Wahl des deutschen Bundespräsidenten 2009

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Wahl des deutschen Bundespräsidenten 2009
Horst Köhler
Gesine Schwan
Peter Sodann
Frank Rennicke

Bei der Wahl zum deutschen Bundespräsidenten 2009 durch die 13. Bundesversammlung wurde Bundespräsident Horst Köhler im Amt wiedergewählt.

Auf Anordnung des Bundestagspr√§sidenten Norbert Lammert vom 8. Mai 2008 war die Bundesversammlung am 23. Mai 2009 im Reichstagsgeb√§ude in Berlin zusammengetreten.[1] Der Bundesversammlung geh√∂rten die 612 Mitglieder des Deutschen Bundestages sowie 612 von den Landtagen gew√§hlte Mitglieder an.

Der amtierende Bundespr√§sident Horst K√∂hler hatte wieder f√ľr das Amt kandidiert.[2] Die SPD hatte ihre Kandidatin von 2004, die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan, erneut nominiert. Kandidat der Partei Die Linke war der Schauspieler Peter Sodann;[3] gemeinsamer Kandidat der NPD und der DVU war der Liedermacher Frank Rennicke.[4]

Die Parteien, die sich f√ľr eine Wiederwahl K√∂hlers ausgesprochen hatten (CDU, CSU, FDP und die W√§hlergruppe der Freien W√§hler aus Bayern), verf√ľgten √ľber eine absolute Mehrheit der Mitglieder der 13. Bundesversammlung, welche bei der Bundespr√§sidentenwahl im ersten Wahlgang erforderlich ist.

Inhaltsverzeichnis

Umfragen in der Bevölkerung

Laut einer Forsa-Umfrage im November 2008 w√ľrden 67 Prozent der Bundesb√ľrger Horst K√∂hler, 12 Prozent Gesine Schwan und 8 Prozent Peter Sodann zum Bundespr√§sidenten w√§hlen.[5]

Laut einer Forschungsgruppe-Wahlen-Umfrage vom 8. Mai 2009 w√ľrden 72 Prozent der Bundesb√ľrger Horst K√∂hler, 13 Prozent Gesine Schwan und 3 Prozent Peter Sodann w√§hlen.[6]

Eine Umfrage des Instituts f√ľr Demoskopie Allensbach vom 19. Mai 2009 hatte ergeben, dass 60 Prozent der Bundesb√ľrger f√ľr K√∂hler, 13 Prozent f√ľr Schwan und 4 Prozent f√ľr Sodann stimmen w√ľrden, 23 Prozent machten keine Angaben.[7]

Zusammensetzung der 13. Bundesversammlung

Partei Sitze Anteil
CDU/CSU 497 40,6 %
SPD 418 34,2 %
FDP 107 8,7 %
Gr√ľne 95 7,8 %
Die Linke 901 7,4 %
FW Freie W√§hler 10 0,8 %
NPD 3 0,2 %
DVU 1 0,1 %
SSW 1 0,1 %
Fraktionslose MdB 22 0,2 %
1224
1 Die Partei Die Linke hatte zwar 90 stimmberechtigte Abgeordnete, aufgrund einer Erkrankung des Abgeordneten Wolfgang Gehrcke waren jedoch nur 89 Abgeordnete anwesend.
2 Diese fraktionslosen Abgeordneten sind: Gert Winkelmeier (Die Linke) sowie Henry Nitzsche (ehemals CDU, jetzt Arbeit-Familie-Vaterland).

Siehe auch: Liste der Mitglieder der 13. Bundesversammlung

Ergebnis

Berlin, 23. Mai 2009 ‚Äď Gesamtstimmenzahl 1223 ‚Äď absolute Mehrheit 613 (wahlberechtigt: 1224 *)

Wahlgang Kandidat Stimmenzahl Anteil Partei
Erster Wahlgang Horst K√∂hler 613 50,1 % CDU/CSU/FDP/Freie W√§hler
Gesine Schwan 503 41,1 % SPD/Gr√ľne
Peter Sodann 91 7,4 % Die Linke
Frank Rennicke 4 0,3 % NPD/DVU
Enthaltungen 10 0,8 %
Ung√ľltige Stimmen 2 0,2 %
Nicht anwesend 1 0,1 %
Damit wurde Horst Köhler zum Bundespräsidenten wiedergewählt.

