Washington, D.C.

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Washington, D.C.
Washington, D.C.
Washington Monument und Weißes Haus
Washington Monument und Weißes Haus
Siegel von Washington, D.C.
Siegel
Flagge von Washington, D.C.
Flagge
Lage in District of Columbia
Washington, D.C. (District of Columbia)
Washington, D.C.
Washington, D.C.
Basisdaten
Gr√ľndung: 16. Juli 1790
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesdistrikt: District of Columbia
Koordinaten: 38¬į 54‚Ä≤ N, 77¬į 2‚Ä≤ W38.895-77.0366666666677Koordinaten: 38¬į 54‚Ä≤ N, 77¬į 2‚Ä≤ W
Zeitzone: Eastern Standard Time (UTC‚ąí5)
Einwohner:
‚Äď Metropolregion:
601.723 (Stand: Zensus 2010)
8.100.000
Bevölkerungsdichte: 3.399,6 Einwohner je km²
Fl√§che: 177 km¬≤ (ca. 68 mi¬≤)
H√∂he: 7 m
Gliederung: 8 Stadtbezirke
Postleitzahlen: 20001‚Äď20560, 20656‚Äď20599, 56901, 56915, 56920, 56944
Vorwahl: +1 +1-202
FIPS: 11-50000
GNIS-ID: 531871
Webpräsenz: www.dc.gov
B√ľrgermeister: Vincent C. Gray
Washington D.C. in United States (zoom).svg

Washington, D.C. [ňąw…Ē É…™ŇčtnŐ©] ist die Hauptstadt und der Regierungssitz der Vereinigten Staaten. Die Abk√ľrzung D.C. steht f√ľr den District of Columbia. Das Gebiet geh√∂rt zu keinem Bundesstaat, sondern ist als Bundesdistrikt dem Kongress der Vereinigten Staaten direkt unterstellt. Die Stadt ist benannt nach George Washington, dem Oberbefehlshaber im Unabh√§ngigkeitskrieg und ersten Pr√§sidenten der Vereinigten Staaten. Der District of Columbia ist nach Columbia, einer poetischen Bezeichnung f√ľr die USA, benannt.

2009 hatte Washington 589.436 Einwohner, die Metropolregion Washington hat etwa 7,6 Millionen Einwohner.

Mit dem Wei√üen Haus ‚Äď dem Amts- und Wohnsitz des Pr√§sidenten ‚Äď, dem Kapitol ‚Äď welches den Kongress, bestehend aus dem Senat und dem Repr√§sentantenhaus, beherbergt ‚Äď sowie dem Obersten Gerichtshof befinden sich die Spitzen aller drei Gewalten in der Stadt. Washington ist dar√ľber hinaus Sitz des Internationalen W√§hrungsfonds, der Weltbank und der Organisation Amerikanischer Staaten.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Washington hat eine Fl√§che von 177 km¬≤. Die Stadt befindet sich an der Ostk√ľste des Landes etwa 35 km westlich der Chesapeake Bay, einer Bucht des Atlantischen Ozeans. Die H√∂he √ľber dem Meeresspiegel variiert zwischen 0 und 125 Metern.

Klima

Das Klima in Washington ist humid.

