Umweltsituation in Russland

ÔĽŅ
Umweltsituation in Russland

Die transnationale Umweltverschmutzung in Ostasien behandelt im Allgemeinen Aspekte der Luftverschmutzung, Wasserbelastung und Bodendegradation, bei denen es sinnvoll ist, die Staaten Japan, Mongolei, Nordkorea, Republik China, Russland, S√ľdkorea und Volksrepublik China aufgrund Gemeinsamkeiten in Ursachen oder Folgen als ein System zu betrachten.

Im Besonderen sind der Smog in den Gro√üst√§dten, der Saure Regen, die W√ľstenbildung sowie andere Bodenbelastungen und radioaktive Meeresverschmutzungen sowie Belastungen der Binnengew√§sser zu nennen.

Jahreszeitlich auftretende Winde verbreiten Sand und s√§urehaltige Verschmutzungen der Luft √ľber alle Staaten der Region. Ebenso sind die Meere (Gelbes Meer, Japanisches Meer) der Region betroffen. In diesem Zusammenhang ist der von der Umweltverschmutzung betroffene Staat oft nicht der verschmutzungsverursachende Staat.

Die Ans√§tze zur L√∂sung dieser Probleme sind vorwiegend auf dem Feld der Zusammenarbeit zu finden. In Ostasien sind die Verschmutzerstaaten nicht immer zwangsl√§ufig auch Empf√§nger der eigenen Verschmutzungen. Die Vermeidung und Kontrolle der Umweltverschmutzung ist hier nicht immer trivial zu begr√ľnden.

Ostasien-Konzeptionen

Inhaltsverzeichnis

Luftverschmutzung

Peking nach einem Regentag (links) und einem zwar sonnigen, aber versmogten Tag (rechts)

Wichtig zum Verst√§ndnis der Luftverschmutzungsprobleme Ostasiens ist Kenntnis √ľber die im Winter vorherrschenden Westwinde in der Region, die durch einen lang anhaltenden, kr√§ftigen Monsunwind verursacht werden. Als Folge der vom Menschen verursachten Luftverschmutzung sammeln sich sogenannte Treibhausgase und weitere f√ľr Lebewesen sch√§dliche Stoffe vermehrt in der Atmosph√§re an.

Partikel, deren Gr√∂√üe unter 2őľm Durchmesser liegt, sind haupts√§chlich f√ľr die verschlechterte Sicht in Ballungsr√§umen Ostasiens verantwortlich. Diese Partikel werden zudem von Lebewesen inhaliert und k√∂nnen in die Atmungsorgane eindringen, wo sie u.¬†U. gesundheitliche Sch√§den verursachen k√∂nnen.[1] Die Schadstoffe gelangen auf unterschiedlichen Wegen in die Atmosph√§re. Neben nat√ľrlichen Schadstoffausst√∂√üen (wie beispielsweise Vulkanen) spielen anthropogene Ausst√∂√üe eine wichtige Rolle in der Luftverschmutzung.

Ursachen der Luftverschmutzung

Nach Aussage des s√ľdkoreanischen Umweltministeriums betrug 1995 allein der Anteil, der von Transportmitteln (z.¬†B. Kfz) verursachten Emissionen 48,8¬†% der Gesamtemissionen in S√ľdkorea. (Anteil der industriellen Verschmutzung: 28,8¬†%, Stromerzeugung: 14,6¬†%, Heizk√∂rper: 8,8¬†%)[1]. Neben den Luftverschmutzungen, die auf dem Festland verursacht werden, spielen auch die Emissionen von Schiffen eine bedeutende Rolle in der Verbreitung von Luftverschmutzung. [2] Die Schadstoffe der in Ostasien verursachten Emissionen werden durch die Westwinde im Fr√ľhjahr bis auf weit entlegene Gebiete des Pazifischen Ozeans getrieben, wo sie die Atmosph√§re signifikant beeinflussen.

Chinas Anteil an den weltweiten Schwefelemissionen betr√§gt 15¬†% (1997). Verantwortlich ist in erster Linie die schnelle Entwicklung der chinesischen Schwerindustrie.[2] Emissionen aus China tragen zu saurem Regen in S√ľdkorea, und die s√ľdkoreanischen Emissionen wiederum zu saurem Regen in Japan bei. Es ist demnach schwierig, die Verursacher isoliert zu betrachten.[1]

Urbane Luftverschmutzung in der Mongolei

Shanghai bei Sonnenuntergang. Die Sonne hat den Horizont noch nicht erreicht: Sie geht hinter der dicken Verschmutzungsschicht unter.

W√§hrend die Urbanisierung rasch voranschritt, konnte die Umweltinfrastruktur und die Regulierungen im Sinne einer Nachhaltigkeit nicht Schritt halten. 2008 beobachtet man eine signifikante Umweltverschmutzung in den Gro√üst√§dten. Insbesondere die Luftqualit√§t ist dort betroffen. Hohe Belastungen durch Feinstaub und andere Schadstoffe stellen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar, was durch erh√∂hte Inzidenz von Atemerkrankungen bei Kleinkindern belegt wird. Die Abwasserversorgung geh√∂rt zu den unterentwickelsten in Asien und hat weitreichende Verschmutzungen von Grund- und stehenden Gew√§ssern zur Folge, sowohl in Ulaanbaatar als auch in anderen St√§dten. Die Abfallversorgung deckt nur einen kleinen Teil des anfallenden M√ľlls ab.[3]

Mongoleispezifische Ursachen

Die Entstehung der mangelhaften Luftqualit√§t in der Mongolei wird multikausal gesehen. Angef√ľhrt werden der gro√üfl√§chige Gebrauch von h√§uslichen Heizungen, ineffizienten Boilern, Stromerzeugung, Industrie und zunehmend auch der Transportsektor. Die Gesundheitssituation wird dadurch versch√§rft, dass nur 30% der Bev√∂lkerung Zugang zu hinreichender Versorgung haben.[3]

Saurer Regen

Hauptverursacher von N2O (Distickstoffoxid)-Emissionen, die Sauren Regen verursachen, sind Verbrennungsmotoren f√ľr Ottokraftstoffe in Fahrzeugen. In S√ľdkorea betr√§gt der Anteil von Verbrennungsmotoren an den N2O Gesamtemisionen ca. 50%. In den Ballungsr√§umen Seoul, Taejon und Kwangju liegt der Anteil bei √ľber 70¬†%.[1] SO2- Emissionen, die auch zu Saurem Regen beitragen, werden vor allem durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe verursacht. Insbesondere Kohle emitiert einen besonders hohen Anteil an Schwefelstoffdioxiden. Das Problem liegt daher u.a. in der Industrialisierung der Staaten Ostasiens und der damit einhergehenden vermehrten Nutzung von fossilen Brennstoffen.

