U-Boot

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U-Boot
Russisches U-Boot der Foxtrot-Klasse in Zeebrugge
Modernes konventionelles U-Boot (Klasse 212 A)

Ein U-Boot (kurz f√ľr Unterseeboot; milit√§rische Schreibweise Uboot ohne Bindestrich) ist ein Boot, das f√ľr die Unterwasserfahrt gebaut wurde. Moderne gro√üe U-Boote, die eine Masse bis zu 26.000 Tonnen haben k√∂nnen, werden auch U-Schiffe genannt.

Der Ausdruck U-Boot bezeichnet speziell ein milit√§risch verwendetes Unterwasserboot. Zivile U-Boote, ob kommerziell oder f√ľr die Forschung, bezeichnet man meist als Tauchboot.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Antike bis ins Hochmittelalter

U-Boot von Guido da Vigevano (14. Jahrhundert)
U-Boot von Roberto Valturio (1472)

Der Wunsch des Menschen, l√§nger und tiefer zu tauchen, als es die Atemluft zul√§sst, ist etwa genauso alt wie der Wunsch zu fliegen. Deswegen besch√§ftigten sich schon immer Menschen damit, entsprechende Vorrichtungen oder Instrumente zu entwickeln, die dies erm√∂glichen sollten. Aus der Antike liegen diesbez√ľglich Berichte von Aristoteles und Plinius dem √Ąlteren vor. Selbst Alexander der Gro√üe soll bereits Tauchversuche im Mittelmeer unternommen haben (siehe Tauchglocke). Detailliertere Beschreibungen eines "Colymphas" (griechisch f√ľr "Taucher") genannten und f√ľr milit√§rische Zwecke geeigneten Unterseebootes stammen aus dem 7./8. Jahrhundert von Pseudo-Hieronymus in seiner Aethicus Ister zugeschriebenen Kosmographie, einer Mischung aus Fakten, Mythen, technischen und geographischen Ausf√ľhrungen sowie christlichen Weisheiten.

Eine j√ľngere Beschreibung eines Tauchfahrzeugs in einer Erz√§hlung befindet sich im etwa 1180/90 entstandenen Heldenepos ‚ÄěSalman und Morolf‚Äú.[1]

13. bis 16. Jahrhundert

Eine fr√ľhe Technische Zeichnung eines U-Bootes stammt von Guido da Vigevano, der Ende des 13. Jahrhunderts geboren wurde, sodass diese aus dem fr√ľhen 14. Jahrhundert stammen d√ľrfte.

Die Geschichte des technisch gepr√§gten Tauchens bzw. der Entwicklung eines Tauchboots beginnt mit dem 15. Jahrhundert. So entwarf beispielsweise 1405 der N√ľrnberger Kriegsbaumeister Konrad Kyeser in seinem Werk Bellifortis einen ersten Tauchanzug. Roberto Valturio zeichnete 1472 sein U-Boot und Leonardo da Vinci konstruierte auf dem Rei√übrett 1515 ein Ein-Mann-Tauchboot.

17. bis 18. Jahrhundert

Cornelius Drebbels Fahrendes Tauchboot in der Themse, 1622

Diese Ideen wurden weiter vorangetrieben, und 1604 beschrieb Magnus Pegel erstmalig in einem Buch die Grundgedanken und Voraussetzungen f√ľr den Bau eines Tauchbootes. Der niederl√§ndische Erfinder Cornelis Jacobszoon Drebbel war der erste, der √ľber die blo√üe Theorie hinausging und im Jahre 1620 das erste man√∂vrierbare Unterwasserfahrzeug, ein mit Leder √ľberzogenes Holzruderboot, baute.

Das Rotterdammer Schiff war das erste f√ľr den milit√§rischen Einsatz konzipierte Tauchboot der Geschichte. Es wurde im Jahre 1653 durch den Franzosen De Son in Rotterdam, Holland, konstruiert.

Im Auftrag des Landgrafen von Hessen konstruierte 1691 der franz√∂sische Physiker Denis Papin, der auch Professor an der Philipps-Universit√§t Marburg war, ein Tauchboot, dessen erstes Exemplar jedoch 1692 in der Fulda in Anwesenheit einer gro√üen Schar von Schaulustigen[2] zerst√∂rt wurde. Der Zweitversuch wies mit einer brennenden Kerze, die brennend wieder auftauchte, vermeintlich nach, dass gen√ľgend Atemluft f√ľr Menschen im Boot vorhanden sei. Trotz der Fehlschl√§ge hatte die Idee, ein funktionst√ľchtiges Unterwasserfahrzeug zu bauen, inzwischen weltweit T√ľftler motiviert. 1772 wurde im Steinhuder Meer das erste Unterwasserfahrzeug in Deutschland getestet. Es war aus Holz und hatte die Form eines Fisches, weshalb es den Namen Hecht erhielt. Mit dem Boot wurde etwa zw√∂lf Minuten getaucht. Der Amerikaner David Bushnell baute 1776 die Turtle (‚ÄěSchildkr√∂te‚Äú), eine Konstruktion aus Eisen und Eichenholz. Sie gilt als erstes richtiges U-Boot, da als Antrieb zwei √ľber Handkurbeln betriebene Schrauben dienten, und nicht wie bei den beiden Vorl√§ufern ein Segel oder Ruderer an der Wasseroberfl√§che das Gef√§hrt antrieben. 1799 beschrieb der Bergmeister Joseph von Baader eine Konstruktion f√ľr ein Zwei-Mann-U-Boot.

19. Jahrhundert

Im Allgemeinen wurde die U-Boot-Technik im 19. Jahrhundert von einfachen Theorien zu den ersten brauchbaren Schiffen hin vorangetrieben. Der allgemeine Fortschritt erm√∂glichte durch die Erfindung von Dampfmaschine, Akkumulatoren, Otto- sowie Elektromotor Antriebstechniken, die von Wind, Wetter und Muskelkraft unabh√§ngig waren und damit U-Booten M√∂glichkeiten zum Antrieb unter Wasser boten. Auch die industrielle Produktion von Stahl leistete einen wichtigen Beitrag zum Fortschritt des U-Bootbaus, indem sie einen enorm haltbaren Baustoff an Stelle des leichten und gegen√ľber Verfall und Parasiten anf√§lligen Holzes setzte. Dar√ľber hinaus stand mit der Erfindung des Torpedos durch Giovanni Luppis im Jahre 1860 auch eine brauchbare Waffe f√ľr den Einsatz von U-Booten aus zur Verf√ľgung.

Insgesamt erm√∂glichte somit der technische Fortschritt der Industrialisierung den Wandel des U-Bootes zu einem auch f√ľr die Marinen kleiner Nationen interessanten und brauchbaren Fahrzeug.

Robert Fultons Nautilus

Der Amerikaner Robert Fulton entwarf 1801 das U-Boot Nautilus. Es besa√ü einen Handkurbelantrieb f√ľr eine Schraube, neu allerdings waren nun Ruder zur Seiten- und Tiefensteuerung sowie ein Druckluftsystem zur Versorgung der vierk√∂pfigen Besatzung mit Atemluft. Die Nautilus erregte sogar die Aufmerksamkeit Napoleons, galt aber schlie√ülich f√ľr milit√§rische Eins√§tze als zu langsam.

Wilhelm Bauers Brandtaucher

Am 18. Dezember 1850 lie√ü der bayerische Artillerie-Unteroffizier Wilhelm Bauer in Kiel das erste in Deutschland gebaute U-Boot, den sogenannten Brandtaucher, zu Wasser. Da der Entwurf unter enormem Kostendruck gebaut wurde, war auf den Einbau von Tauchzellen verzichtet worden. Der Tauchvorgang sollte durch das Fluten von Wasser in das Boot erfolgen. Beim ersten Tauchversuch am 1. Februar 1851 in der Kieler Innenf√∂rde verschob sich jedoch der Ballast nach achtern, wobei das geflutete Wasser ebenfalls ins Heck floss. Das Boot sackte daraufhin durch, und weiteres Wasser drang durch die N√§hte der Au√üenhaut und das Einstiegsluk. Das Boot sank bis auf den Grund in ca. zw√∂lf Metern Wassertiefe. Die dreik√∂pfige Besatzung, unter ihnen Wilhelm Bauer, wartete, bis der Innendruck so gro√ü war wie der Au√üendruck, √∂ffnete das Einstiegsluk und trieb an die Oberfl√§che, wo sie gerettet wurde. Der verungl√ľckte Brandtaucher wurde erst 1887 geborgen. Nach verschiedenen Museums-Stationen hat das Tauchboot nun seine Heimat im Milit√§rhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden. Ein Modell des Brandtauchers steht im Deutschen Museum in M√ľnchen. Ein Modell in Originalgr√∂√üe vom Bug des Brandtauchers steht im Kieler Schifffahrtsmuseum.

Amerikanischer B√ľrgerkrieg

Illustration der Hunley

W√§hrend des amerikanischen B√ľrgerkrieges wurden mehrere handgetriebene U-Boote gebaut, unter anderem die CSS H. L. Hunley. Am 17. Februar 1864 versenkte sie das gegnerische Schiff USS Housatonic und gilt somit als erstes U-Boot der Welt, welches in Kriegszeiten unter Gefechtsbedingungen ein anderes Schiff zerst√∂rt hat (vorherige U-Boote hatten lediglich zu Testzwecken Schiffe versenkt). Bei dieser Aktion ging das U-Boot allerdings mitsamt seiner achtk√∂pfigen Besatzung verloren. Erst am 4. Mai 1995 wurde die Hunley von der NUMA gefunden und 2000 geborgen.

Narcís Monturiols Ictíneo II

Ictíneo II: erstes maschinell angetriebenes U-Boot

Am 2. Oktober 1864 wurde von Narc√≠s Monturiol mit der Ict√≠neo II das erste U-Boot mit einem maschinellen Antrieb zu Wasser gelassen. Das Boot bestand aus Holz ‚Äď verst√§rkt durch Kupferzargen ‚ąí und war komplett mit ca. zwei Millimeter dicken Kupferplatten beschlagen. Es wurde durch einen Magnesiumperoxid, Zink und Kaliumchlorat verarbeitenden Motor angetrieben.

Julius Kröhls Sub Marine Explorer

‚Üí Hauptartikel: Sub Marine Explorer

Als erstes funktionsf√§higes U-Boot der Welt gilt die Sub Marine Explorer, da es das erste Boot war, das aus eigener Kraft wieder auftauchen konnte. Das Boot wurde 1865 von dem Deutsch-Amerikaner Julius Kr√∂hl in New York hergestellt. Die moderne Konstruktion mit ihrem stromlinienf√∂rmigen Rumpf hatte √§hnlich wie heutige Boote ein System von Ballastkammern f√ľr das Tauchen und Presslufttanks f√ľr das Auftauchen. Der Einsatzzweck des Bootes war das Sammeln von Perlen vom Meeresgrund, wof√ľr es drei Ausstiegsluken nach unten hatte. Nach erfolgreichen Tests wurde es in Einzelteile zerlegt und nach Panama verschifft, wo Kr√∂hl nach Perlen tauchte. Bereits 1867 verstarb er, genauso wie die gesamte Mannschaft, vermutlich an der Taucherkrankheit. Erst 2006 wurde das Schiff wiederentdeckt. Bis dahin hielten es die Einheimischen f√ľr ein zerst√∂rtes japanisches Kleinst-U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg. Es liegt vor der K√ľste Panamas auf Grund und kann noch heute bei Ebbe zu Fu√ü erreicht werden. Das Boot ist trotzdem unwiederbringlich verloren, da die starke Korrosion eine Bergung oder Restaurierung unm√∂glich macht.

Militärische U-Boote Ende des 19. Jahrhunderts

Die spanische Isaac Peral
von 1886 mit Elektroantrieb
Französisches Boot Narval
mit Elektromotor und Dampfmaschine

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen sich die Marinen verschiedener Staaten f√ľr U-Boote zu interessieren. Die Marineministerien vieler L√§nder, vornehmlich von Spanien, Frankreich und den USA, schrieben Wettbewerbe f√ľr U-Boote aus und lie√üen sich Erfindungen und Entwicklungen vorf√ľhren. 1886 stellte die spanische Marine ein von einem Marineoffizier namens Isaac Peral entworfenes elektrisch betriebenes U-Boot namens Peral in Dienst, konnte jedoch die primitive Akkumulatortechnik nicht weiterentwickeln. 1881 f√ľhrte der Franzose Goubet den Elektromotor als Unterwasserantrieb ein. Ab 1888 wurden in Frankreich U-Boote gebaut und in den Dienst der Marine gestellt. Henri Dupuy de L√īme und Gustave Z√©d√© entwickelten zun√§chst ein batteriebetriebenes U-Boot namens Gymnote, welches in Toulon gebaut wurde. Dort entstanden in der Folgezeit weitere und gr√∂√üere Boote: Die 48,5 m lange Sirene, 1892 gefolgt von einem 36,5 m langen Boot namens Morse. Beide Boote waren ebenfalls batteriebetrieben und mit modernen Whitehead-Torpedos bewaffnet. Den gr√∂√üten Schritt tat das franz√∂sische Marineministerium mit der von Maxime Laubeuf entwickelten Narval, die 1899 gebaut wurde. Sie hatte bereits einen Dampfantrieb, der bei der √úberwasserfahrt die Batterien auflud. Dieses Boot wurde zur Grundlage der Sirene-Klasse, von der ab 1900 vier Exemplare in den Dienst der franz√∂sischen Marine gestellt wurden.

