United States Marine Corps

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United States Marine Corps
United States Marine Corps
— USMC —
Emblem des United States Marine Corps
Aufstellung 10. November 1775
Land Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
StreitkrÀfte StreitkrÀfte der Vereinigten Staaten
Typ Teilstreitkraft (Marineinfanterie)
StÀrke 203.000 Aktive

40.000 Reservisten

Hauptquartier Marine Barracks Washington
Motto Semper Fidelis
(lat. immer treu)
Marsch Semper Fidelis
Zivile und MilitĂ€rische FĂŒhrung
Secretary of the Navy Ray Mabus
Commandant of the Marine Corps General James F. Amos
Assistant Commandant of the Marine Corps General Joseph F. Dunford
Insignien
Eagle, Globe, and Anchor Globeanchor.svg

Das United States Marine Corps (USMC), oft als Marines oder US Marines bezeichnet, ist die als Teilstreitkraft organisierte Marineinfanterie der StreitkrĂ€fte der Vereinigten Staaten und einer der sieben Uniformed Services of the United States. Es verfĂŒgt ĂŒber 203.000 aktive[1] Soldaten und knapp 40.000 Reservisten (Stand: 2008).

Mit seegestĂŒtzten Operationen greift das USMC weltweit zur Wahrung US-amerikanischer Interessen ein. Auf den Schiffen der US Navy versehen Marines den Wachdienst. Weiterhin werden sie in sensiblen US-amerikanischen Einrichtungen im In- und Ausland (zum Beispiel Botschaften der USA) als Wach- und Kontrollpersonal eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Aufstellung

Auf Beschluss des Kontinentalkongresses vom 10. November 1775 wurden kurz vor Ausbruch des amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitskrieges zwei Bataillone Continental Marines aufgestellt.[2] Die ersten Rekruten wurden im Gasthaus Tun Tavern in Philadelphia, Pennsylvania angeworben. Die Continental Marines dienten nicht ausschließlich als Landungstruppen der erst kurz zuvor geschaffenen Continental Navy, sondern taten sich zunehmend durch eine Vielzahl von EinsĂ€tzen hervor, beispielsweise durch einen Überraschungsangriff auf die Bahamas im MĂ€rz 1776. DarĂŒber hinaus fĂŒhrten sie vereinzelt eigenstĂ€ndige, vom Land ausgehende Infanterieoperationen aus. Die Continental Marines wurden noch vor Abschluss des Friedensvertrags von Paris im April des Jahres 1783 zusammen mit der Kontinentalmarine aufgelöst, am 11. Juli 1798 jedoch neu aufgestellt. Trotz dieser Periode der Nichtexistenz feiern die Marines den Geburtstag des Corps jĂ€hrlich am 10. November, um eine KontinuitĂ€t herzustellen.

Amerikanisch-Tripolitanischer Krieg 1801–1805

Mamelukenschwert

Das USMC hat weltweite Bekanntheit in mehreren Kriegen erlangt, wie auch an der ersten Zeile in der Hymne des Marine Corps zu erkennen ist: „From the halls of Montezuma to the shores of Tripoli“ (Von den Hallen des Montezuma bis zu den KĂŒsten Tripolis). Im frĂŒhen 19. Jahrhundert fĂŒhrte First Lieutenant Presley O'Bannon wĂ€hrend des Amerikanisch-Tripolitanischen Krieges eine Gruppe von sieben Marines und mehreren hundert berittenen Ă€gyptischen Mamlukenkriegern an, um sich des Machthabers Jussef Karamanli in Tripolis zu entledigen. Zur gleichen Zeit sollte ein Spezialkommando die vor Tripolis aufgelaufene US-Fregatte „Philadelphia“, die nun in den HĂ€nden von Karamanli war, zerstören. O'Bannons symbolischer, aber sehr zentraler Beitrag hat maßgeblich zum elitĂ€ren Ethos des USMC beigetragen. Beeindruckt vom Mut O'Bannons im Kampf, schenkte ihm der Kopf der muslimischen Gefolgschaft, Hamet Karamanli, sein Mamelukenschwert. Seit 1825 erhĂ€lt jeder Offizier des USMC solch ein Paradeschwert mit seinem Offizierspatent.

Britisch-Amerikanischer Krieg

1814 wird ein zahlenmĂ€ĂŸig ĂŒberlegener Verband aus US-Marines und Miliz in der Schlacht bei Bladensburg von britischen StreitkrĂ€ften zerstreut, die sich anschließend mehrere Tage Zeit nehmen können, die öffentlichen GebĂ€ude in der US-Hauptstadt Washington niederzubrennen (darunter auch das Weiße Haus).

Mexikanisch-Amerikanischer Krieg

Die ErstĂŒrmung Chapultepecs

Außerdem nahmen die Marines am mexikanischen Krieg von 1846 bis 1848 teil, in dem sie sowohl an der Atlantik-, als auch an der PazifikkĂŒste Mexikos anlandeten. DarĂŒber hinaus stĂŒrmte ein Bataillon der Marines das Castillo de Chapultepec, das Mexiko-Stadt ĂŒberragte, nachdem sich die Marines den Truppen des Heeresoffiziers Winfield Scott angeschlossen hatten. Ähnlich wie beim Weißen Haus wurde ihnen der Wachdienst ĂŒber den mexikanischen PrĂ€sidentenpalast zugeteilt, den die Hymne der Marines als „Hallen Montezumas“ (The Halls of Montezuma.) bezeichnet.

Sezessionskrieg

FĂŒnf Marines mit aufgepflanzten Bajonetten unter FĂŒhrung eines Unteroffiziers (ganz links mit SĂ€bel) wĂ€hrend des Sezessionskrieges auf einem StĂŒtzpunkt in Washington D.C. (1864)

Am 16. MĂ€rz 1861 hob der Kongress der Konföderierten Staaten das GegenstĂŒck zu den US Marines, das Confederate States Marine Corps aus. Obwohl viele der besten Offiziere aus den Nordstaaten ĂŒberliefen, erreichte das CSMC nie seine SollstĂ€rke, es wurde zusĂ€tzlich von interner Zerstrittenheit gelĂ€hmt. Bei den Vereinigten Staaten bewirkte das Überlaufen dieses Personals jedoch einen strategischen Aderlass. DarĂŒber hinaus brach ein offener Konflikt zwischen den Flagg- und den Stabsoffizieren des USMC aus, da sich Letztere eher als Verwalter denn als AnfĂŒhrer des Krieges betrachteten und die Offiziersreihen durch Ämterpatronage wieder auf SollstĂ€rke zu hieven versuchten. Auch zu Felde waren die Marines der Union nicht erfolgreich: In der ersten Schlacht am Bull Run, einem der wenigen großen EinsĂ€tze des damals wenige tausend Mann starken Marine Corps wurde der Trupp Marines vollstĂ€ndig aufgerieben, und bei einer Landung bei Fort Fisher verhinderte der Einsatz des Heeres eine Niederlage der Marines. Die PersonalstĂ€rke des Heeres von knapp 500.000 marginalisierte die Marines zusĂ€tzlich, sodass ihre Hauptaufgabe die Bewachung von StĂŒtzpunkten blieb.

Die Zeit bis zur Jahrhundertwende: AufstĂ€nde und „Bananenkriege“

WĂ€hrend des Boxeraufstandes in Peking bereitet sich eine Gruppe von Marines auf den Abmarsch zu einem Einsatz vor (1900)

In den verbleibenden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts sank die StĂ€rke und Bedeutung des Marine Corps innerhalb der US-StreitkrĂ€fte. Als die US Navy zunehmend von Segelschiffen auf Dampfschiffe ĂŒberging, wurde der Zweck von auf Kriegsschiffen eingeschifften Seesoldaten in Frage gestellt. Bald jedoch entwickelten sich die Marines zu einem praktischen Mittel der Politik. Sie kamen in so genannten „kleinen Kriegen“ (engl.: small wars) sowie zum Schutz amerikanischer StaatsbĂŒrger und von US-Kapital in fremden LĂ€ndern zum Einsatz, etwa in Formosa (1867) und Korea (1871). Insgesamt gab es in der Zeitspanne zwischen dem Ende des BĂŒrgerkrieges und dem Ende des 19. Jahrhunderts – der BlĂŒtezeit des Imperialismus – fĂŒr die Marines 28 weitere EinsĂ€tze in LĂ€ndern wie China, Japan, Nicaragua, Uruguay, Mexiko, Panama, Ägypten, Haiti, Samoa, Argentinien, Chile und Kolumbien. DarĂŒber hinaus wurden sie in dieser Epoche aber auch auf dem Territorium der USA selbst bei politischen Unruhen und ArbeitskĂ€mpfen eingesetzt.

