Waffe

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Waffe
Stich-, Hieb- und Schusswaffen
Die Zwille wurde als Spielgerät erdacht und später als Waffe benutzt, in den 70er Jahren wurde sie in Deutschland als solche auch eingestuft.

Als Waffe werden in der Regel alle Gegenst√§nde bezeichnet, die dazu bestimmt und geeignet sind, Lebewesen in ihrer Handlungsf√§higkeit zu beeintr√§chtigen oder handlungsunf√§hig zu machen, physisch oder psychisch zu verletzen oder zu t√∂ten. Dazu z√§hlen auch Mittel, die Gegenst√§nde oder immaterielle G√ľter besch√§digen, zerst√∂ren oder gebrauchsunf√§hig machen k√∂nnen.

Zu den Waffen z√§hlen auch Sportger√§te, die f√ľr den sportlichen Wettkampf bestimmt sind und entweder aus Waffen entwickelt wurden oder das Gef√§hrdungspotential einer Waffe besitzen.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Allgemeine Definition

Die Definition des Waffenbegriffs hängt von kulturellen und technischen Ansichten ab und ist daher in verschiedenen Epochen und Ländern unterschiedlich.

Im Allgemeinen stellen Waffen Mittel dar, die ein Lebewesen in einer Konfliktsituation seiner Handlungsf√§higkeit und Unversehrtheit, sowohl psychisch als auch physisch, berauben k√∂nnen und deren Anwendung im Extremfall zum Tod des betroffenen Lebewesens f√ľhrt. Die als Waffen eingesetzten Mittel k√∂nnen ebenso G√ľter besch√§digen, zerst√∂ren oder in ihrer Gebrauchsf√§higkeit einschr√§nken. Waffen k√∂nnen weiterhin ein Mittel sein um eine Person durch Zwang (z. B. Drohung mit einer Waffe) ihrer Entscheidungs- und Handlungsfreiheit zu berauben.

Aus soziologischer Sicht sind Waffen Gegenst√§nde der materialen Kultur, welche die K√∂rperkraft bei Gewaltanwendungen umsetzen und/oder steigern bzw. ersetzen und so bei bestimmten Formen der Auseinandersetzung mit Jagdwild oder Gegnern der eigenen Spezies zu einem Vorteil f√ľhren sollen. Diese Definition entspricht weitestgehend dem allgemeinen Sprachgebrauch.

Im weiteren Sinne werden auch Gegenstände, die dem Schutz dienen als Waffen bezeichnet. Man spricht dann von passiven oder Schutzwaffen.

Der Begriff ‚ÄěWaffe‚Äú ist auch im nicht-materiellen Sinn zu definieren. In der psychologischen Kriegf√ľhrung k√∂nnen beispielsweise alle Mittel, die der Sch√§digung der Moral der gegnerischen Soldaten, aber auch der Zivilbev√∂lkerung des Gegners dienen, als Waffe bezeichnet werden. Weiterhin k√∂nnen alle den Kriegs- und Kampfeinsatz unterst√ľtzenden Mittel der Information, Desinformation, Unterwanderung, Sabotage und Aus√ľbung psychologischen Drucks auf Kombattanten als Einsatz von Waffen betrachtet werden.

Auch Computerprogramme k√∂nnen als Waffe dienen. Der Einsatz von Malware (Viren, W√ľrmer, Trojaner, usw.) als elektronischer Angriff auf Datenverarbeitungsanlagen dient der Zerst√∂rung von Daten. Die direkte Wirkung betrifft nur immaterielle G√ľter, die Auswirkungen k√∂nnen, je nach Angriffsziel (z. B. eine Kraftwerkssteuerung, ein Gro√ülager, eine Produktionssteuerung einer Firma) jedoch immens sein.

Der J√§ger bezeichnet auch die Hauer des Wildschweins als ‚ÄěWaffe‚Äú oder ‚ÄěGewehr‚Äú (je nach Sprachraum); auch das Geweih/Geh√∂rn eines Tieres kann als ‚ÄěWaffe‚Äú oder ‚ÄěSpie√ü‚Äú bezeichnet werden.

Abgrenzung

Potenziell gefährliche Gegenstände

Bei der Definition einer Waffe ist es ein wichtiges Kriterium, dass die urspr√ľngliche Bestimmung einer Waffe die Verletzung/T√∂tung von Lebewesen oder die Besch√§digung/Zerst√∂rung von G√ľtern ist. Viele Gegenst√§nde k√∂nnen als Waffe verwendet werden, wurden aber zu einem anderen Zweck hergestellt. Beispielsweise ist ein Skalpell in der Regel f√ľr die medizinische Anwendung, ein Fahrzeug prim√§r f√ľr Transport und Fortbewegung und ein Baseballschl√§ger als Spielger√§t konzipiert. Diese Mittel k√∂nnen jedoch zweckentfremdet zur Verletzung von Lebewesen oder Besch√§digung von G√ľtern eingesetzt werden. Was eine Waffe ist, richtet sich demnach auch nach der Art des Gebrauchs.

Der kulturelle Hintergrund bei der Definition wird im Bereich von Messern offensichtlich. In den meisten Kulturen wird das Messer (z. B. K√ľchenmesser) nicht als Waffe angesehen, sondern als Werkzeug (hier: K√ľchenger√§t). Ein Schnitzmesser ist in erster Linie als Werkzeug zu sehen, welches der Holzbearbeitung dient. In einigen landwirtschaftlichen Regionen ist das Mitf√ľhren einer Machete √ľblich, in anderen Regionen wird das gleiche Verhalten als Bedrohung angesehen. Den Gebrauchsmessern stehen Messer mit einem Waffencharakter entgegen, wobei eine technische Abgrenzung in den meisten F√§llen nicht m√∂glich ist. Viele Staaten reglementieren den Besitz dieser Messer, wobei sich die Verbote an Messertypen, die bei Straftaten verwendet wurden, orientieren.

Ebenso sind Dreschflegel, Mistgabel oder Sense sicher als Werkzeuge der Landwirtschaft zu sehen, wurden in entsprechenden Konfliktsituationen (z. B. Deutscher Bauernkrieg) aber auch als Waffen zweckentfremdet.

Der juristische Begriff f√ľr in konkreten Situationen zweckentfremdete Gegenst√§nde ist ‚ÄěGef√§hrliches Werkzeug‚Äú.

Folter- und Hinrichtungsinstrument

Waffen werden als Mittel in Kampf verstanden. Mittel, die allein Schmerzen oder den Tod eines wehrlosen Opfers herbeif√ľhren sollen, werden als Folter- bzw. Hinrichtungsinstrument verstanden. Analog dazu sind Schlachtinstrumente z. B. Schlachtschussapparat gegen√ľber einer Jagdwaffe zu sehen.

Munition

Munition wird oft als der eigentliche Wirkungstr√§ger im Zusammenhang mit einer Fernwaffe definiert. Diese Definition ist bei einfachen Waffen beziehungsweise Geschossen eindeutig: z. B. Bogen/Pfeil oder Feuerwaffe/Patrone. Bei zunehmendem Verh√§ltnis der Technisierung zwischen dem Geschoss und dem Startger√§t wird der Wirkungstr√§ger als Waffe bezeichnet, z. B. bei einem Lenkflugk√∂rper oder einer Kernwaffe.

Waffensystem

Milit√§risches Gro√üger√§t, vor allem bewaffnete Fahrzeuge, wird als Waffensystem bezeichnet. Mindestens ein Teil des Waffensystems ist die eigentliche Waffe so z. B. Kanone eines Kampfpanzers.

√úbertragene Bedeutung

Im militärischen Bereich werden auch verschiedene Einheiten als Waffe bezeichnet. So bezeichnet man die Infanterie als Hauptwaffe im Bodenkampf. In Deutschland werden die Luftstreitkräfte als Luftwaffe bezeichnet.

