Weser

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Weser
Weser
Verlauf der Weser (mit QuellflĂŒssen)

Verlauf der Weser (mit QuellflĂŒssen)

Daten
GewĂ€sserkennzahl DE: 4
Lage In Hessen, Niedersachsen,
Nordrhein-Westfalen, Bremen
Flusssystem Weser

Vorlage:Infobox Fluss/ABFLUSSWEG_fehlt

Ursprung Zusammenfluss von Werra und Fulda in Hann. MĂŒnden
51° 25â€Č 17″ N, 9° 38â€Č 53″ O51.4213888888899.6480555555555116.5
Quellhöhe 116,5 m ĂŒ. NN 
(Werra 800 m ĂŒ. NN, Fulda 850 m ĂŒ. NN)Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
MĂŒndung Bei Bremerhaven in die Nordsee
53.5355555555568.56555555555560

53° 32â€Č 8″ N, 8° 33â€Č 56″ O53.5355555555568.56555555555560
MĂŒndungshöhe m ĂŒ. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 116,5 m
LĂ€nge 452 km(mit Werra 752 km)
Einzugsgebiet 41.094 kmÂČVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
AbflussmengeVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen MNQ: 119 mÂł/sdep1
MQ: 324 mÂł/sdep1
Rechte NebenflĂŒsse Hamel, Aller, Lesum, Drepte, Lune, Geeste
Linke NebenflĂŒsse Diemel, Emmer, Humme, Werre, Große Aue, Ochtum, Hunte
GroßstĂ€dte Bremen, Bremerhaven
MittelstĂ€dte Achim, Bad Oeynhausen, Hameln, Hann. MĂŒnden, Höxter, Holzminden, Minden, Nienburg, Nordenham, Petershagen, Porta Westfalica, Rinteln
KleinstÀdte Brake, Vlotho, Stolzenau
Gemeinden Balge, BĂŒcken, Eystrup, Hassel (Weser), Hoya, Marklohe, Schweringen
Schiffbar 430 km[1] (verkĂŒrzt durch die SchleusenkanĂ€le der Mittelweser), nennenswerte Frachtschifffahrt bis Minden (Mittellandkanal)
Die junge Weser zwischen Hilwartshausen und Gimte(Blick vom Roten Stein Richtung Hann. MĂŒnden).

Die junge Weser zwischen Hilwartshausen und Gimte
(Blick vom Roten Stein Richtung Hann. MĂŒnden).

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Die Weser (Niederdeutsch Werser oder Wersern) ist ein Strom, der in nördlicher Richtung die Mittelgebirgsschwelle und das norddeutsche Tiefland durchfließt. Seinen Namen trĂ€gt er ab Hann. MĂŒnden, wo sich seine beiden großen QuellflĂŒsse, Werra und Fulda, vereinigen. Bei Bremerhaven mĂŒndet die Weser in die Nordsee.

Die Weser ist in ganzer LĂ€nge Bundeswasserstraße[2] und berĂŒhrt die BundeslĂ€nder Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Anteil an ihrem Einzugsgebiet haben außerdem ThĂŒringen und Sachsen-Anhalt.

Die gemeinsame Herkunft der Flussnamen Weser und Werra weist darauf hin, dass die heutige Werra einst als Oberlauf der Weser galt, die etwas grĂ¶ĂŸere, aber kĂŒrzere Fulda dagegen nur als Nebenfluss. Die klare Trennung der Namen Weser und Werra entstand erst im FrĂŒhneuhochdeutschen.

Inhaltsverzeichnis

Namensherkunft

Die latinisierte Form Visurgis bei Tacitus lĂ€sst germanisch *Visuri mit dem Genitiv *Visurjos erschließen. Dieser Name stammt wie der der französischen VĂ©zĂšre (Nebenfluss der Dordogne) und der Vesdre in Belgien (Nebenfluss der Ourthe, 915 auch als Wesere belegt) letztlich aus der indogermanischen Wurzel *uÌŻeis- „fließen, zerfließen“, die in fast allen indogermanischen Sprachgruppen – insbesondere im Keltischen, Germanischen, Romanischen und Baltischen – belegt ist.[3] Weitere Flussnamen derselben Herkunft wie Weser/Werra sind La Vis in Frankreich, Wear (von *Visuria) in Nordengland, Vesouze (Nebenfluss der Meurthe), Wiesaz in WĂŒrttemberg, Vesonze im Wallis, Visance in Frankreich, Dep. Orne, Bisenzio in Etrurien, Besançon in Frankreich, VieĆĄintĂ  in Litauen, Visa in Norwegen und Schweden, sowie die Vistula, heute WisƂa „Weichsel“.[4]

Ab dem 8. Jahrhundert sind, sowohl fĂŒr die Weser, als auch fĂŒr die Werra, althochdeutsche Namensformen, wie Wesera, Wisura, Wisera, Wisora, Wisara ĂŒberliefert, auch mit angehĂ€ngtem -aha - „fließendes Wasser“ - Wiseraha oder Wisuraha. Noch bei Adam von Bremen heißt es 1075 ausdrĂŒcklich: „Die hervorragendsten FlĂŒsse Sachsens sind die Elbe, die Saale und die Wisara, die man jetzt auch Wissula oder Wirraha nennt.“ Es ist also anzunehmen, dass es sich bei Weser und Werra in alter Zeit um ein und denselben Namen gehandelt hat, wobei es im Laufe der Zeit durch regionale sprachliche Ausdifferenzierung zu einer begrifflichen Trennung des Oberlaufes vom ĂŒbrigen Fluss gekommen ist, indem /sr/ zu /rr/ angeglichen wurde. UnterstĂŒtzt wird die Annahme dadurch, dass die Grenze zwischen dem nieder- und oberdeutschen Sprachraum ziemlich genau bei Hann. MĂŒnden verlief, wobei aus der oberdeutschen Form Wirra sich Werra entwickelt hat. Die niederdeutsche Form de Wersern oder de Werser enthĂ€lt noch heute beide Mittelkonsonanten. Erst neuhochdeutsch wurden die Namen Werra und Weser deutlich getrennt und als Bezeichnung fĂŒr Ober- bzw. Unterlauf desselben Flusses verwendet.

Verlauf

Zusammenfluss von Werra und Fulda in Hann. MĂŒnden; im Hintergrund der Kaufunger Wald

QuellflĂŒsse

Die 292 km lange Werra und die 218 km lange Fulda vereinigen sich in Hann. MĂŒnden zur Weser. Dort steht an der Nordspitze der Fuldainsel Tanzwerder seit 1899 der Weserstein mit der Inschrift:

„Wo Werra sich und Fulda kĂŒssen
Sie ihre Namen bĂŒssen mĂŒssen,
Und hier entsteht durch diesen Kuss
Deutsch bis zum Meer der Weser Fluss.

Hann. MĂŒnden, d. 31. Juli 1899“

– Inschrift Weserstein

Oberweser

Weserpegel Hann. MĂŒnden
Porta Westfalica mit Kaiser-Wilhelm-Denkmal (klein am Berg), von Minden gesehen

In Hann. MĂŒnden ist der Nullpunkt der Binnenwasserstraßenkilometrierung der Weser. Der Wasserspiegel liegt bei 116,5 m ĂŒ. NN. Als Oberweser fließt sie im Oberen Wesertal bis zur Porta Westfalica durch das Weserbergland. Die HĂ€nge des Oberen Wesertals sind ĂŒberwiegend bewaldet. Vielerorts wurde und wird Buntsandstein gebrochen, aus dem auch zahlreiche historische Bauten errichtet wurden. Viele Ortschaften sind von Fachwerk geprĂ€gt mit schrittweisem Übergang von hessischer zu niedersĂ€chsisch-westfĂ€lischer Bauweise. Von Hann. MĂŒnden bis Bad Karlshafen ist die Weser auf lange Strecke Grenze zwischen Niedersachsen und Hessen, von dort bis hinter Holzminden teilweise Grenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Anschließend fließt sie durch niedersĂ€chsisches Gebiet, hinter Rinteln dann durch Nordrhein-Westfalen.

Bei Hann. MĂŒnden beginnt das Oberweser-Durchbruchstal, zunĂ€chst zwischen Reinhardswald und Bramwald nordwĂ€rts fĂŒhrend, knickt es am Kahlberg vor dem Solling scharf nach Westen ab. Zwischen Reinhardswald und Solling hat sich die Weser bis zu 300 m tief eingegraben. Sie passiert Bad Karlshafen und die Hannoverschen Klippen und knickt am SĂŒdwestrand des Solling nach Norden ab. Das Tal hat hier Aufweitungen, zum Beispiel bei Höxter, Holzminden und zwischen Hameln und Rinteln, dazwischen aber immer wieder enge Abschnitte mit steilen HĂ€ngen, beispielsweise die „RĂŒhler Schweiz“. Zwischen Holzminden und Bodenwerder passiert die Weser die Höhen- und GebirgszĂŒge Burgberg und Vogler, die wie der Solling zum Naturpark Solling-Vogler gehören. Nördlich von Bodenwerder durchquert die Weser den Naturpark Weserbergland Schaumburg-Hameln. In Hameln befindet sich die einzige Staustufe der Oberweser. Sie ist gleichzeitig die Ă€lteste Staustufe des gesamten Flusses, hervorgegangen aus einem mittelalterlichen MĂŒhlenstau. Unterhalb von Hameln wendet sich der Flusslauf zunehmend westwĂ€rts, bei Vlotho dann wieder nach Norden. Nach EinmĂŒndung der Werre fließt die Weser durch das kurze etwa 200 m tiefe Durchbruchstal der Porta Westfalica zwischen Wesergebirge und Wiehengebirge (Weser-km 199, Wasserspiegel etwa 40 m ĂŒ. NN) in die Norddeutsche Tiefebene ein, wobei sie einen kleinen östlichen Teil des Naturparks Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge durchschneidet, der vom weit entfernten Teutoburger Wald kommend ĂŒber das Wiehengebirge bis kurz vor BĂŒckeburg in das Wesergebirge reicht.

Mittelweser

Weserwehr von Drakenburg

Am Nordrand von Minden wird die Weser vom Mittellandkanal ĂŒberquert. Ab diesem Wasserstraßenkreuz wird sie nach der Definition des Wasser-und Schifffahrtsamtes als Mittelweser bezeichnet. Aus geographischer Sicht wird manchmal auch die Porta Westfalica als Grenze zwischen Ober- und Mittelweser genannt. Bis SchlĂŒsselburg fließt sie weiter durch Nordrhein-Westfalen, dann ab Stolzenau durch Niedersachsen. Hier in der Norddeutschen Tiefebene spricht man auch von der Weserniederung. Diese wird bis Hoya auch als Mittleres Wesertal bezeichnet. Von einigen sehr kleinen HĂ€ngen abgesehen handelt es sich dabei jedoch nicht um ein wirkliches Tal. Die Mittelweser wird durch sieben Staustufen reguliert, und durch SchleusenkanĂ€le teilweise abgekĂŒrzt. Die grĂ¶ĂŸten StĂ€dte in der ĂŒberwiegend lĂ€ndlich geprĂ€gten Mittelweserregion zwischen Minden und Bremen sind Petershagen, Nienburg, Verden und Achim.

In den Jahren 1919–1922 stellte der Bremer Wasserbau-Ingenieur Ludwig Plate der Öffentlichkeit PlĂ€ne eines Kanals vor, der von Bramsche nach Stade hĂ€tte fĂŒhren sollen. Dieser Hansakanal genannte Kanal hĂ€tte die Weser bei Achim ĂŒberquert. In den 1950er Jahren wurden entsprechende PlĂ€ne endgĂŒltig aufgegeben.

Hydrografisch endet die Mittelweser am Weserwehr in Bremen-Hastedt bei Weser-km 362,3 und einem Wasserspiegel von 4,5 m ĂŒ. NN oberhalb des Wehres.

Unterweser

Bremer Weserwehr in Bremen-Hastedt
Weser-Pegel FĂ€hrplate

Der Flussabschnitt vom Bremer Weserwehr in Hastedt bis zur MĂŒndung in die Nordsee unterliegt den Gezeiten und wird Unterweser genannt. Die Kilometrierung der Binnenwasserstraße reicht jedoch in den Tidenbereich der Unterweser bis 50 m unterhalb der Wilhelm-Kaisen-BrĂŒcke. Hier bei Weser-km 366,72, wo seit dem 13. Jahrhundert eine WeserbrĂŒcke das obere Ende der Seeschifffahrt markierte, ist der Nullpunkt der Unterweser-Kilometrierung. Seit 1867 wechselt die Binnenschifffahrtsstraße zur Seeschifffahrtsstraße allerdings erst an der BrĂŒcke der Weserbahn bei Unterweser-km 1,375. Der Tidenhub in Bremen ist durch die Weserkorrektion und nachfolgende Maßnahmen von 0,73 m auf etwa 4 m gestiegen (Niedrigwasser um m ĂŒ. NN, Hochwasser um m ĂŒ. NN).[5] Die Unterweser fließt zunĂ€chst durch Bremen, dann durch Niedersachsen. In Bremerhaven an der GeestemĂŒndung, bei Unterweser-km 65, endet die Unterweser und beginnt die innere Außenweser.

Außenweser

Blick von Bremerhaven auf die Außenweser

Außenweser wird die Fortsetzung des in SĂŒdost-Nordwest-Richtung verlaufenden MĂŒndungstrichters (Ästuar) der Weser im Wattenmeer der Nordsee genannt. Die Außenweser durchschneidet den Nationalpark NiedersĂ€chsisches Wattenmeer. Zwei hintereinander in der Außenweser gelegene WattflĂ€chen, Robbenplate und Tegeler Plate, teilen sie in zwei Arme: Wurster Arm / Tegeler Rinne im Nordosten und Fedderwarder Fahrwasser / Hohewegrinne im SĂŒdwesten. Heutzutage wird nur noch dieser westliche Arm als Fahrwasser genutzt. An der MĂŒndung der Weser in die Nordsee, 452 Flusskilometer von Hann. MĂŒnden entfernt, bei Unterweser-km 85,248 ist die seewĂ€rtige Begrenzung als Binnenwasserstraße zur Nordsee (laut WaStrG). Hier liegt auf dem Ostufer die niedersĂ€chsische Gemeinde Misselwarden. Der Verlauf der Fahrrinne jenseits dieses Punktes wird als Ă€ußerer Bereich der Außenweser bezeichnet und gehört zur Seewasserstraße Nordsee.

