Warschau

ï»ż
Warschau
Warschau
Wappen von Warschau
Warschau (Polen)
Warschau
Warschau
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Masowien
Landkreis: Kreisfreie Stadt
FlĂ€che: 517,2 kmÂČ
Geographische Lage: 52° 13â€Č N, 21° 2â€Č O52.21666666666721.033333333333Koordinaten: 52° 13â€Č 0″ N, 21° 2â€Č 0″ O
Höhe: 103 m n.p.m
Einwohner:

1.720.398
(31. Dez. 2010)[1]

Postleitzahl: 00-001 bis 04-999
Telefonvorwahl: (+48) 022
Kfz-Kennzeichen: WA, WB, WD, WE, WF, WH, WI, WJ, WK, WN, WT, WU, WW, WX, WY
Wirtschaft und Verkehr
NĂ€chster int. Flughafen: Chopin-Flughafen Warschau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
FlĂ€che: 517,2 kmÂČ
Einwohner:

1.720.398
(31. Dez. 2010) [2]

Bevölkerungsdichte: 3326 Einw./kmÂČ
Gemeindenummer (GUS): 1465011
Verwaltung (Stand: 2009)
StadtprÀsident: Hanna Gronkiewicz-Waltz
Adresse: ul. Koszykowa 6a
00-564 Warszawa
WebprÀsenz: www.um.warszawa.pl
Warschau
Ulica Mokotowska im Bezirk ƚródmieƛcie

Warschau (polnisch Warszawa [varˈʃava] anhören?/i) ist die Hauptstadt und die grĂ¶ĂŸte Stadt Polens. Nach Einwohnern gesehen ist die Stadt die zehntgrĂ¶ĂŸte der EuropĂ€ischen Union. Sie liegt an der Weichsel (WisƂa) in der Woiwodschaft Masowien, hat ĂŒber 1,7 Mio. Einwohner und ist Zentrum eines Agglomerationsraums mit OrbitalstĂ€dten wie PruszkĂłw, Grodzisk Mazowiecki, Ć»yrardĂłw, WoƂomin, Otwock, Legionowo u. a. mit rund 3,5 Mio. Einwohnern.

Warschau ist eines der wichtigsten Verkehrs-, Wirtschafts- und Handelszentren Mittel- und Osteuropas und auch von großer politischer und kultureller Bedeutung. In der Stadt befinden sich zahlreiche UniversitĂ€ten, Theater, Museen und BaudenkmĂ€ler. Das Stadtgebiet Warschau gliedert sich in insgesamt 18 Stadtbezirke, unter denen ƚrĂłdmieƛcie (Stadtmitte) die eigentliche Innenstadt ausmacht.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Warschau ist an der mittleren Weichsel, im Urstromtal der Weichsel, sowie der Mittelmasowischen Senke auf durchschnittlich 100 Metern ĂŒber dem Meeresspiegel gelegen. Die Stadt breitet sich beiderseits der Weichsel in etwa gleichgroßer Entfernung von den Karpaten und der Ostsee aus – jeweils ca. 350 km. Der historische Stadtkern liegt am linken (westlichen) Weichselufer auf einem langgezogenen Weichselkliff Skarpa Wiƛlana, das relativ steil etwa 15 bis 30 m ĂŒber die Weichsel emporragt. Eine erste BrĂŒcke verband die beiden Ufer bereits im 16. Jahrhundert, was die Ausdehnung der Stadtbebauung auf das rechte Weichselufer, das Praga genannt wird, begĂŒnstigte. Im Stadtgebiet gibt es mehrere eiszeitliche MorĂ€nenhĂŒgel sowie von Menschenhand geschaffene Anhöhen. Die Weichsel ist im Gebiet von Warschau schiffbar und die Stadt verfĂŒgt ĂŒber einen Binnenhafen auf dem rechten Weichselufer.

Klima

Warschau liegt in der Übergangszone vom maritimen zum kontinentalen Klima. Die Durchschnittstemperatur liegt bei ca. 8 Â°C, wobei im Januar durchschnittlich etwa –3 Â°C und im Juli 19 Â°C gemessen werden. Die Sommer sind warm und können heiß werden, die Winter sind kĂŒhl und teilweise auch sehr kalt. Das Warschauer Klima ist trocken, die Summe der jĂ€hrlichen Niederschlagsmenge ĂŒbersteigt nicht 550 mm. Eine dicke Schneeschicht ist in den Wintermonaten keine Seltenheit und die GewĂ€sser in den Parkanlagen sowie die Weichsel können vollstĂ€ndig zufrieren.

Warschau
Klimadiagramm (ErklÀrung)
J F M A M J J A S O N D
 
 
22
 
0
-5
 
 
22
 
2
-4
 
 
28
 
7
-1
 
 
35
 
13
3
 
 
51
 
19
8
 
 
71
 
22
11
 
 
73
 
24
13
 
 
59
 
23
12
 
 
49
 
18
9
 
 
38
 
12
4
 
 
37
 
6
0
 
 
35
 
2
-3
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: World Meteorological Organisation Die klimatologischen Daten basieren auf den monatlichen Durchschnittswerten von 1971–2000
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschlĂ€ge fĂŒr Warschau
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 0,4 1,9 6,8 13,1 19,3 21,9 23,6 23,4 17,9 12,3 5,5 1,9 Ø 12,3
Min. Temperatur (°C) −4,8 −4,0 −1,0 3,1 8,1 11,3 12,9 12,3 8,6 4,4 0,3 −2,8 Ø 4
Niederschlag (mm) 22,1 22,0 28,1 34,8 50,7 71,3 73,2 59,0 49,0 38,2 36,6 34,6 ÎŁ 519,6
Regentage (d) 15 14 13 12 12 13 13 12 12 13 14 16 ÎŁ 159
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
0,4
−4,8
1,9
−4,0
6,8
−1,0
13,1
3,1
19,3
8,1
21,9
11,3
23,6
12,9
23,4
12,3
17,9
8,6
12,3
4,4
5,5
0,3
1,9
−2,8
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
22,1 22,0 28,1 34,8 50,7 71,3 73,2 59,0 49,0 38,2 36,6 34,6
  Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: World Meteorological Organisation Die klimatologischen Daten basieren auf den monatlichen Durchschnittswerten von 1971–2000

Stadtgliederung

Seit der letzten Verwaltungsreform im Jahre 2002 ist Warschau wieder eine einheitliche Stadtgemeinde, die gleichzeitig den Status eines Powiats hat. Man kann diesen Status etwa mit dem einer kreisfreien Stadt in Deutschland vergleichen. Vorher war Warschau ein aus mehreren unabhÀngigen Gemeinden (gminy) bestehender relativ loser Kommunalverband. Jetzt gliedert sich die Stadt in 18 Stadtbezirke (dzielnice), die aber einer wesentlich gestÀrkten gesamtstÀdtischen Verwaltung recht stark untergeordnet sind. Die meisten der neuen Bezirke sind aus den alten Gemeinden hervorgegangen. Es gibt hierbei jedoch zwei Ausnahmen:

  1. Die alte Gemeinde Centrum wurde aufgelöst und in sieben Bezirke aufgeteilt. Hier kehrte man zu der Einteilung und Benennung zurĂŒck, die bis Anfang der neunziger Jahre existiert hatte und die weitgehend aus Vorkriegszeiten stammte.
  2. Die ehemalige Umlandgemeinde WesoƂa wurde zeitgleich mit dem Inkrafttreten der Verwaltungsreform eingemeindet und bildet jetzt den gleichnamigen Bezirk der Stadt Warschau.
Verwaltungsgliederung von Warschau seit 2002

Die derzeitigen Bezirke Warschaus sind (Stand der Daten: 30. Juni 2006):[3]

Name FlĂ€che in kmÂČ Bevölkerung Bevölkerungsdichte in Ew./kmÂČ
Bemowo 25,0 107.197 4288
BiaƂoƂęka 73,0 76.999 1055
Bielany 32,3 135.307 4189
MokotĂłw 35,4 226.911 6410
Ochota 9,7 91.643 9448
Praga PoƂudnie 22,4 185.077 8262
Praga PóƂnoc 11,4 73.207 6422
RembertĂłw 19,3 22.688 1176
ƚródmieƛcie 15,6 134.306 8609
TargĂłwek 24,2 122.872 5077
Ursus 9,4 47.285 5030
UrsynĂłw 43,8 143.935 3286
Wawer 79,7 66.094 829
WesoƂa 22,6 20.749 918
WilanĂłw 36,7 15.188 414
WƂochy 28,6 39.778 1391
Wola 19,3 142.025 7359
ƻoliborz 8,5 49.275 5797

Geschichte

Name

Möglich, dass Kaufleute aus Thorn eine im heutigen Stadtteil Solec (der sich sĂŒdöstlich unterhalb des Weichselkliffs an den Stadtteil Powiƛle anschliesst) gelegene Siedlung aus bislang unbekanntem Grund „Warszowa“ oder „Warszewa“ nannten, wovon sich der heutige polnische Name Warschaus „Warszawa“ herleitet.[4] Nach anderen Quellen bezieht sich der Name auf ein Dorf (an bislang unbekannter Stelle im heutigen Stadtgebiet), das vor dem Bau Warschaus (heute die Altstadt) nach seinem EigentĂŒmer Warsz[5] „Warszowa“ genannt wurde.[6]

Der Name kann auch auf die prußischen StĂ€mme der Sudauer-Jatwinger und Galinder deuten, die hier siedelten, bevor die Masowier in diese Region eindrangen. In der GrĂŒndungs-Legende vom Fischer Wars und seiner Frau Sawa kann demnach ein wahrer Kern stecken: Der Name deutet auf Fischerei, denn in der altpreußischen Sprache ist „warza“ das Fischwehr und „saw“ ein Fischerboot mit einem durchlöcherten Kasten zum Aufbewahren der Fische. (vgl. Warschausee, umbenannt in Roschsee (Roƛ) nördlich von Johannisburg[7]).

Siehe auch: Geschichte Polens

FrĂŒhe Piastenzeit

Wo heute das Schloss Ujazdowski steht, stand schon im 12. Jahrhundert eine Burg.

Die erste befestigte Siedlung auf dem Gebiet Warschaus war Stare BrĂłdno aus dem 9. Jahrhundert. Hier befanden sich eine Wallburg und ein Dorf. Diese Siedlung wurde Ende des 11. Jahrhunderts aufgegeben. Auf dem Weichselkliff am linksseitigen Weichselufer entstand im 12. Jahrhundert eine neue befestigte Anlage – JazdĂłw, einer der Sitze der masowischen Herzöge –, die etwa in der Gegend des heutigen Schloss Ujazdowskis lag und 1262 von den Litauern unter Mindaugas zerstört wurde. Daneben bestanden kleinere Ansiedlungen in Kamion, GocƂaw und Solec. Sie alle lagen im von westslawischen StĂ€mmen besiedelten Gebiet Masowien, das im 10. Jahrhundert von dem polnischen Herzog Mieszko I. aus der Dynastie der Piasten erobert wurde. Die wichtigste Stadt in Masowien war zu dieser Zeit das ca. 100 Kilometer weichselabwĂ€rts gelegene PƂock, das auch kurzzeitig im 11. Jahrhundert die Hauptstadt Polens unter WƂadysƂaw I. Herman war. Nach dem Tod von BolesƂaw III. Schiefmund wurde in Polen die Senioratverfassung eingefĂŒhrt, wobei das Staatsgebiet unter den Söhnen Boleslaw III. Schiefmunds aufgeteilt wurde und der jeweils Älteste das Seniorat ĂŒber die Juniorherzöge hatte. Masowien kam an dessen zweitĂ€ltesten Sohn und seit 1146 Senior BolesƂaw IV., der die Linie der masowischen Piasten begrĂŒndete und das Land von PƂock regierte.

Senioratsverfassung

Der Schlossplatz mit dem Königsschloss und Blick auf die Johanneskathedrale

Die Aufteilung Polens in SenioratsherzogtĂŒmer 1188 schwĂ€chte das Land und die EinfĂ€lle der Ruthenen und Litauer gingen bis nach Masowien. Daraufhin wurde der Handelsweg, der vom Schwarzen Meer bis zur Ostsee fĂŒhrte, vom Westlichen Bug auf das linke Weichselufer verlegt. Dies fĂŒhrte zu einer wirtschaftlichen BlĂŒte der Warschauer Siedlung JazdĂłw, in der auch die masowischen Herzöge eine ihrer Burgen errichteten. Jazdow wurde 1262 von den Litauern zerstört und die Bewohner von JazdĂłw errichteten ihre Siedlung drei Kilometer nördlicher in der heutigen Warschauer Altstadt von neuem. Auch der Herzog von Masowien BolesƂaw II. Mazowiecki gab die Burg in JazdĂłw (heute befindet sich dort das Schloss Ujazdowski) auf und errichtete ein Schloss innerhalb der Altstadt (das heutige Warschauer Königsschloss). Sein Hauptsitz blieb aber PƂock. Zwischen 1281 und 1321 wurde Warschau dann die ersten Male urkundlich erwĂ€hnt, obwohl die Lokationsurkunde nicht mehr erhalten ist. 1334 verlieh Trojden I. Warschau das Kulmer Stadtrecht und viele Kaufleute aus Thorn siedelten sich in der Stadt an. 1339 fand in Warschau ein bedeutender Rechtsstreit zwischen Kasimir III. von Polen und dem Deutschen Orden statt und 1356 wurde durch Siemowit III. das erste Kloster des Augustiner-Ordens in Warschau gegrĂŒndet. Zu dieser Zeit entstanden die meisten GebĂ€ude in der Altstadt, allen voran die gotische Johanneskathedrale und das Schloss der masowischen Herzöge, das spĂ€tere Königsschloss.

Herzogtum Masowien und polnisches Lehen

→ Hauptartikel: Herzogtum Masowien
Reste der Mauer (1350)

Mit der Wiedervereinigung Polens durch König WƂadysƂaw I. Ellenlang 1320 wurde die Senioratverfassung endgĂŒltig aufgehoben. Gleichwohl gehörte Masowien zu diesem Zeitpunkt nicht zu Polen, wurde jedoch um die Mitte des 14. Jahrhunderts polnisches Lehen. Es zerfiel weiter in drei EinzelherzogtĂŒmer PƂock, Rawa und Czersk. Warschau gehörte zu letzterem. Die Warschauer Altstadt wurde 1350 mit einem ersten und 1380 mit einem weiteren Mauerring umgeben. Um 1380 entstand auch nördlich der Altstadt ebenfalls am Weichselufer die Warschauer Neustadt, die 1408 das Kulmer Stadtrecht erhielt. Janusz I. der Ältere verlegte 1413 die Hauptstadt des masowischen Herzogtums Czersk von Czersk nach Warschau. Nach der polnisch-litauischen Union von 1386 entwickelte sich Warschau dank der zentralen Lage zwischen den beiden HauptstĂ€dten Krakau und Wilna sehr schnell. Insbesondere die Regierungszeit von FĂŒrst Janusz I. von 1374 bis 1429 war eine erste BlĂŒtezeit Warschaus. Aus dieser Zeit sind mehrere gotische GebĂ€ude und Kirchen in der Alt- und Neustadt erhalten geblieben. Bemerkenswert ist u. a. das gotische Portal des BĂŒrgerhauses am Marktplatz der Altstadt mit der Hausnummer 21. 1454 wurden zur Regierungszeit von BolesƂaw IV. die St.-Anna-Kirche und das Bernardinerkloster sĂŒdlich des Krakauer Tors erbaut. 1469 wurden die Privilegien der jĂŒdischen Gemeinde, die seit dem Anfang des 14. Jahrhunderts in Warschau existierte, von den masowischen FĂŒrsten bestĂ€tigt. Mit dem Aussterben der jeweiligen Piastenherzöge kamen Rawa 1462, PƂock 1496 und Czersk-Warschau 1526 direkt an Polen, wobei die letzten masowischen FĂŒrsten wahrscheinlich 1524 (Stanislaus I.) und 1526 (Janusz III.) auf Geheiß der polnischen Königin Bona Sforza vergiftet wurden. Beide sind neben ihrem Lehrer Stanislaus aus Strzelec in der Johanneskathedrale bestattet. Die prĂ€chtigen Renaissancegrabplatten der beiden FĂŒrsten und des Kanonikers wurden von ihrer Schwester FĂŒrstin Anna Odrowaz gestiftet. Nach ihr ist auch die St.-Anna-Kirche benannt, da sie das Bernardinerkloster großzĂŒgig unterstĂŒtzte.

