Weinbau in Italien

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Weinbau in Italien

Der Weinbau in Italien ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor. Italien geh√∂rt zu den wichtigsten europ√§ischen Weinproduzenten. Auf einer Fl√§che von mehr als 908.000 Hektar (Erhebung im Jahr 2000) werden mehr als 60 Millionen Hektoliter Wein erzeugt. Jede der 20 italienischen Regionen hat ihre eigenen Rebfl√§chen. Wein ist in Italien fester Bestandteil des Alltagslebens. Das Trio Brot, Oliven und Wein ist ein Synonym f√ľr mediterrane Lebensart geworden.

Regionen in Italien
Weinlandschaft im Chianti
Weinlandschaft im Chianti
Weinlandschaft um Orvieto
Weinlandschaft im Chianti

Inhaltsverzeichnis

Qualitätsstufen in Italien

Italienischer Wein wird wie im √ľbrigen Europa in Qualit√§tswein und Tafelwein aufgeteilt.

Die einfachste Qualit√§tsstufe hei√üt Vino da Tavola (Tafelwein). H√∂her angesiedelt ist IGT (Indicazione Geografica Tipica), die in etwa dem franz√∂sischen Vin de Pays vergleichbar ist. Unter der Deklarierung IGT findet sich ein breites Spektrum von belanglosen Tr√∂pfchen bis hin zu h√∂chstwertigen Weinen, denen eine DOC- oder DOCG-Klassifizierung zum Beispiel verwehrt bleibt, weil sie aus anderen als den hierf√ľr vorgeschriebenen Trauben gekeltert sind. Bemerkenswert ist, dass, anders als in Deutschland, nicht die Mehrzahl der Weine einen Rang als Qualit√§tswein zuerkannt bekommen. Einfache Tafelweine oder IGT-Weine gelten in Italien als allt√§gliche Tischweine und jederzeit als akzeptabel.

Es folgt die Stufe DOC. Die nächsthöhere und höchste amtliche Qualitätsstufe heißt DOCG.

In Italien gibt es √ľber 200 Weine mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung wie beispielsweise Chianti oder Soave. Daneben gibt es noch Klassifizierungen wie in Spanien, die auf die Lagerung hinweisen, so etwa die Pr√§dikate Riserva oder Vecchio, die auf eine l√§ngere Fasslagerung als vorgeschrieben hinweisen. Das Wort Superiore steht in der Regel f√ľr einen Wein, der einen h√∂heren Alkoholgehalt hat als der Standard DOC-Wein.

Zusätzlich gibt es Bezeichnungen wie "vino nobile di …" (beispielsweise Montepulciano- Ortsangabe, nicht Traube).

Generell verboten in Italien ist das Anreichern von Weinen mit Zucker (Chaptalisation), wie es in Deutschland oder im Bordeaux zugelassen ist. Zul√§ssig ist jedoch das Anreichern schwacher Weine mit starkem Most, zum Beispiel aus S√ľditalien.

Geschichte

Von den Anfängen bis zum Mittelalter

Die Ausdehnung des römischen Reiches

Italien spielt in der Geschichte des Weinbaus eine entscheidende Rolle. Ausgangspunkte f√ľr den Weinbau auf der italienischen Halbinsel finden sich in den griechischen Kolonien im S√ľden des heutigen Italiens.

Bedeutsam war der Weinbau aber ebenfalls in der etruskischen Kultur. Zum Zeitpunkt seiner gr√∂√üten Ausdehnung, zu Zeiten Kaiser Trajans, erstreckte sich das R√∂mische Reich √ľber drei Kontinente: √úber die Gebiete rund um das Mittelmeer, √ľber Gallien und gro√üe Teile Britanniens und √ľber die Gebiete rund ums Schwarze Meer. Damit beherrschte Rom den gesamten Mittelmeerraum.

Der Handel, die K√ľnste und die Kultur erreichten w√§hrend der Zeit des R√∂mischen Reiches in Teilen seines Gebietes eine erste Hochbl√ľte. Im Weinbau beeinflussten die R√∂mer den Fortschritt in den heute klassischen Weinbaul√§ndern Deutschland, Frankreich, Italien, √Ėsterreich, Portugal und Spanien. Unter dem Einfluss der r√∂mischen Kultur wurde der Wein in weiten Teilen des Reiches Teil der Alltagskultur und der Konsum stand allen Bev√∂lkerungsschichten offen. Der steigende Bedarf konnte nicht mehr von Italien aus gedeckt werden, so dass sich der Weinbau mit der Ausdehnung des R√∂mischen Reiches verbreitete. Die Arbeit r√∂mischer Schriftsteller, allen voran Cato der √Ąltere, Columella, Horaz, Palladius, Plinius, Varro und Vergil, gew√§hren einen Einblick √ľber die Rolle des Weins innerhalb der Alltagskultur. Dar√ľber hinaus geben einige Werke einen √úberblick √ľber den Stand der Dinge im Weinbau jener Zeit.

Fr√ľhe Geschichte

Die Darstellung des Weingotts Dionysus (in der römischen Mythologie als Bacchus bekannt), (ca. 150 n. Chr., Museum Prado).
Die Ruinen von Karthago. Nur wenige Dinge aus Karthago wurden gerettet. Das Werk von Mago geh√∂rte zu den wichtigen Schriften, die von den R√∂mern √ľbernommen wurden.

Weinrebengew√§chse sind auf dem Gebiet des heutigen Italien schon seit der pr√§historischen Zeit bekannt. Bislang gelang es jedoch noch nicht, den Zeitpunkt zu bestimmen, an dem Weinbau betrieben wurde. Ein sehr fr√ľher Einfluss der mykenischen Kultur auf den S√ľden Italiens ist nicht ausgeschlossen, aber einen Beleg f√ľr die Pr√§senz in Italien gibt es erst ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. Im Norden pflegten die Etrusker bereits einen ausgepr√§gten Weinbau in einem Gebiet, das der heutigen Toskana entspricht. F√ľr die Griechen war der Wein bereits Teil der Alltagskultur und sie betrachteten ihn als gewinnbringendes Handelsgut. Zugleich brachten sie den Weinbau auch in die von ihnen angelegten neuen Siedlungen. Insbesondere im S√ľden der italienischen Halbinsel fanden sie ideale Bedingungen vor und nannten das Gebiet Oenotria (Land des Weins).

Der Aufstieg Roms zu einem K√∂nigreich und sp√§ter zu einer Republik erfolgte vornehmlich √ľber die Eingliederung eroberter Gebiete. Der r√∂mische Weinbau profitierte dabei von der Erfahrung der dortigen Weinbauern. Die griechischen Siedlungen im S√ľden des heutigen Italiens wurden bis zum Jahr 270 v. Chr. vollst√§ndig unterworfen. Die Etrusker, die bereits ein Handelsnetz bis nach Gallien aufgebaut hatten, wurden im 1. Jahrhundert v. Chr. besiegt. Der Punische Krieg mit Karthago hatte indirekt einen gro√üen Einfluss auf den r√∂mischen Weinbau. Neben der Erweiterung des kulturellen Horizonts kamen die R√∂mer in den Besitz des Schriftwerks von Mago. Die 26 B√ľcher von Mago wurden im Jahr 146 v. Chr. ins Lateinische und Griechische √ľbersetzt. Plinius, Columella, Varro und Gargilius Martialis nahmen in ihren Werken immer wieder Anleihen.

Das goldene Zeitalter

W√§hrend einiger Jahrhunderte genoss der griechische Wein h√∂chstes Ansehen. Die einheimischen Produkte waren deutlich preiswerter. Erst im 2. Jahrhundert v. Chr. sch√§lten sich die erstklassigen Produktionsorte des r√∂mischen Reiches heraus. Der Jahrgang 121 v. Chr., das Jahr, in dem Lucius Opimius Consul war, genoss in der Literatur einen √ľberragenden Ruf. Neben einer √ľppigen Ernte waren die Weine sehr langlebig. Plinius der √Ąltere beschrieb ausf√ľhrlich die damaligen Ersten Gew√§chse. Die Qualit√§t des Weins wurde allein der Rebsorte sowie dem Jahrgang zugesprochen. Aus den Aufzeichnungen jener Zeit sind uns die Gemeinden Genuense (heutiges Genua), Raeticum (bei Verona, Venetien), Mutinense (das heutige Modena), Lunense (Gebiet bei Carrara), Patavinum (das heutige Padua), Adrianum, Faventinum, Praetutium (Wein aus Ancona), Spoletinum, Graviscanum, Caeres, Sabinum (Wein aus der Region Sabina, Latium), Picens, Tiburtinum, Nomentanum, Aequicum, Vaticanum, Setinum, Signinum, Veliternum, Ardeas, Fundanum, Caecubum, Falernum, Faustianum, Literninum, Surrentinum, Paelignum, Carseolanum, Marsum, Aricinum, Sulmoniense, Caucinianum, Statianum, Caulinum, Massum, Pompejanum, Labicanum, Albanum, Praenestinum, Formianum, Trebellicanum, Gauranum (Wein vom Monte Gauro in Kampanien), Beneventanum, Geminianum, Marianum, Buxentinum, Tarentinum (das heutige Taranto), Lagaritanum, Thurinum, Consentinum und Reginum. Auf Sizilien werden die Gemeinden Aluntinum, Mesopotamium, Mamertinum, Potitianum, Tauromenitanum, Catieniense und Adrumenitanum bekannt. Auf dem H√∂hepunkt des goldenen Zeitalters wurde der Konsum auf 1,8 Millionen Hektoliter gesch√§tzt; genug um jeden B√ľrger (inkl. der Kinder) mit einem halben Liter Wein pro Tag zu versorgen.

Pompeji

Ein Mosaik aus einer Gaststätte in Pompeji, das die Weinlese in der Umgebung zeigt

Das im S√ľden von Neapel gelegene Pompeji war eines der f√ľhrenden Anbauzentren des R√∂mischen Reichs. Die Weinbauern der Region belieferten nicht nur die Hauptstadt sondern auch die r√∂mischen Provinzen. Amphoren mit den Stempeln pompejischer H√§ndler fanden die Arch√§ologen in der N√§he von Bordeaux, Narbonne, Toulouse sowie in Spanien. Aufgrund der hohen Popularit√§t der Weine dieser Region darf davon ausgegangen werden, dass in den Amphoren nicht immer Wein aus Pompeji exportiert wurde.

Der Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 hatte auf die Weinversorgung und den Weinbau weitreichende Folgen. Die Rebfl√§chen am Vesuv waren zerst√∂rt und die Lagerware des Weinjahrgang 78 unter den Lavastr√∂men begraben. Das Gleichgewicht von Angebot und Nachfrage war nachhaltig gest√∂rt, da auch der Hafen zum L√∂schen der Waren aus den Provinzen nicht mehr zug√§nglich war. Der Preis des Weins stieg dramatisch an. Das Getr√§nk, das eigentlich zur Alltagskultur der R√∂mer geh√∂rte, war nur den reichen Bewohnern zug√§nglich. In der Folge wurden etliche neue Rebfl√§chen angelegt. Wegen der hohen Preise f√ľr den Wein wurden sogar Getreidefelder aufgegeben und in Rebg√§rten umgewandelt. Dies f√ľhrte nach nur wenigen Jahren zu einem √úberangebot an Wein mit entsprechend fallenden Preisen. Schlimmer war jedoch die Knappheit an Getreide. Im Jahr 92 erlie√ü daher Kaiser Domitian ein Edikt, das die Neuanlage von Weing√§rten in Rom untersagte. Zudem ordnete er an, die H√§lfte der Rebfl√§chen in den Provinzen zu roden. Offensichtlich wurde die Einhaltung der zweiten Ma√ünahme kaum kontrolliert. Das Edikt blieb schlie√ülich 188 Jahre in Anwendung und wurde erst durch Probus im Jahr 280 aufgehoben.