Die durchschnittliche Jahrestemperatur betr√§gt 14 ¬įC, die Niederschlagssumme 981mm. Die gr√∂√üten Niederschl√§ge werden im Juli und August erreicht. Im Schnitt sind 36,7 Tage hei√üer als 32 ¬įC und 64,4 N√§chte k√§lter als 0 ¬įC.[1]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschl√§ge f√ľr Washington, D.C.
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (¬įC) 5,7 7,7 13,6 19,3 24,6 29,3 31,4 30,5 26,7 20,6 14,6 8,3 √ė 19,4
Min. Temperatur (¬įC) -2,9 -1,6 3,2 8,0 13,7 19,2 21,9 21,1 16,9 10,2 5,1 -0,2 √ė 9,6
Niederschlag (mm) 69,1 68,8 80,5 68,8 93,0 85,9 96,5 99,3 84,1 76,7 79,2 79,2 ő£ 981,1
Regentage (d) 7,8 7,3 8,0 7,6 8,9 7,5 7,8 7,4 5,9 5,7 6,7 7,1 ő£ 87,7
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
5,7
-2,9
7,7
-1,6
13,6
3,2
19,3
8,0
24,6
13,7
29,3
19,2
31,4
21,9
30,5
21,1
26,7
16,9
20,6
10,2
14,6
5,1
8,3
-0,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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69,1 68,8 80,5 68,8 93,0 85,9 96,5 99,3 84,1 76,7 79,2 79,2
  Jan Feb M√§r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: World Meteorological Organisation Die klimatologischen Daten basieren auf den monatlichen Durchschnittswerten von 1961‚Äď1990

Religion

Die mitgliederst√§rksten Religionsgemeinschaften waren im Jahre 2000 die r√∂misch-katholische Kirche mit 160.048, die American Baptist Churches USA mit 51.836, die Southern Baptist Convention mit 38.852 und die anglikanische Episcopal Church mit 19.698 Anh√§ngern. 60.479 Einwohner waren islamischen und 25.500 j√ľdischen Glaubens.[2]

Stadtanlage

Historische Karte von Washington
aus Meyers Konversationslexikon, 4. Auflage, 1888;
der im Bild westlich des Flusses gelegene Teil
gehört heute nicht mehr zum Stadtgebiet.

Die Stadt liegt an der M√ľndung des Anacostia River in den Potomac River, und zwar am linken Ufer des Potomac zwischen den Bundesstaaten Maryland im Nordosten und Virginia im S√ľdwesten. Der District of Columbia wurde aus von Maryland und Virginia abgetretenem Land gebildet, um die Bundesregierung und den Kongress dem Zugriff der damals noch sehr m√§chtigen Einzelstaaten zu entziehen und eine st√§dtebaulich durchgeplante, moderne und repr√§sentative Hauptstadt der neuen Republik zu bilden. Dieses Gebiet war ein Quadrat von genau 10 Meilen Seitenl√§nge. Das auf dem westlichen Ufer gelegene Gebiet wurde 1846 an Virginia zur√ľckgegeben, da die Stadt weniger schnell gewachsen war als erwartet (heute Arlington County und (teilweise) Alexandria).

Bedeutung

Washington ist Sitz der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds.

Von den f√ľnf Universit√§ten der Stadt sind die bekanntesten die Georgetown University (gegr√ľndet 1789), die George Washington University (gegr√ľndet 1821) und die Howard University (gegr√ľndet 1867 und eine der √§ltesten Universit√§ten f√ľr die afroamerikanische Bev√∂lkerung). Siehe auch: Liste der Universit√§ten in Washington, D.C.

Stadtbild

Ansicht Washingtons um 1862

Die bekanntesten Gebäude sind das Weiße Haus, das Kapitol und das außerhalb der eigentlichen Stadt gelegene Pentagon in Arlington. Es gibt in Washington keine Wolkenkratzer, weil kein Gebäude höher sein darf als die Breite der angrenzenden Straße plus 6,1 m. Drei Gebäude fallen jedoch nicht unter diese Regelung, da sie fertiggestellt oder zumindest geplant waren, ehe das Gesetz Anfang des 20. Jahrhunderts verabschiedet wurde: das Washington Monument, der Turm des Old Post Office und die Washington National Cathedral.