Polnisch-Litauische Adelsrepublik

Warschau. Stich aus dem Jahr 1656
Warschau. ÖlgemĂ€lde von Bernardo Bellotto, gen. Canaletto, aus dem Jahr 1770
Louis de Silvestre: August der Starke – PortrĂ€tgemĂ€lde etwa aus dem Jahr 1718

Mit dem Anschluss an Polen erhielt das Warschauer BĂŒrgertum von Sigismund I. viele Handelsprivilegien, die die Entwicklung der Stadt beschleunigten. Mit der Wiedererlangung Danzigs und des Weichseldeltas 1466 durch Polen wurde die Weichsel der wichtigste polnische Handelsweg fĂŒr den Export und Import nach und aus Westeuropa. Das an der Weichsel gelegene Warschau profitierte wirtschaftlich sehr davon. Nach dem Tod Sigismunds I. verlegte seine Witwe Bona Sforza 1548 ihren Hof vom Krakauer Wawel ins Schloss Ujazdowski in Warschau. Ihr Sohn Sigismund II. August regierte Polen-Litauen jedoch weiterhin von Krakau aus, obwohl er immer öfter in Warschau zu Gast war. 1569 und 1573 wurde in der Union von Lublin bzw. den Articuli Henriciani festgelegt, dass das polnische Parlament Sejm in Warschau tagen und die Königswahl in Kamion bzw. Wola vor den Toren Warschaus stattfinden sollte. So wurden in Kamion Heinrich von Valois 1573 und in Wola 1574 Stephan BĂĄthory und 1587 Sigismund III. Wasa zu polnisch-litauischen Königen gewĂ€hlt. Auch die Abnahme des Lehnseides der preußischen Herzöge wurde seit Stephan BĂĄthory vor der St.-Anna-Kirche in Warschau statt auf dem Krakauer Marktplatz vollzogen. Nach dem Brand des Krakauer Wawels 1596 entschloss sich Sigismund III. Wasa aus dem schwedischen Hause Wasa die Residenz der polnischen Könige nach Warschau zu verlegen, weil er zugleich König von Schweden war und Ambitionen auf den Moskauer Zarenthron hegte. Der Umzug wurde in Etappen vollbracht und das Schloss der masowischen Herzöge seit 1598 von italienischen Baumeistern zum polnischen Königsschloss ausgebaut. Nach der RĂŒckkehr vom erfolgreichen Feldzug nach Moskau 1611 blieb Sigismund III. Wasa endgĂŒltig in Warschau. Gleichwohl blieb Krakau rechtlich weiterhin Hauptstadt, da es keinen Rechtsakt gab, der den Umzug legalisieren wĂŒrde. Warschau stand bis 1795 nur der Titel des Königssitzes zu. Mit der Erlangung der Rolle der Hauptstadt begann fĂŒr Warschau eine BlĂŒtezeit im FrĂŒhbarock unter der Dynastie der Wasas, die bis zur Zerstörung der Stadt durch die Schweden 1655 andauerte. Nach dem Brand der Altstadt 1607 wurde diese im manieristischen Stil wieder aufgebaut. Warschau wuchs im 16. Jahrhundert weit ĂŒber die mittelalterlichen Stadtmauern der Alt- und Neustadt hinaus und hatte ĂŒber 50.000 Einwohner. Es entstanden neue Stadtviertel beiderseits der Weichsel. Um 1568 bis 1573 entstand die erste ĂŒber 500 m lange WeichselbrĂŒcke auf 18 Pfeilern. Es war eine der lĂ€ngsten BrĂŒcken im damaligen Europa. 1648 erhielt Praga, der Stadtteil auf dem rechten Weichselufer, die Stadtrechte. Andere Stadtviertel (jurydyka) waren Privateigentum einzelner Magnaten, reicher Kleinadeliger (Szlachta), Geistlicher und Klöster. Sie waren von der stĂ€dtischen Gerichtsbarkeit ausgenommen. Sie entstanden zahlreich um die neuen frĂŒhbarocken PalĂ€ste des Adels, der die NĂ€he zum Königshof suchend von Krakau herzog. Die Magnaten stifteten auch zahlreiche frĂŒhbarocke Kirchen und Klöster. 1597 kamen z. B. die Jesuiten nach Warschau. Sigismund III. Wasa ließ das Königsschloss das Schloss Ujazdowski und den Kazimierzpalast im frĂŒhbarocken Stil um- und ausbauen. Entlang der Krakauer Vorstadt entstanden am Königsweg die prachtvollsten PalĂ€ste des Adels Koniecpolski-Palast, Potocki-Palast, Krasicki-Palast etc. Als eines der luxuriösesten Palais Europas galt der 1641 errichtete OssoliƄski-Palast. 1637 eröffnete WƂadysƂaw IV. das erste dauerhafte Theater im Königsschloss und ließ 1643 fĂŒr seinen 1632 verstorbenen Vater Sigismund III. Wasa auf dem Schlossplatz die SigismundssĂ€ule errichten, das erste profane Denkmal Warschaus. Seit 1661 erschien in Warschau die erste polnische Tageszeitung, der „Polnische Merkur“. In der ersten HĂ€lfte des 17. Jahrhunderts war Warschau eines der fĂŒhrenden Zentren der frĂŒhen Neuzeit in Europa. In den Jahren 1655–1657, wĂ€hrend des Zweiten Nordischen Krieges, wurde Warschau von den Schweden, Brandenburgern und SiebenbĂŒrgern zerstört. Die reichen PalĂ€ste wurden ausgeraubt und niedergebrannt und die geplĂŒnderten KunstschĂ€tze und BĂŒcherbestĂ€nde nach Schweden verschifft. Die VerwĂŒstungen war so groß, dass diese Jahre als die Schwedische Sintflut in die Geschichte der Stadt eingingen und der 23. Juni als Festtag zur Erinnerung an den RĂŒckzug der feindlichen Truppen 1657 begangen wurde. Aus der Wasa-Zeit sind gleichwohl wertvolle frĂŒhbarocke BaudenkmĂ€ler aus dem 17. Jahrhundert erhalten geblieben oder rekonstruiert worden, wie z. B. das Königsschloss, das Schloss Ujazdowski, die Jesuitenkirche und die Dominikanerkirche sowie das Gianotti-Palast in der Altstadt. Die Wasa-Zeit endete 1668 endgĂŒltig mit der Abdankung von Johann II. Kasimir.

Eine erneute BlĂŒtezeit begann fĂŒr Warschau unter der Herrschaft Jan Sobieskis ab 1673, der vor allem als großzĂŒgiger MĂ€zen und Kunstliebhaber die sĂŒdlichen Stadtteile ausbauen ließ. Er folgte dem nur fĂŒnf Jahre in Warschau regierenden Michael I Korybut Wiƛniowiecki. Ab 1677 baute Sobieski das WilanĂłw-Palast an dem nach SĂŒden verlĂ€ngerten Königsweg im Versailler Stil mit einem großen französischen Garten. 1687 stiftete er ebenfalls im SĂŒden Warschaus die Antoni-Padewski-Kirche als Votum fĂŒr den Sieg bei Wien 1683. Sobieski holte zwei der genialsten europĂ€ischen Baumeister des Hochbarock nach Warschau, Tylman van Gameren und Andreas SchlĂŒter, sowie zahlreiche KĂŒnstler, unter denen vor allem Jan Reisner zu erwĂ€hnen ist. Sobieskis Ehefrau MarysieƄka baute ab 1692 den nach ihr benannten Stadtteil Marymont mit einem der damals weltweit grĂ¶ĂŸten Handelszentren Marywil, an dessen Stelle sich heute das Große Theater und der Theaterplatz befinden. In dieser Zeit entstanden unter der Anleitung von Tylman van Gameren auch der KrasiƄski-Palast, das Ostrogski-Palast, die Sakramentinnenkirche, die Kapuzinerkirche und die Karmeliterkirche.

Nach dem Tod von Sobieski 1696 und der Wahl Augusts II. 1697 begann die Sachsenzeit. Diese Zeit der sĂ€chsischen Könige begann fĂŒr Warschau sehr unglĂŒcklich mit dem Großen Nordischen Krieg ab 1702. WĂ€hrend dieses Krieges und des spĂ€ter folgenden Polnischen Thronfolgekriegs ab 1734 wurde Warschau erneut von schwedischen bzw. russischen Truppen besetzt und zerstört. Zuletzt verflocht August III. Polen in den SiebenjĂ€hrigen Krieg ab 1756. In der sĂ€chsischen Zeit unter August II. und August III. wurde ab 1713 die SĂ€chsische Achse mit dem SĂ€chsischen Palais, dem BrĂŒhlschen Palais und dem SĂ€chsischen Park senkrecht zum Königsweg geschaffen. 1726 wurde der SĂ€chsische Park fĂŒr die Öffentlichkeit geöffnet. 1740 entstand das Collegium Nobilium, eine Aristokratenschule der Piaristen, aus der die Warschauer UniversitĂ€t hervorgehen sollte. 1748 wurde die Warschauer Oper eröffnet. Auch die Palais an der Senatorska- und der Miodowa-Straße (z. B. das von Ephraim Schröger erbaute Palais Lelewel) gehen auf die Sachsenzeit zurĂŒck. Die Wettiner holten hervorragende Dresdner Baumeister und KĂŒnstler, wie Johann Georg Plersch und Johann Sigmund Deybel, und die Mode fĂŒr Meissner Porzellan an den Warschauer Hof. Diese gestalteten Warschau im Stil des SpĂ€tbarock und Rokoko um. 1732 fĂŒhrte August II. eine der grĂ¶ĂŸten MilitĂ€rparaden auf den CzerniakĂłw-Feldern vor Warschau zu Ehren seiner Tochter Anna Orzelska, fĂŒr die er auch das Blaue Palais errichten ließ, durch. Aufgrund der großen VerwĂŒstungen in den zahlreichen Kriegen ging die Sachsenzeit dennoch als eine der schwĂ€rzesten Perioden in die Warschauer Geschichte ein.

Zur erneuten BlĂŒtezeit kam es wĂ€hrend der polnischen AufklĂ€rung unter Stanislaus August Poniatowski ab 1764, der viele Warschauer GebĂ€ude im klassizistischen Stil umbauen bzw. errichten ließ. Unter seiner Herrschaft wurde Warschau zu einem der bedeutendsten Zentren der AufklĂ€rung und des Klassizismus in Europa. Er verlĂ€ngerte den Königsweg sĂŒdlich der Krakauer Vorstadt um die Neue Welt und grĂŒndete dort neue „Jurydykas“. SĂŒdlich des Schlosses Ujazdowski ließ er den Ɓazienki-Komplex mit vielen GĂ€rten und Schlössern erbauen. Zahlreiche PalĂ€ste aus der Stanislaus-Zeit finden sich auch an der DƂuga- und der Senatorska-Straße. Unter seiner Zeit hatte Warschau mehr als 150.000 Einwohner und war damit eine der grĂ¶ĂŸten StĂ€dte in Europa. Er begann seine Regierungszeit sehr ambitioniert. Bereits im ersten Regierungsjahr 1765 grĂŒndete er die Ritterschule, die MĂŒnzerei und das Große Nationale Theater in Warschau unter der Regie von Wojciech BogusƂawski. Seit 1770 wurde die Stadt neu geordnet und alle Straßen erhielten Straßennamen und Hausnummern. Ab 1772 wurde der Ɓazienki-Komplex umgebaut. Ab 1776 wurde die Altstadt durch eine weitere WeichselbrĂŒcke mit dem rechts der Weichsel gelegenen Stadtteil Praga verbunden. Ab 1773 hatte das erste Bildungsministerium der Welt, die Kommission fĂŒr Nationale Erziehung, ihren Sitz in Warschau und zwischen 1788 bis 1792 tagte im Warschauer Königsschloss der Große Sejm, der am 3. Mai 1791 die erste moderne Verfassung Europas verabschiedete. Dem war 1789 die sogenannte Schwarze Prozession vorausgegangen, in der die StĂ€dte mehr politische Mitspracherechte verlangten. Sie fĂŒhrte schließlich zur Einbeziehung der Stadtverfassung vom 20. April 1791 in die Verfassung vom 3. Mai 1791. FĂŒr Warschau hatte dies unter anderem zur Folge, dass die Jurydykas aufgehoben und dass eine einheitliche Stadtverwaltung eingefĂŒhrt wurde. Daher ist auch der 21. April (der Tag, an dem Warschau die StĂ€dteverfassung ratifizierte) der Stadtfeiertag. Die Verfassung vom 3. Mai 1791 hatte zur Folge, dass russische und preußische Truppen 1792 Polen besetzten und das Land 1793 zum zweiten Mal geteilt wurde. Ein zunĂ€chst erfolgreicher Aufstand in Warschau unter der FĂŒhrung des Schustermeisters Jan KiliƄskis innerhalb des ganzpolnischen Koƛciuszko-Aufstandes, an dem die ganze Bevölkerung Warschaus regen Anteil nahm, wurde 1794 niedergeschlagen und Polen 1795 zum dritten Mal geteilt. Die russischen Truppen Suworows veranstalteten 1794 nach der Schlacht bei Warschau ein Massaker unter der Bevölkerung des rechtsufrigen Stadtteils Praga. Dabei kamen mehrere Zehntausend Zivilisten ums Leben. Nach der Abdankung StanisƂaw August Poniatowskis, der 1798 in Grodno verstarb, wurde Warschau 1796 von preußischen Truppen besetzt und fĂŒr 11 Jahre Sitz der neuen preußischen Provinz SĂŒdpreußen, die Warschau, Posen und Kalisz umfasste. Die Bevölkerungszahl sank rapide auf 115.000 Einwohner 1806 und die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich. 1800 grĂŒndete StanisƂaw Staszic die Polnische Wissenschaftsakademie (Polska Akademia Nauk) in Warschau, die bis heute ihren Sitz im Staszic-Palast an der Krakauer Vorstadt hat.

Herzogtum Warschau

Denkmal von Józef Antoni Poniatowski vor dem PrÀsidentenpalast

Nach dem Frieden von Tilsit wurde 1807 aus den beiden preußischen Teilungsgebieten von 1793 und 1795 – mit Ausnahme von Danzig – das Herzogtum Warschau mit Warschau als Hauptstadt gebildet. 1807 erhielt es eine neue liberale Verfassung und der polnische Sejm wurde nach zwölf Jahren Unterbrechung wieder in Warschau einberufen. Im selben Jahr trat ein der polnischen Rechtstradition angepasster Code Napoleon (Code civil) in Kraft, eines der ersten zusammengefassten ZivilrechtsbĂŒcher Europas. Als Grundlage fĂŒr den 1964 erlassenen Kodeks Cywilny prĂ€gt der Code Civil bis heute die polnische Zivilrechtsordnung. Der Neffe des letzten polnischen Königs, General JĂłzef Antoni Poniatowski, baute die polnische Armee in Warschau wieder auf, die bald schon 200.000 Mann zĂ€hlte. Nach der Schlacht von Raszyn 1809 gegen die Habsburger wurde das österreichische Gebiet der Dritten Polnischen Teilung mit Krakau Bestandteil des Herzogtums. Dessen Truppen beteiligten sich 1812 am Russlandfeldzug Napoleons sowie im Jahr darauf an der Völkerschlacht bei Leipzig, in der JĂłzef Poniatowski den Tod in der Elster fand. Er wurde danach in der Kathedrale des Wawel-Schlosses in Krakau feierlich als Nationalheld bestattet. Poniatowski wurde zur Symbolfigur des Herzogtum Warschaus, obwohl er nicht Herzog war, sondern nur der Oberbefehlshaber der Armee. Die Warschauer gaben ihm bereits Anfang des 19. Jahrhunderts ein Denkmal in Auftrag, das vom berĂŒhmten dĂ€nischen Bildhauer des Klassizismus Bertel Thorvaldsen angefertigt wurde. Nach dem Wiener Kongress und der Neuordnung Europas 1814/15 wurde das Herzogtum Warschau aufgehoben.

Kongresspolen

ErstĂŒrmung des Arsenals 1830
Belvedere – hier begann der Novemberaufstand
Chopin-Denkmal im Ɓazienki-Park

Nach dem Wiener Kongress wurde Warschau die Hauptstadt des Königreiches Polen (Kongresspolen), das vom russischen Zaren in Personalunion mit Russland regiert wurde. Es erhielt 1817 eine relativ liberale Verfassung, und der polnische Sejm in Warschau hatte weitgehende Befugnisse. Die Exekutivmacht lag beim Statthalter GroßfĂŒrst Konstantin, dem Bruder des Zaren Alexander I. (Russland).