Die Erweiterung der Weinbauflächen auf die Provinzen

Eine der bis heute nachwirkenden Einfl√ľsse der r√∂mischen Herrschaft in den Provinzen ist die Einf√ľhrung eines gut aufgestellten Weinbaus sowie eines fl√§chendeckenden Weinhandels. Die r√∂mischen Siedlungen wurden von ehemaligen Soldaten errichtet und bewohnt. Etliche dieser Soldaten wuchsen in Italien in Familien auf, die bereits Weinbau betrieben. Die Soldaten nutzten ihr Wissen und legten in der N√§he der Siedlungen Weinberge an. Wenngleich ein Import italienischer und griechischer Rebst√∂cke praktiziert wurde, nutzten die Siedler auch lokale Rebsorten.

Mit dem Aufstieg der Römischen Republik zum Römischen Reich nahm der logistische Aufwand und die Komplexität des Weinhandels zu. Die Weine der italienischen Halbinsel genossen im ganzen Reich einen hervorragenden Ruf. Eine Sonderstellung genossen die Gewächse aus Pompeji.[1] Ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. exportierten die ersten Weinbaugebiete der Provinzen nach Rom.[2]

Das Mittelalter

Der Zusammenbruch des römischen Reichs setzte dem Weinbau zwar kein Ende, doch der Niedergang bedeutete das Ende des Marktes der feinen Qualitätsweine. Die Situation gleicht in der Zeit, wo die Goten und dann die Langobarden Italien beherrschen, jener von 400 Jahren zuvor. Der Wein wurde flächendeckend als wichtiges Element des Selbstversorgers gesehen, wobei das Hauptaugenmerk eher auf Menge denn auf Qualität gerichtet war.

Das fr√ľhe Mittelalter ist eine Zeit der Stagnation, in der Handel nur noch sehr regionale Bedeutung hat. Diese Zeit des Stillstands wird erst im 11. Jahrhundert durchbrochen, als Oberitalien mit Genua und Venedig zur politisch und wirtschaftlich wichtigsten Region Europas aufsteigt. In den n√§chsten drei Jahrhunderten verdoppelte sich die Einwohnerzahl Italiens auf acht Millionen Einwohner. Die Bewohner des Landes zogen insbesondere im Norden Italiens in St√§dte. In der Folge kommt es zu einer klaren Trennung von landwirtschaftlicher T√§tigkeit und Handel. S√ľdlich von Florenz jedoch kommt es nicht zu dieser Stadtflucht, so dass es in Regionen wie der Toskana bei einem Feudalsystem mit beiden T√§tigkeiten (Landwirtschaft und Handel) kommt.

Als Grund f√ľr die St√§rke Norditaliens gilt die Monopolstellung im Handel von Luxusg√ľtern (Wein, Wolle, Seide) √ľber ganz Europa. Als es m√∂glich wurde, mit Krediten zu arbeiten, entwickelte sich Florenz zur Bankenhauptstadt Europas. Aus dieser Zeit stammt das noch heute bekannte Haus Antinori, das mit den Gewinnen aus dem Bankwesen in die Handelst√§tigkeit rund um den Wein der Toskana investierte und ebenfalls gro√üe L√§ndereien erwarb.

Geographie und Klima

In Italien dominieren das Gebirge sowie das Mittelmeer die Landschaft. Im Norden schirmen die Alpen den Stiefel vor Schlechtwettereinfl√ľssen ab, und innerhalb des Stiefels ziehen sich die Apenninen √ľber die gesamte L√§nge bis zur Spitze in Kalabrien. Verallgemeinerungen lassen sich auf einer L√§nge von mehr als 1200 km nicht machen. Ein gemeinsamer Nenner ist jedoch, dass die besseren Qualit√§tsweinlagen fast immer Hanglagen sind. Die fetteren B√∂den der Tallagen werden seit jeher f√ľr den Anbau von Getreide, Obst und Gem√ľse genutzt. Die kargeren Hanglagen sind dem Wein und der Olive vorbehalten.

Rebsorten

Trotz dramatischer Veränderungen aufgrund der Rebkrankheiten Mehltau und Reblaus sind immer noch ca. 1000 Rebsorten registriert. Immerhin 400 Sorten sind im Regelwerk der DOC zugelassen oder empfohlen. Die in Italien wichtigsten Rebsorten sind die Barbera, Malvasia, Montepulciano, Nebbiolo, Sangiovese sowie die Sorte Trebbiano. Daneben werden selbstverständlich fast alle international bekannten Rebsorten wie Chardonnay, Merlot etc.angebaut.

Die in einer DOC zugelassenen Rebsorten werden in den einzelnen Artikeln beschrieben.

Rote Rebsorten

Weiße Rebsorten

Etikettierung

√úbersetzungen der wichtigsten Begriffe eines Etiketts.

  • Abboccato: halbtrocken, leicht lieblich
  • Amabile: lieblich, meist etwas s√ľ√üer als Abboccato
  • Amaro: bitter oder sehr trocken
  • Annata: Jahrgang
  • Asciutto: sehr trocken, herb
  • Aspro: herb
  • Bianco: Wei√ü, Vino bianco: Wei√üwein
  • Bicchiere: Trinkglas oder Weinglas
  • Bordolese: Die typische Flaschenform der Weine aus Bordeaux
  • Botte: Fass
  • Cantina: Weinkellerei, auch Bar
  • Cantina sociale: Winzergenossenschaft
  • Cacina: Weingut oder Hof, haupts√§chlich in Norditalien gebr√§uchlich
  • Classico: Der Wein stammt aus der am besten geeigneten Gegend eines Weinbaugebiets, zum Beispiel Chianti Classico, ‚Ķ
  • Cerasuolo: kirschrot, Beschreibung der Weinfarbe
  • Consorzio: regionale Winzervereinigung
  • Denominazione di Origine Controllata e Garantita: Qualit√§tssiegel
  • Dolce: sehr s√ľ√ü
  • Etichetta: Etikett
  • Ettaro: Hektar
  • Enologo: Weinfachmann, Weinkenner
  • Fattoria: Weingut, Ausdruck ist in Mittelitalien sehr gebr√§uchlich
  • Fiasca (Mehrzahl Fiasche): dickbauchige, strohumh√ľllte Flasche
  • Frizzante: perlend, halbsch√§umend. Ein Perlwein mit max. 3 Atm. Druck (siehe auch Spumante).
  • Imbottigliato da: abgef√ľllt von ‚Ķ
  • Imbottigliato all'origine da: Erzeugerabf√ľllung von ‚Ķ
  • Ombra: im Veneto gebr√§uchlicher Ausdruck f√ľr ein Glas Wein; giro delle ombre: Verkostrundgang
  • Passito: aus getrockneten Trauben bereiteter Wein
  • Podere: kleines Weingut
  • Profumo: Duft oder Geruch, bei Weinbeschreibung
  • Riserva: l√§nger gelagerter Wein. Die Mindestdauer ist in den Regelwerken der Weingesetze festgelegt. Meist betr√§gt die Dauer ca. drei Jahre.
  • Rosato: Ros√©wein
  • Rosso: rot, Vino rosso: Rotwein
  • Sapore: Geschmack
  • Secco: trocken
  • Spumante: sch√§umend. Ein Schaumwein mit √ľber 3 atm Druck (siehe auch Frizzante).
  • Stravecchio: sehr lang gereifter Wein, beispielsweise bei Marsala gebr√§uchlich
  • Tappo: Korken (il vino sa di tappo: der Wein korkt)
  • Tappo fungo: Korken in Pilzform, vor allem f√ľr die Schaumweine gebr√§uchlich
  • Tappo raso: normaler Korken, gebr√§uchlich in Verbindung mit Prosecco
  • Tenuta oder Tenementi: Weingut oder Besitz
  • Taglietto: in Friaul gebr√§uchlicher Ausdruck f√ľr ein Glas Wein, friulanisch: tajut
  • Uva: Traube
  • Vecchio: alt, Bezeichnung von Weinen mit langer Lagerzeit; siehe auch Stravecchio
  • Vendemmia: Jahrgang oder Weinlese
  • Vendemmia tardiva: Sp√§tlese
  • Vigna, Vigneto: Weinberg
  • Vinicolo: Adjektiv: Wein‚Ķ.. casa vinicola, consorzio vinicolo, produzione vinicola,regione vinicola
  • Viticoltore: Weinbauer, Winzer
  • Vino d¬īannata: Jahrgangswein
  • Vino battezzato: verw√§sserter (getaufter) Wein
  • Vino da banco oder Vino ordinario: einfacher Wein, h√§ufig Fassware
  • Vino tipico: Landwein
  • Vino novello: neuer Wein
  • Vino selezionato: Auslese
  • Vino di qualit√°: Qualit√§tswein
  • Vino tagliato: Verschnitt
  • Vino da pasto: Tafelwein
  • Vino da tavola: Tischwein
  • Vino sfuso: offener Wein
  • Vino tinto: mit Deckwein farbverst√§rkter Wein
  • Vino liquoroso: aufgespriteter Wein
  • Vite: Rebe
  • Vitigno: Rebsorte

Aostatal

Aostatal

Das Valle d'Aosta ist die kleinste Verwaltungseinheit Italiens. Durch die gebirgige Lage in der N√§he des Mont Blanc ist die Weinwirtschaft nur in sehr g√ľnstig gelegenen Parzellen m√∂glich. Von den insgesamt 40.000 Hektoliter Aostawein aus einer Rebfl√§che von 635 Hektar entsprechen gerade einmal 10 % den Bedingungen einer DOC, der DOC Valle d'Aosta; der Rest wird als einfacher Landwein lokal durch den bl√ľhenden Tourismus beg√ľnstigt abgesetzt. Es gibt sieben anerkannte Zonen: Morgex et La Salle, Enfer d'Arvier, Torette, Nus, Chambave, Arnad-Montjovet und Donnas. Im oberen Teil des Tals, bei den Gemeinden Morgex und La Salle liegen die h√∂chstgelegenen Weinberge Europas auf einer H√∂he von 900 - 1300 m. Dort werden trockene, lebhafte Wei√üweine zum schnellen Genuss im Sommer angebaut.

Im mittleren Teil des Tals werden Rotweine als Verschnitt aus den einheimischen Rebsorten Petit Rouge und Vien de Nus hergestellt. In besonders beg√ľnstigten Lagen kommen mittlerweile international bekannte Rebsorten wie der Chardonnay, Gamay oder der Nebbiolo zum Einsatz; sie kommen zwar nicht zur vollen Entfaltung, haben aber durchaus einen eigenen und interessanten Charakter.

Bedingt durch den schwierigen Anbau sind die Weine generell recht teuer und werden sich daher nie zu einem Exportschlager entwickeln können.

Bekannteste Weinhäuser: Les Crêtes in Aymavilles, Lo Triolet in Introd und La Crotta di Vegneron in Chambave.

DOC Weine im Aostatal

Blanc de Morgex et de La Salle, Enfer d'Arvier, Torette, Nus, Chambave, Arnad-Montjovet und Donnaz (oder Donnas)

Piemont

Piemont

Piemont ist Italiens gr√∂√üte Verwaltungseinheit und liegt im Nordwesten Italiens. Hauptstadt des Lands am Fu√ü der Berge (= √úbersetzung des Namens Piemont oder Piedmont) ist Turin. In den Provinzen Alessandria, Asti, Cuneo, Torino und Vercelli stehen 54.800 Hektar Rebfl√§che zur Verf√ľgung auf denen 3.267.000 hl Wein erzeugt wird. Der durchschnittliche Anteil an Qualit√§tsweinen betr√§gt etwa 35 %. Piemont verf√ľgt √ľber 52 DOC(G) Bereiche.