Im Spanisch-Amerikanischen Krieg fĂŒhrte das Marine Corps Landungsoperationen auf Kuba, Puerto Rico, Guam und den Philippinen durch. DarĂŒber hinaus waren sie zwischen 1899 und 1902 an der Niederschlagung der philippinischen UnabhĂ€ngigkeitsbewegung und des Boxeraufstands im Jahre 1900 beteiligt. In der Zeit vor und auch nach dem Ersten Weltkrieg wuchs ihre BerĂŒhmtheit in den so genannten „Bananenkriegen“, die in LĂ€ndern wie Haiti, Mexiko, Panama, Nicaragua, und der Dominikanischen Republik stattfanden. Mit diesen MilitĂ€rinterventionen setzten die USA die Monroe-Doktrin durch. Die in den Interventionskriegen auf dem Gebiet des Guerillakriegs und der Infiltration erworbenen Kenntnisse wurden im wegweisenden Small Wars manual verschriftlicht.[3]

Erster Weltkrieg

US Marine Corps Rekrutierungsplakat (1918)
Marines wÀhrend einer Siegesparade der AEF in Frankreich (1918)

Im Ersten Weltkrieg waren die Marines, die seinerzeit im Grunde weit mehr Einsatzerfahrung aufwiesen als die US Army, eine wichtige StĂŒtze der amerikanischen Kriegsanstrengungen. Im Unterschied zur Army konnten die Marines bei Kriegseintritt der USA bereits auf eine große Zahl von Offizieren und Unteroffizieren zurĂŒckgreifen. Aus diesem Grunde war der Anteil unerfahrener bzw. unausgebildeter Soldaten relativ gering. Im Rahmen der American Expeditionary Force (AEF) nahmen die Marines als Teil der 2. US-Infanteriedivision der Army im Juli 1918 an der Schlacht im Wald von Belleau teil, ihrem bis dahin bedeutendsten Kampfeinsatz. Dort zeichneten sie sich durch besondere ZĂ€higkeit aus. Dies brachte ihnen den Spitznamen „First to fight!“ (Erste im Kampf) ein. Laut amerikanischer Kriegsberichtserstattung sollen die deutschen Soldaten die Marines nach der endgĂŒltigen ZurĂŒckdrĂ€ngung der deutschen KrĂ€fte aus dem Gebiet „Teufel Hunden“ genannt haben; die Übersetzung Devil Dogs[4] behielten die US-Marines stolz bei. Da die Bezeichnung in keiner deutschen Quelle nachweisbar und auch widersprĂŒchlich ĂŒberliefert ist (in korrektem Deutsch hieße es „Teufelshunde“), muss jedoch die Frage offen bleiben, wer sie tatsĂ€chlich ersann.

Zweiter Weltkrieg

Marines der 3. US-Marineinfanteriedivision gehen auf Bougainville an Land (1943)

Im Zweiten Weltkrieg spielte das USMC eine große Rolle im Pazifikkrieg, was eine Aufstockung des „Corps“ von zwei Brigaden auf zwei Korps mit insgesamt sechs Divisionen sowie der Marineflieger auf fĂŒnf LuftverbĂ€nde mit 132 Geschwadern erforderlich machte.

1942/45 forderten die KĂ€mpfe um Wake Island, Guadalcanal, Tarawa, Peleliu, Iwo Jima und Okinawa hohe Verluste. Der heute legendĂ€re Navajo-Code, der zur Wahrung der US-amerikanischen Funkgeheimnisse entwickelt worden war, trug maßgeblich zum Erfolg der Marines bei.

WĂ€hrend der Schlacht um die Insel Iwo Jima entstand die berĂŒhmte Aufnahme von fĂŒnf Marines und einem SanitĂ€ter der Navy, die auf den Suribachi die US-amerikanische Flagge hissten. Der Photograph Joe Rosenthal wehrte sich zeitlebens gegen den Vorwurf, er habe das Foto inszeniert. Der Kriegsberichterstatter hatte das Aufstellen der ersten, kleineren Fahne verpasst, wenige Stunden spĂ€ter aber abgedrĂŒckt, als die Soldaten ein grĂ¶ĂŸeres Sternenbanner hissten. Diese Szenerie wurde zur Vorlage fĂŒr das bekannte US Marine Corps War Memorial.

Aktionen wie diese, von der manche auch geplant oder deren DurchfĂŒhrung den Marines vorbehalten blieb, ergĂ€nzten das positive Ansehen der ohnehin schon sehr beliebten Marines in der US-amerikanischen Bevölkerung, und so entstand 1954 das United States Marine Corps War Memorial in Arlington.

Koreakrieg

Marines beim HĂ€userkampf in Seoul (1950)

Im Koreakrieg (1950 bis 1953) landeten die Marines bei Incheon und drangen im gemeinsamen Verband mit der US Army bis nach Nordkorea vor, wo sie den Fluss Yalu erreichten. Hier begann die um ihren Einfluss bangende Volksrepublik China, eine große Anzahl an Truppen ĂŒber den Yalu zu schicken, welche die US-amerikanischen Einheiten noch in Korea aufhalten sollten, und sie sogar zurĂŒckdrĂ€ngten.

Bei der Schlacht um das Chosin-Reservoir bekĂ€mpfte die erfahrene 1. Marine Division die zahlenmĂ€ĂŸig mehrfach ĂŒberlegenen, aber mangelhaft ausgerĂŒsteten und schlecht ausgebildeten chinesischen Truppen. WĂ€hrend dieser Ă€ußerst blutigen Schlacht sammelten die Marines das von der US Army, die bereits den geordneten RĂŒckzug angetreten hatte, hinterlassene Material auf, sammelten sich, und stĂŒrmten die chinesischen Stellungen, um dann selbst den RĂŒckzug zur KĂŒste antreten zu können.

Vietnamkrieg

Marines beim Sprengen von Vietcong-Bunkern wÀhrend der Operation Georgia (1966)

Auch im Vietnamkrieg kĂ€mpften Marines in vielen der großen Schlachten mit, wie bei Đà Náș”ng, Hue oder Khe Sanh. Sie befanden sich unter den ersten 1965 offiziell in Vietnam eingesetzten Truppen. 1971 wurden die Marines im Zuge des von PrĂ€sident Richard Nixon beschlossenen Truppenabzugs aus Vietnam abgezogen. Vier Jahre spĂ€ter, in den letzten Tagen des Krieges in Vietnam, gab es ein kurzes Nachspiel, als es darum ging, Angehörige der US-Botschaft in Saigon vor den nachrĂŒckenden Truppen des Vietcong zu evakuieren. In dieser Zeit waren die Marines auch an dem Mayaguez-Zwischenfall beteiligt, der letzten bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Truppen der Vereinigten Staaten und den Roten Khmer.

Im Vietnamkrieg erlebte auch eine neu aufgestellte Spezialeinheit namens Force Reconnaissance ihren ersten Einsatz, deren Einsatzprofil vor allem auf die AufklÀrung abgestimmt ist.

Vom Vietnamkrieg bis zum Ende des Kalten Krieges

Das Marine Corps war an allen militĂ€rischen Aktionen der USA nach 1975 beteiligt, wie etwa der Invasion in Grenada 1983 oder der Invasion in Panama 1989. Die schwersten Verluste seit dem Vietnamkrieg erlitt es beim Anschlag auf den US-StĂŒtzpunkt in Beirut 1983, als ĂŒber 200 Marines starben.

Nach dem Kalten Krieg

Marines der 1. US-Marineinfanteriedivision bei der Einnahme eines Palastes von Saddam Hussein in Bagdad (2003)

Den Marines oblag 1991 die Befreiung Kuwaits. Die US Army marschierte in den Irak ein, ohne auf Widerstand zu stoßen.

1995 retteten Marines Captain Scott O’Grady, einen ĂŒber Bosnien abgestĂŒrzten Jagdflugzeug-Piloten der US Air Force, in einer so genannten TRAP-Mission (Tactical Recovery of Aircraft and Personnel).

Seit 2003 versehen Marines auch Dienst als Teil der so genannten Koalition der Willigen. Auch bei der vorangegangenen Invasion des Irak waren sie beteiligt. 2005 töteten Soldaten der Marines aus Rache fĂŒr den Tod eines Kameraden 24 irakische Zivilisten, darunter auch Kinder. Dieses Kriegsverbrechen wurde als das „Massaker von Haditha“ bekannt.

Marines der Alpha Company, 1st Battalion, 6th Marines, bei der Durchsuchung eines Anwesens in Afghanistan wÀhrend der Operation El Dorado (2004)

Im Februar 2004 wurde die 1. US-Marineinfanteriedivision zurĂŒck in den Irak verlegt, um die Provinz Al Anbar westlich von Bagdad zu sichern. Dort nahm sie als Kerneinheit der US-Truppen an der Operation Vigilant Resolve teil, sowie an der Operation Phantom Fury. Im Februar und MĂ€rz 2005 wurde sie von der 2. US-Marineinfanteriedivision abgelöst. Dies war die grĂ¶ĂŸte Entlastungs- und Ablöseoperation des Marine Corps in seiner Geschichte.[5]

2006 evakuierten Marines US-BĂŒrger wĂ€hrend des Libanonkrieges aus dem Libanon.