Politik

Washington untersteht direkt dem Kongress, der einmal pro Monat einen halben Tag lang praktisch als Stadtrat Washingtons tagt. Es gibt zwar auch einen eigenen gew√§hlten Stadtrat sowie einen B√ľrgermeister (seit 2011 Vincent C. Gray). Deren Beschl√ľsse k√∂nnen aber vom Kongress jederzeit annulliert werden. Die Einwohner Washingtons d√ľrfen seit 1964 an den Wahlen zum Pr√§sidenten teilnehmen, nicht aber an denen zum Kongress (Einzelheiten siehe Einbindung in die bundesstaatliche Ordnung der Vereinigten Staaten). Im Verlauf der relativ kurzen Pr√§sidentschaftswahlgeschichte Washingtons sprach sich die Mehrheit der Bev√∂lkerung stets f√ľr die demokratischen Kandidaten aus. Bei der Wahl 2008 erhielt Barack Obama hier 94 Prozent der abgegebenen Stimmen.[3] Die B√ľrgermeisterwahlen verlaufen in der Regel √§hnlich.

B√ľrgermeister

Kongress

Sport

Washington beherbergt f√ľnf Teams aus US-amerikanischen Profi-Ligen. Die Washington Redskins (NFL), Washington Nationals (seit 2005) (MLB) sowie die Washington Capitals (NHL), Washington Wizards (NBA) und D.C. United (MLS). Damit ist Washington in allen Ligen der f√ľnf beliebtesten M√§nnersportarten der USA vertreten.

Stadtgliederung

Gliederung

Geographisch ist Washington in die vier Quadranten Northwest (NW), Southwest (SW), Northeast (NE) und Southeast (SE) eingeteilt, deren Grenzen am US Kapitol aufeinandertreffen. Politisch ist die Stadt in acht Bezirke ("wards") eingeteilt, die jeweils eigene Repräsentanten in den Stadtrat wählen.

Die Stra√üen sind √ľberwiegend gerade angelegt und durchnummeriert. Die von Ost nach West verlaufenden Stra√üen sind alphabetisch geordnet (vgl. Mannheimer Quadrate), die in Nord-S√ľd-Richtung sind durchnummeriert. Die Nummerierung bzw. Alphabetisierung beginnt in allen Richtungen am Kapitol. Die gro√üen diagonal verlaufenden Stra√üen werden als Avenuen bezeichnet und sind zumeist nach den verschiedenen Bundesstaaten benannt.

Geschichte

Entwicklung des District of Columbia
Einwohnerentwicklung
Volkszählung
Jahr
Bevölkerung
1800 8.144
1810 15.471
1820 23.336
1830 30.261
1840 33.745
1850 51.687
1860 75.080
1870 131.700
1880 177.624
1890 230.392
1900 278.718
1910 331.069
1920 437.571
1930 486.869
1940 663.091
1950 802.178
1960 763.956
1970 756.510
1980 638.333
1990 606.900
2000 572.059
2010 601.723

Als im 17. Jahrhundert die Europ√§er erstmals auf dem Gebiet des heutigen Washington, D.C. ankamen, war es von einem Indianerstamm, den Nacotchtank, bewohnt, die am Anacostia River siedelten. Georgetown am Potomac River wurde 1751 durch die Kolonie Province of Maryland (dem sp√§teren Maryland) gegr√ľndet und etwa vierzig Jahre sp√§ter zum neu geschaffenen Gebiet von Washington dazugeschlagen.[4] Zu diesem Gebiet geh√∂rte auch Alexandria im heutigen Bundesstaat Virginia.

Die erste Hauptstadt nach der Ratifizierung der Verfassung war New York (1788‚Äď1790). George Washington legte den Amtseid als erster Pr√§sident der Vereinigten Staaten auf dem Balkon des alten Rathauses ab.

Eines der Themen, mit denen der Pr√§sident sich besch√§ftigen musste, war, einen st√§ndigen Regierungssitz zu finden. Als Kompromissl√∂sung wurde beschlossen, Philadelphia 1790 f√ľr zehn Jahre zur Hauptstadt zu machen und sich in der Zwischenzeit nach einem permanenten Platz am Potomac River umzusehen. Pr√§sident Washington w√§hlte ein Gebiet, das sowohl Teile von Maryland als auch von Virginia umschloss. Zu jener Zeit bestand das Gebiet in erster Linie aus Wiesen- und Sumpfland. Es wurde geplant, dass der Kongress in der neuen Hauptstadt am ersten Montag im Dezember 1800 tagen sollte. Washington ist also eine Planhauptstadt.