Schwerpunkt des Weinanbaus ist die Region der Langhe, eine H√ľgellandschaft in der N√§he der Stadt Alba, ebenfalls Heimat der wei√üen Tr√ľffel. Hier werden der Barolo sowie der Barbaresco, zwei der gro√üen Weine Italiens, erzeugt. Beide Weintypen haben in den letzten Jahren gro√üe Ver√§nderungen durchgemacht. Die fortschrittlichen Erzeuger bereiten weiterhin gro√üartige Weine, die jedoch zug√§nglicher und ausgeglichener als fr√ľher sind.

Der unkomplizierte Dolcetto ist weiterhin sehr beliebt, gewinnt aber stetig an Profil und Qualität. Krönung der Arbeit ist sicherlich die Anerkennung des Dolcetto di Dogliani Superiore zum DOCG - Wein im Juli 2005 und des Dolcetto di Dogliani Superiore im September 2008.[3]

Piemont ist der bedeutendste Vermouth - Hersteller der Welt. Das Getr√§nk besteht zu mindestens 70 % aus Wein. Die bekanntesten Hersteller sind Martini&Rossi, Cinzano, Carpanoo, Gancia, Riccadonna und Cora.

Die zwölf DOCG Gebiete im Piemont

Asti, Barbaresco, Barbera d’Asti, Barbera del Monferrato, Barolo, Brachetto d’Acqui, Dolcetto di Dogliani Superiore o Dogliani, Dolcetto di Ovada Superiore o Ovada, Gattinara, Gavi, Ghemme, Roero (Roero Arneis, Roero Arneis Spumante).

DOC Weine im Piemont

Albugnano, Alta Langa, Barbera d’Alba, Boca, Bramaterra, Caluso Passito, Canavese, Carema, Cisterna d’Asti, Colli Tortonesi, Collina Torinese, Colline Novaresi, Colline Saluzzesi, Cortese dell’Alto Monferrato, Coste della Sesia, Dolcetto d’Acqui, Dolcetto d’Alba, Dolcetto d’Asti, Dolcetto delle Langhe Monregalesi, Dolcetto di Diano d’Alba, Dolcetto di Dogliani, Erbaluce di Caluso, Fara, Freisa d’Asti, Freisa di Chieri, Gabiano, Grignolino del Monferrato Casalese, Grignolino d'Asti, Langhe, Lessona, Loazzolo, Malvasia di Casorzo d'Asti, Malvasia di Castelnuovo Don Bosco, Monferrato, Moscato d'Asti, Nebbiolo d’Alba, Piemonte, Pinerolese, Rubino di Cantavenna, Ruchè di Castagnole Monferrato, Sizzano, Verduno.

Lombardei

Lombardei

Trotz des eher gesch√§ftigen Eindrucks dieser bev√∂lkerungsreichsten Region Italiens rund um Mailand spielt der Weinbau keineswegs eine untergeordnete Rolle. Mit ca. 1,6 Mio. hl Menge aus 26.951 Hektar Rebfl√§che werden bekanntere Regionen wie Friaul oder Umbrien deutlich in den Schatten gestellt. Aufgrund seiner Gr√∂√üe und Diversifizierung gelingt es der Region jedoch nicht, ein Qualit√§tsimage wie zum Beispiel in der Toskana oder im Piemont aufzubauen. Die wichtigsten Weinbauregionen in der Lombardei sind das Valtellina, Oltr√®po Pavese sowie Franciacorta

Die vier DOCG Gebiete der Lombardei

Franciacorta, Oltrepó Pavese metodo classico, Sforzato di Valtellina o Sfursat di Valtellina, Valtellina Superiore.

Franciacorta nur f√ľr Schaumwein. Der DOCG Valtellina Superiore darf nur diesen Bezeichnung tragen, wenn er aus der Rebsorte Chiavennasca(Nebbiolo)hergestellt wird und aus den Gebieten von Sassella, Grumello, Inferno, Maroggia oder Valgella kommt. Dazu ist 2007, der Oltrepo Pavese nur als Schaumwein in Methode Classico und wei√ü gekeltert aus der Rebsorten Pinot Noir (mind. 70 %) und Chardonnay, hinzugekommen.

DOC Weine in der Lombardei

Botticino, Capriano del Colle, Cellatica, Franciacorta, Garda, Garda Bresciano, Garda dei Colli Mantovani, Lambrusco Mantovano, Lugana, Oltrepò Pavese, Riviera del Garda Bresciano, San Colombano al Lambro, San Martino della Battaglia, Valcalepio, Valtellina

IGT Weine in der Lombardei

Alto Mincio, Benaco Bresciano, Bergamasca, Collina del Milanese, Montenetto di Brescia, Provincia di Mantova oder Mantova, Provincia di Pavia oder Pavia, Quistello, Ronchi di Brescia, Sabbioneta, Sebino, Terrazze Retiche di Sondrio, Valcamonica

Ligurien

Ligurien

Ligurien mit der Hauptstadt Genua ist die nach dem Aostatal und dem Molise drittkleinste Region Italiens. Die Gesamtweinproduktion bel√§uft sich auf ca. 300.000 hl bei 4.837 Hektar Rebfl√§che. Nur 6 % dieser Produktion ergeben Qualit√§tsweine. Das zerkl√ľfftete Gebiet zwischen Frankreich und der Toskana sowie die kleinen Einzelbesitzungen stehen einer hohen Qualit√§t im Wege. Gleichwohl erlebt der s√ľsse Dessertwein der Cinqueterre, der Sciaccetr√†, eine Renaissance.

Im Bereich der Wei√üweine konzentriert man die Bem√ľhungen auf die wei√üen Rebsorten Vermentino, Pigato und Bosco; im Bereich Rotwein auf die roten Sorten Rossese, Sangiovese und Dolcetto. Im Jahr 1970 wurden noch 123 Traubensorten gez√§hlt; die meisten davon sind verschwunden.

Der Weinbau hat auch in Ligurien schon lange Tradition, wie wir von Plinius dem √Ąlteren erfahren k√∂nnen. F√ľr die geschichtliche Entwicklung des Weinbaus in Ligurien sind zwei Elemente von entscheidender Bedeutung:

  • das schwierige Gel√§nde, das nur eine begrenzte Verf√ľgbarkeit von Rebfl√§chen bietet und auch im 19. Jahrhundert zu Landflucht f√ľhrte.
  • einfacher zu verdienendes Geld mit dem Anbau von Blumen und Gem√ľse in Treibh√§usern

DOC Weine in Ligurien

Rossese di Dolceacqua, Riviera di Ponente, Cinqueterre, Colli di Luni, Colline di Levanto, Golfo del Tigullio, Val Polcevera. Ormeasco di Pornassio

IGT Weine in Ligurien

Colline Savonesi, Golfo dei Poeti, Colline Genovesato

Trentino und S√ľdtirol

Trentino und S√ľdtirol

Trentino und S√ľdtirol bilden eine zusammenh√§ngende Region mit etwa 12.800 Hektar Rebfl√§che, wovon 60% im Trentino liegen. Die Grenze beider Gebiete bildet die Salurner Klause, eine Engstelle des Flusses Etsch. In beiden Gebieten hat der Gro√üteil der Weine DOC-Status (in S√ľdtirol √ľber 90%). In der pro Fl√§cheninheit geernteten Menge, der Produzentenstruktur und in den durchschnittlich erzielten Weinpreisen haben sich die Gebiete auseinanderentwickelt. Im Trentino dominieren drei Riesengenossenschaften den Markt und vermarkten den Gro√üteil der Weine im unteren Preissegment. In S√ľdtirol f√ľhren √ľber 10 Kellereigenossenschaften, sowie etwa 30 Privatkellereien und 100 Winzer im Wettbewerb zu niederen Anbaumengen (freiwillige Reduktion), Weinpreisen im mittleren Segment und hoher Anerkennung, besonders der Wei√üweine, in Italien.[4]

DOC Weine im Trentino

Trentino, Sorni, Casteller, Teroldego Rotaliano, Valdadige, Nosiola, Vino Santo Trentino, Rebo, Lagrein, Marzemino

DOC Weine in S√ľdtirol

S√ľdtiroler, Bozner Leiten, Kalterer See, Meraner, St. Magdalener, Terlaner, Eisacktaler, Vinschgau

Venetien

Venetien

Venetien (italienisch ‚ÄöVeneto‚Äė) erstreckt sich westw√§rts bis an den Gardasee und nordw√§rts bis an die Alpen sowie lokal an die Grenze zu √Ėsterreich. Hauptstadt Venetiens ist Venedig. Geographisch gesehen ist Venetien die vielf√§ltigste italienische Weinanbauregion. Einerseits ist ein Drittel von Gebirgsz√ľgen bedeckt, andererseits verf√ľgt die Region in der zentralen Ebene √ľber ausgedehnte Reisfelder und √ľber einen gro√üen K√ľstenstreifen. Dementsprechend verf√ľgt Venetien √ľber eine breite Palette von Weinstilen, die auf einer Rebfl√§che von 75.315 Hektar erzeugt werden. Auf knapp 25 % dieser Fl√§che werden Qualit√§tsweine mit DOC Status angebaut.

Die wenigen K√ľstenweine sind in der Regel bedeutungslos. Im h√ľgeligen Hinterland wird fast ausnahmslos Wei√üwein angebaut. Gro√üe Weine mit Ausdruck sind selten; jedoch der im Gebiet des Valpolicella angebaute Amarone gilt neben dem Barolo und dem Brunello als einer der drei gro√üen Rotweine Italiens. Es √ľberwiegen ordentliche Durchschnittsqualit√§ten.

Die acht DOCG Gebiete im Venetien

Bardolino Superiore, Recioto di Gambellara, Recioto di Soave, Soave Superiore, Conegliano Valdobbiadene - Prosecco, Colli Asolani - Prosecco, Amarone della Valpolicella, Recioto della Valpolicella

DOC Weine in Venetien

Amarone, Arcole, Bagnoli oder Bagnoli di Sopra, Bardolino, Bianco di Custoza, Breganze, Colli Berici, Colli di Conegliano, Colli Euganei, Gambellara, Lessini Durello, Lison Pramaggiore, Merlara, Montello e Colli Asolani, Piave ode Vini del Piave, Prosecco, Soave, Valpolicella, Vicenza.

IGT Weine in Venetien

Alto Livenza, Pinot Grigio del Veneto I.G.T.

Friaul

Daten & Fakten

Im Weinbaugebiet [Friuli Venezia Giulia]] erfolgt der Weinanbau nachweislich schon seit der Bronzezeit, mithin seit 3000 Jahren.[5]

Weinanbau und Ergebnisse in Friaul[6]
Kategorie Fläche (Hektar) Weinproduktion (Hektoliter) Anteil Qualitätsweine (Prozent)
DOCG 118,69 2693 0,2
DOC 9.472 607.628 44,3
IGT 676 762.042 55,5
Gesamt 16.327 1.372.364 100

Friaul-Julisch Venetien

Das Anbaugebiet Friaul-Julisch Venetien, meist nur kurz Friaul liegt zwischen √Ėsterreich, Slowenien und der Ebene von Venetien. Die Hauptstadt der Region ist Triest. Obwohl die Region historisch unter wechselhaftem Einfluss gestanden hat und oft in Kriegshandlungen verwicklelt war, wird seit der Antike durchgehend Wein angebaut. Durch verbesserte Kellermethoden wie die gek√ľhlte G√§rung ist die Gegend zur wohl besten Wei√üweinregion Italiens aufgestiegen, obwohl noch Rotwein angebaut wird. Die Unterregionen Collio, Colli Orientali, Isonzo und Carso erzeugen die hochwertigsten und langlebigsten Wei√üweine. Trotz der herausragenden Stellung finden sich zunehmend Konkurrenz in Regionen, die erst seit kurzer Zeit Spitzenweine produzieren. Viele Winzern haben sich von den internationalen Sorten verabschiedet und ersetzen sie mehr und mehr mit den alten einheimischen, besonders dem Friulano. In den autochthonen Sorten liegt das gr√∂√üte Qualit√§tspotenzial des Friaul.

