Virginia

ÔĽŅ
Virginia
Virginia
Flag of Virginia.svg Seal of Virginia white.svg
(Details) (Details)
Karte der USA, Virginia hervorgehoben
Liste der Bundesstaaten
Hauptstadt: Richmond
Staatsmotto: Sic semper tyrannis (so [ergeht es] immer den Gewaltherrschern)
Fläche: 110.785 km²
Einwohner: 8.001.024 (Zensus 2010) (72 E./km²)
Mitglied seit: 25. Juni 1788
Zeitzone: Eastern: UTC-5/-4
Höchster Punkt: 1.746 m (Mount Rogers)
Durchsch. Höhe: 290 m
Tiefster Punkt: 0 m Atlantischer Ozean
Gouverneur: Bob McDonnell (R)
Post / Amt / ISO VA / / US-VA
Karte von Virginia
Karte von Virginia
Geografische Karte Virginias
Geografische Karte Virginias

Virginia (engl. Aussprache Zum Anh√∂ren bitte klicken! [v…ĚňźdÕ° í…™nj…ô], offiziell Commonwealth of Virginia, deutsch veraltet auch Virginien) ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika, der Teile der s√ľdatlantischen K√ľstenebene, des Piedmont und der S√ľdappalachen umfasst. Nach √ľber 150 Jahren als englisch-britische Kolonie erlangte Virginia zusammen mit zw√∂lf anderen Kolonien die Unabh√§ngigkeit. 1788 war Virginia der zehnte Staat, der die Verfassung der USA ratifizierte. W√§hrend des B√ľrgerkrieges spalteten sich die nordwestlichen Bezirke ab und wurden zum eigenst√§ndigen Bundesstaat West Virginia. Hauptstadt Virginias ist Richmond. Der Beiname Virginias ist: ‚ÄěOld Dominion‚Äú (‚ÄěAltes Herrschaftsgebiet‚Äú). Auch wird er ‚ÄěMother of the Presidents‚Äú genannt, weil viele Pr√§sidenten aus Virginia stammen.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Virginia liegt an der Atlantikk√ľste der Vereinigten Staaten, etwa mittig zwischen der n√∂rdlichen (Maine) und s√ľdlichen (Florida) Ausdehnung der US-K√ľste. Von der Atlantischen K√ľstenebene entlang der Chesapeake Bay bis zu den H√∂hen der Blue Ridge Mountains in den Appalachen im Westen des Bundesstaats weist der Bundesstaat eine topografische Vielfalt auf. Die S√ľdgrenze, zu North Carolina und Tennessee, ist eine fast gerade Ost-West-Linie, w√§hrend die Nordgrenze, zu Maryland und dem District of Columbia vom Potomac River gebildet wird. Kentucky und West Virginia sind auf der Westseite der Appalachen ebenfalls direkte Nachbarstaaten.

Virginia teilt sich mit dem Nachbarstaat Maryland jeweils knapp eine Hälfte des ausgedehnten städtischen Ballungsraumes um den Bundesdistrikt Washington D.C. Dazu gehört neben dem Flughafen Dulles International auch Arlington County, wo sich eine Vielzahl amerikanischer Bundesbehörden, darunter das Pentagon befinden. Im westlichen Teil des Landes befindet sich der höchste Berg Virginias, der 1.746 Meter hohe Mount Rogers. Ebenfalls in den Appalachen befindet sich der Shenandoah-Nationalpark.

Zentrum von Richmond

Gliederung

Klima

Das Klima ist im Vergleich zu anderen US-Bundesstaaten mild. Der größte Teil des Staates östlich der Blue Ridge Mountains wird gemäß der effektiven Klimaklassifikation von einem warmgemäßigten Regenklima (Klasse Cfa) bestimmt. In den Gebirgsregionen westlich der Blue Ridge Mountains ist das Klima feucht-kontinental (Klasse Dfa).