1816 wurde auf Grundlage des Collegium Nobilium von 1740 die Warschauer UniversitĂ€t, ein Jahr spĂ€ter die Warschauer Wertpapierbörse als erste moderne polnische Wertpapierbörse (1818 wurde eine Wertpapierbörse in Krakau errichtet) gegrĂŒndet. Bereits seit dem 17. Jahrhundert ist der börsenmĂ€ĂŸige Handel mit Wertpapieren (v. a. Wechsel) in Warschau belegt. Auch in anderen polnischen HandelsstĂ€dten (Danzig, Krakau, Posen, Lemberg etc.) bestand unregelmĂ€ĂŸiger Börsenhandel seit dem Mittelalter, der von niederlĂ€ndischen und italienischen Kaufleuten nach Polen gebracht wurde. Doch die erste Börse mit einer öffentlich-rechtlichen Börsenordnung war die besagte Warschauer Wertpapierbörse von 1817.

In dieser Zeit setzte auch die Industrialisierung in Warschau ein, und die ersten großen Fabriken entstanden in der Stadt. Außerhalb der Tore wurde 1792 der Powązki-Friedhof angelegt, eine der grĂ¶ĂŸten und schönsten Nekropolen des 19. Jahrhunderts, und 1825 wurde unter FĂŒhrung von Antonio Corazzi mit dem Bau des Großen Theaters, des damals grĂ¶ĂŸten in Europa, begonnen. Hier spielten u. a. Helena Modrzejewska und Pola Negri.

In den 1810/20ern lebte und konzertierte der junge FrĂ©dĂ©ric Chopin in Warschau, der in der NĂ€he der Stadt in den Gutshof der Familie seiner Mutter Ć»elazowa Wola geboren wurde. Bereits zu Anfang der 1820er Jahre wurde klar, dass der Zar sich nicht an die Verfassung halten wĂŒrde und autokratisch ĂŒber seinen Statthalter zu regieren gedachte. Dies Ă€nderte sich auch nach dem Dekabristenaufstand in Russland 1825 nicht.

1830 wurde bekannt, dass der Zar polnische Truppen gegen die RevolutionĂ€re in Belgien einsetzen wollte. So brach am 30. November 1830 mit der ErstĂŒrmung des Belvederepalastes (Belweder) in Warschau durch AufstĂ€ndische der Novemberaufstand los. Der GroßfĂŒrst Konstantin musste nach wenigen Tagen aus der Stadt fliehen, und der polnische Sejm setzte den Zaren als polnischen König ab. Der Aufstand hatte in den ersten Monaten Erfolg, und die russischen Truppen mussten Warschau und das Umland rĂ€umen. Nach ĂŒber einem Jahr Krieg mussten jedoch die AufstĂ€ndischen kapitulieren. Mit der großen Emigration flohen ca. 30.000 Warschauer und andere Kongresspolen nach Westeuropa und in die USA. Zu ihnen gehörten unter anderem FrĂ©dĂ©ric Chopin und Adam Mickiewicz.

1832 wurde die Verfassung und der Sejm aufgehoben, und es begann eine Zeit der politischen Repressalien. Im selben Jahr wurde als Antwort auf den Novemberaufstand nördlich der Neustadt die Zitadelle, die auch ein GefĂ€ngnis fĂŒr politische Gefangene enthielt, errichtet. In der sich anschließenden romantischen Epoche wurde Warschau ausgebaut.

Seit 1840 erreichte die Eisenbahn Warschau, und bald war eine erste Verbindung nach Wien fertiggestellt. WĂ€hrend des VölkerfrĂŒhlings 1848 blieb es in Warschau, anders als in den preußischen und österreichischen Teilungsgebieten, relativ ruhig, denn die Verschwörer, die einen gesamtpolnischen Aufstand planten, wurden zuvor verhaftet. In dieser Zeit wurde auch die Textilindustriestadt ƁódĆș etwa 80 km sĂŒdwestlich von Warschau in Kongresspolen an der Eisenbahnstrecke nach Wien aufgebaut und stieg bald zu einer der fĂŒhrenden Industriemetropolen Europas auf.

Im Januar 1863 brach der Januaraufstand gegen das Zarenregime los. In einem Partisanenkrieg konnten die Warschauer zwei Jahre lang Widerstand leisten, bis sie Ende 1864 aufgeben mussten. Das Königreich Polen wurde endgĂŒltig aufgelöst und Russland einverleibt. Somit wurde Warschau nach Moskau und St. Petersburg die drittgrĂ¶ĂŸte Stadt im Zarenreich. Der Wegfall der Zollgrenze zu Russland brachte einen rasanten Wirtschaftsaufschwung, der bis zum Ersten Weltkrieg andauerte.

Das wirtschaftliche Zentrum der Stadt verlagerte sich vom Königsweg auf die westlich von ihm gelegene prĂ€chtige MarszaƂkowska-Straße. 1866 fuhr die erste von Pferden gezogene und 1908 die erste elektrische Straßenbahn in Warschau. Hier entstanden zahlreiche reprĂ€sentative Miets- und HandelsgebĂ€ude sowie Kultureinrichtungen im Stil des Historismus, der Sezession und des Eklektizismus.

Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs ist dieser Teil der Stadtgeschichte vollstĂ€ndig verloren gegangen. Reste der historischen Bebauung des 19. Jahrhunderts findet man in der Lwowska-Straße und teilweise in den Ujazdowski- und Jerusalem-Alleen.

Ab 1881 wurde ein modernes Kanalisationssystem gebaut. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden die beiden FortgĂŒrtel der Warschauer Festung. 1900 errichtete man das prĂ€chtige GebĂ€ude der Warschauer Philharmonie im Jugendstil, in der in der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts Ignacy Paderewski und Jan Kiepura auftraten. 1867 wurde die doppelte und erste weibliche NobelpreistrĂ€gerin Marie SkƂodowska-Curie in der Neustadt geboren. Der Zeit des Warschauer Positivismus hat vor allem der Schriftsteller BolesƂaw Prus in seinen dem Realismus treuen Romanen ein Denkmal gesetzt. Allen voran ist hier der Roman „Lalka“ zu nennen, in dem Prus den Werdegang und den Fall eines Warschauer Unternehmers beschreibt. Ein anderer Vertreter des Warschauer Positivismus, Henryk Sienkiewicz, erhielt 1905 den Literaturnobelpreis. Er wurde spĂ€ter in einer Krypta der Warschauer Kathedrale bestattet. Auch Teodor JĂłzef Korzeniowski (Pseudonym Joseph Conrad) wohnte im 19. Jahrhundert in Warschau (Neue Welt 47). Im selben Jahr fand als Reaktion auf den verlorenen Krieg Russlands gegen Japan und den Blutsonntag in St. Petersburg eine kurze sozialistische Erhebung statt, die von Rosa Luxemburg, die aus einer jĂŒdischen Familie in Zamoƛć (sĂŒdliches Kongresspolen) stammte und in Warschau aufgewachsen war, mitorganisiert wurde. Um die Jahrhundertwende waren 36 % der Warschauer Wohnbevölkerung Juden.[8] 1909 waren 36,9 % Juden, 2,4 % Protestanten und 0,4 % Mariaviten.[9] Ein Jahr nach Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Warschau von deutschen Truppen besetzt und geplĂŒndert. Ein vorlĂ€ufiger Regierungsrat eines von Deutschland und Österreich abhĂ€ngigen Satellitenstaates wurde in Warschau eingesetzt. Im selben Jahr wurde die Warschauer UniversitĂ€t wiedereröffnet. Nach der Oktoberrevolution in Russland musste dieses im Friedensvertrag von Brest-Litowsk auf die Gebiete aus den Teilungen Polens im 18. Jahrhundert verzichten.

Zweite Republik

Einmarsch deutscher Kavallerie 1915
Siege – ein Film ĂŒber der Belagerung von Warschau im September 1939 von Julien Bryan

Im Ersten Weltkrieg nahmen deutsche Truppen am 5. August 1915 Warschau ein. Die russische Armee hatte bei ihrem Abzug noch strategische GebĂ€ude und BrĂŒcken niedergebrannt. Warschau wurde unter der deutschen Okkupation Hauptstadt des bis 1918 bestehenden Generalgouvernements Warschau mit Hans von Beseler als Generalgouverneur und Ernst Reinhold Gerhard von Glasenapp als PolizeiprĂ€sident. 1916 hatte Warschau bereits ĂŒber eine Million Einwohner. Das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn errichteten ein provisorisches Königreich Polen mit der Hauptstadt in Warschau und stellten der polnischen Bevölkerung ein unabhĂ€ngiges Polen in Aussicht.

Nach der Niederlage der MittelmĂ€chte 1918 wurde diese Vision auch von den WestmĂ€chten unterstĂŒtzt und die deutsch-österreichischen Truppen in Warschau wurden entwaffnet. Der Tag, an dem Marschall PiƂsudski in Warschau eintraf, der 11. November 1918, gilt als der UnabhĂ€ngigkeitstag Polens und Beginn der Zweiten Polnischen Republik.

1920 drohte die Rote Armee, Warschau im polnisch-sowjetischen Krieg einzunehmen. Sie konnte jedoch durch Marschall PiƂsudski durch das „Wunder an der Weichsel“ vom 13. bis 16. August 1920 zurĂŒckgedrĂ€ngt werden. Seit dieser Zeit war Warschau wieder die Hauptstadt des erneut unabhĂ€ngigen Polens. An der Aleje Ujazdowskie (seitdem Regierungs- und Botschaftsviertel) wurden in den 1920er Jahren ein neues Sejm-GebĂ€ude sowie verschiedene MinisterienpalĂ€ste und Botschaften errichtet. In derselben Zeit wurde auf dem Pole Mokotowskie der erste polnische Flughafen eingeweiht.

In der Zwischenkriegszeit erlebte Warschau erneut einen Bauboom, und das kulturelle Leben blĂŒhte auf. Es wirkte u. a. der spĂ€tere NobelpreistrĂ€ger CzesƂaw MiƂosz. Die Warschauer BohĂšme dieser Zeit ist unter anderem in den Bildern von JĂłzef Rapacki festgehalten worden. 1926 kam es im Zuge des PiƂsudski-Maiputsches zu StraßenkĂ€mpfen in Warschau, die auf der Poniatowski-BrĂŒcke anfingen. Nachdem jedoch ziemlich frĂŒh klar wurde, dass die amtierende Regierung unter StanisƂaw Wojciechowski weder in der Armee noch in der Stadtbevölkerung einen RĂŒckhalt hatte, gab sie nach zwei Tagen auf.

Unter StadtprĂ€sident Stefan StarzyƄski (seit 1934 im Amt) erlebte Warschau eine kulturelle BlĂŒtezeit. Warschaus Flughafen Okęcie erhielt nationale und internationale dauerhafte Flugverbindungen. Das Straßenbahn- und Busnetz wurde ausgebaut, und neue StraßenzĂŒge in den Außenbezirken entstanden. 1939 hatte Warschau bereits ĂŒber 1.350.000 Einwohner.

Im September 1939 kam es zum Angriff deutscher Truppen auf Polen (Beginn des Zweiten Weltkrieges). Im Verlauf des Konflikts wurde die Stadt Warschau Zentrum erbitterter KĂ€mpfe. Die Reste der in der Schlacht an der Bzura geschlagenen polnischen Armee verschanzten sich im Stadtgebiet und verteidigten dieses zĂ€h. Kurz darauf wurde Warschau von deutschen Truppen vollstĂ€ndig eingeschlossen, nachdem diese die Front am Narew durchbrochen hatten und nun auch im Osten von Warschau standen. WĂ€hrend dieser schweren KĂ€mpfe wurde das Stadtgebiet von Warschau, insbesondere die Außenbezirke, sowohl von deutscher Artillerie beschossen als auch aus der Luft bombardiert. Hierbei fanden weit mehr als zehntausende Zivilisten den Tod. In diesem ersten Abschnitt des Zweiten Weltkrieges in Warschau verlor die Stadt rund 10 % ihrer Bebauung, das zerbombte Warschauer Königsschloss brannte aus. Am 28. September 1939 musste Warschau kapitulieren und wurde von deutschen Truppen besetzt. Der StadtprĂ€sident Stefan StarzyƄski wurde von der Gestapo verhaftet und 1943 im KZ Dachau ermordet.

Deutsche Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg

Das zerstörte Warschau im Januar 1945
Wiedererrichtete Altstadt

Am 28. September 1939 marschierten deutsche Truppen in Warschau ein und eine ĂŒber fĂŒnfjĂ€hrige verheerende Besatzungszeit brach an. Der Terror der Besatzer traf von Anfang an auf einen entschiedenen Widerstand weiter Teile der Bevölkerung. Der organisierte Widerstand nahm verschiedene Formen an, von geheimen Bildungseinrichtungen sowie kleinen und großen Sabotagen bis zu Attentaten. Warschau war von Beginn der Besatzung an das Zentrum des Polnischen Untergrundstaates mit der Geheimverwaltung der Londoner Exilregierung und der Heimatarmee.

Warschauer Ghetto

→ Hauptartikel: Warschauer Ghetto

Nach der Besetzung Warschaus durch die deutsche Wehrmacht wurden die Juden der Stadt und der Umgebung seit dem November 1940 im Warschauer Ghetto – dem zweitgrĂ¶ĂŸten jĂŒdischen Ghetto im besetzten Europa (nach ƁódĆș) – eingesperrt, von wo mindestens 300.000 jĂŒdische BĂŒrger Warschaus deportiert und ermordet wurden. 1941 wurde fĂŒr Juden die Ghettopflicht eingefĂŒhrt und das Verlassen des Ghettos sowie jegliche Hilfe fĂŒr die jĂŒdischen Warschauer unter Todesstrafe gesetzt. Gleichwohl konnten die Organisation Ć»egota sowie viele Privatleute hunderte Juden vor dem Tod retten.

Am 18. April 1943 kam es zum Aufstand im Warschauer Ghetto unter der FĂŒhrung von Mordechaj Anielewicz und Marek Edelman, als Reaktion auf die Liquidierung des Ghettos durch die SS. Am 8. Mai 1943 nahmen sich die meisten jĂŒdischen AnfĂŒhrer im Versteck in der MiƂa-Straße 18 das Leben. Einigen jĂŒdischen Einheiten (unter anderem Marek Edelman) gelang die Flucht zum polnischen Untergrund. Eine Folge des Ghettoaufstandes war, dass von der SS am 16. Mai 1943 die Große Synagoge in Warschau zerstört, ein ganzes Stadtviertel niedergebrannt und die meisten der ĂŒberlebenden Juden im KZ Treblinka ermordet wurden. International wurde dieser Widerstand gegen die deutsche Besatzung aufmerksam registriert.

Warschauer Aufstand

→ Hauptartikel: Warschauer Aufstand
Denkmal des Warschauer Aufstandes

Der Warschauer Aufstand, getragen von der polnischen Heimatarmee, begann am 1. August 1944 unter der FĂŒhrung von Tadeusz BĂłr-Komorowski. Er war die grĂ¶ĂŸte Erhebung gegen die Okkupanten im besetzten Europa wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges. Fast die gesamte verbliebene Stadtbevölkerung beteiligte sich an den Kriegshandlungen, deren Ziel ein von Nazideutschland und der Sowjetunion unabhĂ€ngiges Polen sein sollte. In den ersten Augusttagen wurden die polnischen Medien und eine Pfadfinderpost wiederhergestellt und die Erhebung hatte zunĂ€chst Erfolg, als sich die deutschen Truppen aus weiten Teilen der Innenstadt zurĂŒckziehen mussten. Aufgrund mangelnden Nachschubs jedweder Form kam der Aufstand schnell in eine kritische Situation. Die der Wehrmacht zu diesem Zeitpunkt weit ĂŒberlegene Rote Armee war am rechten Weichselufer stehen geblieben und leistete dem Widerstand keine UnterstĂŒtzung. Außerdem verweigerten die Sowjets den Westalliierten FlugplĂ€tze, von denen aus sie mehr HilfsgĂŒter und Waffen hĂ€tten einfliegen können. Die Heimatarmee musste am 2. Oktober 1944 kapitulieren. Im Warschauer Aufstand, der ĂŒberwiegend durch Einheiten der Waffen-SS niedergeschlagen wurde, kamen fast 200.000 polnische Soldaten und Zivilisten ums Leben. Als Repressalie wurde die Mehrzahl der noch vorhandenen GebĂ€ude auf dem linken Weichselufer von den deutschen Truppen planmĂ€ĂŸig gesprengt und Warschau weitgehend zerstört. Die ĂŒberlebende Bevölkerung wurde in Konzentrationslager oder zur Zwangsarbeit deportiert.

