Tyrrhenisches Meer

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Tyrrhenisches Meer
Lipari und Salina im Tyrrhenischen Meer.

Das Tyrrhenische Meer (ital. Mar Tirreno, frz. Mer Tyrrh√©nienne) ist ein Teil des Mittelmeeres. Es liegt westlich der Apenninhalbinsel zwischen den Inseln Sardinien, Korsika und Sizilien. N√∂rdlich schlie√üt sich das Ligurische Meer, s√ľdlich das offene Mittelmeer und im Osten das Ionische Meer an. Der Name entstand aus der griechischen Bezeichnung Tyrrhenoi f√ľr die Etrusker, die auf dem angrenzenden Festland siedelten.

Das Meer liegt √ľber einem komplexen plattentektonischen System und ist erdgeschichtlich jung. Vulkanismus pr√§gte K√ľsten und Inseln. Ozeanische Erdkruste bildet Teile des Tiefseebodens, der von Gr√§ben und Seamounts gepr√§gt ist. Das Meer ist etwa 3600 Meter tief. Inmitten des dicht bev√∂lkerten westlichen Mittelmeerraums gelegen, war das Tyrrhenische Meer seit der Antike Handels- und Kriegsschauplatz. Zu den Seefahrern auf dem Meer z√§hlten Etrusker, Griechen, R√∂mer, Vandalen, Normannen, Genueser, Spanier und Franzosen. Rom ist durch das Tyrrhenische Meer mit dem weiteren Mittelmeer verbunden, ebenso wie der Seeweg von Marseille und Genua nach Osten und zum Suezkanal durch das Tyrrhenische Meer f√ľhrt. Wichtigster Hafen am Meer ist Gioia Tauro in Kalabrien.

Im Vergleich zum restlichen Mittelmeer weist das Tyrrhenische Meer eine eher niedrige Bioproduktivit√§t auf. Biologisch bedeutend sind die meist felsigen K√ľstenbereiche, in denen sich unter anderem Edelkorallen und Langusten ansiedeln. K√ľsten wie der Golf von Neapel, die Amalfik√ľste, die sizilianischen K√ľsten und kleinere Inseln wie Capri oder Ischia z√§hlen seit den Anf√§ngen des modernen Tourismus zu den beliebtesten Touristenregionen der Welt.

Inhaltsverzeichnis

Name

Der Name des Meeres leitet sich von der griechischen Bezeichnung f√ľr die Etrusker ab, die im altgriechischen Tyrrhenoi hie√üen. Die Etrusker, die etwa in der Gegend lebten, in der sich heute die Toskana befindet, waren der griechischen √úberlieferung nach von dem Prinzen Tyrrhenus aus Lydien an ihren sp√§teren Siedlungsraum gef√ľhrt worden.[1] Im Latein des R√∂mischen Reichs war das Meer das Mare Tyrrhenicum. Der Name und seine Abwandlungen wird auch von den Anrainern selbst benutzt, so lautet der franz√∂sische Name des Meeres Mer Tyrrh√©nienne, der italienische Mar Tirreno. Auf ligurisch ist es das M√Ę Tirren, sizilianisch und korsisch hei√üt es Mari Tirrenu, auf sardisch ist es das Mare Tirrenicu.

Geografie

Karte des Tyrrhenischen Meeres

Lage

Das Tyrrhenische Meer liegt zwischen dem italienischen Festland im Osten, den Inseln Sardinien und Korsika im Westen, Sizilien im S√ľdosten, im Norden grenzt es an das Ligurische Meer und im S√ľden an das offene Mittelmeer. Auf dem italienischen Festland grenzt es an die Regionen Toskana, Latium, Kampanien, Basilikata und Kalabrien.[2] Das Meer umfasst eine Fl√§che von 231.000 km¬≤.[3]

Die genauen Grenzen verlaufen nach der Definition der IHO[4]:

  • In der Stra√üe von Messina vom n√∂rdlichsten Punkt von Kap Paci (15¬į42'E) bis zum √∂stlichsten Punkt Siziliens bei Kap Pelore (38¬į16'N).
  • Im S√ľdwesten (der Stra√üe von Sizilien) vom westlichsten Punkt Siziliens (Kap Lilibeo) (12¬į26'E) zum s√ľdlichsten Punkt Sardiniens (Kap Teulada) (8¬į38'E).
  • In der Stra√üe von Bonifacio vom westlichsten Punkt von Capo Testa auf Sardinien (41¬į14'N) zum s√ľdwestlichsten Punkt von Kap Feno (41¬į23'N) auf Korsika.
  • Im Norden: Eine Linie von Cap Corse (9¬į23'E) nach Tinetto (44¬į01‚Ä≤N 9¬į51‚Ä≤E), durch die Inseln Tino und Palmaria bis zum Sankt-Pietro-Punkt (44¬į03‚Ä≤N 9¬į50‚Ä≤E) an der italienischen Festlandsk√ľste.

Entstehung

Das Tyrrhenische Meer ist erdgeschichtlich deutlich j√ľnger als das restliche Mittelmeer. Es √∂ffnete sich als Backarc-Becken vor vermutlich 7 Millionen Jahren im Mioz√§n. Die Bewegung endete vor etwa 3 Millionen Jahren im Plioz√§n. Zur Zeit der beginnenden √Ėffnung lag der korsisch-sardische Kontinentalblock neben der Adriatischen Platte. Eurasische und Afrikanische Platte schoben den korsisch-sardinischen Block in Nord-S√ľd-Richtung zusammen, als Folge davon drehte sich die Adriatische Platte gegen den Uhrzeigersinn und das Tyrrhenische Meer √∂ffnete sich in Ost-West-Richtung.[5]

Die Kruste unter dem Tyrrhenischen Meer weist zwar Strukturen echter ozeanischer Kruste auf, jedoch hat diese ein beschr√§nktes Volumen. Die tiefsten Schichten bestehen im allergr√∂√üten Teil des Meeres aus gedehnter Kontinentalkruste.[6]Die d√ľnne Kruste des Tyrrhenischen Meers grenzt im Osten an die Kalabrische Subduktionszone und wird im Norden und S√ľden von der Adriatischen und Afrikanischen Platte eingeklemmt.[5] Unter dem Tyrrhenischen Meer liegt der subduzierte Teil der ionischen Platte.

In den letzten 13.000 Jahren ist der Wasserspiegel im Tyrrhenischen Meer um 67 Meter gestiegen.[7] Regelmäßige Messungen des Anstiegs gibt es seit 1884. Der durchschnittliche Anstieg betrug zwischen 1897 und 1942 im Jahr 1,2 Millimeter, zwischen 1931 und 1971 im Schnitt 1,54 Millimeter/Jahr und bis Ende der 1980er betrug er 1,6 Millimeter im Jahr.[8]

Gestalt und Hydrologie

Gestalt

Physikalische Karte des Mittelmeers mit Meerestiefen

Das Meer hat eine etwa dreieckige Gestalt. Die maximale Tiefe ist unklar, Angaben liegen meist bei etwa 3600 Meter, reichen aber von etwa 3.400 bis 3.840 Meter.[9] Der Kontinentalschelf ist schmal und erreicht Breiten von 10 bis 40 Kilometern.[8] Insgesamt entfallen von den 231.000 km¬≤ Gesamtfl√§che 14.800 km¬≤ auf den Kontinentalschelf und weitere 48.600 km¬≤ auf den Kontinentalabhang. Den Rest der Fl√§che nehmen Tiefseebecken ein.[10] Die Bodengestalt l√§sst sich anhand tektonischer und magnetischer Kriterien etwa auf 41 Grad n√∂rdlicher Breite teilen. S√ľdlich dieser Linie ist die Kruste deutlich d√ľnner und die vulkanischen Unregelm√§√üigkeiten sind deutlich ausgepr√§gter.[11]