Aufgrund des verschiedenartigen Landschaftsreliefs treten jedoch einige regionale Unterschiede auf. Die gr√∂√üten Differenzen treten an den K√ľsten des Atlantischen Ozeans, im Piedmont und in den Gebirgsketten der Blue Ridge und Allegheny Mountains auf. Der gew√∂hnlich moderate Einfluss des Ozeans vom Osten, bedingt durch den Golfstrom, wechselt sich mit kurzen Unwettern durch Hurrikans an der √Ėffnung der Chesapeake Bay ab. Andererseits erreichen besonders im Winter kalte Luftmassen von den Bergen den Staat und f√ľhren schwere Schneef√§lle mit sich. Die Interaktion dieser Klimaextreme und die topographische Diversit√§t sorgen im Shenandoah Valley, das den gebirgigen S√ľdwesten bildet, sowie auf den K√ľstenpr√§rien f√ľr Mikroklimata, die sich leicht, aber dennoch in einem nennenswerten Umfang von den anderen Regionen unterscheiden. Ein Klimaelement der letzten Jahre ist die Entstehung einer W√§rmeinsel im Norden Virginias, hervorgerufen durch die Ausbreitung des Ballungsraumes um Washington D.C. und den dadurch erh√∂hten W√§rmeaussto√ü. Trotzdem haben die Wetterstationen Virginias au√üer in den Ballungsr√§umen bisher keinen Einfluss der Globalerw√§rmung festgestellt.

Klimatische Naturkatastrophen sind zeitweise ein schwerwiegendes Problem. Wie oben erw√§hnt, machen Hurrikans die K√ľste Virginias sehr verletzbar, obwohl schwere Hurrikans nur selten die Region anlaufen und dann auch nur abgeschw√§cht eintreffen. Weit √∂fter ist der Staat von anderen Wettersystemen aus dem S√ľden betroffen, deren Ausl√§ufer sintflutartige Regenf√§lle in den Staat bringen. Gewitter sind zeitweise besorgniserregend und treten je nach Region an 30 bis 50 Tagen j√§hrlich auf, wobei die H√§ufigkeit nach Westen hin ansteigt. Umgekehrt hat Ostvirginia eine h√∂here Tornadorate; im staatsweiten Durchschnitt treten j√§hrlich 10 Tornados auf.

Bevölkerung

Historische Einwohnerzahlen
Census Einwohner ¬Ī in %
1790 691.737 ‚ÄĒ
1800 807.557 20 %
1810 877.683 9 %
1820 938.261 7 %
1830 1.044.054 10 %
1840 1.025.227 -2 %
1850 1.119.348 9 %
1860 1.219.630 9 %
1870 1.225.163 0,5 %
1880 1.512.565 20 %
1890 1.655.980 9 %
1900 1.854.184 10 %
1910 2.061.612 10 %
1920 2.309.187 10 %
1930 2.421.851 5 %
1940 2.677.773 10 %
1950 3.318.680 20 %
1960 3.966.949 20 %
1970 4.648.494 20 %
1980 5.346.818 20 %
1990 6.187.358 20 %
2000 7.078.515 10 %
2010 8.001.024 10 %
Vor 1900[1]

1900‚Äď1990[2] 2000[3]2010[4]

Ethnien und Abstammung

Von der √ľberwiegend wei√üen Bev√∂lkerung stammen etwa 11,7 % aus deutschsprachigen L√§ndern, 11,1 % aus Gro√übritannien (√ľberwiegend England) und 9,8 % aus Irland; 11,4 % der Wei√üen machten zu ihren Vorfahren keine Angaben. Die Afro-Amerikaner stellen 19,6 %, Hispanics (Latinos) etwa 6 % und Asiaten rund 5 % der Gesamtbev√∂lkerung, darunter viele Vietnamesen und Filipinos.

Einwohnerentwicklung

Im Jahre 2005 lag die fortgeschriebene Einwohnerzahl bei 7.567.465, was einen Anstieg von 86.133 Einwohnern oder 1,2 % gegen√ľber dem Vorjahr und einen Anstieg von 488.435 Einwohnern oder 6,9 % gegen√ľber 2000 darstellte. Das nat√ľrliche Wachstum gegen√ľber der Volksz√§hlung im Jahre 2000 lag bei 231.055 Personen (531.476 Lebendgeborene, 300.421 Gestorbene). Der Zuwanderungs√ľberschuss lag bei 243.498 Personen, davon 139.977 von au√üerhalb der USA und 103.521 aus dem Inland.