Im √ľbertragenen Sinn werden als Waffen auch Ideen und andere nichtmaterielle G√ľter (Informationen) angesehen. Mit rhetorischen Strategien versuchen z. B. Politiker, ihre politischen Gegner in einem schlechten Licht dastehen zu lassen, hier ist auch schnell die Rede von ‚Äěverbalen Angriffen‚Äú und ‚ÄěWortgefechten‚Äú, in denen das gesprochene Wort der verbalen Aggression dient. Der Begriff ‚ÄěAggression‚Äú setzt eine soziale Interaktion voraus, die einen Angreifer und ein Opfer kennt. Vom Angreifer wird angenommen, dass er in feindseliger Absicht vorgeht, eine negativ intendierte Handlung vollf√ľhrt. W√§hrend beim Fluchen das Opfer in der Regel verschont bleibt, ist die Drohung eine Vorstufe der t√§tlichen Auseinandersetzung.[1] Gleichzeitig k√∂nnen Worte auch verletzend wirken. Sie wirken sich auf die psychische Lage des Opfers aus, z. B. auf das Selbstwertgef√ľhl, Angstzust√§nde usw.

Die Kunst wird ebenfalls als Waffe bezeichnet und verwendet. Ob in Literatur oder Bildern, als Auftragsarbeit f√ľr Propagandazwecke oder als freie Kunst. So ist die Aussage von Friedrich Wolf ‚ÄěKunst ist Waffe‚Äú bekannt .[2]

‚ÄěNein, Malerei ist nicht dazu da, um Appartements zu schm√ľcken. Sie ist eine Waffe zu Angriff und Verteidigung gegen den Feind.‚Äú

‚Äď Pablo Picasso

Juristische Definition in Deutschland

Das Waffengesetz (WaffG)[3] der Bundesrepublik Deutschland definiert den juristischen Waffenbegriff und regelt den Umgang mit Waffen. Hinzu kommt das Sprengstoffgesetz (SprengG)[4], das explosionsgef√§hrliche Stoffe umfasst. F√ľr milit√§rische Zwecke konstruierte Waffen werden durch das Kriegswaffenkontrollgesetz (KrWaffKontrG)[5] reglementiert.

Weitere unter die allgemeine Definition einer Waffe fallende Mittel (z. B. Gift) besitzen eigene Gattungsbegriffe und Definitionen und finden z. B. im Strafgesetzbuch (StGB)[6] Erw√§hnung.

‚ÄěWaffen im juristischen Sinne sind demnach
1. Schusswaffen oder ihnen gleichgestellte Gegenstände und
2. tragbare Gegenstände,

a) die ihrem Wesen nach dazu bestimmt sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, insbesondere Hieb- und Stoßwaffen;
b) die, ohne dazu bestimmt zu sein, insbesondere wegen ihrer Beschaffenheit, Handhabung oder Wirkungsweise geeignet sind, die Angriffs- oder Abwehrfähigkeit von Menschen zu beseitigen oder herabzusetzen, und die in diesem Gesetz genannt sind.“

‚Äď WaffG, ¬ß 1, (2), 1 und 2 a), b)

‚ÄěGesundheitssch√§dliche Stoffe‚Äú, ‚ÄěGift‚Äú und ‚ÄěGef√§hrliches Werkzeug‚Äú sind nicht n√§her definierte Begriffe der ¬ß¬ß 224, 314, 330a und 177 StGB.

In anderen europ√§ischen L√§ndern (√Ėsterreich, Schweiz) ist die juristische Definition von Waffen √§hnlich.

Waffenwirkung

Die physische Wirkung von Waffen bzw. ihrer Munition beruht auf den verschiedensten physikalischen, biologischen und chemischen Wirkweisen.

Physische Wirkung

Bei durch kinetische Energie wirkenden Waffen gibt es zwei Prinzipien:

  • Energie gro√üfl√§chig √ľbertragen: Die in einem Bewegungsablauf, z. B. beim Schwingen einer Keule, aufgenommene Bewegungsenergie wird bei Auftreffen auf einem K√∂rper in k√ľrzester Zeit gro√üfl√§chig abgegeben. Die Folgen sind schwere Prellungen, Knochenbr√ľche und Rupturen.
  • Energie konzentrieren: Die Spitze eines Messers, Speers oder Geschosses konzentriert die aufgewendete Kraft auf einen sehr kleinen Punkt. Es tritt ein hoher Druck auf, denn Druck ist Kraft pro Fl√§che. Dadurch kann ein Ziel penetriert werden bzw. die Eindringtiefe erh√∂ht sich (siehe Erstechen, Schussverletzung).

Bei konventionellen Bomben und Minen wird ein Sprengstoff zur Detonation gebracht. Diese extrem schnelle Verbrennung f√ľhrt zur Bildung gro√üer Mengen von Gasen, so dass eine Detonationswelle entsteht. Diese wirkt entweder direkt durch Lungenriss, Knalltrauma, Verbrennung oder indirekt durch kinetische Energie, wenn Bestandteile der H√ľlle mit hoher Geschwindigkeit in die Umgebung geschleudert werden.

Brandvorrichtungen aller Art wirken vor allem durch Verbrennungen oder durch den Entzug von Sauerstoff was zur Erstickung f√ľhrt.

Atom- oder Kernwaffen wirken gleichzeitig auf unterschiedlichste Weise. Bei einer Kernwaffenexplosion wirken u. a. Detonationswelle, W√§rmestrahlung, Ionisierende Strahlung und elektromagnetischer Puls.

Biologische Waffen wirken durch Krankheitserreger und nat√ľrliche Toxine auf Lebewesen ein und bewirken Epidemien und Vergiftungen.

Chemische Waffen wirken in der Regel als Gifte gegen die Atemwege, das Blut, die Haut oder auf die Nerven (Nervengift). Einige Mittel werden auch als sogenanntes Tr√§nengas eingesetzt. Herbizide wirken als chemische Waffen gegen Pflanzen (z. B. Agent Orange).

Elektroimpulswaffen arbeiten mit dem Prinzip eines kontrollierten elektrischen Schlags.

Energiewaffen nutzen das ganze elektromagnetische Spektrum um geb√ľndelt hohe Temperaturen, grelles Licht oder hohe Lautst√§rken zu erzeugen.

Psychische Wirkung

Waffen können eine Drohwirkung entfalten, auch ohne dass sie wirklich eingesetzt werden.

Auch Nachbildungen von Waffen, insbesondere in Originalgr√∂√üe, k√∂nnen bei anderen Menschen √Ąngste ausl√∂sen oder sogar zu Polizeieins√§tzen f√ľhren, bei denen die Polizei nat√ľrlich damit rechnen muss, scharfen Waffen gegen√ľber zu stehen.[7] Unter Umst√§nden reicht schon ein ausgestreckter Finger in der Tasche eines Kleidungsst√ľcks, um in einem sensiblen Umfeld zu Gegenma√ünahmen im Rahmen der Putativnotwehr zu f√ľhren.

Zeichen von Macht und Reichtum

Karl der Gro√üe, gemalt 1513 von Albrecht D√ľrer

In verschiedenen Kulturen war und ist das Tragen von Waffen Ausdruck f√ľr die soziale, wirtschaftliche oder politische Stellung des Tr√§gers. In der Bronzezeit und der Eisenzeit waren aus diesen Materialien gefertigte Waffen noch sehr teuer und die Waffen wurden an Schneide und Griff entsprechend verziert. Sp√§ter wurden aufwendige Gravuren, Edelsteinschmuck, Silber und Gold oder Elfenbein eingebracht.

In Jemen ist das Tragen des reichlich verzierten Krumdolchs Jambia ein Symbol von Männlichkeit. Jungen bekommen diese Waffen als sichtbares Zeichen der beendeten Kindheit. [8]

Der Papst √ľberreichte das Reichsschwert des Heiligen R√∂mischen Reiches dem r√∂misch-deutschen Kaiser bei dessen Kr√∂nung als Zeichen der weltlichen Macht, die er aus der Hand Gottes erh√§lt. Beim anschlie√üenden Auszug aus der Kirche wurde es dem neuen Kaiser vom Schwertf√ľhrer mit der Spitze nach oben als Zeichen der weltlichen Macht und Gewalt vorangetragen.

Das ebenfalls zu den Herrschaftszeichen zählende Zepter ist eine aus Edelmetallen und Edelsteinen hergestellte Abwandlung des Streitkolbens.

