Bayern

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Bayern
Freistaat Bayern
Staatsflagge Bayerns
Berlin Bremen Bremen Hamburg Niedersachsen Bayern Saarland Schleswig-Holstein Brandenburg Sachsen Th√ľringen Sachsen-Anhalt Mecklenburg-Vorpommern Baden-W√ľrttemberg Hessen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Schweiz Bodensee √Ėsterreich Luxemburg Frankreich Belgien Tschechien Polen Niederlande D√§nemark Bornholm (zu D√§nemark) Stettiner Haff Helgoland (zu Schleswig Holstein) Nordsee OstseeKarte
√úber dieses Bild
Staatsflagge Bayerns
Flagge
Bayerisches Staatswappen
Wappen
Landeshauptstadt: M√ľnchen
Fläche: 70.551,57 km²
Einwohnerzahl: 12,560 Mio. (30. Juni 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 178 Einwohner pro km²
Arbeitslosenquote: 3,3 % (Oktober 2011)[2]
Schulden: 29,3 Mrd. EUR (31. Dezember 2010)[3]
ISO 3166-2: DE-BY
Kontakt:
Website: www.bayern.de
Politik:
Ministerpräsident: Horst Seehofer (CSU)
Regierende Parteien: CSU/FDP
Sitzverteilung im Landtag: CSU 92
SPD 39
Freie Wähler 20
B‚Äô90/Gr√ľne 19
FDP 16
fraktionslos 1
Letzte Wahl: 28. September 2008
Nächste Wahl: 2013
Parlamentarische Vertretung:
Stimmen im Bundesrat: 6
Landkreise Bayern.svg
Grenz-Beschilderung: EU-Bundesrepublik Deutschland (‚ÄěSchengen-Grenze‚Äú) und Freistaat Bayern innerhalb der Europ√§ischen Union

Der Freistaat Bayern (Abk√ľrzung BY) ist ein Land im S√ľdosten der Bundesrepublik Deutschland. Er ist das fl√§chengr√∂√üte deutsche Land und steht nach der Einwohnerzahl hinter Nordrhein-Westfalen an zweiter Stelle. Im S√ľden und S√ľdosten grenzt Bayern an √Ėsterreich, im Osten an Tschechien, im Westen an Baden-W√ľrttemberg, im Nordwesten an Hessen, im Norden an Th√ľringen und im Nordosten an Sachsen. Die Hauptstadt Bayerns ist M√ľnchen in Oberbayern.

Bayern liegt im oberdeutschen Sprachraum. Traditionell gliedert es sich in die drei Landesteile Franken (heute die Regierungsbezirke Ober-, Mittel- und Unterfranken), Schwaben (gleichnamiger Regierungsbezirk) und Altbayern (Regierungsbezirke Oberpfalz, Ober- sowie Niederbayern).

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Landschaft in den Bayerischen Alpen: Ramsau bei Berchtesgaden, im Hintergrund die Reiteralpe

Gebiet

Das Staatsgebiet Bayerns erstreckt sich von 47¬į 16‚Äô bis zu 50¬į 34‚Äô n√∂rdlicher Breite und von 8¬į 58‚Äô bis 13¬į 50‚Äô √∂stlicher L√§nge. Die Mitteleurop√§ische Zeit (MEZ) ist der Ortszeit an der √§u√üersten Westgrenze des Landes um 24 Minuten und 8 Sekunden, an der √§u√üersten Ostgrenze um 4 Minuten und 40 Sekunden voraus.

Landschaften

Bayern liegt in S√ľddeutschland und umfasst:

Die niedrigste Stelle von Bayern ist mit 100 m der Wasserspiegel des Mains in Kahl am Main (Unterfranken), die h√∂chste auf dem Gipfel der Zugspitze (2.962 m), dem h√∂chsten Berg Deutschlands im Wettersteingebirge (Landkreis Garmisch-Partenkirchen).

Siehe auch: Liste der Berge in Bayern und Liste der Landschaften in Bayern

Flächennutzung

Der √ľberwiegende Teil der Fl√§che, 84,5 %, wird land- und forstwirtschaftlich genutzt. 11,2 % sind Siedlungs- und Verkehrsfl√§chen.

Flächennutzung
31. Dez. 2009
Fl√§che  %
Landwirtschaftsfl√§che 34.935 km¬≤ 49,5 %
Waldfl√§che 24.709 km¬≤ 35,0 %
Gebäude und Freifläche
(einschl. Friedhöfe)
4.058 km¬≤ 5,8 %
Verkehrsfl√§che 3.368 km¬≤ 4,8 %
Wasserfl√§che 1.441 km¬≤ 2,0 %
Flächen anderer Nutzung
(ohne Friedhöfe)
1.395 km¬≤ 2,0 %
Erholungsfl√§che 376 km¬≤ 0,5 %
Abbauland 151 km¬≤ 0,2 %
Betriebsfl√§che ohne Abbauland 117 km¬≤ 0,2 %

Gewässer

Hauptfluss ist die Donau, die bei Passau nach √Ėsterreich √ľbertritt. Ihre gr√∂√üeren Nebenfl√ľsse sind (von Westen):

Die vier ersteren entspringen in den Alpen und sind wasserreicher. Der Inn f√ľhrt (wegen des langen Oberlaufs) bei seiner M√ľndung in Passau meist etwas mehr Wasser als die Donau. Auch der Lech √ľbertrifft zeitweise die Donau.

Der gr√∂√üte Teil Frankens wird durch den Main und seine Nebenfl√ľsse (Regnitz und Tauber von links, die fr√§nkische Saale von rechts) nach Westen in den Rhein entw√§ssert. Im Nordosten Oberfrankens entspringen die linken Nebenfl√ľsse der Elbe S√§chsische Saale und Eger.

Siehe auch: Liste der Fl√ľsse in Bayern und Liste der Seen in Bayern

Klima

Das Klima geht vom Nordwesten (relativ ausgeglichen) nach Osten ins Kontinentalklima √ľber. An etwa 100 Tagen sind die Temperaturen unter Null Grad Celsius, die Westwinde bringen durchschnittlich 70 cm Regen, im Nordstau der Alpen lokal bis 180 cm pro Jahr. Die mittlere Sonnenscheindauer betr√§gt etwa j√§hrlich 1600 bis 1900 Stunden.

 Commons: Klimadiagramme ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Grenzen

Die Landesgrenze Bayerns ist insgesamt 2705 km lang. Bayern grenzt, im Westen beginnend, im Uhrzeigersinn an:

Angrenzende Bundesländer und Staaten Grenzlänge
Baden-W√ľrttemberg 829 km
Hessen 262 km
Th√ľringen 381 km
Sachsen 41 km
Tschechien (Regionen Karlsbad, Pilsen und S√ľdb√∂hmen) 357 km
√Ėsterreich (Bundesl√§nder Ober√∂sterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg*) 816 km
Schweiz (Kanton St. Gallen*) 19 km
* der Grenzverlauf im Bodensee ist nicht festgelegt

Nicht zum bayerischen Staatsgebiet und daher auch nicht zum deutschen Bundesgebiet geh√∂ren die in √Ėsterreich gelegenen Saalforsten, die im privatrechtlichen Eigentum des Freistaates Bayern stehen.

Geschichte

Wappen des Königreichs Bayern

‚Üí auch: gesonderte Geschichte des Landesteils Franken

Das Bayerische Stammesherzogtum im 8. Jahrhundert

Die heute allein verwendete Schreibweise des Landesnamens mit ‚Äěy‚Äú geht auf eine Anordnung von K√∂nig Ludwig I., K√∂nig von Bayern vom 20. Oktober 1825 zur√ľck, mit der die vorher geltende Schreibweise ‚ÄěBaiern‚Äú abgel√∂st wurde. Diese Anordnung und dessen Vorschrift des ‚Äěgriechischen‚Äú Ypsilons wird im Zusammenhang mit dem Philhellenismus gesehen. Zuvor wurde aber auch im Mittelalter und in der fr√ľhen Neuzeit der Landesname auch in der Form Bayrn geschrieben.

Zur Zeit des Kaisers Augustus wurde das keltisch besiedelte Gebiet Altbayerns s√ľdlich der Donau Teil des R√∂mischen Reiches. Nach Zusammenbruch der r√∂mischen Herrschaft bildete sich aus Kelten, von Norden eingedrungenen Germanen und verbliebenen Romanen der Stamm der Baiern (siehe Bajuwaren).

Seit 555 n. Chr. ist die Existenz eines bairischen Stammesherzogtums mit Sitz in Freising unter den Agilolfingern belegt, welches unter den Merowingern Teil des fr√§nkischen Herrschaftsbereichs Austrasien wurde. Der Sieg Karls des Gro√üen √ľber den Bayernherzog Tassilo III. 788 markiert das Ende des so genannten √§lteren Stammesherzogtums.

