Walter Benjamin

ï»ż
Walter Benjamin
Walter Benjamin – 1928
PortrÀt Benjamins am Eingang des GebÀudes der Walter-Benjamin-Stiftung in Portbou

Walter Bendix Schoenflies Benjamin (* 15. Juli 1892 in Berlin; † 26. September 1940 in Portbou) war ein deutscher Philosoph, Literaturkritiker und Übersetzer der Werke von Balzac, Baudelaire und Marcel Proust.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Walter Benjamin wurde als Sohn des AntiquitĂ€ten- und KunsthĂ€ndlers Emil Benjamin (1856–1926) und dessen Frau Pauline (1869–1930) (geb. Schoenflies) in Berlin-Charlottenburg geboren. Seine Familie gehörte dem assimilierten Judentum an. Walter Benjamin war Bruder von Georg Benjamin und damit Schwager von Hilde Benjamin, zudem Cousin von Gertrud Kolmar und GĂŒnther Anders. Seine Kindheit, deren Erinnerungen in der Berliner Kindheit um Neunzehnhundert festgehalten sind, verbrachte Benjamin ĂŒberwiegend in Berlin. In den Jahren 1905 bis 1907 besuchte er indes die Hermann-Lietz-Schule Haubinda, eine Reformschule in ThĂŒringen. Dort lernte er den Lehrer Gustav Wyneken kennen, der ihn tief beeindruckte und zu einem Engagement in der Jugendbewegung veranlasste. Nach dem Abitur 1912 an der Kaiser-Friedrich-Schule begann Benjamin sein Studium der Philosophie, Germanistik und Kunstgeschichte an der Albert-Ludwigs-UniversitĂ€t in Freiburg im Breisgau und schloss dort Freundschaft mit dem Dichter Christoph Friedrich Heinle. Im Wintersemester 1912/13 setzte er sein Studium in Berlin fort.

Der Freitod Heinles am 8. August 1914 war ein tiefer Schock fĂŒr Benjamin. Er widmete dem verstorbenen Freund Sonette und bemĂŒhte sich vergeblich, fĂŒr dessen hinterlassenes Werk einen Verleger zu finden. Die zunehmende Kriegsbegeisterung Wynekens fĂŒhrte 1915 zum Bruch mit seinem Lehrer. Im selben Jahr lernte Benjamin den fĂŒnf Jahre jĂŒngeren Mathematikstudenten Gershom Scholem kennen, mit dem er sich befreundete. 1917 heiratete Benjamin Dora Kellner. Die Ehe hielt 13 Jahre und brachte den gemeinsamen Sohn Stefan Rafael (11. April 1918 – 6. Februar 1972) hervor. Noch im Jahr der Eheschließung (auch, um einer drohenden Einberufung zum MilitĂ€r zu entgehen) wechselte Benjamin nach Bern, wo er die nĂ€chsten zwei Jahre seine Dissertation mit dem Titel Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik bei Richard Herbertz schrieb. Am 27. Juni 1919 verteidigte er seine Doktorthese und bestand mit der Bestnote summa cum laude.[1]

Angelus novus von P. Klee (1920)

Wieder zurĂŒck in Berlin, machte Benjamin sich als freier Schriftsteller und Publizist selbststĂ€ndig. 1921 erschien seine Übersetzung von Baudelaire-Gedichten, der er seinen selbstbewussten Aufsatz Die Aufgabe des Übersetzers vorwegstellte. Seine 1921 erschienene philosophische Schrift Zur Kritik der Gewalt erregte Aufmerksamkeit. Im selben Jahr erwarb er ein Bild von Paul Klee mit dem Titel Angelus Novus; nachdem sein Versuch, eine Zeitschrift gleichen Namens herauszugeben, gescheitert war, ging Benjamin 1923/24 nach Frankfurt am Main, um sich dort zu habilitieren. Hier lernte er Theodor W. Adorno und Siegfried Kracauer kennen. Seine Habilitationsschrift Ursprung des deutschen Trauerspiels erwies sich jedoch als zu unorthodox fĂŒr den akademischen Betrieb; um sich eine offizielle Ablehnung zu ersparen, zog Benjamin sein Habilitationsgesuch 1925 zurĂŒck.

1926 und 1927 hielt Benjamin sich in Paris auf, wo er, teilweise gemeinsam mit Franz Hessel, an der Übersetzung der Werke von Marcel Proust (insbesondere Auf der Suche nach der verlorenen Zeit) arbeitete. Sein im Jahr 1924 beginnendes Interesse fĂŒr den Kommunismus fĂŒhrte Benjamin im Winter 1926/27 nach Moskau, wo er seine Freundin Asja Lacis besuchte. Siehe: Moskauer Tagebuch, und der Aufsatz Moskau, in der Zeitschrift Die Kreatur.[2] Trotz seiner zunehmenden Sympathie fĂŒr die kommunistische Bewegung bewahrte sich Benjamin zeit seines Lebens ein, wie er es nannte, „linkes Außenseitertum“.

Zu Beginn der 1930er Jahre verfolgte Benjamin gemeinsam mit Bertolt Brecht publizistische PlĂ€ne und arbeitete fĂŒr den Rundfunk. 1932 begann er, an einem Buch ĂŒber seine Kindheit und Jugend zu arbeiten, das zunĂ€chst den Titel Berliner Chronik trug und dann zur Berliner Kindheit um Neunzehnhundert umgearbeitet wurde. Zu Benjamins Lebzeiten erschienen jedoch nur wenige Kapitel daraus in der Frankfurter Zeitung.

Sa Punta des Moli, Haus, in dem Walter Benjamin wÀhrend seiner Ibiza-Aufenthalte lebte

In den Jahren 1932 und 1933 verbrachte Benjamin den Sommer auf der Baleareninsel Ibiza. Bei seinem ersten Aufenthalt lernte er Jean Selz kennen, mit dem er Drogenerfahrungen austauschte und der spĂ€ter ĂŒber ihre gemeinsame Zeit publizieren wird. WĂ€hrend des Sommers 1933 verliebte er sich auf Ibiza in die niederlĂ€ndische Malerin Anna Maria Blaupot ten Cate, fĂŒr die er Agesilaus Santander verfasste. Des Weiteren schrieb er auf Ibiza ReiseerzĂ€hlungen wie Die Fahrt der Mascotte, Das Taschentuch, Der Reiseabend oder Die Kaktushecke. Spanien 1932, In der Sonne, Ibizenkische Folge entstanden aus den Reflexionen Benjamins zur Kunst des ErzĂ€hlens.