Bis zur heutigen Zeit werden reich verzierte Waffen, z. B. bei Staatsbesuchen, als Geschenk √ľberreicht. [9] Viele J√§ger leisten sich ebenfalls h√§ufig Jagdwaffen aus edlen Materialien (Wurzelholz), reich mit Gravuren verziert, die selbst als Gro√üserienanfertigung noch mehrere zehntausend Euro kosten k√∂nnen. Zu besonderen Jubil√§en liefern Waffenhersteller oft besondere Versionen oder besonders verzierte Waffen, welche haupts√§chlich √§sthetischen Anspr√ľchen gen√ľgen sollen und nicht unbedingt zum Gebrauch gedacht sind.

Geschichte

Die Geschichte der Waffen ist so alt wie die Menschheit selbst. Wie bei allen anderen Lebewesen, so bestand auch das Bed√ľrfnis der Menschen darin, die eigene Existenz zu sichern. Dazu geh√∂rt die Versorgung mit Nahrung und der Schutz der Spezies. Als Omnivoren (Allesfresser) benutzen die Menschen sowohl Werkzeuge zur Jagd als auch zur Zubereitung von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln.

Neue Bearbeitungsm√∂glichkeiten, Materialien und Erfindungen f√ľhrten in den letzten 2,5 Mio. Jahren zu einer stetigen Weiterentwicklung der Waffentechnik. Beeinflusst wurde diese Entwicklung nicht nur von technischen √Ąnderungen, sondern auch auf kultureller Ebene. Jagdmethoden und Waffen √§nderten sich z. B. dadurch, dass zuerst in Gruppen, sp√§ter auch alleine und seit der Bildung von Staaten dann in Europa nur noch durch Privilegierte gejagt wurde.

Kaum eine Industrie hat im Verlauf der Geschichte mehr Innovationen hervorgebracht als die R√ľstungsindustrie, die hierf√ľr schon sehr fr√ľh intensive Forschung auf den Gebieten der Chemie, Physik, Metallurgie, Materialkunde, Zerspanungstechniken, Innen- und Au√üenballistik, etc., betrieben hat. So gab es seit Beginn industrieller Waffenentwicklung schon die Wechselwirkung zwischen milit√§rischen Erfordernissen an die Waffentechnik und der damit zusammenh√§ngenden Forderungen an die R√ľstungsindustrie und deren Entwicklungen, die ‚Äěim Feld‚Äú getestet und angewendet werden sollten.

Zu den modernen Waffen zählen unter anderem halbautomatische und automatische Waffen, Waffen-Großgerät und Waffensysteme sowie alle Formen von Kampfstoffen und Nuklearwaffen sowie nicht zuletzt funk- und lasergesteuerte Waffen.

Urgeschichte

Dolch aus Feuerstein

Schon in der Urgeschichte diente die Waffe dem körperlich oder zahlenmäßig unterlegenen Individuum bei der Nahrungsbeschaffung (Jagd auf Wild). Sie diente aber auch bei Angriff und der Verteidigung als Ausgleich körperlicher Unterlegenheit und damit zur Sicherung der individuellen Existenz.

In der Altsteinzeit (Altpal√§olithikum) wurde vor ca. 2,5 Mio. Jahren zuerst Ger√∂ll benutzt, dem man durch Gegeneinanderschlagen eine Schneide verlieh (Oldowan). Vor 1,5 Mio. Jahren, im Acheul√©en, kamen dann schon feiner bearbeitete Faustkeile zum Einsatz. Vor 400.000 Jahren bestand dann beiderseits des √Ąrmelkanals bereits eine Clactonien genannte Fertigung in gr√∂√üerem Umfang f√ľr Waffen aus Silex. Auch Pfeil und Bogen gab es bereits in der Altsteinzeit, wenngleich auch in etwas anderer Form als heute.

Mit den Aurignacien begann vor ca. 35.000 Jahren in Europa die j√ľngere Altsteinzeit (Jungpal√§olithikum). Typische Waffen dieser Zeit sind lange, schmale Klingen (bis ca. 26 cm), die mit Mei√üel-Hammer-Technik gefertigt sind. Wenn sie einen stumpfen R√ľcken aufweisen, werden sie als Messer bezeichnet. In diesem Zeitabschnitt der Menschheitsgeschichte finden sich bereits h√§ufig Ger√§te aus Knochen, Hornsubstanz (Geweihspitzen) und Elfenbein.

Altertum

Waffen aus der Bronzezeit

In der Bronzezeit kamen die ersten Metalle zum Einsatz. In dieser Zeit wurde das Schwert entwickelt, welches die erste Waffe f√ľr kriegerische Konflikte, also nicht f√ľr die Jagd, darstellt.

In der Antike wurde sehr viel Wert auf waffentechnische Entwicklungen gelegt. Das römische Kurzschwert Gladius beispielsweise war schon eine fortschrittliche waffentechnische Entwicklung, gut ausbalanciert, mit Griffschutz und hölzerner, lederbezogener Scheide, und das als Massenprodukt im 1. Jahrhundert.

Bei allen Kulturv√∂lkern dieser Zeit gab es auch schon Schutzwaffen in Form von Schilden, Helmen und K√∂rperpanzerungen aus Holz, Metall und Leder sowie allen Kombinationen aus diesen Materialien. Im Altertum entstanden auch die ersten schweren Kriegsger√§te in Form von Sturmleitern und Belagerungst√ľrmen, welche dem Angriff auf Befestigungen dienten, sowie Wurfmaschinen und Feldgesch√ľtze, die in der Lage waren, Steine, brennende Strohballen und schwere Pfeile zu verschie√üen.

Waffen am Ende der Spätantike: zwei Spathas, Sax und Speerspitze (von links nach rechts)

Am Beginn der r√∂mischen Kaiserzeit war die Bewaffnung der Germanen im Gegensatz zum r√∂mischen Milit√§r leicht und beinhaltete kaum Panzerungen oder Helme. Die wichtigsten Waffen waren Speer beziehungsweise Lanze und Schild. R√∂mische Legion√§re waren typischerweise einheitlich gepanzerte Fu√ük√§mpfer, die von teilweise berittenen Hilfstruppen unterst√ľtzt wurden. Die Ausr√ľstung der r√∂mischen Armee wandelte sich am Ende der Kaiserzeit. Der r√∂mische Gliederpanzer war in der Sp√§tantike wieder g√§nzlich durch Kettenhemden beziehungsweise Schuppenpanzer ersetzt worden. Im 3. und 4. Jahrhundert √ľbernahmen Germanen vermehrt typisch r√∂mische Ausr√ľstungsgegenst√§nde. Au√üerdem erfuhr das r√∂mische Heer durch die Aufnahme zahlreicher germanischer Krieger eine starke Germanisierung was letztendlich dazu f√ľhrte, dass in der Sp√§tantike die Waffen von ranghohen Germanenkriegern kaum mehr von denen r√∂mischer Soldaten unterschieden werden k√∂nnen.[10] Seit Ende der r√∂mischen Kaiserzeit wurde auch das lange Schwert, genannt Spatha in gr√∂√üerem Stil eingesetzt, w√§hrend der Gladius zunehmend verdr√§ngt wurde. Die Spatha wurde auch schwerer und zunehmend als Hiebwaffe gebraucht. Auch Pfeil und Bogen kamen in der Sp√§tantike wieder verst√§rkt zum Einsatz. Eine besondere Wurfaxt, die Franziska wurde im 5. und 6. Jahrhundert vor allem von fr√§nkischen K√§mpfern verwendet, verschwand aber ab 600 n. Chr. wieder aus der Bewaffnung. Seit dem fortgeschrittenen 5. Jahrhundert trat bei germanischen V√∂lkern neben die Spatha vor allem der Sax als kurzes einschneidiges Hiebschwert.[11]