Im Bereich der Außenweser stehen mehrere LeuchttĂŒrme im Wattenmeer, darunter der Leuchtturm Hohe Weg und der Leuchtturm Robbenplate. An ihrem nordwestlichen Ende steht der Leuchtturm Tegeler Plate, weiter nordwestwĂ€rts in der Nordsee stehen die LeuchttĂŒrme Roter Sand (außer Betrieb) und Alte Weser.

NebenflĂŒsse

Zu den NebenflĂŒssen der Weser gehören:
(L = linksseitig, R = rechtsseitig)

Geschichte

GewÀssergeschichte

Bis zur Mitte der Elsterkaltzeit floss die Weser in einem Zeitraum von anderthalb Millionen Jahren von Hameln aus durch die Deisterpforte und durch das Hallertal. Östlich von Adensen an der HallerbrĂŒcke der Bundesstraße 3 mĂŒndete die Leine in die Weser. Durch FundstĂ€tten von Weserkies lĂ€sst sich der damalige gemeinsame Lauf von Leine und Weser rekonstruieren. Am ehemaligen Flusslauf liegen zunĂ€chst die Orte Nordstemmen, Rössing, Barnten, Sarstedt, Gleidingen, Rethen, Laatzen, Höver, AltwarmbĂŒchen, Burgwedel, Mellendorf und Brelingen.[6] Weserkiese lassen sich ĂŒber Hagen bei Neustadt weiter in Richtung Nienburg verfolgen.

Das Zeitalter der Eiszeiten, das PleistozĂ€n, gestaltete die Landschaft völlig neu und beeinflusste auch den Verlauf der Weser. Funde von Wesergeröll in Holland weisen darauf hin, dass die Weser ab dem heutigen Minden dem nördlichen Rand des Wiehengebirges folgte, um dann weiter in Richtung IJsselmeer zu fließen. Die zurĂŒckziehenden Eiszeiten gaben den Weg wieder frei, und die Weser Ă€nderte ihren Lauf in Richtung Norden. Schmelzwasser der Gletscher und Niederschlagswasser aus den Mittelgebirgen vereinten sich zu Urströmen, denen auch die Weser zufloss. Das Tal des Aller-Weser-Urstroms, am weitesten sĂŒdlich gelegen, reichte von der mittleren Oder ĂŒber den Mittellauf der Elbe bis zur MĂŒndung der Weser. Etwa in Höhe der heutigen Stadt Hoya an der Mittelweser vereinten sie sich mit der Weser, um anschließend in das Bremer Becken zu strömen. Doch auch der MĂŒndungstrichter in die Nordsee schwankte ĂŒber die Jahrtausende hinweg zwischen Wangerooge und Helgoland.

KĂŒste zwischen Ems und Weser um 1300
Braker Tief, ein zarter Rest des Lockfleths

Von der Mitte des 14. bis Anfang des 16. Jahrhunderts hatte die Weser ein MĂŒndungsdelta mit mehreren Seitenarmen in den im Wesentlichen im 12. Jahrhundert entstandenen Jadebusen.[7][8][9] Entstanden sind diese GewĂ€sser durch MeereseinbrĂŒche, auch wenn sie dann ĂŒberwiegend Weserwasser fĂŒhrten. Ahne und Heete flossen von Nordenham nach Westen, das Lockfleth von Brake nach Nordwesten, zeitweise gab es sogar eine Verbindung vom Elsflether Tief zum Fluss Jade. Große Teile der heutigen Halbinsel (Landkreis Wesermarsch) zwischen Unterweser und Jadebusen waren somit Inseln. Als Folge davon trĂ€gt die Halbinsel keinen einheitlichen Namen. Der nördliche Teil heißt Butjadingen (= Land außerhalb der Jade), der sĂŒdliche Teil Stadland (von Gestade = KĂŒste).

Der erste Hafen der Stadt Bremen lag an einem Weserarm namens Balge. Ob sie eventuell in karolingischer Zeit zeitweise Hauptarm war, ist fraglich. Im 12. Jahrhundert war die Balge immer noch tief genug fĂŒr damalige Schiffe. Die Altstadt dehnte sich auf die Inseln zwischen Balge und eigentlicher Weser aus. Erst ab dem 13. Jahrhundert wurde auch das Weserufer als Hafen genutzt und die Schlachte als (hölzerne) Uferbefestigung gebaut. Ab dem 14. Jahrhundert diente die Balge nur noch als Binnenhafen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde sie zugeschĂŒttet.[10] Die Kleine Weser in Bremen hatte schon lange vor den Baumaßnahmen des 19. Jahrhunderts keine regelmĂ€ĂŸige Wasserzufuhr aus der Mittelweser und wurde deswegen frĂŒher auch Ohle Weser (Alte Weser) genannt. Bis ins 19.Jahrhundert gab es einen der militĂ€rischen Verteidigung dienenden Verbindungsgraben von der Weser her, der den Teerhof vom Stadtwerder trennte. In den 1920er Jahren war das Weserwasser so stark durch AbwĂ€sser der weiter flussaufwĂ€rts angesiedelten Kaliindustrie belastet, dass es sich kaum noch als Trinkwasser eignete, woraufhin das Land Bremen gegen die LĂ€nder Preußen, ThĂŒringen und Braunschweig ein Verfahren vor dem Staatsgerichtshof fĂŒr das Deutsche Reich initiierte. In den 1950er Jahren wurde die Flutrinne oberhalb der kleinen Weser ausgebaut und dabei der Werdersee angelegt. Seit 1968 trennt ein Wehr die Kleine Weser etwa 200 m von ihrer MĂŒndung von der Unterweser. Bei der Umgestaltung in den 1980er Jahren wurde die Engstelle zwischen Kleiner Weser und Werdersee beseitigt, so dass beide hydrologisch eine Einheit bilden. Gleichzeitig wurde ein Graben angelegt, um diesen See mit Frischwasser aus der Mittelweser zu versorgen. Noch bis Ende des 19. Jahrhunderts floss bei (Fluss-)Hochwasser Weserwasser am SĂŒdrand von Bremen durch eine LĂŒcke im die Weser begleitenden DĂŒnenrĂŒcken in die WĂŒmmeniederung (Ostgrenze von Bremen), von wo aus es bei Vegesack 26 km weserabwĂ€rts durch die Lesum wieder in die Weser gelangte.

Siedlungs- und Staatengeschichte

Antike und Völkerwanderung

Die Varusschlacht (hier AusgrabungsstÀtte im vermuteten Ort bei Kalkriese) beendete die römische Herrschaft, aber nicht den Handel

Das Tal der Oberweser war vor dem Vordringen der Germanen keltisch besiedelt. Die romanische, also mittelalterliche, Klosterkirche Bursfelde (siehe unten) steht auf einem alten keltischen Prozessionsweg.

Zur Zeit der römischen Eroberungsversuche von Caesars Gallienzug bis zur Varusschlacht wurde der Weserraum schon von Germanen bewohnt. Tacitus und andere römische Chronisten nennen am Unterlauf Chauken, weiter flussaufwĂ€rts unter anderem Angrivarier und Cherusker. Antike wie frĂŒhmittelalterliche Autoren haben sich bei ihren Beschreibungen der GermanenstĂ€mme im Wesentlichen auf mĂŒndliche Überlieferung gestĂŒtzt. Wegen WidersprĂŒchen und offensichtlichen Fehlern bewerten heutige Historiker die alten Texte mit Vorsicht. Die Sachsen werden erstmals Ende des 2. Jahrhundert im heutigen Holstein genannt. Im 4. Jahrhundert haben sie schon im Weserraum gewohnt und sogar weiter westlich die Salfranken von der IJssel vertrieben. Da sich das sĂ€chsische Siedlungsgebiet in der Zeit zu großen Teilen mit dem der Chauken deckte, ohne dass es Hinweise auf kriegerische Auseinandersetzungen zwischen beiden Völkern gibt, wird vermutet, die Chauken seien ein Teilstamm der Sachsen gewesen, die spĂ€teren Westfalen und Engern umfassend. Zahlreiche Funde typischer Fibeln bestĂ€tigen der AnsĂ€ssigkeit der Sachsen im Elbeweserdreieck und an der Mittelweser im 4. und 5. Jahrhundert.

Mittelalter

Eike von Repgow
zeichnete 1220–1230
das Gewohnheitsrecht
im Sachsenspiegel auf

Erst durch Konflikte mit der Expansion des Frankenreiches ist ab 775 der sĂ€chsische Teilstamm der Engern im Einzugsgebiet der Weser namentlich erwĂ€hnt, vom Zufluss der Diemel bis zum KĂŒstengebiet nördlich Bremens. Engern gliederte sich in zahlreiche Gaue unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe, die als SiedlungsrĂ€ume zugleich die Grundlage fĂŒr seine politische Organisation waren. Als Karl der Große das Land erobert hatte und den Sachsen 782/783 öffentliche Volksversammlungen verbot, war es mit dem politischen Eigenleben der sĂ€chsischen Heerschaften Engern, Westfalen und Ostfalen vorbei.

An den von Karl dem Großen gegrĂŒndeten Bischofssitzen Minden, Verden (sicher nachgewiesen erst unter Ludwig dem Deutschen 849) und Bremen entstanden Marktsiedlungen. Hameln und Höxter entstanden im 9. Jahrhundert als Marktsiedlungen neben Klöstern. Wirkliches Stadtrecht erhielten diese StĂ€dte aber erst im 12., Hameln und Verden im 13. Jahrhundert.

1127 erwarb der bayrische Welfenherzog Heinrich X. das Herzogtum Sachsen durch Heirat. Sein mĂ€chtiger Sohn Heinrich der Löwe trat in Opposition zu Kaiser Friedrich Barbarossa und wurde daraufhin schrittweise entmachtet. Damit begann die politische Zersplitterung des Weserraums. Zahlreiche Grafen- und Edelherrengeschlechter entwickelten dynastische Eigeninteressen. Ähnlich war es mit dem Territorialbesitz der BistĂŒmer Paderborn, Minden und Verden und des Erzbistums Bremen. Zweige des Welfenhauses blieben jedoch bis 1866 die wichtigsten Landesherren im Weserraum.

Die am linken Weserufer unterhalb der HuntemĂŒndung siedelnden Friesen hatten jahrhundertelang unter dem Dach des Heiligen Römischen Reiches ihre UnabhĂ€ngigkeit bewahrt. Im 15. Jahrhundert versuchte die Stadt Bremen, sie unter ihre Kontrolle zu bringen. 1499 wurden Stadland und Butjadingen jedoch von den Grafen von Oldenburg erobert.

BesitzverhÀltnisse und Bedeutung der verschiedenen Herrschaften Ànderten sich immer wieder. Ein Geschlecht mit weit verteilten Besitzungen waren die Grafen von Schaumburg. Die Grafschaft Everstein, einst hervorgegangen aus einer Vogtei des Klosters Fulda, fiel 1408 an das welfische Herzogtum Braunschweig.

Merian-Stich: Hessisch Oldendorf

Neuzeit

Wegen der zunehmenden territorialen Zersplitterung wurden auf dem Reichstag zu Köln 1512 die zehn Reichskreise geschaffen. An der Weser lag die Grenze zwischen den niederrheinisch-westfÀlischen und dem niedersÀchsischen Reichskreis.

Die territoriale Zersplitterung behinderte auch die Weserschifffahrt, da jeder Anrainer Zölle erhob. Dazu kamen die Auswirkungen nachbarlicher Auseinandersetzungen. So schnitt ein Grundherr aus der verzweigten Familie der Freiherren von MĂŒnchhausen die flussabwĂ€rts gelegene Stadt Hessisch Oldendorf vom Weserhandel ab, indem er den Fluss auf die andere Talseite umleitete.

Im Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit entwickelten Adel und wohlhabende StĂ€dte im Weserbergland einen besonderen Baustil, die Weserrenaissance.

Weserrenaissance: RattenfÀnger-Haus (1603) in Hameln

Beim WestfĂ€lischen Frieden 1648 bekam Schweden die HerzogtĂŒmer (bis dato (Erz-)BistĂŒmer) Bremen und Verden und damit das rechte Ufer der unteren Weser zugesprochen. Anfang des 18. Jahrhunderts wurden beide Gebiete von DĂ€nemark besetzt und anschließend an das welfische KurfĂŒrstentum Hannover abgetreten. Die Stadt Bremen konnte ihre Reichsunmittelbarkeit nur mit MĂŒhe behaupten.

1776 wurden in Karlshafen 12.000 hessische Soldaten eingeschifft, die Friedrich II., Landgraf von Hessen-Kassel, an Georg III., hannoverscher KurfĂŒrst und König von Großbritannien, vermietet hatte, um diesem im Amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg gegen die amerikanischen Truppen zu dienen. Die Soldaten, von denen kaum mehr als die HĂ€lfte zurĂŒckkehrte, wurden zunĂ€chst in nordhessischen Orten wie Ziegenhain gesammelt, von Karlshafen aus ĂŒber die Weser nach Bremen und von dort aus weiter nach Nordamerika transportiert.

Seit dem DreißigjĂ€hrigen Krieg erwarb das KurfĂŒrstentum Brandenburg beziehungsweise Königreich Preußen schrittweise den grĂ¶ĂŸten Teil des Weserlaufes: 1648 das ehemalige Bistum Minden, auf dem Wiener Kongress 1812/15 das Hochstift Paderborn mit Höxter, nach dem Deutschen Krieg 1866 das Königreich Hannover mit ĂŒber 50 % des Weserlaufes und das KurfĂŒrstentum Hessen mit dem linken Ufer bis Karlshafen und der schaumburgischen Exklave um Hessisch Oldendorf und Rinteln. Im Deutschen Reich gehörte die Weser außer zu Preußen zu Braunschweig (rechtes Ufer vom Solling bis zum Ith mit Holzminden, linkes Ufer um Thedinghausen bei Bremen), zu Bremen und zu Oldenburg (linkes Ufer von Bremen bis zur MĂŒndung).

Bremen blieb wegen seiner SeehĂ€fen auch als Teilstaat des Deutschen Reiches noch bis 1888 Zollausland. 1939 kam Bremerhaven gegen eine VergrĂ¶ĂŸerung des stadtbremischen Gebietes an Preußen. 1945 wurde Bremen mit Bremerhaven, vergrĂ¶ĂŸert um die Stadt WesermĂŒnde, amerikanische Enklave im KĂŒstenbereich der britischen Zone und 1947 eigenes Bundesland.