In den USA leistete der emigrierte Ire John Philip Holland Pionierarbeit. Zun√§chst konstruierte er ab 1879 vier U-Boote f√ľr die Fenian United Brotherhood, die mit dieser neuartigen Unterwasserwaffe die Royal Navy bezwingen und Irland zur Unabh√§ngigkeit verhelfen wollte. Hollands Boote wurden bereits bei der √úberwasserfahrt von einem Ottomotor angetrieben. 1888 schrieb die US Navy einen Wettbewerb f√ľr U-Boot-Konstruktionen aus, den Holland gewann. Wegen finanzieller Probleme konnte die Navy Holland erst ab 1895 Geld zum Bau eines Prototypen √ľbermitteln. So entstand zun√§chst 1897 die 40 m lange Plunger (auch als Holland V bezeichnet), die jedoch wegen der hochgesteckten Ziele der Navy zahlreiche technische M√§ngel vor allem in der Antriebstechnik aufwies. Hollands n√§chste Konstruktion, die mit 25,4 m deutlich kleinere Holland VI, konnte jedoch 1898 die Navy so sehr begeistern, dass ab 1900 die ersten sechs Boote der √§hnlich konstruierten Adder-Klasse gebaut wurden. Die anderen Marinen, vor allem die Royal Navy, standen der schnellen Entwicklung von U-Booten allerdings kritisch gegen√ľber und verweigerten sich zun√§chst dem U-Bootbau.

1900 bis 1930/Erster Weltkrieg

Siehe auch: Seekrieg im Ersten Weltkrieg

Versenkbares U-Boot-Gesch√ľtz der Firma Krupp, um 1900
U-Boothafen Kiel, 1914 (vorne rechts: SM U 21)

Mit dem Einsatz der Hunley 1864 begann auch ein wachsendes Interesse an der Nutzung von U-Booten zu Kriegszwecken. Im deutschen Kaiserreich blieb man zun√§chst zur√ľckhaltend. Das Versuchs-U-Boot (1897) wurde von Howaldt in Kiel noch auf eigene Rechnung gebaut und als Fehlschlag bereits um 1902 verschrottet.

Im Jahre 1902 wurde schlie√ülich in Deutschland ein Prototyp eines 200 Tonnen schweren Experimental-U-Bootes namens Forelle gebaut und intensiv getestet. Das kleine U-Boot stellte sich als durchaus interessant und kriegstauglich heraus und es wurden drei weitere Boote der gleichen Klasse f√ľr den Export nach Russland angefertigt. Nun wurde auch in Deutschland √ľber den Einsatz milit√§rischer U-Boote nachgedacht, und schlie√ülich erteilte nach langem Z√∂gern am 4. April 1904 das Reichsmarineamt dem Marineingenieur Gustav Berling den Auftrag, ein U-Boot zur Seekriegsf√ľhrung zu konstruieren und zu bauen. Berling wandte sich daraufhin an die Germaniawerft in Kiel. Sein Entwurf lehnte sich dabei an die drei zuvor an Russland exportierten U-Boote an. Da es allerdings einige bedeutsame √Ąnderungen bei der Konstruktion gab, verz√∂gerte sich die Auslieferung des U-Bootes, und erst im April 1905 wurde mit dem Bau begonnen. Die wesentlichen Neuerungen betrafen haupts√§chlich den Druckk√∂rper, die horizontale Anordnung der Torpedorohre sowie den Antrieb, da man anstatt eines potenziell gef√§hrlicheren Benzinmotors einen Petroleumantrieb einsetzen wollte, welcher aber noch nicht ausgereift war. Am 14. Dezember 1906 wurde nach mehreren Testfahrten das erste deutsche Milit√§r-U-Boot von der Kaiserlichen Deutschen Marine als SM U 1 (Seiner Majest√§t Unterseeboot 1) in Dienst gestellt. Heute befindet sich U 1 im Deutschen Museum in M√ľnchen.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs (1914‚Äď1918) wurden U-Boote erstmals im gr√∂√üeren Umfang im Handelskrieg (Handels-U-Boot) oder zu milit√§rischen Zwecken (siehe U-Boot-Krieg) eingesetzt. Der Angriff eines U-Bootes erfolgte fast immer aufgetaucht und Handelsschiffe wurden zumeist mit der Bordkanone versenkt. Abtauchen sollte das U-Boot nur um sich einer Verfolgung zu entziehen, denn unter der Wasseroberfl√§che war es im ersten Weltkrieg f√ľr gegnerische Kriegsschiffe unauffindbar. Maximale Tauchtiefen waren deshalb bedeutungslos. Die kaiserliche Marine sch√§tzte die U-Boote zu Beginn des Krieges nur wenig und setzte eher auf die gro√üen Schlachtschiffe als auf die winzigen U-Boote. Das Ansehen der U-Boot-Fahrer war gering. Das √§nderte sich schlagartig, als SM U 9 am 21. September 1914 vor der niederl√§ndischen K√ľste einen aus den drei Panzerkreuzern "HMS Aboukir", "HMS Cressy" und "HMS Hogue" bestehenden Blockadeverband komplett versenkte. Die Panzerkreuzer glaubten nicht an eine m√∂gliche Gefahr durch deutsche U-Boote und erkannten die Torpedos nicht, welche damals pressluftbetrieben waren und deutliche Spuren im Wasser hinterlie√üen. Vielmehr wurde ein Auflaufen auf Minen angenommen und Berichte √ľber Torpedo-Blasenspuren von den Schiffsf√ľhrungen ignoriert. Diese Ignoranz kostete tausenden Seeleuten das Leben, machte die deutschen U-Bootfahrer √ľber Nacht zu Helden und f√ľhrte zum raschen Ausbau der deutschen U-Bootflotte. Das Ansehen der U-Bootfahrer gegen√ľber den Besatzungen auf den teuren Gro√ükampfschiffen, welche kaum zum Einsatz kamen und nur geringe Erfolge erzielten, stieg enorm. Die zu Kriegsbeginn gegen√ľber den U-Boot-Verb√§nden Gro√übritanniens oder Frankreichs nur kleine deutsche U-Boote-Flotte wuchs rasant und zeigte sehr schnell, dass sie den anderen Nationen technisch √ľberlegen war. Insbesondere ihre deutlich besseren Periskope und die qualitativ besseren Torpedos machten sie sehr schnell zu einer √§u√üerst ernst zu nehmenden Gefahr f√ľr die Flotten und Handelsschiffe der Gegner.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges verlangsamte sich die Entwicklung militärischer U-Boote. Deutschland, dem inzwischen größten Hersteller, war die Entwicklung und Produktion im Friedensvertrag von Versailles verboten worden. Die Siegermächte hingegen sahen im Besitz einer großen offensiven U-Boot-Waffe keine Notwendigkeit.

1930 bis 1945 ‚Äď Zweiter Weltkrieg

U 995, ein Boot vom Typ VII C/41, dem meistgebauten des Zweiten Weltkriegs

Siehe auch: Atlantikschlacht, Pazifikkrieg, U-Boot-Krieg

Im Zweiten Weltkrieg sah sich die F√ľhrung der Deutschen Kriegsmarine zu Kriegsbeginn einer recht starken feindlichen Flotte gegen√ľber. Da Gro√übritannien und Frankreich als Garantiem√§chte Polens auftraten, hoffte man, mit den relativ billig herzustellenden U-Booten maximale Versenkungserfolge zu erzielen. U-Boote waren die Hauptbedrohung f√ľr s√§mtliche Handelsrouten. Man lie√ü sie vor allem Frachtschiffe angreifen mit dem Ziel, Gro√übritannien als Inselstaat von dringend ben√∂tigten Rohstoffen abzuschneiden. Trotz ihrer technischen und logistischen Grenzen und ihrer geringen Anzahl von nur 57 Booten zu Beginn des Zweiten Weltkrieges war die U-Boot-Waffe anfangs daher sehr erfolgreich. Diese Erfolge √ľberzeugten den urspr√ľnglich skeptischen Hitler, einem verst√§rkten U-Boot-Bauprogramm zuzustimmen. Mehr und mehr U-Boote wurden in Dienst gestellt, und ihre Anzahl n√§herte sich der Grundforderung des Befehlshabers der U-Boote (BdU) Karl D√∂nitz nach 300 Booten f√ľr einen erfolgreichen Blockadekrieg gegen England. Von den Erfolgreichsten (den ‚ÄěAssen‚Äú) unter den Kommandanten wurden teilweise enorme Versenkungsziffern erzielt.

Seeadler auf dem Ehrenmal f√ľr die gefallenen deutschen U-Boot-Fahrer beider Weltkriege in Heikendorf bei Kiel (Schleswig-Holstein)

Einer der bekanntesten deutschen U-Boot-Kommandanten war G√ľnther Prien, der 1939 als Kommandant von U 47 in die Bucht von Scapa Flow, dem St√ľtzpunkt der britischen Heimatflotte (Home Fleet), eindrang und dort ein veraltetes Schlachtschiff, die HMS Royal Oak versenkte.

Weitaus wichtiger war weiterhin die Versenkung von Handelsschiffen. Hierbei waren n√§chtliche √úberwasserangriffe der bei Nacht schwer zu sichtenden U-Boote am erfolgreichsten. Nach den anf√§nglichen Erfolgen sp√ľrte die britische Wirtschaft schnell die Auswirkungen der vielen tausend Tonnen versenkten Schiffsraumes, und es wurden umfangreiche Gegenma√ünahmen taktischer und logistischer (Geleitzugsystem), als auch rein technischer Art eingeleitet. Der schnelle Fortschritt in der Radartechnik und die Ausstattung der Sicherungszerst√∂rer der Konvois hiermit machten aufgetauchte U-Boote jetzt auch bei Nacht weithin erkennbar und bek√§mpfbar. Entzog sich das U-Boot durch Tauchen, konnte es mit ASDIC geortet und mit Wasserbomben bek√§mpft werden.

Versorgung eines deutschen U-Boots im S√ľdatlantik 1941

Aufgrund der geringen Batteriekapazit√§ten konnten sich die U-Boote unter Wasser nicht schnell genug von Sicherungseinheiten absetzen und erlitten zunehmend Verluste. Die deutsche Entwicklung und Fertigung der sogenannten ‚ÄěElektroboote‚Äú der Typen XXI und XXIII, die ihrer Zeit weit voraus waren und in hoher Zahl gebaut werden sollten, kamen durch das Ende des Krieges nicht mehr oder nur noch sporadisch zum Einsatz. Der Typ XXI war der erste U-Boot-Entwurf, der f√ľr einen √ľberwiegenden Unterwassereinsatz konzipiert war. Die Boote dieser Typen liefen unter Wasser mit E-Maschinen schneller als aufgetaucht mit Dieselmaschinen und hatten (durch hohe Batteriekapazit√§ten und die M√∂glichkeit zum Schnorchel-Betrieb) die F√§higkeit, lange getaucht operieren zu k√∂nnen. Er lie√ü alle anderen U-Boot-Typen auf einen Schlag veralten und wurde zum Ausgangspunkt der gesamten U-Boot-Entwicklung nach 1945.

Auch Italien verf√ľgte √ľber eine gro√üe U-Boot-Flotte (im Juni 1940 √ľber 100 U-Boote), und schon im Sommer 1940 operierten die ersten italienischen U-Boote im Atlantik. Die Schiffe der K√∂niglich Italienischen Marine waren bis zur Kapitulation Italiens im September 1943 im Einsatz. Anders als die deutschen erf√ľllten sie aber die in sie gesetzten Erwartungen kaum, da sowohl die Konstruktion der Boote (zu gro√üer Turm, der selbst bei Nacht weit zu sehen war) wie auch die Ausbildung der Besatzungen nicht den Erfordernissen des Handelskrieges entsprachen. Insgesamt entsprachen die italienischen Erfolge nur einem Bruchteil derer, welche die Deutschen erzielten.

