Von der Heydt-Museum


Von der Heydt-Museum
Blauschwarzer Fuchs von Franz Marc

Das Von der Heydt-Museum ist die bedeutendste Kunstsammlung in Wuppertal-Elberfeld und wegen seiner Sonderausstellungen ein weithin bekanntes Museum für Bildende Kunst. Gefördert wird das Museum durch den Kunst- und Museumsverein Wuppertal.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Gebäude

Das Museumsgebäude, ehemals Rathaus der Stadt Elberfeld (heute zu Wuppertal)
Eingang des Museums

Das Von der Heydt-Museum liegt in der Elberfelder Fußgängerzone in der Straße Turmhof, Ecke Wall und wurde durch den Architekten und Baumeister Johann Peter Cremer von 1828 bis 1831 im klassizistischen Stil als Elberfelder Rathaus erbaut.

Das Museum

Der 1895 gegründete Elberfelder Museumsverein mietete noch im selben Jahr Räume für eine Dauerausstellung an. In den Folgejahren wurde diese Ausstellung stetig sowohl in Bezug auf die Fläche als auch auf die Anzahl der Exponate erweitert. Durch Stiftungen der wohlhabenden Elberfelder Bankiersfamilie Von der Heydt, deren Name das Museum heute noch trägt, sowie einiger anderer Mäzene konnte die vormals eher bescheidene Ausstellung im ausgehenden 19. Jahrhundert bzw. zu Beginn des 20. Jahrhunderts wesentlich erweitert werden, so dass seit 1902 das gesamte ehemalige Ratsgebäude dem Museum zur Verfügung steht. Einer der Mäzene, Eduard von der Heydt (1882–1964), war NSDAP-Mitglied und Devisenbeschaffer des Deutschen Reiches.

Dr. Michael Knieriem, Leiter des Historischen Zentrums und des Engels-Hauses Wuppertal, fertigte im Auftrag der Wuppertaler Kulturdezernentin Drevermann ein zeitgeschichtliches Gutachten an, das am 3. Mai 2007 öffentlich vorgestellt wurde. Beweise für eine Verstrickung Eduard von der Heydts in Verbrechen des Nationalsozialismus fanden sich nicht. Im Gegenteil wurden Briefe jüdischer Bürger gefunden, die sich bei ihm für die Hilfe bei ihrer Flucht bedankten.

Liste Museumsnamen

  • 1902–1915 Städtisches Museum Elberfeld
  • 1915–1918 Kaiser-Wilhelm-Museum
  • 1918–1929 Städtisches Museum Elberfeld
  • 1929–1961 Städtisches Museum Wuppertal
  • 1961–0000 Von der Heydt-Museum

Liste der Museumsdirektoren

Heute

Das Museum stellt heute auf einer Fläche von etwa 6500 m² etwa 1000 Werke in der Dauerausstellung aus, daneben werden weitere Exponate und Leihgaben auch anderer Museen in den Räumen der Wechselausstellungen präsentiert, die aufgrund ihrer zum Teil einzigartigen Zusammenstellungen auch überregionales Interesse finden.

Nach der Renoir-Ausstellung (2007/2008) fand auch die Monet-Ausstellung von über 100 Werken des französischen Impressionisten Claude Monet 2009/2010 große mediale Beachtung im In- und Ausland. Die bislang größte Werkschau Monets führte viele Werke aus Museen aus aller Welt erstmals zusammen, unter anderem aus dem Metropolitan Museum of Art in New York, die Tate Gallery in London, das Musée d’Orsay und das Musée Marmottan Monet in Paris. Mehr als 2000 Führungen wurden drei Monate vor Ausstellungsbeginn bereits gebucht. Finanziert wird die Ausstellung unter anderem aus Mitteln der Werner Jackstädt-Stiftung.[3] Die Monet-Werkschau hat mit insgesamt 297.110 Besuchern alle Rekorde gebrochen und avanciert damit zur erfolgreichsten Sonderausstellung in Wuppertal. Auch der Ausstellungskatalog erfreute sich größter Beliebtheit: Nach der Ausstellungsdauer von 20 Wochen war er ausverkauft.

Werke

In der Dauerausstellung sowie im Fundus des Museums befinden sich Gemälde und Plastiken aus dem 16. Jahrhundert bis hin zur Gegenwart. Hierunter befinden sich unter anderem Werke von flämischen, niederländischen, französischen und deutschen Künstlern; zudem sind zeitgenössische Bildhauer der Gegenwart vertreten. So werden zum Beispiel Arbeiten von Künstlern wie Beckmann, Corinth, Dalí, Macke, Monet, Nolde und Picasso ausgestellt.

Mit dem Gemälde Akrobat und junger Harlekin von Pablo Picasso wurde im Jahre 1911 erstmals ein Gemälde des Künstlers für ein öffentliches Museum erworben. Das Bild wurde 1937 von den Nationalsozialisten als Entartete Kunst aus dem Museum entfernt und weiterverkauft. Bei einer Auktion im Jahre 1989 wurde der Versuch unternommen, es zurückzukaufen. Da es jedoch einen Preis von damals über 66 Millionen DM erzielte, war das Gemälde für das Museum unerschwinglich.

Einzelne Exponate:

Literatur

Weblinks

 Commons: Von der Heydt-Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Ab April leitet Gerhard Finckh das Von der Heydt-Museum Westdeutsche Zeitung (online) vom 26. November 2005
  2. WZ-MUSEUM Westdeutsche Zeitung (online) vom 27. März 2006
  3. Von-der-Heydt-Museum schafft Platz für 100 Monets Westdeutsche Zeitung (online) vom 16. Juli 2009
51.2572527.14658

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