Wassergefährdungsklasse

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Wassergefährdungsklasse

Die Wassergefährdungsklasse (Abk. WGK) ist ein Begriff aus dem deutschen Wasserrecht. Vereinfacht bezeichnet sie das Potenzial verschiedener Stoffe zur Verunreinigung von Wasser.

Inhaltsverzeichnis

Deutschland

Der Begriff ‚ÄěWassergef√§hrdungsklasse‚Äú stammt aus der Verwaltungsvorschrift wassergef√§hrdende Stoffe (VwVwS)[1]. Darin wird die Wassergef√§hrdung von Stoffen n√§her bestimmt, teils als Stofflisten der Klassen, teils als vorgeschriebene Einstufungsverfahren. Diese Vorschrift leitet sich aus ¬ß 19g Abs. 5 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) in der vor dem 1. M√§rz 2010 gelten Fassung ab. Die potentiell wassergef√§hrdenden Stoffe werden in 3 Klassen unterteilt:

  • WGK 1 = schwach wassergef√§hrdend,
  • WGK 2 = wassergef√§hrdend,
  • WGK 3 = stark wassergef√§hrdend.

Diese Verwaltungsvorschrift gilt fort, bis Regelungen nach ¬ß 62 WHG Absatz 4 WHG in der seit dem 1. M√§rz 2010 geltenden Fassung in Kraft treten.

Die bundeseinheitlich rechtsverbindlich eingestuften Stoffe sind online aus einer Datenbank beim Umweltbundesamt abrufbar.[2] Dort stehen auch weitere Informationen bereit.[3]

In der Vorg√§ngernorm, der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Wasserhaushaltsgesetz √ľber die n√§here Bestimmung wassergef√§hrdender Stoffe und ihre Einstufung entsprechend ihrer Gef√§hrlichkeit vom 18. April 1996,[4] gab es noch eine WGK 0 f√ľr ‚Äěim allgemeinen nicht wassergef√§hrdende‚Äú Stoffe. Die WGK 0 ist mit der Ver√∂ffentlichung der VwVwS vom 17. Mai 1999 weggefallen. In der VwVwS werden diese Stoffe teilweise als ‚Äěnicht wassergef√§hrdend‚Äú eingestuft, teilweise aber in die WGK 1 √ľbergeleitet.

An die Einteilung in die einzelnen Klassen kn√ľpfen sich Anforderungen hinsichtlich der Lagerung und anderer Arten des Umgangs mit den Substanzen, nicht jedoch f√ľr den G√ľterverkehr. Die nach Wassergef√§hrdungsklasse und Stoffmenge gestaffelten Anforderungen werden bisher im Wasserrecht der L√§nder durch die ‚ÄěAnlagenverordnungen‚Äú (VAwS, Verordnungen √ľber Anlagen zum Umgang mit wassergef√§hrdenden Stoffen[5]) festgesetzt. Eine Rechtsverordnung des Bundes, die die L√§nderverordnungen ersetzen soll, befindet sich in der Vorbereitung.[6]

Schweiz

Die Schweiz kannte zwei Klassen f√ľr wassergef√§hrdende Fl√ľssigkeiten:

  • Klasse 1 = Stoffe, die in kleinen Mengen Wasser nachteilig ver√§ndern k√∂nnen
  • Klasse 2 = Stoffe, die in gro√üen Mengen Wasser nachteilig ver√§ndern k√∂nnen

Im Jahr 2007 wurde die Verordnung √ľber den Schutz der Gew√§sser vor wassergef√§hrdenden Fl√ľssigkeiten ersatzlos aufgehoben.[7] Eine Einteilung in Klassen erfolgt in den meisten Kantonen nun nach den deutschen Vorschriften.

Siehe auch

Literatur

  • Klaus G. Steinh√§user, Bernd Simmchen, Horst Fehrenbach, Angela Siebel-Sauer: Wassergef√§hrdungsklasse und Zubereitungsrichtlinie. Umweltwissenschaften und Schadstoff-Forschung 17(3), S. 176‚Äď180 (2005), ISSN 0934-3504

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Umweltbundesamt: VwVwS
  2. ‚ÜĎ Umweltbundesamt: Stoffdatenbank
  3. ‚ÜĎ Umweltbundesamt: Informationen zum Thema
  4. ‚ÜĎ GMBl. 1996 S. 327
  5. ‚ÜĎ Muster-VAwS (PDF) der LAWA
  6. ‚ÜĎ Entwurf einer Verordnung √ľber Anlagen zum Umgang mit wassergef√§hrlichen Stoffen. Bundesministerium f√ľr Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, abgerufen am 19. April 2010.
  7. ‚ÜĎ Erl√§uterungen zur Aufhebung der Verordnung √ľber den Schutz der Gew√§sser vor wassergef√§hrdenden Fl√ľssigkeiten (PDF)

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