Venedig

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Venedig
Venedig
Wappen
Venedig (Italien)
Venedig
Staat: Italien
Region: Venetien
Provinz: Venedig (VE)
Lokale Bezeichnung: Vene(s)sia / Venexia
Koordinaten: 45° 26â€Č N, 12° 20â€Č O45.437512.3358333333331Koordinaten: 45° 26â€Č 15″ N, 12° 20â€Č 9″ O
Höhe: m s.l.m.
FlĂ€che: 414,573211 kmÂČ
Einwohner: 270.884 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 653 Einw./kmÂČ
Postleitzahl: 30100
Vorwahl: 041
ISTAT-Nummer: 027042
Demonym: Veneziani
Schutzpatron: Markus (Evangelist) (25. April)
Website: www.comune.venezia.it
Satellitenbild von Venedigs Altstadt, dem Centro Storico
Die Lagune von Venedig

Venedig (italienisch Venezia [veˈnɛʊːiÌŻa], venezianisch Venexia oder Venezsia [veˈnɛsiÌŻa]) ist eine Stadt im Nordosten Italiens an der adriatischen KĂŒste. Sie ist die Hauptstadt der Region Venetien und der Provinz Venedig und trĂ€gt den Beinamen La Serenissima („Die Durchlauchtigste“).

Am 31. Dezember 2010 zĂ€hlte man 270.884 Einwohner in Venedig. Bei der VolkszĂ€hlung 2006 hatte die Stadt 268.934 Einwohner[2], davon wohnten 176.621 auf dem Festland, 61.611 im historischen Zentrum (centro storico) und weitere 30.702 innerhalb der Lagune. Das historische Zentrum erstreckt sich ĂŒber mehr als 100 Inseln[3] und liegt ebenfalls in der Lagune, die zwischen den MĂŒndungen des Po im SĂŒden und des Piave im Norden liegt. Die FlĂ€che der Stadt betrĂ€gt nach offiziellen Angaben genau 414,573211 kmÂČ, davon sind 257,7256 kmÂČ WasserflĂ€che.[4]

Rund ein Jahrtausend lang war die Stadt als Republik Venedig eine der bedeutendsten politischen und wirtschaftlichen MĂ€chte und eine der grĂ¶ĂŸten europĂ€ischen StĂ€dte, bis ihre SelbststĂ€ndigkeit 1797 endete. Ihr Adel[5], der politisch dominierte, stellte zeitweise den grĂ¶ĂŸten ZwischenhĂ€ndler zwischen Westeuropa und dem östlichen Mittelmeer dar. Die Stadt profitierte vom Handel mit Luxuswaren, GewĂŒrzen, Salz und Weizen, entwickelte sich zugleich zum grĂ¶ĂŸten Finanzzentrum.

Venedig und seine Lagune stehen seit 1987 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.[6] Sie haben ĂŒberaus hĂ€ufig inspirierend auf KĂŒnstler gewirkt, zugleich ist Venedig eine der am hĂ€ufigsten von Touristen aufgesuchten StĂ€dte. Mit den daraus resultierenden Einnahmen versucht man, die ĂŒberalterte und von hĂ€ufigen Überschwemmungen (acqua alta) bedrohte Stadt zu sanieren und ihr neben den traditionellen Lebensgrundlagen neue zu erschließen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geologie

→ Hauptartikel: Lagune von Venedig

Venedig umfasst eine rund 550 kmÂČ große Lagune mit ihrem Umland, die bereits seit dem Hochmittelalter tiefgreifenden VerĂ€nderungen, wie der Umleitung von ZuflĂŒssen, unterworfen wurde.[7] Sie entstand ab etwa 4000 v. Chr. Die Flusssedimente ĂŒberdecken eine jungpleistozĂ€ne Grundschicht aus Lehm und Sand. Diese Schicht ist zwischen 5 und 20 m dick.[8]

Ausdehnung, Lage und Verwaltungsstruktur

Venedig ist die Hauptstadt der Provinz Venedig. Die Gemeinde Venedig umfasst das historische Zentrum mit rund 7 kmÂČ FlĂ€che sowie den grĂ¶ĂŸten Teil der Lagune von Venedig mit ihren etwa fĂŒnfzig Inseln. Hinzu kommen die langgestreckten Inseln Lido und Pellestrina, die die Lagune von der Adria abgrenzen, ferner die auf dem Festland gelegenen Stadtteile Chirignago, Favaro Veneto, Marghera, Mestre und Zelarino.

Zur MunicipalitĂ  (Stadtbezirk) Venedig-Murano-Burano gehört das historische Zentrum, das in sechs Stadtteile (Sestieri) untergliedert ist: San Polo, Dorsoduro (einschließlich der Inseln bzw. Inselgruppen Giudecca, Sacca Fisola und Sacca San Biagio) und Santa Croce, die rechts (sĂŒdlich und westlich, ultra) des Canal Grande liegen und im Wesentlichen dem frĂŒheren quartiere 2 entsprechen[9]), wĂ€hrend San Marco (mit der Insel San Giorgio Maggiore), Cannaregio und Castello (zu dem auch sowie die Friedhofsinsel San Michele gehört) links (nördlich und östlich, citra) dieser Hauptwasserstraße liegen (entspricht etwa dem frĂŒheren quartiere 1[10]).

Außerdem umfasst der Bezirk den mittleren und den nördlichen Teil der Lagune mit zahlreichen Inseln, zu deren wichtigsten die GlasblĂ€serinsel Murano, das nordöstliche Insel-Trio Burano, Mazzorbo und Torcello, die GemĂŒseinseln Sant’Erasmo und Vignole gehören.

Die MunicipalitĂ  Lido-Pellestrina nimmt den östlichen Teil der Lagune mit der von Chioggia bis Jesolo reichenden Nehrung ein, die die Lagune zur Adria hin abschließt. Die beiden schmalen Inseln erstrecken sich ĂŒber mehr als 20 km sĂŒdwĂ€rts von Venedig. Der nördlichere Lido di Venezia entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum mondĂ€nen Seebad mit luxuriösen Hotels und einem Spielcasino. Pellestrina lebt dagegen ĂŒberwiegend von Fischfang und Muschelfischerei.

Die MunicipalitĂ  Chirignago-Zelarino umfasst die auf dem Festland gelegenen Stadtteile Chirignago, Cipressina, Zelarino, Trivignano und Gazzera, die westlichen Vororte, und hat als einzige keinen Zugang zur Lagune.

Die Stadt Mestre-Carpenedo auf dem Festland wurde 1926 eingemeindet und beherbergt heute mehr als die HĂ€lfte der Einwohner der Stadt. Versuche, Mestre aus der Gemeinde Venedig wieder auszugliedern, scheiterten in vier Referenden, zuletzt 2003.

Der Industriestadtteil Marghera liegt ebenfalls auf dem Festland und ist durch die petrochemische Industrie geprĂ€gt. Der Stadtteil Favaro Veneto liegt nordöstlich von Mestre und schließt den Flughafen Marco Polo ein.

Klima

Die Stadt liegt in der gemĂ€ĂŸigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur betrĂ€gt 13,5 Â°C. Die wĂ€rmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 23,1 beziehungsweise 22,6 Â°C, der kĂ€lteste Monat ist der Januar mit 3,0 Â°C. Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur betrĂ€gt im Juli und August 27 Â°C.

Der durchschnittliche Jahresniederschlag liegt bei 770 mm. Der meiste Niederschlag fĂ€llt im November mit durchschnittlich 86, der geringste im Januar mit durchschnittlich 53 mm.[11]

Venedig
Klimadiagramm (ErklÀrung)
J F M A M J J A S O N D
 
 
58
 
6
-1
 
 
54
 
8
1
 
 
57
 
12
4
 
 
64
 
16
8
 
 
69
 
21
12
 
 
76
 
25
16
 
 
63
 
28
18
 
 
83
 
27
17
 
 
66
 
24
14
 
 
69
 
18
9
 
 
87
 
12
4
 
 
54
 
7
0
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: WMO
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschlĂ€ge fĂŒr Venedig
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 5,8 8,2 12,0 16,3 21,2 24,8 27,5 27,0 23,6 18,1 11,5 6,7 Ø 16,9
Min. Temperatur (°C) -0,9 0,7 3,8 7,9 12,3 15,9 17,8 17,3 14,2 9,4 4,2 0,0 Ø 8,6
Niederschlag (mm) 58,1 54,2 57,1 64,3 68,7 76,4 63,1 83,1 66,0 69,0 87,3 53,7 ÎŁ 801
Regentage (d) 6,7 6,2 6,6 8,2 8,3 8,9 5,7 6,7 5,4 6,0 7,7 6,4 ÎŁ 82,8
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
5,8
-0,9
8,2
0,7
12,0
3,8
16,3
7,9
21,2
12,3
24,8
15,9
27,5
17,8
27,0
17,3
23,6
14,2
18,1
9,4
11,5
4,2
6,7
0,0
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
58,1 54,2 57,1 64,3 68,7 76,4 63,1 83,1 66,0 69,0 87,3 53,7
  Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: WMO

Struktur der Altstadt

Canaletto Vedute: Von links: Zecca, Markusturm, Biblioteca Marciana, Piazzetta und Dogenpalast
Venedig, MonolithsÀulen Markus und Theodor
Ponte della LibertĂ  zwischen Mestre und Venedig
Die Friedhofsinsel San Michele

Die Altstadt von Venedig ist eine Stadt im Wasser. Sie setzt sich aus rund 120 Inseln zusammen, zwischen denen sich unterschiedlich breite KanĂ€le hindurchziehen.[12] Dabei wurden seit dem 19. Jahrhundert immer mehr KanĂ€le zugeschĂŒttet oder fĂŒr den Wasserverkehr stillgelegt. Dieser Gegensatz zwischen Land- und Wasserverkehr setzt sich bis heute fort. Die meisten KanĂ€le werden nur noch wenig oder gar nicht befahren. Die Dominanz des Wasserverkehrs wird am Canal Grande augenfĂ€llig, der nur stĂŒckweise von FußgĂ€ngern erreichbar ist, vor allem um die RialtobrĂŒcke, dem ehemaligen kommerziellen Zentrum der Stadt. Am Kanal ballen sich stattdessen die reprĂ€sentativen Palastbauten des Stadtadels, die als palazzi oder case (HĂ€user) bezeichnet werden (daher etwa Bezeichnungen wie Ca’ Foscari).

Zu jeder Insel gehört mindestens ein Platz, der das Kommunikations-, Verkehrs- und Handelszentrum bildet. Jedoch haben spĂ€tere VerĂ€nderungen diese Struktur ĂŒberlagert, wie etwa die Strada Nova[13] oder die Via Garibaldi. Das ehemalige Machtzentrum der Stadt, der Markusplatz, weist eine völlig eigene Struktur auf. Das Gebiet ist von dem großen Platz und den öffentlichen GebĂ€uden geprĂ€gt, allen voran dem Dogenpalast und den Prokuratien, aber auch von Bibliotheken und Museen, der Markuskirche und dem Campanile. Der Platz mit seinen GebĂ€uden ist zugleich eine Inszenierung der Unangreifbarkeit, denn das Zentrum der Macht, der Dogenpalast, ist nie – von den frĂŒhesten Anzeichen abgesehen – durch sichtbare Wehrbauten gesichert worden. Diese Symbolsprache war von großer Suggestionskraft fĂŒr Menschen, deren StĂ€dte von Mauern und GrĂ€ben umlagert waren.

Von noch grĂ¶ĂŸerer Ausdehnung ist das im Osten der Stadt gelegene Arsenal, das dem Schiffbau diente und noch heute militĂ€risches Sperrgebiet ist. Seine Umgebung weist typische Kennzeichen eines Industrieviertels auf, ein Bezirk, in dem zeitweise ĂŒber 10.000 Arbeiter beschĂ€ftigt waren.

Am stĂ€rksten von der Anbindung an das Festland ist seit Mitte des 19. Jahrhunderts der Westen der Stadt gekennzeichnet. Dort mĂŒndet die FreiheitsbrĂŒcke (Ponte della LibertĂ ), dort befinden sich auch der Bahnhof, ein Parkhaus und ein Bushalteplatz. DarĂŒber hinaus endet dort ein Gleis bei der Stazione Marittima, die die Anbindung des BahngĂŒterverkehrs an den kleinen Hafen gewĂ€hrleistet.

Die SĂŒdseite der Stadt erstreckt sich als Flaniermeile (Zattere) von der Stazione Marittima bis zum GelĂ€nde der Biennale, unterbrochen vom Canal Grande und unter Einschluss des Bereichs vor dem Dogenpalast. Ähnliches gilt fĂŒr die gegenĂŒber liegende Nordseite der Giudecca, die fast als einzige noch industrielle Strukturen aufweist, wie die Stucky-MĂŒhle.

Rund um diesen Kernbereich der Stadt liegen zahlreiche Inseln, denen bereits im Mittelalter verschiedene Aufgaben zugewiesen wurden: eine Friedhofsinsel (San Michele), eine fĂŒr die GlasblĂ€ser (Murano) oder eine fĂŒr die GemĂŒseproduktion (Sant’Erasmo).

Hausbau

Die Stadt, welche auf etwa 120 Inseln erbaut ist, wurde auf Millionen von Eichen-, LĂ€rchen- und ErlenpfĂ€hlen gebaut, die man in den Untergrund rammte. Man hatte frĂŒh entdeckt, dass sich unter der Schlammablagerung fester Lehmboden, der caranto (spĂ€tlat. caris, Fels)[14], befand, und dass sich auf PfĂ€hlen, die man in diese Schicht hineinrammte, GebĂ€ude errichten ließen. Dazu benutzte man die StĂ€mme von BĂ€umen aus dem benachbarten Istrien, die mit BĂ€ndern, Öl und Teer miteinander verbunden und auf diese Weise konserviert wurden. Die ZwischenrĂ€ume wurden mit Lehm verfĂŒllt.

Auf dieser ersten Ebene ruhte der so genannte Zattaron, eine Art Ponton aus zwei Schichten von LĂ€rchenbohlen, die mit Backsteinen befestigt wurden.[15] Auf den Zattaron stĂŒtzen sich die Grundmauern und schließlich das oberirdische Mauerwerk. Nur diejenige BodenflĂ€che eines Hauses, auf die tragende Mauern aufgesetzt wurden, sicherte man mit BaumstĂ€mmen ab. Solange die StĂ€mme luftdicht von Wasser umgeben waren, war der Verfall des Holzes verhindert. Die Bauten selbst wurden, um Gewicht zu sparen, aus leichten, hohlen Tonziegeln, den mattoni, erbaut. Um die Illusion von Marmor oder istrischem Stein zu erzeugen, wurden WĂ€nde bei Bedarf mit einem besonderen Putz versehen (z. B. Stucco Veneziano).

Die RialtobrĂŒcke ruht angeblich auf 12.000, der Campanile von San Marco auf 100.000 StĂ€mmen. Die Kirche Santa Maria della Salute steht auf 1.106.657 PfĂ€hlen.[16] Die Angaben in der Literatur zur Anzahl der verwendeten StĂ€mme gehen allerdings auseinander, da sich eine genaue Zahl kaum ermitteln lĂ€sst.

