. v. Chr. (nach sehr umstrittenen neueren Theorien 1628 v. Chr.): Eine Vulkanexplosion auf Santorin soll nach Meinung einiger Forscher zu bis zu 60 Meter hohen Wellen im gesamten √∂stlichen Mittelmeer gef√ľhrt haben. Bis vor einigen Jahrzehnten nahmen einige Forscher an, dass die Flutwellen zur Ausl√∂schung der minoischen Kultur gef√ľhrt hat. Die minoische Kultur bestand jedoch noch mindestens ein halbes Jahrhundert weiter.
  • 479 v. Chr.: Der √§lteste genau datierbare Tsunami wird vom griechischen Historiker Herodot √ľberliefert. Die persischen Belagerer von Potidaia wurden von einer riesigen Welle √ľberrascht, als sie sich das unerwartet zur√ľckziehende Meer zunutze machen wollten, um die Stadt anzugreifen. Herodot schreibt das Auftreten der rettenden Flutwelle dem Meeresgott Poseidon zu.[6][7]
  • 426 v. Chr.: Der Historiker Thukydides beschreibt in seinem Werk Der Peloponnesische Krieg anhand des Erdbebens im Golf von Eub√∂a erstmals den urs√§chlichen Zusammenhang des Auftretens von Erdbeben und nachfolgenden Flutwellen.[7][8][9]
  • 373 v. Chr.: Erdbeben und Flutwelle zerst√∂rten das zwei Kilometer von der K√ľste gelegene Helike restlos.[10] Die Katastrophe wurde von mehreren antiken Geographen beschrieben und k√∂nnte einer Theorie zufolge den Zeitzeugen Plato zum Mythos von Atlantis angeregt haben.[11]
  • 365 n. Chr.: Der r√∂mische Historiker Ammianus Marcellinus (Res Gestae 26.10.15-19) berichtet von einem gewaltigen Tsunami, der am 21. Juli 365 die √∂stlichen K√ľsten des Mittelmeeres heimsuchte und den Tod Zehntausender von Menschen zur Folge hatte. Ammianus schilderte dabei genau die charakteristische Abfolge von Erdbeben, R√ľckzug des Meers und heranrollender Riesenwelle.[12]
  • 9. Juli 869: Eine durch das JŇćgan-Sanriku-Erdbeben ausgel√∂ste Tsunami trifft auf √ľber hunderte von Kilometern auf die K√ľste der japanischen Region TŇćhoku, zerst√∂rt nach den Aufzeichnungen hunderte von D√∂rfern und dringt bei Sendai mehr als vier Kilometer in das Landesinnere vor. Dabei kommen 1000 Menschen um.[13][14]

17. Jahrhundert

  • 18. September 1601: Ein Erdbeben mit Zentrum in Unterwalden in der Zentralschweiz forderte angeblich acht Tote. Ersch√ľtterungen waren in der ganzen damaligen Schweiz zu sp√ľren. Die durch das Erdbeben ausgel√∂sten Erdrutsche f√ľhrten zu einer vermutlich bis zu vier Meter hohen Flutwelle im Vierwaldst√§ttersee, die in der Stadt Luzern betr√§chtliche Sch√§den anrichtete. Das Ereignis wurde vom damaligen Stadtschreiber Renward Cysat ausf√ľhrlich beschrieben. Es handelt sich um einen der ersten durch einen Augenzeugen gut dokumentierten Tsunami.[15]
  • 20. Januar 1607 (nach Julianischem Kalender): √úberschwemmungen am Bristolkanal forderten rund 2000 Todesopfer. Als Ursache wird in der j√ľngeren Forschung ein Seebeben vermutet.

18. Jahrhundert

  • 28. Oktober 1746: Ein Erdbeben mit anschlie√üendem Tsunami zerst√∂rte die peruanische Hafenstadt Callao. Von den rund 5000 Bewohnern √ľberlebten nur etwa 200.
Großbrand und Tsunami in Lissabon 1755
  • 1. November 1755: Die portugiesische Hauptstadt Lissabon wurde von einem Brand zerst√∂rt, der infolge eines Erdbebens ausbrach (Erdbeben von Lissabon). Als die Einwohner vor den Flammen an das Ufer des Tejo fl√ľchteten, wurden sie von haushohen Flutwellen √ľberrascht. Zwei Drittel der Stadt wurden zerst√∂rt, 60.000 Menschen starben. Der Tsunami machte sich noch in Irland und jenseits des Atlantiks auf den kleinen Antillen bemerkbar, Madeira wurde von 15 Meter hohen Wellen erreicht. Das Erdbeben war auch in Venedig deutlich zu sp√ľren und wird sogar in Casanovas Memoiren erw√§hnt.