Typische Schutzwaffen der Sp√§tantike waren neben Rundschilden mit Eisenbuckel auch Kettenhemden und Helme. Bei den Helmen waren am Beginn der Epoche vor allem Kammhelme im r√∂mischen Milit√§r verbreitet, die sp√§ter zunehmend durch Spangenhelme, Bandhelme und ab dem 6. Jahrhundert durch Lamellenhelme ersetzt wurden. Diese Helme wurden zunehmend auch von Germanen verwendet. Typisch f√ľr die Epoche sind insbesondere gepanzerte Reiter, wie Kataphrakten. Als typische Waffe f√ľhrten sie die sehr lange Contuslanze, die beidh√§ndig gef√ľhrt wurde. Aber auch gepanzerte, berittene Bogensch√ľtzen, die zus√§tzlich √ľber Lanzen und Schwerter verf√ľgten, kamen insbesondere im ostr√∂mischen Heer zum Einsatz. Diese Einheiten wurden von Prokop als besonders schlagfertig gelobt, vor allem w√§hrend des Gotenkriegs.[12]

Das Truppenaufgebot der Steppenv√∂lker wie Sarmaten, Hunnen und Awaren bestand in erster Linie aus Reitereinheiten. Dabei waren gepanzerte Lanzenreiter f√ľr Sarmaten typisch, w√§hrend die hunnischen Krieger in der Regel leicht bewaffnet waren und den Gegner mit Pfeilsalven zerm√ľrbten, die sie vom Pferd aus abfeuerten. Dabei galt insbesondere der hunnische Reflexbogen als ‚ÄěWunderwaffe‚Äú. Gepanzerte Lanzenreiter wurden auch in den Heeren der Sassaniden und in Anlehnung an √∂stliche Vorbilder zunehmend in der r√∂mischen Armee eingesetzt. Steigb√ľgel wurden vermutlich von den Awaren erstmals in gr√∂√üerem Stil verwendet.[13] Auch bei den germanischen V√∂lkern, insbesondere den Goten, hatten die Reiterkrieger, die etwa in der Schlacht bei Adrianopel entscheidend zum Sieg beitrugen, einen hohen Stellenwert. Diese Art der Kriegsf√ľhrung hatten die Ostgoten von den Reiterv√∂lkern n√∂rdlich des Schwarzen Meeres √ľbernommen.[12]

Insgesamt glichen sich die Heere der ‚ÄěBarbaren‚Äú und das r√∂mische Heer in der Sp√§tantike einander an. Die Schlagkraft des sp√§tr√∂mischen Heeres war allerdings immer noch hoch.

Mittelalter

Katapult (Replikat)

Im Mittelalter wurden Waffen schon unter industriellen Bedingungen gefertigt. Geachtet wegen ihres kunstvollen Handwerks, zogen Waffenschmiede √§hnlich wie Landsknechte von Dienstherren zu Dienstherren und verkauften ihre Leistungen. Teilweise f√ľhrten Waffenschmiede dabei ihre Halbzeuge mit sich, die dann zu besonderen Waffen nach den Erfordernissen ihrer Abnehmer fertiggestellt wurden. In Vorbereitung von Feldz√ľgen wurden Waffen in gro√üen Mengen ben√∂tigt und von Waffenschmieden in Fertigungsketten hergestellt. So arbeiteten Gie√üerei, Schmiede und Schleiferei Hand in Hand, hinzu kamen noch Holz und andere Materialien verarbeitende Gewerke hinzu. Die Entwicklung von Kriegsmaschinen und Belagerungsger√§ten wie Katapulten und Schleudern wurde bis zur Verwendung des Schie√üpulvers weiter betrieben.

Auch die Entwicklung von Schutzwaffen wie K√∂rperpanzerungen wurde bis zu einem gewissen Grad der Unsinnigkeit weiter betrieben; so gab es R√ľstungen, die ihre Tr√§ger trotz guter Physis im Einsatz schlicht √ľberforderten. Bei dem gro√üen Bedarf an Soldaten und Waffen in dieser kriegerischen Epoche der Menschheit wurde auch gerne auf Bauern und Landarbeiter zur Auff√ľllung der Armeen zur√ľckgegriffen und mangels ausreichender Best√§nde an Waffen ‚Äď und zum Teil auch wegen der Unf√§higkeit der einfachen Leute, mit diesen Waffen umgehen zu k√∂nnen ‚Äď bewaffnete sich das Landvolk mit dem was zur Verf√ľgung stand; h√∂lzerne Mistgabeln, Dreschflegel, Kn√ľppel und √Ąxte.

Eine weitere Entwicklung fand in der Hauptsache bei den Bogenwaffen statt. Die Doppel- und Hornbogen, die sich noch im Altertum gro√üer Beliebtheit erfreuten, wurden von gut durchdachten Konstruktionen mit h√∂herer Federwirkung und damit besserer Energieausnutzung verdr√§ngt. Armbr√ľste verschiedener Entwicklungsstufen eroberten sich wegen der hohen Durchschlagskraft einen der oberen Pl√§tze in der Beliebtheitsskala, weil sie in der Lage waren, K√∂rperpanzerungen zu durchschlagen, aber vor allem, weil die Anlernzeit f√ľr einen Armbrustsch√ľtzen wesentlich k√ľrzer war als die f√ľr einen Langbogensch√ľtzen. Sp√§ter wurden sie durch Feuerwaffen verdr√§ngt.

Die Erfindung des Schwarzpulvers (Anfang des 13. Jahrhunderts) hielt sehr bald Einzug in die Waffenentwicklung. Jedoch war die neue Technik noch schwer zu handhaben, so dass es noch einmal ein gutes Jahrhundert brauchte, um effiziente Feuerwaffen entwickeln zu können und schließlich die Verdrängung bisher genutzter Waffen einzuleiten.

Fr√ľhe Neuzeit

Kanone auf Lafette

Mit dem Ende des Mittelalters √§nderte sich, bedingt durch die Weiterentwicklung der Feuerwaffen, auch die Art der Kriegsf√ľhrung. Das Rittertum verschwand zugunsten neuer milit√§rischer Strategien, die auf den neuen Waffen beruhten. Der Kampf Mann gegen Mann wurde nach und nach durch die Verwendung von Distanzwaffen √ľberholt. Die Artillerie gewann auf dem offenen Schlachtfeld an Bedeutung. Die Vielzahl der verf√ľgbaren mobilen und station√§ren Kanonen und M√∂rser in verschiedenen Kalibern und f√ľr die verschiedenen Einsatzzwecke war kaum √ľberschaubar.

Die Waffenhersteller dieser Zeit und im Besonderen die Kanonengie√üer mussten wegen der schon zur Verf√ľgung stehenden betr√§chtlichen Energien besondere Sorgfalt auf ihre Arbeit verwenden. So war es √ľblich, dass Kanonengie√üer beim ersten Schuss einer von ihnen gefertigten Kanone daneben standen, um so ihr Vertrauen in die Qualit√§t ihrer Arbeit zu demonstrieren. In diese Zeit f√§llt auch die Entwicklung gezogener L√§ufe von Schusswaffen sowie die Entwicklung von Z√ľndsystemen bei Handfeuerwaffen vom Luntenschloss zum Steinschloss.

Vom 16. bis zum 18. Jahrhundert √§nderte sich aber nicht nur der Einsatz von Waffen bei milit√§rischen Konflikten, sondern auch bei pers√∂nlichen Auseinandersetzungen. Adlige und bessergestellte B√ľrgerliche verwendeten Blankwaffen bei Auseinandersetzungen, wo hingegen Bauern und die l√§ndliche Bev√∂lkerung bei Auseinandersetzungen auf Gegenst√§nde des t√§glichen Gebrauchs, z. B. Messer und Beile, zur√ľckgriffen. Nach und nach √§nderte sich dieses Bild, und bei Duellen und anderen Auseinandersetzungen wurden vermehrt Schusswaffen eingesetzt, zun√§chst bei Adligen und Milit√§rangeh√∂rigen, dann auch in studentischen Kreisen.

19. Jahrhundert

Repetiersystem M96

Mit dem 19. Jahrhundert begann das Zeitalter der modernen Waffen. Die waffentechnische Entwicklung schritt rasant voran und reichte von der Entwicklung der ersten Feuerwaffen mit Perkussionsschloss bis zur Einf√ľhrung der ersten Hinterladergewehre, teilweise auch schon mit Magazin. Die leistungsf√§higeren Gewehre √§nderten die Kriegsf√ľhrung. So wurden beim Deutsch-D√§nischen Krieg 1864 und dem amerikanischen B√ľrgerkrieg 1861-1865 schon in Sch√ľtzengr√§ben gek√§mpft. Die Einf√ľhrung des Maschinengewehrs Ende des 19. Jahrhunderts sollte die Kriegsf√ľhrung noch massiver √§ndern.