Auftrag und Doktrin

Auftrag

Die Existenz des United States Marine Corps erfĂ€hrt ihre Legitimation durch die Verfassung der Vereinigten Staaten, genauer in Artikel II, Abschnitt 2, Absatz I, Satz 1 und Artikel I, Abschnitt 8, Satz 11 und 14. Diese weist dem Kongress die Budgetkompetenz und somit auch die Finanzierung des MilitĂ€rs zu, wĂ€hrend die Ausgestaltung der StreitkrĂ€fte der AmtsfĂŒhrung des PrĂ€sidenten untersteht.[6]

Das United States Marine Corps ist mit einem in drei Teilaufgaben gegliederten Auftrag betraut, die das 10. Buch des United States Code, das Wehrrecht auf Bundesebene, seit dem National Security Act von 1947 festlegt. § 5063 fĂŒhrt diese in Absatz (a) aus:[Paragraph 5063 1]

„[
]Das Marine Corps soll so organisiert, ausgerĂŒstet und ausgebildet sein, dass es fĂŒr den Dienst im Verbund mit der Flotte [im Sinne von MarineverbĂ€nden], Fleet Marine Forces im Gefecht der verbundenen Waffen, zusammen mit assistierenden Luftkomponenten bereitstellen kann, die fĂŒr die Eroberung oder Verteidigung von vorgelagerten MarinestĂŒtzpunkten und fĂŒr die BodenkriegsfĂŒhrung entscheidend sind.“

Soldaten der 13. Marine Expeditionary Unit in der MARPAT-Uniform verlassen ein Landungsboot wĂ€hrend einer Übung in Ägypten

Dies bedeutet vor allem die Eroberung oder die Verteidigung maritimer Außenposten im Kontext des Seekrieges im Verbund mit der United States Navy sowie die Entwicklung von Taktiken und die Beschaffung von AusrĂŒstung, die zur DurchfĂŒhrung amphibischer Landungsoperationen nötig sind. Des Weiteren „[
] soll das Marine Corps Abteilungen und Gliederungen fĂŒr den [Wach]dienst auf bewaffneten Seefahrzeugen der Marine sowie Sicherheitsabteilungen zum Schutze von Marineeigentum auf MarinestĂŒtzpunkten bereitstellen“. Angehörige des USMC bewachen daher diplomatische Vertretungen der Vereinigten Staaten, die wichtigsten Nuklearwaffenanlagen der US Navy wie diejenigen auf FlugzeugtrĂ€gern und stehen Wache vor dem Weißen Haus. Den besonderen Charakter der Teilstreitkraft hebt die Bestimmung hervor, dass die Marines darĂŒber hinaus Ă€hnlich geartete Operationen durchzufĂŒhren haben, die der PrĂ€sident anordnet.[Paragraph 5063 2] Diese „zusĂ€tzlichen“ Aufgaben sieht die Rechtsvorschrift allerdings als untergeordnet an, da sie nicht vom zuerst genannten Auftrag, fĂŒr den das US Marine Corps „primĂ€r organisiert“ ist, „ablenken“ oder auf ihn „störend einwirken“ sollen.[Paragraph 5063 3] Ebenfalls vorgeschrieben ist eine nominelle MindestgrĂ¶ĂŸe von drei fĂŒr den Kampfeinsatz vorgesehenen Divisionen und drei air wings, und aller Einheiten welche diese zur AuftragserfĂŒllung benötigen.[Paragraph 5063 4]

Durch eine Eingrenzung in Absatz (b) wird das VerhĂ€ltnis zu den anderen TeilstreitkrĂ€ften geregelt, da das Einsatzprofil ansonsten Überschneidungen mit denen des Heeres und der Luftwaffe aufwiese. Wörtlich heißt es, dass die Marines „in Zusammenarbeit mit der Army und der Air Force diejenigen Zeitabschnitte einer amphibischen Landungsoperation ausarbeiten [sollen], welche die Taktiken, Vorgehensweisen und AusrĂŒstung einer Landestreitmacht betreffen“.[Paragraph 5063 5] Dies stellt eine Abgrenzung zu den wesentlich breiter gefassten AuftrĂ€gen der Erstgenannten dar.

Grundsatzdoktrin

Das Anlanden vom Meer ist strategische Kernaufgabe des US Marine Corps, hier bei einer Übung auf Kuba im Sommer 2004.

Im Jahre 1989 veröffentlichte der damalige Commandant of the Marine Corps, Alfred M. Gray, die Marine Corps Doctrine Publication 1 mit dem Titel „Warfighting“ (dt.: „KriegsfĂŒhrung“), in der er die grundlegende Doktrin der Teilstreitkraft namens Maneuver Warfare ausarbeitete. Dabei definierte er dieses Konzept folgendermaßen:

„Maneuver Warfare ist eine Philosophie der KriegsfĂŒhrung, die bestrebt ist, den Zusammenhalt des Feindes durch eine Vielfalt von rasanten, gebĂŒndelten und ĂŒberraschenden AblĂ€ufen zu zerschlagen, um [fĂŒr ihn] eine sich zunehmend verschlechternde Situation auszulösen, die er nicht mehr beherrschen kann.“

– Warfighting, S. 73

Dieses Konzept wollte er in Abgrenzung zu den im Kalten Krieg noch gĂŒltigen Einsatzkonzepten verstanden wissen, bei denen der Feind vor allem mit ĂŒberwĂ€ltigender Feuerkraft zermĂŒrbt werden sollte. Auch fĂŒr Gray war Feuerkraft von großer Bedeutung, allerdings forderte er, sie auf die Schwachpunkte des Feindes zu richten, um den Feind zu ĂŒberwĂ€ltigen, wobei er die physische Vernichtung des Feindes offenließ.[7] DarĂŒber hinaus implementierte Warfighting Commander's intent, also des FĂŒhrens mit Auftrag und ordnete fĂŒr jede Strategie eine PrioritĂ€tensetzung an.

Auf taktischer Ebene gilt beim Marine Corps der Grundsatz „Every Marine a Rifleman (first)“, ĂŒbersetzt: „Jeder Marine ist (zuallererst) ein SchĂŒtze“. Diese Parole stammt aus dem Koreakrieg[8] und hat praktische, idealistische und historische HintergrĂŒnde. Bei ihrer GrĂŒndung verlangten die Marines von jedem Rekruten, seine eigene Muskete als Dienstwaffe zu verwenden. Diese Tradition entwickelte sich derart weiter, dass die Marines im Koreakrieg die einzige Teilstreitkraft waren, die SchĂŒtzenkompanien vollstĂ€ndig aus Nichtinfanteristen bildeten.[8] Die heutige Bedeutung liegt vor allem daran, dass alle Mannschaftsdienstgrade, gleich welcher spĂ€teren Spezialisierung, eine Ausbildung zum Infanteristen erhalten. Der Wert dieses Grundsatzes hat sich wĂ€hrend der Geschichte der Marines mehrfach gezeigt: So waren in der Schlacht um Wake Island im Zweiten Weltkrieg nach dem Abschuss sĂ€mtlicher Kampfflugzeuge der Marines deren Piloten in der Lage, Hilfstruppen am Boden in weitere Defensivanstrengungen zu fĂŒhren.[9] In der gleichen Weise erhalten alle Offiziere ein Training als InfanteriezugfĂŒhrer. DarĂŒber hinaus drĂŒckt der Spruch die Gleichheit aller Marines und ihre Kameradschaftlichkeit aus.[10]

Organisation

Politisch-militĂ€rische FĂŒhrung

Oberbefehlshaber ist wie fĂŒr alle US-amerikanischen TeilstreitkrĂ€fte und deren Gesamtheit der PrĂ€sident der Vereinigten Staaten, der die alltĂ€gliche FĂŒhrung, Aufsicht und Verwaltung dem Verteidigungsminister ĂŒberlĂ€sst. Auftrag und Geschichte des US Marine Corps sind eng mit denjenigen der Marine verflochten, weswegen beide TeilstreitkrĂ€fte einer gemeinsamen Abteilung im Verteidigungsministerium, dem vom Secretary of the Navy (SECNAV) gefĂŒhrten Department of the Navy, unterstehen. Aufgrund dieser Verflechtung verfĂŒgen die Marines beispielsweise ĂŒber keine eigenen SanitĂ€ter (Hospital Corpsmen) und MilitĂ€rseelsorger. Diese Aufgaben nehmen ihnen gegenĂŒber Angehörige der Navy wahr.