Viele GebĂ€ude sind trotz erkennbarer BemĂŒhungen in schlechtem Zustand und mĂŒssten renoviert werden, um sie vor dem Verfall zu bewahren. GrĂŒnde dafĂŒr liegen zum einen im steigenden Wasserspiegel, der die meisten der unteren Geschosse unbewohnbar macht – rund ein Drittel der Wohnungen steht daher leer. Zum anderen wurden seit dem Ende der Republik Venedig die Pflegemaßnahmen an Bauten und KanĂ€len vernachlĂ€ssigt. Das Strömungsverhalten von Ebbe und Flut wurde zusĂ€tzlich durch das Ausbaggern tiefer Fahrrinnen fĂŒr die Überseeschiffe, die den Hafen von Venedig ansteuern, ungĂŒnstig beeinflusst, so dass Fundamente unterspĂŒlt wurden.

Im BaugefĂŒge der Stadt spiegelt sich das DreierverhĂ€ltnis von Adel, Popolanen und einfachen Bewohnern anschaulich wider. So gibt es die case oder PalĂ€ste der Nobili (der Adligen), kleinere Wohnbauten der Kaufleute, die Fondachi oder Fonteghi, die Wohn- und LagerhĂ€user der auswĂ€rtigen HĂ€ndler, und die zahlreichen Mietwohnungen. Alle diese HĂ€user waren – partiell bedingt durch den wenig tragfĂ€higen Baugrund – ungefĂ€hr gleich hoch.

Dabei dominierten die adligen Bauten in der FrĂŒhzeit einzelne Inseln, und es kam erst ab dem SpĂ€tmittelalter zu einer Ballung der PalĂ€ste am Canal Grande. In vielen Quartieren ist die stĂ€rker gemischte Sozialstruktur noch heute erhalten, doch haben sich manche von ihnen zu Armenvierteln entwickelt, wie etwa Sacca Fisola. Das Gebiet um das Arsenal bis zur Via Garibaldi kann eher als typisches Arbeiterviertel angesehen werden. StraßenzĂŒge mit gleichen Funktionen wurden zwar hier und da bereits im SpĂ€tmittelalter durchgesetzt, wie etwa im Bereich des Rialtomarkts und um die Carampane, das ehemalige Viertel der Prostituierten (um 1422), doch ließ sich dies mit der insularen Struktur nur schwer vereinbaren.

Straßen und PlĂ€tze

Calle

Die Venezianer unterscheiden die Fußwege und PlĂ€tze sehr sorgsam. Die Hauptstraßen rughe (vom französischen rue) und die salizade von selciate, das heißt, die ersten mit Pflaster bedeckten Gassen, sind in ihrer Anzahl begrenzt. Calle werden die engeren Straßen genannt und fondamenta heißen die Straßen lĂ€ngs der KanĂ€le, die auch als Fundament fĂŒr die Bauten dienen. Lista ist das StĂŒck Weg in der NĂ€he der wichtigen PalĂ€ste und der Botschaften, die eine besondere ImmunitĂ€t genossen. Mercerie sind die Straßen mit den GeschĂ€ften (merce = Ware), die rive (Ufer) verlaufen lĂ€ngs der SeitenkanĂ€le, sind oft auch nur Treppen, die zum Wasser hinunterfĂŒhren. Ein rio tera ist ein zugeschĂŒtteter Kanal, ein ramo (Zweig) eine kurze Straße, die von einer calle oder einem campiello abzweigt. Ein campo ist ein Platz, an dem eine Kirche steht, ein grĂ¶ĂŸerer Freiraum, der frĂŒher GemĂŒsegarten oder Weideland fĂŒr Pferde war. Campiello ist ein von HĂ€usern umgebener Platz, auf den die calli mĂŒnden, corti sind die Innenhöfe der HĂ€user. Paludo erinnert daran, dass diese Gegend frĂŒher versumpft war, anstelle der pissine befanden sich Teiche, wo man baden und fischen konnte. Der sotoportego geht unter den HĂ€usern hindurch (portego wird der Saal im ersten Geschoss genannt, der Weg fĂŒhrt also unter diesem Saal hindurch) und verbindet calli, campielli und corti.

Venedig: Der Markusplatz

Die PlĂ€tze (campi) und PlĂ€tzchen (campielli) unterscheidet man von der Piazza, mit der die von San Marco gemeint ist, wenngleich es auch eine Piazza di Rialto gibt. So wie Piazza den Markusplatz meint, so bezeichnet die Piazzetta einen Teil dieses Platzes. Der Platz mit dem Busbahnhof heißt Piazzale Roma. Es existiert nur eine strada, die Strada Nova, dazu kommen drei vie (Via 25 Aprile, Via Vittorio Emanuele und Via Garibaldi).

Viele dieser Verkehrswege tragen als Namen die Bezeichnung der ehemaligen dort ansÀssigen Gewerbe bzw. Berufsvereinigungen oder aber von Waren, die auf ihnen transportiert wurden, wie die Calle del Megio, die Hirsegasse. Daneben zieren die Namen zahlreicher Heiliger fast jeden Platz; manchmal sind es auch beschreibende Namen, wie calle stretta (enge Gasse).

KanÀle

Der Canal Grande bei der RialtobrĂŒcke
Der Rio di San Luca beim Campo Manin
→ Hauptartikel: Wasserwege in Venedig
NĂ€chtliche Stille auf einem Kanal in der Altstadt

Venedig besitzt ungefĂ€hr 175 KanĂ€le mit einer GesamtlĂ€nge von rund 38 km.[17] Sie werden in erheblichem Umfang fĂŒr den Warentransport genutzt. Die Hauptverkehrsader ist der Canal Grande, dazu kommen viele Wasserwege außerhalb des historischen Zentrums.

Das Wasser in den KanĂ€len stand vor der Umwandlung der Lagune nicht still, sondern hob und senkte sich alle sechs Stunden. Der Gezeitenunterschied betrug allerdings nur 60 cm. Durch ein raffiniertes, aber arbeitsintensives System von Wasserregulationen und einer dafĂŒr zustĂ€ndigen Behörde wurde eine stĂ€ndige Zirkulation gewĂ€hrleistet, die die Stadt und das Wasser reinigte.

Eigens entwickelte Boote mit KrÀnen reinigen die KanÀle

Die KanĂ€le waren ursprĂŒnglich auf ca. 1,85 m Tiefe ausgelegt. Ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert wurden sie allerdings nicht mehr gereinigt. So sammelten sich Schlamm und Algen bis zu einer Tiefe von einem Meter an. Das fĂŒhrte zu einem stechenden Geruch, besonders wenn der Wasserspiegel sank, und die Kanalisationsanlagen wurden dadurch blockiert; viele KanĂ€le wurden unpassierbar. Sie verloren ihre reinigende Wirkung und die Schadstoffe blieben im Schlamm, obwohl es Vorrichtungen an den HĂ€usern gibt, um die KanĂ€le zur Reinigung abzusperren.

Die KanĂ€le wurden inzwischen gereinigt. Damit ist nicht nur der Gestank der faulenden Algen verschwunden, sondern auch der ĂŒberwiegende Teil der hochgiftigen SchlĂ€mme. Die ursprĂŒnglichen Algenarten wurden allerdings durch eingeschleppte Arten verdrĂ€ngt.

BrĂŒcken

Die Scalzi-BrĂŒcke in BahnhofsnĂ€he

Genauso wichtig wie die KanĂ€le sind die angeblich 444 BrĂŒcken von Venedig. Bis etwa 1480 waren sie ĂŒberwiegend aus Holz, spĂ€ter wurden sie sukzessive durch SteinbrĂŒcken ersetzt. Außerdem hatten sie in der FrĂŒhzeit keine GelĂ€nder. Heute besitzen noch zwei kein GelĂ€nder, eine davon ist die TeufelsbrĂŒcke (Ponte del Diavolo) auf der Insel Torcello. Viele von ihnen waren sehr flach gebaut, um sie auch fĂŒr Pferde und Karren befahrbar zu machen. Die meisten KanĂ€le kann man als FußgĂ€nger nur ĂŒberqueren, nicht an ihnen entlang gehen. Die lĂ€ngste BrĂŒcke ist der 3,6 km lange Ponte della LibertĂ  (BrĂŒcke der Freiheit), der die Altstadt an das Festland anbindet. Vier BrĂŒcken ĂŒberspannen den Canal Grande: neben der RialtobrĂŒcke, die bis Mitte des 19. Jahrhunderts die einzige war, der Ponte degli Scalzi in BahnhofsnĂ€he, der 1932 eine eiserne VorgĂ€ngerbrĂŒcke von 1856 ersetzte, und der Ponte dell'Accademia beim namensgebenden Kulturinstitut, der ab 1854 entstand. Beide wurden nach EntwĂŒrfen von Eugenio Mozzi 1934 bzw. 1933 von den heutigen Bauwerken ersetzt. Eine vierte BrĂŒcke, der Ponte della Costituzione, entworfen vom spanischen Architekten Santiago Calatrava, wurde am 12. September 2008 eingeweiht. Sie verbindet den Piazzale Roma mit dem Uferstreifen (Fondamenta S. Lucia) östlich des Bahnhofs Santa Lucia.[18] Der Bau, ursprĂŒnglich auf etwa 3,5 Millionen Euro veranschlagt, kostete gut 11 Millionen – nicht zuletzt wegen des schwierigen Baugrunds.[19]

Eine der bekanntesten BrĂŒcken, die SeufzerbrĂŒcke (Ponte dei Sospiri), verbindet die ehemaligen StaatsgefĂ€nggnise im Erdgeschoss, die sog. pozzi, mit dem Dogenpalast.

Die StrohbrĂŒcke (Ponte della Paglia), die den Rio di Palazzo (am Dogenpalast) ĂŒberspannt, heißt so, weil dort die mit Stroh beladenen Boote anlegten. Ponte longo bedeutet lange BrĂŒcke. Andere BrĂŒcken heißen nach dem ĂŒberspannten Rio, einem nahe gelegenen Palast oder einer Kirche, hĂ€ufig nach einem Heiligen. Der Name Ponte Storto, der in Venedig wohl zehnmal vorkommt, weist auf eine BrĂŒcke hin, die einen Rio schrĂ€g ĂŒberquert.

Eine Besonderheit stellt die jedes Jahr am 21. November geschlagene BrĂŒcke ĂŒber den Canal Grande dar, die die Kirchen Santa Maria del Giglio und Santa Maria della Salute verbindet. Auf ihr findet eine Prozession zum Dank fĂŒr die Erlösung von der Pest von 1630/1631 statt. Vergleichbares findet statt am Samstag vor dem dritten Sonntag des Juli mit dem BrĂŒckenschlag ĂŒber den Canale della Giudecca zur Kirche Il Redentore zum Dank fĂŒr die Errettung von der Pest von 1575/1576 (Festa del Redentore).

Schon 1814 planten die Österreicher, eine BrĂŒcke zwischen Mestre und Venedig zu errichten. Erbaut wurde der Ponte della Ferrovia, die EisenbahnbrĂŒcke, jedoch erst 1841-46. Das Bauwerk ist 3500 Meter lang und ruht auf 222 steinernen Bögen.

Geschichte

→ Siehe auch: Republik Venedig, Repubblica di San Marco, Verfassung der Republik Venedig, Wirtschaftsgeschichte der Republik Venedig, Venezianische Kolonien

Republik Venedig

Venedig um 1650. Kupferstich 30,5 x 70 cm von Merian d. Ä.
Venezianische Kolonien und StĂŒtzpunkte, 1205-1797

Zu den frĂŒhen Siedlern auf den Inseln der Lagune, deren Spuren sich bis in etruskische Zeit zurĂŒckverfolgen lassen,[20] kamen wĂ€hrend der Völkerwanderung FlĂŒchtlinge aus Oberitalien. Die hier ansĂ€ssigen Veneter waren Namensgeber der Siedlung Venetia.

Die Orte in der Lagune blieben, auch als das Festland im 8. Jahrhundert an Langobarden und Franken fiel, der westlichste Außenposten des Byzantinischen Reichs. Sie entwickelten eine eigene Herrschaftsstruktur mit einem Dogen an der Spitze. Die erste Residenz befand sich in Malamocco auf dem Lido, doch 811 wurde sie nach Rialto verlegt. Der Name Rialto bedeutet „hohes Ufer“ (rivo alto), was wohl darauf zurĂŒckgeht, dass Rialto vor dem Anstieg des Meeresspiegels am Ostrand des Festlands lag.

Diese Verlagerung der Residenz fiel in eine Zeit, als sich Byzanz und das Frankenreich unter Karl dem Großen um die rechtmĂ€ĂŸige Nachfolge der römischen Kaiser stritten. Dieser Gegensatz fĂŒhrte zu MachtkĂ€mpfen innerhalb der Stadt. Zugleich strebten die mĂ€chtigsten Familien die Alleinherrschaft mit Hilfe des Dogenamts an, wogegen sich die ĂŒbrigen Familien verbĂŒndeten. Letztere verhinderten eine Dynastiebildung und sorgten schließlich fĂŒr eine Abriegelung gegen neu aufsteigende Familien (ab 1297). Alle mĂ€nnlichen Erwachsenen dieser Familien hatten Sitz und Stimme im Großen Rat. Zugleich waren Überwachungsgremien mit fast unbeschrĂ€nkter Vollmacht, wie der Rat der Zehn oder der Senat von erheblicher Bedeutung. Die mĂ€chtigsten Familien beherrschten die Politik und den gewinntrĂ€chtigen Fernhandel bis 1797. Geschicktes Lavieren zwischen den GroßmĂ€chten verschaffte Venedig gĂŒnstige HandelsvertrĂ€ge, die ihm fast eine Monopolstellung im Handel zwischen Westeuropa und Byzanz eintrugen. Zugleich baute es schon frĂŒh seine Beziehungen zu den muslimischen Herrschern aus.

828 wurden die Gebeine des Evangelisten Markus aus Alexandria gestohlen. Zu seinen Ehren entstand der Markusdom. Die beiden SĂ€ulen auf der Piazzetta, tragen heute noch die Figur des Heiligen Theodor und den geflĂŒgelten Löwen, das Attribut des Apostels Markus, der Theodor als Schutzpatron verdrĂ€ngte. Das Symbol des Markus wurde zum Wappen und Hoheitszeichen Venedigs, allgegenwĂ€rtig sowohl in der Stadt wie in allen ehemals von Venedig beherrschten Gebieten.

Eine wichtige Quelle fĂŒr den Reichtum der Lagunenstadt war das Monopol auf Salz, das von grĂ¶ĂŸter Bedeutung fĂŒr die Konservierung von Fleisch und Fisch war. Außerdem schaltete sich Venedig in den Import des Grundnahrungsmittels Getreide ein, so dass die Versorgung Oberitaliens bis in die FrĂŒhe Neuzeit von ihren Vorratsspeichern abhing – ein handfestes und hĂ€ufig genutztes Mittel politischer Erpressung. Wichtige Waren und LuxusgĂŒter aus Asien und Afrika wie Seide, Pelze, Elfenbein, GewĂŒrze, FĂ€rbemittel und ParfĂŒme wurden ĂŒber die levantinischen und nordafrikanischen HĂ€fen umgeschlagen. Über Venedig wurde im Gegenzug der Handel mit Waren aus West- und Nordeuropa abgewickelt – wie Gold, Silber, Bernstein, Wolle, Holz, Zinn und Eisen, aber auch geschliffene Juwelen, Glaswaren, Arzneimittel und Sklaven.