Chiffriermaschine Enigma

Im Gegensatz zu den deutschen U-Booten waren die britischen U-Boote urspr√ľnglich nicht f√ľr den Einsatz im Handelskrieg auf hoher See entwickelt worden. Sie dienten meist zur √úberwachung der H√§fen und Marinebasen unter deutscher Kontrolle. Die vorhandenen Boote der H-Klasse und L-Klasse waren Einh√ľllen-Unterseeboote, deren Entw√ľrfe noch aus dem Ersten Weltkrieg stammten. Zweih√ľllen-Hochseeboote waren u. a. die Boote der Thames- und T-Klasse. Von den von der Royal Navy neuentwickelten modernen Zweih√ľllen-Hochseebooten der A-Klasse wurden vor Kriegsende nur die beiden Boote Anchorite und Astute fertiggestellt, die nicht mehr zum Kriegseinsatz kamen. Milit√§risch bedeutend waren vor allem die im Mittelmeer operierenden britischen U-Boote, die von ihren Basen in Malta, Gibraltar und Alexandria aus erfolgreich Schiffe der Achsenm√§chte, die Nachschub zum nordafrikanischen Kriegsschauplatz transportieren sollten, torpedierten. Ein Gro√üteil der Nachschubg√ľter f√ľr die deutsch-italienische Afrika-Armee wurde dabei anhand der Informationen des britischen Ultra Secret versenkt. Dessen Entschl√ľsselung des Enigma-M-Funkverkehrs machte es f√ľr die Briten m√∂glich, feindliche Marineoperationen fr√ľh zu lokalisieren und Gegenma√ünahmen einzuleiten. Der erfolgreiche Abschluss der Operation ‚ÄěUltra‚Äú, bei der sich der britische Zerst√∂rer HMS Somali gezielt auf die Jagd nach deutschen Wetter- und Versorgungsschiffen machte, um deren Chiffriermaschinen und -schl√ľssel zu erbeuten, lieferte diese M√∂glichkeit Ende Mai 1941.

Luftaufkl√§rer Fa 330 ‚ÄěBachstelze‚Äú

Erst gegen Kriegsende griffen sowjetische U-Boote in der Ostsee in das Kriegsgeschehen ein, wo sie die deutschen Schiffstransporte von und zum ostpreu√üischen Kessel bedrohten. Dabei verursachten sie drei der verheerendsten Schiffskatastrophen aller Zeiten: Am 30. Januar 1945 versenkte S-13 (–°-13) die Wilhelm Gustloff, wobei mehr als 9000 Menschen ums Leben kamen. Am 10. Februar versenkte S-13 die Steuben (ca. 3.400 Tote), am 16. April wurde die Goya Opfer des sowjetischen U-Bootes L-3 (–õ-3) (√ľber 7.000 Tote).

Im Pazifikkrieg verf√ľgten sowohl Japan wie auch die USA √ľber bedeutende U-Boot-Flotten, neben denen auf diesem Kriegsschauplatz auch einige britische und niederl√§ndische U-Boote im Einsatz standen. W√§hrend die japanische Marinef√ľhrung die Hauptaufgabe ihrer U-Boote in der Sicherung der eigenen √úberwasser-Flottenoperationen und der Bek√§mpfung feindlicher Kriegsschiffe sah, konzentrierten sich die Amerikaner auf die Versenkung von Handelsschiffen. In Japan kam es auch zur Entwicklung und zum Einsatz von Kleinst-U-Booten, welche von den gro√üen "Unterwasserkreuzern" in die N√§he des Zielgebietes gebracht wurden. Au√üerdem baute Japan Unterwasser-Flugzeugtr√§ger, welche in einem Druckk√∂rper bis zu drei Flugzeuge aufnehmen konnten. Geplant war, mit diesen Flugzeugen z.B. die Schleusen des Panamakanal oder San Francisco zu bombardieren. Zu Beginn des Krieges hatte die japanische Handelsflotte einen Schiffsraum von 6 Millionen BRT. Von diesen waren bis Kriegsende 5.053.491 BRT (1178 Schiffe) versenkt worden. Die aufgrund dieser Verluste eingetretenen Engp√§sse beim japanischen Nachschub wie auch bei der Rohstoffversorgung Japans trugen zum alliierten Sieg im Pazifik bei. Die japanische U-Boot-Waffe erlitt durch den Einsatz des Sonars bei den Amerikanern hohe Verluste; von insgesamt 190 U-Booten gingen 127 verloren. Oft wurden die japanischen U-Boote angegriffen, bevor sie sich √ľberhaupt dem Ziel n√§hern konnten. Die amerikanische Marine verlor 52 U-Boote, was knapp 16% aller im Dienst befindlichen Boote entsprach.

Nach 1945

Angriffs-U-Boot der Los-Angeles-Klasse

Obwohl sich der U-Boot-Krieg als sehr verlustreich herausgestellt hatte, gewann der strategische Wert der U-Boot-Waffe mehr und mehr an Bedeutung im Kalten Krieg. Ziel der U-Boot-Entwicklung war es nun, die Schw√§chen der Modelle des Zweiten Weltkriegs zu verbessern. Dies zielte besonders auf extrem lange ‚Äď und auch schnelle ‚Äď Unterwasserfahrten sowie gro√üe Tauchtiefen ab.

Die Entwicklung gipfelte in der Konstruktion von nukleargetriebenen U-Booten, die die geforderten langen Tauchzeiten erf√ľllten. Die USA waren bei dieser Entwicklung f√ľhrend, und am 21. Januar 1954 lief das erste nukleargetriebene U-Boot, die USS Nautilus, vom Stapel. Am 3. August 1958 passierte sie als erstes Wasserfahrzeug bei einer Tauchfahrt unter der Arktis den geographischen Nordpol. Am 23. Januar 1960 erreichte das Forschungs-U-Boot Trieste mit 10.916 Metern Tiefe den zweittiefsten Punkt der Erde.

In den folgenden Jahren entwickelten sich die U-Boote schnell weiter. Sie wurden immer gr√∂√üer und schlagkr√§ftiger gebaut. Da es kaum noch spektakul√§re ‚Äě√∂ffentliche‚Äú Entwicklungen in der U-Boot-Technik zu vermelden gab und die U-Boot-Waffe insgesamt als sehr geheim eingestuft wurde, erfuhr die √Ėffentlichkeit in den folgenden Jahrzehnten nur noch in Form von ‚ÄěKatastrophen‚Äú etwas √ľber die modernen U-Boote. So kam es beispielsweise am 9. April 1963 zu einem tragischen Unfall im Atlantik. Die USS Thresher zerbrach bei einem Tieftauchversuch in sechs Teile. Man geht heute davon aus, dass eine Hochdruckleitung platzte und so die Ballasttanks nicht mehr rechtzeitig ausgeblasen werden konnten. Jedoch zeigte der Prototyp eines Jagd-U-Bootes auch schon vorher Steuerprobleme beim Abfangen des Schiffes bei hoher Geschwindigkeit in gro√üen Tiefen. Es gab keine √úberlebenden. Am 8. M√§rz 1968 ereignete sich an Bord des sowjetischen U-Boots K-129 eine Explosion, worauf das U-Boot sank. 86 Mannschaftsmitglieder fanden dabei den Tod. Dies war gleichzeitig der Auftakt zum Azorian-Projekt, dem geheimen Versuch der CIA, das sowjetische U-Boot aus √ľber 5.000 Metern Tiefe zu bergen. Im Mai 1968 verschwand die atomgetriebene USS Scorpion bei einer Fahrt von Gibraltar nach Norfolk nahe den Azoren. Bis heute gibt es verschiedene Spekulationen √ľber das Verschwinden, ausgehend von einer Kollision bis hin zu einem unkontrolliert losgelaufenen Torpedo. Am wahrscheinlichsten ist allerdings eine Fehlfunktion einer Torpedobatterie, die zu einer internen Explosion f√ľhrte.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg kam es vereinzelt zu Kampfhandlungen, an denen U-Boote beteiligt waren. Die ersten fanden noch mit konventionellen U-Booten im Bangladesch-Krieg des Jahres 1971 statt, als Indien im Krieg zwischen Bangladesch und Pakistan intervenierte. Dabei wurde am 9. Dezember 1971 die indische Fregatte INS Khukri vom pakistanischen U-Boot PNS Hangor versenkt, einem Boot der französischen Daphné-Klasse. Elf Jahre später griff erstmals ein Atom-U-Boot ein Kriegsschiff an: Am 2. Mai 1982 wurde der argentinische Kreuzer General Belgrano im Falklandkrieg durch einen Torpedo des britischen U-Boots HMS Conqueror versenkt.

Au√üerdem werden U-Boote zu Aufkl√§rungszwecken eingesetzt. Zu einem internationalen Eklat kam es im Oktober 1981, als das mit Nukleartorpedos bewaffnete sowjetische U-Boot W-137 (Whiskey-Klasse) vor dem schwedischen Marinehafen Karlskrona auf eine Sch√§re lief und von der schwedischen Marine aufgebracht wurde. Die sowjetische F√ľhrung bestritt anschlie√üend einen Spionageeinsatz gegen das neutrale Schweden und f√ľhrte den Zwischenfall auf einen "Navigationsfehler" zur√ľck.

Dennoch machen U-Boote seit dem Zweiten Weltkrieg vor allem durch spektakuläre Unfälle Schlagzeilen. Zum Beispiel sank 1986 das russische U-Boot K-219 aufgrund der Explosion des Treibstoffs einer seiner Raketen im Startsilo im Atlantik, und am 12. August 2000 sank das russische U-Boot K-141 Kursk infolge mehrerer Explosionen eigener Torpedos mit seiner gesamten, 118 Mann starken Besatzung.

Die gr√∂√üten U-Boote, die jemals gebaut wurden, sind die des sowjetischen Projektes 941 (Nato-Bezeichnung:Typhoon-Klasse), Vorbild des sowjetischen U-Boots aus dem Spielfilm ‚ÄěJagd auf Roter Oktober‚Äú.

Heckansicht eines U-boots der Typhoon-Klasse.

Da sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Gro√üm√§chte fast g√§nzlich auf den Einsatz von Atom-U-Booten verlegten, blieb es kleineren Marinen (v.a. Deutschland, Italien, Schweden und Niederlande) √ľberlassen, die Technik f√ľr konventionell betriebene U-Boote weiterzuentwickeln. Momentaner Stand der Technik ist die Einf√ľhrung au√üenluftunabh√§ngiger Antriebsanlagen in Form von zum Beispiel Brennstoffzellen, Kreislaufantrieb oder Stirlingmotor. Beispiele daf√ľr sind zum Beispiel die deutsche U-Boot-Klasse 212 A, deren erstes Boot U 31 im M√§rz 2004 an die Deutsche Marine √ľbergeben wurde, sowie die schwedische Gotland-Klasse, deren Boote seit 1996 im Einsatz stehen. U 31 verf√ľgt als erstes U-Boot √ľber einen Hybridantrieb aus Elektro- und Brennstoffzellen-Antrieb und erm√∂glicht so wochenlange Tauchfahrten ohne die Nachteile eines Atomantriebs (Pumpen- und Turbinenger√§usche, W√§rmeabgabe (W√§rmeschleppe), Sicherheitsrisiken).

Technik

Operationszentrale der USS Pargo (SSN-650) Sturgeon-Klasse (1991)

U-Boote unterscheiden sich durch einige Besonderheiten von gewöhnlichen Schiffen: Sie schwimmen nicht nur (an der Wasseroberfläche), sondern schweben im Wasser (Tauchfahrt). Bei Tauchfahrt, dem Hauptanwendungsgebiet, sollte ihre gesamte Masse gleich der des verdrängten Wassers sein (Verdrängungsmasse; siehe auch Archimedisches Prinzip).

Dieser Zustand wird allerdings nie genau erreicht. Einerseits wirken sich selbst kleinste Unterschiede zwischen der U-Boot-Masse und der des verdr√§ngten Wassers aus. Andererseits ver√§ndert sich die Dichte des umgebenden Wassers laufend durch √Ąnderungen des Salzgehaltes, der Menge von Schwebestoffen (Plankton) und der Temperatur des Wassers. Das U-Boot hat also immer eine, wenn auch geringe, Tendenz zu steigen oder zu fallen (Auftrieb/negativer Auftrieb), und muss daher eingesteuert werden, wozu Wasser in den Regelzellen zugeflutet oder ausgedr√ľckt wird.

Das gut eingesteuerte Boot manövriert unter Wasser in der Vertikalen ausschließlich dynamisch, das heißt mittels seiner waagerechten Tiefenruder, von denen jeweils ein Paar vorn und achtern angebracht waren. Moderne U-Boote tragen die vorderen Tiefenruder teilweise seitlich am Turm.