Der höchste Offizier des USMC ist der Commandant of the Marine Corps (CMC), der in seinem Amt stĂ€ndiges Mitglied der Joint Chiefs of Staff (Vereinte Generalstabschefs) ist. Er zeichnet fĂŒr die Organisation, die Rekrutierung, die Ausbildung und die AusrĂŒstung des Corps verantwortlich, sodass die Marines fĂŒr den Dienst unter dem Kommando der Unified Combatant Commander einsatzbereit sind. Ihm steht der Assistant Commandant of the Marine Corps (ACMC) als Stellvertreter und der Sergeant Major of the Marine Corps (SMMC) als höchster Unteroffizier zur Seite. Derzeitige Amtsinhaber sind: General James F. Amos (CMC), General Joseph F. Dunford (ACMC) und SMMC Carlton W. Kent (SMMC).

Operative Gliederung

Das USMC ist in vier grundlegende Bereiche geteilt: das Hauptquartier des Marine Corps (HQMC), die OperationskrĂ€fte, die KampfunterstĂŒtzungskrĂ€fte und die Marine Forces Reserve. Die OperationskrĂ€fte wiederum sind in vier Kategorien geteilt: die Marine Corps Forces (MARFOR), die den einzelnen Unified Combatant Commands zugeteilt sind, die Marine Corps Security Forces, welche die Einrichtungen des Corps und der US Navy bewachen, sowie die Marine Corps Security Guard, die den einzelnen US-Botschaften im Ausland zugewiesen sind.

Die Marine Corps Forces sind wiederum in das Marine Forces Command (MARFORCOM) und die Marine Corps Forces Pacific (MARFORPAC) geteilt, die jeweils von einem Lieutenant General befehligt werden. Dem MARFORCOM in Norfolk, Virginia, unterstehen dabei die II. Marine Expeditionary Force und den MARFORPAC in Camp H. M. Smith auf Hawaii die I. und die III. Marine Expeditionary Force.

Der Kommandeur der MARFORCOM in Norfolk hat zudem weitere zusammengefasste Kommandobefugnisse. Er ist zusÀtzlich Kommandierender General der Fleet Marine Force Atlantic (FMFLANT) und Kommandeur der US Marine Corps Bases Atlantic.

Zu den KampfunterstĂŒtzungskrĂ€ften gehört auch das Marine Corps Combat Development Command (MCCDC), die Marine Corps Recruit Depots San Diego und Parris Island, das Marine-Corps-Logistikkommando, die Marine-Corps-Basen (MCB) und Marine Corps Air Stations (MCAS), sowie das Rekrutierungskommando und die Marine Band.

Zurzeit (2008) besteht das Marine Corps aus vier Divisionen:

Im Zweiten Weltkrieg wurden zwei weitere Marineinfanterie-Divisionen aufgestellt: die 5. US-Marineinfanteriedivision und die 6. US-Marineinfanteriedivision, beide wurden gegen die Japaner auf dem pazifischen Kriegsschauplatz eingesetzt und wurden nach dem Krieg wieder aufgelöst.

Die luftbeweglichen Einheiten des USMC sind in vier Marine Aircraft Wings aufgeteilt:
(Typische Flugeinheiten sind squadron, group und wing)

Die dritte Einteilung des USMC umfasst vier Marine Logistics Groups

  • die US 1st Marine Logistics Group in Camp Pendleton, Kalifornien;
  • die US 2nd Marine Logistics Group in Camp Lejeune, North Carolina;
  • die US 3rd Marine Logistics Group in Okinawa, Japan;
  • die US 4th Marine Logistics Group in New Orleans, Louisiana.
MARSOC-Truppen im Gefecht in Afghanistan

Marine Corps Forces Special Operations Command

Das USMC hat sich lange gestrĂ€ubt, Marines dauerhaft fĂŒr Spezialoperationen zum US Special Operations Command (SOCOM) abzukommandieren, weil man der Ansicht war, es könne in einer Truppengattung, die sich in ihrer Gesamtheit als Elite sieht, keine Teile geben, die dauerhaft an noch elitĂ€reren Aufgaben teil hĂ€tten. Dieser Standpunkt wurde 2003 auf Druck der National Command Authority aufgegeben und das Marine Corps Forces Special Operations Command (MARSOC) gegrĂŒndet und dem SOCOM unterstellt. Es ist das Komponentenkommando (Component Command) der Marines innerhalb des Special Operations Command. Das Personal des MARFOR rekrutierte sich aus einem betrĂ€chtlichen Teil ehemaliger Soldaten des 2006 aufgelösten Marine-Sonderverbandes Marine Corps Force Reconnaissance.

Das Marine-Air-Ground-Task-Force-Konzept

Die Einheiten des USMC können, je nach Auftragslage, in verschieden großer Form zu einer Task Force gruppiert werden. Dabei liegt immer das Konzept der Marine Air-Ground Task Force (MAGTF) zugrunde.

Einsatzgruppierungen nach dem MAGTF-Konzept beinhalten grundsÀtzlich vier Grundkomponenten: Stabskomponente (Command Element), Bodenkampfkomponente (Ground Combat Element), Luftkampfkomponente (Aviation Combat Element) und eine Versorgungskomponente (Combat Service Support Element).

Die Stabskomponente stellt das Hauptquartier dar und kommandiert die anderen Komponenten. Die Bodenkampfkomponente besteht im Hauptteil aus Infanterieeinheiten und wird durch gepanzerte Einheiten und Artillerie unterstĂŒtzt. Zu ihr gehören auch SpezialkrĂ€fte, wie FernspĂ€her (Force Reconnaissance), ScharfschĂŒtzen und vorgelagerte Luftkommandoeinheiten. Die Luftkampfkomponente soll die totale LuftĂŒberlegenheit der MAGTF sichern. Sie beinhaltet Jagdflugzeuge genauso wie Hubschrauber, deren Piloten und ihre Instandsetzungseinheiten. Als letzte im Bunde sind in der Versorgungskomponente alle KampfunterstĂŒtzungseinheiten untergebracht. Sie beinhaltet Spezialisten wie Fernmelder, Instandsetzungsingenieure, Transport- und Logistikeinheiten, sowie medizinische Versorgungseinheiten.

Das MAGTF-Konzept wird vom USMC in drei, dem Auftrag angepassten GrĂ¶ĂŸenordnungen eingesetzt.

MEU

Marines im Manöver mit einem CH-46e Sea Knight

Der kleinste dieser VerbĂ€nde ist die Marine Expeditionary Unit (MEU). MEU sind die kleinsten unabhĂ€ngig operierenden VerbĂ€nde, ausgebildet, um autark oder in einem grĂ¶ĂŸeren Verband zu agieren. Jede MEU ist befĂ€higt, Spezialoperationen zu ĂŒbernehmen (Special Operations Capable – SOC).

Die Stabskomponente bildet das Hauptquartier und wird in der Regel von einem Colonel kommandiert. Die Bodenkampfkomponente bildet ein Battalion Landing Team (BLT), bestehend aus einem Infanteriebataillon, das durch Panzer, Artillerie, Pioniere, amphibische und leicht gepanzerte Fahrzeuge verstĂ€rkt wird. Die Luftkampfkomponente bildet eine zusammengesetzte Staffel aus Jagdflugzeugen und Hubschraubern. Die Versorgungskomponente besteht aus einer MEU Service Support Group, die alle logistischen und administrativen Aufgaben des Verbandes ĂŒbernimmt. Die genaue Zusammenstellung einer MEU kann dem Auftrag angepasst werden, so ist es möglich, mehr Artillerie, gepanzerte Einheiten oder mehr LuftunterstĂŒtzung einzubinden.

Zwei ScharfschĂŒtzen der Marines mit einem SAM-R bei einer Übung in Albanien

Generell sind immer drei MEU jeweils der Atlantik- und der Pazifikflotte der US Navy zugeordnet und eine weitere ist in Okinawa stationiert. WÀhrend eine MEU im Einsatz abkommandiert ist, wird die zweite zur Aus- und Weiterbildung eingesetzt und die dritte gewÀhrt den Soldaten eine Einsatzpause.

MEB

Der nĂ€chstgrĂ¶ĂŸere Verband ist die Marine Expeditionary Brigade (MEB). Statt eines BLT bildet ein ganzes Regiment die Grundlage und ist mit grĂ¶ĂŸeren Luftkampfkontingenten und höherer VersorgungskapazitĂ€t ausgestattet.

MEF

Die grĂ¶ĂŸten VerbĂ€nde, nach dem MAGTF-Konzept sind die Marine Expeditionary Forces (MEF). Sie bestehen aus einer gesamten Division, mit einem Artillerieregiment, mehreren Panzerbataillonen, mehreren leichtgepanzerten Bataillonen und einem Marine Air Wing.

Die drei Marine Expeditionary Forces bilden die Fleet Marine Force, eine weltweit eingesetzte Krisenreaktionskraft, die von den fĂŒnf Einsatzflotten der US Navy agiert. Dabei werden die erste und dritte MEF im Pazifikraum, die zweite MEF im Atlantikraum eingesetzt.