W√§hrend in Europa und Nordamerika durch multilaterale Vertr√§ge die SOx und NOx Emissionen deutlich gesenkt werden konnten, hat sich das Problem des Sauren Regens in Ostasien durch die zunehmende Industrialisierung verst√§rkt. Kohle ist die prim√§re Energiequelle in Ostasien, was dazu beitr√§gt, dass sich die SO2-Emissionen in der Region vermutlich von 29¬†Millionen Tonnen (1987) auf 62¬†Millionen Tonnen (2010) erh√∂hen werden.[4] Den mitunter besorgniseregendsten Anteil an den Verschmutzungen tr√§gt hierbei die VR China. Forschungsergebnissen nach ist China f√ľr zwei Drittel der NOx-Emissionen in Asien verantwortlich. Mit fast 75¬†% hat die Kohle den Hauptanteil am chinesischen Energiemix und macht das Land mit 19¬†Millionen Tonnen SO2 Aussto√ü j√§hrlich zum zweitgr√∂√üten Verschmutzer weltweit. (Hinter den USA, mit mehr als 22¬†Millionen Tonnen pro Jahr, vgl. Japan: unter 1¬†Millionen Tonnen).[4] Nach dem Scheitern des 10. F√ľnfjahresplan zum Nationalen Umweltschutz in China (2002-2006), [5][6] sieht der aktuelle F√ľnfjahresplan eine K√ľrzung der Emissionen um 10¬†% bis 2010 im Vergleich zu Werten von 2006 vor, bei denen 43,4¬†% der getesteten St√§dte eine "gesundheitssch√§digende" Luftqualit√§t aufwiesen.[7] In 32,6¬†% der getesteten St√§dte √ľberstieg die Inzidenz sauren Regens 5¬†%.[8][2]

Japanspezifische Auswirkungen

Der Anteil des chinesischen Schwefeldioxids an der Luftvermutzung in Japan betr√§gt dadurch 49¬†%. Weitere Verursacher sind eigene Emissionen (21¬†%), nat√ľrliche Ausst√∂√üe (z.¬†B. Vulkane, 13¬†%) die Staaten Nord- und S√ľdkorea (12¬†%), S√ľdostasiens (2¬†%) und Taiwan (1¬†%).[9] Die Intensit√§t des Sauren Regens wird in ganz Japan an verschiedenen Messpunkten gemessen. Die bei den Untersuchungen ermittelten pH-Werte liegen allenfalls in weit abgelegenen Pazifikinseln √ľber Werten von 5. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass obwohl Japan nicht der Hauptemittent ist, ein Gro√üteil des industriellen Wachstums und der damit einhergehenden Verschmutzungen auf japanische Investitionen zur√ľckzuf√ľhren ist.[4]

Bodenbelastungen

Sand

Eine Sandwolke verlässt die Volksrepublik in Richtung Japan und der Koreanischen Halbinsel.

Luftverschmutzung durch Sandpartikel ist ein Ph√§nomen, was sich in allen L√§ndern der Nord-West-Pazifikregion beobachten l√§sst. Monsunwinde wehen hierbei feinen Sand aus den W√ľsten Innerasiens in Luftschichten von mehr als 11¬†km H√∂he und tragen ihn bis weit √ľber den Pazifik. Der Sand f√ľhrt besonders im Fr√ľhjahr zu einer erheblichen Beeintr√§chtigung der Sicht und kann Krankheiten der Atmungsorgane verursachen. Die Sichtweite kann durch die Sandpartikel auf bis zu unter einem Kilometer reduziert werden.[1] In allen L√§ndern der Region wurde dabei in der letzten Dekade eine deutliche Zunahme in der Anzahl und der Intensit√§t der St√ľrme beobachtet.

W√ľstenbildung in der Mongolei

In den 1990er Jahren wurden in der Mongolei viele staatliche Arbeitspl√§tze gestrichen, was dazu f√ľhrte, dass Menschen in der Viehwirtschaft Arbeit suchten und die Zahl der Halter sich verdoppelte. Der Effekt war in der Umgebung gr√∂√üerer Siedlungsgebiete noch verst√§rkt, verdr√§ngte aber insbesondere die l√§ndliche Bev√∂lkerung. Die nat√ľrlichen Gegebenheiten von trockenem Klima, d√ľnn bewachsenen B√∂den und verk√ľrzten Fruchtbarkeitsperioden taten ihr √úbriges, dass nun gro√üe Fl√§chen des mongolischen Weidelandes degradiert sind.[3] Nach der Jahrtausendwende gingen die Viehbest√§nde wieder zur√ľck.[10]

Ursachen
Sandablagerungen in Peking, 2006

Die Ursache f√ľr die Zunahme der Sandst√ľrme in der Region liegt in der, durch demografischen Druck verursachten, √ľberm√§√üigen wirtschaftlichen Nutzung von √∂kologisch empfindlichen Fl√§chen im Nordwesten Chinas (z.B. durch Kaschmirziegen). Die Nutzung f√ľhrt zu einer schnellen Expansion von W√ľsten in China. Nach Studien der chinesischen State Environmental Protection Administration (SEPA) entstehen die sandtragenden Winde in erster Linie in der W√ľste Gobi und weiteren W√ľsten im S√ľdosten der Mongolei, im Osten Kasachstans, im Osten der Inneren Mongolei und den Xinjiang Uygur Regionen. Im Fr√ľhjahr und Winter nehmen die Winde drei unterschiedliche Routen vom Norden, Nordwesten und Westen in die Regionen der Inneren Mongolei, Shaanxi, Gansu, Ningxia, Shanxi, Hebei, Beijing, Shandong und Jiangsu.[2] Neben China, l√§sst sich auch in Japan eine Zunahme der H√§ufigkeit von Sandst√ľrmen beobachten.[2]