Hydrologie

Einzugsgebiet

Höhenprofil und WasserfĂŒhrung der Weser

Das Wassereinzugsgebiet der Weser umfasst eine FlĂ€che von 46.300 Quadratkilometern, einschließlich des 12.440 kmÂČ großen Einzugsgebietes von Werra und Fulda. Die obere Hase gehört bis zu ihrer Bifurkation in (untere) Hase (Nebenfluss der Ems) und Else (Nebenfluss der Werre) zu den Einzugsgebieten von Weser und Ems. In einigen Bereichen des norddeutschen Tieflandes gibt es am Rand des Einzugsgebietes keine scharfe Wasserscheide, sondern ausgedehnte ebene Feuchtgebiete, deren Drainagenetze von Fall zu Fall mehr zur Weser hin entwĂ€ssert werden können oder zum Jadebusen (Stadland und Butjadingen) beziehungsweise der Elbe (Teufelsmoor). Daher sind quadratkilometergenaue Angaben methodisch fragwĂŒrdig.

Die Werra, der lĂ€ngere Quellfluss, entspringt in ThĂŒringen auf der SĂŒdseite des ThĂŒringer Waldes. Sie erhĂ€lt auch Wasser von Teilen der Nordseite des Gebirges und angrenzenden Bereichen des ThĂŒringer Beckens. Der kĂŒrzere Quellfluss, die Fulda, ist etwas wasserreicher und hat ihre Quelle in der hessischen Rhön, ihr grĂ¶ĂŸter Nebenfluss Eder im Rothaargebirge im Wittgensteiner Land im Kreis Siegen-Wittgenstein (NRW). Der grĂ¶ĂŸte Nebenfluss der Weser ist die Aller, die in der Magdeburger Börde in Sachsen-Anhalt entspringt und zusammen mit ihrem lĂ€ngsten Zufluss Leine das gesamte Wasser aus dem westlichen Harz empfĂ€ngt.

WasserfĂŒhrung

Die Oberweser unterliegt als typischer Mittelgebirgsfluss starken Schwankungen in der WasserfĂŒhrung. Im Winterhalbjahr kommt es hier nicht selten zu Hochwassern, im Sommer dagegen oft zu extremem Niedrigwasser. FĂŒr den Pegel Porta Westfalica am Übergang zur Mittelweser betrĂ€gt die mittlere WasserfĂŒhrung rund 180 mÂł in der Sekunde, die niedrigste 63 mÂł und die höchste 830 mÂł. Am Beginn der Oberweser, am Pegel Hann. MĂŒnden, sind NiedrigwasserabflĂŒsse um 30 mÂł in der Sekunde keine Seltenheit. Bei mittlerem Niedrigwasserstand betrĂ€gt die Fließgeschwindigkeit etwa 0,8 m in der Sekunde.

Die Mittelweser zwischen Minden und der Tidegrenze in Bremen fĂŒhrt bereits deutlich mehr Wasser. Der Pegel Intschede (sĂŒdlich von Bremen) registrierte im Jahr 2010 einen mittleren Oberwasserabfluss von 332,6 mÂł in der Sekunde.[11] Der niedrigste Wert lag bei 103 mÂł/s und der höchste bei 1.170 mÂł in der Sekunde.[12] Bei mittlerem Niedrigwasserstand betrĂ€gt die relativ geringe Fließgeschwindigkeit etwa 0,5–0,7 m in der Sekunde, bedingt durch die Staustufen in der Mittelweser. Die „Reisedauer“ eines Wasserkörpers von Hann. MĂŒnden bis Bremen schwankt je nach WasserfĂŒhrung zwischen 2,5 und 6 Tagen, im Mittel etwa vier Tage.

Die Unterweser beginnt am Bremer Weserwehr und verlĂ€uft als Ästuar in nördlicher Richtung. Es handelt sich um einen Brackwasser fĂŒhrenden Flussabschnitt, dessen Wasserstand und Fließgeschwindigkeit von den Gezeiten bestimmt werden. Der Tidenhub betrĂ€gt im Maximum bveim Pegel Oslebshausen ca. 4,5m. Die Wassermenge in der Unterweser betrĂ€gt bei mittlerem Abfluss und mittlerer Tide beim Bremer Weserwehr 327 mÂł in der Sekunde und steigt kontinuierlich bis zu einem Wert von circa 6.600 mÂł in der Sekunde bei Bremerhaven. Durch den stĂ€ndigen Gezeitenwechsel braucht jedoch ein Wasserkörper zwischen zwei und 24 Tage, um die relative kurze Strecke bis zur Nordsee zu ĂŒberwinden.

Hochwasser

Weserhochwasser Januar 2003 in Reinhardshagen, Pegelstand 5,81 m

Immer wieder wurden die an der Weser liegenden StĂ€dte und Gemeinden vom Hochwasser der Weser heimgesucht, trotz Regulierung der FlusslĂ€ufe von Fulda und Werra, bis in die heutige Zeit. Als Beispiel seien hier die Aufzeichnungen in der Chronik der Stadt Minden aufgefĂŒhrt (Zitat aus Chronik der Stadt Minden):

  • 1342 Juli: Das auch Magdalenenhochwasser genannte Ereignis bewirkte nicht nur den höchsten historisch ĂŒberlieferten Pegelstand der Oberweser, sondern verwĂŒstete auch weite Teile Mitteleuropas.
  • 1375 10. Februar: Weserhochwasser, das Wasser steht im Mindener Dom.
  • 1513 reißt ein infolge anhaltender RegengĂŒsse einsetzendes Hochwasser die hölzerne WeserbrĂŒcke von fĂŒnf steinernen Pfeilern.
  • 1553 13. Januar: Hochwasser ĂŒberflutet die Mindener WeserbrĂŒcke und steht auf dem Markt; anschließend bricht eine Seuche aus.
  • 1643 7.–8. Januar: Weserhochwasser; das Wasser steht so hoch, dass Schiffe unmittelbar von der BrĂŒcke aus betreten werden können.
  • 1658 16. Februar: Weserhochwasser; die WeserbrĂŒcke wird beschĂ€digt.
  • 1664 Weserhochwasser
  • 1682 7. Januar: Zweithöchstes bekanntes Weserhochwasser; der Mindener Marktplatz kann mit KĂ€hnen befahren werden.
  • 1744 6. MĂ€rz: Weserhochwasser
  • 1799 24. Februar: Weserhochwasser, nur drei Zoll niedriger als 1553; vier Bogen der Bunten BrĂŒcke stĂŒrzen ein.
  • 1841 20. Januar: Weserhochwasser
  • weitere Hochwasser: 29. Januar 1846, 11. MĂ€rz 1881, 27. November 1890, 7. Februar 1909, 20. Januar 1918 und 3. Januar 1926
  • 1946 10. Februar: Weserhochwasser, die Weser steht in der unteren Altstadt von Minden
  • 2003 5. Januar: Das Hochwasser der Weser gefĂ€hrdet die SchiffmĂŒhle mit 6,40 m ĂŒber Normalpegel.
  • 2011 15. Januar: Hochwasser nach Schneeschmelze und starken RegenfĂ€llen mit einem Höchststand von 6,33 m ĂŒber Normalpegel.[13]

In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 wurde die Staumauer des Edersees durch einen britischen Fliegerangriff (Operation Chastise) zerstört. Es entstand ein 70 Meter breites und 22 Meter tiefes Loch in der Mauer, aus dem rund 160 Millionen Kubikmeter Wasser strömten. Eine sechs bis 8 Meter hohe Flutwelle floss durch die TĂ€ler der Eder, der unteren Fulda und der Weser und verursachte bis Minden erhebliche Überschwemmungen und SachbeschĂ€digungen.

Hochwasser in Minden im MĂ€rz 2010
Hochwasser in Minden im MĂ€rz 2010

Eisgang

Eisgang der Weser in Bremen Februar 1982

BrĂŒcken, Schleusen und Wehre waren seit je her durch den Eisgang der Weser bei strengem Frost gefĂ€hrdet. TĂŒrmten sich die Eisschollen zu gefĂ€hrlichen Höhen auf, wurden sie gesprengt, um den Druck auf die Bauwerke zu mindern. Bis in die 1930er Jahre froren Ober- und Mittelweser regelmĂ€ĂŸig zu, so dass eine Überquerung des Flusses zu Fuß oder manchmal auch mit Wagen möglich war.

Auch die Unterweser bei Bremen trug bis in die 1890er Jahre in den meisten Wintern eine tragfĂ€hige Eisschicht. 1828 wettete eine Gruppe Bremer Junggesellen darauf, dass am Neujahrstag des Folgejahres die Eisschicht auf der Weser einem 99 Pfund schweren Schneider samt glĂŒhendem BĂŒgeleisen die Überquerung des Stromes trockenen Fußes ermögliche. Daraus entstand die Bremer Eiswette, die alljĂ€hrlich mit einem Festmahl zugunsten der Deutschen Gesellschaft zur Rettung SchiffbrĂŒchiger begangen wird, auch wenn die Unterweser seit Begradigung und Vertiefung nur noch sehr selten zufriert. Deshalb wird heute gelost; meistens verliert die Partei, die durch Los bestimmt auf „zugefroren“ setzen muss. Der Verlierer hat dann ein Festmahl fĂŒr etwa 600 GĂ€ste auszurichten, Hauptspeisen Kohl und Pinkel!

Ein PhĂ€nomen gab es gelegentlich frĂŒher bis in die 60er Jahre – heute wahrscheinlich nicht mehr – auf der Weser bei Vegesack, das sogenannte Pfannkucheneis. Dieses entstand beim Zusammentreffen der Lesum mit der Weser. Durch die unterschiedlichen Strömungen der beiden FlĂŒsse gerieten treibende Eisschollen in Drehung, scheuerten sich dabei aneinder ab bis sie nahezu kreisrund wurden, mit einem aufgewölbten Rand aus abgeriebenem Eis. Die Schollen sahen dann tatsĂ€chlich aus wie ĂŒberdimensionale Pfannkuchen.

Mit der Ausweitung des Kaliabbaus in ThĂŒringen und Osthessen und der Einschwemmung von großen Mengen Salzes in die QuellflĂŒsse, gab es bis zur Auflassung der meisten Bergwerke in den 1990er Jahren keinen Eisgang mehr auf Ober- und Mittelweser. Seitdem stellt sich der alte Zustand langsam wieder her. FĂŒnf Wochen Dauerfrost im Januar/Februar 1996 ließen die Werra zwischen Witzenhausen und Hann. MĂŒnden zufrieren, und durch starken Eisgang auf der Oberweser musste manche FĂ€hre ihren Betrieb einstellen.

WasserqualitÀt

Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Weser ein sehr fischreicher Fluss. Mit der zunehmenden Industrialisierung und dem Bevölkerungswachstum verschlechterte sich die WasserqualitĂ€t. Auch der Bau von KlĂ€ranlagen konnte daran nichts Ă€ndern. Der erweiterte Kaliabbau an Werra und Fulda fĂŒhrte zu starker Versalzung des Flusses.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die WasserqualitĂ€t der Weser weiter rapide ab und erreichte bis Ende der 1980er Jahre die GewĂ€ssergĂŒteklasse III-IV (sehr stark verschmutzt) und streckenweise sogar IV (ĂŒbermĂ€ĂŸig verschmutzt). Eine der Hauptursachen der Verschmutzung war die Einleitung stark salzhaltiger AbwĂ€sser aus der Kaliindustrie in ThĂŒringen und Hessen.

Der Aus- und Neubau kommunaler und industrieller KlĂ€ranlagen sowie Verfahrensverbesserungen der Industrie und Reduzierung des Kaliabbaus sorgten dafĂŒr, dass sich die WasserqualitĂ€t allmĂ€hlich wieder verbesserte. Nach dem aktuellen Bericht zur Biologischen GewĂ€ssergĂŒte der Weser entspricht die WasserqualitĂ€t zum Teil wieder der GĂŒteklasse II (mĂ€ĂŸig belastet), in einigen Abschnitten aber noch II-III (kritisch belastet), wobei die Versalzung immer noch eine Rolle spielt. Seit etwa 2005 gibt es wieder Diskussionen ĂŒber eine Erhöhung der Einleitungsmengen von Kalilauge.[14]

Flora und Fauna

Fischpass am Hemelinger Weserwehr

Ökologisch betrachtet durchfließt die Weser vier grundlegend unterschiedliche LebensrĂ€ume der Flora und Fauna. Ist das Weserbergland von Hann. MĂŒnden bis Porta Westfalica ĂŒberwiegend durch zusammenhĂ€ngende Fichten-, Buchen- und EichenwĂ€lder mit einem reichen Wildbestand geprĂ€gt, kennzeichnet die Mittelweserregion von Minden bis Bremen eine weite Marschenlandschaft mit vorwiegend landwirtschaftlich ausgerichteten Strukturen und teilweise hohem Waldanteil. Heide und Moore sind fĂŒr diesen Flussabschnitt ebenfalls charakteristisch. Hier vollfĂŒhrt der Strom zahlreiche Windungen und bildet Altarme mit hohem Fischbesatz und ufernahem Lebensraum fĂŒr Tier und Pflanze.

Die Ufer der Unterweser werden von weiten, fast baumlosen Marschengebieten begleitet. Hier haben die regelmĂ€ĂŸigen Hochwasser, die ungehindert durch Deiche bis an die GeestrĂ€nder reichten, eine eigene Landschaft geprĂ€gt. MitgefĂŒhrter und abgelagerter Sand, Schlick, Ton und Lehm formten das heutige Landschaftsbild zwischen Bremen und der Nordsee mit Niederungs- und Hochmooren im Übergangsbereich von Geest und Marsch.

In vorgeschichtlicher Zeit befand sich die NordseekĂŒste mindestens 50 km weiter nördlich als heute. Durch Absenkungen verĂ€nderte sich die ursprĂŒngliche KĂŒstenlinie, wobei der Mensch durch die Errichtung von Deichen dieser Entwicklung Einhalt gebot. Durch Ausschwemmungen und Ablagerungen im MĂŒndungsbereich der Weser entstand im Gezeitenbereich das Wattenmeer. Es ist ein einzigartiger Lebensraum fĂŒr Meerestiere. Zahlreiche RobbenbĂ€nke befinden sich heute an und in der Außenweser.

Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie aus dem Jahr 1992 verpflichtet die BundeslĂ€nder, GebietsvorschlĂ€ge zum Schutz bestimmter Lebensraumtypen sowie Habitate von gefĂ€hrdeten Tier- und Pflanzenarten nach BrĂŒssel zu melden. AusgewĂ€hlte Gebiete aus den nationalen VorschlĂ€gen sollen dann zusammen mit den nach der EU-Vogelschutzrichtlinie gemeldeten Vogelschutzgebieten das europaweite Schutzgebietssystem Natura 2000 bilden. In dieses Projekt sind bereits einige Gebiete an der Weser eingebunden, zum Beispiel die Strohauser Plate.