Ein Squad der Marines
Marines wĂ€hrend einer LandungsĂŒbung im Jahr 2004
Marines der 4. US-Marine-
infanteriedivision
suchen nach Waffenlagern wÀhrend eines Sandsturms (Irak, April 2008)

I. Marine Expeditionary Force, Hauptquartier

  • 1. US-Marineinfanteriedivision (Camp Pendleton, Kalifornien)
  • 3. US-Marineinfanteriegeschwader (Camp Pendleton, Kalifornien)
  • 1st Force Service Support Group (Camp Pendleton, Kalifornien)
  • 1st Marine Expeditionary Brigade
  • 11th Marine Expeditionary Unit
  • 13th Marine Expeditionary Unit
  • 15th Marine Expeditionary Unit
  • Air Contingency MAGTF (ACM)

II. Marine Expeditionary Force, Ausbildungsgruppe fĂŒr Spezialoperationen

  • 2. US-Marineinfanteriedivision
  • 2. US-Marineinfanteriegeschwader
  • 2nd Marine Logistics Group
  • Chemical Biological Incident Response Force (CBIRF)
  • II MEF Augmentation Command Element (II MACE)
  • 2nd Marine Expeditionary Brigade
  • 22nd Marine Expeditionary Unit
  • 24th Marine Expeditionary Unit
  • 26th Marine Expeditionary Unit

III. Marine Expeditionary Force

  • 3. US-Marineinfanteriedivision
  • 1. US-Marineinfanteriegeschwader
  • 3rd Force Service Support Group
  • 31st Marine Expeditionary Unit (Okinawa, Japan)
  • Air Contingency MAGTF (ACM)

Grundaufbau der Infanterieeinheiten

Der Grundaufbau der Bodenkampfeinheiten des USMC richtet sich nach der „Dreier-Regel“. Diese Regel besagt, dass es immer drei Untergeordnete und einen Kommandeur gibt. Diese Regel hat natĂŒrlich auch Ausnahmen, so wie es die Einsatzsituation verlangt, so kann es auch vier untergeordnete Einheiten geben oder der Kommandeur hat einen niedrigeren oder höheren Rang als den geforderten.

  • Ein fire team (dt. Trupp) ist das Grundelement und besteht aus vier Marines, drei SchĂŒtzen und einem TruppfĂŒhrer (team leader), normalerweise ein Corporal.
  • Ein Squad (dt. Gruppe) besteht aus drei fire teams und wird von einem Staff Sergeant als GruppenfĂŒhrer (squad leader) gefĂŒhrt.
  • Ein rifle platoon (dt. SchĂŒtzenzug) besteht aus drei Squads, einem Navy Corpsman, einem Platoon Sergeant und einem Platoon Commander. Es wird normalerweise von einem Second oder First Lieutenant gefĂŒhrt.
  • Eine rifle company (dt. SchĂŒtzenkompanie) besteht aus drei rifle platoons, einem weapons platoon und dem Kompaniestab. Es existieren auch Stabs- und UnterstĂŒtzungskompanien, die aus einem Stabs-, einem Kommunikations- und einem UnterstĂŒtzungszug, sowie einer Bataillonshilfsstation zusammengesetzt sind. Company Commander ist meist ein Captain.
  • Ein Bataillon besteht aus drei Kompanien und wird von einem Lieutenant Colonel kommandiert.
  • Ein Regiment besteht aus drei Bataillonen und wird von einem Colonel gefĂŒhrt. In der Literatur und im informellen Dienstalltag wird in der Bezeichnung das Regiment weggelassen, sodass beispielsweise mit 8th Marines das 8. US-Marineregiment gemeint ist.
  • Eine Division besteht aus drei Regimentern und wird von einem Major General kommandiert.

Eine Brigade wird von einem Brigadier General kommandiert, wird im USMC weniger verwendet und besteht aus einem oder mehreren Regimentern.

Bataillone und grĂ¶ĂŸere Einheiten haben einen Sergeant Major, einen Executive Officer (XO) und andere Offiziere fĂŒr die Verwaltung (S-1), den Nachrichtendienst (S-2), die Operationen (S-3), die Logistik (S-4), in Kriegszeiten die Familienangelegenheiten (S-5) und fĂŒr die Kommunikation (S-6). Einheiten ab BataillonsgrĂ¶ĂŸe können durch unterstĂŒtzende Einheiten, wie Panzer oder Artillerie, ergĂ€nzt werden. So werden auch die Bodenkampfelemente der Marine Expeditionary Units, die Battalion Landing Teams gebildet.

StĂŒtzpunkte

Dienstgrade

Kleine Auswahl an Dienstgraden
Offiziere des United States Marine Corps
US-Soldstufe O-10 O-9 O-8 O-7 O-6 O-5 O-4 O-3 O-2 O-1
Schulterklappe
Dienstuniform/
Blue Dress
Dienstgrad General Lieutenant General Major General Brigadier General Colonel Lieutenant Colonel Major Captain First Lieutenant Second Lieutenant
AbkĂŒrzung Gen LtGen MajGen BGen Col LtCol Maj Cpt 1stLt 2ndLt
NATO-Rangcode OF-9 OF-8 OF-7 OF-6 OF-5 OF-4 OF-3 OF-2 OF-1

Rekrutierung und Ausbildung

Bei ihrer Ankunft mĂŒssen sich die Rekruten auf Parris Island auf die aus der PopulĂ€rkultur bekannten FußabdrĂŒcke stellen
Inspektion von Rekruten durch einen Drill Instructor
RĂŒckenmuskeltraining im Marine Corps Recruit Depot San Diego
Nahkampftraining mit dem Bajonett

Die Grundausbildung des United States Marine Corps (offz. engl.: United States Marine Corps Boot Camp) ist die mit Abstand anspruchsvollste Grundausbildung von allen TeilstreitkrĂ€ften der Vereinigten Staaten. Sie findet zentral statt, allerdings werden die Rekruten je nach Geschlecht und geographischer Herkunft an eine von zwei AusbildungsstĂ€tten verbracht. MĂ€nner, die bei ihrer Verpflichtung westlich des Mississippi lebten, werden im Marine Corps Recruit Depot San Diego ausgebildet. MĂ€nner, die aus Gebieten östlich des Mississippi stammen, sowie alle weiblichen Rekruten, finden sich zu ihrer Grundausbildung auf dem bekannten StĂŒtzpunkt Marine Corps Recruit Depot Parris Island. Die Ausbildung findet nach Geschlechtern getrennt statt.

Aufgrund vielfĂ€ltiger Darstellungen in den Medien ist das Boot Camp der Marines weltweit bekannt. Der vergleichsweise strenge Drill ist Teil des herausragenden Rufs, den das United States Marine Corps unter den StreitkrĂ€ften genießt. Die Methoden, die in der Ausbildung angewandt werden, rufen weltweit sowohl Bewunderung als auch Anstoß hervor. Die bekannteste Darstellung des Boot Camp gelang Stanley Kubrick mit seinem Film Full Metal Jacket im Jahre 1986, in dem der ehemalige Marine R. Lee Ermey den Ausbilder darstellte. Gerade in der US-amerikanischen PopulĂ€rkultur existieren jedoch unzĂ€hlige weitere Darstellungen.

Bis auf die geographischen und klimatischen Gegebenheiten sind die Bedingungen fĂŒr beide Ausbildungsstandorte gleich. Aufgrund ihrer NĂ€he zur FilmproduktionsstĂ€tte und des durchschnittlich besseren Wetters verspotten Rekruten von Parris Island ihre Kameraden in San Diego als Hollywood Marines, wĂ€hrend diese mit Blick auf das flache Terrain der Insel mit dem Ausdruck hump-waivers (ungefĂ€hre Übersetzung: „Steigungsbefreite“) kontern.

Seit dem Inkrafttreten des Women’s Armed Service Integration Act am 12. Juni 1948 gehören Frauen dem Marine Corps in regulĂ€ren Einheiten an. Im Jahre 2004 waren 6,2 % aller Marines Frauen; in absoluten Zahlen waren im Februar 2008 ĂŒber 1.100 Offiziere und ĂŒber 10.000 Soldaten weiblich.[11] Frauen dienen dem Marine Corps heute in 93 % aller Berufsfelder.[12]

Ablauf

Die Grundausbildung im United States Marine Corps dauert 13 Wochen und ist in drei Phasen eingeteilt. In der ersten Phase werden militĂ€rische Grundlagen vermittelt, wĂ€hrend in der zweiten das Schießen im Vordergrund steht. In der dritten und letzten Phase werden die erlernten FĂ€higkeiten zunehmend in realistischen Übungen umgesetzt. Die einzelnen Phasen werden in Tagen (Training Day, TD) und nicht in Wochen gezĂ€hlt. In einigen Details unterscheidet sich jedoch die Rekrutenausbildung in San Diego von derjenigen in Parris Island hinsichtlich ihres Ablaufs.