In diesem Haus in Portbou starb Walter Benjamin
Grabmal fĂŒr Walter Benjamin in Portbou, Spanien

Die MachtĂŒbernahme der Nationalsozialisten zwang Benjamin, im September 1933 nach Paris ins Exil zu gehen. Hier traf er auch Hannah Arendt, die den fast mittellosen Benjamin unterstĂŒtzte. Von beiden ist ein reger Briefwechsel ĂŒberliefert. Finanzieren konnte sich Benjamin fast ausschließlich durch ein schmales Mitarbeitergehalt, das ihm das inzwischen nach New York emigrierte, von Max Horkheimer geleitete Institut fĂŒr Sozialforschung ĂŒberwies. In den Pariser Exiljahren arbeitete Benjamin vor allem an seinem Fragment gebliebenen Passagen-Werk. Außerdem verfasste er den Aufsatz Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, 1936 in der Zeitschrift fĂŒr Sozialforschung veröffentlicht, und Studien zu Baudelaire.

Von 1937 bis 1939 war Benjamin Mitglied des von Georges Bataille, Michel Leiris und Roger Caillois gegrĂŒndeten CollĂšge de Sociologie sowie Batailles Geheimgesellschaft AcĂ©phale, obgleich er den Bestrebungen des CollĂšge, den Faschismus mit seinen eigenen Mitteln zu bekĂ€mpfen, kritisch gegenĂŒberstand. Ein geplanter Vortrag Benjamins ĂŒber die Mode konnte wegen des Kriegsausbruchs nicht mehr stattfinden. Benjamin wurde fĂŒr drei Monate mit anderen deutschen FlĂŒchtlingen in einem Sammellager bei Nevers interniert.

Nach der RĂŒckkehr aus der Haft im November 1939 schrieb Benjamin seinen letzten Text, die Thesen Über den Begriff der Geschichte. Benjamin flĂŒchtete nach Lourdes, von wo er zunĂ€chst weiter nach Marseille reiste, bevor er im September 1940 mit Hilfe von Lisa Fittko den vergeblichen Versuch unternahm, nach dem Übertritt ĂŒber die Grenze nach Spanien zu gelangen und von dort ĂŒber Portugal mit seinem USA-Visum auszureisen. Im Grenzort Portbou, wo er die Auslieferung an die Deutschen unmittelbar bevorstehen sah, nahm er sich in der Nacht vom 26. auf den 27. September 1940 wahrscheinlich mit Morphin das Leben. Die wichtigste Quelle fĂŒr seinen Suizid ist die mĂŒndliche Überlieferung des Abschiedsbriefs[3] an Theodor W. Adorno, den er seiner MitflĂŒchtenden Henny Gurland diktierte. Den GefĂ€hrten wurde auf seinen Tod hin die Weiterflucht ermöglicht. Hannah Arendt berichtete Gershom Scholem in einem Brief vom 17. Oktober 1941 ĂŒber Benjamins letzte Monate und seinen Tod und erwĂ€hnte, Benjamin habe ihr gegenĂŒber wiederholt Selbstmordabsichten geĂ€ußert.[4]

Werk

Benjamins philosophische Lehrjahre galten neben dem Studium Kants und des Neukantianismus sowie intensiver BeschĂ€ftigung mit der Literatur der deutschen Romantik, deren Ergebnisse in seiner Dissertation Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik vorliegen, vor allem der Auseinandersetzung mit jĂŒdischer ReligiositĂ€t, die ihm in der Freundschaft mit Scholem nahekam.

Sicht aus dem Inneren des begehbaren Walter-Benjamin-Memorials „Passagen“ des KĂŒnstlers Dani Karavan am Friedhof von Portbou

Durch die emphatische Beziehung der Philosophie auf die Sprache versuchte Benjamin, den herrschenden naturwissenschaftlich orientierten Erkenntnisbegriff derart umzubilden, dass dieser wieder den Erfahrungen der Theologie mÀchtig werde.

In den zwanziger Jahren verschob sich die Thematik der Texte Benjamins immer stĂ€rker von sprachphilosophischen GegenstĂ€nden auf solche der Ästhetik, so mit den Abhandlungen Goethes Wahlverwandtschaften und Ursprung des deutschen Trauerspiels. Nachdem der letztgenannte Text als Habilitationsschrift von der Frankfurter UniversitĂ€t zurĂŒckgewiesen worden war, widmete er sich mit Vorrang literaturkritischen Arbeiten. In dieser Wendung drĂŒckt sich der antiidealistische, gegen philosophische Systematik ĂŒberhaupt gerichtete Charakter seines Denkens aus, dessen Intention aufs Konkrete den Werken von Ernst Bloch, Franz Rosenzweig und Florens Christian Rang verwandt ist.

ZunĂ€chst zögernd, seit Anfang der dreißiger Jahre immer entschiedener, vertrat Benjamin die Positionen des dialektischen Materialismus. In dieser letzten Phase fanden seine Freundschaften mit Adorno und Brecht einen produktiven Niederschlag. Wie sich Benjamins Konzeption einer „Dialektik im Stillstand“, die das im Fluss Befindliche, Geschichte so anschauen wollte, dass aus den isolierten Details gleichsam physiognomisch die Wahrheit sich entziffern lasse, den offiziellen Versionen der Dialektik als universaler Vermittlung nie beugte. So enthalten auch seine marxistischen Schriften theologische Motive, vorab solche des jĂŒdischen Messianismus. Das Spezifische seiner Philosophie, die Insistenz auf dem einzelnen Daseienden, bestimmt auch ihre literarische Form: in der Einbahnstraße (1928) bediente Benjamin sich des Aphorismus, in Deutsche Menschen. Eine Folge von Briefen (1936) des Kommentars zu ĂŒberlieferten Texten, in der Berliner Kindheit um Neunzehnhundert (1934) der autobiographischen Skizze.