Die Oberweser bei Polle

Wie vielfĂ€ltig die Flora und Fauna an der Oberweser ist, zeigte die Begehung eines etwa 14 km messenden Transsektes sĂŒdlich von Beverungen im Juni 2000. Die von mehr als 30 Spezialisten fĂŒr Flechten, Moose, GefĂ€ĂŸpflanzen, Weichtiere, Insekten, Amphibien und Vögel erfasste Flora und Fauna belegte in diesem Wesertalabschnitt 576 Pflanzenarten (darunter 62 Moose und 487 GefĂ€ĂŸpflanzen) und 389 Tierarten (darunter 30 Libellen, 60 KĂ€fer, 33 Schmetterlinge und 58 Vögel).

Im Rahmen einer Voruntersuchung zum Bau einer Fischtreppe am Wehr der PfortmĂŒhle in Hameln im Jahr 2001 wurden 28 Fischarten ermittelt, neben den bekannten Wanderfischen wie Aal und Lachs auch zahlreiche andere Fischarten, die die Weser und ihre NebenflĂŒsse bewandern.

Wirtschaft

Lachs
Hansekogge von 1380 (Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven)
Fischereihafen in Bremerhaven: Museumsschiff Gera
FlĂ¶ĂŸer-Denkmal in Bad Oeynhausen nahe der WerremĂŒndung

Fischerei

Schon lange vor der Industrialisierung wurde auf der gesamten Weser gewerbsmĂ€ĂŸiger Fischfang mit Senknetzen betrieben. Viele erhaltene Fischer-HĂ€user in Orten an der Unter- und Mittelweser zeugen noch heute von einem gewissen Wohlstand. So betrug die Fangzahl fĂŒr Lachs an Mittelweser und Aller im Jahre 1909 noch 4000 StĂŒck. Durch den Ausbau der Weser mit Staustufen (mit Wehren, Schleusen und Wasserkraftwerken) sowie durch die mit der Industrialisierung verbundene Verschlechterung der WasserqualitĂ€t sank diese Zahl bis 1959 praktisch auf Null. Die letzten noch aktiven Berufsfischer an der Mittelweser sind Kurt Janke in Dörverden[15] sowie Cord und Ludolf DobberschĂŒtz in Nienburg/Weser. Die Familie DobberschĂŒtz betreibt die Weserfischerei schon seit mehreren Generationen.[16]

GrĂ¶ĂŸere Bedeutung erlangte die Fischerei an der Unterweser, als der GeestemĂŒnder Friedrich Busse 1884 einen Hochseefischdampfer bei der Bremerhavener Wencke-Werft in Auftrag gab und nach dessen Indienststellung zu einem bedeutenden FischhĂ€ndler wurde. 1888 gab es in GeestemĂŒnde eine erste Fischauktion nach englischem Vorbild. 1895 bestand die GeestemĂŒnder Hochseeflotte bereits aus 28 Schiffen.

1891 versuchte auch die Stadt Bremerhaven durch den Bau eines neuen Hafens mit Lagerschuppen und Fischversteigerungshalle mit Pack- und EisrÀumen an der Westkaje, an dem FischereigeschÀft zu partizipieren. ZunÀchst erfolgreich, scheiterte dies jedoch wegen der Schleusungen in den Bremerhavener Hafen und den damit verbundenen hohen Kosten und geringeren Erlösen auf dem Markt.

GeestemĂŒnde jedoch baute zwischen 1891 und 1896 den zwar tideabhĂ€ngigen aber schleusenfreien Fischereihafen I aus und vergrĂ¶ĂŸerte bis 1914 seine Fischereiflotte auf 93 Fischdampfer. In den 1930er Jahren erreichte die Flotte mit 215 Schiffen und 7.000 in 21 Hochseefischereireedereien beschĂ€ftigten Menschen einen vorĂŒbergehenden Höhepunkt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam GeestemĂŒnde zu Bremerhaven, das daraufhin bis 1960 zum grĂ¶ĂŸten Fischereihafen Europas wuchs. Durch die Erweiterungen der Fischereizonen Islands und Norwegens auf 200 Seemeilen gingen bis 1984 die wichtigsten FischgrĂŒnde und mehr als 2.000 ArbeitsplĂ€tze in der Hochseefischerei und etwa 4.000 ArbeitsplĂ€tze im Fisch verarbeitenden Gewerbe verloren. In Bremerhaven gibt es jetzt nur noch drei Fischereischiffe.

Bis 1990 verursachte der Kalibergbau an der Werra zumeist eine massive Versalzung von Ober- und Mittelweser, unterbrochen von SĂŒĂŸwassereintrĂ€gen an den Wochenenden. Das fĂŒhrte sowohl beim Fischbesatz, als auch bei den fĂŒr die ErnĂ€hrung vieler Fische wichtigen MĂŒcken(-Larven), zu einem schweren Zahlen- und ArtenrĂŒckgang. Allein der Aal gedieh noch gut. Heute sorgen SportfischerverbĂ€nde und örtliche Angelvereine durch regelmĂ€ĂŸigen Einsatz von Jungfischen fĂŒr einen ausgeglichenen Besatz, wĂ€hrend jetzt die ErtrĂ€ge der Aalfischerei zurĂŒckgehen.

Handel und Handwerk

Anders als auf dem Rhein wurden auf der Weser im Wesentlichen in der Region erzeugte oder fĂŒr ihren Bedarf bestimmte Waren transportiert. FĂŒr die Transporte auf dem Fluss wurde Zoll erhoben. An der Oberweser besaßen im Hochmittelalter die Grafen von Dassel dieses Recht, das sie 1270 an Albrecht I. von Braunschweig verkauften.[17]

In vorindustrieller Zeit ließen sich schwere Lasten viel besser zu Wasser als zu Lande befördern. So befand sich unter den GĂŒtern spĂ€testens seit Ende des 15. Jahrhunderts auch Steinkohle aus Obernkirchen (nahe der Porta Westfalica) fĂŒr Bremen an der holzarmen Unterweser. Um 1600 wurde auf der Weser vor allem Getreide und Obst aus der Hildesheimer Börde nach Bremen und Holland, und von dort aus KĂ€se, Stockfisch und Tran flussaufwĂ€rts transportiert.

Vom 16. bis 19. Jahrhundert gab es an der Oberweser und an Werra und Fulda zahlreiche Dörfer, in denen Töpferwaren hergestellt wurden. Umfangreiche Keramikfunde in diesem Gebiet lassen auf eine starke Produktion schließen. Man schuf den Begriff Weserkeramik, der auch zum Ausdruck bringt, dass die Weser als Handelsweg fĂŒr die Keramik diente. Aus vielen Töpferorten der Oberweser gelangten Tonwaren und Steinzeug nicht nur in den stets arm an Töpfereien gewesenen Raum an der Mittel- und Unterweser, sondern ĂŒber die Außenweser auch in die NordseekĂŒstenlĂ€nder Friesland, DĂ€nemark, England und die Niederlande. Der Handel mit Keramik von der Oberweser beherrschte schließlich den Markt im gesamten Weserraum, so dass im 18. und 19. Jahrhundert die ProduktionsstĂ€tten an Mittel- und Unterweser (zum Beispiel in Minden) keine Bedeutung mehr hatten.

Als ausgesprochener Exportschlager erwies sich der VeckerhĂ€ger Ofen, der in der 1666 gegrĂŒndeten Kurhessischen EisenhĂŒtte Veckerhagen (Oberweser) gegossen und von dort aus mit dem Schiff zunĂ€chst nach Bremen und weiter zu Kunden in Skandinavien und Amerika transportiert wurde.

Ein wichtiges Produkt des waldreichen Weserberglandes war und ist Holz. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Stammholz vorzugsweise geflĂ¶ĂŸt. Der Arbeit der FlĂ¶ĂŸer auf der Weser wurde in Bad Oeynhausen ein Denkmal in Form einer Bronze-Skulptur gesetzt.

Schifffahrt

Geschichte

Schon die Römer befuhren bei der versuchten Eroberung Germaniens mit ihren Schiffen die Weser. Eine römische Flottenstation wurde bei Bremen-Seehausen ausgegraben. Trotz der Varusschlacht gab es weiterhin Handel entlang der Weser mit Produkten aus dem Römerreich. So wurden an Mittel- und Unterweser und Hunte zahlreiche römische Mahlsteine aus Eifel-Basalt gefunden. FĂŒr das 8. Jahrhundert lĂ€sst sich ein Verkehr kleiner Handelsschiffe nachweisen, die ĂŒber Aller, Leine und Oker bis Braunschweig, Hildesheim und Elze fuhren, im 12. Jahrhundert ĂŒber die Werre, Else und Hase auch nach Westfalen.

Treideln mit Zugtieren

FlussaufwĂ€rts wurden die LastkĂ€hne ausnahmslos an Seilen von Menschen oder Zugtieren gezogen, getreidelt. Hierzu bestanden in UfernĂ€he befestigte Treidel- oder Leinpfade, die zum geringen Teil heute noch erhalten sind. Die Treidelschifffahrt litt unter der oft schlechten Unterhaltung der Treidelwege. Mancherorts mussten die Treidler ĂŒbersetzen, weil der Treidelpfad die Flussseite wechselte. Stromab wurde nicht getreidelt, die Strömung genĂŒgte, um die KĂ€hne in Fahrt zu halten.

Im 14. und 15. Jahrhundert wurde auf der Weser vor allem auf der Ober- und Mittelweser die Eke, auch Bremer Eke, aus Eiche (= Eke) hĂ€ufig als Binnenschiff eingesetztes. Die Bezeichnungen wie Bukke oder Bockschiff sowie auch Bulle (von Bohlen), fĂŒr bis zu 30 Meter lange und ca. 3 Meter breite flachbodige Lastschiffe waren auch ĂŒblich. Die spĂ€teren traditionellen WeserkĂ€hne wurden dann Weserböcke genannt, eine Bezeichnung, die spĂ€ter aber auch fĂŒr motorisierte LastkĂ€hne verwendet wurde. An der Unterweser benutzte man zusĂ€tzlich eine Besegelung der Schiffe.[18]

Transportiert wurden im Mittelalter bei der Talfahrt - also WeserabwÀrts - unter anderem Steine - vor allem der Obernkirchener Sandstein - Kalk, Eisenerz, Bauholz, Getreide und bei der Bergfahrt ins Landesinnere Fische, Butter, KÀse, Talg, Tuche, Vieh, Torf etc.

Dampfschiff Die Weser, 1817

Beinahe wĂ€re die Weser 1707 Ort der weltweit ersten Dampfschifffahrt geworden, hĂ€tte nicht die MĂŒndener Schiffergilde nur wenige Meter vor dem Zusammenfluss von Werra und Fulda die Erfindung des Denis Papin, ein durch einen Dampfzylinder angetriebenes Schiff, im Fluss versenkt. So wurde erst 1817 mit dem in Vegesack gebauten ersten von Deutschen konstruierten Dampfschiff Die Weser wieder ein Kapitel in der Geschichte der Dampfschifffahrt aufgeschlagen. Die Weser verkehrte bis 1833 auf der Unterweser zwischen Bremen, Vegesack, Elsfleth und Brake und transportierte Passagiere und Post.

Ausbau der Weser

1399 beschrieb der Verdener Bischof Dietrich von Niem in seiner Kronik, dass die Weser nach dem Absinken des Hochwassers im FrĂŒhjahr große Mengen steinigen und sandigen Bodens zurĂŒckließ. Ende des 16. Jahrhunderts beschloss der Rat der Stadt Bremen auf Antrag der Schiffergilde den Bau eines Hafens, weil ihre Schiffe aufgrund der Versandung der Unterweser die Stadt Bremen kaum noch anlaufen konnten. Der Ausbau am rechten Ufer in Vegesack auf bremischem Territorium im kleinen Ästuar der Aue war mit damaligen technischen Mitteln möglich, wenngleich die Versandung strömungstechnisch nicht beherrscht werden konnte. So löste der Hafen in Vegesack das Problem nicht dauerhaft. Schon bald mussten die Schiffe am linken Ufer auf Oldenburger Gebiet in Brake ihre Fracht löschen. Weitere Versandung und Streit mit dem Herzogtum Oldenburg fĂŒhrten 1827 zur GrĂŒndung Bremerhavens auf einem vom Königreich Hannover gekauften Territorium.

Die FrĂŒhjahrs- und Herbsthochwasser der Weser ĂŒberschwemmten weite Teile des flachen Landes zwischen Minden und der Nordsee. Dabei lagerten sich schwerere Sinkstoffe dichter am Ufer ab als leichtere und schufen somit DĂ€mme, die das Wasser irgendwann nicht mehr selbst ĂŒberwinden konnte. Die dadurch entstandene Strömungsenergie sammelte sich im Flussbett selbst und die Weser grub sich immer tiefer ein. Der Auswasch wurde mit fortgespĂŒlt. Bei Niedrigwasser lag der Wasserspiegel teilweise so tief, dass das Grundwasser der Uferregionen abgezogen wurde und Brunnen trocken fielen.

Bei Eisgang oder Hochwasser schuf die Weser oftmals bis zu 10 m tiefe Kolke, vor denen sie das ausgegrabene Material zu SandbĂ€nken oder Inseln anhĂ€ufte. Dabei wechselte die Strömung hĂ€ufig das Flussbett und wurde mit wechselnden Wassertiefen unberechenbar fĂŒr die Schifffahrt.

Unterweser bei Bremen-Vegesack
Baggerschiff „Oberweser“ vor Bursfelde

Die Weserschifffahrtsakte, von den Vertretern aller Weseruferstaaten am 10. September 1823 in Minden beschlossen, machte den Stapelrechten und anderen mittelalterlichen Privilegien ein Ende und verpflichtete alle Anliegerstaaten zu notwendigen Strombaumaßnahmen und zur Sicherung der Schifffahrt auf der Weser.

Die Stadt Bremen begann 1845 mit der Vertiefung der Unterweser auf eigenem Staatsgebiet. 1847 hatte man den ersten Dampfbagger angeschafft, und versuchte durch den Bau von Buhnen mit mĂ€ĂŸigem Erfolg, den Fluss einzuengen und das Fahrwasser gemĂ€ĂŸ den PlĂ€nen Ludwig Franzius auf 5 m zu vertiefen. Erreicht wurde aber zunĂ€chst nur eine dauerhafte Tiefe von 2 m.