Zur Sicherung des Seehandels baute Venedig seit 1104 eine Schiffswerft, das Arsenal, das mehrmals erweitert wurde. Die hier gebauten Flotten begleiteten die regelmĂ€ĂŸigen Kauffahrerkonvois und waren zugleich ein Mittel, die Piraterie einzudĂ€mmen.

Im Verlauf der ersten KreuzzĂŒge und bedingt durch seine Handelsprivilegien nahmen die Feindseligkeiten zwischen Venezianern und Byzantinern in Konstantinopel zu, bis die Venezianer 1171 die Hauptstadt verlassen mussten. Den Vierten Kreuzzug dirigierte der Doge Enrico Dandolo nach Konstantinopel um, das erobert und geplĂŒndert wurde. Zahllose KunstschĂ€tze gelangten auf diese Art in den Westen, so auch die bronzene Quadriga der Markuskirche. Zudem erweiterte Venedig sein Kolonialreich um zahlreiche StĂŒtzpunkte, allen voran Kreta. Aus diesem „Coup“ folgte allerdings auch ein Dauerkonflikt mit Genua, der Ursache fĂŒr vier verheerende Kriege war.

Nach dem Fall von Konstantinopel 1453 musste Venedig seine Positionen im östlichen Mittelmeer nach und nach den Osmanen ĂŒberlassen. Seine Bedeutung nahm zudem in Folge der Verlagerung des Welthandelsverkehrs auf den Atlantik immer mehr ab. Das Monopol auf den GewĂŒrzhandel mit der Levante ging im Lauf des 17. Jahrhunderts endgĂŒltig verloren. Als Wendepunkt gilt die Seeschlacht von Lepanto, in der es Venedig letztmalig gelang, zwischen den WeltmĂ€chten der Spanier und Osmanen eine Rolle zu spielen. Dem Verlust Zyperns (1571) folgten weitere Verluste, bis 1669 auch Kreta verloren ging.

Venedig hatte – vor allem ab 1405 – die so genannte Terraferma erobert und herrschte am Ende des 15. Jahrhunderts ĂŒber das heutige Venetien, Friaul und einen großen Teil der Lombardei. GrĂŒnde fĂŒr die Machtausdehnung auf das Festland waren die Konkurrenz der Osmanen, die wachsende Bedeutung der Handelswege durch die Po-Ebene und ĂŒber die Alpen nach Mittel- und Nordeuropa sowie die Möglichkeit der Agrarproduktion auf den dortigen LandgĂŒtern.

Die Republik setzte in der Außenpolitik auf Diplomatie und ein effizientes Informationssystem. Pragmatismus, prĂ€zise Rechenhaftigkeit und RationalitĂ€t waren in der Regel Grundlagen politischen Handelns. Aus den ideologischen und religiösen Streitigkeiten hielt man sich möglichst heraus. Venedig hatte weder dauerhaft Probleme mit Muslimen noch mit Juden, man wusste sich vielmehr ihres Nutzens zu versichern. Probleme gab es allenfalls mit dem Papst wegen der politischer Vormachtbestrebungen und der Territorialpolitik der Kurie.

Keine zweite Stadt Europas hat ihre stĂ€ndische Ordnung so entschieden zur Arbeitsteilung genutzt wie Venedig. Der Adel besorgte die Politik und die gehobene Verwaltung sowie die Kriegs- und FlottenfĂŒhrung. Die Cittadini, die bĂŒrgerlichen Kaufleute (circa 3 bis 4 % der Bevölkerung), sorgten fĂŒr Geldmittel und Wertschöpfung durch Handel und Produktion von Luxuswaren, die Populani, also die Mehrheit der Bevölkerung, stellte die Soldaten, Matrosen und leistete Handarbeit, durfte aber auch als Schiffsbesatzung in gewissem Rahmen auf eigene Rechnung Handel treiben. In der Epoche des Aufstiegs waren die Adelsfamilien aktiv an Wirtschaft und Verwaltung der Stadt beteiligt: Sie trieben Handel, leiteten Kontore, kommandierten Galeeren und Flotten und waren in den zahlreichen Gremien des Staatswesens in die – zeitlich begrenzten – Ämter eingebunden, deren Kosten sie selbst zu tragen hatten und die sie ohne spezielle Ausbildung ausfĂŒllten.

Ab dem spĂ€ten 16. Jahrhundert entwickelten die Konkurrenten aus Nordwest- und Westeuropa ĂŒberlegene Kredit- und Handelstechniken. Ihre Wirtschaftspolitik nahm zudem stark protektionistische ZĂŒge an. Nun ĂŒbernahm die Luxusindustrie (vor allem die Glasherstellung) die Rolle des rĂŒcklĂ€ufigen Levantehandels, ebenso der Tourismus. Venedig konnte Dalmatien und zeitweilig den Peloponnes unter seiner Hoheit halten, jedoch ging 1718 der Peloponnes endgĂŒltig verloren. Der ökonomische Niedergang der Stadt im 17. und 18. Jahrhundert ist dennoch eher als ein ZurĂŒckfallen gegenĂŒber den schneller wachsenden Konkurrenten zu deuten, denn als Schrumpfungsprozess.

Französische und österreichische Besatzung

1797 verlor die Adelsrepublik durch NapolĂ©on Bonaparte ihre SelbststĂ€ndigkeit und wurde bis 1805 bzw. 1806 an Österreich angegliedert. Nachdem es 1805 bis 1814 Teil des napoleonischen Königreichs Italien war, kam es 1814 bzw. 1815 als Teil des Lombardo-Venezianischen Königreiches wiederum zu Österreich. 1830 erhielt die Stadt einen Freihafen und wurde 1845 durch die so genannte FreiheitsbrĂŒcke (Ponte della libertĂ ) ans Festland gebunden. Im Revolutionsjahr 1848 wurde am 23. MĂ€rz unter Daniele Manin die Repubblica di San Marco ausgerufen, die ĂŒber ein Jahr ihre UnabhĂ€ngigkeit von Österreich behaupten konnte. Am 22. August 1849 musste die von der Cholera zusĂ€tzlich betroffene Stadt kapitulieren, am 27. August marschierten österreichische Truppen ein. Der Belagerungszustand wurde erst 1854 aufgehoben.

Königreich Italien

 
 
Altstadt von Venedig Ende 19. Jahrhundert

In Folge der Niederlage Österreichs gegen Preußen im Krieg von 1866, in dem das 1861 neu gegrĂŒndete Königreich Italien VerbĂŒndeter Preußens war, kam Venedig gemĂ€ĂŸ dem Frieden von Wien vom 3. Oktober 1866 an Italien. Erster BĂŒrgermeister wurde Giobatta Giustinian, der die österreichische Herrschaft bekĂ€mpft hatte. Die ersten GlasblĂ€sereien entstanden neu, vor allem Salviati & C. Unter seinem Nachfolger Giuseppe Giovanelli (1868-75) entstanden PlĂ€ne zum Bau der Strada Nova, einer breiten Straße in Cannaregio, in den folgenden Jahrzehnten wurden Kulturorganisationen entwickelt, zahlreiche PalĂ€ste durch die Kommune aufgekauft und die Hafenanlagen modernisiert.

Industrialisierung, Tourismus, Erster Weltkrieg

Altstadt von Venedig 1913

In ganz Norditalien kam es zu gesellschaftlicher Stagnation und zu einem langen wirtschaftlichen Niedergang. Bis 1890 wanderten allein aus dem Veneto 1,4 Millionen Menschen aus. BĂŒrgermeister Dante Di Serego Alighieri (1879-1881 und 1883-1888) setzte die Motorisierung des öffentlichen Schiffsverkehrs durch EinfĂŒhrung der Vaporetti durch. Doch erst unter BĂŒrgermeister Riccardo Selvatico (1890-1895) kam es zu verstĂ€rkten IndustrialisierungsbemĂŒhungen und zum Bau neuer und bezahlbarer Wohnungen. Sein Nachfolger Filippo Grimani (1895-1919) setzte diese BemĂŒhungen als FĂŒhrer einer konservativen Regierung fort, wobei das Stadtgebiet der Kommune ausgedehnt wurde. 1917 wurde der Hafen Marghera eröffnet, der die Arbeitsteilung zwischen dem Industrierand der Lagune und der Altstadt, die vor allem auf Tourismus setzte, verstĂ€rkte.[21] WĂ€hrend des Ersten Weltkriegs griffen österreichische VerbĂ€nde Venedig zwei Mal aus der Luft an.

Faschismus, Zweiter Weltkrieg, Vernichtung der jĂŒdischen Gemeinde

Die Faschisten versuchten aus Venedig eine Industriemetropole und neben Genua zum bedeutendsten Hafen Italiens zu machen. Dazu dehnten sie die Grenzen der Stadt weit auf das Festland aus (Groß-Venedig). Ab 1926 gehörte der Industriekomplex Mestre-Marghera zu Venedig, drei Jahre spĂ€ter entstand eine AutobrĂŒcke mit einem Parkhaus (Piazzale Roma), dazu ein Bahnhof und kĂŒnstliche Inseln wie Tronchetto. Dabei wurde auf lokale Bautraditionen keinerlei RĂŒcksicht genommen. Die BĂŒrgermeister trugen nicht mehr die Amtsbezeichnung Sindaco sondern wieder den mittelalterlichen Titel PodestĂ . Mit dem Sturz Mussolinis ĂŒbernahm das Deutsche Reich bzw. die Nationalsozialisten die Macht auch in Venedig, wobei sie die verbliebenen Mitglieder der jĂŒdischen Gemeinde in die Vernichtungslager deportieren ließen.

Nachkriegskoalitionen, Hochwasser, ökologische Desaster

1945 bis 1946 war der WiderstandskĂ€mpfer Giovanni Ponti BĂŒrgermeister, ihm folgte der Kommunist und Partisan Giobatta Gianquinto bis 1951. Danach folgte eine Reihe von Mitte-rechts-Regierungen, die Mitte der 70er Jahre von sozialistischen abgelöst wurden. Bis weit in die 1970er Jahre hatte die Industriepolitik Vorrang, so dass aus der Lagune eine Kloake wurde, die durch die verbreiterten Durchfahrten zur Adria und die Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts immer hĂ€ufiger verheerenden Überschwemmungen ausgesetzt war, wie etwa 1966. Gleichzeitig schrumpft die Bevölkerung in der Altstadt bis heute, ihre Überalterung nimmt zu.

Unter BĂŒrgermeister Massimo Cacciari (1993–2000 und 2005–2010) subventionierte die Regierung die Restaurierung der WohnhĂ€user, entwickelte Projekte zum Schutz vor Hochwasser, ließ sĂ€mtliche KanĂ€le reinigen und bemĂŒhte sich um den Umzug europĂ€ischer Institutionen nach Venedig. Auch hatte der Ausbau der UniversitĂ€t zu einer gewissen VerjĂŒngung der Bevölkerung beigetragen.

Bevölkerung

Sprache

Qua se parla anca in Veneto – Hier spricht man auch Venetianisch

Im Veneto, aber auch in der Region Friaul-Julisch Venetien, im Trentino und in Istrien wird eine eigene Sprache gesprochen, die als Venetisch bezeichnet wird. Seit dem 28. MĂ€rz 2007 ist sie – zumindest vom Regionalrat Venetien – als Sprache anerkannt. Dabei tritt das venesiĂ n (Venezianisch) als bedeutende VarietĂ€t auf, die in Venedig gesprochen wird. Es gehört zu den westromanischen Sprachen und unterscheidet sich in Aussprache, Satzbildung und Wortschatz zum Teil sehr stark vom Standard-Italienischen.

Einwohnerzahl

Um 1300 dĂŒrfte allein das Venedig der Lagune etwa 85.000 bis 100.000 Einwohner gezĂ€hlt haben, eine Zahl, die rapide anstieg und vor der ersten Pestwelle von 1348 möglicherweise die 140.000 erreichte. Um 1600 kann man mit rund 150.000 bis 160.000 Einwohnern rechnen, jedoch ist wohl die 200.000-Marke nie ĂŒberschritten worden.[22]

Die italienische Stadt schrumpfte zunÀchst, erholte sich aber im Zuge der Industrialisierung, von der das historische Zentrum zunÀchst gleichfalls profitierte. Heute wohnt etwa noch jeder dritte Venezianer in der Lagune, nur jeder vierte im Zentrum.

Jahr Einwohner
1861 keine Angabe
1871 164.965
1881 165.802
1901 189.389
1911 208.463
Jahr Einwohner
1921 223.373
1931 250.327
1936 264.027
1951 316.891
1961 347.347
Jahr Einwohner
1971 363.062
1981 346.146
1991 309.422
2001 271.073
2007 268.736

Auf dem Festland, der Terraferma, zÀhlte die Stadt 2009 179.932, im Centro Storico 60.233, in der Lagune (Estuario) 30.358 Einwohner, insgesamt 270.523.[23] Dabei liegt der Frauenanteil bei 142.341, der der MÀnner bei 128.182.

Die Einwohner verteilten sich auf die MunicipalitĂ  und ihre Quartieri wie folgt:

Einwohnerzahlen nach Bezirken
MunicipalitĂ  Quartiere Einwohner
Favaro Veneto Favaro Campalto 23.635
Mestre Carpenedo Carpenedo Bissuola 39.367
Mestre Carpenedo Mestre Centro 49.993
Chirignago Zelarino Cipressina Zelarino Trivignano 14.910
Chirignago Zelarino Chirignago Gazzera 23.546
Marghera Marghera Catene Malcontenta 28.481
Venezia Murano Burano S.Marco Castello S.Elena Cannaregio 36.247
Venezia Murano Burano Dorsoduro S.Polo S.Croce Giudecca 23.986
Venezia Murano Burano Murano S.Erasmo 5.529
Venezia Murano Burano Burano Mazzorbo Torcello 3.221
Lido Pellestrina Lido Alberoni Malamocco 17.466
Lido Pellestrina Pellestrina S.Pietro in Volta 4.142

Altersstruktur und BevölkerungsrĂŒckgang

Der Anteil der unter 18-JĂ€hrigen liegt in den meisten Quartieren zwischen 12 und 14 %, wobei der Anteil in den Quartieren der Lagune einschließlich der Altstadt entgegen dem Augenschein nicht wesentlich niedriger liegt. Erkennbar höher ist dort jedoch der Anteil der mindestens 65-jĂ€hrigen, die fast 30 % der dortigen Bevölkerung ausmachen. Dennoch ist auch hier der Anteil auf dem Festland nur geringfĂŒgig niedriger (um 27 %). WĂ€hrend aber die Bevölkerung auf dem Festland, wenn auch sehr langsam, wieder wĂ€chst, verliert die Lagune jĂ€hrlich etwa 1 % ihrer Bevölkerung.