* Es entschied die absolute Mehrheit der Mitglieder, nicht die der tatsächlich Anwesenden bzw. abgegebenen Stimmen.

Pannen während der Wahl

Die Information, dass Horst K√∂hler im Amt best√§tigt sei, wurde durch die Bundestagsabgeordneten Julia Kl√∂ckner und Ulrich Kelber vorzeitig √ľber den Internetdienst Twitter ver√∂ffentlicht.[8][9] Bevor Bundestagspr√§sident Norbert Lammert gegen 14:30 Uhr das offizielle Ergebnis der Ausz√§hlung der Stimmen bekanntgeben konnte, teilte Kelber um 14:15 Uhr[10] das Ergebnis mit und um 14:18 Uhr Kl√∂ckner,[11] dass der Wahlgang erfolgreich gewesen sei. Im Gegensatz zu Kelber war Kl√∂ckner als eine der 60 Schriftf√ľhrer pers√∂nlich an der Stimmausz√§hlung beteiligt, dies warf Fragen auf, ob das Wahlgeheimnis nach ¬ß 9 Abs√§tze 3 und 4 des Gesetzes √ľber die Wahl des Bundespr√§sidenten durch die Bundesversammlung gewahrt blieb. Eine weitere Panne war, dass die Musikkapelle vorzeitig den Saal betrat und die Blumenstr√§u√üe verteilt wurden. Volker Beck kommentierte um 14:24 Uhr dies √ľber Twitter als ‚Äěprotokollarischen GAU‚Äú[12] und k√ľndigte um 14:29 Uhr an, dies im √Ąltestenrat des Deutschen Bundestages thematisieren zu wollen.[13] Nach der Sitzung des √Ąltestenrates bedauerte Bundestagspr√§sident Norbert Lammert die aufgetretenen Pannen.[14]

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Anordnung √ľber Ort und Zeit der 13. Bundesversammlung. In: Bundesgesetzblatt. Jg. 2008, Teil I, Nr. 17, 13. Mai 2008, S. 807(PDF; 55 KB)
  2. ‚ÜĎ S√ľddeutsche Zeitung: K√∂hler tritt wieder an. 22. Mai 2008
  3. ‚ÜĎ Die Linke ‚Äď Presseerkl√§rung am 14. Oktober 2008
  4. ‚ÜĎ AP-Zusammenfassung des NPD-Parteitags vom 4. und 5. April 2009
  5. ‚ÜĎ Spiegel Online vom 22. Oktober 2008
  6. ‚ÜĎ Politbarometer Mai 2009
  7. ‚ÜĎ Umfrage: Mehrheit der B√ľrger f√ľr K√∂hler, FAZ vom 19. Mai 2009
  8. ‚ÜĎ heise online: Bundespr√§sidenten-Wahl: Ergebnis per SMS und Twitter verk√ľndet, aufgerufen am 27. Mai 2009
  9. ‚ÜĎ FAZ.net: Twitter-Aff√§re: Die Weink√∂nigin und der Bundes-Hotte, 27. Mai 2009
  10. ‚ÜĎ Mitteilung Kelbers via Twitter, abgerufen am 27. Mai 2009
  11. ‚ÜĎ Mitteilung Kl√∂ckners via Twitter, abgerufen am 27. Mai 2009
  12. ‚ÜĎ Mitteilung Becks via Twitter, abgerufen am 27. Mai 2009
  13. ‚ÜĎ Mitteilung Becks via Twitter, abgerufen am 27. Mai 2009
  14. ‚ÜĎ http://www.n-tv.de/politik/Lammert-uebernimmt-Schuld-article311895.html

Weblinks


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