1874 war Franzius Vertreter Bremens in einer Kommission, die sich mit der Förderung der Schifffahrt auf der Weser befassen sollte. Er sammelte zunĂ€chst Daten ĂŒber die Weser und ĂŒber ihr gesamtes Zuflussgebiet und erarbeitete aus seinen Erkenntnissen den Plan einer weiteren Vertiefung und einer trichterförmigen Verengung des Strombettes von Bremen bis zur MĂŒndung, die „Große Weserkorrektion“. Dabei setzte er sowohl auf das VerkĂŒrzen des Flusslaufes durch Schließen von Nebenarmen, das Ausbaggern mit technischen Mitteln wie auch auf die RĂ€umkraft des Flusses selbst.

Nachdem Franzius anfangs Schwierigkeiten hatte, seine Idee durchzusetzen, verhalf ihm das verheerende Hochwasser von 1881 zur Realisierung eines ehrgeizigen Plans: Die Weserschleife bei Lankenau-Gröpelingen, die Lange Bucht, sollte abgeschnitten und der Strom in ein neues Bett verlegt werden. Trotz ungesicherter Finanzierung wurde diese Große Weserkorrektion bereits 1883 verwirklicht.

Noch wĂ€hrend weitere Korrekturen an der Unterweser in vollem Gange waren und grĂ¶ĂŸere Schiffe die Weser bis Bremen noch nicht befahren konnten, wurde 1888 das Hafenbecken des Europahafens eingeweiht.

Drakenburg: Blick von der BrĂŒcke auf der Staustufe

Nach der „Weserkorrektion“ erfolgten wesentliche weitere wasserbauliche und wasserwirtschaftliche Maßnahmen[19] im Bereich der Mittelweser. Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurde durch Buhnen der Wasserstrom konzentriert, um so eine Vertiefung des Fahrwassers zu bewirken. Mit dem Bau des Hemelinger Weserwehrs in Bremen-Hastedt 1911 begann die Anhebung des Wasserspiegels der Mittelweser durch Staustufen und SchleusenkanĂ€le[20], so auch bei Dörverden, wo 1911 die Lohofschleife durchschnitten wurde und ab 1914 am dort neu errichteten Stauwehr ein Wasserkraftwerk Strom erzeugt. Weitere Regulierungsdurchstiche und Stauwehre wurden bei Intschede (Gemeinde Blender) und Petershagen an der EinmĂŒndung der Ösper errichtet. Vollendet wurde die Maßnahmenserie erst in den Aufbaujahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Nach Berechnungen der Mittelweser-Aktiengesellschaft und des Weserbundes e.V. wurden bis 1967 rund 330 Millionen DM fĂŒr Investitionen aufgewendet, die entsprechend den damaligen wirtschaftlichen Aufbauzielen die „Infrastruktur der Landschaft verbessern“ sollten. Darin waren vorbereitende Bauarbeiten bis zum Jahre 1942 mit einem umgerechneten Bauwert von 50 Millionen DM enthalten. Die Investitionen der privaten Wirtschaft, zu denen auch die Wasserkraftwerke zĂ€hlen, beliefen sich auf rund 900 Millionen DM. Sieben Wasserkraftwerke entlang der Weser, von denen die bisher neueste Anlage in Landesbergen Ende 1960 fertiggestellt wurde, erzeugten jĂ€hrlich rund 200 GWh und wurden in ihrer Gesamtheit bis 1986 betrieben, kosteten aber mit zusammen 60 Millionen DM kaum 5% der Gesamtinvestitionen von 1,33 Milliarden DM, welche fĂŒr den Ausbau der Weser aufgewendet wurden

Das Fahrwasser der Unterweser wurde mittlerweile bis auf 12 m weiter vertieft, und wĂ€hrend der Tidenhub bei Bremen vor der Weserkorrektur nur 73 cm im Durchschnitt von zehn Jahren (1870–1879) betrug, vergrĂ¶ĂŸerte er sich bis 2004 auf 4,50 m.

Der Ausbau der letzten veralteten Schleuse in Dörverden vom Ausbauzustand von 1912 zur erforderlichen Breite und einer Abladetiefe von 2,50m fĂŒr das Europaschiff als seit ca. 1960 nach den Abmessungen des Kanalsystems im Ruhrgebiet bestimmten Standard-Binnenschiff wird erst 2011 mithin 99 Jahre nach dem ersten Ausbau und erst 50 Jahre nach Standardisierung des Ausbautyps abgeschlossen sein[21] (Stand 2011).

Flussschifffahrt

Die Dampfschifffahrt verdrÀngte sehr schnell den Berufszweig der Treidler. Dampf-Schlepper konnten mehrere LastkÀhne gleichzeitig an ihre Zugseile nehmen. Auch talwÀrts wurden die KÀhne nun gezogen und erreichten dadurch eine höhere Geschwindigkeit. Selbstfahrende, Lasten befördernde Dampfschiffe zÀhlten zu den Ausnahmen, wÀhrend Personendampfer zahlreich in Dienst gestellt wurden.

Insgesamt sank jedoch die Bedeutung der Binnenschifffahrt auf der Weser, seit mit der Fertigstellung der Bahnlinien Hannover Bremen 1851 und Göttingen–Hannoversch MĂŒnden–Kassel 1856 eine durchgehende Eisenbahnverbindung von Hessen zu den SeehĂ€fen bestand.

Die Mittelweser erfuhr seit ihrem Anschluss an den Mittellandkanal 1915 dann wieder eine Aufwertung.

Im 20. Jahrhundert ersetzten zunehmend durch Dieselmotoren angetriebene Schiffe die Weserdampfer. SchleppverbĂ€nde wurden von SchubverbĂ€nden abgelöst und die Anzahl von LastkĂ€hnen mit eigenem Antrieb stieg.

Der Ausbau der Mittelweser, insbesondere der Schleusen als techischer EngpĂ€sse, wurde ungeachtet der steten Bekundung des angeblichen politischen Willens im Bundesministerium fĂŒr Verkehr zur Verlagerung von Transporten auf die Binnenschiffahrt[22] um Jahrzehnte verschleppt. Der Grund liegt erkennbar in der Verwendung der Steuern aus dem StraßengĂŒterverkehr fĂŒr allgemeine Haushalte und der Bevorzugung des StraßengĂŒterverkehrs[23].

Frachtschifffahrt

Die Weser ist vom Zusammenfluss von Werra und Fulda bis zur MĂŒndung durchgehend schiffbar. Wie groß die Schiffe maximal sein und wie viel Tiefgang sie haben dĂŒrfen, ist in den einzelnen Abschnitten unterschiedlich. In welchem Umfang tatsĂ€chlich noch Lastverkehr auf einem Abschnitt stattfindet, ist abhĂ€ngig von diesen EinschrĂ€nkungen.

Verladung an der reaktivierten Weserumschlagstelle Hann. MĂŒnden 2008
Weserkai und Speicher in Holzminden

Die Oberweser (Wasserstraßenklasse IV mit EinschrĂ€nkungen) darf von Schiffen oder SchubverbĂ€nden mit einer HöchstlĂ€nge von 85 m und einer Höchstbreite von 11 m befahren werden. Der maximal erlaubte Tiefgang ist wasserstandsabhĂ€ngig. Vom aktuellen Pegelstand muss ein streckenweise unterschiedlicher Sicherheitsabstand abgezogen werden. Dieser betrĂ€gt fĂŒr die Strecken Hann. MĂŒnden–Karlshafen 17 cm, Karlshafen–Bodenwerder 5 cm, Bodenwerder–Hameln 28 cm und Hameln–Minden 31 cm. Die aktuellen PegelstĂ€nde mĂŒssen von den SchiffsfĂŒhrern beim Wasser- und Schifffahrtsamt Hann. MĂŒnden abgefragt werden. Aufgrund dieser EinschrĂ€nkungen verkehren aus RentabilitĂ€tsgrĂŒnden auf der Oberweser kaum noch Lastschiffe, wĂ€hrend in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg noch SchleppverbĂ€nde auf der Oberweser anzutreffen waren. Derzeit werden jĂ€hrlich nur noch etwa 30.000 t GĂŒter auf der Oberweser mit dem Binnenschiff befördert. In erster Linie handelt es sich dabei um Getreide, das aus Beverungen, Holzminden und Hameln nach Bremen verschifft wird.[19] Der Warenumschlaghafen in Hann. MĂŒnden wurde in den 1970er Jahren stillgelegt, das Bahnanschlussgleis 1989 abgebaut. Im Juni 2008 nahm die Weserumschlagstelle in Hann. MĂŒnden den Hafenbetrieb wieder auf. Seitdem erfolgt die Be- und Entladung schwerer Maschinenteile von Schwerlasttransporten auf Binnenschiffe und umgekehrt. Voraussetzung dafĂŒr ist jedoch, dass die Weser genug Wasser fĂŒr die Schifffahrt fĂŒhrt, was auf der Oberweser nicht immer der Fall ist.

Die Befahrung der Mittelweser zwischen Minden und Bremen ist Europaschiffen bis 85 m LĂ€nge und 11,45 m Breite und SchubverbĂ€nden von 91 m LĂ€nge und 8,25 m Breite erlaubt, wobei sie einen maximalen Tiefgang von 2,50 m nicht ĂŒberschreiten dĂŒrfen. Dies entspricht der Wasserstraßenklasse IV mit EinschrĂ€nkungen. Bis 2012 soll der Weserabschnitt von Weser-km 204,5 in Minden bis km 360,7 beim Fuldahafen Bremen auf Klasse Vb mit EinschrĂ€nkungen ausgebaut werden. Dann dĂŒrfen GroßmotorgĂŒterschiffe (GMS) bis 110 m LĂ€nge bei einer BeschrĂ€nkung der Abladetiefe auf 2,50 m diesen Abschnitt befahren.[24] Ab Fuldahafen bis zur EisenbahnbrĂŒcke in Bremen (UWe-km 1,38) entspricht die Weser bereits Klasse Vb. Hier endet der Geltungsbereich der Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung und beginnt der Bereich der Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung, in dem Bereich gehört die Weser zur Klasse VIb. Die Stadt Minden will fĂŒr die neue Schifffahrtsklasse einen neuen Containerhafen RegioPort Weser am Wasserstraßenkreuz Minden bauen, um so die einen Hinterlandhub zu bekommen.

Die Unterweser darf auch von Seeschiffen befahren werden, tidenunabhĂ€ngig mit einem maximalen Tiefgang von 7,5 m im Abschnitt Bremen – Brake, 9 m zwischen Brake und Nordenham und 13,50 m auf der Strecke Nordenham – Bremerhaven. Hinzu kommt ein mittlerer Tidenhub von 3,96 m.

Der 14,50-Meter-Ausbau der Außenweser ab Bremerhaven wurde 2003 fertiggestellt.

Personenschifffahrt

Das Ausflugsschiff „Oceana“ verkehrt zwischen Bremerhaven und Bremen

Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt auf der Weser ab 1817 ĂŒbernahmen Personenschiffe den Transport von Reisenden. Lange Zeit war eine Reise mit dem Dampfschiff preiswerter als eine Bahnreise, so dass die Schiffe bis ins 20. Jahrhundert hinein als tĂ€gliches Verkehrsmittel genutzt wurden. 1851 zum Beispiel bot die Oberweser Dampfschifffahrt eine tĂ€gliche Talfahrt von Hann. MĂŒnden nach Hameln an und wartete in Bad Karlshafen auf die Ankunft der ZĂŒge aus Kassel, Marburg und Eisenach. An vier Tagen in der Woche ging von Hameln aus die Fahrt weiter nach Minden und Bremen. An sieben weiteren Tagen im Monat waren die Schiffe der Oberweser Dampfschifffahrt fĂŒr den Transport von Auswanderern reserviert, die von Bremen oder Bremerhaven aus die Reise in die USA und nach Kanada antraten. Die gesamte Fahrzeit von Hann. MĂŒnden bis Bremen betrug drei Tage, die Weiterfahrt bis Nordamerika acht bis zehn Tage. Bekannt waren die Schaufelraddampfer „Kaiser Wilhelm“ (die heute noch als Museumsdampfer bei Lauenburg auf der Elbe fĂ€hrt), „Kronprinz Wilhelm“ ex „Meißen“ (deren Reste im Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven zu sehen sind) und „FĂŒrst Bismarck“ (deren Verbleib unbekannt ist).

Auch in heutiger Zeit verkehren auf der gesamten Weser Personenschiffe, darĂŒber hinaus auch auf der Fulda zwischen Hann. MĂŒnden und Kassel. WĂ€hrend die Schiffe auf der Fulda, Ober- und Unterweser zwischen April und Oktober im regelmĂ€ĂŸigen Linienverkehr die Anliegergemeinden bedienen, verkehren im Sommerhalbjahr Personenschiffe auf der Mittelweser nur sehr unregelmĂ€ĂŸig und bieten vorwiegend eher kurze Ausflugsfahrten an.

Fahrgastschiff „Hessen“ auf der Oberweser 2004

An die Personenschiffe, die auf der Oberweser verkehren, werden aufgrund der geringen Wassertiefe besondere Anforderungen gestellt. So darf auf der Strecke Hann. MĂŒnden – Bad Karlshafen der Tiefgang 45 cm nicht ĂŒberschreiten, um auch bei niedrigem Wasserstand den Linienverkehr bedienen zu können. Zum Beispiel hat das 1993 in Dienst gestellte Fahrgastschiff Hessen der Linie 2000 nur einen Tiefgang von 30 cm und besitzt eine nach beiden Seiten ausfahrbare Gangway. An den Anlegestellen, die keine AnlegebrĂŒcken mehr haben, ankert das Schiff in der Flussmitte, indem vier Stempel hydraulisch auf den Grund abgesenkt werden. Das derart aufgebockte Schiff verharrt unbeweglich im Wasser. Ein Anlegezwang gegen die Strömung entfĂ€llt somit, ebenso das Festmachen am Anleger. Wegen des geringen Tiefganges haben moderne Motorschiffe fĂŒr die Oberweser vielfach keine herkömmlichen Propeller, sondern Antriebe, die aus dem der Raddampfer weiterentwickelt sind.

Da im Sommer oft der grĂ¶ĂŸte Touristenandrang mit dem niedrigsten Wasserstand zusammenfĂ€llt, wird manchmal rechtzeitig vor dem Wochenende aus den Talsperren der NebenflĂŒsse die abfließende Wassermenge erhöht.