2006 waren 940.899 Personen (8,14 % der Gesamtbev√∂lkerung) im Ausland geboren, w√§hrend 99.104 in einem anderen Bundesstaat geboren waren.

Gesundheit

Von 100.000 Kindern sterben in Virginia 53 (US-Durchschnitt: 62). Auf 1.000 Lebendgeburten entfallen 7,3 Tote Säuglinge (US-Durchschnitt:6,8). Von 100.000 Bewohnern haben in Virginia 8,2 AIDS, damit liegen sie weit unter dem Mittelwert der USA (12,3). 31% (31,6%*) der Kinder haben Übergewicht, 10,7% (12,1%*) der Erwachsenen leiden an Diabetes. (*US-Durchschnitt) [5]

Größte Städte

→ siehe auch: Liste der Städte in Virginia

Geschichte

Den Namen erhielt Virginia zu Ehren der englischen K√∂nigin Elisabeth I. von Walter Raleigh im Zuge seiner Expedition von 1584, als er die erste Ansiedlung auf Roanoke Island gr√ľndete. Da die unverheiratete K√∂nigin den Beinamen ‚ÄěJungfr√§uliche K√∂nigin‚Äú (Virgin Queen) hatte und es aus der Sicht der Kolonialisten schlie√ülich um die Besiedlung und Urbarmachung eines solchen Landes ging, wurde dieser Name gew√§hlt. Allerdings bezeichnete man damit einst ein Gebiet, welches die sp√§teren Staaten Virginia, West Virginia, North Carolina, Kentucky, Tennessee und Ohio umfasste.

Von den Ureinwohnern Virginias sind am besten die zu den Virginia-Algonkin geh√∂renden Powhatan bekannt, die nahe der K√ľste lebten. Weitere Gruppen waren die zur Irokesen-Sprachfamilie geh√∂renden Nottaway und Meherrin s√ľdwestlich von diesen, die zur Sioux-Sprachfamilie geh√∂renden Monacan und Saponi, die im Vorland der Appalachen wohnten, und die Cherokee im √§u√üersten Westen des Staates.

In Virginia fanden die ersten Siedlungsversuche der Engl√§nder statt. Allerdings wurden diese ersten Versuche nicht von der englischen Regierung, sondern von einem Unternehmen namens ‚ÄěVirginia Company‚Äú unternommen, das 1607 die Siedlung Jamestown gegr√ľndet hatte. Der englischen Regierung fehlte zu dieser Zeit das Geld, um solche teuren und unsicheren Expeditionen zu finanzieren. Anfangs hatten die Besiedlungsversuche nur m√§√üigen Erfolg. Von den im Dezember 1606 in England gestarteten 144 M√§nnern waren neun Monate sp√§ter nur noch 38 am Leben (39 starben w√§hrend der √úberfahrt, 67 in den ersten neun Monaten nach der Ankunft an der K√ľste). Auch Hungersn√∂te waren keine Seltenheit, trotzdem nahmen immer mehr Engl√§nder die Gelegenheit wahr und emigrierten nach Virginia.

In den Englischen Powhatankriegen kam die Kolonie in starke Bedrängnisse.

Das Jahr 1612 stellt ein √∂konomisch sehr bedeutendes Jahr dar. John Rolfe pflanzte die erste Tabakpflanze (die er wahrscheinlich aus Trinidad mitgebracht hatte) in Virginia. Aufgrund des hei√üen und feuchten Klimas und der Hilfe der Indianer gediehen die Tabakpflanzen pr√§chtig. Rolfe, der 1614 eine Indianerin namens Pocahontas geheiratet hatte, machte sich 1616 mit der ersten Ladung Tabak auf den Weg nach England, wo er einen durchschlagenden Erfolg erlebte. 1617 kehrte er nach Virginia zur√ľck, um sich weiter dem Tabakanbau zu widmen, allerdings ohne Pocahontas, die in England gestorben war. Rolfe hatte den ersten Boom der neuen englischen Welt ausgel√∂st. 1618 wurden 20.000 Pfund Tabak exportiert, 1638 betrug die Summe der Exporte bereits drei Millionen Pfund.