Volksrepublik

Kulturpalast

Am 17. Januar 1945 marschierte die Rote Armee in eine Ruinenstadt ohne Einwohner ein. Die befreite Bevölkerung kam zum großen Teil nach Warschau zurĂŒck. Den Soldaten der Heimatarmee blieb jedoch eine RĂŒckkehr verwehrt. Viele mussten emigrieren. Die Stadtverwaltung wurde von der sich bildenden kommunistischen Partei eingesetzt. Bald wurde der Beschluss gefasst, Warschau detailgetreu wieder aufzubauen. 1945 wurde ein Fonds fĂŒr den Wiederaufbau Warschaus gegrĂŒndet. Bereits im Februar 1945 nahm eine Kommission unter der Leitung von Roman Piotrowski die ersten Rekonstruktionsarbeiten auf. Die Altstadt, die Neustadt und die Krakauer Vorstadt wurden ab 1946 bis 1953 in einer als Meisterleistung gewĂŒrdigten historischen Rekonstruktion wieder aufgebaut und dafĂŒr 1980 als Weltkulturerbe der UNESCO ausgezeichnet. Die Aufbauarbeiten stellen bis heute weltweit die grĂ¶ĂŸte geplante Rekonstruktion einer Bebauung dar. Gleichzeitig wurde auch die Bebauung der StraßenzĂŒge Miodowa, DƂuga und Senatorska sowie der PlĂ€tze Teatralny und Bankowy rekonstruiert. Die Arbeiten orientierten sich dabei zu einem großen Teil an GemĂ€lden des italienischen Malers Bernardo Bellotto (Canaletto), der im 18. Jahrhundert viele Stadtpanoramen Warschaus geschaffen hatte. 1947–1949 wurde unter Teilen der Altstadt der Tunnel der „Ost-West-Arterie“ gebaut. 1971 entstand ein Komitee zum Wiederaufbau des Warschauer Königsschlosses unter der Leitung von StanisƂaw Lorentz. Der Wiederaufbau des Schlosses wurde in den 1970er und 1980er Jahren durchgefĂŒhrt. Der Wiederaufbau Warschaus dauert auch heute noch an. In den nĂ€chsten Jahrzehnten sollen die KönigsgĂ€rten rekonstruiert werden und der BrĂŒhlsche und SĂ€chsische Palast wiedererrichtet werden. Gleichwohl werden die allermeisten GebĂ€ude des alten Warschaus nicht mehr neu entstehen können. Die heutigen StraßenzĂŒge verlaufen weitgehend anders als vor 1939. Die reiche Sezessionsarchitektur der MarszaƂkowska-Straße und der Jerusalemer Alleen ist unwiederbringlich verloren. Mehrere Stadtteile entstanden im realsozialistischen Stil. Von 1952 bis 1955 wurde der Warschauer Kulturpalast errichtet, das damals zweithöchste GebĂ€ude Europas. Daneben wurden die Stadtviertel Marienstadt und MarszaƂkowska Dzielnica Mieszkaniowa (MDM) im realsozialistischen Stil (wieder) errichtet. Die BlĂŒtezeit dieser Stilrichtung in Polen datiert auf die Jahre von 1949 bis 1955 und verschmolz in ihrer Warschauer Abwandlung mit der polnischen Architektur der 1930er Jahre, die wiederum stark von dem Warschauer Klassizismus beeinflusst war. Lange Zeit verschmĂ€ht wird die Architektur des Sozrealismus in jĂŒngster Zeit allmĂ€hlich wiederentdeckt. Stadtansichten dieses Stils malte u. a. Helena Krajewska.

1955 wurde in Warschau der Warschauer Pakt unter dem Diktat der Sowjetunion geschlossen. Im selben Jahr fand hier das Weltjugendfestival statt. Als Reaktion auf den Polnischen Oktober 1956 wurde WƂadysƂaw GomuƂka zum Ersten ParteisekretĂ€r ernannt; die Zeit des Stalinismus ging zu Ende. GomuƂka hielt im selben Jahr am Defiladenplatz eine Rede vor ĂŒber einer Million Menschen, die den ersehnten Umbruch einlĂ€uten sollte. Im MĂ€rz 1968 kam es zu einer Studentenrevolte, die von dem Verbot der AuffĂŒhrung des TheaterstĂŒcks Totenfeier von Adam Mickiewicz in Warschau ausgelöst wurde. Dies war der Beginn des Endes der Ära GomuƂka, der 1970 von Edward Gierek abgelöst wurde. Neben dem Brief der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtskollegen 1965 war Willy Brandts Kniefall von Warschau am 7. Dezember 1970 vor dem Mahnmal fĂŒr den Ghettoaufstand 1943 einer der wichtigsten Eckpfeiler fĂŒr die deutsch-polnische Aussöhnung. 1976 wurde in Warschau das KOR (Komitee zur Verteidigung der Arbeiter) gegrĂŒndet, aus dem spĂ€ter die Gewerkschaft Solidarnoƛć hervorgehen sollte, die am 10. November 1980 beim Woiwodschaftsgericht in Warschau registriert wurde. Entscheidende Bedeutung fĂŒr den Untergang des Kommunismus hatte der Papstbesuch Johannes Paul II. am 2. Juni 1979 in Warschau, der mitursĂ€chlich fĂŒr die GrĂŒndung der ersten unabhĂ€ngigen Gewerkschaft im Ostblock war, sowie seine Messe vor ĂŒber einer Million Warschauern auf dem Defiladenplatz im Jahr 1987. Mit der Ausrufung des Kriegsrechts durch General Jaruzelski am 13. Dezember 1981 wurde Warschau von motorisierten Spezialeinheiten (ZOMO) mit Panzern und schwerem KriegsgerĂ€t besetzt. Nach der Solidarnoƛć-Bewegung in den 1980er Jahren kam es 1988 zu den berĂŒhmten GesprĂ€chen am Runden Tisch in Warschau, die im April 1989 zu den ersten freien Wahlen in einem Warschauer-Pakt-Staat fĂŒhren. Die Sejm- und anschließend die PrĂ€sidentschaftswahlen wurden von der Solidarnoƛć und Lech WaƂęsa gewonnen.

Dritte Republik

Warschauer Innenstadt

Mit dem Gesetz ĂŒber den Warschauer Verwaltungsaufbau vom 18. Mai 1990 wurde die Warschauer Selbstverwaltung wiedereingefĂŒhrt und am 27. Mai 1990 wurde nach ĂŒber 50 Jahren wieder ein Stadtparlament gewĂ€hlt. Zum PrĂ€sidenten von Warschau wurde StanisƂaw Wyganowski gewĂ€hlt, der bereits seit Januar 1990 diese Funktion vorlĂ€ufig innehatte. Am 7. April 1991 wurde nach einem halben Jahrhundert die Warschauer Wertpapierbörse als zweite Kapitalmarktinstitution dieser Art in einem ehemaligen Ostblockstaat wiedereröffnet, die sich in den folgenden Jahren zu der fĂŒhrenden Börse in Ostmitteleuropa entwickelte. Sie bekam – was durchaus auch Symbolcharakter hatte – ihren Sitz in dem GebĂ€ude der ehemaligen Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei und zog spĂ€ter in ein neuerrichtetes GebĂ€ude an der Aleje Ujazdowskie. 1994 wurden elf Stadtteile aus dem Stadtgebiet gebildet und 1995 wurde das erste TeilstĂŒck der U-Bahn in Betrieb genommen. 2002 wurde das Gesetz ĂŒber den Warschauer Verwaltungsaufbau modernisiert, so dass Warschau wieder eine einheitliche Gemeinde der Woiwodschaft Masowien mit 18 Untereinheiten wurde. In den 1990er Jahren entstanden viele moderne Wolkenkratzer und BĂŒrogebĂ€ude im Zentrum und Stadtteil Wola und Warschau wurde zum fĂŒhrenden Finanzzentrum in Ostmitteleuropa.

Gegenwart

Wie andere Zentren Mitteleuropas auch profitiert Warschau von der Wende 1989. Die Stadt beansprucht den Titel grĂ¶ĂŸte Baustelle Europas, denn in der Innenstadt sind in den letzten Jahren viele LĂ€den, Einkaufszentren, BĂŒrohochhĂ€user und Freizeitmöglichkeiten geschaffen worden. Warschau hat sein Blockbauten-Image abgelegt und ist nun neben Frankfurt, London, Rotterdam und Paris die „höchste“ Stadt Europas.

Warschau ist der grĂ¶ĂŸte Investitionsschwerpunkt in Polen. In der Stadt entstehen neue BĂŒrohochhĂ€user, beispielsweise der 1999 fertiggestellte 208 m hohe Warsaw Trade Tower, die dem 234 m hohen Kulturpalast (erbaut 1955) in der Skyline den Platz streitig machen.

Warschau ist Sitz verschiedener UniversitĂ€ten, darunter der Warschauer UniversitĂ€t und der Kardinal-Stefan-WyszyƄski-UniversitĂ€t. Zudem ist Warschau seit 2005 Sitz der EuropĂ€ischen Agentur fĂŒr die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen (FRONTEX).

Eine Panoramaaufnahme des heutigen Warschau
Eine Panoramaaufnahme des heutigen Warschau

Politik

Stadtverwaltung

Auf gesamtstĂ€dtischer Ebene gibt es einen StadtprĂ€sidenten (prezydent miasta). Dieser wird vom Volk direkt, zeitgleich mit den landesweit stattfindenden Kommunalwahlen alle vier Jahre, gewĂ€hlt. Gleichzeitig wird auch ein Stadtrat (rada miasta) gewĂ€hlt. Der StadtprĂ€sident ist der höchste ReprĂ€sentant Warschaus nach innen und außen. Er ist außerdem Chef der stĂ€dtischen Verwaltung und verwaltet im Namen der Stadt und unter der Aufsicht des Rates das Eigentum der Stadt. Er beruft die wichtigsten AmtstrĂ€ger der Stadt, darunter seine eigenen Stellvertreter, die, jeweils fĂŒr bestimmte Sachbereiche zustĂ€ndig, mit ihm zusammen den Magistrat (zarząd miasta) bilden, und wirkt bei der Berufung der BezirksbĂŒrgermeister (burmistrz dzielnicy) mit. Der Rat hat die Kompetenz, das vom StadtprĂ€sidenten vorgeschlagene Budget der Stadt zu billigen bzw. abzulehnen sowie innerhalb des Rahmens der allgemeinen Gesetze normative Akte fĂŒr Warschau zu erlassen. In Warschau gibt es 409 StadtrĂ€te in den Verwaltungen der 18 Stadtbezirke sowie weitere 60 StadtrĂ€te im Stadtrat (Rada m. st. Warszawy).

StÀdtepartnerschaften

Kultur

Theater

In Warschau gibt es etwa 30 das ganze Jahr durch arbeitende Theater. Die beiden wichtigsten sind das 1765 gegrĂŒndete Nationaltheater (Teatr Narodowy) sowie die Staatsoper Opera Narodowa im Teatr Wielki von 1833, die die lange Warschauer Theatertradition verkörpern. DarĂŒber hinaus sind die heute wichtigsten SchauspielhĂ€user: Teatr Studio, Teatr Polski, Teatr Rozmaitoƛci und Teatr Ateneum. PopulĂ€re Musicals wie Phantom of the Opera werden im Teatr Roma gespielt.

BerĂŒhmte Warschauer Theaterregisseure: Jerzy Grzegorzewski, Grzegorz Jarzyna, Adam Hanuszkiewicz.

BerĂŒhmte Warschauer Theaterschauspieler: Gustaw Holoubek, Daniel Olbrychski, Zbigniew Zapasiewicz, Krystyna Janda, Andrzej Seweryn.

Museen

Frédéric-Chopin-Museum im Ostrogski-Palast
→ Hauptartikel: Liste der Museen in Warschau

In Warschau gibt es zahlreiche Museen, private wie auch staatliche. Die meisten wurden wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges zerstört und in der Nachkriegszeit wiederaufgebaut, wobei große Teile der MuseumsbestĂ€nde dem Krieg zum Opfer fielen oder bis heute verschollen sind.

Das grĂ¶ĂŸte Warschauer Museum ist das Nationalmuseum (Muzeum Narodowe w Warszawie) mit seinen Filialen im Warschauer Königsschloss, im Ɓazienki-Palais, im KrĂłlikarnia-Palast und im WilanĂłw-Palast. Es ging aus dem am 20. Mai 1862 eröffneten Museum der Schönen KĂŒnste hervor und wurde 1916 in Muzeum Narodowe umbenannt. 1926 begann der Bau des heutigen GebĂ€udes an den Jerusalemer Alleen (Aleje Jerozolimskie). 1932 eröffneten die ersten Ausstellungen dekorativer Kunst in den beiden zuerst fertiggestellten GebĂ€udeflĂŒgeln. Am 18. Juni 1938 wurde der Gesamtbau offiziell eingeweiht. Heute besitzt das Museum rund 780.000 Werke in Sammlungen des Altertums, der polnischen und auslĂ€ndischen Malerei, Bildhauerei sowie des Kunsthandwerks. Hervorzuheben sind insbesondere die sakrale Kunst (zahlreiche gotische AltĂ€re aus ganz Polen) und die Sammlung der GemĂ€lde von StanisƂaw WyspiaƄski, JĂłzef Mehoffer und Jacek Malczewski. Die auslĂ€ndische Kunst ist in mehrere Sammlungen unterteilt, in die niederlĂ€ndische, flĂ€mische, hollĂ€ndische, italienische, französische und deutsche Sammlung mit Werken von Sandro Botticelli, Francesco Solimena, Rembrandt van Rijn, Willem Claeszoon Heda, Élisabeth VigĂ©e-Lebrun, Claude Joseph Vernet, Joachim von Sandrart, Hans DĂŒrer, Angelika Kauffmann, Fabritius, Greuz u.v.a. Das Highlight der Sammlung der italienischen Meister ist die Madonna von Botticelli. Das berĂŒhmte GemĂ€lde „Schlacht bei Grunwald“ von Jan Matejko befindet sich auch in der Sammlung der polnischen Kunst des 19. Jahrhunderts. Außerdem verfĂŒgt das Museum ĂŒber eine große MĂŒnzsammlung sowie eine archĂ€ologische Abteilung, in der zahlreiche FundstĂŒcke polnischer ArchĂ€ologen aus Griechenland, Ägypten und Rom ausgestellt sind. Der interessanteste Teil der Ausstellung sind die weltweit einzigartige Sammlung der frĂŒhchristlichen Wandmalereien aus Faras (Sudan).

Im Königsschloss befindet sich eine große Sammlung von Stadtansichten von Bernardo Bellotto und historischen GemĂ€lden von Jan Matejko. Im zum Königsschloss gehörenden Palast unter dem Blechdach wird die europaweit grĂ¶ĂŸte Ausstellung von orientalischen Teppichen aus dem 17. Jahrhundert gezeigt. Historische Malerei mit zahlreichen barocken und klassizistischen GemĂ€lden gibt es im WilanĂłw-Palast zu sehen.

Im Ɓazienki-Komplex in der Alten Orangerie befindet sich die grĂ¶ĂŸte Sammlung polnischer Bildhauerkunst aus fĂŒnf Jahrhunderten. Moderne polnische Skulpturen vor allem von Xawery Dunikowski werden dagegen im KrĂłlikarnia-Palast ausgestellt. Im WilanĂłw-Komplex befindet sich das weltweit Ă€lteste und anerkannteste Plakatmuseum in WilanĂłw mit Werken von Alfons Mucha, Andy Warhol, Pablo Picasso. Hier wird auch die weltberĂŒhmte Warschauer Plakat-Biennale organisiert. In der Orangerie des WilanĂłw-Palastes gibt es zudem eine Ausstellung von barockem Kunsthandwerk.

Das Historische Museum der Stadt Warschau zeigt in mehreren miteinander verbundenen GebÀuden am Altstadtmarkt die Geschichte der Stadt und ihrer Bewohner. Besonders beachtenswert ist die Sammlung des Kunsthandwerks.

Das Museum der Warschauer Erzdiözese besitzt eine sehr interessante Sammlung von sakraler Kunst und religiösem Kunsthandwerk vom Mittelalter bis zur Moderne.

Das Museum der Literatur hat zahlreiche Andenken an polnische Schriftsteller aller Epochen, von Textrollen aus dem Mittelalter bis zu ganzen Gabinetts von bedeutenden Literaten des 20. Jahrhunderts. Hervorzuheben sind die ErinnerungsstĂŒcke an Juliusz SƂowacki, Henryk Sienkiewicz und Stefan Ć»eromski.

Das Ethnologische Museum beherbergt Kunst der Folklore und Volkskunst aus Polen und dem Ausland.

Das Museum der ArchÀologie stellt Exponate von prÀhistorischen und mittelalterlichen Ausgrabungen aus ganz Polen aus.

Im Geologischen Museum gibt es eine Sammlung von Mineralien und Steinen aus Mitteleuropa.