Der Bau der neuen Hauptstadt wurde mit dem k√ľnftigen Amtssitz der US-Pr√§sidenten, dem Wei√üen Haus, am 13. Oktober 1792 begonnen. Noch heute vermerkt dort eine Gedenktafel: ‚ÄěDieser Grundstein des Hauses des Pr√§sidenten wurde im 17. Jahr der Unabh√§ngigkeit der Vereinigten Staaten von Amerika am 13. Oktober 1792 gelegt. Pr√§sident: George Washington, Kommission√§re: Thomas Johnson, Doktor Stewart, Daniel Carroll, Architekt: James Hoban, Baumeister: Collen Williamson. Vivat Republica‚Äú

Pierre Charles L‚ÄôEnfant wurde beauftragt, die ‚ÄěFederal City‚Äú zu gestalten. Als Inspiration legte ihm Thomas Jefferson verschiedene Stadtpl√§ne vor, die er von seiner Europareise 1788 mitgebracht hatte, darunter Pl√§ne von Frankfurt am Main, Karlsruhe, Amsterdam, Paris, Orl√©ans, Montpellier, Turin und Mailand.[5] L'Enfant entwickelte eine erste Version f√ľr einen Stadtplan,[6] √ľberwarf sich dann aber mit den Auftraggebern aus dem Kongress, so dass er von dem Projekt abberufen wurde. Die weitere Planung wurde dann in die H√§nde des Landvermessers Andrew Ellicott gelegt, der die urspr√ľnglichen Pl√§ne von L'Enfant stark modifizierte.

Old Stone House: das älteste Gebäude, 1764 erstmals erwähnt

1791 wurde das Gebiet des Districts of Columbia aus den Staaten Maryland und Virginia herausgenommen. Es ist beiderseits des Potomac River gelegen und war urspr√ľnglich ein Quadrat von genau 10 mal 10 Meilen (16,09 km mal 16,09 km) Seitenl√§nge. Die Lage kam durch einen Handel von Thomas Jefferson, der aus Virginia stammte, mit Alexander Hamilton, dessen Heimat New York urspr√ľnglich Sitz der Regierung war, zustande: Jefferson unterst√ľtzte Hamiltons Pl√§ne einer Nationalbank, daf√ľr stimmte dieser einer in den S√ľdstaaten gelegenen Hauptstadt zu.

Am 11. Juni 1800 wurde Washington st√§ndige Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Da die Stadt nicht so schnell wuchs wie zuvor vermutet, wurde das westlich des Flusses gelegene Gebiet 1846 an Virginia zur√ľckgegeben und bildete von nun an Alexandria County. 1870 wurde die Stadt Alexandria aus Alexandria County ausgegliedert und dieses in Arlington County umbenannt. Die Fl√§che von D.C. betr√§gt heute 177 km¬≤.

Präsident John Adams siedelte mit seiner Regierung im Juni 1800 nach Washington um. Im November 1800 trat der Kongress zum ersten Mal in der neuen Hauptstadt zusammen.

Der District of Columbia kam unter die direkte Verwaltung des Bundeskongresses, womit die Bundesorgane unabhängiger von den damals noch sehr mächtigen Einzelstaaten wurden.

Da Wahlen damals von den Bundesstaaten organisiert wurden, hatten die Bewohner des District of Columbia keinerlei Wahlrecht. Da es sich zum großen Teil um Beamte bzw. Regierungsangestellte handelte, entsprach dies in gewisser Weise auch dem Prinzip der Gewaltenteilung. Mit dem Wachsen der Stadt Washington und der Zunahme nicht bei der Regierung beschäftigter Einwohner, wurde dies aber zunehmend als undemokratischer Anachronismus gesehen.