Im Norden des Meeres bildet der Canale di Corsica die Hauptverbindung zwischen dem Tyrrhenischen Tiefseebecken und dem n√∂rdlich gelegenen Ligurisch-Provenzalischen Becken. Die Tiefseerinne ist etwa 100 Kilometer lang und an ihrer engsten Stelle zwischen dem toskanischen Schelf mit den Inseln Capraia und Korsika nur etwa 30 Kilometer breit. Sie erreicht Tiefen von 460 Metern.[12] Das n√∂rdliche Tyrrhenische Meer wird nicht tiefer als 2000 Meter. Die westliche H√§lfte, das sogenannte Korsika-Becken, ist vergleichsweise flach.[11] Auf dem zentralen R√ľcken liegen die Inseln Elba, Montecristo, Capraia und Pianosa. An der K√ľste liegt der wieder vergleichsweise flache toskanische Schelf. Die Seamounts Etruschi und Cialdi liegen am √úbergang zum tieferen s√ľdlichen Tyrrhenischen Meer.[2] Die Erdkruste ist im n√∂rdlichen Tyrrhenischen Meer etwa 25 Kilometer dick.[11]

Der s√ľdliche Teil des Tyrrhenischen Meers besteht zum Teil vermutlich aus basaltischer Ozeankruste.[13] Die Erdkruste ist bei Sardinien im Westen etwa 30 Kilometer dick und verd√ľnnt sich nach Westen auf Werte zwischen f√ľnf und zehn Kilometer. Besonders d√ľnn ist die Kruste hier im zentralen Bereich unter den Seamounts Vavilov und Marsili, die zudem √ľber einem vergleichsweise weichen Erdmantel liegt. √Ąhnliche Charakteristika finden sich unter Ischia.[14]Das Tyrrhenische Meer besitzt damit die d√ľnnste Erdkruste im Mittelmeer.[11] Der Boden dort ist komplex, aus zahlreichen Abh√§ngen und vergleichsweise kleinen, tiefen Ebenen bestehend. Diese werden umgeben von Seamounts, die sich aber auch inmitten der Ebenen befinden k√∂nnen. Dazu kommt eine variable und komplexe K√ľstenlinie.[11] Von der sizilianischen Nordk√ľste aus f√§llt der Meeresgrund steil in ein Becken ab, das zu den tiefsten Stellen des Meeres geh√∂rt. An der sizilianischen K√ľste zur italienischen Halbinsel hin, ist die Steigung weniger ausgepr√§gt.[13]

Das s√ľdliche Tyrrhenische Meer zeigt zahlreiche magmatische Bodenstrukturen, die sich bis zu knapp dreitausend Meter weit auft√ľrmen k√∂nnen.[11] Dazu geh√∂ren mehrere Seamounts vulkanischen Ursprungs wie Vavilov und Marsili. Marsili erhebt sich dabei 2600 Meter √ľber den Meeresboden und scheint aus den √§ltesten Gesteinen zu bestehen.[13] Die n√∂rdlich Siziliens gelegenen Liparischen Inseln sind j√ľnger als das Tyrrhenische Meer und nur etwa eine Million Jahre alt. Sie formierten sich aufgrund von Magma-Bewegungen, die auftraten als sich die Ionische Platte unter das Tyrrhenische Meer schob. Die Insel Ustica liegt auf Kontinentalkruste im √úbergangsbereich zwischen Tyrrhenischer Ozeankruste und den umgebenden Platten und ist vulkanischen Ursprungs.[13]

Hydrologie

Da das gesamte Mittelmeer nur √ľber die enge Stra√üe von Gibraltar mit dem Atlantik verbunden ist, sind die Gezeiten kaum ausgepr√§gt. Die Str√∂mungsverh√§ltnisse im Meer werden fast ausschlie√ülich von l√§nger anhaltenden saisonalen Str√∂mungen bestimmt, die aber vergleichsweise schwach sind.[8] St√§rkere Str√∂mungen kommen vor allem in den Verbindungen zu anderen Meeren auf. Die Stra√üe von Bonifacio weist starke Str√∂mungen auf, ebenso wie die Stra√üe von Messina. In letzterer sind diese besonders ausgepr√§gt, da die Gezeiten im Tyrrhenischen Meer im Norden und im Ionischen Meer im S√ľden gegenl√§ufig sind, so dass Hochwasser in einem Meer auf Niedrigwasser im anderen Meer trifft, und die Str√∂mungsrichtung mit den Gezeiten wechselt.[8]

Das Wasser im Tyrrhenischen Meer flie√üt prinzipiell in allen Tiefen aus dem S√ľden in den Norden. Auch im Vergleich zu anderen Becken des Mittelmeers zeichnet sich das Tyrrhenische Meer durch ausgepr√§gt barotropische Verh√§ltnisse aus, in denen einzelne Wasserschichten √§hnlich zirkulieren. Im Winter findet sich in allen Wasserschichten eine klare Zirkulation gegen den Uhrzeigersinn. Im Fr√ľhjahr und Sommer schw√§cht sich dies ab, im Sommer entsteht eine Oberfl√§chenstr√∂mung in umgekehrter Richtung.[15] Ganzj√§hrig flie√üt das Wasser in allen Tiefenlagen aus dem Tyrrhenischen Meer Richtung Norden in das Ligurische Meer.[12]

Oberflächenwasser kommt mit dem Algerischen Strom aus dem westlichen offenen Mittelmeer.[16]Es rotiert im Tyrrhenischen Meer gegen den Uhrzeigersinn, bevor es ins Ligurische Meer fließt.[17] Es besteht aus Modifiziertem Atlantischem Wasser mit einer Temperatur von etwa 16,5 Grad und einem Salzgehalt von 36,5.[16]

Die mittlere Wasserregion in etwa 200 bis 600 Meter Tiefe besteht aus Mediterranean Intermediate Water (MIW), das eine Temperatur von 14,5 Grad hat und einen Salzgehalt von 38,75. Es entstand im √∂stlichen Mittelmeer an der Levante und flie√üt aus dem offenen Mittelmeer an der sardinischen K√ľste nordw√§rts ins Tyrrhenische Meer, wo es einen Wirbel bildet. Am Meeresboden flie√üt im Fr√ľhjahr West Mediterranean Deep Water (WMDW) aus dem Golfe du Lion in einer Tiefe von etwa 1500 bis 3000 Meter in das Tyrrhenische Meer.[18]

Gro√üe Fl√ľsse, die in das Meer flie√üen sind Arno und Tiber, wobei der Tiber im Schnitt das gr√∂√üere Wasservolumen hat, der Arno aber deutlich ausgepr√§gtere Unterschiede zwischen Hoch- und Niedrigst√§nden aufweist und zeitweise den Tiber an Wassermenge weit √ľbertreffen kann.[19] Durchschnittlich flie√üt 1225 m¬≥/s Frischwasser direkt in das Meer.[3]

Klima

In diesem Teilmeer des Mittelmeers herrscht ein subtropisches Mittelmeerklima mit einem hei√üen, trockenen Sommer und einem milden, regenreichen Winter. Generell nimmt von Norden nach S√ľden der Niederschlag ab und die Durchschnittstemperatur steigt sowohl im Wasser wie in der Luft. Wassertemperaturen der obersten Wasserschicht im Tyrrhenischen Meer betragen im Winter etwa 13 Grad Celsius und steigen im Sommer auf etwa 23 bis 24 Grad Celsius.[20]