19. Jahrhundert

  • 13. bis 15. August 1868: Nach einem Seebeben vor der s√ľdamerikanischen K√ľste richtete ein Tsunami in Chile und an den Ostk√ľsten von Neuseeland sowie Australien erheblichen Schaden an. Tausende Menschen starben dadurch. Das Ereignis f√ľhrte zur fr√ľhen geowissenschaftlichen Erkl√§rung durch Ferdinand von Hochstetter.[1][16]
  • 27. August 1883: Nach der Explosion des Vulkans Krakatau entstand ein gro√üer Tsunami, der im nahen Umkreis 40 m hohe Flutwellen ausl√∂ste, durch die ungef√§hr 36.000 Menschen starben.
  • 13. M√§rz 1888: Bei Hatzfeldhafen (Deutsch-Neuguinea) wurde die acht Meter hohe Flutwelle eines Tsunamis beobachtet, der durch den Ausbruch des Vulkans auf der Ritter-Insel ausgel√∂st worden war.
  • 15. Juni 1896: Der durch das Meiji-Sanriku-Erdbeben ausgel√∂ste Tsunami, eine Wasserwand von 23 m H√∂he, √ľberraschte Japan w√§hrend religi√∂ser Feierlichkeiten, 26.000 Menschen ertranken.

20. Jahrhundert

  • 15. Januar 1905: Bei einer durch einen Felsabsturz des Ramnefjell in den Lovatn-See (Norwegen) verursachten 40 m hohen Flutwelle starben am 10 km entfernt gegen√ľberliegenden Ufer 63 Einwohner der D√∂rfer B√łdal und Nesdal.
  • 31. Januar 1906: Die K√ľsten Kolumbiens und Ecuadors wurden von einer verheerenden Flutwelle √ľberschwemmt, 500 bis 1500 Menschen kamen ums Leben.
  • 28. Dezember 1908: Die Stadt Messina in Italien wurde fast vollst√§ndig durch ein Erdbeben und einen darauffolgenden Tsunami zerst√∂rt. Mehr als 75.000 Menschen fanden den Tod (siehe Erdbeben von Messina 1908).
  • 18. November 1929: Der Neufundlandbank-Tsunami forderte 28 Tote und mehr als 10.000 Obdachlose.
  • 2. M√§rz 1933: Der auf das ShŇćwa-Sanriku-Erdbeben vor Japan folgende Tsunami mit einer Wellenh√∂he bis 28,7 m forderte √ľber 1500 Tote und 1500 Vermisste.
  • 1936: Bei einem erneuten Felsabsturz des Ramnefjell in den Lovatn-See (Norwegen) entstand eine 70 m hohe Flutwelle und zerst√∂rte wiederum zwei D√∂rfer. Ein Ausflugsschiff wurde 350 m weit ins Land getragen. Die D√∂rfer wurden daraufhin aufgegeben, so dass bei einem weiteren Erdrutsch mit Flutwelle im Jahre 1950 keine Opfer zu beklagen waren.
  • 1. April 1946: Vor Alaska riss eine Welle infolge eines Erdbebens die f√ľnfk√∂pfige Besatzung eines Leuchtturmes in den Tod. Stunden sp√§ter erreichte die Welle das fast 3.700 km entfernte Hawaii, wo 159 Menschen starben.
  • 5. November 1952: 2336 Einwohner von Sewero-Kurilsk kamen durch einen von einem Seebeben 130 km vor der K√ľste Kamtschatkas hervorgerufenen Tsunami ums Leben. Zerst√∂rungen gab es auch in anderen Ortschaften Kamtschatkas und der Kurilen.
  • 9. Juli 1958: In der Lituya Bay (Alaska) entstand durch einen Erdrutsch ein Tsunami, der auf dem gegen√ľberliegenden Uferhang der engen fjord√§hnlichen Bucht eine H√∂he von bis zu 520 m erreichte.[17]
  • 22. Mai 1960: Das Erdbeben von Valdivia erzeugte eine elf Meter hohe Welle im Pazifik, die in Chile 1000 Menschen t√∂tete. Auf Hawaii kamen 61 Menschen ums Leben, doch konnte durch ein erstes Warnsystem der Ort Hilo rechtzeitig evakuiert werden.
  • 27. M√§rz 1964: Am Karfreitag l√∂ste das Karfreitagsbeben vor Alaska an der gesamten Westk√ľste der USA eine Flutwelle aus und forderte zahlreiche Opfer
  • 16. August 1976: Ein Tsunami im Golf von Moro forderte auf den Philippinen mehr als 5000 Menschenleben.
  • 26. Mai 1983: Ein Erdbeben der St√§rke 7,7 l√∂ste im Norden von Japan in den Pr√§fekturen Akita und Aomori einen 14 m hohen Tsunami aus, welcher 104 Todesopfer forderte. Das Epizentrum lag in der Sea of Japan vor Oga Peninsula / Akita.
  • 2. September 1992: Beim Nicaragua-Erdbeben 1992 mit Epizentrum 120 km vor der K√ľste wurden mindestens 116 Personen get√∂tet, viele davon wurden an der Pazifikk√ľste von Nicaragua von einer zehn Meter hohen Flutwelle √ľberrascht.
  • 12. Juli 1993: Ein Erdbeben der St√§rke 7,7 l√∂ste im Norden von Japan bei Okushiri Island einen 32 m hohen Tsunami aus, welcher 230 Todesopfer forderte. Das Epizentrum lag in der Sea of Japan in der N√§he von Hokkaido.
  • 17. Juli 1998: An der Nordk√ľste von Papua-Neuguinea wurden 2000 Menschen von einer Flutwelle get√∂tet, die von einem Beben der St√§rke 7,1 ausgel√∂st wurde.