Auch in der Seekriegsf√ľhrung √§nderte sich vieles. K√§mpften bei der Schlacht von Trafalgar 1805 noch Segelschiffe gegeneinander, so standen sich 1862 bei der Schlacht von Hampton Roads dampfgetriebene Panzerschiffe gegen√ľber. Die Kanonen dieser Panzerschiffe stammten jedoch noch aus der Zeit der h√∂lzernen Segelschiffe, so dass keine Partei die Panzerung durchdringen konnte. Die nachfolgende Generation der Schiffsgesch√ľtze wurde daraufhin entwickelt.

Auch in der Luft wurden die ersten Waffen eingef√ľhrt. Die Luftschiffertruppen des deutschen Kaiserreichs wurden bereits 1884 als Versuchsabteilung aufgestellt.

20. Jahrhundert

Thompson M1928

Das 20. Jahrhundert brachte einen gro√üen Sprung in der technologischen Entwicklung von Waffen. Auch wenn viele Grundlagen bereits im 19. Jahrhundert gelegt wurden, so wurden im Zug der beiden Weltkriege, des Korea- und des Vietnamkriegs, des sog. Kalten Kriegs und des zweiten Golfkriegs viele entscheidende Entwicklungen vorangetrieben und perfektioniert. Daf√ľr wurde die allgemeine technische Entwicklung in den Bereichen der Metallurgie, Materialbearbeitung, Elektrotechnik und Elektronik genutzt.

Die vielen Kriege des Jahrhunderts boten den Waffenentwicklern aller Industriestaaten eine geeignete Plattform, um ihre Erzeugnisse von den Milit√§rs testen zu lassen. Nur so ist zu verstehen, dass die waffentechnische Entwicklung dieses Jahrhunderts vom Doppeldeckerflugzeug zu Weltraumwaffe, von der 4-kg-Bombe mit Aufschlagz√ľnder bis zur Neutronenbombe und von der V2-Rakete bis zum GPS- und computergesteuerten Marschflugk√∂rper ging.

21. Jahrhundert

Unbemannte, bewaffnete Drohne MQ-9

Im milit√§rischen Bereich steigt die Zahl der ‚Äěasymmetrischen Kriege‚Äú und stellt die Streitkr√§fte vor neue Herausforderungen. Stand bis Ende des 20. Jahrhunderts noch das ‚ÄěGefecht der verbundenen Waffen‚Äú, also das Zusammenwirken verschiedenster Waffen auf einem Gefechtsfeld, im Vordergrund, so gibt es nunmehr vermehrt Guerilla- und B√ľrgerkriege sowie terroristische Bedrohungen, welche den Schwerpunkt auf r√§umlich eng begrenzte Gebiete, den H√§userkampf und die Sicherung von Objekten legen.

Mit Programmen wie ‚ÄěFuture Force Warrior‚Äú (USA), ‚ÄěFIST‚Äú (UK), ‚ÄěFELIN‚Äú (FRA) oder ‚ÄěInfanterist der Zukunft‚Äú (IdZ, Bundeswehr) versucht man, Soldaten in diesem neuen Umfeld nicht nur besser zu sch√ľtzen, sondern auch mit neuen Waffen auszur√ľsten. Im Vordergrund stehen dabei kombinierte Waffen aus Gewehr und Granatwerfer, Blendwaffen (welche zwar nicht t√∂dlich sind, aber zur Erblindung f√ľhren k√∂nnen) und neue, noch wirksamere Munition.

Präzisionsgelenkte Munition wird, im Zuge der immer leistungsfähigeren Elektronik, vermehrt eingesetzt. Während im zweiten Golfkrieg (1990) nicht mal 10 Prozent der Fliegerbomben präzisionsgelenkt waren, waren es im Irakkrieg (2003) schon etwa 70 Prozent. [14]

Es gibt ein klares Bestreben, Soldaten immer mehr aus dem Kampfgeschehen herauszuziehen. Diesen Trend unterst√ľtzen, neben fortschreitender Automatisierung, autonome Systeme. Es halten immer mehr Kampfroboter und Drohnen ihren Einzug in die Arsenale und erm√∂glichen es, von einem Befehlsstand aus ohne Gefahr f√ľr die Soldaten Aufkl√§rung zu betreiben oder gegnerische Streitkr√§fte anzugreifen. Gleichzeitig sind dagegen √§rmere L√§nder immer noch mit Waffen aus dem Zweiten Weltkrieg oder der unmittelbaren Nachkriegszeit ausgestattet.

Aktuelle Waffensysteme sind meist so konstruiert, dass sie verschiedene Einsatzmuster erf√ľllen k√∂nnen und so mit einem System mehrere andere Systeme ersetzt werden. Dieses erleichtert auf der einen Seite die Logistik, erh√∂ht aber auf der anderen Seite die Komplexit√§t und damit auch den Preis der Systeme. Beispielsweise soll die F-22 als Jagdflugzeug und Bomber einsetzbar sein.

Im polizeilichen und privaten Bereich k√∂nnen Schusswaffen in Zukunft mit elektronischen Sicherungen ausgestattet werden, die nur den rechtm√§√üigen Benutzer einen Schuss abfeuern lassen. Ebenso halten technische Innovationen, wie elektronische Abz√ľge, ihren Einzug in die Serienproduktion.

Waffenkategorisierung

Eine allgemeing√ľltige und vereinheitlichte Kategorisierung zu Waffen gibt es nicht. Unterscheidungen werden nach Einsatzgebiet, Wirkung, Verwendung, Herkunft, Zweck und vielen anderen Kriterien getroffen.

Beispielsweise wird zwischen Nahkampfwaffen und Fernwaffen unterschieden. Zu den Nahkampfwaffen geh√∂ren die Schlagwaffen (z. B. Schlagstock) und die Hieb- und Stichwaffe (z. B. Schwert). Die Fernwaffen lassen sich unterscheiden in Wurfwaffen (z. B. Speer) projektilverschie√üende (ballistische) Waffen, Raketenwaffen und die bislang seltenen Energiewaffen. Zu den projektilverschie√üenden Waffen geh√∂ren die Bogenwaffen, Schleuderwaffen, Druckluftwaffen und Feuerwaffen. Im milit√§rischen Bereich wird ggf. die Unterscheidung von Nah- und Fernwaffen in dieser Form getroffen: Gefechtsfeldwaffen, deren Wirkung im Sichtbereich erzielt wird, z√§hlen zu den Nahwaffen (z. B. leichte und mittelschwere Infanteriewaffen). Waffen die ihre Wirkung au√üerhalb des sichtbaren Bereichs erzielen, z√§hlen zu den Fernwaffen (z. B. Artillerie- oder Raketenwaffen).

Es wird auch nach der Wirkung der Waffen unterschieden, z. B. Brandwaffe, Explosionswaffe oder Massenvernichtungswaffe.

Weitere Unterscheidungen werden nach Verwendung, z. B. Reiterbogen, Scharfsch√ľtzengewehr, Sportpistole, Flugabwehrrakete, etc., getroffen.

Ein Kategorisierung nach ausschlie√ülich technischen Gesichtspunkten, wie sie von Ingenieuren und Technikern vorgenommen wird, hat den Vorteil der geringsten Schnittmengen innerhalb eines Unterscheidungsgebietes, als Beispiel daf√ľr dient die Liste der Waffenkategorien des Wikipedia Waffenportals.

Waffengebiete

Waffen werden auf vielfältige Art verwendet. Die Grenzen zwischen den verschiedenen Waffengebieten sind fließend und werden von nationalen Waffengesetzen auch unterschiedlich definiert.