Das ‚Äď beispielsweise im Vergleich zur Adria ‚Äď tiefe und weite Tyrrhenische Meer √ľbt einen moderierenden Einfluss auf das Festlandsklima aus, so dass die Sommer hier etwas k√ľhler und die Winter daf√ľr etwas w√§rmer sind als in anderen Gegenden des Mittelmeerraums. Die italienischen Festlandsk√ľsten sind vergleichsweise regenreich, da hier die feuchten Luftmassen aus dem Tyrrhenischen Meer vom Apennin aufgehalten werden.[21]Sardinien und Sizilien hingegen geh√∂ren zu den trockensten Regionen Italiens. Sizilien ist zudem die hei√üeste Region, durchschnittliche Wintertemperaturen fallen in Sizilien und Kalabrien nicht unter 10 Grad Celsius.[19]

Im Gegensatz zu den anderen Gebieten des westlichen Mittelmeers hat das Tyrrhenische Meer keine klar dominierende Windrichtung. In den Sommermonaten sind Winde aus Nordwest am h√§ufigsten, Westwinde kommen fast genauso oft vor, und auch S√ľdwest-, S√ľd- und S√ľdostwinde sind regelm√§√üig vorhanden. Generell sind die Winde im Sommer eher schwach und das Meer anf√§llig f√ľr h√§ufige Flauten.[22] Im S√ľdtyrrhenischen Meer spielt der aus der Sahara kommende Scirocco eine Rolle. Im Winter und Fr√ľhjahr √§ndert der aus Nordwesten kommende Mistral, der sowohl die Windgeschwindigkeiten verst√§rkt als auch eine vorherrschende Windrichtung etabliert und nachdem er Korsika passiert hat auch als Libeccio bekannt ist.[23] Im Vergleich etwa zur Nordsee sind die Winde auf dem Tyrrhenischen Meer schwach, die St√ľrme sind k√ľrzer und weniger stark. Einzig bei singul√§ren Ereignissen wie dem Sturm vom 11. Januar 1987 hinterlassen St√ľrme Zerst√∂rungen an den K√ľsten.[24]

K√ľsten und Inseln

K√ľsten und Inseln spiegeln die bewegte erdgeschichtliche Entstehung des Tyrrhenischen Meers wider, und sind dementsprechend komplex und abwechslungsreich. Zahlreiche Inseln sind vulkanischen Ursprungs.[2] Der Vulkang√ľrtel Italiens h√§ngt vermutlich eng mit der √Ėffnung des Tyrrhenischen Meers zusammen. Vulkanismus breitete sich dabei entlang des heutigen Italiens von Norden nach S√ľden aus, wobei die Vulkane im Norden mittlerweile alle erloschen sind, w√§hrend der S√ľden noch zahlreiche aktive Vulkangebiete an den K√ľsten, auf den Inseln und als Seamounts aufweist.[25]

K√ľsten

Tropea, Kalabrien

Die gesamte Westk√ľste Italiens ist von Flussm√ľndungen und Erosionsrinnen durchzogen und bietet so zahlreiche nat√ľrliche H√§fen. Die meisten dieser Fl√ľsse sind vergleichsweise kurz und haben kleine Entw√§sserungsgebiete.[26]Gro√üe Fl√ľsse wie der Tiber und der Arno sind ganzj√§hrig schiffbar und bieten eine Verbindung ins Innenland.[27] Die wenigen Ebenen, die Italien besitzt, grenzen meist an die K√ľsten, am zentralen Tyrrhenischen Meer sind dies die Maremma, die Pontinische Ebene und die Kampanischen Ebenen.[19] Die zahlreichen Str√§nde an der Tyrrhenischen K√ľste sind meist landseitig von Felsen umgeben und im Vergleich mit anderen Str√§nden Italiens schmal.[26]

Die K√ľste der Toskana besteht vor allem aus langen, gewundenen Sandstr√§nden, die gelegentlich von Felsformationen unterbrochen werden. Die Str√§nde sind Fortsetzungen der K√ľstenebenen, die die zahlreichen westgebundenen Fl√ľsse aus dem Apennin geformt haben. Die K√ľste ist tiefliegend und flach, bis in die Moderne hinein war der Bereich direkt hinter den Sandb√§nken von Feuchtgebieten und Lagunen ausgef√ľllt, die erst in den letzten Jahrhunderten entw√§ssert wurden. Insbesondere im Mittelalter versumpfte die K√ľste, wuchs aber auch ins Meer, w√§hrend sie seit dem 20. Jahrhundert teilweise dramatischen Erosionsprozessen ausgesetzt ist.[28]

Kalabrien, Sardinien und Sizilien weisen einen hohen Anteil vergleichsweise steiler Kiesstr√§nde auf. Meist bestehen sie aus kurzen Strandabschnitten, die sich zwischen ins Meer ragenden Felsen befinden. Insbesondere Sardinien weist mit seiner Ostk√ľste eine fast ausschlie√üliche Felsk√ľste auf, w√§hrend sonst Fels- und Strandabschnitte in stetigem Wechseln vorkommen, der Felsanteil nach S√ľden hin leicht zunimmt.[8] An der K√ľste des Golf von Cagliari befindet sich aber auch das gr√∂√üte bestehende Marschgebiet der Tyrrhenischen K√ľste auf Sardinien.[29]

In den 1990er Jahren befanden sich in allen Regionen des italienischen Festlands K√ľsten des Tyrrhenischen Meeres auf dem R√ľckzug. W√§hrend 48 Prozent der K√ľsten Erosion unterlagen, wuchsen nur 6 Prozent der K√ľsten an. Insbesondere an der vergleichsweise kurzen K√ľste der Basilicata befindet sich die gesamte K√ľste auf dem R√ľckzug, die Erosion nimmt hier bedrohliche Formen f√ľr die Anwohner an.[30] In Kalabrien sind 196 Kilometer K√ľstenlinie direkt von Erosion bedroht, in Sizilien 140 Kilometer, in der Toskana 122 Kilometer und in Latium sind es 117 Kilometer.[31] Kampanien hat relativ stabile K√ľsten, etwa 80 Prozent seiner K√ľsten weisen keinen R√ľckgang auf. Insbesondere sind hier Flussm√ľndungen betroffen. Aufgrund von Wasserwirtschaft und Sperrbauwerken erreichen viele Sedimente nicht mehr die K√ľste, was hier in den letzten Jahrzehnten den nat√ľrlichen Prozess stark zugunsten der Erosion verschoben hat. Ebenso beg√ľnstigen die zahlreichen Waldbr√§nde die Erosion: Sind die W√§lder verschwunden, werden Erdrutsche h√§ufiger, die den Boden abtragen und ins Meer erodieren.[30]

Inseln

Im n√∂rdlichen Meer vor der K√ľste der Toskana befindet sich der Toskanische Archipel. Er liegt auf zwei verschiedenen R√ľcken. Einmal liegt dort der Pianosa-Sedimentr√ľcken, zum anderen der Capraia-Montecristo-R√ľcken. In ihm befinden sich Inseln aus granitener Intrusion wie Elba oder Montecristo, w√§hrend Capraia aus vulkanischem Extrusionsgestein besteht. Giglio wiederum ist eine Verl√§ngerung des toskanischen Schelfs auf einem Horst. Zum toskanischen Archipel geh√∂ren zudem Gorgona und Giannutri.[2]

Vor der K√ľste Latiums befinden sich die Pontinischen Inseln, namentlich Ponza, Gavi, Palmarola, Zannone, Ventotene und Santo Stefano. Sie sind etwa ein bis zwei Millionen Jahre alt und ebenfalls vulkanischen Ursprungs.[25] Weiter im S√ľden vor der K√ľste Kampaniens liegen die Inseln Procida, Vivara, Ischia und Capri. Bis auf die letzte zeichnen explosive Eruptionen f√ľr ihr Entstehen verantwortlich.[25]