Dem als Hauptwerk geplanten, unvollendeten Buch ĂŒber die Pariser Passagen, einer Geschichtsphilosophie des 19. Jahrhunderts, an dem Benjamin seit 1927 arbeitete, hatte er zeitweilig die Form einer surrealistischen Zitatmontage zugedacht.

Bei allem Wandel von Methode und Gegenstand, der sich in Benjamins ƒuvre dokumentiert, bewahrt es doch seine KontinuitĂ€t. Es versucht auf allen Stufen sich von der Hegemonie des Allgemeinbegriffs zu lösen und der Vergötterung des Wesens gegenĂŒber dem Unwesentlichen, des Bleibenden gegenĂŒber dem VergĂ€nglichen und Nichtigen Widerstand zu leisten.

Positiv möchte Benjamin dem von der Philosophie immer Vergessenen, dem Unwiederholbaren, intentionslosen Konkreten gerecht werden, es, wo möglich, „retten“. Wichtige Einsichten in Benjamins Denken verdanken sich der Kritik vorliegender Theoreme. Im Gegensatz zu dem positivistischen, an den Einzelwissenschaften orientierten Modell von Philosophie opponiert die benjaminsche Philosophie gegen die ubiquitĂ€re Verdinglichung der Sprache zum bloßen Zeichensystem; ihre Erkenntnistheorie, die wesentlich Sprachphilosophie ist, will das in Begriffen nicht Fixierte, ĂŒberhaupt begrifflich nicht Fixierbare dennoch einholen.

Anders aber auch als die neueren Ontologien, die unabhĂ€ngig von wissenschaftlicher Verpflichtung zu ausweisbarer Wahrheit das Sein selber ausdenken zu können beanspruchen, ist der Philosophie Benjamins das Bewusstsein wesentlich, dass keine ewigen Wahrheiten existieren. „Entschiedene Abkehr vom Begriffe der ‚zeitlosen Wahrheit‘ ist am Platz. Doch Wahrheit ist nicht – wie der Marxismus es behauptet – nur eine zeitliche Funktion des Erkennens, sondern an einen Zeitkern, welcher im Erkannten und Erkennenden zugleich steckt, gebunden. Das ist so wahr, dass das Ewige jedenfalls eher eine RĂŒsche am Kleid ist als eine Idee“.[5] Das Besondere, Nichtbegriffliche erweist sich als Substantielles nur, wo es in Konstellationen mit dem Allgemeinen, als ein gesellschaftlich Vermitteltes aufgesucht wird.

„Ausdruck“ ist Benjamin zufolge dasjenige Medium, in dem Sprache ĂŒber die bloße Signifikation hinausgeht; Sprache als Ausdruck ist – in Benjamins theologischer Terminologie – der Versuch, den „Namen“ zu nennen; ein Versuch, der am ehesten noch in der Kunst hin und wieder gelungen ist. In den Kunstwerken sind Wahrheitsgehalt und Sachgehalt unlöslich aneinander gebunden; Wahrheit gelangt durch sie zur Erscheinung, darin liegt die Provokation der Kunst fĂŒr die Philosophie, der Benjamin sich immer wieder mit Ă€sthetischen und kunstsoziologischen Arbeiten gestellt hat.

Bedeutend ist vor allem seine BeschĂ€ftigung mit dem „Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit“. Der Titel dieser Arbeit von 1935 ist zu einer Art geflĂŒgeltem Wort geworden. Die unbegrenzte VervielfĂ€ltigung von Musik, Malerei, ja aller bildenden KĂŒnste fĂŒhrt nach Benjamin zum Verlust ihrer Aura. Damit ist auch der verĂ€nderte Rezeptionszusammenhang gemeint: Mussten sich die Kunstliebhaber frĂŒher in ein Konzert oder in eine Galerie begeben, um ihrer Leidenschaft nachzugehen, so kam es durch die technischen Reproduktionen, seien es Schallplatten-, Radioaufnahmen oder Kunstdrucke, zu einer „Entwertung des Originals“. Wertet Benjamin diese Entwicklung vor allem positiv, so greift Adorno die These auf und kehrt dialektisch vor allem die Regression und den Fetischcharakter der Massenkunst heraus.

Beruhten in der traditionellen Kunst die utopischen Gehalte auf dem schönen Schein, der „Aura“ von Kultwerten, so analysiert Benjamin an der modernen Kunst seit Baudelaire (vgl. Charles Baudelaire. Ein Lyriker im Zeitalter des Hochkapitalismus [1969]) einen fortschreitenden Verfall des Auratischen, mit dem die Kunst – vor allem der Surrealismus und das epische Theater Brechts (vgl. Versuche ĂŒber Brecht [1966]), auf andere Art der Film (vergleiche Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit) – in den Dienst einer materialistischen Entmythologisierung eintritt und unmittelbar eine Funktion im Emanzipationskampf der Gesellschaft ĂŒbernimmt.

Diesem gelten auch Benjamins BeitrĂ€ge zur Geschichtsphilosophie. Seine letzte Arbeit, die Thesen Über den Begriff der Geschichte, ist ein Zeugnis seines „Erwachens aus dem Schock des Hitler-Stalin-Paktes“ (Scholem). Besonders bekannt geworden ist die erste These: Die Theologie sei heute klein und hĂ€sslich und habe sich deshalb unter dem Schutzmantel des historischen Materialismus zu verbergen. Wenn der historische Materialismus die Theologie in seinen Dienst nehme, könne er es ohne weiteres mit jedem aufnehmen. GegenĂŒber der Geschichtsphilosophie des Idealismus mit ihrer vom Marxismus geteilten Fetischisierung des Fortschrittsbegriffs, demzufolge der immanente Verlauf der Geschichte ein bereits fortschreitender sein, selbsttĂ€tig und unaufhaltsam aus dem Grauen der „Vorgeschichte“ in menschliche VerhĂ€ltnisse einmĂŒnden soll, fordert Benjamin eine Kopernikanische Wendung, die der jĂŒdischen Lehre des „Eingedenkens“ zu ihrem Recht verhelfen wĂŒrde.