Das Museum der Evolution zeigt eine Sammlung von Dinosaurierskeletten, die von polnischen Palaeontologen in der WĂŒste Gobi gefunden wurden.

Das Museum der Erde verfĂŒgt ĂŒber eine der grĂ¶ĂŸten Bernsteinsammlungen der Welt.

Das Museum der Polnischen Armee wurde 1920 von JĂłzef PiƂsudski gegrĂŒndet. Es beherbergt eine der grĂ¶ĂŸten Militariasammlungen Polens mit Exponaten aus ĂŒber tausend Jahren polnischer MilitĂ€rgeschichte. Außenstellen des Museums sind das MilitĂ€rtechnik-Museum sowie ein Informationszentrum ĂŒber die Ermordung von zehntausenden polnischen Offizieren, Lehrern und KulturtrĂ€gern durch den sowjetischen NKWD im Jahr 1941 in den WĂ€ldern um Katyn.

Aus Anlass des 60. Jahrestages des Warschauer Aufstandes wurde am 31. Juli 2004 das Museum des Warschauer Aufstandes (Muzeum Powstania Warszawskiego) eröffnet.

Das Museum der UnabhÀngigkeit zeigt die Geschichte der Polnischen Freiheitsbewegung vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Abteilungen des Museums befinden sich auch im ehemaligen Pawiak-GefÀngnis und auf der Zitadelle (X. Pavillon).

Das FrĂ©dĂ©ric-Chopin-Museum stellt persönliche GegenstĂ€nde des berĂŒhmten Komponisten im Ostrogski-Palast aus.

Das Ignacy-Paderewski-Museum ist diesem großen Komponisten und Politiker gewidmet.

Das Maria-SkƂodowska-Curie-Museum ist der polnischen NobelpreistrĂ€gerin fĂŒr Chemie und Physik gewidmet. Es befindet sich im Geburtshaus der Wissenschaftlerin.

Das Museum Asiens und des Pazifiks beherbergt die folklorischen Ausstellungen „Asien“, „Nusantara“ und „Dong Nam“.

Die vom Ehepaar Porczynski gestiftete Sammlung Johannes Pauls II. im GebÀude der ehemaligen Polnischen Nationalbank und Börse zeigt europÀische GemÀlde des Barock.

Das Museum des Kunsthandwerks und der PrÀzision beherbergt eine interessante Sammlung von Kunsthandwerk.

Das Museum der Gilde der Gerber besitzt zahlreiche Exponate von Kunst aus Leder.

Das Theatermuseum im Großen Theater zeigt die Geschichte des Theaters in Polen.

Das JÀgereimuseum befindet sich im Ɓazienki-Park.

Im Feldwebelhaus ebenfalls im Ɓazienki-Park befindet sich das Museum der Polnischen Emigration mit dauerhaften und wechselnden Ausstellungen.

Das Museum der Technik beherbergt viele Exponate aus der Zeit der Industrialisierung, u. a. zahlreiche Oldtimer.

Das 1978 gegrĂŒndete Karikaturmuseum ist das erste Museum dieser Art auf der Welt. Es wurde von dem berĂŒhmten polnischen Karikaturisten und Satyriker Eryk LipiƄski gegrĂŒndet und beherbergt im Gartenhaus des Primaspalastes Karikaturen aus aller Welt sowie wechselnde Ausstellungen.

Das Museum des JĂŒdischen Historischen Institutes zeigt die Kunst der polnischen Juden, die Geschichte der jĂŒdischen Bevölkerung Warschaus, ihrer Religion, ihrer Kultur und ihres Untergangs wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs.

Das Museum der Geschichte der polnischen Juden soll 2011 eröffnet werden.

Siehe auch: Kategorie: Museum in Warschau

Galerien

Die wichtigsten Galerien mit wechselnden und dauerhaften Ausstellungen sind die Galeria Zachęta, das Zentrum fĂŒr Zeitgenössische Kunst (Centrum Sztuki WspóƂczesnej) im Schloss Ujazdowski, Galerie Foksal, Galerie XXI, Galerie Test, Galerie Zapiecek und die Galerie Kordegarda.

Musik

Seit 1927 wird in der Warschauer Nationalphilharmonie der Internationale Chopin-Wettbewerb veranstaltet.

SehenswĂŒrdigkeiten

Altstadt

→ Hauptartikel: Warschauer Altstadt
Zakrzewski-Seite des Marktplatzes
Königsschloss von Osten
Johanneskathedrale; dahinter die Jesuitenkirche
Marktplatz vor 1939

Die Warschauer Altstadt wurde als UNESCO-Weltkulturerbe ausgezeichnet. Der reprĂ€sentativste Platz der Altstadt ist der große dreieckige Schlossplatz. UrsprĂŒnglich wurde seine SĂŒdseite durch das Krakauer Tor begrenzt, von dem nur noch eine gotische BrĂŒcke ĂŒbrig geblieben ist. Die Ostseite bildet die Westfassade des Königsschlosses (Zamek KrĂłlewski), die Nordwestseite des Schlossplatzes wird von der HĂ€userfront der Altstadt eingenommen. Unterhalb des Schlossplatzes verlĂ€uft seit 1949 der Tunnel der Trasa W-Z. In der Mitte des Platzes steht die 1643/44 aufgestellte SigismundssĂ€ule (Kolumna Zygmunta).

Die Geschichte des Königsschlosses reicht weit zurĂŒck, denn der SchlosshĂŒgel ist seit ĂŒber 8.000 Jahren bewohnt und eine erste Burg errichteten die Herzöge von Masowien gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Es folgten weitere Umbauten der Gotik und Renaissance. Das jetzige frĂŒhbarocke GebĂ€ude mit dem 60 m hohen Uhrturm stammt aus den Jahren 1598 bis 1619. Der FlĂŒgel zur Weichsel dagegen aus dem Rokoko. Im Inneren dominieren Elemente des Klassizismus. Das Schloss brannte 1939 wĂ€hrend der Bombardierung Warschaus aus und wurde 1944 von der Wehrmacht gesprengt. Nach dem Krieg blieb die Ruine bestehen und wurde 1971–1988 aus Spendenmitteln originalgetreu rekonstruiert.

Östlich unterhalb des Schlossplatzes neben dem Königsschloss befindet sich der spĂ€tbarocke Palast unter dem Blechdach, der nach dem Material seines Daches benannt wurde. Er wurde von 1698 bis 1701 als Stadtresidenz der Lubomirskis errichtet. SpĂ€ter diente er als Residenz des Königs Stanislaus II. August. Der Palast wurde nach dem Warschauer Aufstand niedergebrannt und 1948–1949 wiederaufgebaut.

Historischer und geografischer Mittelpunkt der Altstadt ist der prĂ€chtige Marktplatz (Rynek), in dessen Mitte die Skulptur der Flussjungfrau Syrenka steht. Seit dem Mittelalter befand sich in der Mitte des Platzes das Rathaus, das 1817 abgerissen wurde. Der Marktplatz selbst wurde im 13. Jahrhundert auf einer FlĂ€che von 90 × 73 Meter angelegt und vor allem von Kaufleuten und Handwerkern bewohnt. SpĂ€ter siedelten sich auch viele KĂŒnstler um ihn herum an. Der Großteil der PatrizierhĂ€user wurde nach dem Stadtbrand von 1607 wiederaufgebaut, wobei sich gotische Elemente vor allem in den Fundamenten erhalten konnten. Die Sgraffitomalereien und die Polychromien an einigen HĂ€usern wurden nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg von Jan Seweryn SokoƂowski rekonstruiert. Dabei war die Ostseite, die auch Brass-Seite genannt wird, am meisten zerstört, so dass einer Rekonstruktion der Abriss einiger Fundamente vorausgehen musste. Dagegen blieb auf der Nordseite, der Dekert-Seite, die meiste alte Bausubstanz erhalten. In der ganzen HĂ€userzeile befindet sich das Historische Museum der Stadt Warschau. Besonders schön treten hier das Baryczka-Haus und das Haus zum Negerlein hervor, dessen Renaissancefassade von Santi Gucci stammt. Die West- oder KoƂątaj-Seite besticht vor allem durch eine Neorenaissancewanduhr und das Haus zum Frieden und zur Gerechtigkeit. Die berĂŒhmteste Ansicht des Marktplatzes bietet die SĂŒdseite (Zakrzewski-Seite), die vom Turm der Jesuitenkirche ĂŒberragt wird. Besondere Beachtung verdienen hier das Haus zum Löwen und die Sonnenuhr von Tadeusz Przypkowski. Die zwei Brunnen aus dem 18. Jahrhundert wurden in den 1970er Jahren wiederhergestellt.

Vom Marktplatz aus fĂŒhren jeweils zwei Seitenstraßen in alle Himmelsrichtungen. Die nördliche Nowomiejska-Straße fĂŒhrt zur Barbakane, einer massiven Verteidigungsanlage auf einer gotischen BrĂŒcke um das NeustĂ€dter Stadttor, die im 15. Jahrhundert von Jan Baptysta errichtet wurde. Die prĂ€chtige ƚwiętojaƄska-Straße fĂŒhrt nach SĂŒdosten zum Schlossplatz.

An dieser Straße befindet sich die Johanneskathedrale. Sie stammt aus der zweiten HĂ€lfte des 15. Jahrhunderts, wurde aber in den folgenden Jahrhunderten umgebaut. Zuletzt wurde sie, dem Zeitgeist des 19. Jahrhunderts entsprechend, im Stil der englischen Neugotik umgestaltet, wodurch ihr historisches Aussehen zerstört wurde. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bauwerk bis auf die Fundamente verwĂŒstet, lediglich der alte, niedrige Glockenturm blieb teilweise erhalten. Da die Kirche von Grund auf rekonstruiert werden musste, entschied man sich, sie als Neuschöpfung in Anlehnung an die Masowische Gotik neu erstehen zu lassen.

Gleich daneben steht die der Muttergottes geweihte Jesuitenkirche, die von 1609 bis 1629 im Übergangstil des Manierismus zum Barock erbaut wurde. Außerdem ist das im Renaissancestil gehaltene Haus zum Schiff eine weitere SehenswĂŒrdigkeit an der ƚwiętojaƄska-Straße. Weitere reprĂ€sentative BĂŒrgerhĂ€user, wie das Haus zu den Tauben, Haus mit der Christus-Statue oder das Burbach-Patrizierhaus, finden sich an den Straßen Szeroki Dunaj (Breite Donau – ehemaliger Bach innerhalb der Altstadt), Wąski Dunaj (Schmale Donau), der Piwna-Straße, der Brzozowa-Straße und der Rycerska-Straße. An der Piwna-Straße befindet sich die 1356 erbaute Martinskirche mit einem gotischen Chor und einer barocken Fassade. Steil zur Weichsel hinab fĂŒhrt die malerische Ulica Kamienne Schodki (Steinerne Treppengasse), die zum ehemaligen Weißen Tor fĂŒhrte. Der Kanonikerplatz im Osten der Altstadt wird von manieristischen BĂŒrgerhĂ€usern gesĂ€umt, die ursprĂŒnglich dem Kanoniker Orden gehörten. In seiner Mitte steht die 1646 gegossene Warschauer Erzglocke. Ein besonders schöner Blick auf die Altstadt bietet sich vom Pragaer Weichselufer.

Neustadt

NeustÀdter Marktplatz nach Canaletto 1770 mit der Sakramentinnenkirche

Die Neustadt (Nowe Miasto) schließt sich im Norden an die Altstadt an und liegt ebenfalls auf einer UferdĂŒne an der Weichsel. Sie wurde im 14. Jahrhundert außerhalb der Stadtmauern angelegt. Die Neustadt wurde, nachdem sie im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört wurde, zusammen mit der Altstadt in den frĂŒhen 1950er Jahren wiederaufgebaut. Das Zentrum ist der dreieckige NeustĂ€dter Marktplatz. Er besaß so wie der AltstĂ€dtische Markt ein Rathaus, das 1818 abgebrochen wurde.

An der SĂŒdseite des Platzes befindet sich die von 1688 bis 1692 von Tylman van Gameren zu Ehren des Siegers der Schlacht am Kahlenberg (1683), König Jan Sobieski errichtete barocke Sakramentinnenkirche des heiligen Kasimir. Sie diente wĂ€hrend des Warschauer Aufstandes als Lazarett. WĂ€hrend eines Bombenangriffs der deutschen Luftwaffe fanden hunderte Verwundete, Ärzte und Krankenschwestern den Tod, als ihre Kuppel einstĂŒrzte.

Die Ă€lteste NeustĂ€dter und eine der Ă€ltesten Warschauer Kirchen ist die gegen Anfang des 15. Jahrhunderts erbaute spĂ€tgotische Marienkirche, deren charakteristischer Turm ĂŒber dem Weichselpanorama thront. Daneben gibt es drei weitere ursprĂŒnglich gotische Kirchen, die jedoch in der Barockzeit umgebaut wurden – die Franziskaner-, die Paulaner- und die Dominikanerkirche. Der barocke Adelspalast der Magnatendynastie Sapieha, der Sapieha-Palast, ĂŒberragt den nördlichen Teil der Neustadt. Als besonders schön gelten die StraßenzĂŒge der Ulica Freta und der Ulica Mostowa. In einem Haus an der ersteren wurde im 19. Jahrhundert die zweifache NobelpreistrĂ€gerin Marie Curie geboren. An der letzteren steht das BrĂŒckentor aus der Renaissance, das zur ersten Warschauer WeichselbrĂŒcke aus dem 16. Jahrhundert fĂŒhrte. Im ehemaligen Mostowski-Palast in der Ulica Koƛcielna befindet sich seit dem Jahr 2004 das 5-Sterne-Hotel Le Regina.

Königsweg

→ Hauptartikel: Warschauer Königsweg
Der Beginn des Königsweges am Schlossplatz 1770

Der Warschauer Königsweg (Trakt KrĂłlewski) beginnt am Königsschloss und fĂŒhrt in sĂŒdlicher Richtung etwa 10 km lang bis zur Stadtresidenz WilanĂłw König Jan Sobieskis und ist eine der lĂ€ngsten ReprĂ€sentationsstraßen der Welt. Er setzt sich aus mehreren reprĂ€sentativen StraßenzĂŒgen zusammen, der Krakauer Vorstadt, der Neuen Welt und den Ujazdowski-Alleen (von Norden nach SĂŒden). Der Königsweg verlĂ€uft entlang der Weichsel und bildete zusammen mit der senkrecht zu ihm verlaufenden SĂ€chsischen Achse die Hauptachse der urbanen Entwicklung Warschaus. Er wurde bereits zu Beginn der Stadtgeschichte bebaut und verband die ehemalige Siedlung JazdĂłw mit der Altstadt. Nachdem Königin Bona Sforza Anfang des 16. Jahrhunderts auf den Fundamenten der Burg JazdĂłw ein Schloss errichtete und sich dort nach dem Tod ihres Ehemannes König Sigismund I. niederließ, entstand an dem Weg vom Krakauer Tor zum Schloss Ujazdowski eine dauerhafte Bebauung. Der Königsweg war eine der ersten Warschauer Straßen, die gepflastert wurden. Im Gegensatz zur engen Altstadt wurde dieser Teil der Stadt weitrĂ€umig angelegt und es dominieren weitrĂ€umige GĂ€rten und Parkanlagen sowie große PalĂ€ste und WohnhĂ€user. Seinem Ruf als Prachtstraße werden auch die vielen Regierungs- und VerwaltungsgebĂ€ude in ehemaligen AdelspalĂ€sten gerecht, die den Königsweg sĂ€umen. Weite Teile sollen in den nĂ€chsten Jahren fĂŒr den Straßenverkehr gesperrt und mit ihren zahlreichen GeschĂ€ften zur Flaniermeile ausgebaut werden.