Die Liparischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs und vermutlich Ergebnis einer Subduktionszone. Die Afrikanische Platte schob sich unter die Eurasische Platte. Ob es allerdings die Hauptplatten sind, die sich hier bewegen, oder mit ihnen verbundene Mikroplatten ist noch nicht abschlie√üend erforscht. Die Wissenschaft h√§lt bisher alle vier Varianten f√ľr m√∂glich.[25] Die Liparischen Inseln liegen n√∂rdlich Siziliens. Sie sind j√ľnger als eine Million Jahre. Unter der Meeresoberfl√§che werden sie durch eine Reihe von Seamounts erweitert. Die Inseln weisen gro√üe Unterschiede auf, was Alter, Form und Aktivit√§t angeht. Mehrere Vulkane scheinen erloschen, Lipari ist vermutlich noch aktiv, Vulcano bricht unregelm√§√üig aus und Stromboli, der sogenannte Leuchtturm des Mittelmeers, ist seit mindestens 200 Jahren fast durchgehend aktiv, Sch√§tzungen gehen davon aus, dass dieser Zeitraum bis zu 2.500 Jahren betragen k√∂nnte.[25] Die erloschenen Vulkaninseln dort sind Alicudi, Filicudi, Panarea, Salina und Ustica. Erosion hat hier schon die klare vulkanische Form verwischt, generell sind die Inseln nur d√ľnn bev√∂lkert. Inselchen wie Basiluzzo, Lisca Bianca, Strombolicchio sind erloschen und soweit erodiert, dass sie als Vulkane nicht mehr von au√üen erkennbar sind.[32]

Westlich Siziliens und damit den s√ľdlichen Abschluss des Tyrrhenischen Meeres bildend liegen die √Ągadischen Inseln, namentlich Favignana, Levanzo und Marettimo. Die korsische K√ľste bildet im Osten die Verl√§ngerung des Korsischen Beckens unter dem Meer. Das Aleria-Plateau liegt an der Ostk√ľste der Insel, bevor diese in die korsischen Alpen √ľbergeht.

Fauna

Languste vor Sizilien

Biogeographisch bildet das n√∂rdliche Tyrrhenische Meer zusammen mit dem Ligurischen Meer und dem Golfe du Lion eine Provinz, das s√ľdtyrrhenische Meer wird entweder als eigene Provinz gez√§hlt oder mit dem Ionischen Meer zusammengefasst. Teilweise wird die Stra√üe von Messina wegen ihrer partikularen Zusammensetzung des √Ėkosystems als eigene Provinz angesehen.[33] Generell sind die Arten im gesamten Mittelmeerraum mit nur geringen regionalen Unterschieden gleichm√§√üig verteilt. Die gr√∂√üten Unterschiede liegen hier weniger zwischen einzelnen Meeresbecken, als zwischen dem n√∂rdlichen und s√ľdlichen Mittelmeer. Verschiedene Einwanderungssch√ľbe aus dem Atlantik und dem Schwarzen Meer brachten in der Erdgeschichte gem√§√üigte oder subtropische und tropische Arten ins Mittelmeer, die sich jetzt anhand des gerade herrschenden Klimas verteilen.[10] Die n√∂rdlicheren Regionen weisen dabei eine deutlich geringere Zahl an subtropischen Arten auf als die s√ľdlichen.[33]

Generell weist das Meer selbst gemessen am Mittelmeer eine niedrige Bioproduktivit√§t auf. Einzig die Stra√üe von Messina bildet hier eine Ausnahme.[10] Im Meer selbst produzieren √ľber dem Kontinentalschelf bei den Fischen Meerbrassen die h√∂chste Biomasse mit 520 kg/km¬≤, gefolgt von Sardinen (340 kg/km¬≤), Meerbarben (180), Seehechten (170), Makrelen (120) und Sardellen (40). Im Vergleich zum restlichen Mittelmeer kommen Sardinen und Sardellen damit eher sp√§rlich vor, hingegen sind Centracanthidae (Barschartige) h√§ufiger im Tyrrhenischen Meer zu finden als in anderen Mittelmeerbecken. √úber dem Kontinentalabhang sind Blassrote Tiefseegarnelen Aristeus antennatus (20 kg/km¬≤) und Langusten (10) vergleichsweise h√§ufig.[10] In den Abgr√ľnden der Tiefsee vermuteten Forscher lange Zeit √ľberhaupt kein Leben, da das Leben dort in der Messinischen Salinit√§tskrise komplett ausgestorben sei und eventuelle nachwandernde Arten aus dem Atlantik nicht die 900 Meter flache Schwelle an der Stra√üe von Gibraltar √ľberwinden konnten. Mittlerweile gilt die Existenz einer Tiefsee-Fauna als gesichert, diese ist jedoch deutlich √§rmer als im Atlantik.[20] Aus der Tiefsee gibt es Hinweise auf Sechskiemerhaie und Spitzkopf-Siebenkiemerhaie, die sich als Boden-Aasfresser unter anderem von Walresten ern√§hren. Finnwale sind in der Region vorhanden.[34]

Besonders artenreich sind die meist felsigen Bodenregionen an der K√ľste mit Edelkorallen-Bioz√∂nosen, Langusten und Meerbrassen.[35] Diese in etwa 20 bis 1200 Metern Tiefe vorkommenden Lebensgemeinschaften sind von besonderer Bedeutung f√ľr das gesamte Mittelmeer.[20] Von besonderer biologischer Bedeutung sind hier die K√ľsten Sardiniens, Siziliens und Kalabriens.[36] Die Stra√üe von Bonifacio und insbesondere die Stra√üe von Messina bilden mit ihrem abwechslungsreichen Terrain und den komplexen hydrologischen Verh√§ltnissen vergleichsweise vielen Arten einen Lebensraum und sind zudem wichtige Durchzugsgebiete in verschiedene Becken des Mittelmeers.[37] Im Tyrrhenischen Meer leben diverse Tiefseekorallen. F√ľr die Art Madrepora oculata aus der Familie der Oculinidae fertigte Carl von Linn√© die Erstbeschreibung anhand von Exemplaren aus Sizilien und dem Tyrrhenischen Meer. H√§ufig in einer Tiefe zwischen 200 und 1200 Meter sind Exemplare von Desmophyllum dianthus aus der Familie der Caryophylliidae. Korallen der Gattung Lophelia sind seltener und stark im R√ľckgang begriffen, aber beispielsweise an der K√ľste Sizilien ebenso vorhanden.[38]

Mensch auf und im Meer

Fischerei

Die Ern√§hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO z√§hlt das Tyrrhenische Meer zur statistischen Region Sardinien, die zus√§tzlich das Ligurische Meer, das offene Mittelmeer s√ľdlich Siziliens und Sardiniens sowie einen Streifen Wasser westlich von Sardinien und Korsika umfasst. In diesem Gebiet fischen vor allem italienische Boote. Einzig in den s√ľdlichen Bereichen des Gebiets, vor allem au√üerhalb des Tyrrhenischen Meers, kommen tunesische Fischer vor.[35]

Die italienische Fischereiflotte selbst konzentriert sich zu zwei Dritteln im Tyrrhenischen bzw. Ligurischen Meer und dort vor allem in der n√∂rdlichen H√§lfte. Bis Mitte der 1990er Jahre bestand sie vor allem aus kleinen Booten mit weniger als 10 BRT deren Motoren weniger als 100 PS hatten. Die von Sardinien aus fischende Flotte bestand nur aus solchen Booten.[35] Wichtigste Fangobjekte waren 1991 abgeerntete Muscheln, im freien Fang waren es Sardinen, Sardellen, Seehechte und Oktopusse. Das Vorkommen der wichtigsten Speisefische Sardine und Sardelle liegt dabei deutlich unter dem im √ľbrigen Mittelmeer.[35]