21. Jahrhundert

  • 21. Mai 2003: Ein Erdbeben vor Algerien t√∂tete mehr als 2000 Menschen und l√∂ste einen kleinen Tsunami aus, der auf Mallorca und Ibiza zu lokalen √úberschwemmungen f√ľhrte.
Gro√üer Tsunami von 2004 beim Auftreffen auf die maledivische K√ľste
  • 26. Dezember 2004: Durch ein Erdbeben im Indischen Ozean (3¬į 33' Nord, 95¬į 8' Ost) vor der Insel Sumatra, das eine Magnitude um 9,3 hatte ‚Äď das drittst√§rkste je gemessene Beben ‚Äď, ereignete sich eine der bisher schlimmsten Tsunamikatastrophen der Geschichte. Mindestens 231.000 Menschen in acht asiatischen L√§ndern wurden get√∂tet. Die Wellenenergie breitete sich mehrere tausend Kilometer bis nach Ost- und S√ľdostafrika aus und forderte als Flutwelle dort weitere Opfer.
  • 17. Juli 2006: Ein Seebeben vor der indonesischen Insel Java l√∂ste einen Tsunami aus, durch den √ľber 700 Menschen ums Leben kamen.
  • 2. April 2007: Ein Seebeben bei den Salomonen der St√§rke 8,0 l√∂ste im S√ľdpazifik einen Tsunami aus, der die Salomonen-Inseln verw√ľstete, die Flutwelle war bis zu zw√∂lf Meter hoch. Das Epizentrum lag nur 40 Kilometer s√ľd√∂stlich von Gizo, es wurden mindestens zw√∂lf bis 20 Menschen get√∂tet.
  • 30. September 2009: Ein Erdbeben vor der K√ľste der Samoainseln mit der St√§rke 8,0 l√∂ste einen Tsunami aus, der Teile der Insel verw√ľstete. Nach ersten Berichten kamen dabei mindestens 80 bis 100 Menschen ums Leben.
  • 25. Oktober 2010: Ein Erdbeben der St√§rke 7,2 bis 7,5 l√∂ste auf den Mentawai-Inseln vor Sumatra einen Tsunami mit gut drei Meter hoher Flutwelle aus, die bis zu 600 Meter landeinw√§rts drang. Mindestens 272 Tote und weitere Vermisste.[18][19]
  • 11. M√§rz 2011: In Folge eines Erdbebens der St√§rke 9,0 trifft ein Tsunami mit einer H√∂he bis zu 23 Metern die ostjapanische K√ľste vor TŇćhoku.[20] Die Flutwellen breiten sich √ľber den gesamten Pazifikraum aus, treffen die K√ľsten anderer L√§nder aber weniger stark als zun√§chst bef√ľrchtet. Noch Wochen sp√§ter sind diverse Nachbeben und neue starke Erdbeben zu sp√ľren. Best√§tigt sind bisher 11.500 Todesopfer und 16.400 Vermisste.[21] Durch diesen Tsunami wurde auch die Nuklearkatastrophe von Fukushima ausgel√∂st. Ebenso l√∂sten sich in der ca. 13000 km entfernten Antarktis gr√∂√üere Eisberge vom Schelfeis, dies konnte mittels Envisat-Satelliten beobachtet werden.[22][23]

Siehe auch

Literatur

B√ľcher:

Aufsätze:

  • Erwin Lausch: Tsunami: Wenn das Meer aus heiterem Himmel tobt. GEO 4/1997, S. 74
  • Angelo Rubino: Anregung und Ausbreitung von Tsunami-Wellen, die durch untermeerische Erdrutsche verursacht werden. Universit√§t Hamburg, Institut f√ľr Meereskunde, 1994
  • G. Margaritondo: Explaining the physics of tsunamis to undergraduate and non-physics students. European Journal of Physics 26, 401‚Äď407 (2005)
  • Pascal Bernard: Tsunamis im Mittelmeer? Spektrum der Wissenschaft, April 2005, S. 34‚Äď41 (2005), ISSN 0170-2971
  • Intergovernmental Oceanographic Commission (2008). Tsunami - the great waves. United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization [5]
  • Eko Yulianto, Fauzi Kusmayanto, Nandang Supriyatna and Mohammad Dirhamsyah (2010). Where the first wave arrives in minutes - Indonesian lessons on surviving tsunamis near their sources. United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization, IOC Brochure 2010-4, [6] ISBN 978-979-19957-9-5