Auswirkungen

Die durch den Sand verursachten negativen Effekte auf die Umwelt w√§ren einzeln betrachtet fast zu vernachl√§ssigen oder nur als l√§stig einzusch√§tzen. Allerdings gibt es eine ganze Reihe negativer Effekte durch Sandverschmutzung. Hierzu geh√∂ren zum Beispiel, Sch√§den an Geb√§uden und Fahrzeugen, die durch mechanische Einwirkungen der feinen Partikel im Wind auf die Oberfl√§chen verursacht werden. Ebenso werden Feldfr√ľchte besch√§digt und Gew√§chsh√§user verlieren durch die Staubschicht an W√§rmeeffizienz. Beim Menschen k√∂nnen Feinstpartikel in Atmungsorgane eindringen und unter Umst√§nden Erkrankungen verursachen oder zumindest verst√§rken. Hinzu kommt, dass mit dem Sand auch weitere sch√§dliche Stoffe √ľbertragen und eingeatmet werden k√∂nnen. Weiterhin erh√∂hen die Sichtbeeintr√§chtigungen die Risiken im Flugverkehr, verursachen Rundfunkst√∂rungen und erschweren die Wetterbeobachtung. Auf Gletschern abgelagerter Sand f√ľhrt zudem durch die dunklere Oberfl√§che zu einer schnelleren Erw√§rmung der Eisschicht und verst√§rkt somit ein Abschmelzen des Gletschers. Letztendlich gibt es auch eine Reihe l√§stiger Auswirkungen wie die Verschmutzung gewaschener Kleidung, die zum Trocknen im Freien h√§ngt.

Positive Auswirkungen der Sandst√ľrme sind dagegen die Verbreitung von Kalk und Mineralien in Gew√§sser und B√∂den. Durch die Kalkanreicherung (basisch) wird beispielsweise die √úbers√§uerung des Bodens durch Sauren Regen (alkalisch) abgemildert. Ein Kalken der W√§lder, wie teils in den europ√§ischen Alpen n√∂tig, entf√§llt.

In den letzten Jahren (insb. im April 2001) wurde der asiatische Sand zudem in gro√üen Mengen bis weit in den Nordamerikanischen Kontinent getragen. Innerhalb von zwei Wochen reisten Staubwolken bis in Regionen √∂stlich der Rocky Mountains. Sch√§den entstanden dabei in USA zwar nicht, allerdings zeigt die erstmalige deutliche Wahrnehmung der Verschmutzung die erh√∂hte Intensit√§t der St√ľrme.

Auswirkungen in S√ľdkorea

Auch S√ľdorea ist von der Staub- und Sandverschmutzung der Luft betroffen, welche auch hier die Luftqualit√§t stark beeintr√§chtigt und zu schlechter Sicht f√ľhrt. Im Januar 1999 konnte die Sandverschmutzung in ganz S√ľdkorea beobachtet werden. Zuvor hatte es keine derartige Beobachtung w√§hrend des Winters gegeben.[1] In S√ľdkorea beobachtet besonders die Halbleiterindustrie die wachsende Intensit√§t der St√ľrme mit Besorgnis, da f√ľr die Produktion von Halbleitern und anderer feiner Elektronik eine staubfreie Umgebung ben√∂tigt wird.[2] Einen H√∂hepunkt erreichte die Intensit√§t der St√ľrme im Jahr 2002. Die St√§rke der Sandst√ľrme f√ľhrte zu einem zeitweisen Verkehrsstillstand und der Schlie√üung von Schulen in Peking und Seoul.[2]

siehe auch: Chinas Gr√ľne Mauer

W√ľstenbildung in der Volksrepublik China

Etwa 3,3 Millionen Quadratkilometer beziehungsweise 34¬†% der Fl√§che Chinas sind desertifiziert.[11] Von 1999 bis 2004 konnten die W√ľsten j√§hrlich um 7.585 km¬≤ zur√ľckgedr√§ngt werden,[12] nachdem sie sich gegen Ende des 20. Jahrhunderts noch mit einer Geschwindigkeit von 10.400 km¬≤ pro Jahr ausgebreitet haben. Zwischen 1975 und 1987 wuchs diese Fl√§che um 25.200 km¬≤, d.h. j√§hrlich ca. 2.100 km¬≤.[13][14] Nach Aussage der China Environmental Protection Agency, hat sich die W√ľste Gobi von 1994 bis 1999 um 52400¬†km¬≤ vergr√∂√üert und war nur noch 240 km von Peking entfernt.[2] Das Sekretariat des chinesischen nationalen Komitees f√ľr die Umsetzung der UN-Konvention zur Bek√§mpfung der Desertifikation sah im Jahr 2000 400 Millionen Menschen von den Folgen der W√ľstenbildung betroffen und sch√§tzte die wirtschaftlichen Ausf√§lle auf etwa 6,5 Mrd. US-Dollar j√§hrlich.[13]

Andere Belastungen in der Volksrepublik China

Durch vielf√§ltigste Bodenkontamination steht Chinas Landwirtschaft vor gro√üen Herausforderungen. Nach Ministeriumsaussagen sind landesweit j√§hrlich 12 Millionen Tonnen Getreide √ľberm√§√üig mit Schwermetallen belastet. Diese Aussagen verf√ľgen wegen mangelnder Kapazit√§ten jedoch nur √ľber unvollst√§ndige Statistiken. Die Bodenkonterminationen f√ľhren zu direkten wirtschaftlichen Ausf√§llen von 2,5 Mrd US-D. Von Chinas 120 Mio. ha landwirtschaftlicher Nutzfl√§chen sind 10 Mio. ha verschmutzt.[15] Eine andere Quelle beziffert 1998 die Verschmutzte Fl√§che mit vergleichbaren Kriterien f√ľr eine "Belastung" auf 7.7 Mio. ha Ackerland. Dar√ľber hinaus seien 100 Millionen ha Grasland und 0.1 Mio. ha Wald von Bodendegradation betroffen.[16]