Anteil der Altersgruppen nach Bezirken
Quartiere Einwohner 0-18 Jahre 18-64 Jahre ĂŒber 64 Jahre
Favaro Campalto 23.635 3.617 14.402 5.616
Carpenedo Bissuola 39.367 6.042 23.161 10.164
Mestre Centro 49.993 7.106 29.423 13.464
Cipressina Zelarino Trivignano 14.910 2.329 9.055 3.526
Chirignago Gazzera 23.546 3.785 14.469 5.292
Marghera Catene Malcontenta 28.481 4.470 17.380 6.631
S.Marco Castello S.Elena Cannaregio 36.247 4.923 20.739 10.585
Dorsoduro S.Polo S.Croce Giudecca 23.986 3.155 13.880 6.951
Murano S.Erasmo 5.529 671 3.082 1.576
Burano Mazzorbo Torcello 3.221 416 1.893 912
Lido Alberoni Malamocco 17.466 2.462 9.926 5.078
Pellestrina S.Pietro in Volta 4.142 651 2.525 966

Zuwanderung

Der Anteil der Nichtitaliener (stranieri) liegt mit 16.959 (31. Dezember 2006) bei rund 6 %.[24] Davon waren 227 Deutsche, nur geringfĂŒgig grĂ¶ĂŸer war, begrenzt man die Auswahl auf die seinerzeitige EuropĂ€ische Union, die Gruppe der Polen mit 233 und der Franzosen mit 231. Es folgten Briten (179) und Spanier (132), dann Griechen (61) und Österreicher (57).

Die grĂ¶ĂŸte afrikanische Gruppe stellten die Senegalesen (272) dar, gefolgt von Marokkanern und Tunesiern (254, 246), Ägyptern und Nigerianern (194, 142). Afrikaner stellten insgesamt 1.372 Zuwanderer. Erheblich grĂ¶ĂŸer ist die Zuwanderung aus Asien, wobei die Gruppe aus Bangladesh mit 2.764 wiederum die grĂ¶ĂŸte darstellt, gefolgt von China (1.057), Philippinen (812), Sri Lanka (361) und Pakistan (133) sowie Jordanien (92) und Japan (90). Insgesamt stammen 5.788 Menschen aus Asien. Aus Amerika stammten hingegen nur 998 Zuwanderer, davon 227 aus Brasilien, 169 aus den Vereinigten Staaten, 104 von Kuba. Die grĂ¶ĂŸten Gruppen stammten aus Osteuropa: Moldawien (1796), Ukraine (1325), RumĂ€nien (1059) und Albanien (995) sowie Mazedonien (975). Insgesamt kamen aus europĂ€ischen LĂ€ndern einschließlich der EU 8.771 Zuwanderer. Der Rest kam aus Australien und Ozeanien (18) oder war staatenlos (10).

Religionen

Die Venezianer sind ganz ĂŒberwiegend katholisch, ihr Oberhaupt ist der Patriarch von Venedig, der seit 1457 diesen Titel trĂ€gt. Amtsinhaber ist seit 2002 Kardinal Angelo Scola.[25] In seinem Amtsbereich, der Erzdiözese Venedig, waren 2004 von den 370.895 Einwohnern 365.332, also 98,5 % katholisch.[26]

Die bedeutende jĂŒdische Gemeinde wurde durch die Nationalsozialisten weitgehend vernichtet. Heute besteht sie wieder aus rund 500 Mitgliedern, die ĂŒberwiegend im Ghetto leben, dem Stadtbezirk, dessen Name spĂ€ter auf alle Gettos ĂŒbergegangen ist. Sie leben dort seit 1516 bzw. 1549.

Schwer zu fassen ist die muslimische Gemeinde, die aus Nordafrikanern und Bengalen besteht und wohl mehr als dreitausend Mitglieder hat.

Politik

BĂŒrgermeister und politische Gremien

Dem BĂŒrgermeister (sindaco; Amtsinhaber seit April 2010 ist Giorgio Orsoni) stehen 11 Assessori zur Seite, die zusammen die Giunta comunale, die Stadtregierung bilden. Im Stadtrat (consiglio comunale) sitzen 40 jeweils auf fĂŒnf Jahre gewĂ€hlte RĂ€te (zuletzt 2010)[27], deren Aufgabe in der Kontrolle der Regierung liegt. Der Rat wiederum verfĂŒgt ĂŒber 11 dauerhafte Kommissionen, die Informationen sammeln und aufbereiten und Vorlagen erstellen. Tagungsort ist die Ca’ Loredan im Sestiere San Marco.[28]

Jede MunicipalitĂ  weist wiederum eine Art Stadtteilrat (Consiglio di MunicipalitĂ ) auf. Dabei hat etwa Chirignago-Zelarino 32 RĂ€te, Venezia Murano Burano 43, Mestre Carpenedo 43 usw.

Besonderheiten der Konfliktlinien

Die politischen Konfliktlinien spiegeln zum einen die gesellschaftlichen GegensĂ€tze und die Parteienkonflikte wider. Hinzu kommt der Gegensatz zwischen BedĂŒrfnissen der Lagunenorte und denen des Festlands. Umwelt- und Finanzpolitik stehen zunehmend auf der lokalen Ebene im Vordergrund. Die notwendigen Erhaltungs- und Renovierungsmaßnahmen, vor allem aber der Hochwasserschutz, der allein rund 650 Millionen Euro verschlingt, drohen die Stadt vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise an den Rand der ZahlungsunfĂ€higkeit zu bringen.[29]

StÀdtepartnerschaften

Venedig unterhÀlt mit folgenden StÀdten Partnerschaften. In Klammern das Jahr der Etablierung.

Die Partnerschaft zwischen Venedig und NĂŒrnberg wurde bereits 1954 geschlossen. Am 25. September 1999 wurde auf dieser Grundlage zwischen Venedig und NĂŒrnberg lediglich eine „Neuaufnahme ihrer freundschaftlichen Beziehungen“ beschlossen.

Wirtschaft

→ Siehe auch: Wirtschaftsgeschichte der Republik Venedig

Glasofen auf Murano

Die Wirtschaftsstruktur ist zweigeteilt. WĂ€hrend das Festland von industriellen Strukturen geprĂ€gt ist, ist der Bereich der Lagune stark vom Tourismus, dem Handel, aber auch von der Bauindustrie geprĂ€gt. Dabei bestimmen zahlreiche Kleinunternehmen das Bild, bis zur hĂ€ufigsten Form, dem Ein-Personen-Unternehmen, wie sie meist die Gondolieri darstellen. Allein im Handel existierten 2007 ĂŒber 9.000 selbststĂ€ndige wirtschaftliche Einheiten, im Handwerk fast 3.500, ebenso wie im Tourismus. Bauwirtschaft und Transportgewerbe basierten auf knapp 3.000 bzw. ĂŒber 2.200 Einheiten. Hinzu kamen Dienstleistungsunternehmen. Insgesamt wies der Wirtschaftsraum Venedig-Cavallino-Treporti fast 30.000 Unternehmen auf, davon nur noch 917 in der Landwirtschaft und sogar nur noch 366 in der Fischerei (s. Valle da pesca). Hingegen war die Zahl der Unternehmen seit 2003 um fast 5 % gestiegen.[30]

Landwirtschaft

In der Landwirtschaft arbeiteten schon 2001 nur noch rund 760 Personen, doch versorgen sie damit die altstÀdtischen MÀrkte mit Lebensmitteln, die vor allem von S. Erasmo stammen.

Glasindustrie

Immer noch von Bedeutung ist unter den produzierenden Gewerben die Glasindustrie, die sich auf Murano konzentriert. Das Consorzio Promovetro Murano, das die Glasunternehmen fördert, fĂŒhrt hier allein 66 Unternehmen auf, von denen das Ă€lteste Pauly & C. – Compagnia Venezia Murano ist, das seit 1866 besteht.[31]

Tourismus

Touristen auf dem Markusplatz

Bei weitem dominierend ist der Tourismus fĂŒr eine der meistbesuchten StĂ€dte Europas, in der im Jahresschnitt jeder dritte Mensch, der sich dort aufhĂ€lt, ein Tourist ist.[32] Venedig zog 2001 ca. 14 Millionen Besucher an,[33] doppelt so viele wie Rom. 2007 zĂ€hlte man mehr als 8,8 Millionen Übernachtungen, bei rund 16 Millionen Besuchern im Jahr zuvor.[34] Offenbar haben die stark angestiegenen Preise zu einem ÜbernachtungsrĂŒckgang gefĂŒhrt, denn noch vor wenigen Jahren lag ihre Zahl bei rund 11 Millionen. 2011 kamen allein zum Karneval ĂŒber eine Million Besucher, die der Stadt insgesamt 40 Millionen Euro einbrachten.[35]

Der Touristenstrom hat 1999 zu einer ungewöhnlichen Aktion der Stadtverwaltung gefĂŒhrt: Man warnte in Plakaten vor Venedig. Diese Aktion richtete sich gegen Tagestouristen, die der Stadt außer Belastung wenig einbringen. Diese Plakataktion von Oliviero Toscani warnte mit drastischen Fotos von Ratten, verschmutzen KanĂ€len und verfallenden PalĂ€sten vor den hĂ€sslichen Seiten Venedigs, um diejenigen Besucher abzuschrecken, die eine Postkartenidylle erwarteten.[36]

Industrielle Betriebe

GrĂ¶ĂŸere Unternehmen existieren vor allem auf dem festlĂ€ndischen Teil der Stadt, wo sich Unternehmen der Chemie- und Ölindustrie, des Schiffbaus und die beiden FlughĂ€fen als grĂ¶ĂŸte Arbeitgeber befinden. Dort lebt heute der ĂŒberwiegende Teil der Bevölkerung.[37]

Dazu wurde in den Jahren vor und nach dem Ersten Weltkrieg in großem Maßstab Land enteignet, die entstehenden Kommunen wurden mit den StĂ€dten der Lagune zur Stadt Venedig verschmolzen. 1933 wurde die BrĂŒcke vom Festland zur Altstadt ausgebaut, Bahnhof und Parkplatz nebst kĂŒnstlichen Inseln entstanden, die Durchfahrten in die Adria wurde verbreitert und vertieft. Mestre hatte 1931 erst 35.860 Einwohner.

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich in Marghera Unternehmen wie Montedison oder EniChem Agricoltura (bis 1994) an, die DĂŒngemittel und Pflanzenschutzmittel produzierten, oder Schiffbauer wie Fincantieri. In Mestre dominierten Petrochemie und Hafen, zahlreiche Arbeiter zogen aus der Altstadt aufs Festland. 1939 waren hier 15.000 BeschĂ€ftigte, 20 Jahre spĂ€ter bereits 35.000 zu verzeichnen. 1963 hatte die Stadt bereits ĂŒber 200.000 Einwohner. Mit dem Ausbau der Autobahn Richtung Pavia gelang zwar eine stĂ€rkere ökonomische Anbindung an das Festland, doch geriet die Schiffbau- und die chemische Industrie in den 60er Jahre in eine schwere Krise. 1999 hatte Mestre nur noch 180.000 Einwohner und nur noch 28 % der ArbeitsplĂ€tze bot die Industrie, 71 % die Dienstleistungsbranchen.

Verkehr

WĂ€hrend der Verkehr auf dem festlĂ€ndischen Teil der Stadt dem einer mittelgroßen Stadt entspricht, ist er im Lagunenteil völlig anders organisiert. Hier herrschen Wasserwege und Fußverkehr vor. Venedig ist eine Stadt der FußgĂ€nger und Boote.

Handkarren

Im innerstĂ€dtischen Bereich wird der Lastentransport zu Land mittels Handkarren (carrelli) durchgefĂŒhrt. Diese haben aufgrund der vielen BrĂŒcken eine besondere Form. Die Last ruht vorwiegend auf der Hauptachse, die vorderen StĂŒtzrĂ€der dienen dazu, den Karren ĂŒber die Tiefe der nĂ€chsthöheren Stufen solange vorwĂ€rts zu schieben, bis die RĂ€der der Hauptachse auf den vorhergehenden, niedrigeren Stufen aufgesetzt werden können.

Wasserverkehr

Das bekannteste Verkehrsmittel Venedigs ist die Gondel, die allerdings ĂŒberwiegend dem Tourismus dient. Die Traghetti (GondelfĂ€hren) bilden eine Ausnahme. Sie ĂŒberqueren an acht Stellen den Canal Grande und bringen ihre FahrgĂ€ste, meist stehend, von der einen Uferseite auf die andere. Dieser Pendeldienst gehört zu den Verpflichtungen jedes Gondoliere und wird reihum wahrgenommen. Er stammt aus den Zeiten, als nur die RialtobrĂŒcke den Kanal ĂŒberquerte, und auch heute ĂŒberqueren ihn nur zwei in der NĂ€he des Bahnhofs, dazu die Rialto- und die AccademiabrĂŒcke.

Der Familie der Gondeln gehören die BarchĂ©ta da tragheto, Disdotona (von 12 Ruderern getrieben), Gondolin (eine kleine Gondel), Gondolon (eine große), Balotina und Mussin (mit nach vorn geneigtem Bug, sonst dem Gondolin Ă€hnlich) an. Sie alle verbindet eine asymmetrische Bauweise. Die Boote neigen leicht nach rechts, um den Druck des links gefĂŒhrten Ruders auszugleichen. Dabei wird der Gondolino da regata nur wĂ€hrend der Regata storica gefahren, einer Regatta durch den Canal Grande.

Daneben gibt es noch eine große Zahl von traditionellen Wasserfahrzeugen. Allein der Bauart sandoli, die aus einem Fischerboot hervorgegangen ist, sind Typen wie der CiosĂČto (bezieht sich auf Chioggia), der SÂŽciopon (der kleinste Sandolo), die Sanpierota (mit Segel am Heck), der Pupparin (der manchmal mit der Gondel verwechselt wird und mit bis zu vier Rudern ausgestattet ist), die Mascareta zuzuordnen.[38]

Es gibt in Venedig mehrere 100 private Motorboote, die allerdings mit ihrem Wellenschlag die Substanz der HĂ€user gefĂ€hrden. Hinzu kommen rund 200 Taxi- und weitere Hotelboote. Im August 1995 haben die Gondelfahrer den Canal Grande blockiert, um gegen den hohen Wellenschlag der Motorboote zu protestieren. Die Schrauben der Schiffsmotoren reichern das Wasser zudem mit Sauerstoff an und tragen so zur Bildung von FĂ€ulnisbakterien bei, die die Holzfundamente zersetzen. Im November 2001 ist von der italienischen Regierung der ‚Notstand’ fĂŒr Venedig ausgerufen worden. Danach sollte das Umweltministerium entschlossene und rasche Schritte ergreifen können. Zu den privaten Booten kommen öffentliche, wie die von Polizei und Feuerwehr, aber auch die stĂ€dtische MĂŒllabfuhr.

Polizei (Polizia), Feuerwehr (Vigili del Fuoco) und verschiedene KrankenhĂ€user und ihre Ambulanzen unterhalten eigene Bootsflotten, Ă€hnlich wie die MĂŒllabfuhr und die Post. Bei der Polizei sind wiederum die Staatspolizei (Polizia di Stato), die Carabinieri und die Guardia di Finanza zu unterscheiden. Hinzu kommen die KĂŒstenwache (Guardia Costiera), die Polizia locale, lagunare und provinciale.