Geographie und Klima

Die Region Friuli Venezia Giulia grenzt im Norden an √Ėsterreich, im Osten an Slowenien, im S√ľden an das adriatische Meer und im Westen an Venetien. Die Hauptstadt der Region ist die Hafenstadt Triest. Die H√§nge der Julischen Alpen schirmen das Friaul ab gegen kalte Winde aus dem Gebirge und aus Russland, so sind die Reben vor den gef√ľrchteten Sp√§tfr√∂sten sicher.

Die warmen Luftstr√∂mungen aus der venezianischen Lagune sorgen dazu f√ľr deutlich h√∂here Temperaturen als im Hinterland. Diese Sandwich-Situation ist ein gro√üer Vorteil. Die warmen Winde ventilieren auch die Feuchtigkeit aus den Weinbergen. Im Friaul regnet es bis zu dreimal so viel wie etwa in den niederschlagreichen deutschen Weinanbaugebieten. Der meiste Niederschlag f√§llt im Winter und Fr√ľhjahr, so dass die Reben keinen Schaden nehmen. Durch die hei√üen Sommer ernten die Winzer meist relativ fr√ľh. In den besseren Lagen weit oben in den Bergen finden sich wechselnde Kleinklimate, deren Einfluss noch nicht umfassend gekl√§rt ist.

Geologie

Vor 50 Millionen Jahren war das Friaul ein Meeresbecken, auf dessen Boden sich Lehm und Schlick ablagerten, der nach und nach die Korallenb√§nke bedeckte. Mit der geologischen Formung der Alpen hob sich die Ebene schlie√ülich als Kalkstein √ľber den Meeresspiegel. Diese kargen Stein-Schichtungen namens ‚Äô‚Äôponca‚Äô‚Äô sieht man √ľberall in der Region. Durch den Druck ihres Eigengewichts verdichteten sich die kleinteiligen S√§nde zwar. Aber die Strukturen zerfallen an der Luft wieder zu kleinen Steinen. Das macht den Boden locker, mineralisch und n√§hrstoffarm. Alle drei Eigenschaften sind geradezu ideal f√ľr Weinreben. Denn sie schlagen ihre Wurzeln leicht ins Erdreich, stehen nicht im Wasser, finden in Trockenphasen Feuchtigkeit, m√ľssen aber die knappen N√§hrstoffe m√ľhevoll aus der Tiefe holen. So nehmen sie viele Mineralstoffe auf, die sp√§ter f√ľr Weine hoher Qualit√§t sorgen.

Der Boden ist so locker, dass die Erosion die Bergk√§mme in wenigen Jahren zerfallen l√§sst. Fr√ľher als in anderen Anbaugebieten pflanzten die Winzer deshalb zwischen die Rebzeilen Gras, dessen Wurzeln die Erosion aufhalten. Die Begr√ľnung von Rebzeilen geh√∂rt heute zum Standard f√ľr Weine guter Qualit√§t. Am Fu√ü der Berge sind die meisten gr√∂√üeren Brocken schon zerrieben und verdichten sich zu Schlamm, der getrocknet so hart wird, dass der Boden nicht maschinell bearbeitet werden kann. Deshalb bieten nur die Endmor√§nen um die weiten Ebenen Lagen f√ľr Spitzenweine. Das Friaul hat neun Unterzonen, von denen die Bergregionen Collio, Colli Orientali, Isonzo und seit einigen Jahren Carso die besten Weine produzieren. An den bevorzugten H√§ngen gibt es sehr unterschiedliche Lagen. Ist das Gestein rot, liegt ein bedeutsamer Eisenanteil vor. Mangan und anderen Mineralien bestimmen den blauen Boden. Im Collio und Colli Orientali del Friuli (COF) sind Anteile von Ton und Sandstein vertreten. Diese gelten als ideal, weil sie meist mittelschwere Weine mit der richtigen Balance von S√§ure und Alkohol hervorbringen.

Im Westen der Region erstreckt sich eine weite Ebene aus Schwemmlandb√∂den, in denen Fl√ľsse Kiesel, also Silikatsteine, abgelagert haben. Dort werden vor allem bessere Alltagsweine, oft Pinot Grigios, produziert. Leichtere Weine werden auch zwischen Palmanova und Aquileia erzeugt, wo sandige B√∂den und gr√∂√üere Weing√ľter vorherrschen.

Qualitätsstufen und Gebietseinteilung

Im Friaul gibt es drei allgemeine Herk√ľnfte (IGT): Venezia Giulia, delle Venezie und Alto Livenza mit insgesamt 6.736,54 Hektar. Insgesamt neun DOC-Herk√ľnfte belegen 9.472,08 Hektar. Nur Picolit und Ramandolo, die zusammen 118,69 Hektar gro√ü sind, haben DOCG-Status

Collio Goriziano (meist einfach Collio) DOC

Das Collio ist seit 1968 als DOC-Zone anerkannt und das wichtigste Weinbaugebietim Friaul. Eine hohe Zahl von Spitzenwinzern ist im In- und Ausland unter Kennern renommiert f√ľr langlebige Wei√üweine, deren Anteil mehr als 80 % auf den 1320 Hektar Anbaufl√§che betr√§gt. Mineralische ‚Äô‚Äôponca‚Äô‚Äô-B√∂den marinen Ursprungs herrschen vor. Der Hauptort hei√üt Corm√≤ns. Spezialit√§t der Region ist die autochthone Traube Ribolla Gialla aus den Weinbergen um Oslavia und Gorizia. Mengenm√§√üig sind die wichtigsten Rebsorten Pinot Grigio, Sauvignon blanc und Friulano. Ribolla Gialla ist jedoch ein wichtiger Image-Tr√§ger.

Collio Bianco

Mit seinen Nachbarregionen Colli Orientali und Isonzo teilt das Collio Gorizano den Collio Bianco. F√ľr die Cuv√©e sind insgesamt zw√∂lf Rebsorten zugelassen, die darin ihre individuellen St√§rken ausspielen k√∂nnen. Der Winzer kann √ľber die Mengenanteile frei entscheiden. Im Anbau profitieren sie von einigen sehr wertvollen Standortvorteilen. So entstehen Weine, die in Ihrer Tiefe und Vielschichtigkeit ihres gleichen suchen. Werden Wei√üweine in Italien traditionell so schnell wie m√∂glich in Flaschen gef√ľllt und verkauft, steigert sich der Collio Bianco merklich, wenn er mehr Zeit im Keller bekommt. Die wei√üen Cuv√©es haben die au√üergew√∂hnliche F√§higkeit, viele Jahre in der Flasche zu reifen und dabei immer vielschichtigere Aromen zu entwickeln.

Die subtilen Fruchtnoten werden feiner, fusionieren zu einem dichten Kern, um den sich Reifearomen wie Mandeln und Honig anlagern. Ein neuer und ein einj√§hriger Wein lassen das oft noch nicht vermuten. F√ľr die Alterungsf√§higkeit von Weinen wird oft die Rebsorte verantwortlich gemacht. Einige wie Chardonnay gelten als sehr lagerf√§hig, w√§hrend f√ľr andere wie zum Beispiel M√ľller-Thurgau vorausgesagt wird, dass die Weine bald erm√ľden. In den meisten F√§llen bewahrheitet sich das auch. Aber nicht beim Collio Bianco. Fast jede Cuv√©e enth√§lt potenziell haltbare und weniger haltbare Reben. Daran kann es also nicht liegen. Chemiker verweisen gerne auf die S√§ure. Ein hoher S√§uregehalt hemmt Oxidations- und andere Zerfallsprozesse. Collio Bianco hat aber vergleichsweise wenig S√§ure. So wenig, dass Winzer manchmal um die Klassifikation ihrer Weine besorgt sind, wenn sie die in den Statuten festgelegten S√§urewerte nur knapp erreichen.

Colli Orientali del Friuli (COF) DOC

COF ist mit 1945 Hektar ein gro√ües Anbaugebiet mit Weinbergen in den H√ľgeln, wo viele Spitzenwinzer ihre Lagen haben, und der Ebene, aus der vorwiegend Alltagsweine kommen. In puncto Qualit√§t sind die Colli Orientali nach dem Collio das zweitwichtigste Gebiet. Die politisch gewollten Unterzonen Cialla und Rosazzo haben im Markt keine Bedeutung. Innerhalb der Grenzen des COF wachsen auch die DOCG-S√ľ√üweine Ramandolo und Picolit. Angrenzend an das Collio sind auch hier die besten B√∂den mineralische ‚Äô‚Äôponca‚Äô‚Äô-Schichten marinen Ursprungs. Die Weinhauptstadt des Gebietes hei√üt Cividale del Friuli. Die wichtigsten Rebsorten sind Friulano, Merlot, Sauvignon Blanc und Pinot Grigio. Wichtig f√ľrs Image sind au√üerdem die beiden roten, ortsst√§mmigen Sorten Schiopettino und Pignolo .

Friuli Isonzo DOC

Das drittwichtigste Anbaugebiet ist Friuli Isonzo und wurde 1974 als DOC-Zone anerkannt. Es grenzt ebenso ans Collio. Die meisten Reben stehen auf Schwemmlandböden in der Ebene. Dennoch kommen einige der besten Weine der 1165 Hektar großen Region hierher. Friuli Isonzo ist in die Zonen Rive Alte und Rive Giare aufgeteilt, die rechte und die linke Seite des Flusses Isonzo. Der Hauptort heißt Gradisca d’Isonzo, die Hauptrebsorten heißen Pinot Grigio, Friulano, Sauvignon Blanc und Merlot.

Friuli Grave DOC

Als DOC-Zone anerkannt 1970 ist Friuli Grave mit 3863 Hektar das flächenmäßig größte Gebiet mit Weinbergen in der Ebene, die zuverlässige Alltagsweine und einige Spitzenweine liefern. Grave bedeutet Kiesel und diese Gesteinsart herrscht in den Schwemmlandböden vor. Die Hauptorte sind Pordenone und die Stadt Udine. Pinot Grigio und Merlot sind die wichtigsten Rebsorten.

Friuli Aquileia DOC

Friuli Aquileia heißt das historische Anbaugebiet im Umkreis der Stadt Aquileia. Auf 512 Hektar sandiger Böden produzieren große Betriebe vor allem Alltagsweine. Es gibt wenige bekannte Erzeuger. Aqulileia ist die Weinhauptstadt und die DOC-Zone wurde 1975 anerkannt. Hauptrebsorten: Refosco, Cabernet Sauvignon, Merlot.