Wald in der Mongolei

Der Forstsektor steuert auf eine Krise zu. Sch√§tzungen sehen die Realit√§t der √úberforstungen etwa bei dem Vierfachen einer nachhaltigen Praxis. Zwischen 36 und 80% der Aktivit√§t sei illegal.[17][3] Forcierung von Gesetzen von Oben herab erwies sich als wenig produktiv, wegen des Mangels an R√ľckhalt in der lokalen Bev√∂lkerung, die auf Einnahmen aus dieser Aktivit√§t angewiesen sind. Wenn keine alternativen Quellen f√ľr die h√§usliche Energieversorgung gefunden werden k√∂nnen, werden ernsthafte Knappheiten in den urbanen Ballungsgebieten innerhalb dieses Jahrzehntes auftreten. Obendrein erwies sich die existierende Forstindustrie als nicht in der Lage, hinreichend ausl√§ndische Direktinvestitionen zu gewinnen, um sich zu modernisieren.[3]

Wasser

Meeresverschmutzung

Meere Ostasiens

Meeresverschmutzung durch unterschiedlichste Faktoren findet in allen Meeren Ostasiens statt. Von besonderer Bedeutung und einem erh√∂hten Verschmutzungsgrad betroffen sind hierbei jedoch das Gelbe und das Japanische Meer. Hauptgr√ľnde der Verschmutzung sind die Schifffahrt, die Nutzung des Meeres als marine M√ľllkippe, auslaufendes √Ėl aus Bohrungen und Schiffsungl√ľcken, die Einleitung von Industrie- und Haushaltsabw√§ssern und Abw√§ssern aus H√§fen sowie die Landwirtschaft und die damit verbundene Einleitung von Pestiziden und D√ľngemitteln. Folgen sind erh√∂hte Werte von Stickstoff, Phosphat, Ammoniak, Kupfer, √Ėlteppiche und starke Algenbl√ľten.

Das Gelbe Meer

Das Gelbe Meer ist durch erhebliche Umweltverschmutzung gekennzeichnet. Es weist nur eine geringe Tiefe von durchschnittlich 45 Metern auf (max. Tiefe: 100m). Zudem findet nur eine vergleichsweise geringe Zirkulation des Wassers statt. Der World Watch Report rechnet das Gelbe Meer zu den Sieben ‚Äěsterbenden‚Äú Meeren, nur der Zustand des Schwarzen Meers gilt weltweit als kritischer. Die Abwassereinleitung der anliegenden Industrie und die halbherzige Umsetzung von Umweltschutzgesetzen schadet zudem der Fischerei und den Aquakulturen im Gelben Meer. Zu den starken Abwasserverschmutzungen der chinesischen und s√ľdkoreanischen Industrie kommen Verschmutzungen durch √Ėlteppiche aus lokalen √Ėl- und Gasbohrungen.[2] Die Wasserverschmutzung gilt in China als eines der gr√∂√üten derzeitigen Umweltprobleme. 85¬†% des industriellen Abwassers und 90¬†% der Haushaltsabw√§sser werden ungefiltert direkt in Fl√ľsse, Seen und schlie√ülich auch das Gelbe Meer geleitet.

Das Japanische Meer

Das Japanische Meer ist weiter und tiefer als das Gelbe Meer und verf√ľgt daher √ľber ein gr√∂√üeres Potenzial, Verschmutzungen aufzunehmen. Zudem gibt es st√§rkere Str√∂mungen, die Verschmutzungen auch wieder austragen. Dennoch finden √§hnliche Verschmutzung wie im Gelben Meer statt. Zudem wurde der n√∂rdliche Teil des Japanischen Meeres zur Beseitigung radioaktiver Abf√§lle aus der Sowjetunion und Russland genutzt.[2]

Radioaktive Verschmutzung

Die Sowjetunion nutze das Japanische Meer bereits seit 1950 als maritime M√ľllkippe f√ľr radioaktive Abf√§lle.

Es wird daher von den umliegenden Staaten bef√ľrchtet, dass radioaktives Material die als Nahrungsquelle dienenden Fische und andere Tiere verstrahlt und damit auch durch den Menschen aufgenommen wird. Der Hauptteil des in Japan verzehrten Tintenfischs wird im Japanischen Meer gefangen. Tintenfisch gilt als besonders anf√§llig f√ľr radioaktive Verstrahlung.[18]

Neben dem Japanischen Meer fand die Versenkung von radioaktivem M√ľll durch die Sowjetunion und Russland auch im Pazifik, nahe der Kamtchatka-Halbinsel statt. Str√∂mungen k√∂nnen verstrahltes Wasser jedoch auch bis an die K√ľsten Japans und weiter tragen.

Über die Versenkung vor 1978 scheint es keine verlässlichen Daten zu geben, nach 1978 sind mindestens sechs Fälle bekannt geworden:

  • 1978 wurden zwei Atomreaktoren vor der Nordkoreanischen K√ľste versenkt.
  • Es folgte 1985 eine Versenkung radioaktiver Abf√§lle im Pazifik (der genaue Ort ist unbekannt).
  • Noch im selben Jahr explodierte und sank ein sowjetisches Atom-U-Boot im Japanischen Meer. Es wurde nicht geborgen, sodass noch heute Strahlung austritt.
  • 1989 versenkte die Sowjetunion verstrahlte Reaktorteile eines Atom-U-Bootes nahe Kamtchatkas.
  • 1992 wurden mehrere Container mit radioaktiver Fl√ľssigkeit durch Russland im Japanischen Meer versenkt.
  • Neben diesen Einzelf√§llen wurden regelm√§√üig schwachradioaktive Abf√§lle im Meer versenkt. Es wird davon ausgegangen, dass die Sowjetunion allein zwischen 1964 und 1986 ca. 17.000 Container mit festem und fl√ľssigem radioaktivem Material in der Barentssee- und Karasee versenkt hat. Die Gefahr der radioaktiven Verseuchung erstreckt sich damit auch auf weite Teile der Arktis.[18]
  • Noch bis mindestens 2002 fanden eine Vielzahl weiterer Versenkungen statt, die teils auch auf Video dokumentiert wurden. So sendete die NHK im Herbst 1993 Filmmaterial, das von einem russischen Milit√§rreporter aufgezeichnet wurde. In der Sendung musste die japanische Bev√∂lkerung schockiert mit ansehen, wie 1000 Tonnen verstrahlten Wassers in fruchtbare Fischereigr√ľnde des Japanisches Meeres gekippt wurden.