Philosophie habe den Blick auf die „TrĂŒmmer der Geschichte“ und die geschichtlichen Katastrophen zu lenken, auf all das, „was verraten, unterdrĂŒckt und vergessen“ wurde. WĂ€hrend die traditionelle Geschichtsphilosophie, zumal in der Hegelschen Gestalt, ihr movens in der VerklĂ€rung des Untergangs hat, im Tode des Endlichen das Unendliche, Absolute feiert, ist Benjamins Gegenstand gerade das „Unzeitige, Leidvolle, Verfehlte“, dass Geschichte immer noch in bloßer Naturgeschichte verhalte. Weit entfernt von jeder Apologetik, wird das Denken Benjamins grundiert durch die Trauer des Allegorikers. „Solange es noch einen Bettler gibt, solange gibt es noch Mythos“, heißt es in einem Fragment des Passagen-Werks.

Den „Neuen Medien“ in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg nĂ€herte sich Benjamin nicht nur theoretisch, sondern er hat in zahlreichen Rundfunksendungen seine Spuren hinterlassen. Voller Experimentierfreude gestaltete er Sendungen fĂŒr den Kinderfunk, die BĂŒcherstunde sowie ErzĂ€hlungen und Hörspiele.

Rezeption

Nachdem Adorno und Scholem nach dem Zweiten Weltkrieg Benjamins Schriften neu, zum grĂ¶ĂŸeren Teil erstmalig ediert hatten, vor allem seit 1970 bis 1989 eine umfangreiche, praktisch vollstĂ€ndige Ausgabe seiner Gesammelten Schriften erschienen war, verkehrte sich Benjamins Wirkung in das Gegenteil der Erfolglosigkeit, die sein Schaffen zu Lebzeiten erfahren hatte. Seine Dissertation im Jahr 1920 war von der Fachöffentlichkeit kaum wahrgenommen, seine Habilitationsschrift von der Frankfurter UniversitĂ€t sogar abgelehnt worden. Nach seinem Tod wurde Benjamin zum Anreger verschiedener geistes- und sozialwissenschaftlicher FĂ€cher, die seinen gesellschaftskritischen Impetus wiederaufnahmen.

In neuester Zeit wurde Benjamins Sprachphilosophie als indirekt dem Poststrukturalismus vorgreifend bezeichnet. In den USA wurde Benjamin der akademischen Öffentlichkeit Anfang 1969 durch den von Hannah Arendt herausgegebenen, bearbeiteten und mit einem Vorwort versehenen Sammelband unter dem Titel Illuminations. Walter Benjamin: Essays and Reflections, bekannt.

Gedenken

Am Berliner Wohnhaus Benjamins in den Jahren von 1930 bis 1933 (Prinzregentenstraße 66, Berlin-Wilmersdorf) befindet sich eine Gedenktafel. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hat vor wenigen Jahren einem von Hans Kollhoff neugeschaffenen Stadtplatz (Leibnizkolonnaden) in der NĂ€he des KurfĂŒrstendamms den Namen „Walter-Benjamin-Platz“ gegeben.

Ein Gedenkstein zur Erinnerung an Walter Benjamin befindet sich auf dem Friedhof von Portbou. Der israelische KĂŒnstler Dani Karavan hat in Portbou außerdem die begehbare Landschaftsskulptur „Passages“ zum Gedenken an Benjamin verwirklicht. Musikalisch wie szenisch wurde Benjamins Tod in der Oper Shadowtime von Charles Bernstein (Libretto) und Brian Ferneyhough (Komposition) verarbeitet.

FĂŒr Hans und Lisa Fittko wurde im Januar 2001 in Banyuls-sur-Mer eine GedenkstĂ€tte errichtet, die daran erinnert, dass sie, obwohl selbst in Lebensgefahr, vielen von den Nazis verfolgten Menschen die Flucht nach Spanien ermöglichten. Am Fuße dieser GedenkstĂ€tte beginnt ein Wanderweg, auf dem man in etwa fĂŒnf Stunden den alten Fluchtweg, die ehemals nach den Fittkos benannte „F-Route“ von Banyuls nach Portbou/Spanien nachgehen kann. Seit dem 24. Juni 2007 ist dieser Weg offiziell „Chemin Walter Benjamin“ benannt und als historischer Wanderweg markiert.

Schriften

Buchausgaben zu Lebzeiten

  • Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik. Verlag A. Francke, Bern 1920, 111s.
  • Charles Baudelaire, Tableaux Parisiens. Deutsche Übertragung mit einem Vorwort ĂŒber die Aufgabe des Übersetzers, französisch und deutsch, Verlag von Richard Weißbach, Heidelberg 1923, XVII+67s.
  • Einbahnstraße. Rowohlt, Berlin 1928, 83s.
  • Ursprung des deutschen Trauerspiels. Rowohlt, Berlin 1928, 258s.
  • Deutsche Menschen. Eine Folge von Briefen. Auswahl und Einleitungen von Detlef Holz [Pseudonym]. Vita Nova Verlag, Luzern 1936, 116s, Auflage: 500 Expl.