Carso DOC

Kleines Gebiet von nur 58 Hektar auf einem schmalen Kalksteingebirgszug, der sich von Gorizia bis Triest hinzieht. Ein großer Teil des Gebietes liegt in Slowenien. Hier produzieren einige kleine Spitzenwinzer, die in der Gegend viel Ansehen genießen, eigene Rebsorten, die nirgends sonst im Friaul angebaut werden. Weinhauptstadt ist die Provinzhauptstadt Triest. Die wichtigsten Rebsorten sind Vitovska, Terrano, (beide autochthon), Malvasia und Cabernet Sauvignon. Die bedeutenden einheimischen Rebsorten Friulano und Ribolla Gialla finden sich hier nicht.

Friuli Annia DOC

Als DOC-Zone anerkannt 1995, aber mit 46 Hektar ein kleines, wenig bedeutsames Gebiet mit sandigen Böden.

Friuli Latisana DOC

Mit 198 Hektar ein nicht sehr großes und unauffäliges Anbaugebiet mit sandigen Böden, aber als DOC-Zone anerkannt 1975.

Lison Pramaggiore DOC

Von den insgesamt 290 Hektar des Lison Pramaggiore liegen nur 41 Hektar im Friaul. Es hat nur geringe Bedeutung.

Rebsorten

Das Friaul hat f√ľr eine Einzelregion ein gro√ües Spektrum an Rebsorten, darunter viele hochwertige. Trotzdem haben die Friauler Winzer in den vergangenen Jahren schmerzhaft erfahren m√ľssen, dass sie ihre herausragende Stellung teilen mussten. Eine Zeitlang waren diese Weine nach den hochpreisigen Franzosen so ziemlich das Beste, was Europa als Wei√üwein zu bieten hatte. Doch wei√üe Spitzenweine kommen inzwischen auch aus Deutschland, √Ėsterreich oder S√ľdtirol. Eben deshalb verabschieden sich immer mehr Lokalpatrioten von den internationalen Sorten und ersetzen sie mit den alten einheimischen, vor allem Friulano.

Weiße Rebsorten

Im Friaul sind 13 wei√üe Rebsorten zugelassen, darunter sehr viele hochwertige. Deren Weine sind vielschichtig und √ľberraschend lagerf√§hig. Qualit√§tsweine wie Collios gewinnen fast immer durch dekantieren.

Internationale Rebsorten
Pinot Grigio

Pinot Grigio, im Deutschen Grauburgunder und seit Jahren ein Modewein n√∂rdlich der Alpen, wird in der gesamten Region Friaul massenhaft angebaut. Mit seinen eing√§ngigen Fruchtnoten stillt er die Nachfrage nach leicht zug√§nglichem Pinot Grigio in deutschen Bars und Restaurants. Vor allem im Collio ger√§t er deutlich kraftvoller als in der weitl√§ufigen Schwemmlandebene im Westen des Friaul. Diese Weine sind die besten Pinot Grigios in Italien mit vollem, rundem K√∂rper und schweren Noten von N√ľssen und Honig.

Pinot Bianco

Angeblich kamen die ersten Pinot Bianco-Reben 1871 im Schaft der Reiterstiefel eines gewissen Theodore de la Tour nach Italien. Der Graf hatte eine österreichische Baronin mit Landbesitz im Friaul geheiratet. Wie so oft lässt sich der Wahrheitsgehalt schwer nachweisen, bis auf den Zeitpunkt. Die ersten Pinot Biancos - auf deutsch Weißer Burgunder - wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Friaul gepflanzt und haben bis heute eine besondere Feinheit im Fruchtspektrum entwickelt. Die Weine sind frisch, leicht, manchmal mit Noten von Mandeln. Nach einiger Lagerzeit kommt der Duft von Honig und Akazien dazu.

Sauvignon Blanc

Wie die meisten franz√∂sischen Sorten kam der erste Sauvignon Blanc in der zweiten H√§lfte des 19. Jahrhunderts ins Friaul. Von grasig-trockenen Weinen, wie sie in der Ursprungsregion Loire zu finden sind, reicht das Geschmacksspektrum √ľber feinfruchtige Noten von Cassis und Holunderbl√ľten bis zu schwerem Pfirsichduft. Der weltweit verbreitete Sauvignon Blanc findet im Friaul beste Wachstumsbedingungen und ergibt oft hochwertige, komplexe Weine.

Chardonnay

Chardonnay kam in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ins Friaul, trat aber erst in den 1960er Jahren als eigenständige Rebsorte hervor. Im Friaul zeigen die besseren Chardonnays ein gutes Fruchtspektrum, das die Mineralität des Bodens mit nussigen Aromen zu einer cremigen Textur am Gaumen verbindet.

Riesling, Gew√ľrztraminer, M√ľller-Thurgau

Riesling ist im Friaul ein Erbe der k.u.k.-Zeit. Das Friaul geh√∂rte mehrere hundert Jahre zur Habsburger Monarchie und wurde als Hoflieferant gesch√§tzt. Im Gegenzug brachten die √Ėsterreicher Rebsorten von n√∂rdlich der Alpen mit. Die drei Rebsorten haben allerdings heute keine besondere Bedeutung.

Ortsstämmige Rebsorten
Friulano (Tocai)

Friulano war noch bis 2008 unter dem Namen Tocai Friulano bekannt. Im Rahmen des Herkunftsschutzes europ√§ischer Weine machte die Weinregion um die ungarische Stadt Tokaj aber den Namen f√ľr sich geltend. Wie in vielen dieser Verfahren wurden z√§he Verhandlungen gef√ľhrt. Legenden wie die, dass der Friulano in der Zeit, als das Habsburger k.u.k. Reich beide Regionen umfasste, tats√§chlich von Ungarn ins Friaul gekommen sei, wurden angef√ľhrt, sogar, dass die Rebe sich auf dem umgekehrten Weg verbreitet habe. Doch Ampelographen, Rebsortenkundler, wiesen wissenschaftlich nach, dass die Sorten genetisch nicht identisch sind. Heute ist der Name auf Friulano-Etiketten nicht mehr legal. Vor allem √§ltere Winzer sprechen aber noch immer gern von Tocai Friulano, weil die Sorte unter der Bezeichnung ihr Renommee gewonnen hat. Das Wort ‚Äěfriulano‚Äú als Adjektiv zu Friuli hat im Italienischen eher einen bescheidenen Klang und gilt vielen Weinbauern nicht gerade als verkaufsf√∂rdernd. Dennoch ist Friulano die Schl√ľsselrebe der Region, nicht nur wegen des Namens. Bei der Kultivierung des Friulano herrschen zwei Stile vor. Aus dem weitl√§ufigen, flachen Grave ‚Äď das mit deutlich √ľber 6000 Hektar die gr√∂√üte Anbaufl√§che des Friaul besitzt ‚Äď kommen leicht zug√§ngliche Weine f√ľr unkomplizierten Trinkgenuss. Ihr Alkoholgehalt ist moderat, ebenso ist es der Preis. Diese Weine sind frisch, duften nach wei√üen Bl√ľten und sollten jung getrunken werden. Anders die Weine des sanft gewellten Collio, das sich nicht auf italienischen Boden beschr√§nkt, sondern weit nach Slowenien hineinreicht, die der Colli Orientali oder des kargen Schwemmlandes Isonzo. Hier nutzen die Winzer den von Natur aus √ľppigen Wuchs der Rebsorte nicht f√ľr hohe Ertr√§ge, sondern beschr√§nken die Lese-Mengen drastisch, um die Konzentration der Inhaltsstoffe zu erh√∂hen. Die Friulanos sind gehaltvoller, tiefgr√ľndiger und langlebiger, obwohl er keine hervorstechenden Eigenaromen hat wie viele andere Rebsorten. Die Weine sind fleischig mit T√∂nen von Mandeln, Brennnesseln, Bl√ľten, Zitrus und Steinobst wie Pfirsichen oder Aprikosen. Dazu kommt ein mineralischer Aspekt, der deutlich an nasse Kiesel und trockene Erde erinnert.

Ribolla gialla

Ribolla gialla ist eine weitere autochthone Rebsorte im Friaul und wird schon seit dem Mittelalter kultiviert. Lange Zeit trat sie kaum reinsortig in Erscheinung, sondern ging in Cuv√©es ein. Die Sorte hat aber qualitativ ein hohes Potenzial. Als Rebsortenwein zeigt sie eine frische S√§ure und oft den exotischen Duft von Mandarinenschalen. Die Weine sind jung oft verschlossen und unzug√§nglich und offenbaren erst nach einiger Lagerzeit eine bemerkenswerte Aromen-F√ľlle.

Picolit

Diese einheimische Rebe wird mehrheitlich f√ľr S√ľ√üweine verwendet, die oft deutlich nach Honig duften und vor allem in der Region getrunken werden.

Malvasia istriana

Die lokale Sorte Malvasia istriana wird seit dem Mittelalter in der Region angebaut und hat einen sehr eigenen Ausdruck, oft mit Noten von Aprikosen und N√ľssen. Sie gibt ihren Weinen F√ľlle und einen Pfefferton. Malvasia istriana hat eine gute Lagerf√§higkeit, die aber bisher kaum ausgelotet ist, weil es vor mehr als zehn Jahren kaum reinsortige Weine gab.

Verduzzo

Die autochthone Verduzzo wird trocken zu zitronig-leichten Weinen ausgebaut, aber auch zu S√ľ√üweinen wie dem Ramandolo, die ihren Zucker mit den Zitrusaromen abfedern.

Glera (Prosecco)

Die Sorte Glera hie√ü bis vor Kurzem Prosecco und wurde zum Synonym f√ľr einen mittlerweile weltbekannten Perlwein. Urspr√ľnglich stammt sie aus dem Ort Prosecco in der N√§he von Triest im Friaul. Der Name ist aber jetzt der Herkunft vorbehalten, und eine Rebsorte darf nicht denselben Namen tragen. Aus der Sorte Glera werden auch im Friaul einige gute Perl- und Schaumweine gemacht, die sich als einzige weiterhin Prosecco nennen d√ľrfen.

Rote Rebsorten

Fast die H√§lfte aller Weine aus dem Friaul ist rot, obwohl die Region daf√ľr wenig bekannt ist. Die meisten sind qualitativ ordentliche Alltagsweine. Die internationalen Sorten Cabernet franc, Cabernet Sauvignon und Merlot bringen die besten Ergebnisse. Es gibt aber auch eine Reihe autochthoner Rebsorten: Refosco, Pignolo, Schiopettino, Tazzalenghe, Terrano. Meist werden sie als durchschnittliche Qualit√§ten ausgebaut. In den Rebsorten liegt aber noch bislang unausgenutztes Qualit√§tspotenzial. Angesichts des gegenw√§rtigen Wei√üwein-Trends f√ľr die Region ist nicht absehbar, wann Winzer gr√∂√üere Energien in die roten Sorten setzen werden.

Internationale Rebsorten
Merlot

Eingef√ľhrt wurde der Merlot erst 1880, begann dann aber einen unaufhaltbaren Siegeszug. Noch in den sechziger Jahren war er eine Art Markenzeichen der Region. Verlangt ein Friulaner in seiner Osteria einen tajut rosso, findet sich mit ziemlicher Sicherheit ein Merlot (della casa) in seinem Glas. Bis heute sind die meisten Weine einfache fruchtige Tropfen, nicht selten mit etwas groben T√∂nen von gr√ľnen Bl√§ttern. Wenige Winzer erzeugen konzentrierte Spitzenweine.

Cabernet franc

Cabernet franc ergibt sortentypisch kr√§uterige, erdige Weine, in den oft Kirsche als Frucht vorherrscht. Es gibt einige wenige Beispiele daf√ľr, was die Sorte im Friaul rebsortenrein leisten kann. Die meisten Cabernet Francs wandern in Cuv√©es mit den Bordeaux-Sorten Cabernet Sauvignon und Merlot.

Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon zeigt ein recht breites Spektrum von Tannin-harten schlanken Weinen bis zu weichen, wuchtigen Varianten. Oft hat der Cabernet Raucharomen wie Teer.

Autochthone Rebsorten
Refosco

Refosco ist die autochthone Rebsorte mit der größten Anbaufläche im Friaul. Selten werden daraus aber herausragende Weine. Oft sind sie lila und herb. Mit verbessertem Rebmaterial könnte die Sorte an Lagerfähigkeit gewinnen. Die besten heute gebrauchten Klone sind Refosco dal Pedunculo (Deutsch: Refosco mit roten Stielen).

Cabernet

Cabernet ist eine Kreuzung aus Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc, die nicht f√ľr besondere Qualit√§ten bekannt ist. Meistens wird sie f√ľr Cuvees verwendet.

Pignolo

Die selten geflanzte rote Sorte erlebt zurzeit eine kleine Renaissance. Gute Pignolos sind dicht und sehr lagerfähig. Wegen ihrer Komplexität werden sie mitunter mit Brunello verglichen.

Schiopettino

Auch Schiopettino wird wenig angebaut, auch weil die Weinbergsarbeiten kompliziert sind. Die Sorte hat ebenso das Potenzial zu sehr dichten Lagerweinen, oft mit Gew√ľrzaromen und viel Gerbstoff.

Tazzelenghe

Tazzelenghe heißt wörtlich Zungenschneider und verdient sich ihren Namen mit ihren herben Charakter.

Terrano

Terrano ist eine Varietät des Refosco, die im Carso angebaut wird.

Weintypen

Dolce

In verschiedenen Zusammensetzungen erzeugen die Winzer im Friaul auch S√ľ√üweine. Der bekannteste ist der Picolit.

Perlweine und Schaumweine

Weine mit Kohlensäure werden meist aus der Sorte Glera gekeltert. Traditionell kommen solche Weine aus der Region um die Stadt Prosecco, nahe Triest.

Geschichte

Die ältesten Traubenkerne des Friauls fand man im Schwemmsand unter Pfahlbauten aus der Bronzezeit. Die ersten Weinbauern hatten sich also die deutlich einfacher zu bearbeitenden Flächen in der Ebene ausgesucht. Bei den antiken Römern, die vielleicht als erste den Zusammenhang zwischen Standort und Wein erkannten, war die Region unter pensionierten Berufssoldaten beliebt. Verdiente Exlegionäre hatten ein Anrecht auf eine rechteckige Parzelle, vorzugsweise mit Ulmen- und Maulbeerbaumbestand. Daran ließen sie das Lianengewächs Vinifera hochranken.

Wie so viele Errungenschaften der Antike wurden auch die Weing√§rten des Friaul ein Opfer des wissensfeindlichen Mittelalters. Die V√∂lkerwanderung sp√ľlte die Langobarden ins Friaul. Der Stamm aus dem heutigen Osten Deutschlands ruinierte die Weinkulturen f√ľr Jahrhunderte. Erst im sp√§ten Mittelalter rodeten flei√üige Benediktinerm√∂nche die wildwachsenden W√§lder und rekultivierten die Weing√§rten. Sie scheinen durchschlagende Erfolge damit gefeiert zu haben. 1307 liefen die Gesch√§fte so gut, dass die Regierung der Stadt Goriza, die noch heute einer der Hauptorte des Friaul ist, eine Weinsteuer erhob. Ob die Ma√ünahme fiskalisch durchschlug, ist nicht √ľberliefert. Es dauerte jedenfalls nicht lange, bis die Verwaltung ein allgemeines Alkoholproblem meldete. Immer mehr Betrunkene torkelten durch die Stra√üen der Stadt.

Die naturwissenschaftlichen Fortschritte in der Renaissance kamen wohl auch dem Weinbau im Friaul zugute. Aber bestimmender f√ľr die Region waren immer politische Lagen. Von der Antike bis in die Neuzeit war das Friaul oft umk√§mpft. R√∂mer und Barbaren standen sich an der Grenze zwischen Alpen und Adria gegen√ľber. Eroberer aus dem Norden suchten den Mittelmeerzugang, wer aus dem S√ľden kam, wollte sich die Passage auf den Balkan sichern. Der Name Friuli Venezia Giulia spiegelt die Geschichte der Region mit ihren wechselnden Allianzen und oft verschobenen Grenzen. Friuli bezieht auf die Friulani, die die Region als erste besiedelten. Das Gebiet umfasst heute die Provinzen Pordenone und Udine. Venezia Giulia hei√üen die √∂stlicheren Provinzen Gorizia und Triest, die traditionell mit der Republik Venetien verbunden sind.

Die im 19. Jahrhundert aus dem Ausland eingeschleppten Sch√§dlinge wie Reblaus, Mehltau und Falscher Mehltau (Peronospora) hinterlie√üen auch im friulanischen Weinbau furchtbare Spuren, waren doch die autochthonen Sorten wenig resistent. Das Jahrhundert war weinbaulich f√ľr Friaul eine Trag√∂die, vor allem f√ľr den von Venedig beherrschten Teil. Im von der Habsburger Monarchie verwalteten Gebiet, vor allem in der heutigen Provinz Gorizia, konnte der Weinbau die effizienteren staatlichen Strukturen insofern besser nutzen, als die √∂ffentliche Verwaltung den Erfordernissen des Bauernstandes und der Unternehmerschaft offen und f√∂rdernd gegen√ľberstand. Dies gab den Ausschlag f√ľr die Einrichtung der friulanischen Rebschulen. Konnte die √∂sterreichische Verwaltung doch auf die Erfahrungen √∂nologischer Institute wie Klosterneuburg zur√ľckgreifen.

Die bevorzugt empfohlenen Weißweinsorten waren damals vor allem Sauvignon Blanc, Pinot Bianco (Weißburgunder) und Pinot Grigio (Grauburgunder). Von den französischen Rotweinsorten wurden bevorzugt Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und der Pinot Nero (Spät- oder Blauburgunder) angebaut, nicht jedoch der Merlot. Diese Sorte aus dem Bordeaux ist heute, zusammen mit dem weißen Friulano und dem Pinot Grigio die Hauptanbausorte.

Unvergleichbar heftig trafen die Region die Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts. Im I. Weltkrieg tobten hier zw√∂lf der blutigsten Materialschlachten. Mehrere hunderttausend Soldaten starben bei den K√§mpfen zwischen Italien und √Ėsterreich-Ungarn im Trommelfeuer, bei Giftgasangriffen, durch Minenwerfer und an Typhus. Knochen, verrostete Koppel und Bajonette dieser armen Teufel findet man noch heute an einigen Stellen. In den so genannten Isonzo-Schlachten, die am Ende nicht kriegsentscheidend waren, wurden Bergen die Gipfel abgesprengt und das pr√§chtige Gorizia schwer zerst√∂rt.

Das Collio ‚Äď oder ‚ÄěBrda‚Äú wie der gr√∂√üere Teil des Gebiets in Slowenien hei√üt ‚Äď lie√ü sich aber nicht teilen. W√§hrend des Kalten Krieges, als sich die Gro√üm√§chte mit Milit√§rparaden, Atom-U-Booten und Overkill-Raten zu beeindrucken suchten, tuckerten friulanische Winzer mit ihren Traktoren √ľber die Todeslinie, um ihre Weinberge zu bearbeiten. Jeden Abend mussten sie schwer bewaffneten kalten Kriegern ihren Pass zeigen, um hinter den Eisernen Vorhang zur√ľckzukehren. In der Nachkriegszeit verschafften massive Agrar-Subventionen dem Weinbau etwas Luft und technische Fortschritte. Als die Holzf√§sser weltweit noch Standard waren, wurden im Friaul die ersten Zementtanks gegossen. Bis Mitte der 1960er Jahre war das Friaul eine Rotweingegend mit der Hauptrebsorte Merlot.

Die Technik der Verg√§rung in sauberen Stahltanks unter Luftabschluss, die die ganze italienische Weinwelt revolutionieren sollte, wurde hier zuerst eingesetzt und machte die Hightech-Weinregion schon in den Siebziger Jahren f√ľhrend in Sachen Wei√üwein. Die Reben rankten an waagerechten Dr√§hten empor, an denen sich Wachstum und Ertrag optimal regulieren lie√üen. Mit dem international wachsenden Interesse f√ľr Qualit√§tswein in den Achtziger Jahren wurde das Friaul bekannt und die Weinwirtschaft erlebte einen Boom.

Der Rotwein-Trend der kommenden Jahre bedeutete jedoch das Ende dieser Phase. Während Barolo, Chianti und Supertoskaner en vogue waren und internationale Weißweine aus Trendsorten wie Chardonnay, und Sauvignon Blanc aufkamen, galt das Friaul als etwas angestaubt und verschwand aus dem öffentlichen Bewusstsein. Außerdem waren die Preise bereits stattlich, im Vergleich zu Pinot Grigio aus Venetien. Das Geld des erstem Booms floss in Innovationen: noch besseres Pflanzgut, penible Weingartenarbeit und Kellertechnik auf dem neuesten Stand. Weine mit viel Frucht waren eine erste Gegenbewegung zu dem dominierenden Stil Frankreichs, wo solche primären Aromen verächtlich abgetan wurden.

Im Collio und den angrenzenden Anbaugebieten gibt es wenig Gro√ügrundbesitz und nur vereinzelte Genossenschaften. Das Gros der Winzer macht seine Weine auf Familienbesitz, oft seit Generationen. Diese Konstellation mit kompetenten Winzern, die Kapital haben und die M√∂glichkeit unabh√§ngige Entscheidungen zu treffen, ist der ideale N√§hrboden f√ľr Innovationen im Weinbau. Die Region erlebte so Ver√§nderungen, wie sie andernorts in Jahrhunderten nicht passierten.

Begriffe auf vielen Weinetiketten wie Klin, Col Dis√īre, Pom√©des oder Segr√® sind Furlan, die lokale Sprache, die dem Katalanischen fast mehr √§hnelt als dem Italienischen und auch auf der slowenischen Seite der Grenze gesprochen wird. Der Austausch unter den Collio-Winzern in beiden L√§ndern ist lebhaft.

Sonstiges

In dem √ľber tausend Jahre alten, dreieckigen Kloster Santa Maria in Valle s√ľdlich des Marktplatzes von Cividale del Friuli gibt es einen romanischen Fries, auf dem rankende Reben und dicke reifen Trauben aus dem Stein gearbeitet sind. Es ist der einzige auf der Welt. Im Jahr 2000 verpflichtete das Konsortium niemand geringeres als Oliviero Toscani f√ľr eine Werbekampagne. Der Star-Fotograf, der in seinen Arbeiten unter anderem HIV-Kranke und Magers√ľchtige zum Thema von Werbeaufnahmen gemacht hatte, platzierte einen Collio Bianco vor einem wundersch√∂nen nackten Busen. Der geh√∂rt einem farbigen Model, das dem Friulano gesteht: ‚ÄěDer einzige Wei√üe, den ich liebe.‚Äú

Der harte Dialekt, den die Friulaner ihrem Italienisch geben, ist auch f√ľr Einheimische schwer verst√§ndlich, zumal er von Dorf zu Dorf anders ist. Viele Leute sprechen ohnehin lieber Friulano, oder Slowenisch, oder Zimbrisch oder uralte Varianten des Deutschen. Alle diese Sprachen existieren im Friaul.