Wasserbusse (vaporetti) wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingefĂŒhrt. FĂŒr ihren Betrieb ist heute die stĂ€dtische Verkehrsgesellschaft ACTV (Azienda Consorzio Trasporti Veneziano) verantwortlich. Diese Schiffe haben einen sehr flachen Rumpf, was ihren Tiefgang mindert. So sollten die Hausfassaden geschont werden, gegen die die Wellen mit enormen KrĂ€ften schwappen. Dies ist einer der GrĂŒnde, warum in Venedig strenge Höchstgeschwindigkeiten gelten und – grundsĂ€tzlich zumindest – kein Vaporetto im Canal Grande wenden darf. Die Vaporetti fahren in einem dichten Liniennetz auch die Nachbarinseln und das Festland an.

Bahn

Der Hauptbahnhof Santa Lucia am Canal Grande

In Venedig gibt es zwei Hauptbahnhöfe, den Venezia Santa Lucia als Kopfbahnhof des historischen Zentrums und den Knotenbahnhof Venezia Mestre im gleichnamigen Festlandsstadtteil. Ihm schließt sich westlich ein stillgelegter, aber noch fĂŒr den örtlichen GĂŒterverkehr benutzter Rangierbahnhof an. In Santa Lucia kommen tĂ€glich etwa 82.000 Reisende an, wobei rund 450 ZĂŒge verkehren, insgesamt reisen hier 30 Millionen FahrgĂ€ste pro Jahr. Den Bau regte 1924 der Architekt Angiolo Mazzoni an. Zehn Jahre spĂ€ter wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, den Virgilio Vallot gewann. 1936 einigte man sich, dass Mazzoni – Vallot den Bau ausfĂŒhren sollten, dessen Fertigstellung 1943 unterbrochen wurde. Nach dem Krieg fĂŒhrte ihn Paolo Perilli zu Ende.[39]

Der Bahnhof von Mestre, der 1842 eröffnet wurde, weist geringfĂŒgig höhere Passagierzahlen auf. Hier verkehren tĂ€glich rund 500 ZĂŒge.

Unter BĂŒrgermeister Paolo Costa (2000-2005) wurde die Schaffung einer U-Bahnlinie mit direktem Ausstieg auf dem Markusplatz und Murano forciert. Costas VorgĂ€nger und Nachfolger, der Philosoph Massimo Cacciari, seit April 2005 wieder im Amt, misst dem Projekt hingegen keine hohe PrioritĂ€t bei, so dass mittelfristig nicht mit dem Bau zu rechnen ist. Zwischen der Insel Tronchetto und der Piazzale Roma verkehrt eine von der Firma Doppelmayr errichtete Standseilbahn, der People Mover. Neben den beiden Kopfhaltestellen bedient die auf durchschnittlich sieben Meter hohen Stelzen errichtete Linie ĂŒber den Haltepunkt Marittima auch den FĂ€hrhafen. Die 822 Meter lange Strecke wird in drei Minuten bewĂ€ltigt.[40]

FlughÀfen

Venedig verfĂŒgt ĂŒber drei FlughĂ€fen, den Flughafen Venedig-Marco Polo und den von einigen Billigfluggesellschaften angeflogenen Flughafen Treviso sowie ĂŒber einen kleinen Landeplatz fĂŒr Privatflugzeuge auf dem Lido. Marco Polo fertigte 2006 7,7 Millionen Passagiere ab, in den ersten neun Monaten des Jahres 2008 waren es bereits 6.786.000.[41] Damit ist der Flughafen nach Rom und den beiden bei Mailand der viertgrĂ¶ĂŸte in Italien. Allerdings war das Passagieraufkommen 2008 leicht rĂŒcklĂ€ufig, der Flughafen Treviso legte allerdings um 10 % zu. Zusammen bilden die FlughĂ€fen den drittgrĂ¶ĂŸten Komplex Italiens.

Umwelt

In einer Stadt mit sehr wenigen Parkanlagen, wie den Giardini Papadopoli, dem BiennalegelĂ€nde oder dem Garten vor den Prokuratien, beziehen sich Umweltfragen eher auf die Lagune. Dabei ist das drĂ€ngendste Problem die immer hĂ€ufigere Überschwemmung der Stadt, aber auch die Zerstörung der Lagune, die damit untrennbar zusammenhĂ€ngt. Auch auf dem Festland gibt es nur wenige Gebiete, die nicht bebaut sind. Doch existieren Parks, wie etwa der Parco Alfredo Albanese[42] oder der Parco di San Giuliano in Mestre, die 33 bzw. 74 ha groß sind. Hinzu kommt der Querini-Wald mit rund 200 ha. Die Republik Venedig hatte solche WĂ€lder gezielt geschĂŒtzt, um sich hohe BĂ€ume und HolzvorrĂ€te zu sichern, doch fielen sie nach 1797 Industrialisierung und Landwirtschaft zum Opfer. In der Altstadt gibt es allerdings versteckte GĂ€rten, die fĂŒr den Besucher hinter hohen Mauern verschwinden.[43]

Hochwasser

Überschwemmung auf dem Markusplatz

Die GebĂ€ude Venedigs sind auf HolzpfĂ€hlen erbaut, die in verschiedene Schichten von Ton und Sand eingerammt sind. Die Technik der „palificazione“ hat sich, abgesehen von einer Mechanisierung, bis heute im Wesentlichen nicht geĂ€ndert.

Die Stadt ist oft von Hochwasser (Acqua Alta) betroffen. Am 4. November 1966 ereignete sich eine Sturmflut mit einer Höhe von 194 cm ĂŒber dem Normalpegel. Am 1. Dezember 2008 erreichte ein Hochwasser 156 cm.[44] Der Meeresspiegel in der Lagune liegt heute 23 cm höher als um 1900, teils wegen der (inzwischen gestoppten) Absenkung des Lagunenbodens durch Wasserentnahme, teils durch den allgemeinen Anstieg des Meeresspiegels. Das seit Ende 2004 in Bau befindliche MO.S.E-Projekt (modulo sperimentale elettromeccanico [45]) besteht aus 79 Schleusentoren auf dem Meeresgrund, die ab einem Hochwasser von 110 cm ĂŒber dem Normalpegel durch Druckluft aufgerichtet werden sollen. Die Fertigstellung ist fĂŒr 2014 vorgesehen.

Kritiker fĂŒhren gegen das Projekt an, dass der Meeresspiegel durch die weltweite KlimaerwĂ€rmung noch weiter steigen und die Ökologie in der Lagunenstadt durch die Schleusen beeintrĂ€chtigt werden könnte. In der Tat sind die zur Befriedigung der BedĂŒrfnisse der Erdölindustrie (Industriehafen Porto Marghera) und des Fremdenverkehrs (Kreuzfahrtschiffe[46]) immer weiter vertieften Hafeneinfahrten, darunter namentlich die nördliche bei Punta Sabbioni, ein Hauptproblem.

Wasserversorgung

Brunnen auf dem Campo San Giacomo dell'Orio

Da Venedig durch die Lage in der Lagune keinen festen sĂŒĂŸwasserfĂŒhrenden Grund unmittelbar unter sich hat, war man gezwungen, das Trinkwasser durch Sammeln von Regenwasser in Zisternen und Brunnen zu gewinnen. Lange Trockenperioden fĂŒhrten jedoch immer wieder zu Problemen bei der Versorgung.

So war man gezwungen unter großem Kostenaufwand vom Fluss Seriola Wasser herbeizuschaffen. Der Transport des Wassers oblag der Zunft der Acquaroli, die mit ihren Holzbooten, den burchi, das Trinkwasser in die Stadt brachten.

Die Republik veranlasste aus diesem Grunde des Öfteren die Bohrung von artesischen Brunnen, eine Zeit lang dachte man daran, vom Fluss Sile ein AquĂ€dukt in die Stadt zu bauen.

1830 fand in Vicenza ein Naturalistenkongress statt und die dort gefĂŒhrten Diskussionen fĂŒhrten zu einer Bohrung bis zu 300 m Tiefe, in der Hoffnung, dort auf Wasser zu stoßen, das aus den Alpen kam. Als man in 20 m Tiefe noch immer auf keine festen Schichten stieß, gab man den Versuch auf, ebenso wie einen nochmaligen Versuch einige Jahre spĂ€ter. 1848 entschloss sich die mit der Wassersuche betraute Gesellschaft, auf der Riva Ca’ di Dio zu einer Bohrung. Als man nach 145 m auf eine Wasserader stieß, war man derart euphorisch, dass man die Bohrung fortsetzte. Damit beschĂ€digte man jedoch die abdichtende Stausohle des gefundenen SĂŒĂŸwassers und machte es unbrauchbar.

WassertrÀgerin, Carlo Naya

Auf Vorschlag des Londoner Unternehmens Ritterbant & Dalgairns, eine Wasserleitung von der Seriola in die Stadt hinein zu verlegen (1875), verlĂ€ngerte man diesen Fluss von Moranzani bis zur Brenta bei StrĂ , damit er auch das Wasser dieses Flusses fĂŒhrte. Am 31. Juli 1885 wurde die Wasserleitung in Betrieb genommen. Ritterbant & Dalgairns erstellte darauf einen weiteren Plan und man schloss am 2. Mai 1889 einen Vertrag, der im MĂ€rz 1891 durch die Inbetriebnahme einer neuen, sublagunaren Leitung erfĂŒllt wurde. 1897 wurde Murano, 1900 die Giudecca, der Lido und andere kleine Inseln an die Wasserleitung angeschlossen.

Am 18. Juli 1911 riss jedoch ein Schiff das Hauptrohr der Wasserleitung auf und binnen kĂŒrzester Zeit war das gesamte Trinkwasser durch das eingedrungene Brackwasser unbrauchbar geworden. AufwĂ€ndige Reparatur- und Reinigungsarbeiten beseitigten den Schaden nur unzureichend, so dass 1912 mit den Arbeiten zum Bau einer neuen Wasserleitung begonnen wurde. Nach Kriegsende erfolgte die Fertigstellung. Die Leitung verlief ĂŒber eine LĂ€nge von ĂŒber 20 km von Sant'Ambrogio (ScorzĂš) bis nach S. Giuliano am Rand der Lagune. Eine doppelte Leitung, teilweise am Lagunengrund, fĂŒhrte Venedig aus den Sant'Ambrogio-Quellen ausreichend Trinkwasser zu.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden, nicht zuletzt durch die Erfordernisse des zunehmenden Massentourismus, am Festland laufend neue Quellen erschlossen und Wasserleitungen verlegt.

Muschelfischerei

FĂŒr Missstimmung zwischen Venedig und Chioggia sorgen die ‚Caparossolanti’, die MuschelmĂ€nner, wie sie im venezianischen Dialekt heißen. Ende der 1980er Jahre wurde von ZĂŒchtern die philippinische Venusmuschel (Tapes philippinarum), das ‚schwarze Gold der Lagune’, angesiedelt, die die heimischen Muscheln verdrĂ€ngte. Sie gedeiht besonders in den von Industrieabwasser verschmutzten und aufgeheizten GewĂ€ssern. Die Caparossolanti fangen sie mit eisernen Fangkörben in Sperrgebieten und reißen dabei den Lagunenboden auf. Über 1000 dieser MuschelmĂ€nner fischten 2006 in den GewĂ€ssern zwischen Chioggia und Venedig und verdienten dabei wesentlich mehr als die traditionellen Fischer, deren Lebensgrundlage sie gefĂ€hrden. In nur 15 Jahren ist durch die neue Muschelsorte die Wasserwelt der Lagune ins Wanken geraten. BekĂ€mpft werden die Caparossolanti von der Finanzpolizei in ihren ‚gelbe Flammen’ genannten Booten. Bereits fĂŒnf MuschelmĂ€nner sind dabei ums Leben gekommen. Es gibt ein ausgeklĂŒgeltes Informationssystem der Fischer untereinander, das ĂŒber Handys und Computer funktioniert und vor allem nachts eingesetzt wird.

FĂŒr die Einwohner von Chioggia hat die Philippinische Venusmuschel die Wirtschaft der Stadt beflĂŒgelt; wobei im Grunde eine Form der KriminalitĂ€t durch eine neue (die UmweltkriminalitĂ€t) ersetzt wurde.

Kunst und Kultur

Claude Monet: Abendstimmung in Venedig, 1908, Bridgestone Museum of Art in Tokio

Im gesamten Mittelalter war Venedig stark von der byzantinischen Kultur beeinflusst und erhielt im SpĂ€tmittelalter, Ă€hnlich wie Florenz, neuerlich Impulse aus dem Osten, die eine wichtige Voraussetzung fĂŒr die Renaissance bildeten. FlĂŒchtlinge aus Konstantinopel brachten antike Werke in den Westen, man durchsuchte Bibliotheken nach klassischen Schriften. Die eigenwillige Kunstentwicklung Venedigs reicht jedoch bis in die FrĂŒhgeschichte zurĂŒck und so unterscheidet sich der gotische Stil Venedigs sehr stark vom sonst gĂ€ngigen Begriff der Gotik.

Kunsthistorisch ist Venedig zur Zeit der Renaissance und des Barock von höchster Bedeutung: Es war der „Gegenpol“ zu Florenz und beherbergte viele KĂŒnstler wie Carpaccio, Giorgione, Giovanni Bellini, Tizian, Veronese und spĂ€ter Tintoretto, Giovanni Battista Tiepolo, Guardi und Canaletto.

Architektur

Kirchen

→ Siehe auch: Liste der Kirchen in Venedig

Venedig ist reich an Kirchen von der Romanik (Krypta von San Zaccaria) bis zum Barock, wobei der neben der Kirche stehende Glockenturm (Campanile) schon Ă€ußerlich besonders hervorsticht – er ist im gesamten ehemals venezianischen Gebiet bis nach Zypern anzutreffen. Die venezianische Sakralarchitektur verhĂ€lt sich konservativ selbstbewusst zu römisch-europĂ€ischen Trends.

San Giorgio Maggiore

Symbol Venedigs als Stadt und Republik war der Markusdom, der ursprĂŒnglich im byzantinischen Stil erbaute Schrein fĂŒr die Gebeine des Evangelisten Markus, zugleich Staats- und Palastkirche der Dogen. 976 bis 1094 entstand nach der Zerstörung der Kirche eine Kreuzkuppelkirche nach dem Vorbild Konstantinopels. Noch frĂŒher entstand die Basilika auf Torcello, Santa Maria Assunta. Sie geht auf das 7. Jahrhundert zurĂŒck. Als Ă€lteste Kirche innerhalb Venedigs gilt San Giacomo di Rialto, wenn auch hier, wie an den meisten Kirchen, starke bauliche VerĂ€nderungen vorgenommen wurden. Auch in San Giovanni Decollato (San Zan DegolĂ ) ist noch Originalsubstanz in grĂ¶ĂŸerem Umfang erhalten, ebenso wie in San Giacomo dall'Orio, das allerdings ĂŒberwiegend aus dem 14. Jahrhundert stammt.