Weserdorf Reileifzen bei Polle

Sportschifffahrt

Auf der Weser ist fĂŒr motorgetriebene Sportboote, bis auf die Stadtgebiete und Schleusenbereiche, eine Höchstgeschwindigkeit von 35 km/h erlaubt. In den Stadtgebieten betrĂ€gt die erlaubte Geschwindigkeit 18 km/h zu Tal und 12 km/h zu Berg. Aufgrund der relativ geringen Strömung und der hohen erlaubten Geschwindigkeit ist die Weser ein ideales Gebiet fĂŒr die Sportschifffahrt.

Besonders die Oberweser ist beliebt bei Kanusportlern und Wasserwanderern. Durch die Fließgeschwindigkeit der Weser von durchschnittlich 4,5 km/h bei normalem Wasserstand kann auch der Freizeitsportler lĂ€ngere Strecken ohne ĂŒbermĂ€ĂŸigen Kraftaufwand zurĂŒcklegen. Zahlreiche Bootsverleihe tragen dieser Tatsache Rechnung und bieten neben dem Verleih von Kajaks und Kanadiern auch einen RĂŒckholservice an.

Auch unter Ruderern ist die Weser ein Ă€ußerst beliebtes GewĂ€sser. Es gibt Rudervereine in Hannoversch MĂŒnden, Holzminden, Höxter, Bodenwerder, Hameln, Rinteln, Minden, Stolzenau, Nienburg, Hoya und Bremen.

Einmal im Jahr findet auf der Oberweser zwischen Hann. MĂŒnden und Hameln die „ICF Wesermarathonfahrt“ statt, an der sich sowohl Ruderboot- als auch Kajak- und Kanufahrer beteiligen. Es können wahlweise 53, 80 oder 135 km absolviert werden. 2006 gingen 1.800 Teilnehmer an den Start.

Alle 2 Jahre (ungerade Jahreszahl) wird in Minden das „Blaue Band der Weser“ vom „Ring der Wassersportvereine um die Porta Westfalica“ veranstaltet. Immer am ersten Wochenende im September treffen sich hier Wassersportler aller Art und tragen ihre WettkĂ€mpfe aus. Das gleichzeitig stattfindende Volksfest lockt regelmĂ€ĂŸig ca. 100.000 Zuschauer an die Weser. Unter dem Motto „Weser in Flammen“ findet am Samstag mit beginnender Dunkelheit der Bootskorso der beteiligten Sportler statt.

Wasserstraßenkreuz Minden

Mittellandkanal kreuzt Weser

Am Wasserstraßenkreuz Minden wird der Mittellandkanal nördlich von Minden seit 1914 in einer TrogbrĂŒcke ĂŒber die Weser gefĂŒhrt. Die BrĂŒcke wurde 1945 durch deutsche Truppen zerstört und in den 1950er Jahren wieder aufgebaut. 1998 kam eine zweite TrogbrĂŒcke hinzu, um dem gestiegenen Schiffsverkehr und dem Ausbau des Kanals auf neue, grĂ¶ĂŸere Schiffsklassen Rechnung zu tragen. Die alte BrĂŒcke wird seitdem nur noch fĂŒr die Sportschifffahrt benutzt. Drei Schleusen bilden zwei Verbindungen zwischen Weser und Mittellandkanal, es muss dabei eine Höhendifferenz von etwa 13,20 m ĂŒberwunden werden. Das ist zum einen der Verbindungskanal Nord zur Weser mit der Schachtschleuse und zum anderen der Verbindungskanal SĂŒd zur Weser mit zwei Schleusen und dem auf halber Höhe liegenden Hafenbecken. Weiterhin gibt es am Wasserstraßenkreuz ein Pumpwerk, mit dem Weserwasser in den Kanal gepumpt wird, um dessen Wasserstand konstant zu halten.

Durch das Wasserstraßenkreuz Minden erhĂ€lt die Weserschifffahrt eine direkte Verbindung in Richtung Westen zum Rhein und dem Ruhrgebiet sowie der Ems und nach Osten zur Elbe und ĂŒber das Wasserstraßenkreuz Magdeburg und den Elbe-Havel-Kanal weiter bis nach Berlin und zur Oder.

Schleusen

Ort, Bezeichnung Stromkilometer NutzlÀnge Nutzbreite Fallhöhe Bemerkung
Hameln, Schleppzugschleuse 134,8 222 m 11,25 m 3,17 m gebogene Schleusenkammer mit Mittelhaupt,
Bedienung: Bedienpersonal vor Ort
Schachtschleuse Minden 85 m 10,00 m max. 13,2 m Bedienung: Anschluss an FBZ-Minden geplant
Weserschleuse Minden 139 m 12,5 m 13,3 m im Bau, Fertigstellung geplant 2012
Petershagen 223,1 215 m 12,30 m 6,00 m Bedienung: Fernbedienzentrale Minden
SchlĂŒsselburg 238,4 214 m 12,30 m 4,50 m Bedienung: Fernbedienzentrale Minden
Landesbergen 251,8 221 m 12,30 m 5,50 m Bedienung: Fernbedienzentrale Minden
Drakenburg (Schleusenkanal) 284,9 223 m 12,30 m 6,40 m Bedienung: Fernbedienzentrale Minden
Drakenburg, Prahmschleuse (Fluss) 277,7 33 m 6,60 m 6,40 m Schleuse nur fĂŒr WSA
Dörverden, Schleppzugschleuse 313,9 225 m 12,30 m 4,60 m Beide Schleusen entsprechen nicht den Anforderungen fĂŒr GMS,
Schleusen Neubau (139 m * 12,50 m) Fertigstellung 2011 geplant
Dörverden, Kleine Schleuse 313,6 85 m 12,30 m 4,60 m Bedienung: Bedienpersonal vor Ort (beide Schleusen),
Anschluss an FBZ-Minden geplant
Dörverden, Prahmschleuse 308,8 28 m 6,50 m 4,60 m Schleuse nur fĂŒr WSA
Langwedel 332,6 214 m 12,30 m 5,50 m Bedienung: Fernbedienzentrale Minden
Hemelingen 362,0 225 m 12,50 m 2,09–5,52 m Bedienung: Bedienpersonal vor Ort
Hemelingen, Sportbootschleuse 362,0 25 m 6,50 m 2,09–5,52 m Bedienung: Bedienpersonal vor Ort
Großer Leuchtturm von 1854 in Bremerhaven

Befeuerung der Unterweser

Die ersten Leuchttonnen mit GasfĂŒllung wurden 1830 mit Hilfe des Tonnenlegers Barsen in der Außenweser eingebracht. 1853 wurde mit dem Bau des großen Leuchtturms an der Bremerhavener Columbuskaje nach den PlĂ€nen des Architekten Simon Loschen begonnen. Der neugotische Backsteinturm wurde 1855 fertiggestellt und diente bis 1986 der Befeuerung der Unterweser. Seit 1984 steht er unter Denkmalschutz. 1855 bis 1856 folgte der Bau des Leuchtturmes Hohe Weg.

1874 wurden die ersten Feuerschiffe in der Außenweser ausgelegt. Der berĂŒhmte Leuchtturm Roter Sand in der Außenweser wurde 1885 in Betrieb genommen, 1887 folgten die LeuchttĂŒrme auf dem Eversand. 1907 wurde das Befeuerungssystem der Außenweser durch Auslegen des Feuerschiffes Norderney erweitert und eine erste Leuchtbake an der Robbenplate errichtet, die 1928 durch einen Leuchtturm ersetzt wurde. Es folgten die LeuchttĂŒrme Solthörn (1904) und Brinkamahof (1912).

1953 begann man mit ersten Landradarversuchen an Elbe und Weser. 1965 war der Aufbau einer Landradarkette an der Außenweser abgeschlossen. Die provisorische Radarzentrale befand sich zunĂ€chst in Weddewarden, ab 1965 in Bremerhaven. 1964 war der Leuchtturm Alte Weser fertiggestellt, und die letzte Besatzung verließ den Leuchtturm Roter Sand. Eine weitere Radarkette und der neue UKW-Betriebsfunk verbesserten ab 1965 die Sicherung der Schifffahrt bei unsichtigem Wetter.

1966 ging der Leuchtturm Tegeler Plate in Betrieb und ersetzte das Feuerschiff Bremen. In diesem Jahr wurden erste Versuche mit der Fernsteuerung im Seezeichenbetrieb durchgefĂŒhrt, nach deren Abschluss 1973 alle Besatzungen von den LeuchttĂŒrmen abgezogen wurden. Im folgenden Jahr begann man mit der Errichtung von Richtfeuerlinien an der Unterweser mit Ober- und Unterfeuer und ab 1975 zusĂ€tzlich mit dem Aufbau einer Radarkette zwischen Bremerhaven und HuntemĂŒndung. Diese Radarkette wurde 1981 in Betrieb genommen.

In den Folgejahren wurden die Radarstationen an der Außenweser nach und nach gegen neuere Technik ausgetauscht oder an andere Standorte verlegt, ab 1989 die Radarkette Unterweser bis Bremen erweitert und dort eine weitere Radarzentrale errichtet.

ZustÀndige Wasser- und SchifffahrtsÀmter

Kultur und Tourismus

Bad Karlshafen: ehemaliges Packhaus von 1718

Von touristischer Bedeutung ist das Weserbergland mit Hann. MĂŒnden, Reinhardswald, Solling, Bad Karlshafen, Höxter, Hameln sowie die verbliebenen Bauwerke aus dem 16. Jahrhundert im Baustil der Weserrenaissance, von denen sich viele entlang der Ober- und Mittelweser befinden. An der Unterweser bietet die Wesermarsch mit den StĂ€dten Bremen, Bremerhaven und Brake sowie zahllosen Sielen, KanĂ€len und reetgedeckten HĂ€usern touristische Höhepunkte. Im Oberen Wesertal und im Mittleren Wesertal verlĂ€uft der Weserradweg, inzwischen einer der beliebtesten Radfernwege in Deutschland. Autofahrer können dem Verlauf der Weser auf der Straße der Weserrenaissance folgen.

Weserradweg

Weserradweg zwischen Oedelsheim und Gieselwerder

Radfahrer können dem Flusslauf auf dem circa 500 km langen Weserradweg folgen.[25] Der verlĂ€uft an der Oberweser meist nahe am Wasser, an der Mittelweser oft weitab vom Fluss, unterhalb von Bremen lange Strecken hinterm Deich, also ohne Wasserblick. Wegen des sehr niedrigen GefĂ€lles der Weser ist er ohne Mehranstrengung flussaufwĂ€rts zu fahren.

Schlösser, Burgen, Klöster

Klosterkirche Bursfelde
Schloss Bevern
  • Welfenschloss in Hann. MĂŒnden, Ursprung 1501, nach einem Brand im Stil der frĂŒhen Weserrenaissance 1560 wiedererrichtet, beheimatet es heute das Stadtarchiv, die StadtbĂŒcherei, das Amtsgericht und das StĂ€dtische Museum.
  • ehemaliges Augustinerinnenstift Hilwartshausen, 960 gegrĂŒndet, Teile erhalten, linke Flussseite
  • Bramburg bei Hemeln, Ruine einer Schutzburg 1063, rechte Flussseite
  • Kloster Bursfelde, 1093 gegrĂŒndet, heute evangelische TagungsstĂ€tte, romanische Basilika jetzt Simultankirche, rechte Flussseite
  • ehemaliges Benediktinerinnenkloster Lippoldsberg, etwa 1056 gegrĂŒndet, romanische Pfeilerbasilika erhalten, rechte Flussseite
  • Krukenburg in Bad Karlshafen–Helmarshausen, Ruine einer Kirchenburg 1225, linke Flussseite
  • Schloss WĂŒrgassen, zu Beverungen, Barock 1698, rechte Flussseite
  • Schloss Wehrden bei Beverungen, Barock 1699, linke Flussseite
  • ehemalige Benediktinerabtei Corvey (zu Höxter), 815 erbaut, 1158 erweitert, Kirche und Kreuzgang erhalten, WohngebĂ€ude im 18./19.Jahrhundert zum Schloss umgebaut, linke Flussseite
  • Tonenburg in Höxter-Albaxen, 1315, linke Flussseite
  • Schloss Bevern, VierflĂŒgelanlage Weserrenaissance 1612, rechte Flussseite
  • ehemaliges Benediktinerinnenkloster Kemnade in Bodenwerder, 960 gegrĂŒndet, romanische Klosterkirche erhalten, linke Flussseite
  • Burg Schaumburg bei Schaumburg-Rosenthal (Stadtteil von Rinteln) auf dem Nesselberg, Stammsitz der Grafen von Schaumburg und Holstein, rechte Flussseite
  • ehemaliges Kanonissenstift Möllenbeck bei Rinteln, 896 gegrĂŒndet, erhalten, linke Flussseite
Stiftskirche in BĂŒcken
  • Burg Vlotho, Reste einer Wehrburg aus dem 13. Jahrhundert, linke Flussseite
  • Kreuzkirche (Wittekindsberg) (Porta Westfalica), vermutlich im Zeitraum 978–996 erbaut. Fundamentreste unter schĂŒtzendem Überbau.
  • ehemaliges Benediktinerinnenkloster St. Marien in Porta Westfalica, 993 gegrĂŒndet, wenig spĂ€ter nach Minden verlegt (siehe unten), Reste erhalten, linke Flussseite
  • ehemaliges Benediktinerinnenkloster St. Marien (um 1000), ehemaliges Benediktinerkloster St. Mauritii (1042) und ehemaliges Dominikanerkloster St. Pauli (1233) in Minden, alle bis 1539 aufgelöst, erhalten, rechte Flussseite
  • Schloss Petershagen, Weserrenaissance 1547, linke Flussseite
U-Boot-Bunker Valentin in Bremen-Rekum
Dreptersiel aus dem 18. Jahrhundert
  • Stiftskirche BĂŒcken, 1050–1350, Kloster mit der Reformation sĂ€kularisiert, Glasfenster (13. Jahrhundert), Schnitzaltar (1510), linke Flussseite
  • Schloss Hoya in Grafschaft Hoya, jetzt Amtsgericht, linke Flussseite
  • Schwedenschanze aus dem dreißigjĂ€hrigen Krieg, Sternschanze im Winkel zwischen Weser und AllermĂŒnung, rechte Flussseite
  • Erbhof in Thedinghausen, Weserrenaissance, 1620 als Sitz der (seit 1566 protestantischen!) Erzbischöfe von Bremen gebaut, linke Flussseite
  • Wasserschloss Schönebeck in Bremen-Schönebeck, Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundert, heute Heimatmuseum, rechte Flussseite
  • Haus Blomendal in Bremen-Blumenthal, 1354, Graben und ein GebĂ€udeflĂŒgel erhalten, Deckenmalereien um 1600, rechte Flussseite
  • U-Bootbunker Valentin in Bremen-Rekum, 1942–1945 durch 13.000 HĂ€ftlinge des KZ Neuengamme errichtet, wobei 6000 umkamen, rechtes Flussufer
  • Dreptersiel, historisches Sieltor aus dem 18. Jahrhundert, wieder zusammengesetzt aus den in den 1990er Jahren bei der Deichsanierung gefundenen Steinen, rechte Weserseite
  • (Friedeburg (Vredenborch) in Nordenham, 1404–1499 Bremer StĂŒtzpunkt in Butjadingen, keine Reste mehr sichtbar, linke Flussseite)
Kaiser-Wilhelm-Denkmal

Markante Aussichtspunkte

  • Tillyschanze in Hann. MĂŒnden, Bastion mit Aussichtsturm 1885 erbaut, linke Flussseite
  • Weserliedanlage oberhalb von Hann. MĂŒnden, rechte Flussseite
  • Roter Stein am Berghang bei Hilwartshausen nördlich von Gimte, rechte Flussseite
  • Hugenottenturm und Juliushöhe bei Bad Karlshafen, linke Flussseite
  • Hannoversche und Hessische Klippen zwischen Bad Karlshafen und WĂŒrgassen, rechte bzw. linke Flussseite
  • KlĂŒtturm bei Hameln, anstelle der 1774–1784 unter König Georg III. erbauten drei Forts, linke Flussseite
  • Klippenturm bei Rinteln, rechte Flussseite
  • Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica, 1896 vollendet, linke Flussseite
  • Porta-Kanzel am Jakobsberg in Porta Westfalica, rechte Flussseite

Weserlieder

Unweit vom Weserstein befindet sich an einem Aussichtspunkt am Hang des Questenbergs die Weserliedanlage, ein 1931 errichtetes Denkmal zur Erinnerung an die Schöpfer des Weserlieds, den Dichter Franz von Dingelstedt und den Komponisten Gustav Pressel. Der Gedenkstein trĂ€gt zwei Bronzetafeln mit den Portraits der beiden, geschaffen von Gustav Eberlein, einem in der NĂ€he von Hann. MĂŒnden geborenen Bildhauer.

