Vizekönig

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Vizekönig

Als Vizek√∂nig (oder Vizek√∂nigin) wird die Person bezeichnet, die den Monarchen vertritt, wenn dieser nicht in der Lage ist, seine Pflichten wahrzunehmen. Gr√ľnde daf√ľr k√∂nnen beispielsweise Abwesenheit, Ableben, Gefangenschaft oder Krankheit sein. Der Titel bezeichnet keinen Adelsrang, sondern eine pers√∂nliche Amtsstellung.

Inhaltsverzeichnis

Spanien

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurde in den L√§ndern der Krone von Arag√≥n das System der Vizek√∂nige (span.: Virrey) zun√§chst nur in Sardinien und Korsika eingef√ľhrt, sp√§ter kamen dann noch Arag√≥n selbst, Valencia, Katalonien, Navarra, Neapel-Sizilien und Portugal (durch Personalunion zwischen 1580 und 1640 mit Spanien vereint) hinzu. Mit der Entdeckung der Neuen Welt √ľbertrug man dieses System nun auch auf die Kolonien in √úbersee, es wurden zwei, sp√§ter dann vier Vizek√∂nigreiche installiert:

Der Vizek√∂nig war der oberste Vertreter der Krone in einem der Vizek√∂nigreiche, erster Vizek√∂nig der neu zu entdeckenden L√§nder in ‚ÄěWestindien‚Äú war Christoph Kolumbus.

Portugal

Portugal hatte nur zwei Vizek√∂nige (port.: Vice-rei), einen in Goa (Vizek√∂nig von Indien) und auch einen in Brasilien, nachdem die Kolonie 1714 zum Vizek√∂nigreich erhoben wurde, die √ľbrigen Kolonien wurden von Gouverneuren regiert. Nicht jeder Gouverneur von Indien wurde zum Vizek√∂nig erhoben.

√Ėsterreich

1707 besetzte √Ėsterreich im Spanischen Erbfolgekrieg die K√∂nigreiche Neapel und Sardinien, deren Inbesitznahme dann durch die Friedensschl√ľsse von 1713/14 best√§tigt wurden. Sardinen wurde aber bereits 1720 durch das K√∂nigreich Sizilien getauscht, so dass nun beide K√∂nigreiche wieder unter einer Verwaltung standen. Bis 1735/37 wurden die Reiche nun, von einem, durch den Erzherzog von √Ėsterreich ernannten, √∂sterreichischen Vizek√∂nig regiert.

Auch das nach dem Wiener Kongress neu gegr√ľndete K√∂nigreich Lombardo-Venetien wurde zwischen 1815 und 1848 von einem Vizek√∂nig verwaltet, da der Kaiser von √Ėsterreich nun auch K√∂nig des Reiches war.

Britisches Imperium

In Irland wurde der oberste Vertreter des britischen Monarchen der Lord Lieutenant of Ireland umgangssprachlich auch als Vizekönig (engl.: viceroy bzw. deputy king) bezeichnet.

Im britischen Kolonialreich trug einzig der Generalgouverneur von Britisch-Indien ab 1858 auch den Titel eines Vizek√∂nigs von Indien, um die Autorit√§t der Krone gegen√ľber den einheimischen F√ľrsten zu unterstreichen.

Osmanisches Reich

Im Osmanischen Reich regierten im 19. Jahrhundert Muhammad Ali Pascha und die auf ihn folgende Dynastie als Vizek√∂nige von √Ągypten, wobei sie sich faktisch zunehmend von der osmanischen Herrschaft losl√∂sten und sich europ√§ischen M√§chten anschlossen.

Italien

Zwischen 1936 und 1941 wurde Italienisch-Ostafrika nicht mehr länger von einem Hochkommissar verwaltet, sondern durch einen Generalgouverneur ersetzt, der zusätzlich auch noch den Titel eines Vizekönigs (ital.: Viceré) innehatte.

Frankreich

In Frankreich trugen einige (General)Gouverneure von Neufrankreich zusätzlich zum Titel eines Generalleutnants (fr.: Lieutenant général) auch den eines Vizekönigs (fr.: vice-roi): Charles de Bourbon-Condé, Henri II. de Montmorency und Henri de Lévis, François-Christophe, Herzog von Damville.

Russisches Reich

Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde erneut ein polnisches Königreich geschaffen, das so genannte Kongresspolen, welches in Personalunion mit dem Russischen Reich vereint war. Der russische Zar war danach bis zum Aufstand von 1830 auch polnischer König. Danach wurde der Polnische Königstitel abgeschafft, jedoch behielten die russischen Statthalter in Polen den Titel Vizekönig (Namestnik) noch bis 1874.

Siehe auch


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