Krakauer Vorstadt

→ Hauptartikel: Krakowskie Przedmieƛcie
St.-Anna-Kirche

Die Krakauer Vorstadt beginnt am Königsschloss und fĂŒhrt neben dem Koniecpolski-Palast (Amtssitz des PrĂ€sidenten) bis zum Staszic-Palast. Am nördlichen Ende der Krakauer Vorstadt befand sich im Mittelalter das Krakauer Tor. Heute steht hier markant die SigismundssĂ€ule auf dem Schlossplatz. Die ersten GebĂ€ude der Krakauer Vorstadt wurden wĂ€hrend des Krieges zerstört und im Zuge des Baues der UnterfĂŒhrung Ost-West nicht wieder aufgebaut. Heute ist der Turm der St.-Anna-Kirche, von dem sich ein schönes Panorama auf die Stadt bietet, das nördlichste GebĂ€ude der Krakauer Vorstadt. Die St.-Anna-Kirche ist eine Synthese aus gotischem, barockem und klassizistischem Baustil. Sie wurde 1454 von der masowischen FĂŒrstin Anna Mazowiecka zu Ehren ihrer Namenspatronin fĂŒr den Bernhardiner-Orden gestiftet. Der Chor, das Sternengewölbe und der Saal im Kirchenkloster sind im Stil der Gotik gehalten und ĂŒberstanden spĂ€tere Umbauten. In der Renaissance wurde sie nach Westen ausgebaut und im 17. Jahrhundert barockisiert. StanisƂaw Kostka Potocki und Chrystian Piotr Aigner haben 1788 eine spĂ€tbarocke Fassade mit Skulpturen von Jakob Monaldi und Franz Pinck entworfen. Aigner hat spĂ€ter 1819–1821 auch die klassizistische Kolonnade entworfen. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche nur zu einem geringen Teil zerstört. Infolge des Baus des Ost-West-Tunnels drohte sie jedoch beschĂ€digt zu werden und die Böschung musste mit PfĂ€hlen aus Eisenbeton gestĂŒtzt werden. Heute wird die St.-Anna-Kirche als UniversitĂ€tskirche von der Hochschulgemeinde genutzt. Zu den wichtigsten Palais in der Krakauer Vorstadt zĂ€hlen das 1686 von Tylman van Gameren errichtete Palais Czapski, das 1693 von JĂłzef Piola erbaute Palais Potocki und das 1660 geschaffene Jan II Kazimierz Palais.

Nowy ƚwiat

Die Nowy ƚwiat (Neue Welt) beginnt am Staszic-Palast und fĂŒhrt ĂŒber das Rondo de Gaulle bis zum Platz der Drei Kreuze. Sie ist eine der beliebtesten Flanier- und Einkaufsmeilen Warschaus. Hier befinden sich das Kossakowski Palais, das Palais Sanguszko und Branicki-Palast. Auf dem Rondo de Gaulle steht eine kĂŒnstliche Palme. Hier kreuzen sich die Nowy ƚwiat und die Jerusalemer Alleen, die zur Poniatowski-BrĂŒcke fĂŒhren. Am Rondo stand vor dem Ersten Weltkrieg das Palais Opalinski, an dessen Stelle 1928 bis 1931 der Sitz der Nationalen Wirtschaftsbank von Rudolf ƚwierczyƄski erbaut wurde. Das GebĂ€ude gilt als eines der besten Beispiele der Architektur der Zwischenkriegszeit in Polen. Am Ende der Nowy ƚwiat steht auf dem Platz der Drei Kreuze die Aleksander-Kirche von Chrystian Piotr Aigner.

Aleje Ujazdowskie

Branicki-Palast
→ Hauptartikel: Aleje Ujazdowskie

Die Aleje Ujazdowskie beginnen am Platz der Drei Kreuze, in dessen Mitte die Alexanderkirche steht. SĂŒdöstlich zweigt die Wiejska-Straße ab, an der sich die RegierungsgebĂ€ude des Sejm und Senat befinden. Die eigentlichen Aleje Ujazdowskie zweigen vom Platz der Drei Kreuze direkt nach SĂŒden ab und gehen schon bald in eine Parklandschaft ĂŒber. Insbesondere an der östlichen Seite befinden sich die wichtigsten Parkanlagen Warschaus. Der Ɓazienki-Park, mit seinen Hauptattraktionen, dem Ɓazienki-Palast und dem Chopin-Denkmal, sowie der Palast Belweder (Belvedere) liegen an den Aleje Ujazdowskie. In der nahen Umgebung gibt es den 1896 geöffneten Ujazdowski-Park mit dem Schloss Ujazdowski, wo sich heute das Zentrum fĂŒr zeitgenössische Kunst befindet.

PalÀste

Seit dem 16. Jahrhundert verlegten viele Magnatenfamilien ihren Hauptsitz nach Warschau, wo der Sejm tagte und die Königswahl stattfand. Wer an der großen Politik teilhaben wollte, musste vor Ort anwesend sein. Obwohl Warschau in der Adelsrepublik nie Hauptstadt wurde, sondern stets „nur“ Königssitz und Sejmstadt war, wurden hier die politisch wichtigen Entscheidungen getroffen. Insofern blieb die Hauptstadt Krakau nach 1611 nur formell Hauptstadt. Viele der reprĂ€sentativen PalĂ€ste wurden entlang der Hauptachsen der Stadt (Königsweg, SĂ€chsische Achse, Ulica Senatorska, Ulica Miodowa, Ulica Freta) im Stil des Barock und Klassizismus errichtet. Einige der grĂ¶ĂŸten PalĂ€ste mit ausgedehnten Gartenanlagen entstanden etwas außerhalb der Hauptstraßen, wie zum Beispiel der KrasiƄski-Palast und der WilanĂłw-Palast. Zu den wichtigen Palais Warschaus zĂ€hlen auch:

  • Das Palais der Bazylianer ist ein spĂ€tbarocker Palast in der nĂ€he der ehemaligen Altstadtmauer. Es diente zeitweise als orthodoxes Kloster der Bazylianer.
  • Das Palais der Krakauer Bischöfe von 1619 wurde kurz nach der Verlegung der Hauptstadt nach Warschau unweit des Königsschlosses erbaut.
  • das Palais BogusƂawski wurde um 1807 fĂŒr Wojciech BogusƂawski, den Direktor der Warschauer Nationaltheaters, erbaut.
  • Das Palais CukrownikĂłw wurde im 19. Jahrhundert im neoklassizistischen Stil errichtet.
  • Das Palais Dąbrowski wurde im barocken Stil errichtet.
  • Das Palais HumaƄski stammt aus der Zeit vor 1729 und wurde zeitweise von den Piaristen genutzt.
  • Das Palais JabƂoƄski wurde von Jakub Fontana und Domenico Merlini von 1773 bis 1785 errichtet und diente ab 1817 als Rathaus, nachdem das mittelalterliche Rathaus auf dem Marktplatz der Altstadt abgetragen wurde.
  • Das LeszczyƄski Palais ist ein ursprĂŒnglich barocker und heute klassizistischer Palast, der 1650 bis 1654 von Giovanni Battista Gisleni erbaut und 1823 bis 1825 von Antonio Carazzi umgebaut wurde. Seit dem 19. Jahrhundert befand sich dort die Finanzverwaltung der Stadt. Heute ist hier das Rathaus.
  • Der Lubomirski-Palast wurde Ende des 17. Jahrhunderts von Tylman van Gameren errichtet und von Jakub Fontana umgebaut. Nach dem Wiederaufbau wurde das Palais 1970 um die eigene Achse auf Schienen gedreht.
  • Das Malachowski-Palais ist ein von Jakub Fontana um 1750 errichtetes GebĂ€ude.
  • Das Palais Felix Potocki ist ein um 1700 erbauter Palast, der heute das Finanzministerium beherbergt.
  • Das Palais Mniszech stammt aus dem Jahre 1716 und wurde von Burkhard Christoph von MĂŒnnich erbaut.
  • Der Mostowski-Palast wurde durch den mehrfachen Ausbau eines um 1735 errichteten Palais geschaffen und spĂ€ter von Antonio Carazzi umgestaltet.
  • Der MƂodziejowski-Palast stammt aus dem 17. Jahrhundert und wurde um 1770 von Jakub Fontana umgebaut.
  • Das Palais auf dem Berg hat Alfons Kropiwnicki von 1836 bis 1838 errichtet.
  • Das Ostrogski-Palast wurde von Tylman van Gameren um 1681 auf den Fundamenten eines palazzo in fortezza gebaut. Heute befindet sich hier das FrĂ©dĂ©ric-Chopin-Museum.
  • Das Palais unter den vier Winden stammt von Tylman van Gameren, der es um 1675 auf den Fundamenten eines Ă€lteren Palastes errichtete.
  • Das Palais PotkaƄski ist 1771 bis 1773 von Domenico Merlini gebaut worden und beherbergt heute das Dekanat der Wirtschaftswissenschaften der Warschauer UniversitĂ€t.
  • Der Palast des Primas von Polen wurde von 1593 bis 1612 erbaut und nach der Zerstörung durch die Schweden 1655 von Jozef Fontana 1666 bis 1676 sowie von Tylman van Gameren wiederaufgebaut. Am Palais arbeiteten spĂ€ter auch J.Ch. Ceroni und Simon Gottlieb Zug.
  • Der Przebendowski-Palast stammt etwa von 1729, wurde vermutlich von J. S. Deybel errichtet sowie von Simon Gottlieb Zug umgebaut.
  • Das Palais RaczyƄski wurde von Jakub Schultzendorff von 1702 bis 1704 gebaut und von Jan Chrystian Kamsetzer umgestaltet.
  • Das Palais Sierakowski von Jakub Kubicki wurde vor 1784 errichtet und dient jetzt als Schule.
  • Das Palais Sianiawski wurde vor 1784 errichtet und spĂ€ter von S. Zawadzki und F. A. Lessl umgebaut.
  • Der Szlenkier-Palast stammt von 1881 und wurde von Witold Lanci entworfen. Er beherbergt heute die Botschaft Italiens.
  • Das JĂ€gerpalais entwarf François Arveuf 1897.
  • Das ƚleszyƄski-Palais hat 1826 Antonio Corazzi erbaut.

Kirchen und Synagogen

Heiligkreuzkirche
Karmelitenkirche
Visitantinnenkirche
St.-Anna-Kirche

Gegen Ende des 14. Jahrhunderts entstanden in Warschau die ersten gemauerten Kirchen. Kaum eine der gotischen und Renaissancekirchen hat jedoch die VerwĂŒstungen durch die Schweden im Ersten Nordischen Krieg 1655 bis 1660 unbeschadet ĂŒberstanden. Nach dem Krieg wurden die zerstörten Kirchen wiederaufgebaut und im Zuge der Ausdehnung des Stadtgebiets nach SĂŒden neue errichtet. Dieser großen BautĂ€tigkeit verdankt Warschau seine zahlreichen Kirchen des Hochbarock und des Klassizismus, die heute das Stadtbild prĂ€gen. Bedeutendster Baumeister des Warschauer Barocks war Tylman van Gameren. Im Stil des Klassizismus schufen Domenico Merlini, Chrystian Piotr Aigner und Simon Gottlieb Zug. Auch die Neorenaissance und Neugotik hinterließen in Warschau zahlreiche Sakralbauten. WĂ€hrend der russischen Besetzung im 19. Jahrhundert wurden zahlreiche orthodoxe Kirchen in Warschau errichtet, von denen sich bis heute nur zwei erhalten konnten. Die meisten wurden nach der polnischen UnabhĂ€ngigkeit 1918 abgerissen oder im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Auch die vielen einstigen Synagogen stammten aus dem 19. Jahrhundert, zwei davon sind erhalten (siehe NoĆŒyk-Synagoge).

Viele der Warschauer GotteshÀuser wurden 1944 schwer beschÀdigt oder gesprengt, wurden aber nach dem Krieg rekonstruiert.

Die Große Synagoge (Warschau) wurde am Ende des Aufstandes im Warschauer Ghetto am 16. Mai 1943 gesprengt. Die Pragaer Synagoge wurde 1961 abgerissen.

Gotik und Renaissance

  • Die Johanneskathedrale ist die Ă€lteste erhaltene Kirche Warschaus, seit 1798 Kathedrale und in ihrer heutigen gotischen Form eine Rekonstruktion der 1950er Jahre. Auch wenn sie um 1390 im Stil der masowischen Backsteingotik erbaut wurde, unterlag ihr Aussehen, besonders die Fassade, in der Folgezeit vielen VerĂ€nderungen. In ihrem Inneren befindet sich unter anderem das klassizistische Grabmal des Marschalls des Großen Sejms StanisƂaw MaƂachowski von Bertel Thorvaldsen.
  • Die gotische Marienkirche in der Neustadt wurde um 1400 von der masowischen FĂŒrstin Anna gestiftet. 1581 wurde der wuchtige Glockenturm vollendet. Im 19. Jahrhundert wurde das Innere des Kirchenbaus neugotisch restauriert und es kam eine neoromanische Fassade hinzu. Die Umgestaltungen wurden ab 1905 und beim Wiederaufbau nach den BeschĂ€digungen 1944 behoben.
  • Direkt neben dem Dom steht die Jesuitenkirche, die von 1609 bis 1629 als Sanktuarium der GnĂ€digen Mutter Gottes, der Patronin Warschaus, errichtet wurde. Nach ihrer Sprengung 1944 wurde sie originalgetreu im Stil der Renaissance und des Manierismus rekonstruiert. In ihrem Innern ist noch die ellipsenförmige Kuppel, die den Chor verdeckt, erhalten.

Barock

  • Die frĂŒhbarocke Dominikanerkirche St. Hyazinth (koƛcióƂ ƛw. Jacka) in der Neustadt entstand 1604–1639, wurde aber im 1. Nordischen Krieg (1558 bis 1583) zerstört.

1661 wurde der Wiederaufbau abgeschlossen, der der Kirche ihre heutige Form verlieh. Die 1825 angebaute neugotische Eingangshalle wurde bei der Rekonstruktion der Kirche nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs nicht wieder aufgebaut. Im Innern findet sich ein stuckatiertes Lubliner Gewölbe.

  • Die barocke St.-Antonius-Kirche der Bernhardiner von 1635 in MokotĂłw wurde nach der Zerstörung durch die Schweden von 1687 bis 1693 von Tylman van Gameren neu erbaut.
  • Die kleine barocke St.-Antonius-Kirche der Reformatoren am Nordrand des SĂ€chsischen Gartens stammt aus den Jahren 1668–1680.
  • Die St.-Benon-Kirche der Redemptoristen wurde im 17. Jahrhundert von der deutschen Gemeinde errichtet.
  • Am Giebel der Kapuzinerkirche zur VerklĂ€rung des Herrn (koƛcióƂ Przemienienia PaƄskiego) prangt das Wappen Johann III. Sobieskis und weist auf ihre Bedeutung als Votivkirche fĂŒr seinen Sieg in der Schlacht am Kahlenberg hin. In der schlichten Kirche, die von 1683 bis 1694 an der ul. Miodowa im frĂŒhbarocken Stil errichtet wurde, werden das Herz Johann Sobieskis und die Urne Augusts des Starken in der von Joachim Daniel von Jauch geschaffenen Gruft aufbewahrt.
  • Mit dem Bau der barocken Visitantinnenkirche (koƛcióƂ Wizytek; Opieki ƛwiętego JĂłzefa) wurde 1728 begonnen, wegen Geldmangels und dem Einsturz des Dachs konnte er aber erst 1761 abgeschlossen werden. Die wohlproportionierte turmlose Fassade wurde bis 1763 von Ephraim Schröger ausgefĂŒhrt. Sehenswert ist auch die Barock- und Rokokoausstattung (u. a. Schiffskanzel), da die Kirche als eine der wenigen in Warschau den Krieg nahezu unbeschadet ĂŒberstand.
  • Die Heiligkreuzkirche der Missionare ist eine der grĂ¶ĂŸten Warschauer Kirchen und GrabstĂ€tte vieler berĂŒhmter Persönlichkeiten. Hier ruht unter anderen auch das Herz von FrĂ©dĂ©ric Chopin. Ihr nach dem Zweiten Weltkrieg wiederaufgebauter barocker Korpus stammt aus den Jahren 1679–1696, im spĂ€tbarocken-klassizistischen Stil wurden 1725–1737 die Turmhelme und 1756 die Fassade hinzugefĂŒgt.
  • Auf dem NeustĂ€dter Marktplatz wurde 1688–1692 die Sakramentinnenkirche St. Kasimir (koƛcióƂ Sakramentek ƛw. Kazimierza) als Votivkirche fĂŒr den Sieg ĂŒber die TĂŒrken in der Schlacht am Kahlenberg errichten. Tylman van Gameren entwarf sie als hochbarocken Zentralbau mit Kuppel. Ihre barocke Ausstattung fiel dem Zweiten Weltkrieg zum Opfer.
  • 1353 wurde die Augustinerkirche St. Martin (koƛcióƂ ƛw. Marcina) samt Kloster gegrĂŒndet. Der heutige spĂ€tbarocke Bau entstammt dem 18. Jahrhundert.
  • Die doppeltĂŒrmige Paulinerkirche Heiliggeist in der Neustadt wurde 1707–1717 im Stil des SpĂ€tbarock errichtet. Die Paulinermönche von Jasna GĂłra bauten die Kirche nach dem 1. Schwedischen Krieg wieder auf; heute ist sie Startpunkt der Wallfahrer nach Częstochowa.
  • Die spĂ€tbarocke Feldkathedrale des Polnischen Heeres (Katedra Polowa Wojska Polskiego) ersetzte 1701 einen hölzernen VorgĂ€ngerbau.
  • Die Karmelitenkirche MariĂ€ Himmelfahrt und Josef des Karmaliters (koƛcióƂ karmelitĂłw) wurde als Stiftung König WƂadysƂaw IV. Wasas von 1661 bis 1681 erbaut. Die ungewöhnliche Fassade von Ephraim Schröger kam 1762–1780 im Übergangsstil des Barock zum Klassizismus hinzu. Wegen der geringen SchĂ€den im Zweiten Weltkrieg diente die Kirche bis zum Wiederaufbau der Johanneskathedrale als Domkirche und es konnten sich große Teile der barocken Ausstattung, wie die barocke Gruppe VermĂ€hlung Marias mit Josef von Jan Jerzy Plersch, sowie eine reiche Stuckausarbeitung des Gewölbes erhalten.