  • Phase I
Durch Anschreien sollen die Rekruten gezielt unter eine Dauerbelastung gestellt werden.
MARSOC-Spezialeinheiten beim Training in Afghanistan

Die erste Phase der Grundausbildung dauert 24 Tage. In den ersten drei Tagen werden die Rekruten mit dem grundsĂ€tzlichen Drill der Ausbildung vertraut gemacht und ĂŒben militĂ€risches Zeremoniell ein. DarĂŒber hinaus werden sie in der Sprache des Marine Corps unterwiesen, in der sich der Ursprung der Teilstreitkraft von der Schifffahrt andeutet. In den darauffolgenden vier Tagen wird die physische Belastbarkeit der Rekruten untersucht (Initial Strength Test), wobei sich eine zweitĂ€gige Übung der MĂ€nner an die bereits vorangegangene der Frauen anschließt. Bei der ursprĂŒnglichen Rekrutierung sind die Bewerber ausschließlich auf medizinische und psychologische Tauglichkeit untersucht worden, nicht jedoch auf ihre tatsĂ€chliche Fitness. Rekruten, welche die Anforderungen des IST nicht erfĂŒllen, werden ins Physical Conditioning Platoon (PSP, dt. „Zug zur physischen Angleichung“) zurĂŒckgestuft, wo ausschließlich ihre Fitness trainiert wird.

Weitere bedeutende Inhalte der ersten Phase sind Kampfsport im Rahmen des Marine Corps Martial Arts Program, KĂ€mpfe mit Pugil sticks, gepolsterten Holzstangen, und erster Hilfe.

  • Phase II

Die zweite Phase der Grundausbildung dauert 23 Tage und ist neben der EinĂŒbung von taktischen Situationen vor allem der Ausbildung der Schießkunst (Marksmanship) gewidmet. Dies umfasst den Umgang mit der Waffe im Allgemeinen, also auch Sicherheitsregeln und deren Reinigung. Beim Schießen wird in verschiedenen Körperhaltungen ĂŒber verschiedene Entfernungen auf unterschiedliche Ziele gefeuert. Im Allgemeinen erreichen die Rekruten eine hohe Zielsicherheit. Dahinter steckt eine Überzeugung, die sich in dem Motto Every Marine a rifleman („Jeder Marine ein SchĂŒtze“) manifestiert. Des Weiteren werden die zentralen Werte des Marine Corps vermittelt (Core Values).

  • Phase III

In der dritten Phase beginnt der Evaluierungsprozess. Die Rekruten werden umfassend militĂ€risch ausgebildet und akademisch geschult. Höhepunkt der gesamten Ausbildung ist eine AbschlussprĂŒfung, die The Crucible („Feuerprobe“) genannt wird. Hierbei sehen sich die Rekruten zahlreichen Belastungen im physischen und psychischen Grenzbereich ausgesetzt. In 54 Stunden durchlaufen sie mehrere realistisch nachempfundene Situationen, wĂ€hrend ihnen vier Stunden Schlaf pro Nacht und höchstens drei Feldrationen (Meal, Ready to Eat, MRE) zugestanden werden.

AusrĂŒstung

Das Marine Corps benutzt grĂ¶ĂŸtenteils die gleichen Waffen und AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde wie das Heer, es verwendet aber im Gegensatz zur Army immer noch das M16 in den Versionen A2 und A4 als Standardwaffe. Das M4 wurde nur von den Force Reconnaissance-Einheiten verwendet. Das Marine Corps hat aber auch Eigenentwicklungen wie die Landungsfahrzeuge AAV7A1 und das USMC Designated Marksman Rifle, ein modifiziertes M14 in seinen BestĂ€nden.

Fahrzeuge

M1 A1 des USMC
AAV7 AAV7Amtrac des USMC, Irak 2004
F/A-18 Hornet des USMC
Marines beim Sprung aus einem MV-22 Osprey
  • M1 Abrams Kampfpanzer
  • LAV-25, Radpanzer in verschiedenen Versionen (25-mm-MK, AT-TOW, AD-Luftabwehr mit acht FIM-92 Stinger und 25-mm-Kanone, C2-Kommando, Bergefahrzeug)
  • AAV7 Amtrac, amphibisches Landungsfahrzeug
  • Logistics Vehicle System, eine Ă€hnliche Version des US-Army Heavy Expanded Mobility Tactical Truck (HEMTT) 10 Tonner-Trucks
  • HMMWV (Humvee)
  • IFAV, Mercedes Benz MB 290 GD, Wolf (IFAV: Interim Fast Attack Vehicles)
  • Internally Transportable Vehicle ITV, lufttransportfĂ€higer GelĂ€ndewagen, als Ablösung des IFAV
  • Medium Tactical Vehicle Replacement ein gepanzerter 7-Tonnen-Truck
  • Terex Demag MAC 50, 50-Tonnen-Fahrzeugkran
  • MRAP, geschĂŒtztes Fahrzeug, Nachfolger des HMMWV
  • HIMARS High Mobility Artillery Rocket System, mobile Raketenstarteinheit
  • M88 Recovery Vehicle, Bergepanzer
  • diverse UnterstĂŒtzungsfahrzeuge, darunter auch verschiedene MilitĂ€r-Bulldozer der Firma Caterpillar

Artillerie

Luftfahrzeuge

  • CH-46 Sea Knight
  • CH-53 Super Stallion
  • AH-1W Super Cobra
  • UH-1N+Y Huey
  • VH-60 Black Hawk, unter der Kennung Marine One nur fĂŒr den PrĂ€sidententransport in VIP-Version
  • AAI RQ-7, unbemannte Drohne (UAV)
  • Boeing ScanEagle, ebenfalls eine Drohne
  • EA-6B Prowler
  • AV-8B Harrier II
  • F/A-18 A-D Hornet
  • KC-130 Hercules, zum Truppen- und Materialtransport und zur Luftbetankung
  • Bearbeiten] KĂŒnftige Waffensysteme

    Die Marineinfanterie-Version der F-35 stellt fĂŒr das Marine Corps das Ende einer fast fĂŒnfzigjĂ€hrigen Suche nach einem Allzweck-Senkrechtstarter dar, das in den 1960ern mangels Alternativen den britischen Harrier Jump Jet beschafft hatte. Die Kostendifferenz gegenĂŒber der Air Force-Variante betrĂ€gt ungefĂ€hr 20 Millionen US-Dollar pro StĂŒck. Insgesamt hat das USMC knapp $50,5 Mrd. fĂŒr das gesamte Programm veranschlagt.[13] Aufgrund einer Empfehlung der National Commission on Fiscal Responsibility and Reform vom November 2010 droht inzwischen die komplette Streichung dieser Variante fĂŒr das Marine Corps.

    Uniformen

    Uniformen

    Die Uniformen der Angehörigen des USMC werden oft mit denen der United States Army verwechselt, obwohl folgende Besonderheiten bestehen:

    • Marines tragen keine Barette.
    • Marines tragen ihre Kampfstiefel nur zusammen mit dem Kampfanzug.
    • Wegen ihrer Marinezugehörigkeit salutieren sie nur, wenn sie Kopfbedeckung tragen.

    Seit 2004 verwendet das USMC einen neuen Kampfanzug. Dieser hat ein neuartiges Tarnmuster, namens MARPAT (VerkĂŒrzung von Marine pattern). Dieser digitale Tarndruck soll dazu dienen, die Marines im Feld noch besser zu tarnen, indem der Fokus der Augen abgelenkt wird. Zusammen mit der Uniform wurden auch – exklusiv fĂŒr die Marines – neue Kampfstiefel an die Truppe ausgeliefert, die neuen Stiefel sind hellbraun und vor allem fĂŒr die heißen Klimazonen entwickelt worden. Das MARPAT-Tarnmuster der Marines ist erhĂ€ltlich in zwei Versionen, eine fĂŒr EinsĂ€tze in der WĂŒste, die andere ist fĂŒr bewaldete Gebiete konzipiert. Seit 2005 verwendet auch die US Army ein digitales Tarnmuster mit der Army Combat Uniform, doch es besteht ein farblicher Unterschied, sowie ein verĂ€nderter Schnitt.

    Ethos

    Marines nennen sich selbst Jarheads (hiermit wird die Ansicht verdeutlicht, dass der Kopf eines Marines wie ein leeres Marmeladenglas ist, das wĂ€hrend der Ausbildung gefĂŒllt und danach verschlossen wird), Leathernecks (Ledernacken) oder Devil Dogs (Teufelshunde). Ihre herausragende Rolle als Expeditions- und Interventionsstreitmacht haben das Bild eines Eliteverbandes entstehen lassen.

    FĂŒr aus dem Dienst ausgeschiedene Angehörige des USMC wird inoffiziell die Bezeichnung Former Marine (offiziell gebrĂ€uchlich ist die Bezeichnung 'Retired Marine') verwendet, niemals Ex-Marine. Man bringt damit zum Ausdruck, die Person versehe zwar keinen aktiven Dienst mehr, sei aber immer noch Teil der Gemeinschaft.