Der Niedergang der Karolinger erm√∂glichte ein Wiederaufleben der Eigenst√§ndigkeit der bayerischen Herz√∂ge im so genannten j√ľngeren Stammesherzogtum. Nach Ende der Herrschaftsperiode der Karolinger kam es erneut zu einem Erstarken der Eigenst√§ndigkeit der einzelnen Gebiete. Unterst√ľtzt wurde dies durch die Bedrohung von au√üen durch die Ungarneinf√§lle ab etwa 862. Markgraf Luitpold von Bayern fiel 907 in der Schlacht von Pressburg in einer Niederlage gegen die Ungarn, jedoch wird das Datum durch den Antritt seines Sohns Arnulf I. als Herzog von Bayern gleichzeitig als Beginn des j√ľngeren baierischen Stammesherzogtums gesehen. Nach dem Sieg in der Schlacht auf dem Lechfeld erfolgte eine zweite Welle baierischer Ostsiedlung mit Gewinn von Gebieten im heutigen Nieder√∂sterreich, Istrien und der Krain. Der Streit mit den Ottonen f√ľhrte jedoch wieder zu einer starken Abh√§ngigkeit vom deutschen K√∂nigtum. 976 wurde der S√ľdosten Bayerns als Teil eines neu geschaffenen Herzogtums K√§rnten abgetrennt. Zus√§tzlich regierte das Geschlecht der Babenberger in der Marcha Orientalis (Ostarrichi) zunehmend unabh√§ngiger vom bayerischen Herzog. Ab 1070 kam es unter den Welfen zu einem Wiedererstarken der Macht der bayerischen Herz√∂ge. Der Streit zwischen Staufern und Welfen endete schlie√ülich 1180 nach dem Sieg des Staufers Friedrich I. Barbarossa √ľber den Welfen Heinrich den L√∂wen mit der Abtrennung der Steiermark und der andechsischen Markgrafschaft Istrien und mit dem Ende des j√ľngeren Stammesherzogtums.

Von 1180 an wurde Bayern als Territorialherzogtum bis 1918 von den Wittelsbachern regiert. Bayern erlebte 1255 bis 1503 eine Periode zahlreicher Teilungen in Einzelherzogt√ľmer. In einer kurzen Zeit der Wiedervereinigung erlangte Bayern mit Ludwig IV. dem Bayern einen neuen H√∂hepunkt der Macht, der als erster Wittelsbacher 1328 die Kaiserw√ľrde erhielt. Im Hausvertrag von Pavia von 1329 teilte er den Besitz in eine pf√§lzische Linie mit der Rheinpfalz und der sp√§ter so genannten Oberpfalz und in eine altbayerische Linie auf. Die von ihm neu hinzu gewonnenen Gebiete Brandenburg, Tirol, die niederl√§ndischen Provinzen Holland, Seeland und Friesland sowie der Hennegau gingen jedoch unter seinen Nachfolgern sehr bald wieder verloren. Tirol fiel 1363 an die Habsburger, Brandenburg 1373 an die Luxemburger. Mit der Goldenen Bulle 1356 ging die Kurf√ľrstenw√ľrde f√ľr die altbayerische Linie an die Pfalz verloren.

1429 wurde nach dem Aussterben der Linie Straubing-Holland das Herzogtum Bayern-Straubing unter die Linien M√ľnchen, Ingolstadt und Landshut aufgeteilt. 1447 fiel Bayern-Ingolstadt an Bayern-Landshut, das seinerseits 1503 im Landshuter Erbfolgekrieg von Bayern-M√ľnchen gewonnen wurde. Durch das Primogeniturgesetz von 1506 fanden die Landesteilungen ein Ende.

In der Gegenreformation nahm Bayern eine f√ľhrende Stellung ein und ging aus dem Drei√üigj√§hrigen Krieg mit Gebietsgewinnen und dem Aufstieg zum Kurf√ľrstentum hervor: 1620 besiegten die Truppen der Katholischen Liga unter F√ľhrung des bayerischen Feldherrn Tilly in der Schlacht am Wei√üen Berge bei Prag die Protestanten. Anschlie√üend lie√ü Tilly die Pfalz besetzen. Zum Dank erhielt Maximilian I. 1623 die Kurf√ľrstenw√ľrde und 1628 die von ihm besetzte Oberpfalz als Kriegsentsch√§digung. Das absolutistische Bayern wurde im Zuge der Gro√ümachtpolitik Maximilians II. und seines Sohnes Karl Albrechts w√§hrend des Spanischen und √Ėsterreichischen Erbfolgekrieges von √Ėsterreich vor√ľbergehend besetzt. Nach dem Aussterben der bayerischen Linie der Wittelsbacher entstand 1777 das Doppel-Kurf√ľrstentum Kurpfalz-Bayern unter der Regentschaft des Kurf√ľrsten Karl Theodor aus der pf√§lzischen Linie der Wittelsbacher.

Zur Zeit Napoleons stand Bayern anfangs auf der Seite Frankreichs und konnte durch S√§kularisation und Mediatisierung gro√üe Gebietsgewinne verzeichnen. So fielen Salzburg, Tirol, Vorarlberg sowie das Innviertel vor√ľbergehend an Bayern. 1806 erfolgte die Erhebung vom Kurf√ľrstentum zum K√∂nigreich. Durch den rechtzeitigen Wechsel auf die Seite der Gegner Napoleons konnte Bayern auf dem Wiener Kongress 1814 als Siegermacht einen Teil der Gebietsgewinne behalten. F√ľr den Verlust Tirols und der rechtsrheinischen Pfalz wurde es durch wirtschaftlich weiter entwickelte fr√§nkische Gebiete entsch√§digt. Die linksrheinische Pfalz blieb bei Bayern. K√∂nig Ludwig I. baute seine Hauptstadt M√ľnchen zur Kunst- und Universit√§tsstadt aus. Wegen einer Aff√§re mit der T√§nzerin Lola Montez musste er 1848 im Zuge der M√§rzunruhen abdanken. Sein Nachfolger wurde sein Sohn Maximilian II.. Er regierte 18 Jahre, bevor er am 10. M√§rz 1864 starb. Noch am selben Tage, wurde sein Sohn Ludwig II. zum K√∂nig von Bayern proklamiert. Er ging wegen des Baues von Neuschwanstein und anderer Schl√∂sser als M√§rchenk√∂nig in die Geschichte ein. Im Preu√üisch-√Ėsterreichischer Krieg 1866 erlitt Bayern an der Seite √Ėsterreichs eine Niederlage gegen Preu√üen. 1871 wurde es Teil des neu gegr√ľndeten Deutschen Reiches, erhielt dabei aber so genannte Reservatrechte (eigenes Post-, Eisenbahn- und Heereswesen).

1918 brach die Wittelsbacher Monarchie im Rahmen der allgemeinen Novemberunruhen in Deutschland zusammen. Am 8. November 1918 rief Kurt Eisner Bayern zum Freistaat aus. 1919 konnten sozialistische Gruppen f√ľr kurze Zeit eine R√§terepublik installieren. Durch eine Volksabstimmung kam 1920 Coburg zu Bayern. Seit Niederschlagung der R√§terepublik war Bayern eine Hochburg konservativer und nationalistischer Kr√§fte und wurde als ‚ÄěOrdnungszelle des Reiches‚Äú bezeichnet. 1923, zur Zeit der Weimarer Republik, wurde Bayern Schauplatz des Hitlerputsches. Unter den Nationalsozialisten war Bayern als Verwaltungseinheit zwischen 1933 und 1945 weitgehend bedeutungslos. Im Zweiten Weltkrieg erlitten bayerische St√§dte wie W√ľrzburg, M√ľnchen, N√ľrnberg oder Augsburg starke Zerst√∂rungen.

Die Besatzungsm√§chte leiteten Vertriebene aus Schlesien und dem Sudetenland gezielt in das d√ľnn besiedelte Bayern. Dadurch wuchs die Bev√∂lkerung bis 1949 um ein Viertel.

Nach der Besetzung durch amerikanische Truppen wurde Bayern Bestandteil der amerikanischen Besatzungszone, während die in der französischen Besatzungszone gelegene Rheinpfalz dem neugebildeten Bundesland Rheinland-Pfalz eingegliedert wurde. 1949 wurde Bayern als Land Teil der Bundesrepublik Deutschland. Es setzte ein wirtschaftlicher Aufschwung ein, und Bayern entwickelte sich vom Agrar- zum modernen Industriestaat.