Werkausgaben

  • Schriften. Hrsg. von Theodor W. Adorno und Gretel Adorno unter Mitwirkung von Friedrich Podszus. 2 BĂ€nde. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1955
  • Illuminations. Walter Benjamin: Essays and Reflections. Vorwort, Bearbeitung und Hrsg. Hannah Arendt. Schocken Verlag, New York 1969, ISBN 0-8052-0241-2
  • Gesammelte Schriften. Unter Mitwirkung von Theodor W. Adorno und Gershom Scholem hrsg. von Rolf Tiedemann und Hermann SchweppenhĂ€user. BĂ€nde I–VII, Suppl. I–III (in 17 BĂ€nden gebunden). 1. Auflage, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1972–1999. Revidierte Taschenbuch-Ausgabe: BĂ€nde I–VII (in 14 BĂ€nden gebunden), Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991
    • Band I/1: Abhandlungen, S. 1–430.
      Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik; Goethes Wahlverwandtschaften; Ursprung des deutschen Trauerspiels; Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit, Erste und Zweite Fassung
    • Band I/2: Abhandlungen, S. 435–796.
      Charles Baudelaire. Ein Lyriker im Zeitalter des Hochkapitalismus, 3 Teile: Das Paris des Second Empire bei Baudelaire, Über einige Motive bei Baudelaire, Zentralpark; Über den Begriff der Geschichte; Selbstanzeige der Dissertation; L'Ɠuvre d'art Ă  l'Ă©poque de sa reproduction mĂ©canisĂ©e; Notes sur les Tableaux parisiens de Baudelaire.
    • Band I/3: Abhandlungen, S. 797–1272. Anmerkungen der Herausgeber
    • Band II/1: AufsĂ€tze, Essays, VortrĂ€ge, S. 1–406.
    • Band II/2: AufsĂ€tze, Essays, VortrĂ€ge, S. 407–813.
    • Band II/3: AufsĂ€tze, Essays, VortrĂ€ge, S. 815–1526.
    • Band III: Kritiken und Rezensionen, 727 S.
      Kritiken und Rezensionen 1912–1939/1940; Anhang: EntwĂŒrfe zu Rezensionen; VorschlĂ€ge fĂŒr den Besprechungsteil der Zeitschrift fĂŒr Sozialforschung
    • Band IV/1: Kleine Prosa/ Baudelaire Übertragungen, S. 1–605.
    • Band IV/2: Kleine Prosa/ Baudelaire Übertragungen, S. 607–1108.
      Illustrierte AufsÀtze; Hörmodelle; Geschichten und Novellistisches; Miszellen
    • Band V/1: Das Passagen-Werk, S. 1–654.
    • Band V/2: Das Passagen-Werk, S. 655–1350.
    • Band VI: Fragmente, Autobiographische Schriften, 840 S.
      Zur Sprachphilosophie und Erkenntniskritik; Zur Geschichtsphilosophie und Erkenntniskritik; LebenslĂ€ufe; Aufzeichnungen 1906–1932; Berliner Chronik um Neunzehnhundert
    • Band VII/1: NachtrĂ€ge, S. 1–519.
    • Band VII/2: NachtrĂ€ge, S. 525–1024.
    • Supp. I: Kleinere Übersetzungen. Tristan Tzara, D'Annunzio, Aragon, Proust, LĂ©on Bloy, Adrienne Monnier, Saint-John Perse, Balzac, Jouhandeau, 457 S.
    • Supp. II: Marcel Proust, Im Schatten der jungen MĂ€dchen, 535 S.
    • Supp. III: Übersetzung (mit Franz Hessel): Marcel Proust, Guermantes, 596 S.
  • Écrits français. PrĂ©sentĂ©s et introduits par Jean-Maurice Monnoyer. Gallimard, Paris 1991
  • Briefe. Hrsg. und mit Anmerkungen versehen von Gershom Scholem und Theodor W. Adorno. 2 BĂ€nde. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1955.
  • Gesammelte Briefe. Hrsg. vom Theodor-W.-Adorno-Archiv. 6 BĂ€nde, hrsg. von Christoph Gödde und Henri Lonitz. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995–2000
  • Werke und Nachlaß. Kritische Gesamtausgabe. Herausgegeben von Henri Lonitz und Christoph Gödde. 21 BĂ€nde (geplant), Suhrkamp, Frankfurt am Main/Berlin seit 2008
    • Band 3: Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik. Herausgegeben von Uwe Steiner. 2008, ISBN 978-3-518-58501-6
    • Band 8: Einbahnstraße. Herausgegeben von Detlev Schöttker unter Mitarbeit von Steffen Haug. 2009, ISBN 978-3-518-58524-5
    • Band 10: Deutsche Menschen. Herausgegeben von Momme Brodersen. 2008, ISBN 978-3-518-58510-8
    • Band 19: Über den Begriff der Geschichte. Herausgegeben von GĂ©rard Raulet. 2010, ISBN 978-3-518-58549-8

Wichtige Einzelveröffentlichungen

  • Zur Kritik der Gewalt. In: Archiv fĂŒr Sozialwissenschaften und Sozialpolitik. 1921 (pdf)
  • Goethes Wahlverwandtschaften. In: Neue Deutsche BeitrĂ€ge. 1924/1925
  • Der Surrealismus. In: Die literarische Welt. 1929
  • Zum Bilde Prousts. In: Die literarische Welt. 1929
  • Karl Kraus. In: Frankfurter Zeitung. 1931
  • Franz Kafka. Zur zehnten Wiederkehr seines Todestages. AuszĂŒge in: JĂŒdische Rundschau. 21. Dezember und 28. Dezember 1934
  • Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit (vier Fassungen 1935-1939). Erstausgabe [franz. Übers.] in: Zeitschrift fĂŒr Sozialforschung. 1936
  • Der ErzĂ€hler. Betrachtungen zum Werk Nikolai Lesskows. In: Orient und Occident. 1936, Text online pdf
  • Eduard Fuchs, der Sammler und der Historiker. In: Zeitschrift fĂŒr Sozialforschung. 1937
  • Über einige Motive bei Baudelaire. In: Zeitschrift fĂŒr Sozialforschung. 1939
  • Über den Begriff der Geschichte (1940). In: Walter Benjamin zum GedĂ€chtnis. 1942; Die Neue Rundschau. 1950
  • Das Passagen-Werk (1928–1929, 1934–1940), hrsg. von Rolf Tiedemann, 2 BĂ€nde, Suhrkamp Frankfurt am Main 1983 [Taschenbuchausgabe]
  • Berliner Kindheit um Neunzehnhundert (1932–1934/1938). Mit einem Nachwort von Theodor W. Adorno und einem editorischen Postskriptum von Rolf Tiedemann. Fassung letzter Hand und Fragmente aus frĂŒheren Fassungen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1987
    • Berliner Kindheit um Neunzehnhundert. Gießener Fassung, hrsg. und mit einem Nachwort von Rolf Tiedemann. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2000