Nach russischen Angaben stammte das radioaktive Material aus den Atom-U-Booten der sowjetischen Pazifikflotte. Weiterhin gab die russische Regierung gegen√ľber Umweltschutzgruppen an, dass die Verkippung von radioaktiven Abf√§llen der Pazifikflotte seit zwanzig Jahren drei mal j√§hrlich stattfindet.[19]

Zu den nuklearen Abf√§llen im Japanischen Meer geh√∂ren auch russische Atom-UBoote, die an den russischen K√ľsten ungenutzt gelagert werden.[2] Bisher wurden 67 russische Atom-U-Boote au√üer Dienst genommen und m√ľssen nun enttankt und zerlegt werden. Bei der Zerlegung ist Russland auf die Hilfe Japans und der USA angewiesen. Derzeit k√∂nnen j√§hrlich ein bis zwei U-Boote zerlegt werden, wobei die Anzahl der au√üer Dienst gehenden U-Boote immer noch h√∂her ist, d.h. j√§hrlich mehr U-Boot ungenutzt gelagert werden (Stand Mai 2000).[20]

Das Tankerungl√ľck Nakhodka

Das Interesse der breiten Bev√∂lkerung an der Meeresverschmutzung nahe der japanischen K√ľste wuchs bedeutsam nach dem Auseinanderbrechen des russischen Tankers Nakhodka im Januar 1997.[2] Der Nakhodka-Vorfall wurde in Japan nicht als alleinstehendes Ereignis gesehen, sondern wurde zum Symbol der sich fortsetzenden Meeresverschmutzung. In der Bev√∂lkerung wurde bef√ľrchtet, dass sich √§hnliche Vorf√§lle wiederholen. Ziel der Kritik wurde vor allem die inadequate Reaktion der japanischen Regierung. Seitens von Lokalregierungen und B√ľrgerbewegungen wurde der Einsatz eines Krisenmanagements f√ľr das Japanische Meer gefordert. Der Unfall f√ľhrte so zu einer engeren Zusammenarbeit der russischen und japanischen Beh√∂rden, weiterer Staaten der Region und den USA, sowie Lokalregierungen der Region.[21]

Binnengewässer in der Volksrepublik China

Etwa jedem zweiten der getesteten Fl√ľsse wurde 2006 eine "gesundheitssch√§digende" Wasserqualit√§t attestiert.[22] Lediglich 2 von 27 getesteten Seen wiesen eine "akzeptable" Qualit√§t auf.[22] Sterblichkeitsraten in Zusammenhang mit Krebs durch Wasserverschmutzung werden auf 64 F√§lle pro 100.000 Einwohner beziffert.[5] √úber die Gesundheitsfolgen hinaus werden auch hohe Wirtschaftliche Ausf√§lle durch die Agrarbew√§sserung mit belasteten Abw√§ssern gemeldet; grob die H√§lfte der Reisernte von 2003 konnte in Folge dessen nicht den Lebensmittelstandards gen√ľgen.[5]

Energie bzw. Klima in der Volksrepublik China

Entwicklung des Energiemix' in China seit 1980

Nach den USA ist China der weltweit größte Emittent von Treibhausgasen. Das Land veräußert mehr als 33 Prozent der weltweiten Emissionen bei einem Pro-Kopf-CO2-Ausstoß von 4,6 Tonnen im Jahre 2007.[23][24] China muss als Entwicklungsland nach dem Kyoto-Protokoll seinen CO2-Ausstoß nicht drosseln. Dieser wird der Tendenz nach stark ansteigen.[24]

Erneuerbare Energien

In absoluten Zahlen werden in China die meisten erneuerbaren Energien generiert. Das Land t√§tigte 2007 mit 12,459 Mrd. USD die zweitgr√∂√üten Investitionen in diesem Bereich. Nur Deutschland investierte noch mehr in die erneuerbaren Energien als China. Im Jahre 2009 sollen die chinesischen Investitionen die der Bundesrepublik √ľbersteigen. [25] In der Volksrepublik betrug der Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix im Jahr 2006 ca. 7¬†%.[6] Bis zum Jahr 2010 will die Regierung diesen auf 10¬†% und bis 2020 auf 16¬†% anheben.[26] Unter den Erneuerbaren Energien wird der gr√∂√üte Anteil durch Staud√§mme erzeugt.[26] Viele der Projekte sind wegen des erheblichen Eingriffs in die √Ėkosysteme[27] und die mit dem Bau verbundenen Umsiedlungen der lokalen Bev√∂lkerung umstritten, insbesondere, weil man internationalen Standards nicht gerecht wird und die Folgen f√ľr die Betroffenen teilweise gar nicht oder nur unzureichend kompensiert werden. Der Drei-Schluchten-Damm ist das gr√∂√üte Staudammprojekt weltweit.