San Polo, entstanden im 9. Jahrhundert, wurde im 14. und 15. Jahrhundert im gotischen Stil umgebaut. Es trĂ€gt ein gotisches Portal aus der Werkstatt Bartolomeo Bon (vor 1410–1464/67), der auch die Ca’ d’Oro errichten ließ. 1804 wurde die Kirche jedoch weitgehend umgebaut.

S. Zanipolo. Die einst verputzten BacksteinwÀnde sind heute aufgrund von Entscheidungen der Denkmalpflege Anfang des 20. Jahrhunderts freigelegt.

Mit den im 13. Jahrhundert nach Venedig kommenden Bettelorden der Dominikaner und Franziskaner entstanden GebetsrĂ€ume und schließlich große Bauwerke, wie Santa Maria Gloriosa dei Frari (Frari, dort befindet sich das Staatsarchiv) und Santi Giovanni e Paolo (Zanipolo). Eine weitere gotische Kirche ist Madonna dell'Orto (nach 1377 vollendet, Fassade des 15. Jahrhunderts). Übergangsformen zur Renaissance weist bereits San Zaccaria im Sestiere Castello auf, möglicherweise durch den Florentiner Baumeister Michelozzo di Bartolomeo, der die Bibliothek des zugehörigen Klosters 1433–1434 bauen ließ, durchgesetzt.

Der erste Sakralbau der Renaissance in Venedig ist San Michele in Isola. Die Fassade von San Zaccaria weist Parallelen zu San Michele auf. Die von Mauro Codussi errichtete Kirche Santa Maria Formosa dĂŒrfte eine der bekanntesten Renaissancekirchen Venedigs sein, wobei sie eine Renaissance- und eine Barockfassade aufweist. Ab 1492 entstand Santa Maria dei Miracoli. Ein Beispiel fĂŒr den RĂŒckgriff auf die Kreuzkuppelkirche ist die um 1500 erbaute Kirche San Giovanni Crisostomo. Beim grĂ¶ĂŸten Kirchenbau des frĂŒhen 16. Jahrhunderts, San Salvatore, bezieht man sich auf San Marco. Die Technik der Inkrustation fand an Santa Maria dei Miracoli ihre höchste Vollendung.

Herausragende Baumeister wie Jacopo Sansovino haben San Zulian, San Martino sowie den Innenraum von San Francesco della Vigna entworfen, Scarpagnino entwarf San Sebastiano. Andrea Palladio errichtete mit San Giorgio Maggiore, Il Redentore und der Fassade von San Francesco della Vigna richtungweisende Bauten; Le Zitelle kann ihm wohl nicht mehr zugewiesen werden. Die Fassade von San Pietro di Castello steht in der Nachfolge Palladios, seine Formensprache erscheint noch lange nach seinem Tod in Bauten wie San Trovaso, San Stae und weiter bis ins 19. Jahrhundert.

Zum Dank fĂŒr das Ende der Pest[47] wurde bis 1638 die Kirche Santa Maria della Salute erbaut, die bedeutendste barocke Kirche Venedigs, entworfen von Baldassare Longhena. Einige Kirchenfassaden dieses Jahrhunderts blieben unvollendet, wie Santi Apostoli, San Marcuola, San Lorenzo oder San Pantalon.

Die Fassade der PietĂ  an der Riva degli Schiavoni wurde erst im 20. Jahrhundert vollendet, die Fassade der Gesuati-Kirche (nur in Venedig gab es diesen Orden, der nicht mit den Gesuiti (Jesuiten) verwechselt werden darf, die Santa Maria Assunta dei Gesuiti erbauen ließen) konnte nur durch die Spende eines vermögenden Patriziers zu Ende gebracht werden. Solche Geldmittel flossen auch den Kirchen von San MoisĂš und Santa Maria Zobenigo zu, die entsprechende GrabmĂ€ler der Stifter hĂŒten. Andere Finanziers waren weltliche Gesellschaften, wie die Pinzocchere dei Carmini, die als Tertiarierinnen dem Karmeliterorden angehörten – aus ihnen ging die Scuola dei Carmini hervor. Sie sorgten dafĂŒr, dass zwischen 1286 und 1348 die Kirche Santa Maria dei Carmini entstand.

Auch andere Glaubensgruppen, wie die orthodoxen Griechen durften im 16. Jahrhundert Kirchen im Stadtgebiet erbauen. So entstand 1498 die Scuola di San NicolĂČ dei Greci, die ab 1548 die Kirche San Giorgio dei Greci errichten ließ. Auch die Protestanten durften eine Kirche errichten.

1706–1714 wurde der von Scamozzi begonnenen Theatinerkirche San Nicola da Tolentino ein korinthischer Pronaos vorgeblendet. 1760 entstand die klassizistische Maddalena-Kirche. Im kreisrunden Außenbau findet man einen achteckigen Innenraum. Unter den von napoleonischem Klassizismus geprĂ€gten Kirchen ist San Maurizio hervorzuheben. San Silvestro wurde erst im vierten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts begonnen, in klassizistischer Formensprache, wie an der Accademia.

Profanbauten

PalÀste
Dogenpalast, Seefront
Der Ă€lteste erhaltene Stadtpalast, das spĂ€tere Handelshaus der TĂŒrken (Fondaco dei Turchi). Die turmartigen Aufbauten entstammen der Phantasie der Restauratoren des 19. Jahrhunderts.
Ca’ d’Oro, das Goldene Haus

Ein Palast wird in Venedig im Allgemeinen als Casa (abgekĂŒrzt Caâ€Č) bezeichnet. In der öffentlichen Wahrnehmung gab es nur zwei PalĂ€ste in der Stadt, die als solche bezeichnet wurden: den Dogenpalast (Palazzo Ducale) und die Residenz des Patriarchen von Venedig, den Palazzo patriarchale.

Von den so genannten byzantinischen PalĂ€sten gibt es heute nur noch wenige und diese sind im 19. Jahrhundert weitgehend verĂ€ndert worden. Einen guten Eindruck vom Palastbau des 13. Jahrhunderts vermittelt der Fontego dei Turchi, dessen Name zwar auf ein tĂŒrkisches Handelshaus hindeutet, der jedoch auf einen Stadtpalast zurĂŒckgeht. Viel alte Substanz ist noch an der Ca’ da Mosto erhalten, der ab dem 13. Jahrhundert entstand. Die dekorativen Details des Komplexes Loredan und Farsetti, heute Rathaus und Kommunalverwaltung, entstammen weitgehend dem 19. Jahrhundert. Dennoch lĂ€sst sich die Fassadenkomposition einer typischen casa-fondaco (abgeleitet vom arabischen funduq = Lagerraum) noch klar ablesen: eine Arkadenreihe im Erdgeschoss, die zum Ein- und Ausladen von Waren geeignet war und ein ebenfalls durchgehend aufgerissener Piano Nobile. Im Grundriss Ă€ußert sich dies in einem zentralen Saal, der sich zur Fassade T-förmig erweitert.

Im Verlauf der Gotik wurden die Saalproportionen steiler und der T-förmige Grundriss wurde zugunsten eines leicht L-förmigen, spĂ€ter nur noch gerade durchgehenden Saales aufgegeben. Der so genannte gotico fiorito verwendete im 15. Jahrhundert am Canal Grande Maßwerk, das sich vom Dogenpalast herleitete. Der grĂ¶ĂŸte Bau ist die Ca’ Foscari an der ersten Biegung des Canal Grande. FĂŒr die Ca’ d’Oro (Goldenes Haus) wurde eine farbige Bemalung in Blau und Gold nachgewiesen. Bilder, insbesondere von Vittore Carpaccio und Gentile Bellini, lassen eine intensive Polychromie der gotischen Architektur erkennen.

Bedeutende HĂ€user des 16. Jahrhunderts sind die beiden PalĂ€ste Mauro Codussis, die Ca’ Vendramin und der Palazzo Corner Spinelli, ersterer mit einem RĂŒckgriff auf einen T-förmigen Saal. Was den Profanbau angeht, so konnte, ganz im Gegensatz zum Sakralbau, Andrea Palladio in Venedig nie Fuß fassen.

Eben die nach Entwurf von Jacopo Sansovino entstandene Ca’ Corner, ein am Canal Grande gelegener Palast der Familie Cornaro, ist ein epochemachender Bau der Hoch-Renaissance mit einem quadratischen Innenhof nach römischem Vorbild. Ein anderer bedeutender Architekt des Cinquecento, Sebastiano Serlio, konnte manche seiner Vorstellungen in Kooperation mit dem Patrizier Francesco Zeno bei dessen neu zu errichtendem Palazzo verwirklichen. Bis ins 18. Jahrhundert blieb man im Palastbau dem ĂŒberlieferten GebĂ€udetyp weitgehend treu. Die letzten Großbauten, heute als Museen genutzt, sind die Ca’ Pesaro, die Ca’ Rezzonico und der Palazzo Grassi. Neben dem barocken Palazzo Grassi Baldassare Longhenas, gibt es auch Beispiele klassizistischen Palastbaus durch die Architekten Antonio Diedo und Andrea Tirali.

Die Libreria Vecchia
Die Biblioteca Marciana, Detail aus einem GemĂ€lde Giovanni Antonio Canals (1730–50)

Das bedeutendste Werk des Architekten Sansovino ist die dem Dogenpalast gegenĂŒber liegende Alte Bibliothek, die Libreria Vecchia von ca. 1540. Sansovino hat in der Gestaltung der Fassade eine Idee aufgegriffen, die Mauro Codussi exemplarisch 1481–1509 durchgefĂŒhrt hat, und zwar am Palazzo Vendramin-Calerghi. Es ging darum, eine Verbindung zwischen der in Venedig ĂŒblichen Arkaden-Reihe und der Kolonnadengliederung der florentinischen Renaissance herzustellen. Codussi hatte die Kolonnaden so genau proportioniert vor den Bogengang der Fenster gesetzt, dass sich zwischen beiden eine neue Einheit entwickelte, die kaum mehr erkennen lĂ€sst, dass es sich um zwei verschiedene Prinzipien handelt. Diese Fenster werden in Venedig nach ihrem Erbauer „Codussi-Fenster“ genannt. Dieses Prinzip der Übereinanderlagerung von alten traditionell-runden Bögen und Renaissance-Formen hat Sansovino in seiner Bibliothek in noch schönerer Form wiederholt. Beim Bau dieser Bibliothek brach allerdings vor der Vollendung 1545 ein Teil des Gewölbes ein.

Die großen Scuole (scuole grandi)

Als Scuole wurden die ZĂŒnfte, aber auch Laienbruderschaften bezeichnet, die sich karitativen und geistlichen Aufgaben widmeten. Sie waren nach Nationen organisiert, aber auch nach Berufsgruppen. Unter ihnen ragten die Scuole grandi hervor, die geradezu in einen architektonischen und kĂŒnstlerischen Wettstreit traten, der ihre karitativen und berufsspezifischen Aufgaben zu ĂŒberlagern drohte.

Als Ă€lteste der im 16. Jahrhundert sechs Scuole grandi gelten die Scuole Santa Maria della CaritĂ  (ca. 1260) und San Teodoro (1258), denen 1261 die Scuola Grande di San Marco und die Scuola Grande di San Giovanni Evangelista folgten. Letztere verdankte ihren Aufstieg der Tatsache, dass sie 1369 eine Kreuzreliquie vom Patriarchen von Konstantinopel erhielt. Ähnlich prachtvoll sind die (unfertig gebliebene) Scuola Grande di San Rocco und della Misericordia (beide 1478) ausgestattet. An den im 15. und 16. Jahrhundert errichteten bzw. umgebauten Bauwerken haben Baumeister wie Pietro Lombardo und Mauro Codussi, aber auch Jacopo Sansovino mitgewirkt. Bei der Innenausstattung waren es vor allem Tizian und Jacopo Tintoretto. Im 17. Jahrhundert kam die Scuola Grande dei Carmini hinzu.

Kleinere ZunfthÀuser
Zunfthaus am Campo S. Margherita

Im 15. Jahrhundert dĂŒrften 200 bis 400 ZĂŒnfte und sonstige Laiengemeinden von denen es mindestens 925 gab[48], VersammlungshĂ€user besessen haben, von denen einige bis heute bestehen. Zu ihnen hatten, im Gegensatz zu den Scuole grandi, die Adligen keinen Zugang. Auch sie waren teilweise nach Nationen organisiert, jedoch ĂŒberwiegend nach handwerklichen Korporationen. Bis heute bestehen einige der VersammlungshĂ€user der Scuole piccole, beispielsweise am Campo Santa Margherita das Haus der Scuola dei Varotari, also der Gerber, oder am Campo San TomĂ , das der Scuola dei Calegheri, der Schuhmacherzunft also.

WohnhÀuser

Von den frĂŒhen WohnhĂ€usern, meist aus Holz und Schilf errichtet, ist kaum etwas ĂŒbrig geblieben. Im Lauf des SpĂ€tmittelalters setzte sich die Ziegelbauweise weitgehend durch, schon allein wegen der StadtbrĂ€nde, die etwa 1105 wĂŒteten. Zugleich stieg der Bedarf an HolzpfĂ€hlen, denn man drang mit der Bebauung zunehmend in morastiges GelĂ€nde vor. Dennoch geschah der Ausbau unter strenger Kontrolle, so dass trotz der Enge PlĂ€tze und Wege bestehen blieben, gelegentlich sogar RĂŒckbauten oder HausunterfĂŒhrungen erzwungen wurden. Schon ab 1294 mussten etwa DachvorsprĂŒnge genehmigt werden und Balkone sind vergleichsweise selten und oftmals sehr klein. Daher ragen nur wenige HĂ€user auf die engen Gassen.

Typischer Altan auf einem Palast

Folglich weicht man hĂ€ufig auf die DĂ€cher aus, um ans Sonnenlicht zu kommen (altana). Zugleich war die Bauhöhe begrenzt, was wiederum fĂŒr niedrigere Stockwerke sorgte, besonders im Ghetto. So waren und sind die WohnverhĂ€ltnisse hĂ€ufig beengt, wenn sich auch hinter den Fassaden hĂ€ufig beeindruckende RĂ€ume verbergen. Heute bereiten die Feuchtigkeit in den unteren Geschossen und die hohen Mieten die grĂ¶ĂŸten Probleme, was die Abwanderung seit Jahrzehnten beschleunigt. Zudem wird gerade in die unauffĂ€lligen Bauten wenig investiert. Dazu kommt, dass viele HĂ€user von Nichtvenezianern gekauft wurden, die nur selten anwesend sind. Außerdem haben viele Besitzer kein Interesse daran, ihre Wohnungen zu vermieten.

Hotels

Die meisten Hotels in Venedig unterstreichen ihren Stolz darauf, ihr Haus in einem der zahlreichen PalĂ€ste etabliert zu haben. In den 1940er Jahren war das anders. Das ehemalige Hotel Bauer-GrĂŒnwald (heute Bauer) nahe San MoisĂ© ist ein Beispiel dafĂŒr, wie rĂŒcksichtslos gegen die vorhandene Bausubstanz vorgegangen wurde, indem ein gerade moderner Architekturstil durchgesetzt wurde. Ähnliches gilt fĂŒr die Sparkasse, die Cassa di Risparmio. 2011 wurden PlĂ€ne bekannt, nach denen nun Pierre Cardin einen 240 m hohen Hotelturm errichten will.[49] Von einem eigenen architektonischen Stil der modernen Hotels kann jedenfalls nicht gesprochen werden, wenn auch deren institutionelle Tradition bis ins Hochmittelalter zurĂŒckgeht.