Gebrauchswaffen

Selbstladende Pistole Glock 23

Als Gebrauchswaffen werden Waffen des t√§glichen Gebrauchs von Bediensteten staatlicher, halbstaatlicher und privatrechtlicher Organisationen, Institutionen oder Einzelpersonen bezeichnet, die nicht dem Zweck der Kriegsf√ľhrung unterliegen und somit nicht den Kriegswaffen zuzuordnen sind. Bei den Handfeuerwaffen kann es durchaus zu √úberschneidungen der Zuordnung kommen. Gebrauchswaffen k√∂nnen beispielsweise Handfeuerwaffen, nicht t√∂dliche Waffen oder Hiebwaffen sein. Wichtige Kriterien f√ľr diese Waffen sind eine sichere Bedienung und schnelle Einsatzbereitschaft, ein geringes Gewicht sowie eine sichere Funktion auch unter widrigen Bedingungen (z. B. Frost, Schlamm).

Jagdwaffen

Jagdflinte

‚Üí Hauptartikel: Jagdwaffe

Als Jagdwaffen werden alle Waffen bezeichnet, die speziell f√ľr die Bed√ľrfnisse der Jagd entwickelt, gefertigt oder modifiziert wurden. Haupts√§chlich werden heute Schusswaffen zur Jagd verwendet. Jagdwaffen dienen in erster Linie zur Jagd auf Wildtiere unter waidm√§nnischen Gesichtspunkten, d. h. das bejagte Wild soll schnell, schonend und ‚Äď f√ľr das Tier ‚Äď leidensfrei erlegt werden. Aus diesem Grund ist der Gebrauch von Waffen, die diese Kriterien aus verschiedenen Gr√ľnden nicht erf√ľllen, in einigen L√§ndern verboten oder wird teilweise von der J√§gerschaft als bedenklich eingestuft (z. B. Bogen, Armbrust, Saufeder, etc.). Da viele Jagden auch ein gesellschaftliches Ereignis waren und sind, handelt es sich bei Jagdwaffen oft um entsprechend aufwendige Konstruktionen, denen man den Wohlstand ihres Besitzers ansehen soll. So werden bei vielen Jagdgewehren f√ľr den Schaft edle H√∂lzer (z. B. Wurzelholz) verwendet, Metallteile werden mit jagdlichen Motiven graviert, welche durch Edelmetalle hervorgehoben werden. So reicht das Preisspektrum bei Jagdflinten von ca. 300 Euro bis √ľber 30.000 Euro.

Moderne Jagdwaffen sollen u. a. die Jagd auf verschiedene Arten von Tieren erm√∂glichen. Deswegen wird oft der sogenannte Zwilling bzw. Drilling eingesetzt. Dabei handelt es sich um Gewehre mit zwei bzw. drei L√§ufen unterschiedlicher Art und Kalibers. Also z. B. ein Flintenlauf f√ľr Schrot, ein Kugellauf gr√∂√üeren Kalibers f√ľr Rotwild etc. und ein Kugellauf kleineren Kalibers f√ľr kleines Raubwild, z. B. Marder.

Kriegswaffen

Panzer M1A1 Abrams

Per Definition sind Kriegswaffen alle Waffen, die in einem Krieg zum Einsatz kommen können. Sie sind in erster Linie zum Angriff oder zur Verteidigung gedacht.

Bei den technischen Mitteln wird auch zwischen Offensiv- und Defensivwaffen unterschieden. Diese Unterscheidung f√§llt schwer, da die meisten Waffen sowohl zum Angriff als auch zur Verteidigung genutzt werden k√∂nnen. Beispielsweise stellen Boden-Boden-Raketen typische Offensivwaffen dar, da diese sich nicht oder nur sehr bedingt zu Verteidigungsgefechten einsetzen lassen. Eine Boden-Luft-Rakete ist hingegen der typische Vertreter einer Defensivwaffe. Letztlich werden die Begriffe Offensiv-/Defensivwaffe √ľber die angewandte Taktik und √ľber den Einsatzort definiert.

Nur in geringem Umfang und nach Aussch√∂pfung aller Mittel zur Schonung menschlicher Ressourcen, werden in modernen Kriegen milit√§rische Waffen im Kampf ‚ÄěMann gegen Mann‚Äú zum Einsatz gebracht. Im Allgemeinen richten sich milit√§rische Waffen gegen unterschiedlich gro√üe Einheiten von gegnerischen Soldaten, Ger√§t und/oder gegen die Zivilbev√∂lkerung und Infrastrukturen des Gegners sowie dessen Ressourcen. Auch wenn sich eine Waffe gegen ein milit√§risches Fahrzeug richtet, hat ihr Einsatz oft t√∂dliche Folgen f√ľr die Besatzung.

Atompilz √ľber Nagasaki

Eine Besonderheit stellt im milit√§rischen Bereich die Unterteilung in taktische und strategische Waffen dar. Taktische Waffen dienen in erster Linie der Vorteilsgewinnung im engeren oder weiteren Gefechtsfeld, also bei der direkten oder indirekten Bek√§mpfung milit√§rischer Einheiten; so werden beispielsweise Seeminen eingesetzt, um Passagen in Seegebieten zu behindern oder auf bestimmte, kontrollierbare Routen einzuschr√§nken, was dem Anwender dieser Waffen einen taktischen Vorteil verschaffen soll. Taktische Nuklearwaffen √ľberschreiten zum Teil schon die Schwelle zu den strategischen Waffen. Strategische Waffen sind Hauptbestandteil milit√§rischer Strategien, die in groben Z√ľgen schon lange vor milit√§rischen Auseinandersetzungen dem potentiellen Gegner bekannt sind und somit einen Teil des Einsch√ľchterungs- oder Abschreckungspotentials darstellen, sie k√∂nnen, eingesetzt oder nicht, schon lange vor dem Einsatz taktischer Waffen ihre Wirkung zeigen. Im Kalten Krieg hielt das Gleichgewicht des Schreckens die damaligen Atomm√§chte diesseits und jenseits des Eisernen Vorhangs davon ab, mit Kernwaffen einen Krieg zu beginnen. Der Einsatz strategischer Kernwaffen ist bis heute nur in Form der Atombombenabw√ľrfe auf Hiroshima und Nagasaki erfolgt.

Wenngleich ein nuklear gef√ľhrter, dritter Weltkrieg ausblieb, verlagerte sich die Auseinandersetzung auf Stellvertreterkriege und regionale bewaffnete Konflikte mit asymmetrischer Kriegf√ľhrung mit Millionen von Toten, zum Teil bewirkt mit einfachsten Handwaffen (√Ąxte, Macheten) wie etwa 1994 im V√∂lkermord in Ruanda. Seit dem Zweiten Weltkrieg sind mehr Menschen durch scheinbar veraltete Waffen ums Leben gekommen als durch Systeme der modernsten Entwicklung. So ist das Kalaschnikow-Sturmgewehr AK-47 in weiten Teilen der Dritten Welt eine zeitgem√§√üe Waffe, da es sich auch unter erschwerten Bedingungen herstellen bzw. nachbauen und reparieren l√§sst.

Bis vor etwa 200 Jahren wurden fast alle tragbaren Waffen und auch viele Werkzeuge, vor allem bei Aufst√§nden, als Kriegswaffe eingesetzt. Erst mit dem verbreiteten Einsatz von Handfeuerwaffen √§nderte sich dies. Hieb- und Stichwaffen verloren immer mehr ihren Wert, und Pistolen und Gewehre, als pers√∂nliche Ausr√ľstungsgegenst√§nde der Soldaten (Ordonnanzwaffen), wurden speziell f√ľr den Kriegseinsatz konzipiert. So gab es z. B. besonders kurze Gewehre (Karabiner) f√ľr die Kavallerie.

Gro√üger√§te waren schon sehr viel fr√ľher speziell f√ľr den Einsatz als Kriegswaffe entwickelt worden. Antike Katapulte, Speerschleudern oder Belagerungst√ľrme hatten nur einen Einsatzzweck, n√§mlich den Krieg. Auch moderne Gesch√ľtze und die meisten mittleren und schweren Maschinengewehre z√§hlen zu den Gro√üger√§ten. Der Transport und die Bedienung solcher Kriegswaffen erfordert mehrere Personen, deshalb bezeichnet man sie als ‚Äěcrew-served weapons‚Äú (engl. f√ľr ‚Äěmannschaftsbediente Waffen‚Äú).