Handelsschifffahrt

Blick auf den Hafen von Salerno

Von den etwa 200 H√§fen Italiens liegt der gr√∂√üte Teil am Tyrrhenischen Meer. Im Vergleich zur Adria hat die italienische Westk√ľste sowohl die g√ľnstigeren nat√ľrlichen Bedingungen f√ľr H√§fen als auch die bessere Anbindung an die Handelsrouten in Richtung Atlantik. Hier wie dort besteht eine etabliertere Seefahrts- und Schiffbautradition.[39] Die Wetterbedingungen auf dem Tyrrhenischen Meer sind konstanter und im Schnitt weniger gef√§hrlich als auf der Adria.[40]

Von den sechs Gruppen wichtiger H√§fen liegen vier zumindest teilweise am Tyrrhenischen Meer: Die sogenannte Gruppe der nordtyrrhenischen H√§fen liegt teilweise am Ligurischen Meer (Genua, Savona), teilweise an der Grenze zum (La Spezia) beziehungsweise am Tyrrhenischen Meer (Livorno). Alle H√§fen spielen aber entscheidende Rollen beim Schiffsverkehr, der durch das Tyrrhenische Meer verl√§uft. Sie stellten in der Zeit der italienischen Stadtstaaten wichtige Faktoren der Machtpolitik dar. Noch etwas weiter im Nordwesten spielt das franz√∂sische Marseille eine entscheidende Rolle, da die Route von Marseille aus nach Osten durch das Tyrrhenische Meer f√ľhrt. Die s√ľdtyrrhenische Gruppe (Neapel und Salerno) liegt komplett am Tyrrhenischen Meer. Die sizilianischen (Palermo) und sardinischen H√§fen bilden zwei weitere Gruppen, k√∂nnen sich in ihrer √∂konomischen Bedeutung jedoch nicht mit den gro√üen Festlandsh√§fen messen. Wichtigster Hafen Korsikas ist Bastia. Die meisten Schiffs- und Passagierbewegungen finden in Neapel statt, da es hier jedoch vergleichsweise wenig Frachtumschlag gibt, ist der √∂konomisch gr√∂√üte Hafen Italiens der von Genua.[41]

Dennoch sind die H√§fen des Mittelmeers weitgehend von den gro√üen Str√∂men des Welthandels abgeschnitten und liegen in √∂konomischer Hinsicht weit hinter denen der Nordrange. Eine leichte Verbesserung gelang durch die Er√∂ffnung eines gro√üen Containerterminals in Gioia Tauro Mitte der 1990er Jahre.[42] Dieser, nur wenige Seemeilen von der Hauptroute durch das Mittelmeer entfernt gelegen, dient vor allem als Umschlaghafen der globalen Schiffsrouten f√ľr etwa weitere 50 H√§fen in Mittelmeerraum, etwa 95 Prozent des Containerumschlags in Gioia Tauro verlassen den Hafen wieder per Schiff. Fertigte der Hafen 1995 noch insgesamt 50 Schiffe mit 16.000 Standardcontainern ab, stieg dieser Wert bis zum Jahr 2000 auf mehr als 3000 Schiffe mit 2,6 Millionen Standardcontainern.[43] Der Hafen schl√§gt mittlerweile mehr Container um als der Hafen von Genua.[42]

Militär

Zuständigkeitsbereich der 6. US-Flotte, deren Hauptquartier Neapel ist.

Am Tyrrhenischen Meer liegen bedeutende Einrichtungen der NATO und der United States Navy, von denen sich die wichtigsten in Neapel konzentrieren. Die NATO unterh√§lt dort das Allied Joint Force Command Naples, eines von drei operativen Hauptkommandos in Europa, und mit dem Component Command Maritime Naples (CC-MAR Naples) zus√§tzlich das Oberkommando √ľber die NATO-Seestreitkr√§fte in S√ľdeuropa. Die USA haben in Neapel die Zentrale der Marine in Europa, der United States Naval Forces Europe, eingerichtet. Das Hauptquartier der 6. US-Flotte wechselt seit 2004 von Gaeta bei Rom ebenfalls dorthin. Obwohl zur 6. Flotte dauerhaft nur das Kommandoschiff Mount Whitney und einige kleinere Unterst√ľtzungsschiffe geh√∂ren, handelt es sich bei ihr zeitweise um die schlagkr√§ftigste Marinegruppe der Welt. Prinzipiell geh√∂rt jedes Schiff zur 6. Flotte, das sich in ihrem Zust√§ndigkeitsbereich befindet. Ihre Gr√∂√üe kann deshalb zeitweise mehrere Flugzeugtr√§gergruppen umfassen. In Neapel befinden sich dauerhaft etwa 16.000 Amerikaner, die direkt oder indirekt zur dortigen Marinebasis geh√∂ren. Kleinere Marinebasen von USA/NATO befinden sich in La Maddalena vor Sardinien und Livorno. Camp Darby bei Livorno dient dem US-Milit√§r als Nachschubbasis f√ľr Aktionen im Mittelmeerraum.[44]

Die US-Navy ist in diesem Bereich des Mittelmeeres seit 1815 pr√§sent. Die Basen sind die √§ltesten US-Basen in Italien und befinden sich dort seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. In den Jahren seit 1990 sind sie stark gewachsen, da sich die US-Milit√§roperationen st√§rker in Richtung des √∂stlichen Mittelmeers und des Nahen Ostens verschoben haben und die H√§fen am Tyrrhenischen Meer als Ausgangspunkte dienen. Das Kommando der United States Naval Forces zog nach dem Ende des Kalten Krieges von London nach Neapel. Neue Basen kamen in Ost-Sizilien hinzu, der St√ľtzpunkt Sigonella dient vor allem als Logistikzentrum f√ľr die 6. Flotte und hat sich zwischen den sp√§ten 1970ern und 1990 in ihrer Gr√∂√üe verdreifacht. Von 1990 bis 2009 wuchs die Mannschaftsst√§rke in Sigonella von 500 auf 3000 Mann.[44]

Einer der beiden Hauptst√ľtzpunkte der italienischen Marina Militare liegt in La Spezia, wo neben dem italienischen Flaggschiff, dem Flugzeugtr√§ger Cavour (550), Fregatten, Minenleger und Spezialkr√§fte stationiert sind. In Augusta auf Sizilien knapp jenseits des Tyrrhenischen Meeres liegen die K√ľstenwache und Patrouillenboote f√ľr den Mittelmeerraum, kleinere italienische Marinebasen auch noch in La Maddalena und Cagliari.[45]

Tourismus und Personenschifffahrt

Sportboote vor Capri
Giannutri

Das Tyrrhenische Meer ist Teil des Mittelmeers, auf das 30 Prozent des gesamten weltweiten Tourismus' entfallen, wovon drei Viertel wiederum in den vier EU-Mitgliedsl√§ndern Spanien, Frankreich, Italien und Griechenland stattfindet.[36] In den letzten Jahrzehnten hat dabei sowohl die Bev√∂lkerungszahl als auch die Touristenzahl an den italienischen K√ľsten zugenommen. Mittlerweile sind viele Kilometer lange Abschnitte der K√ľste komplett bebaut. √úber die H√§lfte der 20 Strandabschnitte Italiens, die noch l√§nger als 20 Kilometer durchgehend frei sind, liegt an der sardischen K√ľste.[31]