Politik

Sitzverteilung im Landtag
‚Üí Hauptartikel: Politisches System Bayerns

Im Bayerischen Landtag sind f√ľnf Parteien vertreten. Nach der Wahl vom 28. September 2008 ergab sich folgende Sitzverteilung (insges. 187 Sitze):

Die Ergebnisse der Landtagswahl 2008 sahen wie folgt aus:

Siehe auch Ergebnisse der Landtagswahlen in der Bundesrepublik Deutschland

Staatsaufbau

Grundlage der Landespolitik ist die am 2. Dezember 1946 beschlossene Verfassung des Freistaates Bayern. Bayern ist demnach Freistaat (Republik) und Volksstaat (Demokratie). Seit dem 1. Januar 2000 existiert nach der Abschaffung des Senats ein parlamentarisches Einkammersystem. Die gesetzgebende Gewalt liegt beim Bayerischen Landtag, dessen Abgeordnete alle f√ľnf Jahre (bis 1998: alle vier Jahre) gew√§hlt werden. Bis Ende 1999 existierte mit dem Senat eine zweite Kammer, mit der Vertreter sozialer und wirtschaftlicher Interessenverb√§nde ein politisches Gegengewicht zum Landtag schaffen sollten. In einem Volksentscheid wurde am 8. Februar 1998 die Abschaffung dieser Kammer beschlossen. Bis dahin war Bayern das einzige deutsche Land, welches eine zweite Kammer hatte, welche jedoch nur bedingten Einfluss besa√ü und keine Gesetze entwerfen durfte, sondern nur mitwirken konnte. Die Staatsregierung wird vom Bayerischen Ministerpr√§sidenten gef√ľhrt, der die Gesch√§fte leitet, die Richtlinien der Politik bestimmt, Bayern nach au√üen vertritt, sowie die Staatsminister und -sekret√§re ernennt. Das oberste bayerische Gericht ist der Bayerische Verfassungsgerichtshof. Des Weiteren gibt es noch diverse obere Landesgerichte (drei Oberlandesgerichte in M√ľnchen, N√ľrnberg und Bamberg, Bayer. Verwaltungsgerichtshof, zwei Landesarbeitsgerichte (M√ľnchen und N√ľrnberg), Bayer. Landessozialgericht) sowie die restliche Judikative. Das Bayerische Oberste Landesgericht als bisher oberstes bayerisches Gericht der ordentlichen Gerichtsbarkeit wurde mit Wirkung zum 1. Juli 2006 aufgel√∂st. Au√üer vom Landtag k√∂nnen in Bayern Gesetze und Verfassungs√§nderungen durch Volksbegehren und Volksentscheid beschlossen werden. Ein Volksentscheid ist au√üerdem zu jeder √Ąnderung der Bayerischen Verfassung notwendig.

Siehe auch: Bayerischer Ministerpräsident, Gesetzgebungsverfahren in Bayern

Bayerische Staatsregierung

‚Üí Hauptartikel: Bayerische Staatsregierung

Von 1962 bis 2008 hatte die CSU die absolute Mehrheit in Bayern inne. Mit der Landtagswahl am 28. September 2008 verlor die CSU die absolute Mehrheit sowohl nach dem prozentualen Ergebnis als auch nach der Fraktionsstärke im Landtag und ist seitdem auf einen Koalitionspartner angewiesen. Die FDP (Freie Demokratische Partei) stellt seitdem zwei Minister und eine Staatssekretärin in der gemeinsamen Regierung.

Amtierender Ministerpräsident ist seit dem 27. Oktober 2008 Horst Seehofer (CSU).

Die neue Bayerische Staatsregierung wurde am 30. Oktober 2008 vereidigt.

Siehe auch: Liste der Landtagswahlergebnisse in Bayern seit 1945

Wahlrecht

‚Üí Hauptartikel: Bayerisches Wahlsystem
Das bayerische Landtagsgebäude: Maximilianeum
Das bayerische Landtagsgebäude: Maximilianeum

Im Vergleich zu Wahlen auf Bundesebene weist das bayerische Wahlrecht mehrere Besonderheiten auf: Direktkandidaten, die in ihrem Wahlbezirk (Stimmkreis) die Wahl gewonnen haben, k√∂nnen nur in den Landtag einziehen, wenn auch ihre Partei die H√ľrde von f√ľnf Prozent erreicht hat.

Dar√ľber hinaus ergibt sich die Sitzverteilung im Landtag aus der Summe der Erst- und Zweitstimmen. In anderen Bundesl√§ndern und bei Bundestagswahlen entscheidet die Erststimme √ľber die Wahl des Direktkandidaten im Wahlbezirk und allein die Zweitstimme bestimmt die Zahl der Sitze im Parlament, was √ľblicherweise dazu f√ľhrt, dass Erststimmen h√§ufiger den gro√üen Parteien mit aussichtsreichen Direktkandidaten gegeben werden. Wer bei einer bayerischen Landtagswahl eine kleinere Partei mit beiden Stimmen w√§hlt, verschenkt seine Erststimme also nicht, da beide Stimmen dieser Partei zugute kommen, selbst wenn der entsprechende Stimmkreiskandidat den Einzug in den Landtag nicht schaffen sollte. Zudem besteht bei der Zweitstimme die M√∂glichkeit diese einem bestimmten Kandidaten einer Partei zu geben, sodass sich die Reihung der Bewerber gegen√ľber den von den Parteien aufgestellten Listen √§ndern kann.

Eine weitere Besonderheit findet sich im Kommunalwahlrecht. Es besteht die M√∂glichkeit des Kumulierens (‚ÄěH√§ufeln‚Äú, bis zu drei Stimmen k√∂nnen f√ľr einen Kandidaten abgegeben werden) und des Panaschierens (Stimmen k√∂nnen auf Kandidaten verschiedener Listen verteilt werden).

B√ľrgerentscheid

In Bayern gibt es zahlreiche direktdemokratische Elemente. Neben Volksbegehren und Volksentscheid auf Landesebene wurde am 1. Oktober 1995 durch einen Volksentscheid die direkte Demokratie auf Kommunalebene eingef√ľhrt. Das bayerische Verfassungsgericht hat die Regelungen 1997 zwar versch√§rft (unter anderem durch Einf√ľhrung eines Abstimmungsquorums), aber dennoch initiieren die Bayern j√§hrlich rund 100 B√ľrgerentscheide.

Partnerschaften

Partnerregion des Freistaates Bayern[4]
Karte von Shandong Shandong China VolksrepublikChina China 1987
Wappen von Qu√©bec Qu√©bec KanadaKanada Kanada 1989
Wappen des Westkaps Westkap SudafrikaS√ľdafrika S√ľdafrika 1995
Wappen von Gauteng Gauteng SudafrikaS√ľdafrika S√ľdafrika 1995
Wappen von S√£o Paulo (Bundesstaat) S√£o Paulo BrasilienBrasilien Brasilien 1997
Wappen von Kalifornien Kalifornien Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten 1998
Karte von Guangdong Guangdong China VolksrepublikChina China 2004
Wappen von Karnataka Karnataka IndienIndien Indien 2007

Patenschaft

Am 5. Juni 1954 √ľbernahmen der Freistaat Bayern und die Bayerische Staatsregierung die Patenschaft f√ľr die sudetendeutsche Volksgruppe.

Staatsverschuldung

Die Staatsverschuldung des Freistaates Bayern entwickelt sich wie auf Bundesebene und in anderen Bundesländern langfristig nach oben und hat sich in den letzten 20 Jahren ungefähr verdoppelt.

Jahr Schuldenstand
(in Millionen ‚ā¨)[5]
+/- zum letzten Jahr
1992 15.374 -
1993 15.767 +393
1994 14.788 -979
1995 14.296 -492
1996 16.280 +1.984
1997 17.761 +1.481
1998 18.537 +776
Jahr Schuldenstand
(in Millionen ‚ā¨)[6]
+/- zum letzten Jahr
1999 18.278 -314
2000 17.964 +200
2001 18.164 +1.019
2002 19.183 +934
2003 20.306 +1.123
2004 21.240 +934
2005 23.077 +1.837
Jahr Schuldenstand
(in Millionen ‚ā¨)[7]
+/- zum letzten Jahr
2006 23.072 -5
2007 22.766 -306
2008 22.117 -659
2009 27.567 +5.450
2010 [8]29.300 +1.733

Innere Sicherheit

Die bayerische Polizei ist der zweitgr√∂√üte Polizeiverband der Bundesrepublik. Im Jahr 2007 wurden in Bayern 666.807 Straftaten statistisch erfasst. 428.766 F√§lle, also 64,3 % konnten aufgekl√§rt, 305.711 Tatverd√§chtige ermittelt werden. Dies stellt die h√∂chste Aufkl√§rungsquote im Bundesgebiet dar. Die bayerische Polizei unterh√§lt mit der Polizeihubschrauberstaffel Bayern au√üerdem die gr√∂√üte Polizeihubschrauberstaffel einer Landespolizei.