Am 24. August 1814, w√§hrend des Britisch-Amerikanischen Krieges, wurde die Stadt von einer 4500 Mann starken britischen Streitmacht aus Armee- und Marineeinheiten erobert. Dabei wurde unter anderem das Kapitol zerst√∂rt und das Wei√üe Haus besch√§digt. Pr√§sident James Madison musste mit seiner Regierung nach Virginia fliehen. Die Washington-Kampagne der Briten vom 19. bis 29. August 1814 hatte eher symbolischen Charakter und sollte den Amerikanern verdeutlichen, sich nicht mit Gro√übritannien anzulegen (‚ÄúBritain is not a country to mess around with‚ÄĚ).

Die Stadt hat seit 1974 einen Stadtrat und w√§hlt einen B√ľrgermeister. Jedoch hat diese Volksvertretung nur eingeschr√§nkte Kompetenzen. Der Kongress hat jederzeit die M√∂glichkeit, √ľber diese lokale Volksvertretung hinweg Beschl√ľsse f√ľr die Hauptstadt zu fassen. Auch kann er den Stadtrat aufl√∂sen.

Die Wahlrechte der B√ľrger von Washington sind auch auf nationaler Ebene eingeschr√§nkt. Erst seit dem 23. Verfassungszusatz, der 1961 in Kraft trat, d√ľrfen die Einwohner des District of Columbia den Pr√§sidenten mitw√§hlen. Die Zahl der ihnen zustehenden Wahlm√§nner ist jedoch auf die des bev√∂lkerungs√§rmsten Staates beschr√§nkt. Dadurch stellt der District of Columbia drei Wahlm√§nner; allerdings w√§ren es momentan auch ohne diese Klausel nicht mehr. Im Repr√§sentantenhaus ist der District seit 1970 mit einem nicht stimmberechtigten Beobachter vertreten, im Senat gar nicht. Dadurch ergibt sich die weltweit einmalige Besonderheit, dass die Bewohner der Hauptstadt eines demokratischen Staates ihr Parlament nicht mitw√§hlen d√ľrfen.

1978 wurde ein Verfassungszusatz vom Kongress verabschiedet, der den B√ľrgern Washingtons die gleiche Vertretung im Kongress gestattet h√§tte, als w√§re der District of Columbia ein Staat. Statt der erforderlichen Dreiviertelmehrheit von 38 Staaten wurde der Verfassungszusatz aber nur von 16 Staaten innerhalb der siebenj√§hrigen Frist ratifiziert. Im Januar 2009 wurde ein Gesetzesvorschlag f√ľr den ‚ÄěDistrict of Columbia House Voting Rights Act of 2009‚Äú in den Kongress eingebracht, der den District of Columbia zu einem Wahlkreis f√ľr das Repr√§sentantenhaus machen w√ľrde. Eine Repr√§sentation im Senat ist jedoch nicht vorgesehen. Der Gesetzesvorschlag wurde vom Senat mit deutlicher Mehrheit beschlossen, kam jedoch ins Stocken, als Senator John Ensign aus Nevada einen Gesetzeszusatz vorschlug, der dem District of Columbia das Recht, Waffenbesitz zu beschr√§nken, entziehen w√ľrde. Dieser Zusatz wurde ebenso beschlossen. Im Repr√§sentantenhaus konnte bislang keine Einigkeit dar√ľber erzielt werden, wie mit den beiden Vorschl√§gen verfahren werden soll.

Einbindung in die bundesstaatliche Ordnung der Vereinigten Staaten

Vorschläge, den District zu einem 51. Bundesstaat mit dem Namen New Columbia zu machen, werden immer wieder unternommen, sind aber zur Zeit nicht durchsetzbar. Durch den hohen Anteil an Afroamerikanern in der Bevölkerung wäre der neue Staat eine sichere Hochburg der Demokraten, daher haben die Republikaner kein Interesse an der Verwirklichung dieser Pläne.