Die gesamte K√ľste des Tyrrhenischen Meeres ist ein h√§ufig frequentiertes Feriengebiet aus ganz Europa. Eine der Wurzeln des Tourismus sind die Grand Tours. W√§hrend des 18. Jahrhunderts war der Golf von Neapel die traditionelle letzte Station dieser Grand Tours. Galt die, damals noch sumpfige und von nicht entw√§sserten Marschgebieten gepr√§gte, Tyrrhenische K√ľste weiter im Norden als absto√üend, sch√§tzten die Reisenden die Aussicht am Golf von Neapel. Das weiter s√ľdliche Kampanien, Kalabrien und Sizilien galten noch als Ausl√§ufer Afrikas, die nicht zur Zivilisation geh√∂rten. Erst in den letzten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts begannen die Reisenden sich auch weiter nach S√ľden vorzuwagen und integrierten den √§u√üerten S√ľden Italiens in ihre Touren.[46]

Das Meer wird von F√§hrlinien durchzogen. Bedeutende Verbindungen verlaufen teilweise kleinr√§umig, wie im Golf von Neapel und entlang der Amalfik√ľste, als auch quer √ľber das Meer durch Verbindungen vom italienischen Festland nach Korsika und Sardinien.[47] Wie das ganze Mittelmeer ist auch das Tyrrhenische Meer als Gebiet f√ľr Segler beliebt. Insbesondere in der Toskana im √úbergangsgebiet zum Ligurischen Meer herrscht eine der h√∂chsten Yachtdichten der Welt. Dazu tragen sowohl die lange Tourismustradition der Gegend als auch das √ľberwiegend freundliche und einfach zu segelnde Wetter bei, wie die gut und einfach von See zu erreichenden H√§fen.[48]

Umweltverschmutzung und Umweltschutz

Bis in die 1990er Jahre hinein befand sich das Tyrrhenische Meer in einem besseren Zustand als die Adria. Algenbl√ľten und Fischsterben beschr√§nkten sich auf einzelne Episoden vergleichsweise kurzer Dauer in begrenzten Gebieten. Besonders anf√§llig f√ľr Eutrophierung sind dabei die Flussm√ľndung des Tibers, die K√ľste vor Pisa, die Buchten von Neapel und Palermo sowie die Nordwestk√ľste Siziliens.[30]

Das Meer litt auch darunter, dass bis vor wenigen Jahren viele italienische St√§dte ihre Abw√§sser ungekl√§rt einleiteten. Hier war wieder besonders die M√ľndung des Tibers betroffen.[49] Cinnabarit-Minen in der Toskana wiederum trugen dazu bei, die Quecksilber-Werte im n√∂rdlichen Tyrrhenischen Meer anzuheben.[20] Die Tourismusindustrie √ľbt einen erheblichen Druck auf die bestehende Umwelt aus. Besonders gef√§hrdet sind hier laut WWF die sardinisch-korsische K√ľste und die s√ľdliche Festlandsk√ľste Italiens.[36]

Meeresschutzgebiete befinden sich beispielsweise zwischen Sardinien und Korsika oder um Ustica bei Sizilien.[50] Der Parco nazionale dell'Arcipelago Toscano umfasst ein 67.500 Hektar gro√ües Meeresschutzgebiet, ein Naturschutzgebiet auf Montecristo und daneben die Landgebiete von Capraia, Gorgona und Giannutri sowie deren K√ľstengew√§sser bis 100 Meter Wassertiefe. Die Inseln au√üer Montecristo sind dabei in drei Schutzzonen eingeteilt.[37]

Geschichte

Altertum und Fr√ľhmittelalter

Griechische (rot), ph√∂nizische (gelb) und andere (grau, vor allem etruskische) St√§dte im Raum des Tyrrhenischen Meers, 800‚Äď600 v. Chr.

Das Tyrrhenische Meer ist an allen K√ľsten von bev√∂lkerungsreichen Regionen umgeben, die eine lange Besiedlungsgeschichte aufweisen. Abgesehen vom R√∂mischen Reich gelang es bis in die Moderne keiner Macht, alleine Kontrolle √ľber das Meer zu gewinnen. Zentrale umstrittene Gebiete waren dabei immer das gro√üe Wassergebiet in der Mitte sowie die beiden Meerengen, die den Ausgang ins Ligurische Meer und ins offene Mittelmeer darstellten.[51]

Zu Beginn schriftlicher Aufzeichnungen[52] dominierten die Etrusker in der Toskana den zentralen Teil des Tyrrhenischen Meeres, griechische Kolonien der Magna Graecia auf Sizilien (Syrakus) und im S√ľden der Apenninhalbinsel kontrollierten den S√ľden, w√§hrend Karthager, die in Tunesien, auf Sardinien, Korsika und in West-Sizilien siedelten, die westlichen Ausfahrten kontrollierten. Im Nordwesten war auch die griechische Kolonie Massalia (heute Marseille) ein wichtiger Einflussfaktor.[51] Griechische Seefahrer nutzten vermutlich im 8. und 7. Jahrhundert v. Chr. das Meer als direkten Weg zwischen der √Ąg√§is und Marseille und etablierten daf√ľr beispielsweise ein Handelszentrum in der etruskischen Stadt Gravisca, sie waren offensichtlich in vielen St√§dten der Etrusker willkommen. Aus den Jahrhunderten danach sind Schilderungen √ľberliefert, die das Meer als besonders reich an Piraten bezeichnen, so dass es daher eher als gef√§hrlich f√ľr die Handelsschifffahrt galt. Die arch√§ologischen Beweise sowohl f√ľr die Piraterie-These als auch f√ľr eine These als florierende Handelsstra√üe sind vergleichsweise d√ľnn und die Geschichtswissenschaft ist f√ľr diesen Zeitraum vor allem auf Vermutungen angewiesen.[53]

Dem R√∂mischen Reich war das Tyrrhenische Meer der Zufahrtsweg nach Rom selbst und damit von zentraler √∂konomischer Bedeutung. Die Zeit der R√∂mer war bis in die Moderne die einzige Zeit, in der eine Macht eindeutig die Kontrolle √ľber das Tyrrhenische Meer aus√ľben konnte.[40] Dabei entwickelten sich mit den Verbindungen Alexandria-Rom und Karthago-Rom Haupthandelswege des R√∂mischen Reichs, die die Stadt Rom mit √§gyptischem und tunesischem Getreide versorgten. Eine der Hauptflotten der r√∂mischen Marine, die diese Kontrolle aus√ľbte, war in Misenum am Golf von Neapel stationiert.[40]

In der Sp√§tantike und im Fr√ľhmittelalter nahm die Bedeutung des Tyrrhenischen Meers als Handelsweg zu. Da die Landverbindungen im Mittelmeerraum zunehmend unsicher und viele Seewege nicht mehr genutzt wurden, gab es etwa um 700 nur noch einen zuverl√§ssigen Weg zwischen westlicher und √∂stlicher Christenheit: von Rom aus durch das Tyrrhenische Meer und dann weiter ostw√§rts nach Konstantinopel. Die H√§fen S√ľditaliens, vor allem Amalfi und Gaeta, aber auch Siziliens waren wichtige Anlaufpunkte, ebenso wie eine Verl√§ngerung dieser christlichen Hauptroute weiter durch das Tyrrhenische Meer bis nach Marseille reichte.[54] Die tyrrhenischen H√§fen Amalfi und Gaeta waren zeitweise die Haupttr√§ger des Handels Richtung Byzanz.