Schiffsrumpf

Die ersten Unterwasserfahrzeuge aus dem 15. bis 18. Jahrhundert waren nahezu ausnahmslos aus Holz und wurden ‚Äď wenn √ľberhaupt ‚Äď nur durch Eisenzargen oder N√§gel zusammengehalten. Oftmals wurden die Boote so gefertigt, dass man sinnbildlich auf ein normales Holzboot ein anderes Holzboot kielaufw√§rts montierte. In der Regel wurden die Holzplanken solcher Unterwasserfahrzeuge durch Pech versiegelt und zus√§tzlich zur Abdichtung komplett mit einer Haut aus Leder √ľberzogen. Bei diesen ‚ÄěU-Booten‚Äú handelte es sich meist um Einh√ľllenboote, bei denen die Tauchzellen innerhalb des Druckk√∂rpers angebracht waren. Da die Zellen mit dem Au√üenwasser in Verbindung standen, mussten auch sie druckfest gebaut werden bzw. entsprechende Pumpen vorhanden sein.

Erst als es Mitte des 19. Jahrhunderts technisch gelang, die Antriebsschraube sowie die Steuerruder derart an den Rumpf anzubringen, dass die Fahrzeuge autark fortbewegt und gesteuert werden konnten, ohne an der Oberfl√§che von einem Begleitfahrzeug gezogen zu werden, ver√§nderte sich auch die Bauweise des Rumpfes. Nun wurden die Konstruktionen der H√ľllen vermehrt durch Metalleins√§tze verst√§rkt, und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die ersten U-Boote mit einem kompletten Stahlrumpf gebaut.

Tauchzellen und Tanks verlagerte man ziemlich bald aus dem Druckk√∂rper nach au√üen; es ergaben sich somit Einh√ľllenboote mit Satteltanks. Aus dem Streben nach guter Seetauglichkeit bei √úberwasserfahrt entstand daraus schlie√ülich das Zweih√ľllenboot, bei dem die Tauchzellen um den zylindrischen Druckk√∂rper herumgelegt wurden. Das Boot erhielt damit eine zweite H√ľlle in Bootsform. Da diese im Tauchzustand innen wie au√üen unter gleichem Druck stand, brauchte sie nicht besonders stark zu sein. Den durch Brennstoffverbrauch bedingten Gewichtsver√§nderungen begegnete man dadurch, dass das Treib√∂l in nicht druckfesten, unten offenen Bunkern auf Seewasser schwimmend gefahren wurde.

Mit der nach bzw. w√§hrend des Zweiten Weltkrieges zunehmenden technischen Entwicklung verschwand nach und nach der √úberwasseraspekt des U-Bootes. Die Boote erhielten zun√§chst eine hydrodynamisch saubere, gegl√§ttete Form, und amerikanische Entwicklungen rund um das Versuchs-U-Boot USS Albacore f√ľhrten schlie√ülich zur heute √ľberwiegend gebauten Tropfenform mit zylindrischem Mittelst√ľck. Diese wird normalerweise dadurch erreicht, dass der zylindrische Druckk√∂rper durch freiflutende Aufbauten vorne und achtern stromlinienf√∂rmig gemacht wird. Auch das Oberdeck und der Turm sind freiflutend, es gibt aber keine durchgehende zweite H√ľlle. Die heute g√§ngigen Boote sind somit weder Einh√ľllen- noch Zweih√ľllenboote und werden manchmal Anderthalbh√ľllenboote genannt.

Bei modernen Booten werden die Einbauten wie etwa Mannschaftsunterk√ľnfte, Kommandozentrale, Antrieb usw. zunehmend akustisch entkoppelt, das hei√üt, mit passiver und aktiver D√§mpfung und Zwischentr√§gern am Rumpf aufgeh√§ngt bzw. angebracht. Mehrere herk√∂mmliche Propeller wurden durch einen einzigen vielfl√ľgligen Sichelpropeller bzw. einen D√ľsenpropeller oder Pumpjet ersetzt. Ziel ist eine weitergehende Minimierung der Schallemission an das umgebende Wasser und die Lautlosigkeit des Bootes, wodurch es quasi ‚Äěunsichtbar‚Äú wird (vergl. Tarnkappentechnik). Berichte √ľber magnetohydrodynamische Antriebe ("Raupenantrieb" bzw. MHA-√§hnliche Technik) d√ľrften allerdings eher der Belletristik zuzuordnen sein.

Folgende Grafik vermittelt einen Eindruck von der Gr√∂√üe √§lterer und moderner U-Boote im Vergleich zu einem Boeing 747-Passagierflugzeug (f√ľr die Abk√ľrzungen siehe Milit√§rische Klassifizierung von U-Booten):

Größenvergleich

Tauchtiefe

Die Druckkörper moderner militärischer U-Boote halten normalerweise einem Wasserdruck von 600 Meter stand. In Anbetracht der Tiefe der Ozeane bedeutet dies, dass sie eigentlich nur knapp unter der Wasseroberfläche operieren können. Einige sowjetische Atom-U-Boote besitzen Druckkörper aus Titan und sind in der Lage, ca. 900 Meter tief zu tauchen. U-Schiffe des Typs Alfa kommen angeblich sogar unter 1.200 Meter. Spezielle zivile Tiefsee-U-Boote sowie Bathyscaphen sind in der Lage, jeden Punkt des Meeresbodens zu erreichen.

Steuerung

U-Boot-Kontrollraum auf USS Muskallunge (SS-262)
USS Chicago (SSN-721) auf Periskoptiefe
Druckluft-Regelventile eines deutschen U-Bootes der Klasse 205

U-Boote m√ľssen in drei Dimensionen man√∂vrieren k√∂nnen.

  • Tauchzellen: Tanks, die zur Gewichtserh√∂hung beim Tauchen mit Wasser und zum Auftauchen mit Luft gef√ľllt werden. Der Beginn des F√ľllens der Auftriebszellen mit Luft, manchmal auch der ganze Vorgang, wird Anblasen genannt. Ausblasen (U-Boot) hei√üt die vollst√§ndige Entleerung der Zellen, wenn das Boot die Wasseroberfl√§che durchbrochen hat, mittels Dieselabgasen oder eines speziellen Elektrogebl√§ses, um Druckluft zu sparen.
  • Regelzellen: Die Regelzellen dienen dem feinen Einstellen der Bootsmasse, um den Schwebezustand im Wasser aufrechtzuerhalten, und sind daher stets teilweise mit Luft gef√ľllt, um Wasser zufluten zu k√∂nnen. Es gibt meistens mehrere Regelzellen, bei denen dieses Luftpolster unter unterschiedlichen Dr√ľcken gefahren wird, um grobe und feine Massen√§nderungen durchf√ľhren zu k√∂nnen. Die Regelzellen werden druckfest ausgef√ľhrt.
  • Torpedozellen: Wenn das Boot Waffen ausst√∂√üt (meist Torpedos), muss das verlorene Gewicht ausgeglichen werden. Hierzu gibt es eigene Torpedozellen, die beim Abschuss sehr schnell geflutet werden k√∂nnen. Da eine Torpedosalve durchaus zehn Tonnen und mehr wiegen kann, sind diese Zellen recht gro√ü.
  • Untertriebszellen: Aufgabe dieser besonderen Tauchzellen ist es, das Gewicht des U-Bootes so schnell wie m√∂glich zu vergr√∂√üern, um schnellere Alarmtauchzeiten zu erreichen. Diese betrugen bei Kampfbooten im Zweiten Weltkrieg teilweise weniger als 30 Sekunden. Da die Untertriebszellen keinem gro√üen Wasserdruck ausgesetzt werden konnten, mussten sie, nachdem das Boot unter der Wasseroberfl√§che verschwand, wieder ausgeblasen werden. In modernen Atom-U-Booten findet diese Technik keine Verwendung mehr, da sie in der Regel nur einmal w√§hrend ihres Einsatzes tauchen m√ľssen und erst nach Monaten wieder auftauchen. Sie ben√∂tigen daher zum Tauchen teilweise mehrere Minuten.
  • Trimmzellen: Sie dienen dazu, das Boot null-lastig und auf ebenen Kiel einzusteuern. Das Trimmsystem enth√§lt eine feste Menge Wasser, die nach vorne oder nach hinten gedr√ľckt werden kann. Dies geschieht durch Druckluft im gegen√ľberliegenden Tank oder mit einer Pumpe in der Trimmleitung; letzteres hat den Vorteil, Druckluft zu sparen. Die Trimmzellen sind i.A. nicht druckfest (im Gegensatz zu den Regelzellen).
  • Tiefenruder: Sie √ľbernehmen die Feinabstimmung im getauchten Zustand. Die Anordnung der vorderen Tiefenruder variiert bei modernen U-Booten sehr stark. Am Turm angebrachte Tiefenruder sind nicht in der Lage, den Tauchvorgang zu unterst√ľtzen, und erschweren das Auftauchen in vereistem Wasser. Kleine U-Boote haben manchmal eine dynamische Tiefensteuerung, d. h., sie steuern nur mit Tiefenrudern. Diese Technik wird vor allem bei unbemannten U-Booten und im Modellbau verwendet.

Zur Feinabstimmung bei Sehrohrtiefe siehe: Papenberg-Instrument

Antrieb

F√ľr die Fahrt √ľber Wasser k√∂nnen im Prinzip alle Antriebe verwendet werden, die f√ľr Schiffe in Frage kommen. Gew√∂hnliche Schiffsaggregate (Dieselmotoren, Gasturbinen) sind Verbrennungsmotoren und ben√∂tigen gro√üe Mengen Sauerstoff f√ľr den Verbrennungsvorgang, der bei √úberwasserfahrt in der Luft zur Verf√ľgung steht.

  • Normale Dampfmaschinen haben das gravierende Problem, dass sie sehr massig und volumin√∂s sind und der Prozess der Dampferzeugung tr√§ge ist, d. h., bevor er genutzt werden kann, muss man lange anheizen, und dann kann man die Dampferzeugung nicht ohne weiteres wieder abstellen, was f√ľr ein U-Boot, das schnell auf- und abtauchen soll, kaum sinnvoll ist.
  • Petroleum- und Benzinmotoren erf√ľllen prinzipiell die Anforderung, bei geringem Gewicht sehr schnell eine hohe Leistung bereitstellen zu k√∂nnen und auch schnell wieder abgestellt werden zu k√∂nnen. In der Praxis haben sich aber die reizenden und leicht entz√ľndlichen D√§mpfe des Treibstoffs als problematisch erwiesen. Immer wieder kam es zu Beginn der U-Boot-Entwicklung zu Motorbr√§nden und Verpuffungen in den Booten, und die Besatzungen litten unter erheblichen Reizungen.
  • Dieselmotoren erwiesen sich f√ľr lange Zeit als das geeignetste Aggregat, um das Boot √ľber Wasser anzutreiben. Seit Erfindung eines Schnorchels f√ľr U-Boote kann der Dieselmotor sogar auf Periskoptiefe benutzt werden. Allerdings ist das Boot damit an eine sehr geringe Tauchtiefe gebunden.

Das eigentliche Antriebsproblem stellt sich aber auf Tauchfahrt, da hier nicht genug Luft f√ľr den Betrieb von Verbrennungsmotoren zur Verf√ľgung steht und bei gr√∂√üeren Tauchtiefen auch Abgase nicht mehr abgeleitet werden k√∂nnen. Es m√ľssen also luftunabh√§ngige Antriebe zur Anwendung kommen.