Staatswappen, Flagge und Hymne

Das bayerische Staatswappen besteht aus sechs heraldischen Komponenten: Der goldene L√∂we, urspr√ľnglich mit der wittelsbachischen Pfalz am Rhein verbunden, steht heute f√ľr die Oberpfalz, der ‚Äěfr√§nkische Rechen‚Äú f√ľr die drei fr√§nkischen Bezirke, der blaue Panther f√ľr die Altbayern und die drei schwarzen L√∂wen f√ľr Schwaben. Das wei√ü-blaue Herzschild deutet den Gesamtstaat Bayern an, die Volkskrone bezeichnet nach dem Wegfall der K√∂nigskrone die Volkssouver√§nit√§t.

Der Freistaat Bayern besitzt zwei gleichgestellte Staatsflaggen, die weiß-blau gerautete Flagge und die Flagge mit horizontalen Streifen in den Farben Weiß und Blau. Die Rautenflagge hat immer vom Betrachter aus gesehen links oben (heraldisch rechte, obere Ecke) eine angeschnittene, weiße Raute (auch im Wappen) und mindestens 21 (angeschnittene) Rauten.

Die gleichen wei√ü-blauen Rauten sind auch in vielen St√§dte- und Kreiswappen in den Gebieten der historischen Kurpfalz zu finden (auch in den rechtsrheinischen, heute badischen Gebieten, die nie zu Bayern geh√∂rten). Denn auch wenn heute Bayern die wei√ü-blauen Rauten praktisch f√ľr sich beansprucht, so sind es doch die Farben der Familie Wittelsbach (urspr√ľnglich die des Sturmbanners der Grafen von Bogen in Niederbayern, die von dem wittelsbachischen Bayernherzog Ludwig II. mit √ľbernommen wurden, als Bogen nicht mehr als Lehen hinausgegeben wurde); sie herrschte neben Bayern auch in der Kurpfalz, nachdem im Jahr 1214 Herzog Ludwig I. die Pfalzgrafschaft ‚Äěbei Rhein‚Äú als Lehen erhalten hatte f√ľr seinen Sohn Otto, dessen Verlobte die pf√§lzische Erbtochter Agnes war. (Beispiel: Wappen des Neckar-Odenwald-Kreises)

Großes Staatswappen Kleines Staatswappen Rautenflagge Streifenflagge
Großes Staatswappen Kleines Staatswappen Staatsflagge (Rautenflagge) Staatsflagge (Streifenflagge)

Zur Hymne siehe: Bayernhymne

Verwaltungsgliederung

‚Üí Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Bayerns

Regierungsbezirke

Das Staatsgebiet des Freistaates Bayern ist f√ľr den Bereich der allgemeinen und inneren Verwaltung in Verwaltungssprengel eingeteilt, welche die Bezeichnung Regierungsbezirke (Kreise) f√ľhren. Die Regierungsbezirke werden durch die Regierungen geleitet, denen je ein Regierungspr√§sident vorsteht, der vom Innenminister ernannt wird. Die Regierungen sind die Mittelbeh√∂rden der allgemeinen und inneren Verwaltung und unterstehen dem Staatsministerium des Inneren. Nachstehend sind die Regierungsbezirke sortiert nach dem Amtlichen Gemeindeschl√ľssel (AGS) und mit den Abk√ľrzungen des Bayerischen Staatsministeriums des Innern:

Die bayerischen Regierungsbezirke
Regierungsbezirk Hauptstadt AGS Abk. Fläche
km²
Einwohner
(31. Dez. 2008)
Einw.
/ km²
Oberbayern M√ľnchen 091 OB 17.529,63 4.335.137 247
Niederbayern Landshut 092 NB 10.329,91 1.191.910 115
Oberpfalz Regensburg 093 OPf. 9.691,03 1.083.780 113
Oberfranken Bayreuth 094 Ofr. 7.231,00 1.082.516 150
Mittelfranken Ansbach 095 Mfr. 7.244,85 1.712.405 236
Unterfranken W√ľrzburg 096 Ufr. 8.530,99 1.327.497 156
Schwaben Augsburg 097 Schw. 9.992,03 1.786.483 179
Bayern M√ľnchen 70.549,11 12.464.997 177

Bezirke

Geographisch deckungsgleich mit den Regierungsbezirken sind in Bayern die Bezirke gleichen Namens. Anders als die Regierungsbezirke, welche die √∂rtliche Zust√§ndigkeit der Regierungen festlegen, sind die Bezirke kommunale Gebietsk√∂rperschaften des √∂ffentlichen Rechts. Der Bezirk ist in Bayern die dritte kommunale Ebene √ľber den Gemeinden (1. Ebene) und Landkreisen (2. Ebene). Sie sind Selbstverwaltungsk√∂rperschaften und haben daher demokratisch gew√§hlte Verwaltungsorgane, den Bezirkstag, der alle f√ľnf Jahre von den Wahlberechtigten des Bezirks direkt gew√§hlt wird und einen Bezirkstagspr√§sidenten, der aus der Mitte des Bezirkstags gew√§hlt wird. Sie k√∂nnen anders als die Regierungsbezirke Wappen und Flaggen wie eine Gemeinde oder ein Landkreis f√ľhren.

Landkreise und kreisfreie Städte

Die sieben Regierungsbezirke unterteilen sich in 71 Landkreise und 25 kreisfreie St√§dte sowie 28 Gro√üe Kreisst√§dte (23 von ihnen waren bis 1972 auch kreisfreie St√§dte). Die Landkreise und die kreisfreien St√§dte sind kommunale Gebietsk√∂rperschaften mit Selbstverwaltungsrecht. Die Landkreise haben als Verwaltungsorgane den Kreistag und den Landrat. Die kreisfreie Stadt handelt durch den Stadtrat und den Oberb√ľrgermeister. Sowohl der Landrat beziehungsweise der Oberb√ľrgermeister als auch der Kreistag beziehungsweise der Stadtrat werden von den Wahlberechtigten auf die Dauer von sechs Jahren gew√§hlt (s√ľddeutsche Ratsverfassung).

Die Landkreise bilden gleichzeitig Sprengel, welche die √∂rtliche Zust√§ndigkeit der Unterbeh√∂rden der allgemeinen und inneren Verwaltung festlegen. Anders als auf der Ebene der Regierungsbezirke hat der Staat hier jedoch keine eigenen inneren Beh√∂rden errichtet, sondern bedient sich durch Organleihe des Landrates zur Erf√ľllung der Aufgaben der staatlichen Verwaltung; der Landrat ist insoweit Kreisverwaltungsbeh√∂rde. Bei den kreisfreien St√§dten ist im Gegensatz dazu eine Vollkommunalisierung gegeben, da ihnen die Aufgaben der unteren staatlichen Verwaltungsbeh√∂rde zur selbstst√§ndigen Erledigung √ľbertragen werden.