Mit der muslimischen Expansion erschienen in der zweiten H√§lfte des 7. Jahrhunderts muslimische Seefahrer auf dem Mittelmeer. Ihre Macht- und Wirtschaftsstrukturen in Nordafrika und auf der iberischen Halbinsel waren im 8. Jahrhundert so gut entwickelt, dass sich entlang der s√ľdlichen Mittelmeerk√ľste ein zweiter Haupthandelsweg im Mittelmeer etablieren konnte. Dieser band den Handel an weit √ľber das Mittelmeer hinausragende R√§ume an. Reisen √ľber Nordafrika, mit einem Zwischenstopp in Sizilien, und dann weiter durch das Tyrrhenische Meer nach Norden wurden h√§ufiger. Dieser Verkehr riss auch durch Kaperz√ľge im Tyrrhenischen Meer (775 nach Sardinien, 813 nach Rom) und die Eroberung Siziliens ab 827 nicht ab.[55] Insbesondere das s√ľdliche Tyrrhenische Meer entwickelte sich im 8. und 9. Jahrhundert zur komplexesten und vielf√§ltigsten Schifffahrtsregion des Mittelmeers.[56] Das n√∂rdliche Tyrrhenische Meer und die Kommunikationswege nach Korsika und Sardinien waren hingegen heftig umk√§mpft, wobei, h√§ufig bedingt durch die Quellenlage, muslimische Piraten das Bild bestimmten.[55]

Mittelalter und Renaissance

Von den vielen Mächten, die um das Tyrrhenische Meer stritten, war die Republik Genua eine der einflussreichsten. Hier eine Stadtansicht aus dem Jahr 1493.

Auch in den Jahrhunderten nach dem Zerfall des Westr√∂mischen Reichs blieb das Meer √∂konomisch bedeutend. Die Langobarden eroberten zwar den gr√∂√üten Teil des italienischen Festlandes, das Ostr√∂mische beziehungsweise Byzantinische Reich kontrollierte aber weiterhin die K√ľsten und die Inseln S√ľditaliens und damit den wirtschaftlich wertvolleren Teil des Landes.[57]

Im 5. Jahrhundert kamen die Vandalen hinzu, im 8. die Sarazenen, im 11. Jahrhundert die Normannen und im 13. die Franzosen des Hauses Anjou. Im sp√§teren Mittelalter war das Meer Schauplatz der intensiven Rivalit√§t zwischen den beiden italienischen Stadtstaaten und Anliegern Pisa und Genua.[51] Das Tyrrhenische Meer bildete allerdings einen wichtigen internen Handelsraum, der einen Gro√üteil der Bed√ľrfnisse der anliegenden St√§dte erf√ľllen konnte. Getreide kam aus Sizilien und bis etwa 1550 aus der Provence, Salz kam aus Trapani, K√§se aus Sardinien, Wein aus Neapel, P√∂kelfleisch aus Korsika, Seide aus Sizilien oder Kalabrien, Fr√ľchte und N√ľsse aus der Provence, Eisen aus Elba, Geld und Kapital aus Genua oder Florenz. Leder, Wolle, Gew√ľrze und F√§rbemittel allerdings kamen von au√üen.[51]

Im Hochmittelalter eintretende K√ľstenver√§nderungen hatten die Verlandung einzelner H√§fen wie den von Luna zur Folge. Vor allem aber machten sarazenische Piraten seit dem 10. und 11. Jahrhundert das Meer unsicherer und behinderten die Handelsstr√∂me.[28] Wichtigster Hafen der tyrrhenischen Festlandsk√ľste war Pisa. Es stand im Wettbewerb mit anderen italienischen Stadtstaaten auf den Inseln oder am Ligurischen Meer und konnte Anfang des 11. Jahrhunderts seinen Einfluss auf Korsika und Sardinien ausdehnen. Die beiden Seem√§chte Genua und Pisa schreckten ebenso wie kleinere Akteure nicht davor zur√ľck, sich als Piraten zu bet√§tigen, wenn sie Handelsschiffe der jeweils anderen aufst√∂bern konnten.[28] Die Auseinandersetzungen der beiden Seerepubliken kulminierten in der Seeschlacht bei Meloria im Jahr 1284, die mit einem entscheidenden Sieg Genuas √ľber seinen Rivalen endete.[58]Erst nachdem Genua im sp√§ten 13. Jahrhundert die Kontrolle √ľber das Tyrrhenische Meer gewinnen konnte, konnte es sich als Handelsmacht im Wettbewerb mit der Republik Venedig behaupten.[59] Genua kontrollierte das Tyrrhenische Meer zudem von seiner Kolonie auf Korsika aus.

Die toskanische K√ľste diente Genuas aufsteigender Konkurrentin Florenz als wichtigste Verbindung zum Meer in dessen Wettstreit mit dem an der Adria gelegenen Venedig. Zeitweise besa√ü Florenz eine eigene Flotte, die vor allem in kleineren H√§fen stationiert war, die weder zu Pisa noch zu Genua geh√∂rten[60], doch war Florenz nie eine der bedeutenden Seem√§chte.

Weiter s√ľdlich konnte sich das Haus Anjou gegen die normannisch-staufische Herrschaft endg√ľltig 1268 im K√∂nigreich Neapel und an dessen K√ľste etablieren, w√§hrend das K√∂nigreich Aragon ihm 1282 Sizilien entriss und sich zwischen etwa 1322 und 1365 auf Sardinien durchsetzen konnte.[61] Dort f√∂rderte man bei Iglesias Silber, doch rissen die Exporte ab, als es 1365‚Äď1423 zu einem Aufstand kam.[62] Beide Inseln spielten f√ľr die Wirtschaftsentwicklung im Tyrrhenischen Meer eine abnehmende Rolle. 1442 fiel Aragon auch das K√∂nigreich Neapel zu, womit das Tyrrhenische Meer praktisch zu einem katalanischen wurde. Es verlor weiter an Bedeutung, da es √ľberwiegend den Interessen Aragons diente. Mit der Vereinigung der iberischen K√∂nigreiche Aragon und Kastilien kamen die Inseln 1492 an Spanien. Bis in das 18. Jahrhundert dienten die St√ľtzpunkte auf den Inseln zusammen mit Neapel als Ausgangspunkt f√ľr seine marinen Bestrebungen,[51] doch geriet die Region wirtschaftlich weiter ins Abseits.

Neuzeit und Moderne

Napoleon verlässt Elba. Gemalt von Joseph Beaume, 1836

Frankreich kontrollierte Genua und damit seine Flotte ab etwa 1500, verlor die Vormachtstellung in der Region relativ schnell an die Habsburger und Karl V. Dieser hatte das K√∂nigreich Neapel geerbt und 1528 gelang es ihm, die Genuesen auf seine Seite zu ziehen, so dass er die gr√∂√üten Flotten direkt am Tyrrhenischen Meer kontrollierte. Die Habsburger waren nun zwar in der Lage, gro√üe Flotten aufzustellen, l√∂sten diese aber aus Kostengr√ľnden meist relativ schnell wieder auf. Trotz theoretischer √úberlegenheit √ľbten sie eine dauerhafte Kontrolle des Tyrrhenischen Meeres nicht aus, so dass immer wieder Piraten oder Kriegsschiffe anderer Reiche in das Meer kamen.[63]

Neben den Piraten der Barbareskenstaaten, die vor allem im Sommer zuschlugen, begannen Piraten aus England ein einträgliches Geschäftsfeld im westlichen Mittelmeer zu finden. Sie spezialisierten sich auf die Wintersaison. In den Auseinandersetzungen mit den Barbareskenstaaten beteiligten sich zahlreiche kleinere europäische Staaten, selbst auf Piraterie spezialisierte Ritterorden wie der St.-Stephans-Orden in Livorno entstanden.[64]