  • Dampfantrieb: Experimente mit einem auf Chemikalien basierenden Dampfantrieb beim sog. Flotten-U-Boot auf Kolbenmotor bzw. Turbinenbasis wurden als Irrweg bald aufgegeben. Dieser Antrieb findet sich allerdings in abgewandelter Form bis heute beim Torpedo.
  • Elektroantrieb mit Akkumulatoren: Als alleiniger Antrieb geeignet f√ľr kleine U-Boote, beispielsweise Forschungs-U-Boote und Tauchertransportmittel, aber auch f√ľr Roboter und Torpedos. In Kopplung mit einem Verbrennungsmotor, der die Akkumulatoren bei √úberwasserfahrt aufl√§dt, ist er bis heute der Antrieb f√ľr fast alle nichtatomar betriebenen U-Boote. Schon w√§hrend des Ersten Weltkrieges bildete sich dieser kombinierte Diesel-Elektro-Antrieb als Standard heraus.
  • Walter-Antrieb mit hochkonzentriertem Wasserstoffperoxid: W√§hrend des Zweiten Weltkriegs gab es auf deutscher Seite Versuche mit einem au√üenluftunabh√§ngigen Turbinenantrieb auf der Basis von hochkonzentriertem Wasserstoffperoxid in Verbindung mit Dieseltreibstoff. Das Wasserstoffperoxid wurde in der Zersetzerkammer √ľber als Katalysator wirkendes Mangandioxid (Braunstein) geleitet, wo es sich rasant unter sehr starker W√§rmeentwicklung zersetzte, anschlie√üend wurde in den sauerstoffhaltigen Hei√üdampf Dieseltreibstoff eingespritzt, der sich sofort selbst entz√ľndete. Das entstehende Gas-Dampf-Gemisch trieb anschlie√üend eine Turbine an. Es handelte sich um die sog. Walter-U-Boote, benannt nach ihrem Konstrukteur Hellmuth Walter. Als Vorteile waren l√§ngere Tauchzeiten und wesentlich gr√∂√üere Unterwassergeschwindigkeit zu nennen. Der Antrieb wurde nicht in die Serienproduktion √ľbernommen; wesentliche Ergebnisse der Bootsentwicklung, etwa die glatte Rumpfform, kamen allerdings noch im Krieg zum Einsatz (Typ XXI, Typ XXIII) und beeinflussten merklich s√§mtliche Nachkriegsentwicklungen. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte Gro√übritannien die Forschung am Walter-Antrieb fort, aufgrund der Gef√§hrlichkeit der verwendeten Chemikalien und des hohen Treibstoffverbrauchs wurde dieser extrem leistungsf√§hige Antrieb jedoch bald aufgegeben. Ein Fehler im Wasserstoffperoxid-Antrieb eines Torpedos soll zum Untergang des russischen U-Bootes K-141 Kursk gef√ľhrt haben.
  • Kreislauf-Diesel-Antrieb: Der Dieselmotor (bzw. ein anderer Verbrennungsmotor) wird mit einem Sauerstofflieferanten, etwa Fl√ľssigsauerstoff (LOX) oder Wasserstoffperoxid, unter Wasser betrieben. Die Verbrennungsgase werden gewaschen und der fehlende Sauerstoff vor der erneuten Verbrennung wieder zugesetzt. Die CCD-Technologie (Closed Cycle Diesel) wurde Mitte der 1990er Jahre durch TNSW auf Unterseeboot U1 ‚Äď das auch als Erprobungstr√§ger f√ľr die Brennstoffzelle genutzt wurde ‚Äď erfolgreich erprobt, konnte sich aber auf den internationalen Markt nicht durchsetzen.
  • Nuklearantrieb: Bei Atom-U-Booten werden als Hauptantriebsmaschinen Dampfturbinen eingesetzt. Der Dampf wird wiederum von einem Kernreaktor erzeugt. F√ľr Man√∂verfahrten kann oft auch ein elektrisch betriebener Hilfsantrieb auf die Propellerwelle gekoppelt werden. Hilfsdampfturbinen erzeugen √ľber Generatoren Strom, der wiederum der Versorgung der elektrotechnischen Einrichtungen dient. Da durch Elektrolyse auch Sauerstoff sowie Trinkwasser aus dem Meerwasser gewonnen werden kann, k√∂nnen U-Boote mit Nuklearantrieb monatelang unter Wasser bleiben.
  • Stirling-Motor: In einigen U-Booten der schwedischen und japanischen Marine, m√∂glicherweise auch in der Marine der Volksrepublik China, kommen au√üenluftunabh√§ngige Stirlingmotoren zum Einsatz, die durch besondere Laufruhe die Ger√§uschtarnung verbessern. Stirlingmotoren funktionieren aufgrund eines Temperaturgradienten, daher wird kein Abgas produziert und muss so auch nicht ausgesto√üen werden.
  • MESMA-Antrieb: Eine franz√∂sische Entwicklung stellt dieser Kreislaufdampfturbinenantrieb dar. Der eigentliche Dampfkreislauf ist vom Ethanol-Verbrennungskreislauf, analog zu den gro√üen Kessel-Turbinen-Schiffsantrieben, getrennt. Fl√ľssigsauerstoff (LOX) ersetzt das fr√ľhere Wasserstoffperoxid der Walter-Antriebe, die Turbine wirkt nicht mehr direkt auf die Schraubenwelle, ein Generator sorgt f√ľr die akustische Entkoppelung. Derartige Anlagen kommen in der spanischen und pakistanischen Marine zur Anwendung.
  • Brennstoffzellen: Auch bei diesen Booten erfolgt der Antrieb letztlich durch Elektromotoren. In der Brennstoffzelle wird aber die Energie in einem chemischen Treibstoff nicht √ľber den Umweg der Verbrennung erzeugt, sondern katalytisch direkt in elektrischen Strom verwandelt, der dann die Elektromotoren antreibt. Die Entwicklung dieser Technik begann bereits gegen Ende des Zweiten Weltkriegs. Das Interesse, Brennstoffzellen f√ľr U-Boote zu benutzen, ist also wesentlich √§lter als das der Automobilindustrie. Heute stellt diese Antriebsform wohl, mit dem Nuklearantrieb, die fortschrittlichste dar. Sowohl die Unabh√§ngigkeit vom Luftsauerstoff als auch ein Minimum an beweglichen Teilen, die Ger√§usche verursachen, lange Verweilzeiten unter Wasser und die geringe Abw√§rme entsprechen den Anforderungen an moderne milit√§rische U-Boote. Mit den Klassen 212 A und 214 wurden mittlerweile in einigen Marinen Brennstoffzellen-U-Boote aus deutscher Konstruktion eingef√ľhrt.
  • Magnethydrodynamischer Antrieb (MHD-Antrieb): Hierbei wird um das U-Boot bzw. durch eine Antriebsd√ľse ein sich kontinuierlich √§nderndes Magnetfeld gelegt. Durch elektromagnetische Effekte (Lorentzkraft) auf die leitf√§higen Salzionen im Meerwasser wird damit ein Wasserstrahl erzeugt, der nach dem R√ľcksto√üprinzip das U-Boot antreibt. In der Praxis wurde diese Antriebstechnik in den 1990er Jahren von dem japanischen Unternehmen Mitsubishi auf dem Erprobungstr√§ger Yamato 1 angewendet, brachte jedoch nur eine entt√§uschende Fahrleistung von 8 Knoten (15 km/h) auf.

Militärische U-Boote

Ein russisches Patrouillen-U-Boot der Whiskey-V-Klasse in Hafen von Nakskov (Dänemark) als Museumsschiff
Schallschatten eines U-Boots
Das japanische U-Boot JDS Oyashio (SS 590) der gleichnamigen Klasse im US-Marinest√ľtzpunkt Pearl Harbor

Viele Staaten besitzen milit√§rische U-Boote, genaue Daten √ľber die Zahlen sind jedoch oft geheim.

Die St√§rke von U-Booten gegen√ľber √úberwasserschiffen liegt darin, dass sie versteckt operieren und nur schwer entdeckt werden k√∂nnen.

Da U-Boote nicht optisch erfassbar sind, weil das Meer in gr√∂√üeren Tiefen dunkel ist und Radar unter Wasser nicht funktioniert, k√∂nnen sie auf gr√∂√üere Entfernungen nur akustisch lokalisiert werden, auf kurze Entfernungen auch durch die Erw√§rmung des Wassers durch den Antrieb oder eine Verzerrung des Erdmagnetfeldes durch die Stahlh√ľlle.

Deshalb wird bei der Konstruktion besonders darauf geachtet, dass ein U-Boot so leise wie möglich ist. Dies wird durch einen stromlinienförmigen Bootskörper und speziell geformte Propeller ermöglicht.

Aufgaben und Arten von U-Booten

Die urspr√ľngliche Aufgabe von U-Booten war es, √úberwasserschiffe zu bek√§mpfen. In dieser Rolle erlangten die U-Boote in beiden Weltkriegen ihre Bedeutung. Mit Beginn des Nuklearzeitalters kamen zwei weitere Hauptaufgaben hinzu: Strategische U-Boote wurden mit nuklearen Raketen ausger√ľstet und dienten der nuklearen Abschreckung. Sie bildeten einen Teil der sogenannten Erstschlagkapazit√§t, konnten aber auch zur Zweitschlagkapazit√§t gerechnet werden, die einen gegnerischen Angriff auf das eigene Land √ľberleben und f√ľr einen Gegenschlag bereitstehen sollten. Gleichzeitig wurden zur Jagd auf gegnerische strategische U-Boote spezielle Jagd-U-Boote entwickelt. F√ľr beide Aufgaben verwendete man in erster Linie, aber nicht ausschlie√ülich, atomgetriebene U-Boote. In j√ľngster Zeit wurden Jagd-U-Boote mit nichtnuklearem, au√üenluftunabh√§ngigem Antrieb entwickelt. Bei der Deutschen Marine und einigen Verb√ľndeten werden derzeit Boote mit dem in Deutschland entwickelten Brennstoffzellen-Antrieb beschafft. In der Deutschen Marine sind es die U-Boote der Klasse 212 A, die nach und nach in Dienst gestellt werden.

Neben diesen klassischen Aufgaben hat die Aufklärung mit U-Booten an Bedeutung gewonnen. Aufgrund ihrer Fähigkeit, ungesehen zu operieren und mit akustischen Sensoren sehr weit zu horchen, können U-Boote gerade in Szenarien unterhalb der Schwelle offener Konflikte wichtige Erkenntnisse sammeln. Eine weitere Sonderaufgabe ist der Einsatz von Kampfschwimmern vom U-Boot aus. Beide Aufgaben können von herkömmlichen oder speziellen U-Booten wahrgenommen werden.

Man kann unterschiedliche Typen von milit√§rischen oder zivilen U-Booten unterscheiden, je nachdem, welcher Zweck und welcher Auftrag dem jeweiligen U-Boot zukommt. Da U-Boote heute jedoch √ľberwiegend milit√§risch eingesetzt werden, √ľberwiegt in der nachfolgenden Liste der Anteil der diversen milit√§risch genutzten U-Boot-Typen:

  • Strategische Raketen-U-Boote (engl. SSBN / frz. SNLE) dienten der nuklearen Abschreckung (Siehe Ohio-Klasse und Vanguard-Klasse). Erste U-Boote dieser Art entstanden durch Umbauten von Angriffs-U-Booten (vgl. George-Washington-Klasse). Die ersten Planungen gingen noch auf die deutschen A4-Raketen bzw. dem vorbereitetem Einsatz von amerikanischen V1-Nachbauten gegen Japan zur√ľck. Im Zuge der Abr√ľstung gab es √úberlegungen, einige Boote f√ľr konventionelle Lenkflugk√∂rper bzw. dem Transport von Spezialkr√§ften zu nutzen.
  • Angriffs-/Jagd-U-Boote (auch taktische U-Boote) sind gew√∂hnlich mit Torpedos bewaffnet, um andere Schiffe oder U-Boote anzugreifen. Daneben k√∂nnen sie auch mit Marschflugk√∂rpern f√ľr den Angriff auf Landziele oder lohnende Seeziele (wie Flugzeugtr√§gerkampfgruppen) best√ľckt sein. Ist dies ihre Hauptaufgabe, werden sie als U-Boote mit Marschflugk√∂rpern bezeichnet. Jagd-U-Boote existieren mit einer Vielzahl von Antriebsformen. Atomar getriebene Jagd-U-Boote dienen der Bek√§mpfung gegnerischer U-Boote. Jagd-U-Boote stellen die wirkungsvollste Waffe gegen U-Boote mit ballistischen Raketen dar, da diese oft getaucht unter dem Eis operieren. Au√üerdem ist die Sensorenreichweite getauchter U-Boote weit gr√∂√üer als die von √úberwasserschiffen oder Flugzeugen. Jagd-U-Boote zeichnen sich vor allem durch ihre hohe Geschwindigkeit aus. So geh√∂ren die russischen Alfa-Klasse-U-Boote zu den schnellsten existierenden U-Booten.
  • Versorgungs-U-Boote bzw. U-Boot-Tanker (Zweiter Weltkrieg): Aufgabe dieser Boote war es im Zweiten Weltkrieg, andere U-Boote auf See mit Nachschub zu versorgen (Milchk√ľhe). Die gro√üen, aber auch schwerf√§lligen Boote waren ein leichtes Ziel und wurden, soweit noch intakt, bald anders eingesetzt.
  • Handels-U-Boote: Sie wurden nur im Ersten Weltkrieg eingesetzt. Die einzigen je gebauten und eingesetzten Handels-U-Boote, die einer zivilen Reederei geh√∂rten, waren das U ‚ÄěDeutschland‚Äú und U ‚ÄěBremen‚Äú. Im Zweiten Weltkrieg wurden lediglich milit√§rische U-Boote des Typs IX D, die sog. Monsun-Boote, die im Indischen Ozean operierten, f√ľr die R√ľckreise nach Deutschland in Penang mit Kautschuk, Wolfram, Zinn, Chinin und Opium beladen. Sie durchbrachen die alliierte Seeblockade. In den 70er Jahren bestanden Pl√§ne, gro√üe U-Boote f√ľr den arktischen Roh√∂ltransport einzusetzen.
  • U-Boot-Minenleger: Noch im Ersten Weltkrieg kamen spezialisierte U-Boote als Minenleger (Schachtminen) zum Einsatz. Aber bereits im Zweiten Weltkrieg konnte die Verlegung speziell hierf√ľr entwickelter Grundminen √ľber die Torpedorohre erfolgen. Heute wird diese Funktion ausschlie√ülich √ľber die Torpedorohre bzw. spezielle √§u√üere Mineng√ľrtel sichergestellt.
  • U-Kreuzer wurden im Ersten Weltkrieg und in der Zwischenkriegszeit f√ľr den Handelskrieg nach Prisenordnung entwickelt. Sie waren daher neben Torpedos auch mit starker Artillerie bewaffnet, trugen Beiboote und sogar Beobachtungsflugzeuge. Das gr√∂√üte U-Boot vor dem Zweiten Weltkrieg, die franz√∂sische Surcouf, war ein solcher U-Kreuzer. Flugzeuge dienten auf japanischen U-Booten zur Erkundung gro√üer Gebiete, Pl√§ne zur Bombardierung des Panama-Kanals im Zweiten Weltkrieg durch 6 Seiran Flugzeuge der U-Boote I-400 und I-401 bestanden zwar, wurden jedoch nicht ausgef√ľhrt, da die beiden U-Boote erst im Fr√ľhsommer 1945 einsatzbereit waren. Die wenig erfolgreichen Flotten-U-Boote waren prim√§r dazu gebaut, mit Dampfantrieb aufgetaucht im Verband der regul√§ren Flotte mitzufahren.
  • K√ľsten-U-Boote sind in der Regel kleiner und damit wendiger gebaut. Sie operieren prim√§r mit konventionellem Antrieb im Bereich des Kontinentalschelfes.
  • Andere milit√§rische U-Boot-Aufgaben:
    • Aufkl√§rung: K√ľstenaufkl√§rung, Aufkl√§rung mit Schlepptragschrauber (Bachstelze) bzw. Bordflugzeug (s. o.)
    • Entwicklung: Erprobung neuer Techniken, etwa USS Albacore, die deutschen Walter-Boote und die franz√∂sische Gymnote
    • Transport: Kampfschwimmer, bemannte Torpedos, Versorgungsmittel, Kurierdienste etc.
    • Rettung: Rettung oder Bergung verungl√ľckter U-Boot-Besatzungen
Aktuelle (dunkelblau) und ehemalige (hellblaue) Betreiberstaaten militärischer U-Boote