Öffentliche GebĂ€ude
Parkhaus am Piazzale Roma

Nur wenige GebĂ€ude in Venedig stammen aus einer Zeit, in der man von Öffentlichen GebĂ€uden sprechen kann. So waren GebĂ€ude der MachtausĂŒbung oder der allgemeinen Vorratshaltung keineswegs öffentlich zugĂ€nglich. Hingegen sind einige Bauwerke des 20. Jahrhunderts, wie der Bahnhof S. Lucia, aber auch das Parkhaus oder der Busbahnhof, durch die die meisten Besucher Venedig erreichen, schon eher als solche GebĂ€ude anzusprechen. Sie nehmen praktisch keinerlei RĂŒcksicht auf die historische Bausubstanz und sind – entsprechend andernorts entwickelter Vorgaben â€“ in die vorhandene Substanz gleichsam hineingetrieben worden. Die meisten Behörden und Institutionen der Stadt, einschließlich des Rathauses, finden sich heute in Ă€lteren GebĂ€uden, hĂ€ufig StadtpalĂ€sten und HandelshĂ€usern, die noch am ehesten ausreichend Platz bieten.

WirtschaftsgebÀude

Venedig war eine Stadt der Seefahrer. So entstanden die meisten GebÀude im Zusammenhang mit dem Schiffbau. Neben dem Arsenal, das praktisch einen eigenen Stadtteil darstellte, war die Stadt durchsetzt von zahlreichen, kleinen Werften, den Squeri, von denen heute nur noch eine aktiv ist. Sie findet sich bei San Trovaso unweit der Zattere.

Der letzte Squero

Von den drei Getreidespeichern, die die Versorgung der Bevölkerung mit den Grundnahrungsmitteln Weizen und Hirse, spĂ€ter Mais und Reis sicherten, sind heute noch zwei erhalten: der Hirsespeicher (1423) bei S. Stae (heute eine Grundschule) und der Speicher fĂŒr das Arsenal und die Flotte, das heutige Schifffahrtsmuseum. Der dritte stand dort, wo sich heute die Giardini Reali befinden, ein kleiner Park hinter den Prokuratien. Ebenso zentralisiert wie die Getreidelagerung war die des Mehls. Der Speicher befindet sich am Canal Grande, gegenĂŒber dem Patriarchenpalast, am Rio terĂ  San Silvestro. Ab dem 16. Jahrhundert kamen kleinere Speicher hinzu, wie der nicht leicht zu findende am Campo S. Margherita.

Die Spitze der Dogana da Mar

Das Handelshaus der Deutschen (fondaco dei tedeschi) nahe der RialtobrĂŒcke beherbergt heute die Hauptpost. Ähnliche HandelshĂ€user waren der Fontego dei Turchi u. a. Schließlich befindet sich am Rialtomarkt noch das GebĂ€ude des Fischmarkts, das im 19. Jahrhundert im gotischen Stil errichtet wurde. Dazu kam im 16. Jahrhundert das GebĂ€ude des Finanzministeriums, das sich ebenfalls an der RialtobrĂŒcke befindet und das GebĂ€ude des Banco Giro an der Piazza di Rialto, die inzwischen restauriert worden ist.

Die Zecca

An der Einfahrt des Canal Grande befindet sich das ehemalige ZollgebĂ€ude fĂŒr die Waren, die vom Meer kamen, das daher Dogana da Mar hieß. Hier lagerten die teuersten Waren, wie Pfeffer und Safran, aber auch Salz. FĂŒr die Waren, die vom Festland kamen, aus Oberitalien also, gab es eine entsprechende Dogana da Terra.

Die Zecca, von ihr sind die Wörter Zeche und Zecchine abgleitet, war der Ort, an dem bis 1797 die MĂŒnzen Venedigs geprĂ€gt wurden. Das wohl grĂ¶ĂŸte Bauwerk, das allerdings nur partiell als WirtschaftsgebĂ€ude anzusprechen ist, sind die Prokuratien. Dort residierten die Prokuratoren, die nicht nur Verwaltungs- sondern auch Finanzierungsaufgaben hatten.

Skulptur

Den so genannten „Akritanischen SĂ€ulen“ direkt neben dem Markusdom wurde lange die Stadt Acre bei dem heutigen Haifa als Herkunftsort zugeschrieben. Mittlerweile nimmt man an, dass sie aus Konstantinopel importiert und zwischen 524 und 527 hergestellt wurden.

Die Tetrarchen zwischen Dogenpalast und Markuskirche
Denkmal fĂŒr Bartolomeo Colleoni, Bronzeguss Andrea Verrocchio 1496

In die an die Markuskirche angrenzende Ecke des Dogenpalastes integriert, steht die aus Syrien stammende Gruppe der Tetrarchen aus der Zeit um 300 n. Chr. Es handelt sich um Porphyrstatuen des spĂ€trömischen Herrschers Diocletian und seiner Mitherrscher Maximianus Herculius, Constantius I. und Galerius. Sie zeigen den Wandel von einer auf MajestĂ€t bedachten Darstellung – siehe die Herrscherplastiken von Julius CĂ€sar oder Augustus – zu einer ganz neuen Art von Verinnerlichung hin, fĂŒr die der Körper kein natĂŒrliches Ausdrucksmittel von Macht mehr ist. Damit war der Weg zur frĂŒhchristlichen und byzantinischen Kunst beschritten.

Die berĂŒhmteste Reiterstatue ist das ab 1480 von Andrea Verrocchio geschaffene Bronzemonument des Condottiere Bartolomeo Colleoni auf dem Campo Santi Giovanni e Paolo.

Malerei

Die frĂŒhe, stark von byzantinischen Vorbildern beeinflusste Malerei ist kaum noch fassbar, jedoch finden sich im Markusdom zahllose Mosaiken. Als Vertreter dieser Malerei noch im 14. Jahrhundert gilt Paolo Veneziano (vor 1333 bis nach 1358), der zwar gotische Elemente ĂŒbernahm, aber noch keine Impulse der FrĂŒhrenaissance verarbeitete.

Mit Jacopo Bellini (ca. 1400–1470/71), der der Renaissance angehört, entwickelte sich vor allem mit den Exponenten Gentile (ca. 1429–1507) und Giovanni Bellini (ca. 1430–1516), Giorgione (1478–1510), Tizian (1477/90–1576) und Jacopo Tintoretto (1518–1594) eine maßgebliche venezianische Schule. Dazu zĂ€hlen auch Jacopo Palma (der Alte) (um 1480–1528), Lorenzo Lotto (1480–1556) und Paolo Veronese (1528–1588) sowie Sebastiano del Piombo (1485–1547) und schließlich Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770).

Das 18. Jahrhundert ist die BlĂŒtezeit der Veduten, mit denen vor allem Giovanni Antonio Canal (1697–1768) verbunden wird. Aber auch im 20. Jahrhundert wurde diese Kunst von Virgilio Guidi (1891–1984) geĂŒbt. Sie geht aber schon weniger auf bestimmte Auftraggeber, wie stĂ€dtische Institutionen oder Kirchen zurĂŒck, sondern stellt bereits ein Marktprodukt dar. Es fand mit der ĂŒblichen Grand Tour, mit der vor allem die jungen Adligen Europa kennen lernen sollten, aber wohl auch durch SchĂŒler kĂŒnstlerischen Unterrichts Verbreitung als Souvenir.

Glas

Glas wird zwar seit der SpĂ€tantike im Raum Venedig hergestellt,[50] doch begann der Aufschwung des Kunsthandwerks erst mit der vollstĂ€ndigen Verlagerung der Glasöfen nach Murano Ende des 13. Jahrhunderts.[51] Angelo Barovier gelang es Mitte des 15. Jahrhunderts Glas zu entfĂ€rben. Das crystallo, ein mit Manganoxid entfĂ€rbtes Soda-Kalkglas, wurde in ganz Europa fĂŒhrend. Bis um 1600 war die Kunstfertigkeit hierin beinahe konkurrenzlos und auch danach galt Glas Ă  la façon de Venise im deutschen Sprachraum als unĂŒbertroffen. Barockes Schnittglas brach Venedigs Vorrang erst im 18. Jahrhundert.

Die Einrichtung einer Glasfachschule auf Murano (1860) und die GrĂŒndung eines Unternehmens durch Antonio Salviati (1866), knĂŒpfte bewusst an die Kunsttradition mit ihren dĂŒnnwandigen FlĂŒgelglĂ€sern, Faden- und NetzglĂ€sern (reticella) an. FĂŒr den Jugendstil in Millefiori-Dekoren stehen die Fratelli-Toso-GlasgefĂ€ĂŸe der 1950er und 1960er Jahre sind von Farbe und Dekor her am Expressionismus orientiert, bunte Streifen- und geometrische Op-Art-Dekore in Vetro pezzato-Technik sind typisch fĂŒr die EntwĂŒrfe von Paolo Venini, Fulvio Bianconi und Ercole Barovier. Dessen Sohn Angelo Barovier bezieht sich mitunter auf Vasarely.

Museen

Ca’ Rezzonico

Venedig besitzt eine große Zahl von Museen, die ganz ĂŒberwiegend Kunstmuseen sind – zumeist in Bauwerken, die selbst architektonische Kunstwerke darstellen. Die bekanntesten sind neben den Galerie dell'Accademia, der Dogenpalast selbst und die Galleria G. Franchetti alla Ca’ d’Oro. Dazu kommen die Ca’ Rezzonico - Museo del Settecento veneziano, die mit dem Museo Querini Stampalia einen Schwerpunkt im 18. Jahrhundert legt, das Museo Correr, das sich der Geschichte der Republik Venedig widmet und die Ca’ Pesaro - Galleria Internazionale d'Arte Moderna, mit dem Hauptakzent auf moderner Kunst. Im Palazzo Grassi mit seinem Malereischwerpunkt und in der Peggy Guggenheim Collection finden sich ebenfalls zahlreiche Ausstellungen. Hinzu kommen Museen fĂŒr orientalische Kunst, fĂŒr Stoffe, das Schifffahrtsmuseum, schließlich die PalĂ€ste selbst, von denen manche zu Museen umgewandelt wurden, wie die Ca’ Mocenigo. Exponate zur Glaskunst werden im Museo del Vetro im Palazzo Giustinian dargeboten.

Musik und Theater

Innenraum des Fenice-Theaters

Im 16. Jahrhundert bildete sich aus verschiedenen Wurzeln u. a. der franko-flĂ€mischen Vokalpolyphonie und der Coro-spezzato-Technik Fra Ruffinos, und begĂŒnstigt durch die außergewöhnliche Prachtentfaltung wie auch durch die besondere Architektur der Markusdomes mit seinen verschiedenen Emporen die Venezianische Mehrchörigkeit. Diese Art der Aufspaltung des Gesamtklanges auf vollstimmige Instrumental- und Vokalensembles geht einher mit der Entdeckung einer spielfreudigen instrumentalen Beweglichkeit (wie sie gleichzeitig etwa durch den Organisten des Markusdoms Claudio Merulo fĂŒr die gerade entstehende Musik fĂŒr dieses Instrument umgesetzt wird), die den nur vokalen SĂ€tzen, wie man sie aus der vorhergehenden Generation etwa von Gabielis Lehrer Orlando di Lasso oder Giovanni Pierluigi da Palestrina kennt, einen oder mehrere virtuose, instrumentale Parts zur Seite stellt, die den Klang zu großen, vielstimmigen Akkorden aufbauen und den Werken feierlichen Glanz verleihen.

Als die bedeutendsten Vertreter dieser Kompositionsweise gelten Adrian Willaert, Andrea Gabrieli und dessen Neffe Giovanni Gabrieli, der den mehrchörigen Stil verfeinert und differenziert und, trotz der durch die Vielstimmigkeit der Werke entstehenden Komplikationen harmonisch bis an die Grenzen des Machbaren ausweitete und die verschiedenen Ensembles mit einer Neigung zu monumentalen Wirkungen gegenĂŒbergestellt hat. Der Glanz dieser Musizierpraxis ließ FĂŒrsten und MĂ€zene Musiker zu Studien bei den Gabrielis nach Venedig schicken. So studierten Hans Leo Hassler und Heinrich SchĂŒtz in Venedig. Gabrielis Musikauffassung wurde somit fĂŒr reprĂ€sentative Werke folgender Generationen stilbildend und beeinflusste Komponisten bis ins 20. Jahrhundert.

Nach der Amtszeit der Gabrielis wirkte Claudio Monteverdi als Kapellmeister am Markusdom.

Seit der Barockzeit war Venedig eines der Zentren der abendlĂ€ndischen Musik, der Oper und des Theaters. Im nach Brandkatastrophen mehrfach wieder aufgebauten barocken Teatro La Fenice finden heute ganzjĂ€hrig Symphoniekonzerte statt, die Opernsaison dauert von Dezember bis Juni. Weniger berĂŒhmt, aber im 18. Jahrhundert genauso extravagant war das Teatro Malibran, das nach der französischen Mezzosopranistin Maria Malibran benannt ist. 1678 unter dem Namen Teatro di San Giovanni Grisostomo eröffnet, galt es bereits wenige Jahre spĂ€ter als grĂ¶ĂŸtes und schönstes Theater der Stadt, berĂŒhmt vor allem fĂŒr die AuffĂŒhrung von Opern, die seit 1637 in der Stadt stattfanden. Nur das Teatro Goldoni diente von Anfang an der AuffĂŒhrung von TheaterstĂŒcken, nicht von Opern.

Unter den Komponisten, die zur Barockzeit in Venedig geboren wurden oder hier lebten und wirkten, sind vor allem Giovanni Legrenzi, die BrĂŒder Alessandro Marcello und Benedetto Marcello, Antonio Caldara sowie Antonio Vivaldi (1678–1741) zu nennen. Doch auch in der Musik des 20. Jahrhunderts brachte Venedig berĂŒhmte Musiker hervor, wie Luigi Nono, dessen Lebenswerk seit 1993 ein eigenes Archiv gewidmet ist.[52]

→ Siehe auch Artikel: Karneval in Venedig und Bauta

Biennale

Die Biennale von Venedig gilt als eine der wichtigsten internationalen Kunstausstellungen und wird seit 1895 alle zwei Jahre – bei mehrjĂ€hrigen Unterbrechungen in den Kriegsjahren â€“ zwischen Juni und November veranstaltet. Mittlerweile findet eine Unterteilung in Kunst, Musik, Tanz, Theater, Film und Architektur statt. Die Kunstbiennale findet in den ungeraden, die Architekturbiennale in den geraden Jahren statt. Die Filmfestspiele sowie das Festival fĂŒr Musik, Tanz und Theater finden jĂ€hrlich statt.

Die seit 1932 Ende August/Anfang September stattfindenden Filmfestspiele auf dem Lido gelten als das Àlteste und, neben dem Filmfestival Cannes und der Berlinale, als eines der drei bedeutendsten Filmfestivals weltweit.