Ländliche Stromanbindung

Bis 2010 will die Volksrepublik China laut Entwicklungsplan 10.000 Dörfer mit 3,5 Mio. Haushalten mit Strom aus erneuerbarer Energie versorgen. Da es sich vorwiegend um Inselanlagen handelt, setzt man hier auf erneuerbare Energien wie Photovoltaik und Windenergieanlagen. Der ländliche Raum soll bis 2015 eine vollständige Stromversorgung erhalten. [26]

Artenschutz in der Volksrepublik China

Die Volksrepublik China ist Mitglied des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES). [28] Dennoch wurden vermehrt Verst√∂√üe gegen das Abkommen moniert. Diese sind in erster Linie auf die mangelnden Kapazit√§ten bei den unterfinanzierten chinesischen Beh√∂rden zur√ľckzuf√ľhren. Um die Beh√∂rden zu unterst√ľtzen, haben (vorwiegend "westliche") Nichtregierungsorganisationen mit dem Themenschwerpunkt Artenschutz ein Netzwerk etabliert, das die staatlichen Kontrollstellen mit Informationen versorgt. [29] Um der Nachfrage nach den Produkten trotz aller Bedenken gerecht zu werden, bem√ľht sich die Volksrepublik verst√§rkt, den bislang illegalen Handel auf eine V√∂lkerrechtliche Basis mit entsprechend nachhaltigen Programmen zu stellen. Die Bestrebungen hatten zuletzt am 15. Juli 2008 Erfolg mit der Listung Chinas als einem v√∂lkerrechtlich legalen Abnehmer von Elfenbein bei der CITES. [30] Die Volksrepublik ist zwar der weltweit gr√∂√üte Abnehmer von illegal gehandeltem Elfenbein, verzeichnet aber auf der anderen Seite auch die gr√∂√üten Verbesserungen bei der Bek√§mpfung desselben. [31]

Maßnahmen

Nationale oder bilaterale Maßnahmen gegen transnationale Umweltverschmutzung in Ostasien sind oft nicht effizient genug, da Verschmutzung von mehr als einem Staat verursacht werden, oder die Maßnahmen, insbesondere von Staaten wie der Mongolei oder China, nicht finanzierbar sind.[2] China begann erst in den 1990ern mit Umweltschutzmaßnahmen auf nationaler Ebene. Obwohl die Anwendung neuer Umweltgesetze bereits positive Auswirkungen auf die transnationale Umweltverschmutzung hat, reichen die Regelungen nicht aus, um mit der rasant wachsenden Industrie mitzuhalten. Auf Grund undurchsichtiger Entscheidungsverfahren und Korruption, werden wirtschaftliche Projekte oft auf Kosten der Umwelt entschieden.[2]

Institutionen, Gesetze und Regulierungen

In Japan versucht die Politik seit den fr√ľhen 1970ern die Umweltverschmutzung zu kontrollieren und nimmt in der Region eine Vorreiterrolle ein.[2] Neben der Mitwirkung der Staaten China, Japan und S√ľdkorea auf globaler Ebene in internationalen Organisationen, die sich mit transnationalen Umweltproblemen besch√§ftigen, wie dem UN Environmental Programm (UNEP) oder der UN Framework Convention on Climatic Change mitsamt den dazugeh√∂rigen Vereinbarungen (wie dem Kyoto-Protokoll von 1997), spielen auch bilaterale und regionale Ma√ünahmen eine gro√üe Rolle in der transnationalen Umweltpolitik der Staaten Ostasiens.

Die wichtigste √ľberregionale Institution zur Kooperation im Meeresschutz ist der Northwest Pacific Action Plan (NOWPAP), der 1994 unter F√ľhrung der UNEP gegr√ľndet wurde. Mitglieder des NOWPAP sind China, S√ľdkorea, Japan und Russland (Nordkorea geh√∂rte zu den Gr√ľndungsmitgliedern, ist aber kein formelles Mitglied mehr). Der Fokus der Organisation liegt ebenfalls im Schutz des Gelben Meeres, des Japanischen Meeres und des Chinesischen Meeres. Obwohl anfangs gefordert (und auch von S√ľdkorea und Russland unterst√ľtzt) ist der NOWPAP v√∂lkerrechtlich nicht verbindlich. Japan und China lehnten eine rechtliche Bindung ab. Das japanische Verkehrsministerium argumentierte, dass die Regulierungen der japanischen K√ľstenwache bereits ausreichend seien.[2] Japans Haltung zum NOWPAP positivierte sich deutlich nach dem Tankerungl√ľck der Nakhodka. [21]

Zur Bek√§mpfung der Luftverschmutzung orientieren sich die Staaten Ostasiens am Vorbild Europas, wo es bereits seit 1979 die Long-Ranged Transboundary Air Pollution Convention gibt. Die Konvention dient als wertvolle Quelle f√ľr technische und institutionelle Informationen.[2]

Als Maßnahmen gegen den sauren Regen implementiert Japan seit den 1970ern folgende Maßnahmen:

  1. Ein Wechsel von stark schwefelhaltiger Kohle zu √Ėl.
  2. Die Entwicklung und Implementierung von Entschwefelungstechnologien.
  3. Einf√ľhrung und strikte Einhaltung von Luftqualit√§tsgesetzen und
  4. Die Vergabe von g√ľnstigen Krediten zur Finanzierung von Umwelttechnologien.[4]

Hinzu kommen Regelungen zur NOx Reduktion, wie beispielsweise Vorschriften zur Katalysatornutzung in Kfz.[4] Zu den Ma√ünahmen gegen die Luftverschmutzung geh√∂rt auch die Reduzierung von Treibstoffen mit hohem Schwefelgehalt und die vermehrte Nutzung von Fl√ľssigerdgas (LNG). In S√ľdkorea beispielsweise konnten so die Emissionen von Schwefeldioxid seit 1990 stetig reduziert werden.[1] Auch einzelne Staaten S√ľdostasiens (Thailand, Vietnam, Taiwan, Indonesien und Hong Kong) planen vermehrt auf die Nutzung von nat√ľrlichen Gasen zu setzen. Allerdings steht auch hier der Umweltschutz zweitrangig hinter wirtschaftlichen Zielen. Insbesondere die Finanzkrise 1997 verlangsamte Umweltschutzprojekte deutlich. [4]

In S√ľdkorea finden seit den sp√§ten 1980ern Umweltschutzgesetze Anwendung.

Technische Zusammenarbeit

China erh√§lt eine Official Development Assistance (ODA) der Nachbarstaaten Japan und S√ľdkorea, wobei die technische Hilfe Japans vermehrt in chinesische Umweltprojekte flie√üt. Die Hilfen Japans und S√ľdkoreas werden hierbei auch von der Wirtschafts- und Sozialkommission f√ľr Asien und den Pazifik der Vereinten Nationen (United Nations Economic and Social Commission for Asia and the Pacific: ESCAP) initiiert und verst√§rkt.[2] China und S√ľdkorea haben bereits 1993 Vereinbarungen zur Zusammenarbeit im Umweltschutz getroffen. Eine gro√üe Rolle in der gemeinsamen Umweltpolitik der beiden Staaten spielt die Untersuchung der Verschmutzung des Gelben Meeres und die Filterung chinesischer K√ľstenabw√§sser.