VollstÀndiges Werkverzeichnis

Ausstellungen

Literatur

EinfĂŒhrungen

  • Momme Brodersen: Walter Benjamin. Leben, Werk, Wirkung. (= Suhrkamp BasisBiographie 4). Suhrkamp, Frankfurt am Main 2005, ISBN 3-518-18204-8.
  • Werner Fuld: Walter Benjamin. Eine Biographie. Rowohlt, Reinbek 1990, ISBN 3-499-12675-3
  • Sven Kramer: Walter Benjamin zur EinfĂŒhrung. Junius, Hamburg 2003, ISBN 3-88506-373-5
  • Burkhardt Lindner (Hrsg.): Benjamin-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung. Metzler, Stuttgart und Weimar 2006, ISBN 3-476-01985-3

Zeitzeugen

  • Über Walter Benjamin. Mit BeitrĂ€gen von Theodor W. Adorno, Ernst Bloch, Max Rychner u. a. Suhrkamp, Frankfurt 1968 (zuletzt: 1. Auflage der rev. und erw. Fassung, Frankfurt 1990, ISBN 3-518-01260-6)
  • Theodor W. Adorno: Über Walter Benjamin. AufsĂ€tze, Artikel, Briefe. Suhrkamp, Frankfurt 1970, ISBN 3-518-01260-6
  • Hannah Arendt: Walter Benjamin – Bertolt Brecht. Zwei Essays. Piper, MĂŒnchen 1986, ISBN 3-492-10012-0, wieder in: Menschen in finsteren Zeiten. MĂŒnchen 2001, ISBN 3-492-23355-4, S. 179–236, deutsche und amerikanische Erstveröffentlichung 1968.
  • Hannah Arendt & Gershom Scholem: Der Briefwechsel (1939-1964), Hg. Marie Luise Knott unter Mitarb. von David Heredia, JĂŒdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-633-54234-5, insbesondere ĂŒber den Nachlass Walter Benjamins.
  • Gershom Scholem: Walter Benjamin – die Geschichte einer Freundschaft. Suhrkamp, Frankfurt 1975, ISBN 3-518-01467-6
  • Gershom Scholem: Walter Benjamin und sein Engel. Vierzehn AufsĂ€tze und kleine BeitrĂ€ge. Suhrkamp, Frankfurt 1983, ISBN 3-518-57634-8
  • Geret Luhr (Hg): „Was noch begraben lag.“ Zu W. B.s Exil. Briefe und Dokumente. BeitrĂ€ge von Dora Sophie B.[6] & Stefan Benjamin, Wilhelm Speyer, Gretel Adorno, Elisabeth Hauptmann, Carl Linfert, Anna Maria Toet Blaupot ten Cate, Hermann Hesse, Asja Lacis, Willy Haas, Max Aron, Werner Kraft, Soma Morgenstern, Karl Otto Thieme, Dora Benjamin (Schwester). - Bostelmann & Siebenhaar, Berlin 2000, ISBN 3-934189-47-4 (Reihe: Akte Exil, 2)
  • Lisa Fittko: Mein Weg ĂŒber die PyrenĂ€en. Erinnerungen 1940/41. Carl Hanser, 1985, ISBN 978-3-446-13948-0
  • „... wie ĂŒberall hin die Leute verstreut sind ...“ Walter Benjamin - das Adressbuch des Exils 1933–1940. Herausgegeben und kommentiert von Christine Fischer-Defoy, Koehler & Amelang, Leipzig 2006