Bildungswesen und Forschungseinrichtungen

Venedig hat drei UniversitĂ€ten: Neben der in der Ca’ Foscari untergebrachten, im 19. Jahrhundert gegrĂŒndeten UniversitĂ€t gibt es eine Internationale UniversitĂ€t, die „Venice International University“ sowie die UniversitĂ€t fĂŒr Architektur IUAV. Die UniversitĂ€t ging aus der 1868 gegrĂŒndeten Scuola Superiore di Commercio hervor, die die erste Wirtschaftshochschule Italiens darstellte. Erst 1939 bzw. 1954 kamen die Sprachwissenschaften hinzu, Literaturwissenschaft/Philosophie und Industriechemie 1969, ein Jahr, nachdem die Ca’ Foscari zur VolluniversitĂ€t erhoben worden war. Rund 10.000 Studenten sind eingeschrieben.

DarĂŒber hinaus befindet sich hier auch die Kunsthochschule Accademia di belle arti di Venezia, die eine Reihe berĂŒhmter KĂŒnstlerpersönlichkeiten hervorbrachte.

Mehrere Institute und Stiftungen haben sich in der Forschung Verdienste erworben. Hier sind vor allem das Ateneo Veneto di Scienze Lettere e Arti, die Deputazione di Storia Patria per le Venezie, das Istituto Veneto di Scienze, Lettere ed Arti sowie der Museumsverband, die Musei Civici Veneziani, zu nennen. Mit der Musikgeschichte befasst sich die Scuola di musica antica di Venezia. Mit der ArchĂ€ologie der Region befasst sich Archeo Veneto. Dabei finden sich im Venezia Laboratorio di Cultura inzwischen 40 Einrichtungen zusammen. Dazu kommen Forschungsinstitute, wie das Deutsche Studienzentrum in Venedig, die sich der Geschichte und Kultur der Stadt widmen und auch KĂŒnstler fördern. Die Internationale UniversitĂ€t wird vor allem von der britischen Warwick University begleitet.

Medien

Die italienische Presse ist entweder von einer Partei oder einem Konzern abhĂ€ngig. Das bedeutendste Blatt, neben den nationalen Zeitungen, ist Il Gazzettino, der bis in die 1990er Jahre in Venedig gedruckt wurde.[53] Er erschien dort seit 1887. 1983 entstand als herausgebende Gesellschaft die SocietĂ  Editrice Padana (S.E.P.). 2006 ĂŒbernahm jedoch Caltagirone Editore die Aktienmehrheit, der drittgrĂ¶ĂŸte Medienkonzern Italiens. Ende des Jahres besaß das Unternehmen bereits mehr als zwei Drittel der Anteile. 70 % der Anteile von Caltagirone liegen indirekt in HĂ€nden der gleichnamigen Familie, 34 % direkt.[54] Die Auflage, die 1997 noch bei ĂŒber 136.000 Exemplaren lag, fiel bis 2006 auf kaum mehr als 96.000. Eine Lokalredaktion besteht in Mestre.

Sport

Venezia - Regata Storica - Corteo 05.jpg
Teilnehmer an der Historischen Regatta 2008

Neben dem Rudern, das sich im öffentlichen Raum in zahlreichen Regatten niederschlĂ€gt, wie etwa der Regata storica oder der Voga veneta, dominiert der Fußball.

Die Ă€ltesten Rudergesellschaften reichen bis in die Zeit um 1900 zurĂŒck, so etwa die 1911 gegrĂŒndete Compagnia della Vela. Die Regatten selbst lassen sich bis ins SpĂ€tmittelalter zurĂŒckverfolgen. Die erste Nennung auf einem Stadtplan erfolgte durch Jacopo de’ Barbari im Jahr 1500. Die Regatta ist eine venezianische Erfindung.

1907 entstand der Verein Venezia Calcio, genauer die SocietĂ  Sportiva Calcio Venezia, die in der italienischen Liga vor allem in den 30er und 40er Jahren erfolgreich spielte. 1987 vereinte sie sich mit der Mannschaft aus Mestre, wobei die Vereinsfarben schwarz-grĂŒn durch das dortige orange ergĂ€nzt wurden. 2005 war der Verein insolvent, doch erfolgte eine NeugrĂŒndung.[55]

Noch Ă€lter als die Fußballvereine ist der erste Basketballverein, Reyer Venezia, der bereits 1872 entstand. Es handelte sich allerdings zunĂ€chst eher um einen Gymnastikverein.

Vergleichsweise unbedeutend ist der lokale Rugby-Verein Venezia Mestre Rugby, der 1986 entstand.

Persönlichkeiten

Zahlreiche Persönlichkeiten aus Venedig haben auf die Stadt und manche auch weit darĂŒber hinaus gewirkt. So sind auf der politischen Ebene allein 120 Dogen zu nennen, von denen wohl Enrico Dandolo der bekannteste sein dĂŒrfte, aber auch acht PĂ€pste, zuletzt Johannes Paul I. Vor allem im kulturellen Bereich gingen von der Stadt starke Impulse durch herausragende KĂŒnstler aus, vor allem Maler, Musiker und Schriftsteller wie Tizian, Claudio Monteverdi, Antonio Vivaldi oder der Komödiendichter Carlo Goldoni. Schließlich zĂ€hlen Marco Polo fĂŒr Asien und Giovanni Caboto fĂŒr Nordamerika zu den bekanntesten Entdeckern.

Panoramen

Luftbild von Venedig
Venedigs Zentrum von einem einlaufenden Schiff gesehen: links MĂŒndung des Canal Grande
PontonbrĂŒcke zur Festa del Redentore

Literatur

  • Peter Burke: Venedig und Amsterdam im 17. Jahrhundert, Göttingen 1993, ISBN 3-88243-264-0.
  • Riccardo Calimani: Die Kaufleute von Venedig. Die Geschichte der Juden in der Löwenrepublik (Storia del ghetto di Venezia), DĂŒsseldorf 1988, 1990
  • Ennio Concina, Piero Codato, Vittorio Pavan: Kirchen in Venedig, Hirmer Verlag, MĂŒnchen 1996, ISBN 3-7774-7010-4.
  • Richard Goy: Stadt in der Lagune. Leben und Bauen in Venedig, Stuttgart 1998, ISBN 3-89660-030-3.
  • Norbert Huse: Venedig. Von der Kunst, eine Stadt im Wasser zu bauen, Verlag Beck, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-406-52746-9.
  • Norbert Huse, Wolfgang Wolters: Venedig. Die Kunst der Renaissance. Architektur, Skulptur, Malerei 1460–1590, C. H. Beck Verlag, MĂŒnchen 1996, ISBN 3-406-31108-3.
  • Arne Karsten: Kleine Geschichte Venedigs, C. H. Beck Verlag, MĂŒnchen 2008. ISBN 978-3-406-57640-9. (Rezension)
  • Gabriele Köster: KĂŒnstler und ihre BrĂŒder. Maler, Bildhauer und Architekten in den venezianischen Scuole grandi, Berlin: Gebr. Mann 2007, ISBN 978-3-7861-2548-8
  • Heinrich Kretschmayr: Geschichte von Venedig, 3 BĂ€nde, 1905–1934, Sciencia Verlag, Nachdruck 1986, ISBN 3-511-01240-6.
  • Philip Longworth: Aufstieg und Fall der Republik Venedig, Bastei LĂŒbbe 1978, ISBN 3-404-00854-5
  • Gerhard Rösch: Venedig. Geschichte einer Seerepublik, Stuttgart 2000, ISBN 3-17-014547-9.
  • Giandomenico Romanelli (Hrsg.): Venedig: Kunst & Architektur, Könemann Verlagsgesellschaft, Köln 1997, 2 BĂ€nde, ISBN 3-89508-592-8.
  • Giandomenico Romanelli, Mark E. Smith: Venedig, Darmstadt 1997, Hirmer Verlag, MĂŒnchen 1997, ISBN 3-7774-7390-1.
  • Franz Peter Waiblinger (Hrsg.): Venedig. Ein literarischer ReisefĂŒhrer, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN 3-534-16589-6.
  • Alvise Zorzi: Venedig. Die Geschichte der Löwenrepublik, Hildesheim 1992, ISBN 3-546-49974-3.

Weblinks

 Commons: Venedig â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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Einzelnachweise

  1. ↑ Statistiche demografiche ISTAT. Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.
  2. ↑ Comune di Venezia: La Popolazione del Comune di Venezia (PDF 56 kB).
  3. ↑ Das gibt etwa Venice in Italy an und listet die grĂ¶ĂŸeren Inseln auf.
  4. ↑ (http://www.comune.venezia.it/flex/cm/pages/ServeBLOB.php/L/IT/IDPagina/18700 Superfici amministrative, Città di Venezia)
  5. ↑ In der Literatur wird der Stadtadel hĂ€ufig als Patriziat bezeichnet, jedoch hat sich in der deutschsprachigen Literatur der Begriff Adel zur Bezeichnung der im Fernhandel tĂ€tigen und politisch fĂŒhrenden Familien weitgehend etabliert.
  6. ↑ Unesco-Welterbeliste Nr. 394
  7. ↑ lagoon of Venice, Eintrag „what is the lagoon“, dann „from '300 to '900: the evolution of the lagoon“
  8. ↑ Laura Carbognin: Cenni sulla geologia della Laguna di Venezia e sul processo di subsidenza, 26. September 2003.
  9. ↑ [1]
  10. ↑ [2]
  11. ↑ Nach Angaben von weather.com
  12. ↑ 121 Inseln
  13. ↑ Zur Baugeschichte: Strada Nova / Via Vittorio Emanuele II
  14. ↑ Ma che cos'ù questo "caranto?", Archeologia subacquea
  15. ↑ Margaret Anne Doody: Tropic of Venice, University of Pennsylvania Press, 2007, S. 182f. und Richard John Goy: Building Renaissance Venice: patrons, architects and builders, c. 1430-1500, S. 87. Dort beschreibt er, wie allein fĂŒr San Zaccaria 1458 und 1462 fast 7.000 Bohlen verbaut wurden.
  16. ↑ Hugh Honour: Venedig, MĂŒnchen 1977, S. 209.
  17. ↑ Karte mit den Namen aller KanĂ€le
  18. ↑ Homepage der Stadt Venedig zur Einweihung des Ponte della Costituzione
  19. ↑ Der Einweihungstermin musste mehrmals verschoben werden und auch der BĂŒrgermeister wurde deswegen kritisiert (focus.de: Venedig – Albtraum BrĂŒckenbau) und NZZ Online: Neue BrĂŒcke ĂŒber Canal Grande in Venedig eingeweiht – BĂŒrgermeister rechtfertigt hohe Kosten des Calatrava-Bauwerks).
  20. ↑ Wladimiro Dorigo, Storia delle dinamiche ambientali ed insediative nel territorio lagunare veneziano, 10. Mai 1994
  21. ↑ Rolf Petri: La zona industriale di Marghera 1919-1939. Un’analisi quantitativa dello sviluppo industriale tra le due guerre, Venedig 1985.
  22. ↑ Zur Bevölkerungsentwicklung vgl. Karl Julius Beloch: Bevölkerungsgeschichte Italiens, Bd. 3: Die Bevölkerung der Republik Venedig, des Herzogtums Mailand, Piemonts, Genuas, Corsicas und Sardiniens. Die Gesamtbevölkerung Italiens, Berlin 1961, Abschnitt VII Die Republik Venedig.
  23. ↑ Alle Angaben nach Comune di Venezia
  24. ↑ Dies und das Folgende nach: Istat, Venezia (Datei im .zip-Format).
  25. ↑ Eine Liste der Patriarchen findet sich hier: Patriarchal See of Venezia
  26. ↑ Catholic Hierarchy. Archdiocese of Venezia
  27. ↑ Die jeweils aktuelle Liste findet sich hier.
  28. ↑ Die Sitzungen können hier verfolgt werden.
  29. ↑ Venedig sucht neuen Sponsor, Krone 3. MĂ€rz 2009
  30. ↑ Camera di Commercio, Unità Studi Statistica e Informazione Economica, Il Commune di Venezia e Cavallino-Treporti, 2007
  31. ↑ Consorzio Promovetro Murano und [www.pauly.it Pauly & C. CVM]
  32. ↑ Fondazione Venezia 2000 (Hrsg.): OECD Territorial Reviews. Rapporto su Venezia Metropoli, Venedig 2010, S. 85.
  33. ↑ Der Spiegel 50/2001, S. 188.
  34. ↑ Nach Angaben der Statistikseite der CittĂ  di Venezia und SĂŒddeutsche Zeitung, 14. Mai 2007.
  35. ↑ Festa record, un milione di turisti, in: La Nuova di Venezia e Mestre, 9. MĂ€rz 2011.
  36. ↑ [3]
  37. ↑ Storia del territorio: ieri e oggi. Mestre e la Terraferma: dalle origini ad oggi.
  38. ↑ Beschreibungen und BauplĂ€ne sind unter Venetian Boats abrufbar.
  39. ↑ Nach Angaben der italienischen Staatsbahnen.
  40. ↑ Apertura al pubblico (Italienisch). Il People Mover di Venezia. Abgerufen am 23. April 2010.
  41. ↑ Pressemitteilung der Betreibergesellschaft SAVE vom 10. November 2008 (PDF 144 kB): SAVE - Aeroporto di Venezia Marco Polo S.p.A: The Board of Directors approved the interim directors’ report at 30 September 2008
  42. ↑ Benannt nach dem 1980 von den Brigate rosse ermordeten Polizeichef Alfredo Albanese (Associazione italiana vittime del terrorismo
  43. ↑ Gianni Berengo Gardin, Cristiana Moldi-Ravenna, Teodora Sammartini: Die geheimen GĂ€rten Venedigs, Venedig 1988.
  44. ↑ Venice floods: 1st December 2008.
  45. ↑ Italienische Wikipediaseite zum Projekt MOSE
  46. ↑ So berichtete die SĂŒddeutsche Zeitung am 8. September 2009 unter der Schlagzeile Invasion der Seemonster
  47. ↑ Walter Saller:Pest in Venedig. Das große Sterben, in: Spiegel online, 15. Dezember 2007.
  48. ↑ Sie tauchen auch unter den Namen scuole d'arte, suffragi, sovvegni, fraterne und confraternite auf. Vgl. Gastone Vio: Le scuole piccole nella Venezia dei Dogi, Vicenza: Angelo Colla Editore 2004.
  49. ↑ Pierre Cardin baut Hotel-Turm in Venedig, in: Kleine Zeitung, 29. Juni 2011.
  50. ↑ Zusammenfassungen der BeitrĂ€ge zur Konferenz der New Yorker Colgate-University „Venice before San Marco. Recent Sudies on the Origin of the City“ vom 5. bis 6. Oktober 2001, zuletzt abgerufen am 9. Mai 2007
  51. ↑ Salvatore Ciriacono: Industria e artigianato, in: Storia di Venezia, Bd. 5, 523–592, hier 570.
  52. ↑ Die deutschsprachige Version der Website: Fondazione Archivio Luigi Nono.
  53. ↑ Il Gazzettino.
  54. ↑ Caltagirone Editore
  55. ↑ S.s.c. Venezia, Sito ufficiale - Storia

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