Mit dem Verblassen spanischer Macht gewannen vor allem Frankreich und Gro√übritannien an Einfluss im Mittelmeer. Das Tyrrhenische Meer spielte in den Auseinandersetzungen des 17. und 18. Jahrhunderts nur eine Nebenrolle. W√§hrend Frankreich im Nordteil des Meeres einen bedeutenden Einfluss aus√ľben konnte, dominierte das Vereinigte K√∂nigreich den S√ľden. Dort f√ľhlte es sich sicher genug, um Napoleon Bonaparte nach Elba zu verbannen, scheinbar im sicheren Einflussbereich der britischen Flotte. Den gr√∂√üten Teil des 19. Jahrhunderts war das Vereinigte K√∂nigreich die wichtigste Macht im Tyrrhenischen Meer. Von seinen Milit√§rbasen in Malta und im Ionischen Meer konnte das Land auch Kontrolle √ľber das Tyrrhenische Meer aus√ľben. Die Royal Navy fuhr vielfach zu Machtdemonstrationen durch das Tyrrhenische Meer zu ihren Konsulaten in Palermo, Neapel, Civitavecchia bei Rom, Livorno und Genua.[65]

Im sp√§ten 19. und 20. Jahrhundert bedeutete das Tyrrhenische Meer vor allem f√ľr die italienische Regia Marina eine Herausforderung. Die lange K√ľste bot Angreifern zahlreiche M√∂glichkeiten, w√§hrend die inl√§ndischen Verkehrswege zu schlecht waren, um darauf rechtzeitig reagieren zu k√∂nnen. Die vielfachen guten Landungsm√∂glichkeiten an der K√ľste bedrohten insbesondere Rom und Neapel, die jeder √ľberlegenen Flotte weitgehend schutzlos ausgeliefert gewesen w√§ren. Die Verlegung des s√ľditalienischen Marinest√ľtzpunkts von Neapel nach Taranto verschlimmerte das Problem, da Taranto nicht mehr am Tyrrhenischen Meer lag und der ganze S√ľden des Meeres durch die Marine nicht mehr schnell zu erreichen war. Italien reagierte mit dem Bau einiger gro√üer Schlachtschiffe, die in Menge und Ausr√ľstung aber keineswegs der franz√∂sischen und gar britischen Flotte gewachsen waren und vor allem dazu dienen sollten, an einigen strategisch wichtigen Pl√§tzen eine Landung von Truppen zu verhindern. Zudem baute es die Befestigungen an der Stra√üe von Messina und in La Maddalena an der Stra√üe von Bonifacio.[66] Der Schwerpunkt der italienischen Bestrebungen in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg lag aber in der Adria, wo die Flotte √Ėsterreich-Ungarns lag. Obwohl offiziell verb√ľndet, betrachteten sich beide Milit√§rf√ľhrungen mit gro√üem Misstrauen und r√ľsteten vor allem gegeneinander. Im Ersten Weltkrieg selbst spielte das Tyrrhenische Meer nur eine untergeordnete Rolle, die Hauptkampfhandlungen Italiens fanden im Adriatischen Meer statt, die Nachschubversorgung durch die westlichen Alliierten verlief vor allem entlang des Ligurischen Meers und des Hafens von Genua.[67]

Zwischen den Weltkriegen gelang es Italien, Sizilien, Sardinien und Elba soweit milit√§risch zu befestigen, dass das Tyrrhenische Meer sicheres italienisches Territorium war, solange der faschistische Staat die Kontrolle √ľber Sizilien behielt. Die Anfang des Krieges noch vorhandene franz√∂sische Basis auf Korsika stellte vor allem f√ľr die Ligurische K√ľste eine Gefahr dar.[68] In der Zeit seit dem Zweiten Weltkrieg spielte das Meer als sicherer Hafen eine Rolle. Italien selbst war f√ľr NATO und Sowjetunion nur ein sekund√§res Ziel. Allerdings diente das an allen drei Seiten gesch√ľtzte Meer als R√ľckzugsgebiet der NATO. Deren Flottenkommandos f√ľr S√ľdeuropa befanden sich in Neapel und Gaeta, wo sowohl die US- als auch die italienische Marine wichtige St√ľtzpunkte hatten und diese nutzten, um in die hei√üer umstrittenen Gebiete s√ľdlich und √∂stlich von Italien vorzudringen.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Tyrrhenisches Meer ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
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Einzelnachweise

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  9. ‚ÜĎ Die Angaben beziehen sich meist auf circa-Werte, aber auch ‚Äěgenaue‚Äú Angaben zum tiefsten Punkt k√∂nnen schwanken. Die Mindestwerte liegen bei etwas √ľber 3400 Metern, Cognetti et al hingegen geben 3840 Meter an
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  47. ‚ÜĎ Giovanni Ridolfi: High Speed at Sea in: David Pinder und Brian Slack (Hrsg.): Shipping and ports in the twenty-first century: globalisation, technological change and the environment Routledge, 2004 ISBN 0-415-28344-2
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  51. ‚ÜĎ a b c d e Fernand Braudel: Mediterranean and the Mediterranean World in the Age of Philipp II. Vol. 1 University of California Press, 1996 ISBN 0-520-20308-9 S. 120‚Äď122
  52. ‚ÜĎ Die Arch√§ologie konnte zur fr√ľhgeschichtlichen, nicht durch Schriftquellen fassbaren Handelsgeschichte zahlreiche Beitr√§ge liefern, wie schon Michel Gras: Trafics thyr√©niens archa√Įques, Rom 1985, zeigen konnte. √Ąhnliches gilt f√ľr die Etrusker (L. Vigliotti, M. Roverib, L. Capotondi: Etruscan archaeometallurgy record in sediments from the Northern Tyrrhenian Sea, Bologna 2002).
  53. ‚ÜĎ Samuel EuGene Mark: Homeric seafaring, Texas A&M University Press, 2005, ISBN 1-58544-391-3, S. 40‚Äď44
  54. ‚ÜĎ Michael McCormick: Origins of the European economy: communications and commerce, A.D. 300-900, Cambridge University Press, Cambridge 2001, ISBN 0-521-66102-1, S. 502‚Äď510
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  56. ‚ÜĎ Chris Wickham: Framing the Early Middle Ages: Europe and the Mediterranean, 400‚Äď800, Oxford University Press, Oxford 2005, ISBN 0-19-921296-1, S. 739
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  61. ‚ÜĎ Richard A. Goldthwaite: The Economy of Renaissance Florence JHU Press, 2009 ISBN 0-8018-8982-0 S. 144
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  63. ‚ÜĎ John B. Hattendorf: Naval policy and strategy in the Mediterranean: past, present, and future Taylor & Francis, 2000 ISBN 0-7146-8054-0 S. 14‚Äď15
  64. ‚ÜĎ John B. Hattendorf: Naval policy and strategy in the Mediterranean: past, present, and future Taylor & Francis, 2000 ISBN 0-7146-8054-0 S. 14‚Äď15
  65. ‚ÜĎ C. T. McIntire: England against the papacy, 1858‚Äď1861 Cambridge University Press, 1983 ISBN 0-521-24237-1 S. 59
  66. ‚ÜĎ Theodore Ropp, Stephen S. Roberts: The development of a modern navy: French naval policy, 1871‚Äď1904 Naval Institute Press, 1987 ISBN 0-87021-141-2 S. 77‚Äď82
  67. ‚ÜĎ Jack Greene: Italy, Navy in: Spencer Tucker, Priscilla Mary Roberts (Hrsg.): Encyclopedia of World War I ABC-CLIO, 2005 ISBN 1-85109-420-2 S. 599
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