Emilia-Romagna

Emilia Romagna

Die Region Emilia-Romagna ist f√ľr ihren Parmaschinken und den K√§se Parmesan bekannt, au√üerdem verf√ľgt sie √ľber 58.240 Hektar Rebfl√§che, die auch das Grundmaterial f√ľr den ebenfalls ber√ľhmten Balsamico Essig liefert. Diese kulinarischen Gen√ľsse stellen das Weinangebot deutlich in den Schatten. Einzig der Lambrusco, der leicht sch√§umenden Rotwein der Emilia, ist international bekannt. In der Region Romagna sind die Rebsorten Albana, Sangiovese und Trebbiano vorherrschend. Die daraus resultierenden Weine sind in der Regel leicht und einfach.

DOCG Weine in der Emilia-Romagna

Albana di Romagna

DOC Weine in der Emilia-Romagna

Bosco Eliceo, Cagnina di Romagna, Colli Bolognesi, Colli di Faenza, Colli di Imola, Colli di Parma, Colli di Rimini, Colli di Scandiano e di Panona, Colli Piacebti, Lambrusco di Sorbara, Lambrusco Grasparossa di Castelvetro, Lambrusco Salamino di Santa Croce, Pagadebit di Romagna, Reno, Reggiano, Romagna Albana Spumante, Sangiovese di Romagna, Trebbiano di Romagna.

Toskana

Toskana
Weinberge von Greve in Chianti im August

Die Region Toskana umfasst rund 63.633 Hektar Rebfl√§che. So wie in Frankreich Bordeaux und Burgund die ber√ľhmtesten Weinbaugebiete sind, gilt dies in Italien - neben der Region Piemont - f√ľr die Toskana. Daher ist sie Mitglied im Netzwerk Great Wine Capitals. Die Hauptrebsorte der Toskana ist der Sangiovese. Im Chianti, dem bekanntesten Wein der Gegend hat diese Sorte einen Anteil von mindestens 75 %. Der sehr teure Brunello di Montalcino und der oft als kleiner Bruder dessen bezeichnete Rosso di Montalcino werden zu 100 % aus einer Unterart der Sangiovese Traube erzeugt, der Brunello Traube die auch Sangiovese Grosso genannt wird.

An der K√ľste zum Mittelmeer werden seit Ende der 1960er und zu Anfang der 1970er Jahre auch Cabernet Trauben wie Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc angebaut. Was als Experiment und als Vergn√ľgen begann, entwickelte sich in der Folgezeit zu dem Ph√§nomen der Super-Toskaner (engl. Super Tuscans). Der Sassicaia aus dem Weingut Tenuta San Guido beispielsweise etwa war Jahre lang einer der teuersten Tafelweine der Welt, da diese Trauben in der Toskana keinen DOC Status genossen. Bald bekommt er jedoch als Bolgheri, Unterzone Sassicaia das DOC zugesprochen. Andere Beispiele sind der Tignanello von den Weing√ľtern des Marchese Antinori, sowie der Ornellaia und der Masseto aus dem Haus Tenuta dell'Ornellaia

Eine Spezialit√§t der Toskana ist neben diesen Rotweinen der Vino Santo. Dieser Oxidativ ausgebaute aufgespritete S√ľ√üwein wird h√§ufig zusammen mit Cantuccini, einem traditionellem Mandelgeb√§ck angeboten.

Die sieben DOCG Gebiete der Toskana

Brunello di Montalcino, Carmignano, Chianti, Chianti classico, Morellino di Scansano, Vino Nobile di Montepulciano, Vernaccia di San Gimignano

DOC Weine der Toskana

Ansonica Costa dell’Argentario, Barco Reale di Carmignano, Bianco dell’Empolese, Bianco della Valdinievole, Bianco delle Colline Lucchesi, Bianco di Pitigliano, Bianco Pisano di S. Torpè, Bianco Val d'Arbia, Bianco Vergine Val di Chiana, Bolgheri, Bolgheri Sassicaia, Candia dei Colli Apuani, Colli dell’Etruria Centrale, Colli di Luni, Colline Lucchesi, Elba, Montecarlo, Montecucco, Monteregio di Massa Marittima, Montescudaio, Morellino di Scansano, Moscadello di Montalcino, Parrina, Pomino, Rosso di Montalcino, Rosso di Montepulciano, San Gimignano, Sant’Antimo, Val d’Arbia, Val di Cornia, Vino Nobile di Montepulciano, Vinsanto del Chianti Classico, Vinsanto di Montepulciano

IGT Weine der Toskana

Alta Valle della Greve, Colli della Toscana centrale, Maremma Toscana, Toscano oder Toscana, Val di Magra

Marken

Marken

Die italienische Region Marken (ital. ‚ÄöMarche‚Äė) umfasst 24.590 Hektar Rebfl√§che verteilt auf vier Provinzen mit 13 DOC-Zonen, zwei DOCG-Zonen und einer IGT. Hauptstadt ist Ancona. Die Region liegt in Mittelitalien an der adriatischen K√ľste, im Westen grenzen die Regionen Toskana und Umbrien an. Der Verdicchio ist der ber√ľhmteste Wei√üwein der Marken. Die autochthone, wei√üe Rebsorte stammt vermutlich von der Greco-Trebbiano-Familie ab. In den letzten 15 Jahren hat sich die Rebfl√§che um ca. 20 % verkleinert. Die Zahl der Winzer nahm ebenfalls stark ab; √ľber 90 % der Winzer haben weniger als 2 ha und produzieren √ľberwiegend f√ľr den Eigenbedarf. Das adriatische Meer und das im Westen liegende Gebirge der toskanischen Apenninen schaffen ein k√ľhles, gem√§√üigtes Klima. Die Weing√§rten liegen fast ausschlie√ülich auf H√§ngen mit h√§ufig lehmhaltigem Boden. Die h√§ufigsten Sorten sind die wei√üen Trebbiano, Maceratino, Pecorino, Verdicchio, Pinot Blanc, Pinot Gris und Malvasia sowie die roten Sangiovese, Montepulciano, Lacrima di Morro und Vernaccia di Serrapetrona. Je zur H√§lfte werden Rot- und Wei√üweine produziert. Fast die H√§lfte der Weinproduktion kommt aus der Provinz Ascoli Piceno, 30 Prozent kommt aus der Provinz Ancona. Die wichtigsten Anbaugebiete sind der Verdicchio dei Castelli di Jesi (41 %), der Rosso Piceno (27 %) und der Falerio dei Colli Ascolani (7 %). Die Jahresproduktion bel√§uft sich auf ca. 1,6 Millionen hl.

Die zwei DOCG Gebiete der Marken

Rosso Conero und Vernaccia di Serrapetrona.

DOC Weine der Marken

Bianchello del Metauro, Colli Maceratesi, Colli Pesaresi, Esino, Falerio dei Colli Ascolani o Falerio, Lacrima di Morro d'Alba, Offida, Pergola, Rosso Conero, Rosso Piceno, Serrapetrona, I Terrini di Sanseverino, San Ginesio, Verdicchio dei Castelli di Jesi, Verdicchio di Matelica,

IGT Weine der Marken

Marche

Umbrien

Umbrien

Die Region Umbrien mit 16.500 Hektar Rebfl√§che liegt im Herzen Italiens. Hauptstadt ist Perugia. Weinbau gab es in Umbrien auf beiden Seiten des Tiber schon vor den R√∂mern zur Zeit der Etrusker und Umbrier. Arch√§ologische Funde und √ľber 3.000 Jahre alte, in die Vulkanfelsen getriebene Keller sind daf√ľr historische Zeugen. Ab den 1950er Jahren wurde hier wieder Wein angebaut. Sowohl von der Landschaft als auch von den Klima- und Bodenverh√§ltnissen ist das Gebiet der √∂stlich angrenzenden Region Toskana sehr √§hnlich. Die kalten Monate sind regenreich, die Sommer sind sonnig und durch Wind gek√ľhlt. Viele Weing√§rten haben kalkreichen Lehm- und Sandboden. Es dominieren die roten Rebsorten Sagrantino, Sangiovese, Ciliegiolo, Canaiolo und Montepulciano sowie die wei√üen Grechetto, Trebbiano und Verdello. Der ber√ľhmte schon seit Jahrhunderten produzierte Orvieto macht rund zwei Drittel der DOC-Produktions-Menge aus.

Die zwei DOCG Gebiete in Umbrien

Sagrantino di Montefalco, Torgiano Rosso Riserva

DOC Weine in Umbrien

Assisi, Colli Altotiberini, Colli Amerini, Colli del Trasimeno, Colli Martani, Colli Perugini, Lago di Corbara, Montefalco, Orvieto(Orvieto Classico), Rosso Orvietano, Torgiano

IGT Weine in Umbrien

Allerona, Bettona, Cannara, Narni, Spello, Umbria

Latium

Latium

Die Region Latium (ital. ‚ÄöLazio‚Äė) mit der Hauptstadt Rom umfasst 47.884 Hektar Rebfl√§che. Sie liegt an der K√ľste des Tyhrrhenischen Meeres und besitzt eine rund 320 Kilometer lange K√ľste. Schon in der Antike gab es hier einen umfangreichen Weinbau und eine ausgepr√§gte Weinkultur. Das Gebiet lieferte f√ľr die Hauptstadt des R√∂mischen Reiches Speise und Trank. Das Klima ist an der K√ľste trocken und hei√ü und wird in das Landesinnere zunehmend k√ľhler und feuchter. Au√üer in den Apenninen (mit dem mit 2.216 Meter h√∂chsten Gipfel Monte Terminillo) werden fast √ľberall Reben kultiviert. Insgesamt sind 200 Sorten zugelassen, viele davon stammen von antiken Rebsorten ab. Von Bedeutung sind aber nur ein Dutzend. Zu nahezu 90 % werden Wei√üweine erzeugt, die auf dem oft vulkanhaltigen Boden besonders gut gedeihen. Besonders die Rebsorten Malvasia und Trebbiano mit zahlreichen Variet√§ten sind Bestandteil dieser Weine. Die wichtigsten roten Sorten sind Cesanese, Sangiovese und Montepulciano. Internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot gewinnen an Bedeutung.

Der DOCG Wein in Latium

Cesanese del Piglio

DOC Weine in Latium

Aleatico di Gradoli, Aprilia, Atina, Bianco Capena, Castelli Romani, Cerveteri, Cesanese di Affile, Cesanese di Olevano Romano, Circeo, Colli Albani, Colli della Sabina, Colli Etruschi Viterbesi, Colli Lanuvini, Cori Bianco, Cori Rosso, Est! Est!! Est!!! di Montefiascone, Frascati, Genazzano, Marino, Montecompatri Colonna, Orvieto und Orvieto Classico, Tarquinia, Velletri, Vignanello, Zagarolo.[7]

Abruzzen und Molise

Abruzzen
Molise

Kenner sch√§tzen die Weine der Abruzzen nicht nur, weil sie objektiv gut sind, sondern auch und vor allem, weil die Abruzzenweine ein einigerma√üen angemessenes Preis-Leistungs-Verh√§ltnis bieten. Die Rebfl√§che in den Abruzzen betr√§gt 33.352 Hektar, die der Molise nur 7.650 Hektar. Die Abruzzen stehen mengenm√§√üig auf Platz 7 der Rangliste der Regionen Italiens, nahezu gleichauf mit dem Piemont. Erkl√§rt wird dies durch sehr lasche Bestimmungen und √§u√üerst gro√üz√ľgige Ertragsgrenzen. Ungeachtet dessen erzeugen qualit√§tsorientierte Winzer gute Weine.

