Wall AG

Wall AG
Logo der Wall AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1976
Sitz Berlin
Leitung Daniel Wall
Mitarbeiter 652 (2007)
Umsatz 152,7 Mio € (2007)[1]
Branche Außenwerbung
Produkte Stadtmöbel, Außenwerbemittel und Transportmittelwerbung
Website www.wall.de
Wall Produktionswerk im Businesspark Velten.
City-Toilette der Wall AG in Berlin-Westend

Die Wall AG ist ein deutsches Unternehmen mit Sitz in Berlin, das sich auf die Entwicklung und Produktion von Stadtmöbeln und die Vermarktung hinterleuchteter Werbeflächen spezialisiert hat.

Inhaltsverzeichnis

Konzept

Die Wall AG bietet Städten im Rahmen von Stadtverträgen individuell konzipierte Stadtmöbel kostenlos an, die sie installiert, reinigt und wartet. Die Refinanzierung erfolgt durch die Vermarktung von Werbeflächen. Diese sind entweder in den Stadtmöbeln integriert oder freistehend.

Geschichte

Die Firma wurde 1976 von Hans Wall in Ettlingen gegründet und befindet sich mehrheitlich in Familienbesitz. Seit 1984 ist der Sitz des Unternehmens in Berlin und seit 1994 werden die Stadtmöblierungsprodukte in einem 10.000 m² großen Produktionswerk in Velten hergestellt.

1988 wurde eine Tochtergesellschaft in den Niederlanden mit Niederlassungen in Amsterdam und Arnhem gegründet. Im Jahr 1992 folgte eine russische Tochtergesellschaft, 1993 eine amerikanischen Tochtergesellschaft in Boston. Die Unternehmensexpansion nach Ungarn und in die Türkei folgte Ende der neunziger Jahre. Nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft im Jahr 1999 besteht die deutsche Wall AG in ihrer heutigen Form.

Das Unternehmen hatte 2007 insgesamt 652 Mitarbeiter weltweit und erzielte 2007 einen Umsatz von 152,7 Millionen Euro[1], 2006 erzielte Wall einen Umsatz von 134,5 Millionen Euro.[2] Nach eigenen Angaben steigerte Wall den Bruttoumsatz 2005 auf 125 Millionen Euro, wogegen Branchenkenner den Nettoumsatz auf 60 bis 70 Millionen Euro schätzen.[3]

Die Familie Wall ist Haupteigentümer der Wall AG mit u.a. Daniel Wall als Vorstandsvorsitzendem der Wall AG und Hans Wall als Gründer und Aufsichtsratsvorsitzendem.

Als im Sommer 2006 der Berliner Senat die VVR Berek, eine im gleichen Marktsegment tätige Tochtergesellschaft der landeseigenen Berliner Verkehrsbetriebe, privatisieren wollte, bot Wall im Rahmen einer Ausschreibung 83 Millionen Euro für die Übernahme des Unternehmens. Der französische Werbekonzern JCDecaux, der 2001 der Landesbank Berlin einen Anteil von 11,5 % abkaufte und inzwischen sogar zu 35 % an der Wall AG beteiligt war, bot dagegen 103 Millionen und erhielt letztlich den Zuschlag. Wall kündigte daraufhin am 23. August 2006 den Umzug des Unternehmens nach Hamburg an, weil er sich nach eigenen Worten „vom Berliner Senat im Stich gelassen“ gefühlt habe und mit der Wirtschaftspolitik des Senats unter Klaus Wowereit unzufrieden sei. Seiner Ansicht nach dürfe bei einer Ausschreibung nicht allein der Kaufpreis entscheiden sondern auch die Frage, ob Arbeitsplätze, Innovationsleistungen und Engagement für den lokalen Standort eine Rolle spielen würden.

Nachdem sowohl der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, als auch der brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck mit Wall zunächst telefonisch Kontakt aufnahmen, erklärte Wall nach einem persönlichen Treffen mit Platzeck am 25. August 2006, die Umzugspläne nunmehr wieder verworfen zu haben und weiterhin an den Standorten Berlin und Velten bleiben zu wollen.

2007 erwarb die Wall AG zwei deutsche Außenwerbeunternehmen, die Düsseldorfer G. Zacharias GmbH sowie die Berliner VVR Decaux GmbH, und veräußerte im Gegenzug ihre russische und niederländische Tochtergesellschaft. Durch den Erwerb der VRR avancierte der Außenwerber zum Vollsortimenter und Komplettdienstleister. Zum Portfolio gehören Werbeflächen in rund 3100 Transportmitteln in Berlin, Litfaßsäulen, Mastenschilder und Brückentransparente. Seit 2008 hält das Unternehmen 90 % der Firmenanteile des türkischen Außenwerbers Era Outdoor sowie 25,1 % an der trans-marketing GmbH, einem Dienstleistungsunternehmen für Lkw-Werbung. Aus diesem Prozess ging 2008 das Tochterunternehmen Die Draussenwerber GmbH hervor, das für die Vermarktung und Bewirtschaftung der lokalen Werbemedien der Wall AG in der Hauptstadt verantwortlich ist.

Die geplante Zusammenlegung der Vertriebsbereiche von Wall und Decaux Deutschland in einer gemeinsamen Gesellschaft ist im Juli 2008 als gescheitert erklärt worden. Es wird davon ausgegangen, dass dies die Position von Wall in Deutschland schwächen wird. Wall dominiert zwar den Berliner Markt, liegt aber bundesweit nach Angaben des Fachverband Aussenwerbung e.V. hinter den Konkurrenten Ströer aus Köln und der Koblenzer awk. [4]

Die Wall AG heute

Am 15. September 2009 hat JCDecaux S.A. die Mehrheit an der Wall AG erworben. Mit dem Kauf der Anteile des Firmengründers Hans Wall erhöht sich der Anteil von JCDecaux an der Wall AG von 40 % auf 90,1 %. 9,9 % der Anteile des Außenwerbers hält Daniel Wall, der die Wall AG deutschlandweit und international auch zukünftig als Vorstandsvorsitzender von Berlin aus unter ihrem Namen führen wird. Hans Wall bleibt Vorsitzender des Aufsichtsrates. Der Vollzug des Erwerbs wurde am 15. Dezember 2009 vom Bundeskartellamt freigegeben.[5]

Kennzahlen/Betriebszahlen

Werbe-Stadtmöbel-Ausstellung der Firmen Wall, Ströer und JC Decaux in Hamburg (2006)

Grundkapital :

  • EUR 3,081 Mio

Konzernumsatz :

  • 2007: EUR 152,7 Mio
  • 2006: EUR 134,5 Mio
  • 2005: EUR 125,0 Mio
  • 2004: EUR 111,0 Mio
  • 2003: EUR 101,2 Mio
  • 2002: EUR 88,2 Mio

Konzernbeschäftigte (GJ-Durchschnitt):

  • 2007: 652
  • 2006: 603
  • 2005: 560
  • 2004: 532
  • 2003: 541
  • 2002: 560

Weblinks

 Commons: Wall AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. a b www.wall.de
  2. [1], Unternehmensdarstellung
  3. Christoph Nesshöver, Maike Telgheder: Die drei von der Werbestelle, In: Handelsblatt, 10. Oktober 2006
  4. Stefan Kaiser, Katja Reimann: Wall und Decaux brechen den Frieden, In: Tagesspiegel, 23. Juli 2008
  5. http://www.bundeskartellamt.de/wDeutsch/download/pdf/Fusion/Fusion09/Kurzberichte/B06-123-09-endg1.pdf

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