Veloroute

Veloroute in der Münchener Innenstadt

Veloroute, auch Radroute, nennt man eine mit Wegweisern ausgeschilderte, zumeist innerstädtische Route für den Radverkehr.

Wie der Wortbestandteil ‚Velo‘ für Fahrrad andeutet, wurden die ersten Velorouten in Schweizer Städten eingerichtet. In der Schweiz werden allerdings auch überörtliche Wegweisungen als Velorouten bezeichnet, etwa die des landesweiten Netzes Veloland Schweiz. Velorouten in Städten und Ballungsräumen dienen vorrangig dem Alltagsverkehr.

Inhaltsverzeichnis

Elemente

Veloroute in Bremen-Oslebshausen

Im Verlauf einer Veloroute können Radler auf den verschiedensten Verkehrsanlagen geführt werden, auf Fahrbahnen von Straßen (möglichst Tempo-30-Zonen), auf autofreien Wegen, auf Radverkehrsanlagen von Straßen mit mehr Autoverkehr, seien es traditionelle Bordsteinradwege, Radfahrstreifen (mit Radwegstatus) auf der Fahrbahn oder so genannten Schutzstreifen. So erleichtern es Velorouten den Radnutzern, abseits von Autolärm und Abgasen zügig auch längere innerstädtische Strecken zurückzulegen.

Für eine gute Veloroute wird nicht nur das vorhandene Straßen- und Wegenetz ebenso wie Gunstlinien im Falle bergiger Topografie optimal genutzt. Es werden auch Maßnahmen getroffen, die das Radfahren auf den zur Route verknüpften Straßen und Wegen sicherer, schneller und angenehmer machen. Dazu gehören Verbesserungen des Belags, also Asphalt oder (Zement-) Steine mit flacher Oberseite statt Schotter oder Kopfsteinpflaster. Dazu gehören Verkehrsregelungen, die die Autobelastung in verwendeten Straßen vermindern; etwa können Durchfahrtssperren und Einbahnregelungen eine Hauptroute des Radverkehrs für Autofahrer in eine Folge von Sackgassen und Schleifen zerlegen. Teilen einer derartigen Route kann auch der Status einer Fahrradstraße gegeben werden. Nicht zuletzt sind Verbesserungen an Kreuzungen wichtig, so bei der geometrischen Gestaltung die Vermeidung von Zickzackführungen und die Umfahrung oder besser Verlegung von Staubereichen des Autoverkehrs. Die Wartezeiten des Radverkehrs lassen sich abhängig von der Ausgangslage durch verschiedene Maßnahmen zu verringern: Bei Ampelkreuzungen ist darauf zu achten, dass die Rotphasen für den Radverkehr zumindest nicht länger sind, als die für den Autoverkehr (Die tatsächlichen Räumzeiten vom Ende des Grüns bis zum Freiwerden der Kreuzungsfläche sind bei starkem Verkehrsaufkommen für Autos nicht kürzer als für Fahrräder). Wo es bisher keine Ampel gab oder nur eine „Fußgängerampel“, kann eine zweispurige Hauptstraße vielerorts schneller als mit einer Lichtsignalanlage mit einer einfachen Querungshilfe passiert werden, also einer in Radfahrrichtung kantenfreie Mittelinsel [1]. Was eigentlich zum Konzept von Velorouten gehört, aber nur im Einzelfall gelingt: Traditionell untergeordneten Wegen an Knotenpunkten Vorfahrt zugeben, wenn sie durch die Fahrradwegweisung zu einer Hauptroute des städtischen Verkehrs geworden sind. Dazu gibt es mehrere, auch bereits untersuchte Anwendungsfälle, z.B. in Hannover oder Bremen (siehe Foto).

Routenführung und Information

Velorouten können auch streckenweise mit überörtlichen Radwanderwegen zusammenfallen. Obwohl sie ebenfalls angenehm zu befahren sein sollen, stellen sie andere Anforderungen an die benutzten Wege und Straßen. Velorouten müssen auf jeden Fall allwettertauglich und auch bei Dunkelheit zu befahren sein. möglichst zügig befahrbar sein. Unübersichtliche Wege und solche mit starkem Fußgängerverkehr sind für Velorouten wenig geeignet. Sehenswürdigkeiten, für Radwanderer Höhepunkte, sind für Alltasgradler eher Orte mit lästigem Autoverkehr und Fußgängergedränge.

Jede einzelne Veloroute ist üblicherweise Teil eines Netzkonzeptes. Manche Städte wie etwa München und Berlin haben wichtige Velorouten mit Nummern oder Namen benannt, um die Identifikation zu verbessern. An den meisten kritischen Punkten sollten die Radler dann Symbol und Zielangaben vorfinden. Andere Städte setzen auf Zielwegweisung ohne Routensymbole.

Auf jeden Fall muss das Netzkonzept aus Publikationen ablesbar sein, Stadtplan, Faltblätter zu einzelnen Routen, Internetdarstellung. Nur so können die Radnutzer wissen, auf welch Wege sie welcher Wegweiser leitet, und sich aktiv für die eine oder andere ausgewiesene Route entscheiden oder auf eigene Faust fahren.

Beispiele

Inzwischen haben die meisten deutschen Großstädte innerstädtische Fahrradwegweisungen, einige auch ausgeschilderte Routen radverkehrsgerecht umgestaltet. Darum sind hier statt einer Liste mit Vollständigkeitsanspruch nur ein paar herausragende Beispiele erwähnt:

  • Eine der ersten deutschen Städte mit Velorouten war Kassel, eine Stadt mit relativ wenigen straßenbegleitenden Radwegen und sehr hügeliger Geografie.
  • Ein Beispiel der Kombination von baulichen Verbesserungen an entscheidenden Stellen, verlässlicher Wegweisung und gelungener Information in Radlstadtplan und Internet bietet das Münchener Radlnetz.
  • Das Radverkehrsnetz NRW ist in den meisten Landesteilen auf die Bedürfnisse der Alltagsradler ausgerichtet und etliche Städte haben im Rahmen dieses landesweiten Konzeptes sich gute Veloroutennetze ausgeschildert.

Weblinks

Belege

  1. Ökologische Stadt Roßlau, Querungshilfen siehe Bilder 21 und 22. (PDF)

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