Landkreise und kreisfreie Städte in Bayern
Die 71 Landkreise des Freistaates Bayern mit Kfz-Kennzeichen:
  1. Aichach-Friedberg (AIC)
  2. Alt√∂tting (A√Ė)
  3. Amberg-Sulzbach (AS)
  4. Ansbach (AN)
  5. Aschaffenburg (AB)
  6. Augsburg (A)
  7. Bad Kissingen (KG)
  8. Bad T√∂lz-Wolfratshausen (T√ĖL)
  9. Bamberg (BA)
  10. Bayreuth (BT)
  11. Berchtesgadener Land (BGL)
  12. Cham (CHA)
  13. Coburg (CO)
  14. Dachau (DAH)
  15. Deggendorf (DEG)
  16. Dillingen an der Donau (DLG)
  17. Dingolfing-Landau (DGF)
  18. Donau-Ries (DON)
  19. Ebersberg (EBE)
  20. Eichstätt (EI)
  21. Erding (ED)
  22. Erlangen-Höchstadt (ERH)
  23. Forchheim (FO)
  24. Freising (FS)
  1. Freyung-Grafenau (FRG)
  2. F√ľrstenfeldbruck (FFB)
  3. F√ľrth (F√ú)
  4. Garmisch-Partenkirchen (GAP)
  5. G√ľnzburg (GZ)
  6. Haßberge (HAS)
  7. Hof (HO)
  8. Kelheim (KEH)
  9. Kitzingen (KT)
  10. Kronach (KC)
  11. Kulmbach (KU)
  12. Landsberg am Lech (LL)
  13. Landshut (LA)
  14. Lichtenfels (LIF)
  15. Lindau (Bodensee) (LI)
  16. Main-Spessart (MSP)
  17. Miesbach (MB)
  18. Miltenberg (MIL)
  19. M√ľhldorf am Inn (M√ú)
  20. M√ľnchen (M)
  21. Neuburg-Schrobenhausen (ND)
  22. Neumarkt in der Oberpfalz (NM)
  23. Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (NEA)
  24. Neustadt an der Waldnaab (NEW)
  1. Neu-Ulm (NU)
  2. N√ľrnberger Land (LAU)
  3. Oberallgäu (OA)
  4. Ostallgäu (OAL)
  5. Passau (PA)
  6. Pfaffenhofen an der Ilm (PAF)
  7. Regen (REG)
  8. Regensburg (R)
  9. Rhön-Grabfeld (NES)
  10. Rosenheim (RO)
  11. Roth (RH)
  12. Rottal-Inn (PAN)
  13. Schwandorf (SAD)
  14. Schweinfurt (SW)
  15. Starnberg (STA)
  16. Straubing-Bogen (SR)
  17. Tirschenreuth (TIR)
  18. Traunstein (TS)
  19. Unterallgäu (MN)
  20. Weilheim-Schongau (WM)
  21. Weißenburg-Gunzenhausen (WUG)
  22. Wunsiedel im Fichtelgebirge (WUN)
  23. W√ľrzburg (W√ú)
Die 25 kreisfreien Städte in Bayern mit Kfz-Kennzeichen:
  1. Amberg (AM)
  2. Ansbach (AN)
  3. Aschaffenburg (AB)
  4. Augsburg (A)
  5. Bamberg (BA)
  6. Bayreuth (BT)
  7. Coburg (CO)
  8. Erlangen (ER)
  9. F√ľrth (F√ú)
  1. Hof (HO)
  2. Ingolstadt (IN)
  3. Kaufbeuren (KF)
  4. Kempten (Allgäu) (KE)
  5. Landshut (LA)
  6. Memmingen (MM)
  7. M√ľnchen (M)
  8. N√ľrnberg (N)
  1. Passau (PA)
  2. Regensburg (R)
  3. Rosenheim (RO)
  4. Schwabach (SC)
  5. Schweinfurt (SW)
  6. Straubing (SR)
  7. Weiden in der Oberpfalz (WEN)
  8. W√ľrzburg (W√ú)

Gemeinden

Der Freistaat Bayern besteht aus 2056 politisch selbständigen Gemeinden sowie 201 gemeindefreien Gebieten (ausmärkischen Gebieten) (Stand 1. Januar 2009).

Die Gemeinden verteilen sich wie folgt (Stand 1. Januar 2009):

Von den 2.031 kreisangehörigen Gemeinden sind 987 Mitgliedsgemeinden in 313 Verwaltungsgemeinschaften, 1.044 sind Einheitsgemeinden (Stand 1. Januar 2009).

√Ąnderungen seit dem 1. Januar 2005:

Größte Städte

Stadt Einwohner am
31. Dez. 2000
Einwohner am
31. Dez. 2005
Einwohner am
31. Dez. 2010
Veränderung
2000‚Äď2010 in %
M√ľnchen 1.210.223 1.259.677 1.353.186 +11,81
N√ľrnberg 488.400 499.237 505.664 +3,53
Augsburg 254.982 262.676 264.708 +3,81
Regensburg 125.676 129.859 135.520 +7,83
W√ľrzburg 127.966 133.906 133.799 +4,56
Ingolstadt 115.722 121.314 125.088 +8,09
F√ľrth 110.477 113.422 114.628 +3,76
Erlangen 100.778 103.197 105.629 +4,81
Bayreuth 74.153 73.997 72.683 ‚ąí1,98
Bamberg 69.036 70.081 70.004 +1,40
Aschaffenburg 67.592 68.642 68.678 +1,61
Landshut 58.746 61.368 63.258 +7,68
Kempten (Allgäu) 61.389 61.360 62.060 +1,09
Rosenheim 58.908 60.226 61.299 +4,06
Neu-Ulm 50.188 51.410 53.504 +6,61
Schweinfurt 54.325 54.273 53.415 ‚ąí1,68
Passau 50.536 50.651 50.594 +0,11
Hof 50.741 48.723 46.286 ‚ąí8,78
Freising 40.890 42.854 45.223 +10,60
Straubing 44.014 44.633 44.450 +0,99

Anmerkung: Alle aufgef√ľhrten St√§dte au√üer Neu-Ulm und Freising sind kreisfrei. Quelle: Bayerisches Landesamt f√ľr Statistik und Datenverarbeitung[9]

Regionen

Bedeutende historisch gewachsene Regionen in Bayern sind

Daneben wurde Bayern von der Regionalplanung in 18 Regionen aufgeteilt, den Planungsregionen in Bayern.

Wirtschaft

Das Uptown M√ľnchen ist eines der h√∂chsten Geb√§ude im Freistaat.

Bayern gilt als sehr wirtschaftsstarker und reicher Staat, es hat sich in den letzten Jahrzehnten vom Agrar- zum Technologieland entwickelt. Die wirtschaftlich st√§rkste Region ist der Gro√üraum M√ľnchen mit Automobilindustrie (BMW, Audi, MAN, Knorr-Bremse), IT-Sektor (Siemens, Nokia Siemens Networks, Infineon, Microsoft), Medien und Verlage (ProSiebenSat1 Media, Sky Deutschland, Kabel Deutschland, Burda Verlag), R√ľstungsindustrie (EADS, Krauss-Maffei), Touristik (historische Sehensw√ľrdigkeiten, Museen, Bierg√§rten, Oktoberfest, Kongresse und Messen). Weitere bedeutende Wirtschaftsstandorte in S√ľdbayern sind Augsburg (EADS, Fujitsu Technology Solutions, MAN, KUKA, UPM-Kymmene, Verlagsgruppe Weltbild), Ingolstadt (Audi, Media-Saturn-Holding) und das Bayerische Chemiedreieck zwischen Chiemsee, Inn und Salzach.

In Nordbayern ist die Metropolregion ive nachweiseN√ľrnberg‚ÄďF√ľrth‚ÄďErlangen der wichtigste Standort. Daneben kann der Raum zwischen Aschaffenburg und W√ľrzburg/Schweinfurt sehr gute Wirtschaftsdaten aufweisen, etwa eine Arbeitslosigkeit von durchschnittlich unter sechs Prozent und eine florierende Wirtschaft. Gleiches gilt f√ľr Regensburg (Continental Automotive, Maschinenfabrik Reinhausen, BMW, Siemens, Infineon, Osram Opto Semiconductors) das seit Jahren an Wirtschaftskraft zunimmt.

Manche Grenzregionen sind durch Wettbewerbsvorteile in den Nachbarstaaten einesteils und mangelnde Infrastruktur andernteils von Subventionen abh√§ngig. Speziell der Bayerische Wald hatte zu Zeiten des Kalten Krieges durch seine abseitige Lage im Zonenrandgebiet wenig Standortattraktivit√§t besessen. Zwar fiel nach 1990 dort der Eiserne Vorhang zur CSFR, gleichzeitig wurde aber im wiedervereinigten Deutschland die Zonenrandf√∂rderung aufgehoben, und zugleich bot das angrenzende Tschechien ‚Äď ab 2004 auch EU-Mitglied ‚Äď oft bessere Investitionsanreize.

Die Arbeitslosenquote betrug im April 2011 3,9 Prozent. Bayern hat damit die niedrigste Arbeitslosenquote in Deutschland. Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der EU ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards erreicht Bayern einen Index von 135 (EU-27:100) (2008).[10] Bayern konnte im Jahr 2006 ein Wirtschaftswachstum von 2,8 Prozent verbuchen, dieser Wert liegt genau im Bundesdurchschnitt.

An drei Standorten in Bayern befinden sich Kernkraftwerke (KKW Isar, KKW Grafenrheinfeld sowie KKW Gundremmingen), au√üerdem wird in Garching bei M√ľnchen ein Forschungsreaktor betrieben (FRM II).

Tourismus

Der Tourismus gilt aufgrund seines hohen Beitrags zur bayerischen Wirtschaft als ‚ÄěLeit√∂konomie‚Äú. So betrug der Bruttoumsatz der Tourismuswirtschaft 2005 11,2 Mrd. EUR, die Tagesreisen stellen mit 63 Prozent den gr√∂√üten Anteil davon. Auch die Beherbungsindustrie spielt in Bayern mit 13.750 Beherbungsbetrieben mit mindestens 9 Betten und 570.000 G√§stebetten eine gro√üe Rolle. Das bedeutet, dass jeder vierte deutsche Beherbungsbetrieb sich in Bayern befindet. Insgesamt entfallen 18,5 Prozent der touristischen Wertsch√∂pfung in Deutschland auf Bayern, das damit vor Nordrhein-Westfalen (17,9 Prozent) und Baden-W√ľrttemberg (11,9 Prozent) liegt.[11] Touristisch sind neben M√ľnchen besonders die Regionen um die bayerischen Seen und in den Alpen, Augsburg (Fuggerei), sowie Regensburg mit der Historischen Altstadt als UNESCO-Welterbe seit 2007 stark.