Neben diesem Weserlied, dessen Text auf der Seite der Weserliedanlage wiedergegeben ist, gibt es noch ein weiteres Weserlied als Regionalhymne Ost-Westfalens.

Daten zur Infrastruktur

Weserkraftwerke

Die Kraftwerke entlang der Weser sind hauptsĂ€chlich ElektrizitĂ€tswerke, die das Wasser der Weser fĂŒr KĂŒhlzwecke oder den Höhenunterschied des aufgestauten Wassers zur Energiegewinnung nutzen. Von ehemals drei Kernkraftwerken ist heute noch eins in Grohnde in Betrieb. Nach dem neuen Atomgesetz von 2011 soll die endgĂŒltige Abschaltung dieses Kernkraftwerks zum Jahresende 2021 erfolgen.

Ort Betreiber Energiequelle Leistung in Betrieb
Kernkraftwerk WĂŒrgassen E.ON Siedewasserreaktor 670 MW 1971–1995
Kernkraftwerk Grohnde E.ON Druckwasserreaktor 1430 MW seit 1985
Hameln PfortmĂŒhle, Werder GWS Stadtwerke GmbH Wasser 1,95 MW seit 1933
Kraftwerk Veltheim, Porta Westfalica Gemeinschaftskraftwerk Veltheim GmbH Steinkohle, Öl, MĂŒll, Gas, Tiermehl 880 MW seit 1965
Pumpwerk Minden WSA Minden Wasser 0,5 MW seit 1922, nur bei WasserĂŒberschuss im Mittellandkanal
Kraftwerk Heyden in Petershagen-Lahde am Schleusenkanal E.ON Steinkohle 865 MW seit 1987
Wasserkraftwerk Petershagen Statkraft Wasser 3,3 MW seit 1954
Wasserkraftwerk SchlĂŒsselburg Statkraft Wasser 5,0 MW seit 1956
Wasserkraftwerk Landesbergen Statkraft Wasser 7,2 MW seit 1960
Landesbergen Statkraft Erdgas, Biomasse 511 MW seit 1973/2003
Wasserkraftwerk Drakenburg Statkraft Wasser 5,0 MW seit 1956
Wasserkraftwerk Dörverden Statkraft Wasser 4,2 MW seit 1913
Wasserkraftwerk Langwedel Statkraft Wasser 7,2 MW seit 1958
Weserkraftwerk Bremen (im Bau) Weserkraftwerk Bremen GmbH & Co. KG Wasser 10,0 MW Inbetriebnahme Ende 2011[26]
Kraftwerk Bremen-Hastedt swb Erzeugung GmbH & Co. KG Erdgas, Steinkohle 300 MW seit 1972/1989
Kraftwerk Bremen-Hafen swb Erzeugung GmbH & Co. KG Steinkohle 450 MW seit 1968
Kraftwerk Bremen-MittelsbĂŒren swb Erzeugung GmbH & Co. KG Gichtgas, Erdgas 348 MW seit 1964
Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Bremen Gemeinschaftskraftwerk Bremen GmbH & Co. KG Erdgas 445 MW Inbetriebnahme 2013[27]
Kraftwerk Bremen-Farge GDF SUEZ Steinkohle 345 MW seit 1969
Kernkraftwerk Unterweser (Kleinensiel) E.ON Druckwasserreaktor 1410 MW 1978-2011

BrĂŒcken, FĂ€hren und Tunnel

In der Reihenfolge von der Quelle bis zur MĂŒndung sind alle Weserquerungen aufgefĂŒhrt. Bei den FĂ€hren an Ober- und Mittelweser handelt es sich ĂŒberwiegend um GierseilfĂ€hren. Im Tidenbereich der Unterweser wĂ€ren GierfĂ€hren durch die periodische Strömungsumkehr unpraktikabel. So gibt es dort nur MotorfĂ€hren. Viele FĂ€hrverbindungen haben eine lange Tradition. Einzelne sind nach lĂ€ngerer Unterbrechung aus touristischen GrĂŒnden reaktiviert worden. Einige FĂ€hren an Ober- und Mittelweser haben recht eingeschrĂ€nkte Betriebszeiten.

Oberweser

GierseilfÀhre zwischen Veckerhagen und Hemeln
Eine Weser - EisenbahnbrĂŒcke bei Stift Corvey am Ostrand von Höxter
  • In Hann. MĂŒnden ĂŒberqueren die B 3/B 80 auf der 1960 erbauten StraßenbrĂŒcke die Weser.
  • Die GierseilfĂ€hre Veckerhagen–Hemeln befördert bis zu sechs PKW und ist ganzjĂ€hrig in Betrieb. Das aktuelle FĂ€hrschiff ist im Jahr 2000 vom Stapel gelaufen, die FĂ€hrstelle selbst ist seit 1342 nachweisbar.
  • Die GierseilfĂ€hre Oedelsheim fasst zwei PKW und ist nur in den Sommermonaten in Betrieb. Das aktuelle FĂ€hrschiff wurde 1997 gebaut.
  • In Gieselwerder quert die L 763 auf einer StraßenbrĂŒcke, die 1950 als Ersatz fĂŒr die im Zweiten Weltkrieg zerstörte VorgĂ€ngerin von 1900 errichtet wurde. 60 Jahre lang war hier der sĂŒdlichste feste WeserĂŒbergang.
  • Die GierseilfĂ€hre „MĂ€rchenfĂ€hre“ Lippoldsberg wurde 1981 gebaut. Sie verkehrt nur in den Sommermonaten und kann drei PKW befördern. Erstmals ist hier um 1300 eine FĂ€hre erwĂ€hnt.
  • Die GierseilfĂ€hre Wahmbeck–Gewissenruh wurde 1957 in Dienst gestellt; sie fasst zwei PKW und verkehrt nur in den Sommermonaten.
  • In Bodenfelde-Wahmbeck ĂŒberquert eine Auto- und PersonenfĂ€hre die Weser, die seit 1900 besteht.
  • In Bad Karlshafen besteht eine am 22. Oktober 1894 eingeweihte StraßenbrĂŒcke.
  • Die StraßenbrĂŒcke der K 61 zwischen Herstelle und WĂŒrgassen wurde am 21. Oktober 1982 eingeweiht.
  • Die StraßenbrĂŒcke der B 241 zwischen Beverungen und Lauenförde wurde 1902 eröffnet, 1945 gesprengt und 1950 wiedererrichtet.
  • Im Beverunger Ortsteil Wehrden ĂŒberquert eine 1875 erstmals erwĂ€hnte Gierseil-PersonenfĂ€hre die Weser.
  • Im Beverunger Ortsteil Herstelle-WĂŒrgassen ĂŒberquert eine 1432 erstmals erwĂ€hnte Gierseil-PersonenfĂ€hre die Weser.
  • Die ehemals zweigleisige BrĂŒcke der Sollingbahn (KBS 356) Altenbeken-Ottbergen-Northeim in Wehrden ist seit dem Zweiten Weltkrieg nur noch eingleisig.
  • Die EisenbahnbrĂŒcke in Boffzen wird nicht mehr befahren, seit der Betrieb der Strecke Holzminden-Scherfede eingestellt wurde.
  • Die StraßenbrĂŒcke in Höxter war seit ihrer ersten Errichtung 1115 der erste feste WeserĂŒbergang ĂŒberhaupt. Nach ihrer Zerstörung durch französische Truppen 1673 wurde hier erst im 19. Jahrhundert wieder eine BrĂŒcke gebaut. Über sie fĂŒhrt die L 755.
  • Bei Corvey am Ostrand von Höxter ĂŒberspannt eine EisenbahnbrĂŒcke der Verbindung Altenbeken-Ottbergen-Kreiensen den Fluss.
  • Die 1977 in LĂŒchtringen erbaute StraßenbrĂŒcke fĂŒr die K 46 wurde am Ufer parallel zur Weser als Spannbetonkonstruktion hergestellt und dann um 90 Grad eingeschwenkt.
Blick flussauf von der alten BrĂŒcke in Bodenwerder
  • In Holzminden gibt es zwei StraßenbrĂŒcken, die AltstadtbrĂŒcke und die neue BrĂŒcke der B 64 (Umgehung).
  • In Holzminden-Grave bestand lange eine GierseilfĂ€hre. Seit 2005 ist hier eine solarbetriebene PersonenfĂ€hre in Betrieb.
  • In Heinsen besteht eine FĂ€hrverbindung.
  • Die GierseilfĂ€hre Polle–Heidbrink wurde 1988 gebaut und befördert bis zu vier PKW. Sie ist ganzjĂ€hrig in Betrieb. Seit 1905 besteht hier eine FĂ€hrverbindung.
  • In Bodenwerder fĂŒhren eine alte BalkenbrĂŒcke mit der L 580, eine neue SpannbetonbrĂŒcke mit der B 240 und eine Stahl-Fachwerk-BrĂŒcke fĂŒr die Emmerthalbahn (vollspurig, heute Museumseisenbahn) ĂŒber die Weser.
  • Zwischen Daspe und Hehlen wird die K 8 ĂŒber eine StraßenbrĂŒcke gefĂŒhrt.
  • Die GierseilfĂ€hre Hajen kann maximal zwei PKW befördern. Sie verkehrt nur im Winterhalbjahr. Hier besteht seit 1389 eine FĂ€hre
  • Die GierseilfĂ€hre Grohnde wurde um 1930 gebaut. Sie fĂ€hrt nur im Sommerhalbjahr mit bis zu drei PKW an Bord. Seit 1633 besteht hier am Grohnder FĂ€hrhaus eine FĂ€hre.
  • Zwischen Kirchohsen und Hagenohsen gibt es eine StraßenbrĂŒcke fĂŒr die L 424 und eine EisenbahnbrĂŒcke ĂŒber die Weser.
  • In Hameln ĂŒberspannte seit etwa 1300 eine steinerne BrĂŒcke die Weser. Im 19. Jahrhundert wurde dort eine KettenbrĂŒcke errichtet. Die heutige Alte BrĂŒcke aus dem Jahr 1930 wurde im April 1945 von deutschen Pioniereinheiten gesprengt und bis 1950 wiederhergestellt. 2003 wurde sie grundlegend erneuert. Die Neue BrĂŒcke wurde 1975 zur Altstadtentlastung gebaut und fĂŒhrt seitdem die B 1 und die B 83 ĂŒber die Weser. Eine 1897 erbaute EisenbahnbrĂŒcke wurde nach der Stilllegung des Eisenbahnverkehrs 1988 zunĂ€chst als FußgĂ€ngerbrĂŒcke genutzt und 1998 wegen BaufĂ€lligkeit geschlossen. Auch diese BrĂŒcke war 1945 gesprengt und bis 1947 wieder aufgebaut worden.
  • Vom 11. August 1950 bis zum 15. Februar 1971 wurde in Hameln zwischen der Fischbecker Straße und dem Breiten Weg eine PersonenfĂ€hre betrieben. Sie wurde wegen UnrentabilitĂ€t wieder eingestellt[28].
  • Auf der StraßenbrĂŒcke von Hessisch Oldendorf wird die L 434 ĂŒber die Weser gefĂŒhrt.
  • Die GierseilfĂ€hre Großenwieden–Rumbeck wurde 1960 gebaut und fasst bis zu 4 PKW. Sie verkehrt ganzjĂ€hrig. Hier besteht seit 1617 eine FĂ€hrverbindung.
Vlotho: StraßenbrĂŒcke nach Uffeln, im Hintergrund das Wesergebirge
Die FĂ€hre „Amanda“ wird mit zwei Propellern angetrieben (Aufnahme Mai 2011, die FĂ€hre lag wegen Niedrigwasser im Trockenen).
  • In Rinteln gibt es zwei StraßenbrĂŒcken: FĂŒr die B 238 und die L 435.
  • Die StraßenbrĂŒcke bei Eisbergen wurde 1927 erbaut.
  • In Porta Westfalica-Veltheim besteht eine PersonenfĂ€hre ĂŒber die Weser.
  • Zwischen Vlotho und Uffeln (Vlotho) ĂŒberspannen eine StraßenbrĂŒcke (L 778) und eine EisenbahnbrĂŒcke die Weser.
  • Die Weserquerung der A 2/E 30 bei Bad Oeynhausen-Rehme besteht aus je einem BrĂŒckenbauwerk fĂŒr jede Fahrtrichtung.
  • einen halben KilometerflussabwĂ€rts ĂŒberquert die Bahnstrecke Hamm–Minden den Fluss. Die erste BrĂŒcke hier wurde 1847 von der Cöln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft gebaut, spĂ€ter beim viergleisigen Ausbau eine zweite daneben gestellt. Wiederherstellung nach Zerstörung 1945 zunĂ€chst zwei, erst 1984 wieder viergleisig.
  • Ebenfalls in Rehme fĂ€hrt die seit 1988 bestehende PersonenfĂ€hre „Amanda“ ĂŒber die Weser.
  • Das erste Bauwerk fĂŒr eine Querung bei Porta Westfalica war eine KettenhĂ€ngebrĂŒcke aus dem Jahr 1865. Am 29. Mai 1954 folgte eine StahlbrĂŒcke als StraßenĂŒberfĂŒhrung (L 780), der seinerzeit grĂ¶ĂŸte voll verschweißte StahlĂŒberbau Deutschlands. Im Jahr 1995 wurde diese BrĂŒcke durch eine etwas weiter sĂŒdlich erbaute StahlverbundbrĂŒcke ersetzt. Nördlich hiervon besteht eine ehemalige EisenbahnbrĂŒcke.
  • In Minden ĂŒberqueren sieben BrĂŒcken die Weser, davon drei StraßenbrĂŒcken (B 65, L 534, L 764), eine EisenbahnbrĂŒcke, die GlacisbrĂŒcke Minden als FußgĂ€ngerbrĂŒcke und zwei KanalbrĂŒcken des Mittellandkanals (Wasserstraßenkreuz Minden). Die Ă€lteste hölzerne WeserbrĂŒcke in Minden wurde bereits 1232 erwĂ€hnt und 1594–1597 durch eine SteinbrĂŒcke ersetzt. Diese SteinbrĂŒcke wurde 1813 von französischen Truppen gesprengt, spĂ€ter notdĂŒrftig repariert und 1871–1874 durch eine EisenbrĂŒcke ersetzt. Am 11. Mai 1915 wurde eine neue WeserbrĂŒcke ohne Pfeiler eröffnet, die 1945 gesprengt und bis 1947 wieder instand gesetzt wurde. Ab 1969 wurden zwei neue StraßenbrĂŒcken nördlich und sĂŒdlich des Stadtzentrums erbaut.