Militärische Klassifizierung

Zur Bezeichnung von U-Boot-Typen werden meistens die Standards der US Navy benutzt. Diese geben Aufschluss √ľber Antrieb und Verwendungszweck eines U-Bootes. Generell steht die Abk√ľrzung ‚ÄěSS‚Äú bei der amerikanischen Marine f√ľr ‚ÄěShip, submersible‚Äú (deutsch: ‚ÄěSchiff, tauchf√§hig‚Äú). Je nach Antrieb und Verwendungszweck eines Milit√§r-U-Bootes werden noch Buchstabenkennungen angeh√§ngt:

Neben diesen M√∂glichkeiten kennt das Nomenklatursystem der US Navy auch noch andere Funktionen wie U-Tanker (Buchstabe O f√ľr Oiler), Ausbildungsboote (T f√ľr Training) oder Radar√ľberwachung (R f√ľr Radar Picket). Diese Abk√ľrzungen sind jedoch international ungebr√§uchlich bzw. werden heute keine U-Boote dieser Typen mehr eingesetzt.

Die fr√ľhere sowjetische und heutige russische Marine verwendet ein √§hnliches System, das bei U-Booten folgende Kombinationen zul√§sst:

  • PL (Podwodnaja Lodka, –ü–ĺ–ī–≤–ĺ–ī–Ĺ–į—Ź –õ–ĺ–ī–ļ–į, U-Boot)
  • PLA (Podwodnaja Lodka Atomnaja, –ü–ĺ–ī–≤–ĺ–ī–Ĺ–į—Ź –õ–ĺ–ī–ļ–į –ź—ā–ĺ–ľ–Ĺ–į—Ź, Atomgetriebenes U-Boot)
  • PLARB (Podwodnaja Lodka Atomnaja Raketnaja Ballistitscheskaja, –ü–ĺ–ī–≤–ĺ–ī–Ĺ–į—Ź –õ–ĺ–ī–ļ–į –ź—ā–ĺ–ľ–Ĺ–į—Ź –Ď–į–Ľ–Ľ–ł—Ā—ā–ł—á–Ķ—Ā–ļ–į—Ź, Atomgetriebenes U-Boot mit ballistischen Raketen)
  • PLARK (Podwodnaja Lodka Atomnaja Raketnaja Krylataja, –ü–ĺ–ī–≤–ĺ–ī–Ĺ–į—Ź –õ–ĺ–ī–ļ–į –ź—ā–ĺ–ľ–Ĺ–į—Ź –†–į–ļ–Ķ—ā–Ĺ–į—Ź –ö—Ä—č–Ľ–į—ā–į—Ź, Atomgetriebenes U-Boot mit Lenkflugk√∂rpern)
  • PLRB (Podwodnaja Lodka Raketnaja Ballistitscheskaja, –ü–ĺ–ī–≤–ĺ–ī–Ĺ–į—Ź –õ–ĺ–ī–ļ–į –Ď–į–Ľ–Ľ–ł—Ā—ā–ł—á–Ķ—Ā–ļ–į—Ź, U-Boot mit ballistischen Raketen)
  • PLRK (Podwodnaja Lodka Raketnaja Krylataja, –ü–ĺ–ī–≤–ĺ–ī–Ĺ–į—Ź –õ–ĺ–ī–ļ–į –†–į–ļ–Ķ—ā–Ĺ–į—Ź –ö—Ä—č–Ľ–į—ā–į—Ź, U-Boot mit Lenkflugk√∂rpern)

Sensoren

Periskop auf einem U-Boot (um 1942)

F√ľr die √úberwasserfahrt haben U-Boote heute Radar.

Zur Orientierung kann, wenn das U-Boot knapp unter der Wasseroberfl√§che schwimmt, ein Periskop ausgefahren werden, mit dem die Umgebung √ľber Wasser erkundet werden kann. Neben dem klassischen optischen Sehrohr setzen sich zunehmend elektrooptische Ausfahrmasten durch. Sie verf√ľgen in der Regel √ľber nachtsichtf√§hige Komponenten.

Dar√ľber hinaus lassen sich mit speziellen Antennen die Radarsignale oder die Funkausstrahlungen von √úberwassereinheiten ermitteln.

Unter Wasser kann ein U-Boot andere Schiffe nur akustisch lokalisieren. Dies kann passiv √ľber Hydrophone (Unterwassermikrophone, idR. als Zylinderbasis, als Kugelbasis oder lineare Seitenantenne (Flank Array / FAS) oder aktiv √ľber Sonar geschehen, wobei das U-Boot seine Position mit dem Sonar selbst verr√§t.

Passive Sonaranlagen k√∂nnen auch an mehreren hundert Meter langen Kabeln als sogenanntes Schleppsonar (engl. Towed Array / TAS) hinter dem U-Boot hergezogen werden. Dies bringt einige Vor-, aber auch Nachteile mit sich. So vergr√∂√üert sich die Empfindlichkeit des passiven Sonars erheblich, da einerseits wesentlich mehr Hydrophone am Schleppkabel angebracht werden k√∂nnen, und andererseits der Abstand zum Antrieb des U-Bootes die St√∂rger√§usche reduziert. Dies f√ľhrt zu einer signifikant gesteigerten Empfindlichkeit, welche eine erh√∂hte Horch-Reichweite und Peilgenauigkeit gew√§hrleistet. Ein Nachteil des Schleppsonars besteht in seiner L√§nge (manche bis √ľber einen halben Kilometer lang) und seinem Gewicht. Die Man√∂vrierf√§higkeit des U-Bootes wird dadurch eingeschr√§nkt und ebenfalls die Geschwindigkeit, wobei letzteres das geringere Problem ist, da das Schleppsonar sowieso nur in langsamer Fahrt oder Schleichfahrt angewendet wird. Die Einholdauer des Schleppsonars ist abh√§ngig von der L√§nge des Kabels und kann durchaus l√§nger als eine Minute dauern, was in kritischen Situationen aber schon zu ‚Äělange‚Äú sein kann. Muss in einer Krisensituation schnell die Geschwindigkeit erh√∂ht, ein enges Wendeman√∂ver eingeleitet oder die Tauchtiefe rapide ver√§ndert werden, bleibt oftmals nichts anderes √ľbrig, als das Schleppsonar zu kappen.

Meeresbiologen/innen wie z.B. Antonella Servidio fanden eine Reihe von Hinweisen, dass das Stranden von Walen und anderen Meeressäugern in unmittelbarem Zusammenhang mit der Nutzung von militärischen aktiven Sonaren steht.[3]

Ortungsschutz

Passiver Ortungsschutz

U-Boot-Bunker am Ionischen Meer in S√ľdalbanien

Grunds√§tzlich gilt, dass ein U-Boot um so schwerer zu lokalisieren ist, je kleiner und leiser es ist. Dieselelektrisch betriebene U-Boote haben deswegen im getauchten Zustand oft Vorteile gegen√ľber den wesentlich gr√∂√üeren Atom-U-Booten. Der Hauptvorteil von Atom-U-Booten sind ihre Ausdauer und Geschwindigkeit. Hohe Geschwindigkeiten verringern allerdings die Sensorenreichweite erheblich und vergr√∂√üern den Ger√§uschpegel. Zus√§tzlich verursacht die hohe Temperatur des Reaktors zahlreiche Probleme. Bei modernen Kernreaktoren kann bei geringer Leistungsabgabe die K√ľhlung allein durch Konvektion bewerkstelligt werden. Ansonsten sind K√ľhlwasserpumpen notwendig, welche Ger√§usche erzeugen, die sich √ľber den Schiffsk√∂rper bis ins Wasser fortpflanzen und dort zu lokalisieren sind. Die Abw√§rme aus dem K√ľhlwasser von Kernreaktoren ist sogar durch Satelliten zu orten. Eine weitere M√∂glichkeit, die Eigenger√§usche eines U-Bootes zu d√§mpfen, besteht darin, alle Maschinen auf einer freischwingenden, gummigelagerten Plattform aufzubauen, um so die Ger√§usch√ľbertragung auf den restlichen Schiffsk√∂rper zu vermindern. Speziell geformte Propeller sorgen f√ľr eine Minimierung von Kavitationsger√§uschen.

Neben der D√§mpfung der Eigenger√§usche kommen auch Ma√ünahmen zum Einsatz, welche die Ortung durch feindliches Sonar erschweren sollen. So d√§mpft eine Opanin-H√ľlle, eine ca. 4 mm dicke Gummibeschichtung, die Schallr√ľckstrahlung im Frequenzband zwischen 10 und 18 kHz bis auf 15 %. Die Wirkung des Schutzmittels ist dabei stark abh√§ngig von Salzgehalt, Luftgehalt und Temperatur des Wassers. Diese Technik wurde erstmals 1943 bei dem deutschen U 480 angewandt. Durch die spezielle Gestaltung des Bootsrumpfes l√§sst sich die Sonarr√ľckstrahlfl√§che eines U-Bootes reduzieren, so dass ein einfallender Sonarimpuls abgelenkt oder gestreut wird und nur noch ein sehr schwaches Echo in Richtung des Senders zur√ľckgestrahlt wird

Die Schiffsh√ľlle besteht bei einigen U-Boot-Klassen aus einem nicht magnetisierbaren Stahl. Damit wird die Ortung durch die Erfassung der vom U-Boot erzeugten Verzerrung des Erdmagnetfeldes so gut wie unm√∂glich.

Seit dem Zweiten Weltkrieg werden auch Funkmessbeobachtungsgeräte auf U-Booten eingesetzt, die die Besatzung des U-Bootes vor einer möglichen Radarortung durch gegnerische Flug- und Seeziele warnen sollen.

Aktiver Ortungsschutz, aktive Gegenmaßnahmen

Ein Schutzmittel besteht im Aussto√üen von T√§uschk√∂rpern (‚ÄěBolden‚Äú). Ein T√§uschk√∂rper kann dabei ein Auftriebsk√∂rper sein, der Calciumhydrid (CaH2) enth√§lt und vom U-Boot ausgesto√üen werden kann. Er schwebt im Wasser und erzeugt dabei Wasserstoffblasen[4], die f√ľr die aktive Sonar-Ortung ein Scheinziel vort√§uschen sollen, hinter dem das gef√§hrdete U-Boot ablaufen kann. Ein anderes Mittel ist das Aussto√üen oder Nachschleppen von T√§uschk√∂rpern, welche die Ger√§usche des U-Bootes bzw. dessen Antriebs imitieren und so die passive Sonarortung herannahender Torpedos in die Irre f√ľhren sollen.