Der zweite Gouverneur der Kolonie wurde Lord De La Warr. Deutsche Einwanderer aus dem Siegerland gr√ľndeten 1714 die Kolonie Germanna. Germanna wurde nach Deutschland (Germany) und der damaligen britischen K√∂nigin Anne benannt.

Als Heimat vieler Gr√ľnderv√§ter, insbesondere Patrick Henry, Thomas Jefferson, Richard Henry Lee, James Madison, George Mason und George Washington, spielte Virginia eine herausragende Rolle in der Amerikanischen Unabh√§ngigkeitsbewegung. Die britischen Kolonialherren wurden aus Virginia nach der verlorenen Schlacht von Great Bridge (9. Dezember 1775) endg√ľltig vertrieben. Der in Williamsburg tagende Konvent von Virginia erkl√§rte am 15. Mai 1776 Virginia f√ľr unabh√§ngig. Im Rahmen der Arbeit an einer Verfassung verabschiedete er am 12. Juni 1776 einstimmig eine ma√ügeblich von George Mason formulierte Grundrechteerkl√§rung ‚Äď die Virginia Declaration of Rights. Wenige Wochen sp√§ter w√§hlte der Konvent schlie√ülich Patrick Henry zum ersten Gouverneur von Virginia. Mit Annahme der Unabh√§ngigkeitserkl√§rung der Vereinigten Staaten durch den Kontinentalkongress am 4. Juli des Jahres wurde Virginia einer der dreizehn Gr√ľnderstaaten der USA.

Reenactment der Schlacht von Petersburg

Im Konflikt zwischen S√ľd- und Nordstaaten, der 1861 zum Amerikanischen B√ľrgerkrieg f√ľhrte, geh√∂rte Virginia zur Konf√∂deration. Am 17. April 1861 beschloss die im Februar einberufene State Convention die ‚Äěsecession ordinance‚Äú (Sezessions-Verf√ľgung). Vorausgegangen waren lange und intensive Debatten √ľber das Pro und Contra der Sezession. Ma√ügeblichen Anteil an der Entscheidung zur Sezession hatte die Truppeneinberufung Abraham Lincolns (nach dem Angriff von South Carolina auf Fort Sumter), wodurch Bef√ľrchtungen geweckt wurden, der Norden wolle die aus der Union ausgetretenen Staaten mit milit√§rischen Mitteln zum Verbleib in der Union zwingen. Unter diesen Vorzeichen entstand eine Mehrheit in der state convention, die die Sezession bef√ľrwortete. Mit 88 zu 55 Stimmen war das Abstimmungsergebnis allerdings nicht so eindeutig wie in den meisten anderen Sezessionsstaaten. Das √§nderte jedoch nichts daran, dass Virginia in den folgenden vier Jahren zu einem der wichtigsten Schaupl√§tze des B√ľrgerkrieges werden sollte, zumal es mit Richmond auch die Hauptstadt der Konf√∂derierten stellte. Die sklavenfreien nordwestlichen Countys erkl√§rten dagegen ihrerseits am 27. April 1861 die Abspaltung vom Staat und den Verbleib in der Union. Dieser Teil Virginias wurde noch w√§hrend des Krieges 1863 als West Virginia 35. Gliedstaat der USA.

Am 26. Januar 1870 wurde Virginia wieder in die Union aufgenommen.

Patrick Henry vor dem B√ľrgerhaus auf einem 1851 gemalten Bild von Peter F. Rothermel

B√ľrgerhaus

Zu Kolonialzeiten wurde das Unterhaus der Regierung House of Burgesses (B√ľrgerhaus) genannt. Zusammen mit dem Gouverneursrat hielt das B√ľrgerhaus die Generalversammlung ab. Der Gouverneursrat bestand aus zw√∂lf M√§nnern, die vom britischen Monarchen bestimmt wurden, um den Gouverneur zu bestimmen und ihn zu beraten. Er hatte auch die Funktion des h√∂chsten Gerichts der Kolonie, einer mit dem britischen Supreme Court vergleichbaren Kolonialinstitution. Mitglieder des B√ľrgerhauses wurden von allen Wahlberechtigten der Kolonie bestimmt. Jeder Landkreis (County) w√§hlte zwei B√ľrger, um diesen zu vertreten; das College of William & Mary (nach Harvard die zweit√§lteste Hochschule Amerikas) und die St√§dte Norfolk, Williamsburg und Jamestown w√§hlten hierf√ľr je einen B√ľrger.