Verkehr

Karte der Flughäfen und Landeplätze in Bayern

Bayern ist verkehrsm√§√üig gut erschlossen. Durch Bayern f√ľhren unter anderem die Autobahnen A 3, 6, 7, 8, 9 und 70 sowie die seit dem Herbst 2005 fertiggestellte A 71 und die im August 2008 fertiggestellte A 73, die beide Bayern mit Th√ľringen verbinden. Sternf√∂rmig von M√ľnchen aus f√ľhren die A 95 nach Garmisch-Partenkirchen, die A 96 √ľber Memmingen nach Lindau, die A 93 √ľber Regensburg nach Hof, die A 92 √ľber Landshut nach Deggendorf und die A 94 in Abschnitten nach Passau. S√ľdlich verbindet ein St√ľck der A 93 die A 8 mit der Brenner Autobahn. Seit den 1970ern geplant, bisher aber wegen Streitigkeiten um die Trassenf√ľhrung nur in Abschnitten fertiggestellt ist die A 94 von M√ľnchen √ľber Alt√∂tting nach Passau. Im S√ľden wird Bayern √ľberdies gerne als Abk√ľrzung im inner√∂sterreichischen Verkehr benutzt, da aufgrund der geographischen Gegebenheiten der Weg durch die Alpen bei weitem l√§nger ist als von Innsbruck √ľber die A 8 oder von Lofer √ľber die B 305 nach Salzburg (‚ÄěGro√ües‚Äú bzw. ‚ÄěKleines Deutsches Eck‚Äú).

Im internationalen Stra√üen- und Bahnverkehr sind die Verbindungen von Deutschland nach √Ėsterreich und dar√ľber hinaus nach Italien und S√ľdosteuropa von √ľberragender Bedeutung. Hingegen sind die Verkehrsverbindungen ins benachbarte Tschechien bei weitem nicht von vergleichbarer Relevanz, lediglich die Bundesautobahn 6 wurde nach der politischen Wende in der Tschechischen Republik verwirklicht. Insbesondere die Bahnverbindungen in die Tschechische Republik sind bis heute nicht sehr leistungsf√§hig. Eine Elektrifizierung wurde bisher auf keiner nach Tschechien f√ľhrenden Verbindung umgesetzt.

Bayern verf√ľgt √ľber ein dichtes Streckennetz im Eisenbahnverkehr mit zahlreichen Bahnh√∂fen. Der M√ľnchener Hauptbahnhof ‚Äď einer der gr√∂√üten in Deutschland ‚Äď stellt dabei einen wichtigen Knotenpunkt im transeurop√§ischen Verkehr dar. Die St√§dte M√ľnchen und N√ľrnberg verf√ľgen √ľber U-Bahnen sowie S-Bahnen mit einem weiten Einzugsgebiet.

Eines der gr√∂√üten europ√§ischen Drehkreuze f√ľr den Flugverkehr ist der Flughafen M√ľnchen Franz Josef Strau√ü. Zwei weitere internationale Verkehrsflugh√§fen befinden sich in N√ľrnberg und Memmingen, √ľberdies gibt es zahlreiche Verkehrslandepl√§tze, u. a. mit Linienflugbetrieb, z. B. Hof-Plauen. Die meisten Binnenschifffahrten finden auf der Donau, dem Main sowie auf dem Main-Donau-Kanal statt. Hierf√ľr gibt es zahlreiche G√ľterh√§fen.

Sehensw√ľrdigkeiten

Bayern kann auf eine √ľber 1000 Jahre alte Kultur- und Geistesgeschichte zur√ľckblicken. Laut Artikel 3 der Verfassung des Freistaates Bayern ist Bayern ein Kulturstaat. Der Freistaat f√∂rdert in seinem Haushalt 2003 Kunst und Kultur mit j√§hrlich √ľber 500 Millionen Euro, zus√§tzlich kommen erhebliche Leistungen der bayerischen Kommunen und privater Tr√§ger hinzu.

Museen

Bayern ist mit √ľber 1.150 Museen das museumsreichste Land der Bundesrepublik, wozu auch Sammlungen, Schl√∂sser, G√§rten und private Sammlungen z√§hlen. Zu den gr√∂√üten und bekanntesten geh√∂ren:

Siehe auch: Museen in Bayern

Zoologische Gärten, Tierparks

Tierpark Hellabrunn

Kultur

Theater, Schauspiel und Oper

Bayern verf√ľgt √ľber vier staatliche und 18 kommunale Theater mit eigenen Ensembles sowie eine Vielzahl privater B√ľhnen und freier Gruppen. Als letzte gro√üe Neugr√ľndung ging 2004 aus den St√§dtischen B√ľhnen N√ľrnberg das Staatstheater N√ľrnberg hervor. Insgesamt gibt es 35 feste Schauspiel-, Opern- und Operettenb√ľhnen, 41 Freilicht- und Festspielunternehmen und 17 Puppentheater mit mehr als 14.000 Vorstellungen und √ľber 4,8 Millionen Zuschauern j√§hrlich. Unter diesen B√ľhnen befinden sich so renommierte H√§user wie:

M√ľnchner Nationaltheater

Musik

Bayern ist nicht nur das Land der traditionellen Volksmusik, der Jodler und Schuhplattler, sondern auch die Heimat bekannter Komponisten wie

Die Regensburger Domspatzen, die Augsburger Domsingknaben, der Tölzer Knabenchor und der Windsbacher Knabenchor sind ebenfalls Repräsentanten des Freistaates in der ganzen Welt.

Zu den besten in Bayern beheimateten klassischen Orchestern zählen

Unter den Musikfestspielen herausragend sind die Bayreuther Festspiele und die M√ľnchner Opernfestspiele. Ein weiteres Highlight in der Musikszene sind die Thurn-und-Taxis-Schlossfestspiele, die in Regensburg seit mehreren Jahren unter dem Protektorat von Gloria von Thurn und Taxis gegeben werden. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Besucher stetig an. Ebenfalls beachtenswert ist der M√ľnchner Kaiserball sowie der N√ľrnberger Opernball.

Literatur

Folgende Literaturpreise werden unter anderem in Bayern verliehen

Universitäten und Hochschulen (unvollständig)

K√ľche

Durch das Nebeneinander der zwei bayerischen St√§mme Altbaiern und Franken, dazu kulturelle Teile von Schwaben, ist die bayerische K√ľche sehr vielf√§ltig. Auch wenn die bayerische K√ľche deutlich mehr bietet als deftige und rustikale Spezialit√§ten, so sind es dennoch besonders diese Gerichte, die weit √ľber die bayerischen Landesgrenzen hinweg bekannt geworden sind:

Volksfeste

Die größten Volksfeste nach Besuchern sind:

Kartenspieltradition

Siehe: Schafkopf, Watten

Kleidung

Siehe: Bayerische Tracht

Industriekultur

Mit der Maxh√ľtte (Sulzbach-Rosenberg) verf√ľgt Bayern zurzeit noch √ľber eines der bedeutendsten Industriedenkmale Europas. Die technik- und architekturhistorisch einmalige Anlage wird derzeit trotz bestehenden Denkmalschutzes abgerissen.

Sport

Fußball

International bekannt ist der FC Bayern M√ľnchen in der Fu√üball-Bundesliga. Der 1. FC N√ľrnberg spielt nach dem Aufstieg 2009 wieder in der Bundesliga, ebenso seit 2011 der FC Augsburg und ist damit der 51. Bundesligist Deutschlands. Der TSV 1860 M√ľnchen spielt als ehemaliger Erstligist momentan ebenso in der 2. Bundesliga wie die SpVgg Greuther F√ľrth und der FC Ingolstadt 04, der in der Saison 2009/10 √ľber den Relegationsplatz aus der 3. Liga aufgestiegen war. Ebenso kurzzeitig in der 1. Bundesliga und l√§ngere Zeit in der 2. Bundesliga war die SpVgg Unterhaching, die nun in der 3. Liga spielt. Dort sind aus Bayern ebenfalls der SSV Jahn Regensburg und Wacker Burghausen vertreten. Der Bayerische Fu√üball-Verband z√§hlt rund 1,4 Millionen Mitglieder und ist damit der mitgliederst√§rkste Verband des Deutschen Fu√üball-Bunds.

Golf

Bayern steht mit 163 Golfplätzen deutschlandweit an der Spitze, Oberbayern hat gemeinsam mit der Metropolregion Hamburg die größte Golfplatzdichte. Es sind 110.000 aktive Golfer registriert.[12]

Handball

Der TV Gro√üwallstadt aus dem Landkreis Miltenberg spielt in der 1. Handball-Bundesliga. Bekannt, wenn auch nicht mehr erstklassig, sind die M√ľnchener Vereine TSV Milbertshofen und MTSV Schwabing. In der Saison 2010/2011 spielen der HSC Coburg, der HC Erlangen und TUSPO Obernburg in der 2. Handball-Bundesliga.