Etwas h√∂here Chancen hat die Idee, den District ‚Äď mit Ausnahme des unmittelbaren Gel√§ndes der Regierungsgeb√§ude ‚Äď wieder zu einem Teil Marylands zu machen und die Bewohner somit als B√ľrger Marylands an Wahlen teilnehmen zu lassen. Dennoch hat dieses Vorhaben keine Aussicht auf Erfolg ‚Äď die Begr√ľndung liegt in der amerikanischen Verfassung. Das h√∂chste politische Amt in einem Bundesstaat ist das des Gouverneurs. Gleichzeitig verbietet die Verfassung die Wahrnehmung der Position eines Gouverneurs und eines Pr√§sidenten zur selben Zeit. Somit w√ľrde der h√∂chste Mann im Staat, der Pr√§sident, in zivilrechtlichen Fragen dem Gouverneur unterstehen, obwohl er eigentlich √ľber ihm steht. Bevor also Washington den Status eines Bundesstaates annehmen oder zu einem zugeh√∂rig sein k√∂nnte, m√ľsste dieser entstehende Widerspruch gel√∂st werden. Dies ist auch der Grund, warum der Pr√§sident der USA seinen Hauptwohnsitz im Wei√üen Haus in Washington haben muss.

Obwohl der District of Columbia kein Staat ist, besitzt er wie jeder Staat sein eigenes Rechtssystem. Die Gesetzgebung unterliegt jedoch dem Veto des Bundes, was bei Staaten nicht zutrifft. In seinen wesentlichen Merkmalen ähnelt das Recht in D.C. dem des Nachbarstaates Maryland und unterscheidet sich sehr von dem des Nachbarn Virginia auf der anderen Seite des Potomac River.

Verkehr

Am 20. November 1990 wurde die letzte Linie der Washington Metro er√∂ffnet und in Betrieb genommen. Das System ist mit 176,32 km das zweitgr√∂√üte der USA. Bis zum 11. September 2001 konnten die Fahrg√§ste direkt von der Station Pentagon in das Geb√§ude des Verteidigungsministeriums gelangen; dieser Ausgang wurde nach den Terroranschl√§gen auf unbestimmte Zeit geschlossen. Heute besteht das Netz aus f√ľnf Linien. Daneben besteht eine Vielzahl von Busverbindungen nach Maryland, Delaware und Arlington. Das Nahverkehrssystem in Washington wird von Washington Metropolitan Area Transit Authority betrieben.

Der n√§chstgelegene Flughafen ist der Ronald Reagan Washington National Airport. Er liegt am rechten (westlichen) Ufer des Potomac River in Virginia und wird in der Regel nur f√ľr den nationalen Flugverkehr verwendet. Washington Dulles International Airport liegt 45 km westlich der Stadt in Virginia und Baltimore Washington International Airport 65 km nord√∂stlich in Maryland. Von den beiden letzteren starten sowohl nationale als auch internationale Fl√ľge.

Sehensw√ľrdigkeiten

Persönlichkeiten

→ Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Washington

Partnerstädte

Washington hat zehn Partnerstädte:[7]

Weblinks

 Commons: Washington, D.C. ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Washington, D.C. ‚Äď in den Nachrichten

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Climatography of the United States. National Oceanic and Atmospheric Administration. 2004.
  2. ‚ÜĎ The Association of Religion Data Archives | Maps & Reports
  3. ‚ÜĎ www.270towin.com
  4. ‚ÜĎ "Georgetown Historic District". National Park Service.
  5. ‚ÜĎ Brief von Thomas Jefferson an George Washington vom 10. April 1791, zu finden im Abschnitt Architecture unter [1]
  6. ‚ÜĎ Urspr√ľnglicher Plan f√ľr Washington, D.C. [2]
  7. ‚ÜĎ Office of the Secretary: Protocol and International Affairs

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