Die B√ľrger kamen zusammen, um Gesetze f√ľr die Kolonie zu beschlie√üen und die Richtung f√ľr das zuk√ľnftige Wachsen der Kolonie festzulegen. Der Rat pr√ľfte die Gesetzentw√ľrfe und genehmigte oder missbilligte sie. Die Genehmigung der B√ľrger, des Rates und des Gouverneurs waren erforderlich um ein Gesetz zu verabschieden. Die Idee der gew√§hlten B√ľrger war wichtig und neu. Sie gab den Wahlberechtigten von Virginia das erste Mal eine M√∂glichkeit, ihre Regierung zu kontrollieren.

Anfangs wurden die B√ľrger von allen freien M√§nnern der Kolonie gew√§hlt, w√§hrend Frauen, Hausangestellte und Indianer nicht wahlberechtigt waren. Sp√§ter wurden die Wahlgesetze versch√§rft; es war nun n√∂tig, mindestens 20 Hektar Land zu besitzen. Gegr√ľndet im Jahr 1619 ist die Generalversammlung von Virginia die √§lteste immer noch existierende Regierung der Neuen Welt. Heutzutage wird sie gebildet aus Senat und Delegiertenhaus. Der Begriff B√ľrgerhaus wird inzwischen f√ľr die gesamte Regierung dieser Zeit benutzt.

Politik

Als Bundesstaat der Vereinigten Staaten ist Virginia ein teilsouveräner Gliedstaat mit eigenen Institutionen auf einzelstaatlicher Ebene auf der einen Seite und Teilhabe an den Institutionen des Gesamtstaates auf der anderen Seite.

Einzelstaatliche Ebene

Gouverneur Bob McDonnell

Die Exekutive besteht aus dem Gouverneur von Virginia, seit Januar 2010 dem Republikaner Bob McDonnell (siehe auch: Liste der Gouverneure von Virginia), dem Vizegouverneur (Lieutenant Governor) (derzeit: Bill Bolling) und dem Attorney General (derzeit: Ken Cuccinelli), die alle zum gleichen Zeitpunkt f√ľr vier Jahre direkt vom Volk gew√§hlt werden.

Das Parlament von Virginia, die General Assembly, setzt sich aus zwei Kammern zusammen. Die erste Kammer, das House of Delegates, besteht aus 100 f√ľr zwei Jahre gew√§hlten Mitgliedern, die jeweils etwa 71.000 Wahlberechtigte repr√§sentieren.[6] Die letzte Wahl fand im November 2009 statt, das neue House hat sich im Januar 2010 konstituiert. Die zweite Kammer, der Senat, besteht aus 40 f√ľr vier Jahre gew√§hlten Mitgliedern.[7] Im House of Delegates stellen die Republikaner die Mehrheit, im Staatssenat die Demokraten.

Nach der Verfassung von Virginia muss eine Gesetzesvorlage beide Kammern der Legislative durchlaufen ‚Äď erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem Gouverneur vorgelegt. Sollte dieser ein Veto einlegen, kann dieses mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit in beiden Kammern √ľberstimmt werden.[8]

Siehe auch:

Bundesebene

Auf Grund seiner Gr√∂√üe und Bev√∂lkerungsst√§rke war Virginia im 18. und in der Anfangszeit des 19. Jahrhunderts der politisch f√ľhrende Staat der USA. Insgesamt acht Pr√§sidenten kamen aus Virginia. Diese hohe Zahl erreicht sonst nur Ohio, das ebenfalls die Heimat von acht Pr√§sidenten war. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert ging der Einfluss Virginias merklich zur√ľck, da die Zuwanderung in die St√§dte des Nordens sowie in die neuen Bundesstaaten des Nordwestterritoriums st√§rker war als in das l√§ngst etablierte Agrarland Virginia. Bis 1812 war es im Electoral College f√ľhrend, wurde dann aber von New York an der Spitze abgel√∂st. Mit seinem Beitritt zur Konf√∂deration 1861 wurde der ‚ÄěOld Dominion State‚Äú der Plantagenbesitzer innerhalb des neuen Verbundes nun wieder der bev√∂lkerungsreichste Staat. Nach der R√ľckkehr zur Union w√§hlte Virginia zwischen 1872 und 1948 nur zweimal republikanisch, und war ‚Äď wie fast alle Staaten des S√ľdens ‚Äď wahrlich republikanerfeindlich. Zwar hat Ulysses S. Grant bei der Pr√§sidentschaftswahl 1872 aufgrund der Politik der Reconstruction, welche die Wahlrechte f√ľhrender Politiker der Konf√∂deration einschr√§nkte und befreiter Sklaven st√§rkte, noch gewinnen k√∂nnen, aber die danach eintretende √Ąnderungen im Wahlrecht lie√üen die F√ľhrung an die Demokraten wieder √ľbergehen. Der alte Geist der Konf√∂derierten spielte dabei eine gro√üe Rolle, da die Republikaner unter Lincoln durch die Abschaffung der Sklaverei die Gesellschaft der Gro√ügrundbesitzer, die im S√ľden der USA vorherrschte, ma√ügeblich ver√§ndert hatten. Die Demokraten setzten sich st√§rker f√ľr die Selbstbestimmungsrechte der einzelnen Bundesstaaten gegen√ľber den Machtbestrebungen des Bundes ein und waren daher die Partei des S√ľdens. Herbert C. Hoover hat bei der Wahl von 1928 hier als einziger Republikaner bis in die 1950er Jahre eine Wahl f√ľr sich gewinnen k√∂nnen.

Von 1952 bis heute hat Virginia allerdings nur noch 1964 mit Lyndon B. Johnson und erst wieder 2008 mit Barack Obama f√ľr einen demokratischen Pr√§sidentschaftsbewerber gestimmt. Damit ist es viel fr√ľher (und noch zur Zeit der Jim-Crow-Gesetze) als viele andere S√ľdstaaten zu einem der st√§rksten Red States geworden, wie sie f√ľr das Gebiet der alten Confederacy mittlerweile typisch sind. Allerdings sind die Demokraten im Gro√üraum von Washington D.C. sowie in den angrenzenden Countys von Richmond sehr stark. Im Electoral College stellt Virginia, aufgrund seines leicht √ľberdurchschnittlichen Bev√∂lkerungswachstums, seit der Volksz√§hlung 1990 13 Wahlm√§nner, davor waren es noch zw√∂lf.[9]

Im derzeitigen 111. Kongress der Vereinigten Staaten wird Virginia im Senat durch die beiden Demokraten Jim Webb (seit 2006) und Mark R. Warner vertreten. Warner l√∂ste nach der Wahl 2008 seinen nicht mehr kandidierenden Namensvetter, den zuvor seit 1979 amtierenden Republikaner John Warner, ab. Im Repr√§sentantenhaus gab es bei den Wahlen von 2008 gro√üe Verschiebungen: Die Republikaner, zuvor mit acht Abgeordneten aus Virginia vertreten, nehmen mit Rob Wittman (seit 2007), Randy Forbes (seit 2001), Bob Goodlatte (seit 1993), Eric Cantor (seit 2001) und Frank Wolf nur noch f√ľnf Mandate ein. Neben den bereits zuvor amtierenden Demokraten Rick Boucher (seit 1983), Jim Moran (seit 1991) und Robert C. Scott (seit 1993) wurden Glenn Nye, Tom Perriello und Gerry Connolly neu in den Kongress gew√§hlt. Perriello setzte sich dabei gegen Amtsinhaber Goode durch; dieser war 2006 durch seine Kritik an dem muslimischen Abgeordneten Keith Ellison aus Minnesota aufgefallen, als dieser seinen Amtseid mit der Hand auf dem Koran anstatt der Bibel leisten wollte. Goode meinte, dies stehe zu den traditionellen Werten des Landes im Widerspruch, und weitere F√§lle seien nur durch rigorosere Einwanderungspolitik zu verhindern.