Mit der industriellen Revolution √§nderten sich auch die Waffen weiter. Weitreichende Kanonen, automatische Feuerwaffen und Torpedos und Raketen fanden ihren Weg in die Arsenale. Die Industrienationen setzen in den letzten Jahrzehnten vermehrt auf hochtechnisierte Waffensysteme. √Ąrmere L√§nder setzen hingegen oft Waffen ein, die noch der Technik des ersten oder Zweiten Weltkriegs entsprechen.

Das deutsche Kriegswaffenkontrollgesetz grenzt Kriegswaffen im Wesentlichen auf ABC-Waffen, militärische Großgeräte, vollautomatische Waffen sowie Minen ein.

Viele Waffen zielen dabei nicht direkt auf das T√∂ten eines Gegners ab. Dies nicht nur aufgrund verschiedener internationaler √úbereinkommen, sondern auch, weil Verletzte die Logistik des Kriegsgegners stark belasten. Zudem kann z. B. eine in gro√üer H√∂he gez√ľndete Kernwaffe durch einen elektromagnetischen Impuls √ľber tausende von Quadratkilometern s√§mtliche elektronischen Bauteile zerst√∂ren. So werden auch Fahrzeuge, elektronisch gesteuerte Waffensysteme usw. unbrauchbar.

Viele Staaten haben sich im Kriegsv√∂lkerrecht dazu entschlossen nicht alle technisch m√∂glichen Waffen in Kriegen zu verwenden. So verbietet z. B. das Genfer Protokoll chemische Waffen. Auch andere Waffen die unn√∂tige Leiden verursachen oder unterschiedslos wirken (keine Unterscheidung zwischen Kombattanten und Zivilbev√∂lkerung) geh√∂ren zu den ge√§chteten Kriegsmitteln.

Nicht-tödliche Waffen

Einsatz von Pfefferspray

→ Hauptartikel: Nicht-tödliche Waffe

Waffen f√ľr die Selbstverteidigung von Zivilpersonen, zur Aufruhrkontrolle und zur Hilfe bei Festnahmen sind sehr oft nicht-t√∂dliche Waffen. Ihre Wirkung erreichen sie dabei durch den Einsatz von Mitteln, die als sehr unangenehm empfunden werden oder welche die Handlungsf√§higkeit extrem einschr√§nken.

F√ľr den pers√∂nlichen Gebrauch werden hierbei insbesondere Elektroimpulswaffen und Reizgasspr√ľhger√§te (oft auch als Reizgaspistole) angeboten.

In diesen Bereich geh√∂ren aber auch z. B. Wasserwerfer, Tr√§nengas- oder CS-Granaten und Verneblungsger√§te. Au√üerdem findet in gro√ükalibrigen Schusswaffen teilweise Spezialmunition Verwendung. Diese soll einen Gegner markieren oder aber umwerfen.

Neue Ans√§tze fand man in der Verwendung von expandierenden, klebrigen Substanzen (√§hnlich Isolierschaum) sowie besonders rutschigen Mitteln (√§hnlich Sp√ľlmittel). Aber auch alte Ideen, wie z. B. das Werfen von Netzen, kommen wieder in Gebrauch.

Neuentwicklungen im elektronischen/akustischen Bereich sind unter anderem Mittel wie das Active Denial System oder das Long Range Acoustic Device (LRAD). Neue nicht-t√∂dliche Waffen verwenden z. B. niederfrequente T√∂ne, Schallwellen, Mikrowellen usw., um Angreifer au√üer Gefecht zu setzen. Blendwaffen verwenden Licht.[15]

Auch als ‚Äěnicht t√∂dlich‚Äú eingestufte Waffen k√∂nnen bei unsachgem√§√üer Anwendung (z. B. zu geringer Abstand, √úberdosierung, etc.) letale Wirkung zeigen. Personen mit k√∂rperlichen oder gesundheitlichen Einschr√§nkungen tragen als Ziel der Anwendung dieser Waffen ein erh√∂htes Risiko.

Sammlerwaffen

Sammlerwaffe ‚Äď Bayerisches Trachtenmesser

Sammlerwaffen sind ein Ausdruck des technologischen und k√ľnstlerischen Schaffens der Epoche, in welcher sie hergestellt wurden.

Als erste industriell hergestellte Werkzeuge √ľben sie oft eine Faszination aus. Da sie in weiten Bereichen gesetzlichen Beschr√§nkungen unterliegen, sind sie auch etwas, ‚Äědas nicht jeder hat‚Äú. Insbesondere Polizei- und Milit√§rwaffen sind dabei Kulturg√ľter, mit denen unmittelbar Geschichte geschrieben worden ist, auch wenn dies immer kritisch unter dem Gesichtspunkt von Gewalt zu sehen ist. [16]

Viele Waffen wurden und werden auch unter rein ästhetischen Merkmalen hergestellt und sind in erster Linie als Kunstobjekt zu sehen.

In Deutschland k√∂nnen dabei einsch√ľssige Schusswaffen, die nicht f√ľr Metallpatronen eingerichtet sind, vor dem Entwicklungsjahr 1871 frei erworben werden, sofern der Erwerber das 18. Lebensjahr vollendet hat.

Waffensammlungen sind meist nach geographischen oder geschichtlichen Merkmalen, Verwendungszweck, Hersteller oder technischen Merkmalen geordnet.

Schutzwaffen

Sonderschutzfahrzeug des Typs Mercedes-Benz W 126 nach Beschuss

‚Üí Hauptartikel: Schutzwaffe

Gegenst√§nde, die zu einem Angriff oder zu einer Verletzung nicht geeignet sind, aber vor Verletzungen sch√ľtzen, werden in der Bundesrepublik Deutschland seit dem Jahr 1989 als Schutzwaffe oder passive Waffe bezeichnet. Dazu geh√∂ren beispielsweise schnittfeste Handschuhe und Kleidung, Schutzwesten und Panzerungen.

Sportwaffen

Schießen mit der Sportarmbrust

→ Hauptartikel: Sportschießen

Sportwaffen sind meist f√ľr sportliche Belange optimierte und nicht selten nur eingeschr√§nkt f√ľr die Anwendung von Gewalt nutzbare Waffen. Die Jagd oder ein Kampf werden mit diesen Waffen abstrahiert oder simuliert.

Bei Sportwaffen ist es das Ziel, einen oder mehrere der folgenden Punkte im sportlichen Wettkampf zu optimieren:

  • Pr√§zision (Schie√üsport)
  • Schnelligkeit (Fechten)
  • Weite (Speerwurf)

Bei einigen olympischen Disziplinen werden Waffen eingesetzt, die den meisten Menschen als solche gar nicht mehr bewusst sind, hierzu gehören der Speer und der Diskus. Im Sport wird bei diesen Waffen auch nicht mehr der eigentliche Zweck in der Handhabung verfolgt, wie die Jagd auf Wild oder die Bekämpfung eines Gegners. Vielmehr ist ausschließlich die Erreichung größtmöglicher Weite, bei fehlerfreier Anwendung, das Ziel des Wettkampfes.

Hieb- und Stichwaffen werden z. B. beim Fechtsport verwendet. Als Sportwaffe sind sie weder scharf noch spitz und verf√ľgen meist √ľber elektrische Kontakte zu Ermittlung von Treffern. Teilweise, vor allem im Bereich der asiatischen Kampfsportarten, wird mit gepolsterten Waffen gek√§mpft.

Bei den Bogenwaffen haben neue Techniken Einzug gehalten. Sogenannte Compound-Bögen erreichen eine hohe Leistung bei relativ geringem Kraftaufwand.