DOCG Gebiet der Abruzzen

Montepulciano d'Abruzzo Colline Teramane als Subzone des Montepulciano d'Abruzzo

DOC Weine in den Abruzzen

Controguerra, Montepulciano d'Abruzzo, Trebbiano d'Abruzzo

IGT Weine in den Abruzzen

Alto Tirino, Colli Aprutini, Colli del Sangro, Colli Frentane, Colline Pescaresi, Colline Teatini, Del Vastese oder Histonium, Terre di Chieti, Valle Peligna

DOC Weine in Molise

Biferno, Molise, Pentro di Isernia, Petrella Tifernina,

Kampanien

Kampanien

Die Region Kampanien (italienisch ‚ÄöCampania‚Äė) mit 41.129 Hektar Rebfl√§che mit der Hauptstadt Neapel ist eines der √§ltesten Weinbaugebiete Italiens. Hier entstand in der Antike unter anderem der Falerner. Das mediterrane Klima mit dem Einfluss des nahen Meeres, die sch√ľtzenden Berge sowie B√∂den vulkanischen Ursprungs bieten eine ideale Basis f√ľr Weinbau, zum gr√∂√üten Teil werden Rotweine produziert. Besonders die rote Sorte Aglianico liefert insbesondere bei Avellino k√∂rperreiche, farbintensive und aromatische Rotweine. Daraus wird der lange Zeit einzige kampanische DOCG-Wein Taurasi gekeltert. Weitere Reborten sind Asprinio Bianco, Biancolella, Coda di Volpe, Falanghina, Fiano, Forastera, Greco Bianco und Piedirosso. Von der Wein-Gesamtproduktion entfallen nur drei Prozent auf DOC-Weine, aber die Qualit√§tsbem√ľhungen der letzten Jahre tragen erste Fr√ľchte.

Die drei DOCG Gebiete in Kampanien

Taurasi, Greco di Tufo, Fiano di Avellino

DOC Weine in Kampanien

Aglianico del Taburno o Taburno, Aversa, Campi Flegrei, Capri, Castel San Lorenzo, Cilento, Costa d¬īAmalfi, Falerno del Massico, Galluccio, Guardia Sanframondi o Guardiolo, Irpinia, Ischia, Penisola Sorrentina, Sannio, Sant¬īAgata de¬ī Goti, Solopaca, Vesuvio.

IGT Weine in Kampanien

Beneventano, Campania, Colli di Salerno, Dugenta, Epomeo, Irpinia, Paestum, Pompeiano, Roccamonfina, Terre del Volturno.

Basilikata

Basilikata

Die Region Basilikata ist mit 10.848 Hektar eine der kleinsten Weinbauregionen Italiens. Die Hauptstadt ist Potenza. Die Anbaugebiete sind h√∂chst unterschiedlich. So z√§hlen die Weinberge im Bereich Vulture zu den h√∂chstgelegenen in ganz Europa. Das Rebland ist in viele tausend kleiner Parzellen, die h√§ufig nicht einmal 1 ha gro√ü sind, zerst√ľckelt. Diese Heterogenit√§t macht eine Klassifizierung sehr schwer, so dass es bisher nur zwei DOC Zonen gibt (die Zone Terre dell'Alta Val d'Agri gibt es erst seit dem Sommer 2003), aus denen ca. 4 % der Basilikataweine kommen.

Mittlerweile zeigen einige Winzer das gro√üartige Potential des Aglianico in der Basilikata und die Qualit√§tsbem√ľhungen werden auch schon international honoriert. Der Aglianico del Vulture geh√∂rt zu den feinsten Rotweinen Italiens.

DOC Weine in der Basilikata

Aglianico del Vulture, Matera, Terre dell'Alta Val d'Agri.

IGT Weine in der Basilikata

Basilicata, Grottino di Roccanova

Apulien

Apulien

Die Region Apulien (italienisch ‚ÄöPuglia‚Äė) mit der Hauptstadt Bari liegt tief im S√ľden an der adriatischen K√ľste. Im Gegensatz zu den anderen s√ľdlichen Regionen gibt es kaum Berge; die Landschaft besteht aus Hochebenen und Flachland. Es herrscht ein trocken-hei√ües Klima mit wenig Niederschlag vor. Vom Sporn bei Foggia bis zur Spitze des Stiefelabsatzes hinter Lecce erstreckt sich Apulien √ľber 400 km. Apulien verf√ľgt √ľber die meisten Rebsorten im S√ľden Italiens, rund 80 Prozent davon sind rote. Die feinsten Qualit√§ten Apuliens wachsen auf der Halbinsel Salento (dies entspricht in etwa der Provinz Lecce). Dank der beiderseitigen N√§he des adriatischen Meeres und des Ionischen Meeres k√ľhlen die N√§chte hier in dem Ma√üe ab, wie es f√ľr einen Qualit√§tsanbau n√∂tig ist.

Die roten Rebsorten sind Aleatico, Bombino Nero, Malvasia Nera di Brindisi, Malvasia Nera di Lecce, Montepulciano, Negroamaro, Primitivo, Sangiovese, Susumaniello und Uva di Troia. Die h√§ufigsten wei√üen sind Bombino Bianco, Fiano, Falanghina, Impigno, Moscato di Trani und Verdeca. Auf einer Rebfl√§che von 106.715 Hektar wird hier der meiste Wein Italiens produziert (sogar mehr als in ganz Deutschland). Gemeinsam mit Sizilien liegt es an der Spitze der italienischen Weinproduktions-Menge.

Es gibt zwar 25 DOC-Zonen, diese machen aber nur unter f√ľnf Prozent der Produktions-Menge aus. Ein gro√üer Teil der Weine wird f√ľr die Destillation von Industrie-Alkohol und f√ľr die Produktion von Massenweinen verwendet.

DOC Weine in Apulien

Aleatico di Puglia, Alezio, Brindisi, Cacc¬īe Mmitte di Lucera, Castel del Monte, Copertino, Galatina, Gioia del Colle, Gravina, Leverano, Lizzano, Locorotondo, Martina Franca, Matino, Moscato di Trani, Nard√≤, Orta Nova, Ostuni, Primitivo di Manduria, Rosso Barletta, Rosso Canosa, Rosso di Cerignola, Salice Salentino, San Severo, Squinzano.

IGT Weine in Apulien

Daunia, Murgia, Puglia, Salento, Tarantino, Valle d'Itria

Kalabrien

Kalabrien

Die Region Kalabrien (italienisch ‚ÄöCalabria‚Äė) mit der Hauptstadt Catanzaro mit 24.339 Hektar Rebfl√§che ist eines der √§ltesten Weinbau-Gebiete Italiens. Noch vor 100 Jahren lieferte Kalabrien gute Verschnittweine und der Cir√≤ war einer der bekanntesten Weine der Region. Misswirtschaft, Armut und Korruption f√ľhrten zu Niedergang und Auswanderung. Langsam kommt aber wieder Bewegung in den kalabrischen Weinbau. Die Aufbruchstimmung l√§sst sich mit der der vergangenen Jahre in Sizilien und Apulien vergleichen. Die Preisgestaltung ist noch moderat. Ein Viertel der Rebfl√§che ist mit der roten Rebsorte Gaglioppo bestockt.

DOC Weine in Kalabrien

Bivongi, Cir√≤ (Wein), Donnici, Greco di Bianco (Greco di Gerace, Mantonico di Bianco), Lamezia, Melissa, Pollino, Sant¬īAnna di Isola Capo Rizzuto, San Vito di Luzzi, Savuto, Scavigna, Verbicaro.

IGT Weine in Kalabrien

Arghillà, Calabria, Condoleo, Costa Viola, Esaro, Lipuda, Locride, Palizzi, Pellaro, Scilla, Val di Neto, Valdamato, Valle del Crati.

Sizilien

Sizilien

Sizilien, die Insel des Nero d'Avola, mit der Hauptstadt Palermo (ca. 700'000 Einwohner) ist mit 133.518 ha Rebfl√§che die gr√∂√üte Weinregion Italiens. Dazu z√§hlen wir aber auch die s√ľdwestlich liegende Insel Pantelleria und die nord√∂stlich gelegenen Liparischen Inseln. Seit Juli 2005 gibt es den ersten DOCG - klassifizierten Wein. DOC-Weine machen nur ca. 3 % der Gesamt-Rebfl√§che aus. Es gibt aber ausgezeichnete Landweine (IGTs). Zu den bekanntesten z√§hlen die zwei Marken Corvo und Regaleali.

Von hier kam der Weinbau durch die Griechen nach ganz Europa. Trotz des guten Potentials erkannten die sizilianischen Winzer später als auf dem Festland die Chancen eines Anbaus von Qualitätsweinen, der daher noch im Aufschwung begriffen ist.

DOCG Gebiet auf Sizilien

Cerasuolo di Vittoria

DOC Weine in Sizilien

Alcamo, Contea di Sclafani, Contessa Entellina, Delia Nivolelli, Eloro, Erice, Etna, Faro, Inzolia, Malvasia delle Lipari, Mamertino di Milazzo o Mamertino, Marsala, Menfi, Monreale, Moscato di Noto, Moscato di Pantelleria, Moscato di Siracusa, Riesi, Salaparuta, Sambuca di Sicilia, Santa Margherita di Belice, Sciacca, Vittoria.

IGT Weine in Sizilien

Nero d'Avola, Pignatello, Cabernet Sauvignon

Sardinien

Sardinien

Sardinien hat eine Rebfl√§che von 43.331 Hektar. Die s√ľdliche Lage im Mittelmeer sichert reichlichen Sonnenschein. Besonders an der S√ľdk√ľste gibt es viel Trockenheit, deshalb ist oft eine k√ľnstliche Bew√§sserung erforderlich. Neue Weinberge werden oft im Windschatten von Bergen oder B√§umen angelegt. Die Temperaturen sind aber in den verschiedenen Teilregionen der Insel sehr unterschiedlich. So entstehen im k√ľhleren Norden (Gallura, Anglona und Alghero) vor allem frische, fruchtige Wei√üweine mit sch√∂ner S√§ure und Duftigkeit; die warme S√ľd- und Westseite der Insel bietet Rot-, Wei√ü- und Dessertweinen gute Bedingungen. Die Produktion wird weitgehend von gro√üen Genossenschaften beherrscht. Zu zwei Dritteln werden Rotweine und zu einem Drittel Wei√üweine erzeugt.

DOCG Gebiet auf Sardinien

Vermentino di Gallura

DOC Weine auf Sardinien

Alghero, Arborea, Campidano di Terralba, Cannonau di Sardegna, Carignano del Sulcis, Girò di Cagliari, Malvasia di Bosa, Malvasia di Cagliari, Mandrolisai, Monica di Cagliari, Monica di Sardegna, Moscato di Cagliari, Moscato di Sardegna, Moscato di Sorso-Sennori, Nasco di Cagliari, Nuragus di Cagliari, Sardegna Semidano, Vermentino di Sardegna, Vernaccia di Oristano.

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Purcell N., 1985, "Wine and Wealth in Ancient Italy", The Journal of Roman Studies 75, Seite 8 (in englischer Sprache)
  2. ‚ÜĎ Casson, Lionel. The Ancient Mariners. Princeton, New Jersey: Princeton University Press, 1991. Seite 200 (in englischer Sprache)
  3. ‚ÜĎ Region Piemonte, Referat f√ľr Landwirtschaft
  4. ‚ÜĎ S√ľdtirol hat nach Toskana und Piemont regelm√§√üig am meisten Auszeichnungen in italienischen Weinf√ľhrern.
  5. ‚ÜĎ Stand 2009: Guia ai vini del Friuli Venezia Giulia 2011, S. 29ff
  6. ‚ÜĎ [www.ud.camcon.it Quelle CamCon.it]
  7. ‚ÜĎ www.vinilazio.org

Literatur

Weblinks


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