Dar√ľber hinaus kommen heute auch elektronische T√§uschk√∂rper zum Einsatz. Sie werden unterschieden in Soft- und Hardkillsysteme. Zu den Softkillsystemen geh√∂ren die sogenannten Jammer und Decoys. Jammer erzeugen ein sehr starkes St√∂rsignal, das das Sonar des angreifenden Torpedos blenden soll. Decoys nehmen das aktive Sonarsignal des angreifenden Torpedos auf und senden es als Scheinecho zur√ľck, um die Waffe anzulocken und vom richtigen Ziel abzulenken. Bei Hardkillsystemen kommen Anti-Torpedo-Torpedos wie der Seaspider von Atlas Elektronik zum Einsatz. Alternativ bietet Rafael den Torbuster an, einen Decoy, der den angreifenden Torpedo anlocken und dann durch einen integrierten Sprengsatz zerst√∂ren soll.

Gegen fliegende U-Boot-J√§ger sind zwischenzeitlich aus Torpedorohren gestartete Flugk√∂rper in der Entwicklung bzw. im Einsatz. √úber den Einsatz von ‚Äěintelligenten‚Äú Torpedos als weitreichende Minen, als selbstlaufende T√§usch- und St√∂rk√∂rper, als Minenr√§um-, Kommunikations- bzw. Aufkl√§rungsmittel kann ebenso nur spekuliert werden wie √ľber den Einsatz raketengetriebener ‚ÄěKavitationsblasentorpedos‚Äú zur Abwehr gegnerischer Torpedos.

Kommunikation

Die Kommunikation mit getauchten U-Booten ist problematisch. Nur sehr langwellige Radiosignale (VLF, Very Low Frequency, Längstwelle), wie zum Beispiel die des Marinefunksenders DHO38, können etwa 10 bis 30 Meter tief ins Meerwasser eindringen.

Ausschlie√ülich die Superm√§chte verf√ľgen √ľber die M√∂glichkeit, wenige Daten an U-Boote sogar in Tiefen bis zu 300 Meter zu senden. Das geschah auf 76 Hz (USA) und 82 Hz (Russland), also auf SLF (Super Low Frequency). Die dabei nur geringe m√∂gliche Datenrate erlaubte nur eine Art ‚ÄěAnrufsignal‚Äú um U-Boote zum Beispiel aufzufordern, bis ca. 15 Meter unter die Wasseroberfl√§che aufzusteigen, um dort auf L√§ngstwelle (VLF (3 ‚Ķ 30 kHz)) mit h√∂herer Datenrate Meldungen entgegenzunehmen, ohne dabei Antenne, Bojen etc. √ľber der Wasseroberfl√§che positionieren zu m√ľssen. Das L√§ngstwellensystem (VLF) ist f√ľr den einseitigen Funkverkehr ohne aus dem Wasser ragende Teile des U-Bootes weiterhin in Betrieb.

F√ľr das SLF-System sieht es wie folgt aus: Die 76-Hz-Frequenz der USA wurde im September 2004 aufgegeben und Aktivit√§ten auf der russischen 82-Hz-Frequenz werden auch seit l√§ngerem nicht mehr beobachtet.

Falls gro√üe Datenmengen auszutauschen sind oder das U-Boot nicht nur empfangen, sondern auch senden muss, ist es aber gezwungen, die Wasseroberfl√§che mit konventionellen Antennenmasten oder Bojen zu durchdringen. Dies aber erleichtert die Ortung des U-Bootes. L√§ngere Nachrichten an ein U-Boot werden auf einem Satelliten gespeichert und heruntergeladen (in Sekundenschnelle). F√ľr ein getauchtes U-Boot gibt es noch die M√∂glichkeit, eine Funkboje mit einer gespeicherten Nachricht aufsteigen zu lassen, die dann zum Beispiel an einen Satelliten gesendet wird. Das ist auch das √ľbliche Verfahren bei Notsituationen, in denen das Boot auf den Meeresgrund gesunken ist und Hilfe von au√üen ben√∂tigt wird. Versuche, das Kommunikationsproblem durch satellitengest√ľtzte Laser zu l√∂sen, die ins Meerwasser bis zu einem gewissen Grad eindringen k√∂nnen, wurden wahrscheinlich nach dem Ende des Kalten Krieges aufgegeben.

Den Wissenschaftlern Maurice Green und Kenneth Scussel vom US Office of Naval Research (ONR) ist es 2007 zudem gelungen, ein Unterwasser-GPS-System zu entwickeln, das eine genaue Positionsbestimmung von U-Booten erm√∂glichen soll. Das System ist in der Lage, anhand von akustischen Signalen und Computerberechnungen die Position von U-Booten und in Zukunft m√∂glicherweise auch von Tauchern zu orten. Hierzu werden am Meeresgrund fest verankerte genau positionierte GPS-Basisstationen eingerichtet. Ein U-Boot kann √ľber Sonarimpulse mit der GPS-Basisstation am Meeresboden ‚Äěkommunizieren‚Äú. Durch das Antwortsignal der GPS-Meeresbodenstation, das die genaue Tiefe und den Peilwinkel des empfangenen Schall-Impulses errechnet, kann ein Computersystem an Bord eines U-Bootes mit den GPS-Daten die eigene Position unter Wasser berechnen.

√úber sehr kurze Entfernungen k√∂nnen akustische Unterwassertelefone (Gertrude) eingesetzt werden. Au√üerdem lassen sich Informationen durch Sonar in Form von Morse-Nachrichten austauschen. Bei zivilen Tauchbooten bietet es sich oft an, auf eine Kabelverbindung zur√ľckzugreifen.

Bewaffnung

Torpedos sind die bekannteste Waffe milit√§rischer U-Boote. Sie werden √ľber Torpedorohre aus dem Rumpf ausgesto√üen und von einem Schraubenantrieb, neuerdings auch von einem Wasserstrahl- oder einem zu Superkavitation f√ľhrenden Raketentriebwerk angetrieben. Moderne Torpedos werden meist von den sie abschie√üenden U-Booten aus √ľber einen Draht ferngelenkt, k√∂nnen aber auch selbstst√§ndig Ziele erkennen. Die Torpedor√§ume, in denen die Torpedos und andere Waffen gelagert werden, befinden sich meist im Bug des U-Bootes. Bei neueren Entwicklungen, zum Beispiel der amerikanischen Los-Angeles-Klasse, wurden dagegen die Waffen eher mittschiffs untergebracht und die Torpedorohre schr√§g nach vorne gerichtet; auf diese Weise konnte ein leistungsf√§higeres Aktivsonar im Bug untergebracht werden. Torpedorohre im Heck eines U-Bootes waren noch bis nach dem Zweiten Weltkrieg √ľblich, werden heute jedoch nicht mehr verwendet, da sie f√ľr fernlenkbare oder autonom zielsuchende Torpedos nicht erforderlich sind.

Aus den Torpedorohren moderner U-Boote k√∂nnen auch Flugk√∂rper gestartet werden. Das g√§ngigste Prinzip hierbei ist es, einen Flugk√∂rper, der auch von √úberwasserschiffen gestartet werden kann, in einen zylindrischen Container zu verstauen. Dieser Container verl√§sst das U-Boot auf die gleiche Art und Weise wie ein Torpedo und durchst√∂√üt die Wasseroberfl√§che; danach gibt er den Flugk√∂rper frei. Solche Flugk√∂rper werden √ľberwiegend gegen Schiffe eingesetzt.

Auch Marschflugk√∂rper gegen Landziele k√∂nnen aus Torpedorohren gestartet werden. Allerdings werden sie √ľberwiegend aus senkrechten Startsch√§chten abgefeuert, um die Anzahl der mitgef√ľhrten Torpedos nicht reduzieren zu m√ľssen. Auf die Verwendung von Anti-Schiff-Lenkflugk√∂rpern spezialisierte U-Boot-Typen werden im Allgemeinen mit den K√ľrzeln SSG bzw. SSGN klassifiziert. Neben den erw√§hnten Vertikalstartern fanden auch andere Startverfahren Verwendung; so war die amerikanische USS Halibut mit einer Startrampe auf dem Vordeck ausger√ľstet, w√§hrend auf den sowjetischen Klassen Juliett und Echo die Flugk√∂rper in im Winkel von 20¬į aufstellbaren Startbeh√§ltern untergebracht waren. Im Gegensatz zu modernen Entw√ľrfen mussten diese fr√ľhen Flugk√∂rper-U-Boote allesamt zum Abfeuern der Waffen auftauchen.

Ballistische Flugk√∂rper (Submarine Launched Ballistic Missile, SLBM) werden aus senkrechten Sch√§chten gestartet. Sie haben wesentlich gr√∂√üere Durchmesser als Torpedos und sollen m√∂glichst schnell das Wasser verlassen. Die meisten modernen U-Boote mit ballistischen Raketen (Klassifizierung SSBN oder SSB) sind dazu mit einer Anzahl von Raketensilos ausger√ľstet, die sich mittschiffs hinter dem Turm befinden. Ausnahmen sind die russische Typhoon-Klasse, bei der sich der Turm am Rumpfende und die Raketen davor befinden, sowie die √§lteren, mittlerweile au√üer Dienst gestellten Klassen Golf und Hotel, bei denen die Raketen im Turm untergebracht waren. Nachdem die ersten ballistischen Raketen, die von U-Booten aus abgefeuert werden konnten, noch als Mittelstreckenraketen klassifiziert wurden (zum Beispiel UGM-27 Polaris), verf√ľgen modernere Raketen wie die Trident mittlerweile √ľber die Reichweiten von Interkontinentalraketen. Nur auf den erw√§hnten √§lteren U-Booten der Golf- und Hotel-Klasse kamen als ballistische Raketen anfangs Kurzstreckenraketen vom Typ Scud mit einer Reichweite von 150 km zum Einsatz. U-Boot-gest√ľtzte ballistische Raketen sind meist nuklear best√ľckt und sollen in der Theorie des Atomkriegs als Zweitschlagwaffen zum Einsatz kommen.

Im Gegensatz zu fr√ľheren Zeiten, in denen U-Boote mit an Deck montierten Gesch√ľtzen bewaffnet waren, haben moderne U-Boote keine oder kaum √úberwasserbewaffnung. Da U-Boote heutiger Zeit ausschlie√ülich unter der Wasseroberfl√§che operieren, wird schlichtweg keine solche Bewaffnung gebraucht. Dar√ľber hinaus wurden bereits gegen Ende des Zweiten Weltkrieges Decksgesch√ľtze von U-Booten entfernt, um den hydrodynamischen Widerstand zu senken und die Unterwassergeschwindigkeit zu steigern. Die Tatsache allerdings, dass sich U-Boote fast nicht gegen U-Jagd-Hubschrauber und -Flugzeuge verteidigen k√∂nnen, verlangt nach der Entwicklung von Flugabwehrwaffen, die von getauchten U-Booten aus einsetzbar sind. Es existieren lediglich verschiedene schultergest√ľtzte Flugabwehr-Raketenstarter √§hnlich der bekannten FIM-92 Stinger, die vom Turm abgefeuert werden. Beispielsweise ist die russische Sierra-Klasse mit Startvorrichtungen f√ľr Raketen der Typen SA-N-5 Grail oder SA-N-8 Gremlin ausgestattet. Die deutsche Marine entwickelt zur Zeit mit dem System IDAS f√ľr die U-Boot-Klasse 212 A allerdings eine Flugabwehrwaffe, die auch von einem getauchten U-Boot aus einem Torpedorohr ausgesto√üen und auf ein Ziel √ľber der Wasseroberfl√§che abgefeuert werden kann.

Rettungsmittel

Wie Katastrophen wie bei der Thresher, der Scorpion oder der Kursk zeigen, kommt es auch in Friedenszeiten immer wieder zu Ungl√ľcksf√§llen. Um die Besatzung zu retten, wurden verschiedene Rettungsmittel entwickelt:

Amerikanisches Rettungs-U-Boot Mystic
  • Rettungs-U-Boot: Kleine, transportable und weitgehend autarke U-Boote, die auf dem Ausstieg des havarierten U-Bootes andocken und es evakuieren. Vorg√§nger waren spezielle Tauchglocken. Taucher bzw. Panzertauchger√§te und Unterwasserroboter unterst√ľtzen den Einsatz.
  • Rettungsboje: Sie steigt vom Wrack auf, markiert die Ungl√ľcksstelle und erm√∂glicht √ľber das Bojenseil die Verankerung von Hebezeugen.
  • Rettungskapsel: Eine gr√∂√üere Rettungsboje, in der die Besatzung Platz findet. Sie dient nach dem Aufstieg als Rettungsinsel.
  • Tauchretter: Die Mischung aus Atemger√§t und Schwimmweste erm√∂glicht nach Passieren einer Ausstiegsschleuse oder eines Ausstiegskragens (der das Fluten des U-Bootes notwendig macht) den Notaufstieg (bei kleinen U-Booten oft der einzige Rettungsweg).
  • Andere Rettungsma√ünahmen: Bei Wassereinbruch begrenzen wasserdichte Schotten den Wassereinbruch. Notausblasen (Emergency Blow) der Tauchzellen und ein dynamischer Notaufstieg zur Oberfl√§che sind eventuell noch m√∂glich.
  • Resus-Flaschen: Die Hydrazin-Gaserzeuger sind modular aufgebaute, identische Systeme. Sie erzeugen auf einen elektrischen Impuls hin das ben√∂tigte Arbeitsgas zum Ausblasen der Tauchzellen durch katalytische Zersetzung des Hydrazins. Die Starteinrichtung der ‚ÄěResus‚Äú-Systeme kann manuell oder vollautomatisch in Abh√§ngigkeit von einer bestimmten Tauchtiefe bet√§tigt werden.