Siehe auch:

Todesstrafe

Virginia ist nach Texas der Staat mit den meisten Hinrichtungen in den USA seit der Wiedereinf√ľhrung der Todesstrafe 1976. Bis September 2010 wurden 107 Menschen exekutiert.

Kultur und Sehensw√ľrdigkeiten

Parks

Nationalpark Lage Ansicht
Shenandoah-Nationalpark
  • Virginia
  • 1.511.016 Besucher (2004)
  • gegr√ľndet 26. Dezember 1935
Shenandoah-Nationalpark
Karte der Vereinigten Staaten
Skyline drive 20050521 123518 2.jpg

National Monuments

Außerdem gibt es zwei Gedenkstätten vom Typ eines National Monuments:

Wirtschaft

Virginia gehört zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Bundesstaaten der USA. Das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf (engl. per capita real GDP) lag im Jahre 2006 bei USD 41.702 (nationaler Durchschnitt der 50 US-Bundesstaaten: USD 37.714; nationaler Rangplatz: 8).[10]

Bedeutendes Tabak-, Baumwolle-, Heu-, Erdnuss-, Mais- und Weizengebiet; Viehzucht (insbes. Milchviehhaltung), Austernfischerei; reiche Bodenschätze: Kohle-, Natursteine-, Eisen-, Holz-, Papier-, Glas-, Tabakverarbeitung; Schiffbau. Wichtige Wirtschaftsfaktoren sind die zivilen und militärischen Behörden in Arlington (Pentagon) und Hampton. Von Bedeutung ist auch der Tourismus.

Armut und Arbeitslosigkeit

In Virginia leben offiziellen Angaben zu folge rund 1,04 Mio. arme Menschen, das entspricht einem Prozentsatz von 14,1. Arbeitslos gemeldet waren im August 2010 551.810 Personen, das entspricht einer Quote von 7%. Im US-Durchschnitt waren es zum Vergleich 9,6%. Im Juni 2010 wurden an ca. 802.400 Bewohner des Staates Essensmarken ausgegeben.[5]

Bildung

Die wichtigsten staatlichen Universitäten sind die University of Virginia, das College of William & Mary, die George Mason University, die James Madison University, die Norfolk State University, die Old Dominion University, die Virginia Commonwealth University, die Christopher Newport University, und das Virginia Polytechnic Institute and State University. Eine wichtige private Hochschule ist die Liberty University. Weitere Hochschulen sind in der Liste der Universitäten in Virginia verzeichnet.

Persönlichkeiten

Sonstiges

Staatsvogel: Roter Kardinal
  • Motto: Sic semper tyrannis. bedeutet ‚ÄěSo [soll es] immer den Tyrannen [ergehen]‚Äú (Auf der Nationalflagge mit niedergeworfenem Tyrannen zu sehen.)
Das Wappen wurde von George Wythe entworfen, der auch die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben hatte. Das 1776 bereits allgemein verwendete Nationalsymbol wandelte man 1930 leicht ab.
  • Staatsvogel: Roter Kardinal
  • Der erste gew√§hlte schwarze Gouverneur eines US-Bundesstaates (Douglas Wilder) begann 1990 in Virginia seine Amtszeit

Literatur

  • L. D. Rubin, jr.: Virginia. A history. New York 1977.
  • A. A. Bodine: Face of Virginia. 2. Auflage. Baltimore 1972.

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ U.S. Census Bureau _ Census of Population and Housing. Abgerufen am 28. Februar 2011
  2. ‚ÜĎ Auszug aus Census.gov. Abgerufen am 28. Februar 2011
  3. ‚ÜĎ Auszug aus factfinder.census.gov Abgerufen am 28. Februar 2011
  4. ‚ÜĎ 2010 US-Zensus Website (mehrsprachig)
  5. ‚ÜĎ a b Virginia - Kaiser State Health Facts
  6. ‚ÜĎ Vgl. Visitor's Guide und Delegates auf der Website der Virginia Generaly Assembly.
  7. ‚ÜĎ Vgl. Senators auf der Website der Virginia Generaly Assembly
  8. ‚ÜĎ Vgl. ARTICLE IV Section 11. Enactment of laws und ARTICLE V Section 6. Presentation of bills; powers of Governor; vetoes and amendments.
  9. ‚ÜĎ www.270towin.com
  10. ‚ÜĎ U.S. Bureau of Economic Analysis: Regional Economic Accounts