Klassizismus

Dreifaltigkeitskirche
  • Die Bauarbeiten der Franziskanerkirche (koƛcióƂ ƛw. Franciszka) in der Neustadt begannen 1679 im barocken Stil und zogen sich bis 1788 hin, als die klassizistische Fassade vollendet wurde.
  • Am Rande der Altstadt liegt die ukrainisch-katholische Kirche MariĂ€ Himmelfahrt (cerkiew Wniebowzięcia NMP) der Basilianer. Domenico Merlini schuf diesen klassizistischen Bau mit seiner Palastfassade 1782–1784.
  • Am Theaterplatz neben dem JabƂonowski-Palais befindet sich die St.-Andreas-Kirche (koƛcióƂ ƛw. Andrzeja), deren ursprĂŒnglicher Bau aus dem Jahre 1722 stammt und 1819 durch die klassizistische Fassade von Chrystian Piotr Aigner ergĂ€nzt wurde. Das schwer beschĂ€digte Gotteshaus wurde 1953 abgetragen. 1999 erfolgte die originalgetreue Rekonstruktion der Fassade, das Kirchenschiff wurde verkĂŒrzt wiederaufgebaut.
  • SĂŒdlich des Schlossplatzes befindet sich die St.-Anna-Kirche. Sie wurde im 15. Jahrhundert im gotischen Stil neben dem Bernhardinerkloster errichtet, aus dieser Zeit konnte sich ein gotisches Sterngewölbe im Zugang zur Sakristei und der Chor erhalten. SpĂ€tere Umbauten verliehen der Kirche ein bis heute erhaltenes, reiches barockes GeprĂ€ge; gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde die klassizistische Fassade errichtet.
  • Die evangelisch-augsburgische Dreifaltigkeitskirche (koƛcióƂ ƛw. TrĂłjcy) wurde von Simon Gottlieb Zug in den Jahren 1777 bis 1781 im klassizistischen Stil errichtet. Der zentrale Innenraum wird von einer 58 Meter hohen, im Innern mit Kassettenverkleidung und Opaion dem Pantheon nachempfundenen Kuppel ĂŒberspannt.
  • Die Alexanderkirche (koƛcióƂ ƛw. Aleksandra) wurde 1818–1825 nach PlĂ€nen Chrystian Piotr Aigners errichtet. Der kuppelbekrönte Zentralbau wurde 1886–1895 im Neorenaissancestil umgebaut und mit einer Doppelturmfassade versehen. 1944 wurde die Kirche schwer beschĂ€digt und im Zuge des Wiederaufbaus wurden die An- und Umbauten entfernt und das ursprĂŒngliche klassizistische Aussehen rekonstruiert.

Historismus

  • Die mauretanisch-neoromanische NoĆŒyk-Synagoge von 1898 bis 1902, wurde vom Ehepaar NoĆŒyk gestiftet.
  • Die neoromanische St.-Augustinus-Kirche in Wola von Edward Cichocki und JĂłzef Huss wurde von 1891 bis 1896 errichtet.
  • Der Frontturm der neugotischen evangelisch-reformierten Kirche wird von einem vielfach durchbrochenen Helm bekrönt. Das Gotteshaus wurde 1866–1880 von Adolf Loewe in der NĂ€he des Bankplatzes erbaut.
  • Mit der Erlöserkirche, der Backsteinkirche St. Michael und Florian (koƛcióƂ ƛwiętego MichaƂa i ƛwiętego Floriana) von 1887 bis 1904 – die heute als Kathedrale des Bistums Warschau-Praga dient – und der St.-Stanislaus-Kostka-Kirche schuf JĂłzef Pius DziekoƄski weitere neugotische Sakralbauten.
  • Henryk Marconi schuf in Warschau einige Neorenaissancebauten, wie die St.-Anna-Kirche (koƛcióƂ ƛw. Anny) (1857–1870) in WilanĂłw, die St.-Karl-BoromĂ€us-Kirche (koƛcióƂ ƛw. Boromeusza) von 1841 bis 1849 und die Allerheiligenkirche von 1861.
  • Die orthodoxe St.-Maria-Magdalena-Kirche von 1867 bis 1869 ist die Hauptkirche der orthodoxen Christen in Polen.
  • Im 19. Jahrhundert wurde die Aron-Serdyner-Synagoge errichtet.
Siehe auch: Kategorie: Sakralbau in Warschau

Parkanlagen

Ɓazienki-Park

Der Ă€lteste Warschauer Park sind die 600 Jahre alten KönigsgĂ€rten am Warschauer Königsschloss aus der Renaissance. Sie liegen unterhalb der klassizistischen Ostfassade und der Kubicki-Arkaden des Schlosses auf der Weichselseite und nehmen eine FlĂ€che von 6 ha ein. Nach den Kriegszerstörungen werden sie derzeit rekonstruiert. Mit 43 ha ist der Park um den Palast in WilanĂłw der grĂ¶ĂŸte Barockgarten in Warschau. Mit dem Bau der MagnatenpalĂ€ste im Barock entstanden viele private Parkanlagen, die seit dem 18. Jahrhundert schrittweise fĂŒr die Öffentlichkeit freigegeben wurden.

Der grĂ¶ĂŸte Warschauer Park ist der Ɓazienki-Park an den Ujazdowski-Alleen aus dem 18. Jahrhundert, der im englischen Stil um den Ɓazienki-Palast im ehemaligen Tiergehege auf einer FlĂ€che von fast 80 ha entstand. Er gehört zu den schönsten Parkanlagen Europas und umfasst auf hĂŒgeligem Terrain mehrere Palais, kĂŒnstliche Seen, KanĂ€le und Kaskaden, BrĂŒcken, Altanen, Pavillons, Skulpturen sowie ein antikes Theater auf der Insel. Am sĂŒdlichen Ende befindet sich das Schloss Belweder, das Sitz der russischen Statthalter und der polnischen PrĂ€sidenten bis 1995 war. Der Park wurde von König Stanislaus August Poniatowski errichtet, der ihn teilweise selbst entworfen hat. Seit 1818 wird ein Teil des Parks von der UniversitĂ€t Warschau als Botanischer Garten genutzt. Zu weiteren wichtigen GebĂ€uden im Park gehören die Alte und die Neue Orangerie (PomaraƄczarnia) von 1774 bis 1778, bzw. 1860/61, der Myƛlewicki-Palast und der Sybillentempel. Im Sommer finden am Chopin-Denkmal Klavierkonzerte statt.

Der Ɓazienki-Palast wurde vom klassizistischen Architekten Domenico Merlini und Jan Chrystian Kamsetzer an Stelle eines kleineren Barockschlosses, das Tylman van Gameren im 17. Jahrhundert fĂŒr die Magnatenfamilie Lubomirski entworfen hatte, errichtet. Er gilt als eines der schönsten klassizistischen Schlösser in Europa. Um das Schloss wurde ein kĂŒnstlicher See angelegt und das Schloss durch zwei ArkadenbrĂŒcken mit dem Festland verbunden. An der Nordseite wurden eine Bootanlegestelle und eine als FontĂ€ne konzipierte Sonnenuhr errichtet. Im Inneren erhielt das Schloss eine Ausstattung im chinesischen Stil. Es war die Sommerresidenz des letzten polnischen Königs Stanislaus August Poniatowski, der einmal in der Woche fĂŒhrende Philosophen und KĂŒnstler hier zu seinen DonnerstagsgesprĂ€chen einlud. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss von den deutschen Besatzern geplĂŒndert und in Brand gesetzt. In der Volksrepublik wurde es restauriert, so dass es seitdem als Museum genutzt wird und folgende RĂ€umlichkeiten besichtigt werden können: Bachuszimmer, Badeanstalt, Ballsaal, Portraitzimmer, Salomonsaal, Rotunde mit Herrscherportraits, Bildergalerie, Kapelle, sowie der Saal der DonnerstagsgesprĂ€che im Erdgeschoss und die privaten KönigsgemĂ€cher im ersten Stockwerk. Es ist eines der beliebtesten sonntĂ€glichen Ausflugsziele der Warschauer.

Siehe auch: Kategorie:Parkanlage in Warschau

PlÀtze

Theaterplatz

Einige wichtige PlĂ€tze liegen abseits der urbanen Hauptentwicklungsrouten. Hierzu gehören der PiƂsudski-Platz, der Teil der SĂ€chsischen Achse war, der Theaterplatz, der Bankenplatz, der Defiladenplatz, der Platz auf dem HĂŒgel des Warschauer Aufstandes und der Platz der Verfassung.

GedenkstÀtten

Grabmal des unbekannten Soldaten
Mahnmal zum Gedenken an den Aufstand im Warschauer Ghetto

Aufgrund der oft tragischen Stadtgeschichte gibt es in Warschau sehr viele GedenkstĂ€tten an Opfer von Fremd- und Gewaltherrschaft. Hierzu gehören vor allem das Grabmal des unbekannten Soldaten, das Warschauer Ghetto-Ehrenmal, das Denkmal des Warschauer Aufstandes, der X. Pavillon in der Zitadelle, Pawiak sowie zahlreiche kleinere Gedenktafeln und -steine, auf die der aufmerksame Besucher an fast jeder Straßenkreuzung trifft.

Friedhöfe

Die Warschauer Friedhöfe sind als Zeitzeugen vor allem deswegen so einzigartig, da sie die einzigen Teile der Stadt sind, die im Zweiten Weltkrieg nicht vollstĂ€ndig zerstört wurden. Die Ă€ltesten erhaltenen Friedhöfe stammen aus dem 18. Jahrhundert und sind mit wunderschönen GrabmĂ€lern aus dem 18. und 19. Jahrhundert bestĂŒckt. Hervorzuheben ist der 43 Hektar große Powązki-Friedhof mit GrabstĂ€tten vieler berĂŒhmter Polen. Der in der NĂ€he liegende jĂŒdische Friedhof ist einer der grĂ¶ĂŸten Europas.

Befestigungsanlagen

Im 19. Jahrhundert errichtete die russische Besatzungsmacht zunĂ€chst die Zitadelle und in Folge zwei GĂŒrtel von Befestigungsanlagen (im Wesentlichen Artillerieforts) um Warschau und baute die Stadt so zur Festung Warschau aus, da sie einen Angriff westeuropĂ€ischer GroßmĂ€chte befĂŒrchtete. Ähnlich verfuhren die Österreicher mit Krakau und Przemyƛl sowie Deutschland mit Lötzen und ToruƄ, da sie jeweils einen russischen Angriff voraussahen. Im Ersten Weltkrieg kamen diese Bastionen teilweise zum Einsatz. Neben der Zitadelle sind einige dieser Warschauer Forts (sowie die Festung Modlin, die zum „Polnischen Festungsdreieck“ gehörte) erhalten geblieben und können besichtigt werden.

Architektur des Sozialistischen Realismus

Die Architektur des Sozialistischen Realismus wird teilweise bis heute als von der Sowjetunion aufgezwungen und fremd empfunden. Mittlerweile wird auch der sozrealistische Baustil als Teil der Architekturgeschichte der Stadt akzeptiert. Was fĂŒr den kĂŒnstlerisch und baulich anspruchsvolleren sozrealistischen Stil der 1950er Jahre gilt, kann jedoch nicht fĂŒr die Plattenbauten der 1970er Jahre gelten, die vor allem in den Außenbezirken entstanden sind.

Der dominanteste sozrealistische Bau in der Innenstadt ist der 1952–1955 erbaute PaƂac Kultury i Nauki oder kurz PaƂac Kultury (Palast der Kultur und Wissenschaft bzw. Kulturpalast). Er verbindet den ZuckerbĂ€ckerbaustil mit Elementen der traditionellen polnischen Architektur, wie der polnischen Attika, Ă€hnelt jedoch in seinem Kubus auch dem Empire State Building in New York. Daneben gelten auch der Platz der Verfassung, das Viertel MDM, Marienstadt und die Ostwand als charakteristische Architekturbeispiele des Sozrealismus. Auch das ParteigebĂ€ude der PVAP entstand in diesem Stil. SpĂ€tere wichtige GebĂ€ude aus der sozialistischen Zeit weisen einen mehr international ausgerichteten Stil auf, der sich zum Beispiel bei dem von einem schwedischen ArchitektenbĂŒro entworfenen Novotel Warszawa Centrum (frĂŒher: Hotel Forum), dem Hotel Marriott, dem Intraco I Building, dem Intraco II Building und anderen Wolkenkratzern der sozialistischen Zeit manifestierte. Der ehemals grĂ¶ĂŸte Basar Europas im Stadion 10-lecia wirkte wie eine Reminiszenz an die frĂŒhe Nachwendezeit.

Moderne Architektur

Das Metropolitan von Norman Foster

Seit 1989 vollzog sich eine Wende in der monumentalen Warschauer Architektur und immer mehr „glĂ€serne GebĂ€ude“ entstanden. Den Anfang machte der Blaue Wolkenkratzer (Blue Tower), der Anfang der 1990er Jahre am Bankenplatz an der Stelle der ehemaligen Hauptsynagoge fertiggestellt wurde. Insbesondere seit der Wende legt Warschau immer mehr sein Plattenbautenimage ab und selbst das höchste GebĂ€ude der Stadt, der Kulturpalast, wird langsam von modernen HochhĂ€usern verdrĂ€ngt. Die interessantesten modernen GebĂ€ude entstanden entlang der Johannes-Paul-II.-Allee und der Emilia-Plater-Straße westlich des Kulturpalastes. Einzelne hervorragende Architekturbeispiele befinden sich auch außerhalb des Finanzviertels, wie zum Beispiel der Warsaw Trade Tower oder das Metropolitan. Meisterwerke der letzten Jahre sind das Rondo 1-B, die ZƂote Tarasy (Goldenen Terrassen), das GebĂ€ude des Obersten Gerichtshofes und die neue UniversitĂ€tsbibliothek. Gebaut wird gerade an dem monumentalen Tempel der Göttlichen Vorsehung im Stadtteil WilanĂłw, deren Grundstein bereits 1792 gelegt wurde. Interessante zukĂŒnftige Projekte sind das Hochhaus ZƂota 44 von Daniel Libeskind an der Papst-Johannes-Paul-II.-Allee und das Wissenschaftszentrum Kopernikus an der Weichsel. Zudem wird lebhaft ĂŒber den Wiederaufbau des SĂ€chsischen Schlosses und des BrĂŒhlschen Palastes sowie eines Denkmals zu Ehren Johannes Pauls II. auf dem PiƂsudski-Platz diskutiert.