Forschung und Rezeption

  • Robert Alter: Unentbehrliche Engel. Tradition und Moderne bei Kafka, Benjamin und Scholem. (aus dem Amerikanischen ĂŒbersetzt von Martin Herz) JĂŒdische Verlagsanstalt Berlin, 2001, ISBN 393465818-0
  • Wolfgang Bock: Vom Blickwispern der Dinge. Sprache. Erinnerung und Ästhetik bei Walter Benjamin. Vorlesungen in Rio de Janeiro 2007. Königshausen und Neumann, WĂŒrzburg 2010, ISBN 978-3-8260-4179-2
  • Wolfgang Bock: Walter Benjamin – Die Rettung der Nacht. Sterne, Melancholie und Messianismus. Aisthesis-Verlag, Bielefeld 2000, ISBN 3-89528-260-X
  • Susan Buck-Morss: Dialektik des Sehens. Walter Benjamin und das Passagen-Werk. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-518-29071-1
  • Peter Bulthaup (Hrsg.): Materialien zu Benjamins Thesen „Über den Begriff der Geschichte“, BeitrĂ€ge und Interpretationen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975, ISBN 3-518-07721-X
  • Jacques Derrida: Gesetzeskraft. Der „mystische Grund der AutoritĂ€t“. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-518-13331-4 (Auseinandersetzung um Benjamins Zur Kritik der Gewalt)
  • Jacques Derrida: Des tours de Babel. In: J. Derrida: PsychĂ©. Inventions de l'autre. Éditions GalilĂ©e, Paris 1987, S. 203–237. (in Zusammenhang mit Benjamins: Die Aufgabe des Übersetzers, 1921)
  • Reiner Dieckhoff: Mythos und Moderne. Über die verborgene Mystik in den Schriften Walter Benjamins. Janus-Presse, Köln 1987, ISBN 3-922607-88-8, zugleich Hochschulschrift Dissertation, UniversitĂ€t zu Köln, 1976
  • Peter Dudek: Fetisch Jugend. Walter Benjamin und Siegfried Bernfeld – Jugendprotest am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2002
  • Justus Fetscher: Nach Port Bou. Walter Benjamin in der Literatur. In: literaturkritik.de. Nr. 9, September 2006 – Schwerpunkt: Walter Benjamin (Volltext)
  • Dominik Finkelde: Benjamin liest Proust. Mimesislehre - Sprachtheorie - Poetologie. W. Fink Verlag, MĂŒnchen 2003.
  • Stefan Gandler: Materialismus und Messianismus. Zu Walter Benjamins Thesen Â«Ăœber den Begriff der Geschichte». Aisthesis, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89528-695-7.
  • JĂŒrgen Habermas: Bewußtmachende oder rettende Kritik. Die AktualitĂ€t Walter Benjamins. (1972). In: JĂŒrgen Habermas: Politik, Kunst und Religion. Essays ĂŒber zeitgenössische Philosophen. Reclam, Stuttgart 1978 (aktuelle Neuauflage 2006) ISBN 3-15-009902-1, S. 48–95
  • Christiaan L. Hart Nibbrig (Hrsg.): Übersetzen. Walter Benjamin. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-518-12041-7 (Tagungsband zu einem Kongress zur Theorie der Übersetzung in Lausanne 1993)
  • Anselm Haverkamp (Hrsg.): Gewalt und Gerechtigkeit. Derrida–Benjamin. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993, ISBN 3-518-11706-8
  • Werner Hamacher: Die Geste im Namen. Benjamin und Kafka. In: Werner Hamacher: Entferntes Verstehen. Suhrkamp, Frankfurt a.M. 1998, ISBN 3-518-12026-3, S. 280ff.
  • Eric Jacobson: Metaphysics of the Profane: The Political Theology of Walter Benjamin and Gershom Scholem. Columbia University Press, New York. 2003, ISBN 978-0231126571, S. 352ff.
  • Ralf Konersmann: Erstarrte Unruhe. Walter Benjamins Begriff der Geschichte. Fischer, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-596-10962-0.
  • Isabel Kranz: Raumgewordene Vergangenheit. Walter Benjamins Poetologie der Geschichte Wilhelm Fink Verlag, Paderborn 2011, ISBN 978-3-7705-5108-8
  • Rudolf Maresch: GespensterVerkehr. Derrida liest Benjamins „Zur Kritik der Gewalt“. E-Text als PDF
  • Wolfgang Matz: Eine Kugel im Leibe. Walter Benjamin und Rudolf Borchardt: Judentum und deutsche Poesie. Wallstein Verlag, Göttingen 2011 ISBN 978-3-8353-0946-3
  • Winfried Menninghaus: Walter Benjamins Theorie der Sprachmagie. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-518-28768-0
  • Pierre Missac: Walter Benjamins Passage. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1991, ISBN 3-518-58089-2
  • StĂ©phane MosĂšs: Der Engel der Geschichte. Franz Rosenzweig, Walter Benjamin, Gershom Scholem. JĂŒdischer Verlag, Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-633-54088-1
  • Marian Nebelin: Walter Benjamin und die Besiegten. Theologie – Verlust – Geschichte. (= Poetica. Schriften zur Literaturwissenschaft, Band 96). Verlag Dr. Kovac, Hamburg 2007, ISBN 978-3-8300-3035-5
  • Michael Opitz, Erdmut Wizisla (Hrsg.): Benjamins Begriffe. 2 BĂ€nde. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-518-12048-4
  • Jean-Michel Palmier: Walter Benjamin - Lumpensammler, Engel und bucklicht MĂ€nnlein. Ästhetik und Politik bei Walter Benjamin, Herausgegeben und mit einem Vorwort von Florent Perrier. Aus dem Französischen von Horst BrĂŒhmann, Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-518-58536-8
  • Sandro Pignotti: Walter Benjamin - Judentum und Literatur. Tradition, Ursprung, Lehre mit einer kurzen Geschichte des Zionismus. Rombach, Freiburg 2009, ISBN 978-3-7930-9547-7
  • Almut-Barbara Renger: Zwischen MĂ€rchen und Mythos: die Abenteuer des Odysseus und andere Geschichten von Homer bis Walter Benjamin. Eine gattungstheoretische Studie. Metzler, Stuttgart [u.a.] 2006, ISBN 3-476-01986-1, 978-3-476-01986-8 Gb., XX,441 S. Inhaltsverzeichnis
  • Rainer Rochlitz: Le dĂ©senchantement de l'art. La philosophie de Walter Benjamin. Gallimard, Paris 1992, ISBN 2-07-072777-7
  • Tilla Rudel: Walter Benjamin L’Ange assassinĂ©. Ă©d. Menges - Place Des Victoires, 2006
  • Ingrid Scheurmann und Konrad Scheurmann: Dani Karavan – Hommage an Walter Benjamin. Der Gedenkort 'Passagen' in Portbou. Deutsch / Englisch. Zabern, Mainz 1995, ISBN 3-8053-1865-0
  • Ingrid Scheurmann: Neue Dokumente zum Tode Walter Benjamins. AsKI e.V., Bonn 1992, ISBN 3-87816-080-1
  • Wolfgang SchlĂŒter: Walter Benjamin. Der Sammler & das geschlossene KĂ€stchen. JĂŒrgen HĂ€usser, Darmstadt 1993, ISBN 3-927902-85-3
  • Detlev Schöttker: Konstruktiver Fragmentarismus. Form und Rezeption der Schriften Walter Benjamins. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-518-29028-2
  • Hermann SchweppenhĂ€user: Ein Physiognom der Dinge. Aspekte des Benjaminschen Denkens. Zu Klampen, LĂŒneburg 1992, ISBN 3-924245-24-X
  • Hermann SchweppenhĂ€user: Zum Geschichtsbegriff Walter Benjamins. In: Geschichte denken. Lit, MĂŒnster 1999, ISBN 3-8258-4176-6, S. 95ff.
  • Marleen Stoessel: Das vergessene Menschliche. Zu Sprache und Erfahrung bei Walter Benjamin. Hanser, MĂŒnchen und Wien 1983, ISBN 3-446-13766-1
  • Rolf Tiedemann: Studien zur Philosophie Walter Benjamins. Mit einer Vorrede von Theodor W. Adorno. EuropĂ€ische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1965 (2. Aufl.: Suhrkamp, Frankfurt am Main 1973, ISBN 3-518-00644-4)
  • Rolf Tiedemann: Dialektik im Stillstand. Versuche zum SpĂ€twerk Walter Benjamins. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-518-28045-7
  • Rolf Tiedemann: Die Abrechnung. Walter Benjamin und sein Verleger. Hamburg 1989, ISBN 3-927623-91-1
  • Rolf Tiedemann u. a. (Hrsg.): Walter Benjamin 1892–1940. Ausstellung des Adorno-Archivs Frankfurt in Verbindung mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach. (= Marbacher Magazin; Band 55). Deutsches Literaturarchiv, Marbach am Neckar 1990 (3. erw. Auflage 1991)
  • Rolf Tiedemann: Mystik und AufklĂ€rung. Studien zur Philosophie Walter Benjamins. edition text + kritik, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-88377-708-0
  • Walter Benjamin Archiv (Hrsg.): Walter Benjamins Archive. Bilder, Texte, Zeichen. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-518-41835-1
  • Leo Truchlar: Walter Benjamin: Das Passagen-Werk. In: Leo Truchlar: Schwelle. Passage. Verwandlung. LIT Verlag, Wien 2006, S. 135ff.
  • Sigrid Weigel: Entstellte Ähnlichkeit. Walter Benjamins theoretische Schreibweise. Fischer, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-596-12964-8
  • Sigrid Weigel: Walter Benjamin. Die Kreatur, das Heilige, die Bilder. Fischer, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-596-18018-9