    Emblem

    Das Emblem der Marines trĂ€gt den feststehenden Namen Eagle, Globe, and Anchor („Adler, Erdball und Anker“) und nahm im Jahre 1868 erstmalig Gestalt an. Ein VorgĂ€nger des heutigen Emblems wurde am 13. November 1868 von einer Kommission vorgeschlagen und sechs Tage spĂ€ter vom damaligen Marineminister Adolph E. Borie akzeptiert. Wahrscheinlich hatte sich die Kommission am Emblem der britischen Royal Marines namens Globe and Laurel („Erdball und Lorbeerzweig“) orientiert. Zuvor hatten sich Marineinfanteristen mit wechselnden BĂ€ndern, Ornamenten und Schmuck verziert.

    Im Eagle,-Globe-&-Anchor-Symbol krallt sich ein Seeadler mit aufgeschlagenen FlĂŒgeln an einem Erdball fest, dem Betrachter ist die westliche HemisphĂ€re zugewandt. Im Schnabel des Adlers festgemacht ist das Motto der Marines, Semper fidelis (dt.: Immer treu). Im Hintergrund neigt sich ein „unklarer Stockanker“ (foul anchor). Als „unklar“ (im Sinne von „nicht einsatzfĂ€hig“) gilt er deshalb, weil er zweimal von seiner Kette umwickelt ist.

    Flagge

    Heutige Flagge des US Marine Corps
    Die Grand Union oder Continental Flag, die Marines in den ersten Jahrzehnten des Corps mit sich fĂŒhrten.

    Über die Flaggen des United States Marine Corps vor den 1830ern ist wenig bekannt. Es ist anzunehmen, dass Marines am Anfang ĂŒberwiegend die Continental Flag mit sich fĂŒhrten.

    Bis zum Ende der 1840er-Jahre hatte die Flagge des Marine Corps einen weißen Hintergrund und einen Saum aus Gold. Darauf abgebildet waren ein Adler und ein Anker. In Erinnerung an die Barbareskenkriege zierte der Satz To the Shores of Tripoli. Nach dem Sieg ĂŒber Mexiko wurde dies zur heutigen Einleitung der Hymne vervollstĂ€ndigt (From the Halls of Montezuma to the Shores of Tripoli).

    Im Krieg gegen Mexiko und die SĂŒdstaaten verwendete die Marineinfanterie dann ein Banner mit weißen und roten Streifen, welche die Kriegsflagge der Union mit einbezog. In der Mitte ĂŒberragte ein Adler das Siegel der Vereinigten Staaten. Ab 1876 fĂŒhrte das United States Marine Corps ein Sternenbanner mit gelber Eigenbezeichnung im mittleren roten Streifen. Ab 1914 gab sich das Corps eine neue Flagge, die prinzipiell der heutigen entspricht, mit dem Unterschied eines blauen Hintergrunds. Die Produktion des Banners von 1876 wurde 1921 eingestellt, und ab 1940 verbot das Flaggengesetz der Vereinigten Staaten Abweichungen vom offiziellen Aussehen, wie beispielsweise Beschriftungen oder einen Goldsaum.

    Das heutige Design der Flagge des Marine Corps wurde ab 1939 ausgegeben. Die Farben der Streitkraft, Gelb und Scharlachrot, waren schon 1935 offiziell ĂŒbernommen worden.

    „Glaubensbekenntnis“

    Nach dem Angriff auf Pearl Harbor dichtete Major General William H. Rupertus folgenden Text, den er schlicht My Rifle – A Warrior's Creed (dt.: „Mein Gewehr – Glaubensbekenntnis eines Kriegers“) nannte. Er ist auch als The Rifleman's Creed (Glaubensbekenntnis eines SchĂŒtzen), als My Rifle und als The Creed of The United States Marine bekannt. Seitdem wird dieser Text jedem angehenden Marine gelehrt.

    Im Laufe der Zeit erschienen verschiedene Versionen dieses Gedichtes, in denen oft das aktuelle Geschehen, im Sinne von Kriegsgegnern, verarbeitet wurde.

    This is my rifle.
    There are many like it, but this one is mine.
    My rifle is my best friend. It is my life.
    I must master it as I must master my life.
    My rifle, without me, is useless.
    Without my rifle, I am useless.
    I must fire my rifle true.
    I must shoot straighter than my enemy who is trying to kill me.
    I must shoot him before he shoots me. I will

    My rifle and myself know that what counts in this war
    is not the rounds we fire, the noise of our burst, nor the smoke we make.
    We know that it is the hits that count. We will hit

    My rifle is human, even as I, because it is my life.
    Thus, I will learn it as a brother.
    I will learn its weaknesses, its strength, its parts, its accessories, its sight and its barrel.
    I will ever guard it against the ravages of weather and damage.
    I will keep my rifle clean and ready, even as I am clean and ready.
    We become part of each other. We will

    Before God I swear this creed.
    My rifle and myself are the defenders of my country.
    We are the masters of my enemy.
    We are the saviors of my life.
    So be it, until there is no enemy, but peace!
    Dies ist mein Gewehr.
    Es gibt viele wie dieses, aber dieses ist meins.
    Mein Gewehr ist mein bester Freund. Es ist mein Leben.
    Ich muss es meistern, so wie ich mein Leben meistern muss.
    Mein Gewehr ohne mich ist nutzlos.
    Ohne mein Gewehr bin ich nutzlos.
    Ich muss mein Gewehr richtig abfeuern.
    Ich muss besser schießen als mein Feind, der versucht, mich zu töten.
    Ich muss ihn erschießen, bevor er mich erschießt. Das werde ich 

    Mein Gewehr und ich wissen, was in diesem Krieg zÀhlt.
    Es sind nicht die Patronen, die wir abschießen, das GerĂ€usch unseres Feuerstoßes, noch der Rauch den wir machen.
    Wir wissen, dass es die Treffer sind, die zÀhlen. Wir werden treffen

    Mein Gewehr ist menschlich, so wie ich, weil es mein Leben ist.
    Daher werde ich es kennenlernen wie einen Bruder.
    Ich werde seine SchwÀchen, seine StÀrken, seine Bauteile, sein Zubehör, sein Visier und seinen Lauf kennen lernen.
    Ich werde es immer schĂŒtzen gegen das WĂŒten des Wetters und Schaden.
    Ich werde mein Gewehr sauber und bereit halten, so wie auch ich sauber und bereit bin.
    Wir werden Teile voneinander werden. Das werden wir

    Diesen Schwur leiste ich vor Gott.
    Mein Gewehr und ich sind Verteidiger meines Landes.
    Wir sind die Meister meines Feindes.
    Wir sind die Retter meines Lebens.
    So sei es, bis es keinen Feind mehr gibt, sondern Frieden!

    Dieses Gedicht wurde in den Filmen Full Metal Jacket (Vietnamkrieg) und Jarhead (Zweiter Golfkrieg) verarbeitet. Aus GrĂŒnden der Dramaturgie wurde in Stanley Kubricks Full Metal Jacket auf den Mittelteil verzichtet.

    Hymne

    Instrumentale Darbietung einer Strophe der "Marines' Hymn", gespielt von "The President's Own Marine Band".
    From the Halls of Montezuma
    To the Shores of Tripoli,
    We fight our country's battles
    In the air, on land, and sea.
    First to fight for right and freedom,
    And to keep our honor clean,
    We are proud to claim the title
    Of United States Marine.
    Our flag's unfurled to every breeze
    From dawn to setting sun;
    We have fought in every clime and place
    Where we could take a gun.
    In the snow of far-off northern lands
    And in sunny tropic scenes,
    You will find us always on the job
    The United States Marines.
    Here's health to you and to our Corps
    Which we are proud to serve;
    In many a strife we've fought for life
    And never lost our nerve.
    If the Army and the Navy
    Ever gaze on Heaven's scenes,
    They will find the streets are guarded
    By United States Marines.


    Diese Hymne stellt die offizielle Hymne des USMC dar. Es ist die Ă€lteste offizielle Hymne aller amerikanischen TeilstreitkrĂ€fte. Die Melodie stammt aus der Oper Genevieve de Brabant von Jacques Offenbach, die 1859 in Paris uraufgefĂŒhrt wurde. Der Text stammt aus dem 19. Jahrhundert; der Urheber ist unbekannt. Am 19. August 1919 sicherte sich das Marine Corps das Copyright, das aber mittlerweile abgelaufen ist.

    Motto

    Seit seiner GrĂŒndung lautete der Wahlspruch der Marines Fortitudine (deutsch: „Mit Tapferkeit“), bis er im Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812 durch By sea, by land ersetzt wurde, eine Übersetzung des Wahlspruchs der Royal Marines, Per mare, per terram (deutsch etwa: „Über Meer und Land“). Dies wechselte im Jahre 1848 zum Ausspruch From the Halls of the Montezumas to the Shores of Tripoli, der spĂ€ter zum Anfang der USMC-Hymne wurde.