Die vermehrten Sandst√ľrme werden in Japan seit 2003 in Messstationen aufgezeichnet, die √ľber das ganze Land verteilt sind. Zudem wurden f√ľr einige Jahre auch Messprojekte und Gegenma√ünahmen in China mit ODA-Geldern unterst√ľtzt. Bilaterale Messstationen befinden sich beispielsweise in Peking (seit 1996), Ningxia (seit 1998) sowie Dunhuang und der Taklamakan-W√ľste (seit 2000). Die chinesische Regierung begann in den 1970ern mit dem gr√∂√üten Aufforstungsprogramm der Menschheit. An Chinas Gr√ľner Mauer soll noch bis 2050 weiter gearbeitet werden. Bis dahin sollen 350000 Quadratkilometer Land mit B√§umen bepflanzt sein. Es arbeiten eine Reihe japanischer NGOs in Aufforstungsprojekten in China. Auch die s√ľdkoreanische ODA-Gesellschaft KOICA unterst√ľtzt dieses Programm.[2]

Eine √§hnliche Zusammenarbeit besteht auch zwischen S√ľdkorea und Japan. 1993 gr√ľndeten S√ľdkorea und Japan das Japan-Korea Environmental Conservation Joint Committee, das sich j√§hrlich zu einem Austausch von Forschungsergebnissen und zur technischen Zusammenarbeit trifft. In der Vergangenheit floss zudem japanische Entwicklungshilfe in die Implementierung s√ľdkoreanischer Abwasserkl√§ranlagen.[2]

Bez√ľglich der regelm√§√üigen Verkippung von radioaktivem Wasser aus Atomreaktoren der sowjetischen Pazifikflotte, bot Japan der russischen Marine 1993 im Zuge eines nuklearen Sicherheitsplans den Bau einer schwimmenden Entsorgungsplattform an, um das verseuchte Wasser zu filtern. Die Plattform kostete 29¬†Mio.US$, wurde 1997 fertig gestellt und ging 2000 in Betrieb. Seitdem werden j√§hrlich 7000 m¬≥ Wasser durch die Anlage im russischen Bolshoy Kamen gefiltert. Zudem stellte die japanische Regierung 1999 ca. 35¬†Mio.¬†US$ f√ľr die Zerlegung russischer Atom-UBoote zur Verf√ľgung.[20]

Interessen der Staaten

Japan

Japan setzt die Entwicklungshilfegelder auch in der Diplomatie ein, um China gezielt zu einer liberaleren Wirtschaft und Politik zu f√ľhren. Japan hat zudem Interesse an einer verantwortungsbewussten Rolle Chinas in der Umweltpolitik der Region. Insbesondere bei Projekten gegen die Sandst√ľrme (z. B. Aufforstungsprojekte) arbeitet Japan eng mit S√ľdkorea zusammen, da die beiden Staaten zu den am st√§rksten Betroffenen z√§hlen.

Mongolei

Die Mongolei ist ein wichtiges Element in der Strategie gegen die Verw√ľstung und um Sandst√ľrme zu vermeiden. Es sind etwa 4000 Mitarbeiter im Ministry of Nature and Environment (MNE) lokal oder auf Landesebene besch√§ftigt. Laut Weltbank ist das zum Erreichen, √úberwachen und Forcieren von existierenden Gesetzen unzureichend. Die Abstimmung zwischen Regierungsressorts sei unzureichend.[3] Insbesondere wird die unkontrollierte Viehwirtschaft, die urbane Luftverschmutzung und die unkontrollierte und weitestgehend illegele Beforstung als zunehmend auch transnational problembehaftet gesehen.

Deutschland ist f√ľr die Haushaltsperiode 2008 und 2009 mit 20,5 Mio in Projekten zu Umweltschutz und Wirtschaftsreformen engagiert.[32] Das ist etwa soviel, wie man braucht, um in Deutschland einen Kilometer Autobahn zu bauen.

Russland

Auf Grund der geringen Bev√∂lkerungsdichte im russischen Teil Ostasiens rangiert die Region eher auf den unteren Pl√§tzen der Priorit√§tenliste der Moskauer Regierung. Vom regionalen Umweltschutz wird daher erwartet, in m√∂glichst geringem Kostenaufwand und hohem Empfang von Hilfsgeldern zu m√ľnden.

S√ľdkorea

S√ľdkorea ist mitunter der am st√§rksten von transnationaler Umweltverschmutzung betroffene Staat der Region. S√ľdkorea gilt daher als einer der engagiertesten Initiatoren transnationaler Kooperation im Umweltschutz. Die finanziellen und politischen Kr√§fte des Landes reichen jedoch nicht dazu aus, China zu weniger Emissionen zu dr√§ngen oder die Entwicklungshilfen (ODA) stark anzuheben. S√ľdkorea nimmt daher in der Umweltpolitik oft die Rolle eines Mediators zwischen Japan und China ein, um von den beiden Nachbarstaaten nicht v√∂llig an den Rand gedr√§ngt zu werden.

Volksrepublik China

China hat ein gro√ües Interesse daran, sich nicht l√§ngerfristig an Vertr√§ge zu binden und bevorzugt daher die Nutzung von Entwickllungshilfegeldern (ODA) und des bestehenden multilateralen politischen Rahmens. Weiterhin versucht China maximal von technischer und finanzieller Hilfe im Umweltschutz zu profitieren, ohne dabei selbst gro√üe Ressourcen aufwenden zu m√ľssen.

Obwohl Beschuldigungen seitens Japans und S√ľdkoreas, dass das aggressive Wirtschaftswachstum an der zunehmenden Desertifikation Schuld sei, bei der chinesischen Regierung nicht gerne geh√∂rt werden, muss sie Einw√§nde stets gegen die dringend gebrauchten ODAs abw√§gen.