Im Damenhandball ist der 1. FC N√ľrnberg das erfolgreichste bayerische Team. In der j√ľngeren Vergangenheit wurden sie 2005, 2007 und 2008 Deutscher Meister und stie√üen 2007/2008 bis in die Hauptrunde der EHF Champions League vor.

Baseball

Im Baseball haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Mannschaften hervorgebracht, die erfolgreich in der 1. und 2. Baseball-Bundesliga spielen. Dazu z√§hlt unter anderem der Deutsche Meister der Saison 2008, 2010 und 2011 aus Regensburg, die Regensburg Legion√§re. Zu den weiteren erfolgreichen bayerischen Teams geh√∂ren die Gauting Indians, die Ingolstadt Schanzer und die Haar Disciples. Auf Landesverbandsebene geh√∂ren unter anderem die Augsburg Gators, die Erlangen White Sox, die F√ľrth Pirates, die Deggendorf Dragons und die Garching Atomics zu den bayerischen Vereinen. Mit derzeit circa 63 angemeldeten Vereinen ist der BBSV, der Bayerische Baseball und Softball Verband, einer der gr√∂√üten in Deutschland.

Basketball

Die Mannschaft der Brose Baskets aus Bamberg ist die beste bayerische Herren-Basketballmannschaft. Neben mehreren Vizemeistertiteln wurden sie 2005, 2007, 2010 und 2011 Deutscher Meister und Pokalsieger 2010 und 2011.

Im Damen-Basketball konnte die in der 1. Bundesliga spielende Mannschaft des TSV Wasserburg in den Jahren 2004 bis 2007 den Deutschen Meistertitel erringen und wurde zudem 2005‚Äď2007 Deutscher Pokalsieger.

Volleyball

Die Roten Raben Vilsbiburg (Deutscher Meister 2008 und 2010), das Allgäu Team Sonthofen (beide Damen) und Generali Haching (Herren) spielen in der 1. Liga.

Korbball

Korbball wird vor allem im nördlichen Freistaat gespielt. Wichtige Zentren sind Schweinfurt, Aschaffenburg und Coburg.

Sportschießen

Sportschie√üen wird in den Disziplinen Gewehr, Pistole, Bogen, Wurfscheibe, Laufende Scheibe und Armbrust im gesamten Land ausge√ľbt. Die Sportsch√ľtzen stellen mit dem Bayerischen Sportsch√ľtzenbund (BSSB) den viertgr√∂√üten Sportfachverband im Land. Viele bayerische Teilnehmer bei Olympischen Spielen konnten bereits Erfolge erzielen.

Turnen

In zahlreichen Vereinen kann man auch das Turnen erlernen. Viele Turnvereine haben in Bayern eine lange Tradition. Das Landesleistungszentrum war in N√ľrnberg, wurde aber mit dem Bundesleistungszentrum in Frankfurt am Main zusammengelegt. Turnen galt in den 1880er-Jahren, aber auch nach dem Ersten Weltkrieg als Ausgleich f√ľr Frauen jeglicher Schichtung. Besondere Zentren sind Augsburg, W√ľrzburg, Schweinfurt, N√ľrnberg, aber auch Landshut, Passau und Rosenheim. Bayerische Turnerinnen belegten in den 1920er-Jahren oftmals weltweit Spitzenpl√§tze.[13]

Seit 2000 gibt es f√ľr Kinder eine ‚ÄěBayerische Kinderturnolympiade‚Äú. Austragungsort war drei Mal Neumarkt in der Oberpfalz, im Jahre 2000, 2004 und 2008.

Tennis

Jedes Jahr findet in M√ľnchen ein gro√ües Tennisturnier statt, das von BMW gesponsert wird: Die BMW Open. Sie gelten als Eingangstor f√ľr sp√§tere Karrieren. Namhafte Tennisspielerinnen und Tennisspieler, nicht nur aus Deutschland, sondern von der ganzen Welt, reisen dorthin, um wichtige ATP-Punkte mitzunehmen. Weibliche Tennisspielerinnen nehmen an den WTA-Wettk√§mpfen teil. Bekannte Repr√§sentanten des bayerischen Tennis sind Philipp Kohlschreiber aus Augsburg und David Prinosil aus dem oberpf√§lzischen Amberg.

Bergsteigen

Nicht zuletzt durch den Dokumentarfilm Am Limit wurden die Sportkletterer Thomas und Alexander Huber einem gr√∂√üeren Publikum ein Begriff. Auch fr√ľher waren Bayern unter den weltbesten Gipfelst√ľrmern, unter anderen Johann Grill, Josef Enzensperger, Otto Herzog, Anderl Heckmair oder Toni Schmid.

Wintersport

Speziell im alpinen Raum hat der Wintersport eine traditionell große Bedeutung:

Alpiner Skisport

G√ľnstige Bedingungen f√ľr Ski-Rennlauf finden sich in den Bayerischen Alpen. Die herausragenden Vertreter dieser Sportart sind Mirl Buchner, Heidi Biebl, Rosi Mittermaier, Marina Kiehl, Christa Kinshofer, Martina Ertl-Renz, Hilde Gerg, Maria H√∂fl-Riesch, Franz Pfn√ľr und Markus Wasmeier.

Nordischer Skisport

Aus dem Biathlon-Bundesleistungszentrum in Ruhpolding gingen zahlreiche Gewinner internationaler Wettbewerbe hervor, die bekanntesten unter ihnen sind Fritz Fischer, Michael Greis, Uschi Disl, Martina Glagow und Magdalena Neuner. Im Langlauf erreichten Tobias Angerer und Evi Sachenbacher-Stehle bedeutende Resultate.

Eishockey

In Bayern gibt es f√ľnf Eishockey-Vereine in der Deutschen Eishockey Liga; es sind die Augsburger Panther, der ERC Ingolstadt, die N√ľrnberg Ice Tigers, der EHC M√ľnchen und die Straubing Tigers. In der 2. Eishockey-Bundesliga spielen die Landshut Cannibals, die Starbulls Rosenheim sowie der ESV Kaufbeuren und der SC Riessersee.

Weitere, besonders durch ihre Nachwuchsarbeit bekannte Vereine sind der EV Landsberg, die T√∂lzer L√∂wen, der TEV Miesbach sowie der EV F√ľssen.

Brauchtumssportarten

In Bayern haben sich auch einige Brauchtumsportarten wie Fingerhakeln und Eisstockschie√üen erhalten, die in organisierten Ligen betrieben werden. Auch das Sautrogrennen geh√∂rt zu den bayerischen Brauchtumssportarten. Besondere Beliebtheit erfreut sich diese Sportart im S√ľden Bayerns an den Fl√ľssen Donau, Iller, Isar und Lech. Aber auch im Norden Bayerns wird anl√§sslich von Volksfesten in den meist noch vorhandenen √∂rtlichen Dorf- bzw. L√∂schteichen diesem Sport gehuldigt. Unter gr√∂√üter Belustigung der Zuschauer werden sogar ernste regionale Meisterschaften bestritten.

Bevölkerung

Urspr√ľnglich ans√§ssige Bev√∂lkerung

Die urspr√ľngliche Bev√∂lkerung Bayerns wird traditionell in ‚ÄěSt√§mme‚Äú (siehe auch Deutsche St√§mme f√ľr die Wortherkunft) untergliedert und setzt sich zusammen aus Altbayern (Baiern), Franken und Schwaben. Bekannt ist vor allem der lange Streit zwischen den Franken und den Altbayern um die angebliche Ungleichbehandlung der Franken durch die Bayern. So liegen viele fr√§nkische Kulturg√ľter in M√ľnchen und nicht in ihren Ursprungsorten. Eine R√ľckf√ľhrung ist angeblich teilweise aus Gr√ľnden des Erhalts der Kulturg√ľter nicht mehr m√∂glich. Der Streit gipfelt regelm√§√üig in der Forderung, dass Franken ein eigenes Bundesland werden solle. Auch Sinti und Jenische haben eine, staatlich bisher nicht anerkannte, sehr lange Tradition in Bayern.

Fl√ľchtlinge und Vertriebene

Nach 1945 gelangten √ľber zwei Millionen Fl√ľchtlinge und Heimatvertriebene, vor allem Sudetendeutsche, nach Bayern. Hier wurden sie von Franz Josef Strau√ü als ‚Äěvierter Stamm‚Äú bezeichnet.