Sonstige Artikel und Veröffentlichungen

  • Karin Ceballos Betancur: Die letzte Passage, Vor 70 Jahren starb der Philosoph Walter Benjamin auf der Flucht vor den Nazis. Ein Wanderweg durch die PyrenĂ€en folgt seinen Spuren. in: Die Zeit Nr. 37 (9. September 2010), Reisen, Seite 63 (online lesbar)
  • Marie Luise Knott: Aus einer Totenpost, Erbschaft glĂŒcklicher Zeiten, belastet vom Schrecken der Geschichte: Wie der erste schriftstellerische Versuch von Walter Benjamin die Jahrzehnte ĂŒberlebt hat. in Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 1 (2. Januar 2010), Bilder und Zeiten, Seite Z1
  • Ausstellungskatalog zur Ausstellung 2011 im Architekturmuseum der Technischen UniversitĂ€t MĂŒnchen,: Walter Benjamin: Eine Reflexion in Bildern, Walter König, Köln 2011 ISBN 978-3-86335-003-1

Weblinks

 Commons: Walter Benjamin â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Walter Benjamin â€“ Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Jean-Michel Palmier: "Walter Benjamin. Lumpensammler, Engel und bucklicht MĂ€nnlein. Ästhetik und Politik bei Walter Benjamin." 2009, S. 235.
  2. ↑ Cornelia Niedermeier: Die Bibliothek der Diaspora. In: Der Standard, 7. MĂ€rz 2009.
  3. ↑ Originaltext im Französischen und deutsche Übersetzung.
  4. ↑ Der Briefwechsel. Hannah Arendt, Gershom Scholem. Berlin 2010, S. 17f. Es gibt auch - stark angezweifelte - Spekulationen ĂŒber eine Ermordung Benjamins, welche von einem aufgezwungenen Selbstmord bis zur Tötung durch Agenten Stalins reichen. Ein Tod mit vielen Zwischenstufen. In: Die Tageszeitung vom 7. November 2005. Vgl. The Missing Briefcase. In: Frankfurt Allgemeine Zeitung vom 25. Juni 2001 (engl. Übersetzung).
  5. ↑ GS V, 578.
  6. ↑ Ehefrau Benjamins, zur Unterscheidung von der Schwester gleichen Vornamens oft zusĂ€tzlich mit "Sophie". Beide Frauen in diesem Buch vertreten

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen WörterbĂŒchern nach:

  • Walter Benjamin — Monumento Walter Benjamin en Portbou Nombre completo Walter Bendix Schönflies Benjamin Nacimien 
   Wikipedia Español

  • Walter Benjamin — (BerlĂ­n, 15 de julio de 1892 – Port Bou, 27 de septiembre de 1940) fue un crĂ­tico literario marxista y filĂłsofo judeo alemĂĄn. Colaborador estrecho de la Escuela de Frankfurt a la que sin embargo nunca estuvo directamente asociado adaptĂł su… 
   Enciclopedia Universal

  • Walter Benjamin — Infobox Philosopher region = Western Philosophers era = 20th century philosophy color = #B0C4DE name = Walter Benjamin birth = July 15, 1892, Berlin, Germany death = September 27, 1940, Port Bou, Catalonia school tradition = Western Marxism,… 
   Wikipedia

  • Walter Benjamin — Pour les articles homonymes, voir Benjamin. Walter Benjamin Philosophe Occidental 
   WikipĂ©dia en Français

  • Jardins de Walter Benjamin — Die Jardins de Walter Benjamin sind eine kleine Gartenanlage in Barcelona in Spanien. Sie befinden sich im Stadtteil Poble Sec, unweit vom Plaça de la Carbonera. Die Jardins de Walter Benjamin sind nach dem jĂŒdischen Literaturkritiker und… 
   Deutsch Wikipedia

  • BENJAMIN, WALTER — (1892–1940), German philosopher and literary critic. Born in Berlin, Benjamin attended Haubinda, a country educational establishment, where he met the radical school reformer Gustav Wyneken. From 1910 to 1914 Benjamin took an active part in the… 
   Encyclopedia of Judaism

  • BENJAMIN (W.) — Penseur engagĂ© sur plusieurs fronts et circulant volontiers de l’un Ă  l’autre, Walter Benjamin doit son irrĂ©sistible fulgurance Ă  la mobilitĂ© avec laquelle il se dĂ©place. Ses sauts de tigre (la dialectique passe toujours chez lui par la voie… 
   EncyclopĂ©die Universelle

  • Benjamin (Name) — Benjamin ist ein mĂ€nnlicher Vorname, der auch als Nachname vorkommt. Inhaltsverzeichnis 1 Varianten 2 Etymologie 3 Bekannte NamenstrĂ€ger 3.1 Vorname 3.2 Familienname 
   Deutsch Wikipedia

  • Walter Lantz — en 1983, con un dibujo del PĂĄjaro Loco. Walter Benjamin Lantz (Nueva Rochelle, EE.UU., 27 de abril de 1899 – Burbank, EE.UU., 22 de marzo de 1994) fue un caricaturista y animador estadounidense, conocido por fundar el Walter Lantz Productions y… 
   Wikipedia Español

  • Benjamin (Familienname) — Benjamin ist ein Familienname, der auch als Vorname genutzt wird. Zur Etymologie siehe Benjamin (Vorname). Bekannte NamenstrĂ€ger Adam Benjamin (1935–1982), US amerikanischer Politiker Alfred Benjamin (1911–1942), deutscher WiderstandskĂ€mpfer… 
   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link

 Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.