Verweise

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ a b c d e f g Lit.: Lee, Adeel
  2. ‚ÜĎ a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t Lit.: Drifte 2006
  3. ‚ÜĎ a b c d e f L√§nderseite mit Schwerpunkt Umwelt f√ľr die Mongolei bei der Weltbank
  4. ‚ÜĎ a b c d e f Lit.: Wong
  5. ‚ÜĎ a b c Cost of Pollution in China gemeinsame Reportage der Weltbank und der SEPA, 2007
  6. ‚ÜĎ a b Forschungspapier der Deutschen Bank zum "Wachstumsmarkt" des Umweltsektors in China, FRANK 2006
  7. ‚ÜĎ China National Environmental Protection Plan in the Eleventh Five-Years (2006-2010), No.39 document of the State Council 2005
  8. ‚ÜĎ SOE 2006 Atmospheric Environment, SEPA, 2006
  9. ‚ÜĎ National Institute for Environmental studies, Japan (Abruf am 8.3.07)
  10. ‚ÜĎ Zahlen zu den Viehbest√§nden bei der FAO.
  11. ‚ÜĎ Chen, G., Z. Dong, and P. Yam. 1996. W√ľstenausbreitung: Internationale Forschungsthemen und -Ans√§tze in China. Ausbeutung der Natur, 15, 1-5 (auf Chinesisch). Siehe auch Map Asia Conference, Peking 2004
  12. ‚ÜĎ China L√§nderbericht der United Nation's Convention to Combat Desertification (Konvention der Vereinten Nationen zur W√ľstenausbreitung). UNCCD, 2006. New York.
  13. ‚ÜĎ a b China L√§nderbericht der United Nation's Convention to Combat Desertification (Konvention der Vereinten Nationen zur W√ľstenausbreitung). UNCCD, 2000. New York.
  14. ‚ÜĎ Zhu Z.D., and T. Wang. 1993. Trends of Desertification and its Rehabilitation in China. Desertif. Contr. Bull. 22: 27-30. Siehe auch Map Asia Conference, Peking 2004
  15. ‚ÜĎ China faces "serious" soil pollution: SEPA Presseerkl√§rung der SEPA, die sich auf diese Ver√∂ffentlichung bezieht.
  16. ‚ÜĎ Sun, H., H. Zhou, and P. Wang. 1998. Progress in Research on Degradation Succession of Grasslands. Grassland China, vol.1: 51-56. Siehe auch Map Asia Conference, Peking 2004
  17. ‚ÜĎ Gemeinsames Paper von WWF-Mongolei und Weltbank
  18. ‚ÜĎ a b Trade and Environment Data Base der Amerikanischen Universit√§t Washington (Abruf am 18.03.07)
  19. ‚ÜĎ The Bellona Foundation, Olso (Abruf am 18.03.07)
  20. ‚ÜĎ a b http://www.nti.org/db/nisprofs/russia/naval/forasst/forasovr.htm Nuclear Threat Initiative], Washington D.C. (Abruf am 26.03.07)
  21. ‚ÜĎ a b Kim, Hyon-Jin: Hidden Shoals of Marine Environmental Cooperation in Northeast Asia. In: Nautilus of America/The Nautilus Institute: NE Asian Marine Issues - #4, 1999 (abgerufen am 30.01.07).
  22. ‚ÜĎ a b c d SOE 2006 Water Environment, SEPA 2006
  23. ‚ÜĎ Andy Xie: ‚ÄěEmission Impossible‚Äú, China Business, Dezember 2007 (Englisch)
  24. ‚ÜĎ a b Jeff Logan: ‚ÄěSurging Chinese Carbon Dioxide Emissions‚Äú, World Resources Institute, 20. November 2006
  25. ‚ÜĎ Global Trends in Sustainable Energy Investment 2008 Report, gemeinsame Ver√∂ffentlichung vom UNEP, SEFI und New Energy Finance
  26. ‚ÜĎ a b c REN21 Renewables 2007 Global Status Report, Bericht der Ren21, 2007
  27. ‚ÜĎ Three Gorges Bulletin in 2007, SEPA 2007
  28. ‚ÜĎ Liste der Mitglieder des Washingtoner Artenschutzabkommens
  29. ‚ÜĎ Siehe The State of Wildlife Trade in China, WWF-China 2006. Mitglieder der Wildlife Trade Alliance sind TRAFFIC, der WWF, die IUCN, die Wildlife Conservation Society, Conservation International, der International Fund for Animal Welfare und WildAid.
  30. ‚ÜĎ Stellungnahmen von CITES, WWF und TRAFFIC
  31. ‚ÜĎ CITES (Durchgef√ľhrt von TRAFFIC), 2007
  32. ‚ÜĎ Pressemitteilung vom BMZ, 04. April 2008

Literatur

  • Owen Cameron: Japan and South-East Asia‚Äôs Environment. In: Michael J.G. Parnwell, L. Bryant Raymond (Hrsg.): Environmental Change in South-East Asia. Routledge, London 1996, S.¬†67‚Äď93.
  • Reinhard Drifte: Transboundary Pollution as an Issue in Northeast Asian Regional Politics. In: Klaus Vollmer (Hrsg.): √Ėkologie und Umweltpolitik in Japan und Ostasien. Transnationale Perspektiven. Iudicium, M√ľnchen 2006, S.¬†65‚Äď84.
  • Paul G. Harris (Hrsg.): Confronting Environmental Change in East and Southeast Asia. Eco-Politics, Foreign Policy and Sustainable Development. Sterling VA Earthscan, London 2005.
  • Meehye Lee, Zafar Adeel: Managing air pollution problems in Korea. In: Zafar Adeel (Hrsg.): East Asian experience in environmental governance¬†: Response in a rapidly Developing region. United Nations Univ. Press, 2003.
  • Anny Wong: The roots of Japan‚Äôs international environmental politics. Garland Publishing, New York and London 2001.
  • Makiko Yamauchi: The Japanese approach to governance of air pollution problems. In: Zafar Adeel (Hrsg.): East Asian experience in environmental governance¬†: Response in a rapidly Developing region. United Nations Univ. Press, 2003.

Weblinks

Siehe auch


Wikimedia Foundation.


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.