U-Boote der Deutschen Marine

Die Deutsche Marine als Teilstreitkraft der Bundeswehr verf√ľgt nur √ľber U-Boote mit Diesel- und mit Brennstoffzellenantrieb, nicht jedoch √ľber Atom-U-Boote. Da die Aufgaben der Deutschen Marine im NATO-B√ľndnis anfangs auf reine K√ľsten√ľberwachung festgelegt waren, und als Operationsfeld lediglich die ‚Äěflache‚Äú Ostsee sowie die Nordsee in Frage kamen, waren vor allem sehr kleine, leise und nicht f√ľr gro√üe Tiefen ausgelegte U-Boote relevant. Daher spielten w√§hrend der Zeit des Ost-West-Konflikts die seinerzeit 24 U-Boote der damaligen Bundesmarine eine wichtige Rolle bei der Verteidigung der westdeutschen und d√§nischen Ostseek√ľste gegen amphibische Landungen der Marinen des Warschauer Pakts. Au√üerdem gab es eine internationale Beschr√§nkung, dass Deutschland nur √ľber U-Boote (Tauchboote) bis maximal 500 Tonnen Wasserverdr√§ngung verf√ľgen darf. Mit den ver√§nderten politischen Verh√§ltnissen haben sich jedoch auch die Aufgaben der Deutschen Marine ver√§ndert. Dennoch wurde bisher auf Atom-U-Boote zu Gunsten der Fortentwicklung der konventionellen U-Boote verzichtet. Die neuen Boote mit Brennstoffzellenantrieb der Klasse 212 A dienen vornehmlich der Bek√§mpfung anderer U-Boote sowie der unbemerkten Aufkl√§rung und operieren je nach Bedarfsfall weltweit. Weiterhin waren bis zum Juni 2010 U-Boote der Klasse 206A im Dienst, deren Einsatzgebiet von der Nord- und Ostsee bis in den Mittelmeerraum reichte. Die Kommandanten der deutschen U-Boote haben die Dienstgrade Kapit√§nleutnant, Korvettenkapit√§n oder Fregattenkapit√§n.

Zivile U-Boote

Kanadisches Forschungs-U-Boot Pisces IV wird von ihrem Versorgungsschiff herabgelassen
Bathyscaph Trieste II. Unter dem gro√üen Auftriebsk√∂rper ist der Druckk√∂rper zu erkennen.

Neben der milit√§rischen Nutzung gibt es zivile Aufgaben f√ľr U-Boote.

  • Tiefsee-U-Boote oder Bathyscaphe dienen Forschungszwecken und k√∂nnen wesentlich tiefer tauchen als milit√§rische U-Boote. Meist sind sie um einen kugelf√∂rmigen Druckk√∂rper herum konstruiert, haben Batteriebetrieb und k√∂nnen sich nicht besonders schnell fortbewegen. Ihre Tiefensteuerung erfolgt oft durch vertikale Schraubenantriebe. Aufbauend auf der Bathysphere von William Beebe aus den 1930er Jahren wurden in den 1950er Jahren die Bathyscaphen FNRS-2, FNRS-3 und Trieste zum Einsatz gebracht und konnten immer gr√∂√üere Tieftauchrekorde aufstellen. Der bis heute g√ľltige wurde am 23. Januar 1960 mit der Trieste aufgestellt, die im sp√§ter nach ihr benannten Triestetief im Marianengraben eine Tiefe von 10.910 m erreichte. Neben diesen alleine f√ľr vertikale Fahrten beim Einsatz zu ozeanografischen Forschungen in gro√üen Tiefen konstruierten Bathyscaphen wurden ab etwa 1960 auch zahlreiche kleinere Forschungs-U-Boote hergestellt, die f√ľr geringere Tauchtiefen konzipiert sind. Sie sind horizontal beweglicher und eignen sich deswegen sich f√ľr eine Vielzahl wissenschaftlicher und technischer Arbeiten.

Forschungs-U-Boote werden zur systematischen Untersuchung der Meeresb√∂den oder Meeresstr√∂mungen eingesetzt. Sie erf√ľllen geologische, meeresbiologische, ozeanografische oder arch√§ologische Aufgaben.

Such-U-Boote, sollen oftmals unbemannt Objekte auf dem Meeresgrund aufsp√ľren und untersuchen. Bekanntheit erlangten zum Beispiel die Expeditionen zu den Wracks der RMS Titanic (mit der Alvin) oder der Bismarck. Das einzige nukleargetriebene Forschungs-U-Boot war die NR-1 der US Navy.

  • Touristen-U-Boote werden verwendet, um die Unterwasserwelt f√ľr Touristen zu erschlie√üen. Sie besitzen gro√üe Panoramafenster und k√∂nnen daher nicht sehr tief tauchen (nur wenige Meter). Meist werden sie in der N√§he von Riffen eingesetzt wie zum Beispiel auf den Azoren oder den Kanarischen Inseln. Erstes speziell f√ľr touristische Zwecke gebautes U-Boot war die Auguste Piccard (PX-8), die 1964 anl√§sslich der Schweizerischen Landesausstellung mit bis zu 40 Passagieren im Genfersee tauchte.
  • Unbemannte U-Boote (auch Tauchroboter) dienen vor allem zur Forschung und sind meist mit Kameras, oft auch mit Greifarmen ausgestattet. Sie k√∂nnen extrem tief tauchen und sind wesentlich kleiner als bemannte U-Boote, da sie keinen Sauerstoffvorrat und keine Passagiere transportieren m√ľssen.

Daneben existieren auch ferngesteuerte U-Boot-Modelle, die von Modellbauern gebaut werden oder auch als Spielzeug verkauft werden. Ihre Tauchtiefe beträgt höchstens einige Meter.

  • Handels-U-Boote kamen lediglich in den beiden Weltkriegen zum Einsatz, um feindliche Seeblockaden zu umgehen, mit neutralen Staaten Handel zu treiben und dabei kriegswichtige G√ľter zu beschaffen.
  • Schmuggel-U-Boote: F√ľr den Schmuggel von Drogen werden U-Booten √§hnliche Halbtaucherschiffe (sogenannte self-propelled semi-submersibles/SPSS) eingesetzt. Seit 2006 ist eine gr√∂√üere Zahl dieser Boote in den Urw√§ldern Kolumbiens gebaut worden, die zwischen 12 und 25 m lang sind und bis zu 15 Tonnen Ware oder f√ľnf Personen transportieren k√∂nnen. Sie werden meist am Ziel aufgegeben und versenkt.[5][6] In der DDR gab es Versuche, Kleinst-U-Boote f√ľr die Republikflucht zu bauen, jedoch wurden diese Versuche durch die Stasi enttarnt.[7]
  • Andere zivile Aufgaben:
    • Rettung: Bergung oder Rettung verungl√ľckter U-Boot-Besatzungen spielt vor allem im milit√§rischen Bereich eine Rolle. Nach dem Verlust der U-Boote USS Thresher und Scorpion entwickelte die amerikanische Marine das sogenannte Deep Submergence Rescue Vehicle (DSRV). Auch die UdSSR bzw. Russische F√∂deration (Pris-Klasse), Gro√übritannien (LR-5) und Schweden (URF) haben solche Fahrzeuge im Dienst, daneben noch Italien, Japan, Korea, Australien und China.
    • Reparatur/Wartung: Reparatur oder Wartung von bestimmten Objekten unter Wasser wie zum Beispiel Pipelines, Bohrinseln, Unterwasserstationen oder -kabeln werden oftmals durch spezielle Reparatur-U-Boote ausgef√ľhrt, die √ľber daf√ľr notwendige Vorrichtungen/Werkzeuge wie zum Beispiel Greifarme, Schwei√üger√§te, Schraubenschl√ľssel etc. verf√ľgen. H√§ufig werden hierf√ľr auch Tauchroboter eingesetzt.

Verweise

Interne Verweise

Listen

Literatur

  • Eminio Bagnasco: U-Boote im 2. Weltkrieg ‚ąí Technik-Klassen-Typen. Eine umfassende Enzyklop√§die, Motorbuch, Stuttgart 1988, ISBN 3-613-01252-9
  • Ulrich Gabler: Unterseebootbau. Bernard & Graefe, Koblenz 1997. ISBN 3-7637-5958-1
  • Eberhard R√∂ssler: Geschichte des deutschen U-Bootbaus Band1. Bernard & Graefe, Bonn 1996. ISBN 3-86047-153-8
  • Eberhard R√∂ssler: Geschichte des deutschen U-Bootbaus Band2. Bernard & Graefe, Bonn 1996. ISBN 3-86047-153-8
  • Stephan Huck (Hg.): 100 Jahre U-Boote in deutschen Marinen. Ereignisse ‚Äď Technik ‚Äď Mentalit√§ten ‚Äď Rezeption. Unter Mitarbeit von Cord Ebersp√§cher, Hajo Neumann und Gerhard Wiechmann. Mit Beitr√§gen von Torsten Diedrich, Peter Hauschildt, Linda Maria Koldau, Klaus Mattes, Karl N√§gler, Hajo Neumann, Kathrin Orth, Michael Ozegowski, Werner Rahn, Ren√© Schilling, Heinrich Walle und Raimund Wallner, Bochum (Dr. Dieter Winkler Verlag) 2011 (Kleine Schriftenreihe zur Milit√§r- und Marinegeschichte, Bd. 18). ISBN 978-3-89911-115-6.
  • Richard Garret: U-Boote. Manfred Pawlak, Herrsching 1977.
  • Norbert W. Gierschner: Tauchboote, Interpress/VEB Verlag f√ľr Verkehrswesen, Berlin 1980.
  • Linda Maria Koldau: Mythos U-Boot, Stuttgart (Steiner) 2010. ISBN 978-3-515-09510-5.
  • Florian & Stefan Lipsky : Faszination U-Boot. Museums- Unterseeboote aus aller Welt. Koehler, Hamburg 2000, ISBN 3-7822-0792-0
  • Leonce Peillard: Geschichte des U-Boot-Krieges 1939‚ąí1945. Paul Neff, Wien 1970
  • Jeffrey Tall: Unterseeboote und Tiefseefahrzeuge. Kaiser, Klagenfurt 2002, ISBN 3-7043-9016-X
  • Richard Lakowski: U-Boote. Milit√§rverlag der DDR, 1. Auflage 1985

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: U-Boot ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
Wiktionary Wiktionary: Unterseeboot ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
 Commons: U-Boot ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Gierschner, Norbert: Tauchfahrzeuge. Die Geschichte der Unterwasserfahrzeuge. 1. Auflage. transpress Verlag f√ľr Verkehrswesen, Berlin 1987, ISBN 3-344-00108-6, S. 7.
  2. ‚ÜĎ Walther Kiaulehn: Die eisernen Engel. Eine Geschichte der Maschinen von der Antike bis zur Goethezeit. Berlin, 1935, Deutscher Verlag; neu aufgelegt 1953 im Rowohlt-Verlag
  3. ‚ÜĎ Warum stranden Wale 3sat.de; Sonar soundwaves drive terrified whales to their death onshore dailymail.co.uk; Marine mammals and sonar en.wikipedia.org, abgerufen am 21. M√§rz 2011
  4. ‚ÜĎ Summenformel zum chemischen Prozess der Wasserstofferzeugung: CaH2 + 2 H2O = Ca(OH)2 + 2 H2
  5. ‚ÜĎ Sidney E. Dean: Drogenmafia ‚Äď Trend zum eigenen U-Boot in: Marineforum 9-2009, S. 25 ff.
  6. ‚ÜĎ Cordula Meyer: U-Boote aus dem Drogendschungel In: Spiegel Online, abgerufen am 26. Juni 2008
  7. ‚ÜĎ Ingo Pfeiffer: Republikfluchten unter Wasser ‚Äď Geheime Mini-U-Boote in der DDR in: Marineforum 12-2008, S. 40 ff. Zu lesen auch auf GlobalDefence.net
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Dieser Artikel wurde am 14. April 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.

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