    Seit ungefĂ€hr 1883 lautet das Motto des United States Marine Corps Semper fidelis (deutsch: „Immer treu“), was in der umgangssprachlichen Verwendung meistens zu Semper fi! verkĂŒrzt wird. Diesen Wahlspruch teilt sich das Marine Corps mit dem Devonshire Regiment der British Army, und den Grenadieren der Schweizer Armee[14]

    Ein MilitĂ€rmarsch des USMC, der ebenfalls den Titel Semper Fidelis trĂ€gt, wird oft mit der USMC Hymn verwechselt. Ebenfalls nicht mit dem Wahlspruch des Corps zu verwechseln ist sein langjĂ€hriger Werbeslogan Marines – The Few. The Proud.' („Marines – Die Wenigen. Die Stolzen.“)

    Bekannte Marines

    MilitÀrs

    KĂŒnstler

    • Lee Marvin diente wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs bei den Marines und wurde im Pazifikkrieg schwer verwundet; in mehreren Kriegsfilmen konnte er als Schauspieler auf seine militĂ€rische Erfahrung zurĂŒckgreifen. 1985 wirkte er in einem Dokumentarfilm ĂŒber die Marines als PrĂ€sentator mit.
    • Der Schriftsteller Leon Uris verarbeitete seine Erlebnisse im Pazifikkrieg in seinem erstem Roman „Battle Cry“ (dt. Schlachtruf).
    • Weitere bekannte Schauspieler, die im United States Marine Corps gedient haben, sind Rock Hudson, Gene Hackman, Steve McQueen und Harvey Keitel.
    • Eines der berĂŒhmtesten Geschwisterpaare der Popgeschichte, die Everly Brothers, gingen nach ihrer musikalischen Karriere zu den Marines.
    • Ein weiterer singender Marine ist Shaggy („Boombastic“).
    • R. Lee Ermey diente zuletzt im Vietnamkrieg als Staff Sergeant und wurde nach dem Ausscheiden aus dem Dienst durch den Film Full Metal Jacket bekannt, in dem er den Gunnery Sergeant Hartman spielte. Er war der erste Marine, der im Ruhestand befördert wurde, und zwar zum Gunnery Sergeant.

    StraftÀter

    Zitate

    Auftrag und Geschichte des Marine Corps haben in der Kultur der Vereinigten Staaten zwei geflĂŒgelte Worte popularisiert. In First to fight!/First in the fight! spiegelt sich der vorwiegend amphibische Auftrag des US Marine Corps. Dieses Sprichwort ist auf Rekrutierungsplakaten aus dem frĂŒhen 20. Jahrhundert belegt[15] [16] und diente zwei Filmen aus den Jahren 1931 und 1967 (mit Gene Hackmann), einem Buch und dem Computerspiel Close Combat: First to Fight als Titel.

    Ferner wird jedem PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten nachgesagt, mindestens einmal den Satz Send in the Marines! („Schickt die Marines!“) verwendet zu haben. Es ist „jedem Schuljungen“[17] bekannt und in der wissenschaftlichen Publizistik[18] und als mediale Schlagzeile, auch in abgewandelter Form, beliebt. Arthur Herman forderte mit Send the Marines! Ende November 2008 in der New York Sun die amerikanische Politik dazu auf, die damalige Piraterie im Golf von Aden mit einer Invasion in Somalia zu unterbinden.[19] Im August 2003 hatte Kenneth Cain die USA in der New York Times aufgefordert, eine vor Liberia liegende MAGTAF im dortigen BĂŒrgerkrieg einzusetzen.[20]Harold Pinter veranschaulichte im September 2001 mit dem Satz die Drohung der Vereinigten Staaten, jeden vor dem Internationalen Strafgerichtshof angeklagten amerikanischen Soldaten gewaltsam aus Den Haag zu befreien.[21] Das Marine Corps gab im Jahr 2007 ein Strategiedokument mit dem Namen The Long War – Send the Marines heraus.

    Details und Besonderheiten

    Siehe auch

    Literatur

    • Victor H. Krulak: First to Fight. An Inside View of the U.S. Marine Corps. Naval Institute Press, Annapolis 1984, ISBN 0-87021-785-2.
    • Anthony Swofford: Jarhead. Erinnerungen eines US-Marines. 3. Auflage. Fischer, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-59616-182-7.
    • Allan R. Millett: Semper Fidelis. The history of the United States Marine Corps. The Free Press, New York 1991, ISBN 0-02-921595-1.
    • Paolo E. Coletta: United States Navy and Marine Corps Bases. Greenwood, Westport 1985.
    • Thomas E. Ricks: Making the Corps. Touchstone, New York 1998, ISBN 0-684-84817-1.
    • Hartmut Schauer: Ledernacken. Das US Marine Corps. Motorbuch, Stuttgart 1996, ISBN 3-6130-1533-1.
    • Keith Bickel: Mars learning. The Marine Corps development of small wars doctrine, 1915–1940. Boulder, COLO (Westview Press) 2001.

    Weblinks

     Commons: United States Marine Corps â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Offizielles

    WeiterfĂŒhrende Seiten

    RegelmĂ€ĂŸige Veröffentlichungen

    Einzelnachweise

    1. ↑ Marine Corps Times: Corps ends year with 203,000 active Marines
    2. ↑ Wortlaut des Beschlusses vom 10. November 1775 bei der Historical Reference Branch des Marine Corps. Zugriff am 26. Januar 2008.
    3. ↑ Civil War Marines von der Seite CivilWarHome.com. Zugriff am 26. Januar 2007.
    4. ↑ about.com
    5. ↑ History of the 1st Marine Division. United States Marine Corps. Abgerufen am 21. November 2007.
    6. ↑ Deutsche Übersetzung der US-Verfassung im Internet bei der Botschaft der Vereinigten Staaten in Berlin. Eingesehen am 3. September 2008.
    7. ↑ Warfighting, S. 73f.
    8. ↑ a b vgl. o. V.: History of Marine Combat Training. Zugriff am 18. Januar 2009.
    9. ↑ [1]
    10. ↑ o. V.: Rifles, in:GlobalSecurity.org. Zugriff am 10. MĂ€rz 2009.
    11. ↑ Quelle auf www.marines.mil (engl.)
    12. ↑ History of the Women Marines (engl.)
    13. ↑ Quelle: Richard Whittle im Christian Science Monitor vom 13. Dezember 2006. Gefunden am 15. Februar 2007.
    14. ↑ Customs and Traditions: The Marine Corps Motto. Reference Branch, History Division. Zugriff am 8. Juni 2008.
    15. ↑ Falls, Charles Buckles: Join me – the first to fight on land and sea – U.S. Marines, 1917. Zugriff am 10. MĂ€rz 2009.
    16. ↑ Flagg, James Montgomery: First in the fight. Always faithful. Be a U.S. Marine!, 1922 - ?. Zugriff am 10. MĂ€rz 2009.
    17. ↑ Cornwell, Rupert: When America sends in the marines, it thinks the war's end is in sight, in: The Independent, 27. November 2001. Zugriff am 10. MĂ€rz 2009.
    18. ↑ vgl. z. B. Quigley, John: 1957 – 1958, Lebanon: Send in the Marines!, in: Press for Conversion!, Ausgabe 51, Band 3, S. 18f.; zit. nach: drs., Lebanon, Iraq and Jordan: Cokes on the Beach, aus: Ruses for War: American Interventionism since World War II, 1992, pp. 82–89
    19. ↑ Herman, Arthur: Send the Marines – Hit The Somali Pirates On Land, in: NY Sun Online, 20. November 2008. Zugriff am 10. MĂ€rz 2009.
    20. ↑ vgl. Cain, Kenneth: Send In The Marines, 8. August 2003. Zugriff am 10. MĂ€rz 2009.
    21. ↑ Pinter, Harold: Degree Speech to the University of Florence, 10. September 2001. Zugriff am 10. MĂ€rz 2009.
    Juristische Auftragsdefinition:
    1. ↑ Volltext des § 5063 in der Online-Gesetzessammlung der Cornell University Law School. Zugriff am 17. Januar 2008.
    2. ↑ „[
]and shall perform such other duties as the President may direct.“
    3. ↑ „However, these additional duties may not detract from or interfere with the operations for which the Marine Corps is primarily organized.“
    4. ↑ The Marine Corps, within the Department of the Navy, shall be so organized as to include not less than three combat divisions and three air wings, and such other land combat, aviation, and other services as may be organic therein.
    5. ↑ „The Marine Corps shall develop, in coordination with the Army and the Air Force, those phases of amphibious operations that pertain to the tactics, technique, and equipment used by landing forces.“

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