Das neue historische Museum soll nach PlĂ€nen des Luxemburger ArchitekturbĂŒros Paczowski et Fritsch ĂŒber der 6-spurigen Stadtautobahn gebaut werden. Es soll termingerecht zur Fußball-Europameisterschaft 2012 eröffnet werden.[10]

Das nicht wiederaufgebaute Warschau

→ Hauptartikel: Zerstörung Warschaus
PiƂsudski-Platz vor 1926
JabƂonowski-Palast vor 1900

Viele GebĂ€ude konnten nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut werden, insbesondere die ganze SĂ€chsische Achse. Sie stand senkrecht in Ost-West-Richtung auf dem Königsweg, kreuzte sich mit diesem in der Höhe des Hotel Bristol. Zu ihr gehörten der PiƂsudski-Platz (vor 1918 SĂ€chsischer Platz, 1939–1945 Adolf-Hitler-Platz, 1945–1989 Platz des Sieges) mit seiner barocken Bebauung (unter anderem orthodoxe Kirche mit Turm bis ca. 1920), das SĂ€chsische Palais, das BrĂŒhlsche Palais, der SĂ€chsische Garten und die PalĂ€ste der Siedlung hinter dem Eisernen Tor. Von der Bebauung des PiƂsudski-Platzes ist nichts ĂŒbrig geblieben. Heute wird seine SĂŒdseite vom Hotel Viktoria und die Nordseite vom modernen BĂŒrogebĂ€ude des Stararchitekten Norman Foster Metropolitan gesĂ€umt. Die Ostseite erinnert noch etwas an die Vorkriegszeit, obwohl auch diese GebĂ€ude nach dem Krieg nicht originalgetreu rekonstruiert wurden. Einziger Überrest vom SĂ€chsischen Palais und dem BrĂŒhlschen Palais ist ein Teil der SĂ€ulenfront, wo sich das Grabmal des Unbekannten Soldaten befindet. Die Vorarbeiten zum Wiederaufbau des SĂ€chsischen Palais begannen mit archĂ€ologischen Grabungen 2006.[11] Der GebĂ€ude- und Pflanzenbestand des SĂ€chsischen Gartens ist 1944 fast völlig niedergebrannt. Das Theater und die Orangerie wurden nicht wieder aufgebaut. Nur der Arkadenbrunnen und der Sybillentempel zeugen wieder von der einstigen Pracht. Große Teile des ehemaligen Parkes wurden Bauland und gingen damit fĂŒr den Park verloren. Das großartige Eiserne Tor und PalĂ€ste im Westen gibt es nicht mehr. Der einzige Palast, der teilweise rekonstruiert wurde, ist das Lubomirski-Palast, der 1967 nach dem Wiederaufbau um ca. 90 Grad auf Schienen gedreht wurde, so dass er jetzt die gedachte SĂ€chsische Achse an ihrem jetzigen westlichen Ende verschließt. UrsprĂŒnglich fĂŒhrte sie weit in die Siedlung hinter dem Eisernen Tor, wo heute Plattenbauten die reprĂ€sentative Bebauung von vor 1939 ersetzten.

Wirtschaft

Allgemein

Goldene Terrassen

Warschau ist das wirtschaftliche Zentrum Polens. Etwa 15 % des polnischen Bruttoinlandproduktes werden in der Stadt erwirtschaftet. Viele auslĂ€ndische Investoren nutzen Warschau als Ausgangspunkt fĂŒr GeschĂ€fte in Mittel- und Osteuropa, was an den vielen neuen BĂŒrohochhĂ€usern und Hotels erkennbar ist.

Seit April 1991 gibt es wieder die Warschauer Wertpapierbörse. Die GieƂda PapierĂłw Wartoƛciowych w Warszawie (GPW) ist einer der schnellstwachsenden BörsenplĂ€tze der Welt und ist die grĂ¶ĂŸte Börse im östlichen Mitteleuropa.

Dienstleistungen

Ab 2005 wurde auf einem drei Hektar großen Areal in der NĂ€he des Zentralbahnhofes (Warszawa Centralna) mit dem Bau des Einkaufszentrums ZƂote Tarasy (dt.: Goldene Terrassen) begonnen, welches nach einer Bauzeit von 37 Monaten am 7. Februar 2007 eröffnet wurde. Es umfasst eine NutzflĂ€che von ĂŒber 200.000 mÂČ. Mit 57.000 mÂČ VerkaufsflĂ€che gehört es zu den grĂ¶ĂŸten in Osteuropa. Eine Besonderheit ist das 10.000 mÂČ umfassende Atrium, welches von einem wellenartigen Glasdach ĂŒberspannt wird. In dem Komplex befinden sich zudem ein Kinocenter und ein Parkhaus mit 1.700 StellplĂ€tzen.

Medien

In Warschau haben die polnischen Sender TVN, Telewizja Polska sowie die polnischsprachige Version von VIVA Polska, MTV Polska ihren Hauptsitz. Des Weiteren sendet Polskie Radio i Telewizja und diverse weitere Privatsender aus der Hauptstadt.

Verkehr

U-Bahn-Station am Wilson-Platz
Warschauer Straßenbahn
Most ƚwiętokrzyski (HeiligkreuzbrĂŒcke) ĂŒber die Weichsel

Allgemeines

Warschau ist wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Schnittpunkt der Verkehrswege Paris/London–Berlin–Warschau–Minsk/Kiew/Moskau und Nordeuropa–Balkan.

Öffentlicher Personennahverkehr

Im Bereich des öffentlichen Personennahverkehrs verfĂŒgt Warschau ĂŒber ein Bus- und Straßenbahnnetz, das vor allem außerhalb des Zentrums ĂŒberlastet ist. Das 121 km lange Streckennetz der Warschauer Straßenbahn wird von 27 Linien bedient. Es ist technisch teilweise veraltet und wird zur Zeit modernisiert. Das Busnetz in Warschau setzt sich aus 219 Linien zusammen und bedient ein Streckennetz von ca. 2600 km GesamtlĂ€nge.

Seit April 1995 verkehrt in Warschau eine U-Bahn. Es gibt derzeit nur eine Linie, deren Fertigstellung sich immer wieder verzögert hat. Sie verkehrt zurzeit in Nord-SĂŒd-Richtung vom sĂŒdlichen zum nördlichen Stadtrand. Die sich im Betrieb befindende Strecke umfasst eine GesamtlĂ€nge von 23 km. Die letzten vier Kilometer mit drei Stationen wurden in der zweiten HĂ€lfte des Jahres 2008 in Betrieb genommen. FĂŒr den Regional- bzw. Vorortverkehr gibt es, neben einigen Vorort- und Überlandbussen, die Warschauer Vorortbahn (Warszawska Kolej Dojazdowa).

Seit 1. Juli 2005 ist unter der Bezeichnung S 2 die erste Linie der Warszawska Szybka Kolej Miejska (Warschauer S-Bahn) in Betrieb, die unter Nutzung des Warschauer Mitteltunnels der Eisenbahn in Ost-West-Richtung verlĂ€uft.

Eisenbahn

Warschauer S-Bahnzug am Ostbahnhof

FĂŒr den Fernverkehr gibt es einen unterirdischen Zentralbahnhof (Warszawa Centralna), die Bahnhöfe Wschodnia (Ost) und Zachodnia (West) und mehrere kleinere Bahnhöfe.

Über ein umfangreiches System von FußgĂ€ngertunneln ist der Zentralbahnhof mit den respektiven Stationen der Vorortbahn (Warszawa ƚrĂłdmieƛcie) und der U-Bahn (Centrum) verknĂŒpft, die einige hundert Meter entfernt liegen. Vom Zentralbahnhof aus verkehren hauptsĂ€chlich die FernzĂŒge in alle polnischen GroßstĂ€dte sowie die meisten HauptstĂ€dte der Nachbarstaaten wie Berlin, Minsk, Moskau, Kiew, Wien und Prag. Zum Umstieg im Zentralbahnhof auf den Regionalverkehr ist es auf den meisten Verbindungen erforderlich, durch die nicht ausgeschilderten, langen FußgĂ€ngertunnel zur Vorortbahn zu gehen oder von einem der anderen Bahnhöfe aus (insb. Zachodnia und Wschodnia, West- und Ostbahnhof) abzufahren.

Der Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke ins Baltikum (Rail Baltica) ist geplant und soll bis 2015 realisiert sein. Die PKP baut derzeit jedoch mit PrĂ€ferenz die Fernstrecke Warschau–Danzig fĂŒr höhere Geschwindigkeiten aus und ĂŒberlĂ€sst die Investitionen in Rail Baltica vorerst den Nachbarstaaten, da die hier zu modernisierende polnische Strecke von Warschau nach BiaƂystok ein geringeres Fahrgastpotential besitzt.

Überlandbusse

Geplantes Schnellstraßennetz in Warschau

Warschau besitzt einen großen Busbahnhof direkt am rĂŒckwĂ€rtigen oberirdischen Ausgang des Zentralbahnhofs. Von dort verkehren hauptsĂ€chlich Fernbusse der PKS, die in Polen mit der Bahn gleichwertig angesehen sind. Der Busbahnhof fĂŒr den Stadtbusverkehr befindet sich auf der Frontseite des Zentralbahnhofs und ist nur ĂŒber FußgĂ€ngertunnel zu erreichen.

Flugverkehr

Chopin-Flughafen Warschau
Derzeitiger Schnellstraßenring Warschaus

Warschau besitzt mit dem Chopin-Flughafen den wichtigsten und grĂ¶ĂŸten internationalen Flughafen Polens. Der Flughafen ist der Heimatflughafen der Polskie Linie Lotnicze (LOT). Der Chopin-Flughafen liegt etwa 10 km vom Stadtzentrum entfernt im Ortsteil Okęcie des Stadtbezirks WƂochy. UngefĂ€hr 9 Millionen Passagiere werden jĂ€hrlich am Flughafen abgefertigt. Der Flughafen besitzt vier Terminals.

Der geplante zweite Flughafen namens Flughafen Modlin liegt nördlich von Warschau und soll den Chopin-Flughafen entlasten. Das Datum der Fertigstellung soll von 2011 bis 2012 liegen.

Straßenverkehr

Die polnische Hauptstadt ist an das landesweite polnische Fernstraßennetz angebunden, das Schnellstraßennetz im Raum Warschau befindet sich noch im Aufbau. Derzeit verlaufen die Droga krajowa 2, 7, 8 und die 61 durch die Innenstadt.

Warschau besitzt keine Umfahrungen, daher herrscht viel Verkehr in der Innenstadt. Im Bau und Planung befindet sich die sogenannte Schnellstraßenumfahrung (poln.: Ekspresowa Obwodnica Warszawy) mit einer LĂ€nge von ungefĂ€hr 85 Kilometern, die den Fernverkehr aus dem Stadtzentrum fernhalten soll. Sie besteht aus den Schnellstraßen S2 (E30), S7 (E77), S8 (E67) und der S17 (E372). Die Schnellstraße S2 soll die LĂŒcke der Autostrada A2 zwischen den Autobahnkreuzen „Warschau-Konotopa“ und „Warschau-Lubelska“ schließen. Die Schnellstraße S79 soll in Zukunft den Chopin-Flughafen mit der Schnellstraßenumfahrung verbinden.

Bildung

Eingangstor zum HauptgebÀude der Warschauer UniversitÀt
Theaterakademie Warschau

Als Hauptstadt Polens ist Warschau neben Krakau auch das Bildungszentrum des Landes. In der Stadt studieren ungefÀhr 255.000 Studenten. Die wichtigsten Hochschulen der Stadt sind:

Im Stadtteil Natolin befindet sich der polnische Campus des College of Europe.

In Warschau gibt es seit 1810 die FrĂ©dĂ©ric-Chopin-MusikuniversitĂ€t Warschau und seit 1932 die wichtigste Schauspielschule in Polen – Aleksander-Zelwerowicz-Theaterakademie Warschau. Zahlreiche der berĂŒhmtesten polnischen Schauspieler absolvierten hier ihr Studium.

Neben der Polnischen Nationalbibliothek und der UniversitĂ€tsbibliothek Warschau dient als grĂ¶ĂŸte öffentliche Bibliothek auch die Warschauer Stadtbibliothek der literarischen Versorgung der BĂŒrger.

Siehe auch: Kategorie:Hochschule in Warschau

Persönlichkeiten

In der Liste von Persönlichkeiten der Stadt Warschau sind die in der Stadt geborenen Persönlichkeiten aufgefĂŒhrt sowie solche, die ihren Wirkungskreis in Warschau hatten. Die von der Stadt zu EhrenbĂŒrgern ernannten Persönlichkeiten sind in der Liste der EhrenbĂŒrger von Warschau zu finden.

Verschiedenes

Nach Warschau ist der Asteroid (1263) Varsavia benannt.

Verweise

Siehe auch

 Portal:Warschau – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Warschau

Literatur

Weblinks

Wikinews Wikinews: Kategorie:Warschau â€“ in den Nachrichten

Fußnoten

  1. ↑ Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2010. GƂówny Urząd Statystyczny (GUS), abgerufen am 22. Juli 2011.
  2. ↑ Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2010. GƂówny Urząd Statystyczny (GUS), abgerufen am 22. Juli 2011.
  3. ↑ Offizielle Homepage der Warschauer Stadtverwaltung. (polnisch)
  4. ↑ Dem widerspricht die Annahme, dass der Name dieser Ortschaft vermutlich bereits seit dem 11. Jahrhundert wegen des dort von den Piasten-Herzögen betriebenen Salzhandels „Solec“ lautete
  5. ↑ vermutlich aus dem Rawicz-Geschlecht tschechischer Abstammung
  6. ↑ gem. Maria Lewicka: Architekturatlas der Altstadt von Warschau. Verlag Arkady, Warschau 1992, ISBN 83-213-3573-X, S. 10
  7. ↑ Georg Gerullis: Die altpreußischen Ortsnamen. Berlin, Leipzig 1922, S. 197
  8. ↑ Ezra Mendelsohn: Juden, in: Sowjetsystem und demokratische Gesellschaft. Eine vergleichende EnzyklopĂ€die. Herder, Basel und Wien 1969, Bd. III, S. 373
  9. ↑ Erich Zechlin: Die Bevölkerungs- und Grundbesitzverteilung im Zartum Polen. Reimer, Berlin 1916, S. 82–83.
  10. ↑ Gabriele Lesser: Glashaus aus Luxemburg spaltet die Warschauer. Luxemburger Wort 8. Dezember 2009 06:29 Uhr.
  11. ↑ Co ukrywają piwnice PaƂacu Saskiego?

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen WörterbĂŒchern nach:

  • Warschau [3] — Warschau (poln. Warszawa, russ. Warschawa, franz. Varsovie), Hauptstadt des gleichnamigen russisch poln. Gouvernements (s. oben), ehedem Hauptstadt der Republik Polen sowie spĂ€ter des Herzogtums W. und zuletzt des Königreichs Polen, liegt 109 m ĂŒ 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Warschau — Warschau. Erst im Jahre 1224 erwĂ€hnt eine alte Urkunde diesen Namen, und erst seit König Sigismund III., der Krakau verlassend, die Stadt zur Residenz erhob, schmĂŒckte sie sich mit den zahlreichen PalĂ€sten, umgab sich mit wahrhaft sybaritischem… 
   Damen Conversations Lexikon

  • Warschau — Album par Marduk Sortie 23 janvier 2006 Enregistrement 2005 DurĂ©e 68:31 Genre Black metal Producteur Marduk 
   WikipĂ©dia en Français

  • Warschau [2] — Warschau (poln. Warszawa, franz. Varsovie), 1) Gouvernement im russischen Königreich Polen, gebildet zum großen Theil aus den zwei vormaligen Gouvernements Massovien u. Kalisz 668,29 QM.. zĂ€hlte im Jahre 1860 (incl. der Stadt Warschau) 1,728,090… 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • Warschau [1] — Warschau, Herzogthum, einer der Staaten, welche Napoleon 1807 nach dem Frieden von Tilsit (s. d. unter Preußisch Russischer Krieg gegen Frankreich 1806 S. 585) bildete; es bestand aus dem, von Preußen abgetretenen SĂŒdpreußen u. dem Netzdistrict… 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • Warschau [1] — Warschau, Herzogtum, 1807 aus Teilen des ehemaligen Polen gebildet, die mit Ausnahme von Bialystok, das an Rußland kam, im Frieden von Tilsit von Preußen wieder abgetreten wurden (vgl. SĂŒdpreußen), umfaßte anfangs 102,000 qkm mit 2,200,000 Einw.… 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Warschau [2] — Warschau, russisch poln. Gouvernement, begrenzt im N. von den Gouvernements Plozk und Lomsha, im O. von Sjedlez, im S. von Radom und Petrokow, im Westen von Kalisch und der preußischen Provinz Westpreußen, hat ein Areal von 17,520 qkm (318,2 QM.) 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Warschau — Warschau, Gouvernement im westl. Rußland, zum Generalgouv. W. (umfassend die zehn Gouvernements von Russ. Polen) gehörig, lĂ€ngs der Weichsel bis zur preuß. Grenze, 17.520 qkm, 1.931.867 E. (73 Proz. Polen, 16 Proz. Israeliten), mehr Industrie als 
   Kleines Konversations-Lexikon

  • Warschau — Warschau, polnisch Warszawa, Hauptst. des ehemaligen Königreichs Polen am linken Ufer der Weichsel, mit der gegenĂŒberliegenden festen Vorstadt Praga durch eine BrĂŒcke verbunden, ist seit 1832 regelmĂ€ĂŸig befestigt und wird durch die 1832–35… 
   Herders Conversations-Lexikon

  • Warschau — Hauptstadt von Polen * * * WaÌŁr|schau: Hauptstadt von Polen. * * * WaÌŁrschau,   polnisch Warszawa [var ʃava],    1) Hauptstadt Polens und Verwaltungssitz der Woiwodschaft Masowien (bis 1998 der aufgelösten Woiwodschaft Warszawa [Warschau]),… 
   Universal-Lexikon


Share the article and excerpts

Direct link

 Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.