Sportpistole Walther GSP, mit Wechselsystem

Viele Schusswaffen, wie z. B. die Walther GSP, haben ein deutlich sportliches Aussehen (Schichtholz, bunt, etc.) und damit nur eine geringe Drohwirkung. Oft sind Sportwaffen durch spezielle Griffe, Visierungen und Anbauteile (Gewichte, usw.) au√üerdem so unhandlich, dass sie nur schwerlich in einer Hose oder im Holster getragen werden k√∂nnten. Andere Schusswaffen, wie z. B. die SIG P210 haben das Aussehen von Milit√§rwaffen (im Fall der Ordonnanzwaffen Disziplinen) oder von Gebrauchswaffen (im Fall vieler Gro√ükaliber Pistolen und Revolver Disziplinen), zum Teil k√∂nnen diese Waffen ebenfalls f√ľr das sportliche Schie√üen optimiert sein, nur sind diese √Ąnderungen meist weniger auff√§llig.

Als Munition f√ľr Sportwaffen werden oft Kleinkaliberpatronen oder speziell f√ľr das sportliche Schie√üen optimierte Munitionssorten verwendet. Aber auch bei leistungsstarken Kalibern wird das Geschoss im Hinblick auf optimale Flugeigenschaften und Trefferanzeigegenauigkeit, aber nicht auf seine Zielwirkung hin ausgew√§hlt; Ausnahmen bilden da gegebenenfalls sogenannte Steel-Challenges, bei denen metallische Ziele umgeworfen werden m√ľssen oder auch das so genannte Bowling-Pin Schie√üen, bei dem Bowling Kegel (Pins) zu Fall gebracht werden. In jedem Fall wird bei sportlich verwendeter Munition, im Gegensatz zu milit√§risch verwendeter Munition, weitest m√∂glich auf die Umweltvertr√§glichkeit, z. B. der Geschossmaterialien geachtet.

Spielzeugwaffen

Bei den Spielzeugwaffen (allgemeiner Kriegsspielzeug) handelt es sich um meist aus Kunststoff produzierte Nachbildungen echter Waffen bzw. von fiktiven Waffen (z. B. aus Science-Fiction-Filmen). Oft werden sie in auff√§lligen Farben gestaltet und verf√ľgen √ľber Sound-Effekte. Die am meisten erh√§ltlichen Waffen sind B√∂gen, Messer und Schwerter, Knall-Pistolen sowie Erbsen- und Wasserpistolen.

Die von diesen Waffen ausgehende reale Gefahr ist gering, da die Waffen entweder aus weichen Materialien hergestellt sind oder nur eine geringe Energie abgeben.

Spielzeugwaffen sind umstritten, da ihnen bisweilen nachgesagt wird, gewaltverherrlichendes oder aggressives Verhalten zu fördern.

Dekorationswaffen

Als Dekoration und Gebrauchsgegenstand gibt es eine Vielzahl von Produkten, die in Form einer Waffe angeboten werden. Dieses f√§ngt beim Schl√ľsselanh√§nger an und geht bis zum Feuerzeug in Granatenform.

Des Weiteren gibt es Hieb- und Stichwaffen bzw. unbrauchbar gemachte Schusswaffen, oder nicht schussfähige Nachbauten von Waffen, welche gerne als Wanddekoration benutzt werden.

Kulturelle Rezeption

Waffen spielen in vielen Geschichten und Sagen eine wichtige Rolle z. B. bei Apfelschuss-Motiv unter anderem bei Wilhelm Tell oder die Schleuder bei Kampf David gegen Goliath. Manchen Waffen werden dabei mit mythischen F√§higkeiten ausgestattet z. B. Excalibur-Schwert.

Auf Wappen abgebildete Waffensymbole zeugen oft von kriegerischer Vergangenheit. Auch moderne nationale Flaggen enthalten diese Symbole und deuten auf einen kriegerischen Hintergrund der Staatsgr√ľndung hin.

Im Mittelalter veranstalteten viele St√§dte Waffen√ľbungen f√ľr die Bev√∂lkerung, damit diese im Verteidigungsfall regul√§re Truppen unterst√ľtzen konnte. Aus diesen Waffen√ľbungen leiten sich die Sch√ľtzenfeste ab.

In den modernen Massenmedien (Kino und Fernsehen) werden Waffen und ihr Einsatz haupts√§chlich durch Actionfilme thematisiert. Dabei ist der Einsatz oft realit√§tsfern dargestellt, sei es √ľbersteigert (z. B. von Geschossen getroffene Personen werden durch die Luft geschleudert) oder verharmlosend (z. B. exzessive Feuergefechte ohne Verletzte). Seit den 1980ern wird diese unrealistische Darstellung in √§hnlicher Weise von Computeractionspielen √ľbernommen.

Siehe auch

 Portal:Waffen ‚Äď √úbersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Waffen

Literatur

  • Lars Winkelsdorf: Waffenrepublik Deutschland. Der B√ľrger am Abzug. Fackeltr√§gerverlag, K√∂ln 2010, ISBN 978-3-7716-4450-5.

Weblinks

 Commons: Kategorie:Waffen ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Waffe ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
 Wikisource: Waffen ‚Äď Quellen und Volltexte
 Wikiquote: Waffe ‚Äď Zitate

Waffengeschichte

Sonstiges

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Franz Kiener: Das Wort als Waffe. Zur Psychologie der verbalen Aggression. Vandenhoeck und Ruprecht, G√∂ttingen 1983, ISBN 3-525-01406-6. (online)
  2. ‚ÜĎ Friedrich-Wolf-Gesellschaft
  3. ‚ÜĎ Bundesministerium der Justiz ‚Äď Juris: WaffG
  4. ‚ÜĎ Bundesministerium der Justiz ‚Äď Juris: SprengG
  5. ‚ÜĎ Bundesministerium f√ľr Justiz ‚Äď Juris: KrWaffKontrG
  6. ‚ÜĎ Bundesministerium der Justiz ‚Äď Juris: StGB
  7. ‚ÜĎ T√∂dlicher Irrtum: Polizei erschoss 14-J√§hrigen wegen Spielzeugwaffe. auf: Spiegel online. 6. September 2002.
  8. ‚ÜĎ OFF Company: Bedeutung des Krumdolches
  9. ‚ÜĎ Matthias Pfander: Ein Schweizer hat sie konstruiert: Die kleinste Waffe der Welt. auf: Blick.ch
  10. ‚ÜĎ Klaus Raddatz: Die Bewaffnung der Germanen. In: Wolfgang Haase, Hildegard Temporini (Hrsg.): Aufstieg und Niedergang der r√∂mischen Welt (ANRW)/Rise and Decline of the Roman World. Geschichte und Kultur Roms im Spiegel der neueren Forschung. de Gruyter, Berlin/New York 1985, ISBN 3-11-009519-X, 3. Tlbd., S. 281ff.
  11. ‚ÜĎ Heiko Steuer: Historische Phasen der Bewaffnung nach Aussagen der arch√§ologischen Quellen Mittel- und Nordeuropas im ersten Jahrtausend n. Chr. In: Fr√ľhmittelalterliche Studien. 4 (1970), S. 348-383.
  12. ‚ÜĎ a b Herwig Wolfram: Die Goten. 4. Aufl. C.H. Beck, M√ľnchen 2001, ISBN 3-406-33733-3, S. 302ff.
  13. ‚ÜĎ Walter Pohl: Die V√∂lkerwanderung. 2. Auflage. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2005, ISBN 3-17-018940-9, S. 101f.
  14. ‚ÜĎ Gundolf S.Freyermuth: Krieg Version 3.0. In: NZZ Folio. 01/2005.
  15. ‚ÜĎ P. Dobrinski, G. Krakau, A. Vogel: Physik f√ľr Ingenieure. Ausgabe 11, 2006, S. 439.
  16. ‚ÜĎ Die Motivation ist die Waffe. In: FAZ. 5. Mai 2002. (Interview mit Arne Niederbacher)
Rechtshinweis Bitte den Hinweis zu Rechtsthemen beachten!

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  • Waffe ‚ÄĒ WaŐ£f¬∑fe die; , n; ein Instrument oder Ger√§t zum K√§mpfen, z.B. ein Schwert , ein Gewehr <konventionelle, atomare, nukleare, chemische, taktische, strategische Waffen; eine Waffe (bei sich) tragen; Waffen f√ľhren, einsetzen; zu den Waffen… ‚Ķ   Langenscheidt Gro√üw√∂rterbuch Deutsch als Fremdsprache

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