Zuwanderung aus dem Ausland

Wie in ganz Deutschland kam es ab den 1950ern vor dem Hintergrund des deutschen Wirtschaftswunders zu Zuwanderung insbesondere aus der T√ľrkei und Italien und verst√§rkt um 1990 nach dem Ende des Kalten Krieges aus osteurop√§ischen L√§ndern.

Religion

Christentum

Wieskirche in Oberbayern

Bayern ist nach dem Saarland mit 55,1 % (Stand 2009) das Bundesland mit dem h√∂chsten r√∂misch-katholischen Bev√∂lkerungsanteil in Deutschland.[14] Daneben sind 20,8 % der Bev√∂lkerung evangelisch-lutherisch.[15] Diese beiden Konfessionen verteilen sich ungleich √ľber die Bezirke. So sind weite Teile Frankens protestantisch gepr√§gt. Sowohl die Markgraft√ľmer Ansbach und Bayreuth als auch die Mehrzahl der freien Reichsst√§dte (wie etwa N√ľrnberg oder Rothenburg ob der Tauber) sind lutherisches Kernland und waren Hochburgen der Reformation.

Der Anteil der Katholiken und Protestanten hat sich in den letzten Jahren verringert. Dieser Trend ist auch in anderen Bundesl√§ndern zu beobachten. Der bayerische Staat zahlt der r√∂misch-katholischen Kirche j√§hrlich 65 Millionen Euro und der evangelischen Kirche 21 Millionen Euro Staatsdotationen aus dem allgemeinen Haushalt.[16]

Judentum

J√ľdische Gemeinden gab es bis zum 19. Jahrhundert vor allem in l√§ndlichen Gebieten Frankens und Schwabens sowie den freien Reichsst√§dten wie etwa in N√ľrnberg und Regensburg. Im wittelsbachischen Altbayern gab es so gut wie keine Juden, seit der Judenemanzipation aber zunehmend in bayerischen St√§dten. Von fast 200 j√ľdischen Gemeinden vor dem Holocaust existieren heute in Bayern noch beziehungsweise wieder 12 Gemeinden.

Islam

Von wachsender Bedeutung ist insbesondere in Gro√üst√§dten der Islam. Viele Moscheegemeinden versuchen, ihre bisherigen Hinterhofmoscheen durch repr√§sentative Neubauten zu ersetzen. Eine Studie des Bundesinnenministeriums beziffert den Anteil der Muslime an der bayerischen Gesamtbev√∂lkerung im Jahr 2008 auf ungef√§hr 4 % (etwa 13 % der in Deutschland wohnhaften Muslime).[17]

Konfessionslose

Wie in vielen Gegenden in Deutschland wächst der Anteil konfessionell ungebundener Einwohner.

Verteilung der Religionszugehörigkeit

1840[18] * 1900[18] * 1933[18] * 1950[18] 1970[19] 2006 2007
R√∂misch-katholisch 71,1 % 70,5 % 70,0 % 71,9 % 70,4 % 57,2 %[20] 56,3 %[20]
Evangelisch 27,4 % 28,3 % 28,7 % 26,5 % 25,2 % 21,3 %[21] 21,0 %[21]
Muslimisch ‚Äď ‚Äď ‚Äď ‚Äď 0,9 % 2,2 %
J√ľdisch 1,4 % 0,9 % 0,5 % 0,1 % 0,1 % 0,1 %
andere Konfessionen
und Konfessionslose
0,1 % 0,3 % 0,8 % 1,5 % 3,4 % 19,2 %

* Inklusive der Region Pfalz

Siehe auch: Liste bayerischer Klöster und Stifte

Sprache

Amts- und Verkehrssprache ist Deutsch. Zahlreiche weitere Sprachen werden von jenen gesprochen, die aus anderen Sprachregionen kommen bzw. den entsprechenden Migrationshintergrund haben.

Dialekt

‚Üí Hauptartikel: Dialekte in Bayern

Die angestammten Dialekte lassen sich drei großen Dialektfamilien zuordnen:

Zwischen diesen drei Mundartr√§umen bestehen nicht zu untersch√§tzende √úbergangsgebiete, die sich nicht widerspruchslos einem dieser Gebiete zuordnen lassen. Es existieren bairisch-fr√§nkische (u. a. N√ľrnberg und Umgebung), bairisch-schw√§bische (u. a. Lechrain) und schw√§bisch-fr√§nkische (Gebiet um Dinkelsb√ľhl und Hesselberggebiet) √úbergangsgebiete, in manchen Orten sogar bairisch-schw√§bisch-fr√§nkische Mischdialekte (z. B. Treuchtlingen, Eichst√§tt).

Die Dialekte sind bei den Einheimischen, besonders au√üerhalb der gro√üen St√§dte, sehr verbreitet. In Ballungsgebieten wie M√ľnchen ist allerdings ein Aussterben der Dialekte zu beobachten. Eine Verschriftlichung der Mundart wie in Luxemburg steht aber nicht zur Debatte.

Zahlreiche weitere deutsche und nichtdeutsche Dialekte werden von jenen gesprochen, die aus anderen Dialekt- oder Sprachregionen kommen.

Sonstiges

Als weibliche Symbolgestalt Bayerns gilt die Bavaria.

Viele bairische Vornamen haben sich bis heute erhalten.

Im Jahre 1990 hatte Bayern noch eine Suizidrate von 17,6 Fällen je 100.000 Einwohner und lag damit im Bundesdurchschnitt. Trotz einer Abnahme auf 13,3 Fälle kletterte der Freistaat im Jahr 2006 an die Spitze aller Bundesländer.[22]

Siehe auch

 Portal:Bayern ‚Äď √úbersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Bayern

Literatur

Weblinks

 Commons: Bayern ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Bayern ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
Wikinews Wikinews: Bayern ‚Äď in den Nachrichten
Wikibooks Wikibooks: Kapitel im Europ√§ischen Reisef√ľhrer ‚Äď Lern- und Lehrmaterialien
 Wikisource: Topographia Bavariae ‚Äď Quellen und Volltexte

Quellenangaben

  1. ‚ÜĎ Statistische √Ąmter des Bundes und der L√§nder
  2. ‚ÜĎ Arbeitslosenquoten im Oktober 2011 ‚Äď L√§nder und Kreise. In: arbeitsagentur.de. Bundesagentur f√ľr Arbeit, abgerufen am 2. November 2011.
  3. ‚ÜĎ Statistisches Bundesamt ‚Äď Angaben zu den Schulden der L√§nder
  4. ‚ÜĎ Beziehungen Bayerns zu au√üereurop√§ischen Staaten und Regionen
  5. ‚ÜĎ Schulden der √∂ffentlichen Gesamthaushalte: Bundesl√§nder
  6. ‚ÜĎ Schulden der √∂ffentlichen Gesamthaushalte: Bundesl√§nder
  7. ‚ÜĎ Schulden der √∂ffentlichen Gesamthaushalte: Bundesl√§nder
  8. ‚ÜĎ http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Presse/pm/2011/02/PD11__069__713,templateId=renderPrint.psml
  9. ‚ÜĎ https://www.statistikdaten.bayern.de/genesis/online/
  10. ‚ÜĎ Eurostat News: Regional GDP per inhabitant in the EU 27(PDF)
  11. ‚ÜĎ Bayerisches Staatsministerium f√ľr Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie: Tourismus in Bayern, Juni 2007. Volltext
  12. ‚ÜĎ Bericht 2008 des Deutschen Golfverbandes
  13. ‚ÜĎ Hans Fischer: Die Geschichte des Turnens in Bayern. Eine historische Begegnung. 3. Auflage, Berlin 1958.
  14. ‚ÜĎ Deutsche Bischofskonferenz:Bev√∂lkerung und Katholiken nach Bundesl√§ndern 2009
  15. ‚ÜĎ Evangelische Landeskirche Bayern:Zahlen Daten Fakten
  16. ‚ÜĎ Staat zahlt 442 Millionen Euro f√ľr Kirchengeh√§lter. In: Spiegel Online, 8. Juni 2010. Abgerufen am 21. Juni 2011. 
  17. ‚ÜĎ Etwa 4 Millionen Muslime in Deutschland DIK-Studie
  18. ‚ÜĎ a b c d Konfessionsstruktur (19./20. Jahrhundert). historisches-lexikon-bayerns.de. Abgerufen am 21. Juni 2011.
  19. ‚ÜĎ Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid)
  20. ‚ÜĎ a b Deutsche Bischofskonferenz Statistik (PDF)
  21. ‚ÜĎ a b Die Bayerische Landeskirche in Zahlen. www.bayern-evangelisch.de. Archiviert vom Original am 9. M√§rz 2008. Abgerufen am 21. Juni 2011.
  22. ‚ÜĎ Stefan P. R√ľbenach: Todesursache Suizid. In: Auszug aus Wirtschaft und Statistik, Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2007, S. 968.

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