Weblinks

 Commons: Virginia ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Virginia ‚ÄĒ ‚ÄĘ One of the thirteen original states Catholic Encyclopedia. Kevin Knight. 2006. Virginia ¬†¬†¬†¬†Virginia ¬†¬†¬†¬†‚Ć ‚Ķ   Catholic encyclopedia

  • VIRGINIA ‚ÄĒ VIRGINIA, state on the east coast of the U.S. In 2001, approximately 66,000 residents were of the Jewish faith, comprising just 0.9% of the state s total population. One of the fastest growing Jewish populations in the country, the largest Jewish ‚Ķ   Encyclopedia of Judaism

  • Virg√≠nia ‚ÄĒ Virginia Cette page d‚Äôhomonymie r√©pertorie les diff√©rents sujets et articles partageant un m√™me nom ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Virginia ‚ÄĒ Vir*gin i*a, n. One of the States of the United States of America. a. Of or pertaining to the State of Virginia. [1913 Webster] {Virginia cowslip} (Bot.), the American lungwort ({Mertensia Virginica}). {Virginia creeper} (Bot.), a common… ‚Ķ   The Collaborative International Dictionary of English

  • Virginia ‚ÄĒ Virginia, NE U.S. village in Nebraska Population (2000): 67 Housing Units (2000): 35 Land area (2000): 0.098497 sq. miles (0.255105 sq. km) Water area (2000): 0.000000 sq. miles (0.000000 sq. km) Total area (2000): 0.098497 sq. miles (0.255105 sq ‚Ķ   StarDict's U.S. Gazetteer Places

  • Virginń≠a [2] ‚ÄĒ Virginń≠a (State of Virginia [spr. Steht of Virdschinie], Virginien; officielle Abk√ľrzung: Va., seltener Virg.), der gr√∂√üte der urspr√ľnglichen dreizehn Staaten der Nordamerikanischen Union, einer der sechs sogenannten Central Sklaven Staaten… ‚Ķ   Pierer's Universal-Lexikon

  • Virginia, IL ‚ÄĒ U.S. city in Illinois Population (2000): 1728 Housing Units (2000): 794 Land area (2000): 1.084637 sq. miles (2.809197 sq. km) Water area (2000): 0.012174 sq. miles (0.031531 sq. km) Total area (2000): 1.096811 sq. miles (2.840728 sq. km) FIPS… ‚Ķ   StarDict's U.S. Gazetteer Places

  • Virginia, MN ‚ÄĒ U.S. city in Minnesota Population (2000): 9157 Housing Units (2000): 4692 Land area (2000): 18.837848 sq. miles (48.789800 sq. km) Water area (2000): 0.366461 sq. miles (0.949129 sq. km) Total area (2000): 19.204309 sq. miles (49.738929 sq. km)… ‚Ķ   StarDict's U.S. Gazetteer Places

  • Virginia, NE ‚ÄĒ U.S. village in Nebraska Population (2000): 67 Housing Units (2000): 35 Land area (2000): 0.098497 sq. miles (0.255105 sq. km) Water area (2000): 0.000000 sq. miles (0.000000 sq. km) Total area (2000): 0.098497 sq. miles (0.255105 sq. km) FIPS… ‚Ķ   StarDict's U.S. Gazetteer Places

  • Virginń≠a [4] ‚ÄĒ Virginń≠a, der 54. der Planetoiden (Asteroiden), zwischen Mars u. Jupiter; am 4. October 1857 von Ferguson in Washington im Bilde der Fische entdeckt. Sein Gouldsches Zeichen ist . Seine siderische Umlaufszeit betr√§gt 4 Jahr 113 Tage u. 9 Stunden; ‚Ķ   Pierer's Universal-Lexikon


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.