Weblinks

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 Commons: Tsunami ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ a b [1] Hans P. Sch√∂nlaub: Die Sumatra-Andamanen-Katastrophe vom 26. Dezember 2004 und andere Beben. Ferdinand von Hochstetter: √Ėsterreichs Pionier in der Tsunami-Forschung. auf www.geologie.ac.at (mit Abbildung der Kartenskizze von Hochstetter)
  2. ‚ÜĎ Manuel Martin-Neira & Christopher Buck : A Tsunami Early-Warning System ‚Äď The Paris Concept. ESA Bulletin Nr. 124, November 2005, S. 50‚Äď55 (pdf; 800 kB)
  3. ‚ÜĎ a b c Merkbl√§tter des GFZ, Peter Bormann, Helmholtz-Zentrum Potsdam, Deutsches GeoForschungsZentrum (GFZ) [2]
  4. ‚ÜĎ Che Gaya Ismail, Vizedirektor des Malaysian Meteorological Department (MMD), in NEW STRAITS TIMES, 6. Mai 2011, Seite 19
  5. ‚ÜĎ Taiwan deploys undersea quake warning syste; The Borneo Post, Ausgabe vom 15. November 2011
  6. ‚ÜĎ Herodot: The Histories, 8.129
  7. ‚ÜĎ a b T. C. Smid: Tsunamis' in Greek Literature. Greece & Rome, 2. Ser., Bd. 17, Nr. 1 (April 1970), S. 100-104
  8. ‚ÜĎ Thukydides: A History of the Peloponnesian War. 3.89.1-5
  9. ‚ÜĎ John Antonopoulos: The Tsunami of 426 BC in the Maliakos Gulf, Eastern Greece., Natural Hazards, Bd. 5 (1992), S. 83-93
  10. ‚ÜĎ Strabo, Geographie. 8.7.2
  11. ‚ÜĎ The Lost Cities of Ancient Helike: Principal Ancient Sources.
  12. ‚ÜĎ Gavin Kelly: Ammianus and the Great Tsunami. in: The Journal of Roman Studies, Bd. 94, S. 141-167 (141), 2004
  13. ‚ÜĎ Yuki Sawai, Yushiro Fujii, Osamu Fujiwara, Takanobu Kamataki, Junko Komatsubara, Yukinobu Okamura, Kenji Satake, Masanobu Shishikura: Marine incursions of the past 1500 years and evidence of tsunamis at Suijin-numa, a coastal lake facing the Japan Trench. In: The Holocene. Vol. 18, Nr. 4, 2008, S. 517‚Äď528, doi:10.1177/0959683608089206 (PDF).
  14. ‚ÜĎ K. Minoura, F. Imamura, D. Sugawara, Y. Kono, T. Iwashita: The 869 JŇćgan tsunami deposit and recurrence interval of large-scale tsunami on the Pacific coast of northeast Japan. In: Journal of Natural Disaster Science. Vol. 23, Nr. 2, 2001, S. 83‚Äď88 (PDF).
  15. ‚ÜĎ Tsunami und Tanzverbot 1601. Staatsarchiv Luzern
  16. ‚ÜĎ Willem de Lange, Eileen McSaveney: New Zealand‚Äôs tsunami history. In: Te Ara - the Encyclopedia of New Zealand. online-Version 2009, auf www.teara.govt.nz
  17. ‚ÜĎ Biggest Tsunami: Lituya Bay Tsunami.
  18. ‚ÜĎ http://orf.at/stories/2022188/2022192/
  19. ‚ÜĎ http://www.cbsnews.com/stories/2010/10/27/world/main6995237.shtml
  20. ‚ÜĎ http://www.stern.de/news2/aktuell/tsunami-welle-in-japan-war-mindestens-23-meter-hoch-1665219.html Abgerufen am 24. Mai 2011. (Archived by WebCite¬ģ at http://www.webcitation.org/5yGg97Sjy)
  21. ‚ÜĎ http://www.taz.de/1/politik/asien/artikel/1/11500-todesopfer-des-bebens-bestaetigt/
  22. ‚ÜĎ Japan-Tsunami erzeugte Eisberge in der Antarktis diepresse.com
  23. ‚ÜĎ Antarctic Icebergs Chipped off by Tsunami earthobservatory.nasa.gov, abgerufen am 10. August 2011
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