Mittelweser

  • Am Stauwehr Petershagen ist, außer im Winter, die Querung zu Fuß und bedingt (Treppen) mit Rad möglich.
  • Die StraßenbrĂŒcke (L 770) bei Petershagen wurde 1970 erbaut.
  • Zwischen HĂ€vern und Windheim verkehrt seit 2002 die Solar-FĂ€hre Petra Solara fĂŒr FußgĂ€nger und Fahrradfahrer an der Stelle einer im Zusammanhang mit dem Bau der PetershĂ€ger WeserbrĂŒcke aufgegeben FĂ€hre. Der FĂ€hrbetrieb ist meist auf Wochenenden und Feiertage beschrĂ€nkt und wird durch einen Verein aufrechterhalten.
  • Bei SchlĂŒsselburg quert die K 1 auf einer 1956 eröffneten StraßenbrĂŒcke die Weser an einer Staustufe mit Kraftwerk.
  • Die B 441 und die B 215 werden zusammen bei Stolzenau durch eine StraßenbrĂŒcke ĂŒber die Weser gefĂŒhrt.
  • In Landesbergen gibt es zwei StraßenbrĂŒcken.
  • In Nienburg ĂŒberqueren vier BrĂŒcken die Weser, davon zwei StraßenbrĂŒcken, eine EisenbahnbrĂŒcke (Bahnstrecke Rahden–Nienburg) und eine FußgĂ€ngerbrĂŒcke. Die Ă€lteste, noch aus Holz erbaute StraßenbrĂŒcke wurde 1715–1723 durch eine SteinbrĂŒcke ersetzt. Diese SteinbrĂŒcke wurde 1903 abgerissen, weil die engen BrĂŒckenbögen ein Hindernis fĂŒr den immer stĂ€rker werdenden Schiffsverkehr darstellten. An dieser Stelle wurde 1905 eine FußgĂ€ngerbrĂŒcke gebaut, die 1945 zerstört und erst 1999 durch eine Neukonstruktion ersetzt wurde. Die neue StraßenbrĂŒcke wurde 500 m weiter weserabwĂ€rts erbaut. Bis zum Bau der Umgehungsstraße 1982 fĂŒhrte ĂŒber diese die B 6.
WeserbrĂŒcke in Hoya
BrĂŒcke ĂŒber die Schleusenkammern des Weserwehres
  • Bei Drakenburg quert die K 2 auf einer StraßenbrĂŒcke die Weser am Wehr mit Kraftwerk und Prahmschleuse.
  • Die HochseilfĂ€hre Schweringen wurde 1999 gebaut und ersetzte damit die in die Jahre gekommene GierseilfĂ€hre. Bis zu vier PKW können befördert werden. Sie ist von Anfang November bis Ende Februar außer Betrieb.
  • Zwischen BĂŒcken (Stendern) und Eystrup (DĂŒveleistraße) existiert ein Anleger mit Panzerstraße fĂŒr eine PontonbrĂŒcke.
  • Die StraßenbrĂŒcke (L 330) in Hoya entstand 1883 zeitgleich mit der vollspurigen Kleinbahnlinie nach Eystrup.
  • Die StraßenbrĂŒcke (L 203) in Groß-Hutbergen bei Verden wurde 1884 erbaut und war lange Zeit die einzige WeserbrĂŒcke im Landkreis Verden.
  • Die StraßenbrĂŒcke (K 9) ĂŒber die Weserschleuse Langwedel wurde 1958 eröffnet und fĂŒr leichte Kraftfahrzeuge bis maximal sechs Tonnen freigegeben.
  • Die StraßenbrĂŒcke (L 156) zwischen Achim-Uesen und Werder wurde am 28. August 1928 eröffnet. An dieser BrĂŒcke wurden 1966 Szenen von Richard Lesters Antikriegsfilm „Wie ich den Krieg gewann“ gedreht. In dem Film, der hauptsĂ€chlich durch die Mitwirkung von John Lennon PopularitĂ€t erlangte, verkörpert die Ueser BrĂŒcke eine RheinbrĂŒcke.
  • Es bestehen 13 Weserquerungen in Bremen, zwei weitere sind geplant:
  • Die EisenbahnbrĂŒcke der Bahnlinie Bremen-OsnabrĂŒck, ohne Geh- und Radweg bei Weser-km 357,200
  • Die AutobahnbrĂŒcke der A 1 Hansalinie/E 22 bei Arsten (Weser-km 358,500) von 1962 mit der Verbreiterung von 1978 auf sechs Fahrstreifen. 2008 wurde in beiden Richtungen die Standstreifen aufgegeben zugunsten von nunmehr acht Fahrstreifen.
  • Eine FußgĂ€nger- und Radfahrerquerung ĂŒber das Weserwehr in Hastedt bei Weser-km 362,100

Unterweser

Die SielwallfÀhre
Direkt neben der heutigen Wilhelm-Kaisen-BrĂŒcke befand sich bis ins 19. Jahrhundert Bremens einzige WeserbrĂŒcke: Unterweser-km Null
  • Die Karl-Carstens-BrĂŒcke, auch ErdbeerbrĂŒcke, genannt, verbindet als StraßenbrĂŒcke die Stadtteile Hemelingen und Obervieland (Weser-km 362,950).
  • Die motorgetriebene SielwallfĂ€hre verbindet die Östliche Vorstadt mit dem Stadtwerder zwischen Weser und Werdersee. Sie transportiert FußgĂ€nger und FahrrĂ€der (Weser-km 365,400).
  • Die Wilhelm-Kaisen-BrĂŒcke wurde 1961 als Große WeserbrĂŒcke eröffnet (Weser-km 366,670). Über sie fĂŒhrt die in diesem Bereich mittlerweile herabgestufte B 75. Nur 50 m flussabwĂ€rts hatte es seit dem Mittelalter Bremens einzige BrĂŒcke ĂŒber die Weser gegeben (erste ErwĂ€hnung 1244). Bis Ende des 19.Jahrhunderts musste die kleine Weser, sĂŒdlich des Teerhofes, 200 m flussabwĂ€rts versetzt auf der BrautbrĂŒcke ĂŒberquert werden. Seit 1872 hieß die WeserbrĂŒcke Große WeserbrĂŒcke und in der Nazizeit Adolf-Hitler-BrĂŒcke und dann LĂŒderitzbrĂŒcke. 1895 wurde sie ersetzt und bekam eine geradlinige Fortsetzung bis in die Neustadt.
  • Die 1993 eröffnete TeerhofbrĂŒcke als reine FußgĂ€ngerbrĂŒcke und die anschließende BrautbrĂŒcke (Fuß und Rad, etwas westlich der historischen BrĂŒckenstelle) verbinden die Bremer Altstadt und Neustadt miteinander (Unterweser-km 0,400).
  • Die BĂŒrgermeister-Smidt-BrĂŒcke wurde 1872/75 als Bremens zweite StraßenbrĂŒcke ĂŒber die Weser gebaut. Sie hieß damals Kaiser-Wilhelm-BrĂŒcke und wurde in der Nazizeit in Adolf-Hitler-BrĂŒcke umbenannt. Von 1950 bis 1952 wurde die im Krieg stark beschĂ€digte stĂ€hlerne BogenbrĂŒcke durch die jetzige Stahl-BalkenbrĂŒcke ersetzt (Unterweser-km 0,625).
  • Die 196 m lange StephanibrĂŒcke von 1965 (Überbau oberstrom) bzw. 1967 (Überbau unterstrom) und ersetzte mit dem Ausbau der Verbindung Bremen–Delmenhorst zur Kfz-Straße (B 6, dann B 75) eine amerikanische BehelfsbrĂŒcke. Die ursprĂŒngliche WestbrĂŒcke wurde 1936–39 an dieser Stelle erbaut und 1944 durch Bomben zerstört. Fuß- und Radverkehr werden hier beiderseits in Höhe der StahltrĂ€ger gefĂŒhrt, eine Etage tiefer als der Motorverkehr (Unterweser-km 1,250). Dieser Abschnitt der B6 ist (StraßenverkehrszĂ€hlung 2005) nach der B2R in MĂŒnchen die meistbefahrene Bundesstraße Deutschlands (knapp 100 000 Fahrzeuge pro Tag). Die Stephanie-BrĂŒcke ist eine sechsspurige Kraftfahrstraße.
  • Die EisenbahnbrĂŒcke der Bahnstrecke Bremen–Oldenburg, die letzte WeserbrĂŒcke und bis zum Bau des Wesertunnels Dedesdorf die letzte feste Weserquerung, wurde 1867 errichtet, im MĂ€rz 1945 zerstört und bis zum Dezember 1946 wieder notdĂŒrftig repariert. Im Mai 1962 ersetzte eine neue FachwerkbrĂŒcke das eingleisige Provisorium aus der unmittelbaren Nachkriegszeit (Unterweser-km 1,3759).
  • Zwischen dem Lankenauer Höft in Bremen-Rablinghausen und dem Einkaufszentrum Waterfront auf der anderen Weserseite ist eine FĂ€hrverbindung geplant.
  • Zwischen Bremen - Seehausen und der anderen Weserseite ist ein Tunnelbau im Zuge der A281 in Planung, wodurch der Autobahnring um Bremen geschlossen werden soll.
  • Die FĂ€hre zwischen Lemwerder und Bremen-Vegesack besteht seit dem 13. Jahrhundert. Sie verkehrt tagsĂŒber im Zehn-Minuten-Takt. Die heutige MotorfĂ€hre, das FĂ€hrschiff „Vegesack“ wurde 1992 gebaut und befördert bis zu 32 PKW. WĂ€hrend der Hauptverkehrszeit wird eine zweite FĂ€hre, das FĂ€hrschiff Lemwerder eingesetzt (Unterweser-km 20,500).
  • Die Verbindung von Bremen-Blumenthal nach Motzen wird ganzjĂ€hrig mit der 1975 in Dienst gestellten FĂ€hre Rönnebeck bedient. 2004 wurde ihr Fassungsvermögen von 22 auf 25 PKW erhöht (Unterweser-km 22,000).
  • Mit der FĂ€hre von Berne nach Bremen-Farge wird die B 74 ĂŒber die Weser gefĂŒhrt. Das FĂ€hrschiff Juliusplate, 1995 gebaut, kann bis zu 26 PKW befördern und ist auch fĂŒr Gefahrgut und Schwerlasttransporte ausgelegt. Zu den Hauptverkehrszeiten wird auch hier eine zweite FĂ€hre eingesetzt, die 1983 gebaute Berne-Farge mit Platz fĂŒr circa 18 PKW (Unterweser-km 25,300).
Die FĂ€hren in Vegesack, Blumenthal und Farge sind seit 1993 zu der FĂ€hren Bremen–Stedingen GmbH (FBS)[29] zusammengeschlossen.
Einfahrt in den Wesertunnel
RoPax FĂ€hre Nordenham zwischen Nordenham-Blexen und Bremerhaven
  • Von Brake auf die Weserinsel Harriersand und zurĂŒck befördert das Motorschiff Guntsiet[30] Personen und FahrrĂ€der (Unterweser-km 39)
  • Zwischen Brake-Golzwarden und Sandstedt transportiert die 1964 gebaute MotorfĂ€hre Kleinensiel bis zu 22 PKW. Sie ist auch fĂŒr Schwerlastverkehr und Gefahrgut zugelassen. Ihr Betrieb war 2004/5 durch die Konkurrenz des Wesertunnels gefĂ€hrdet. Nicht nur die Stadt Brake hatte Interesse, sie zu erhalten. Als SBS (SchnellfĂ€hre Brake–Sandstedt[31]) privatisiert, fĂ€hrt sie jetzt gut ausgelastet einen dichteren Takt als vor Tunneleröffnung (Unterweser-km 43).
  • Der Wesertunnel Dedesdorf–Kleinensiel wurde 2004 im Vorgriff einer möglichen VerlĂ€ngerung der A 22 fertiggestellt. Die FĂ€hre Dedesdorf-Kleinensiel wurde bei Tunneleröffnung eingestellt (Unterweser-km 52).
  • WeserfĂ€hre Bremerhaven-Nordenham:[32] Heute verkehren zwischen Bremerhaven und Nordenham-Blexen die FĂ€hren Nordenham (1957) und die Bremerhaven (1999), die jeweils 300 Personen und auch Fahrzeuge bis hin zu Schwertransportern befördern können. Auf der neuen WeserfĂ€hre Bremerhaven dĂŒrfen nach vorheriger Anmeldung auch GefahrgĂŒter transportiert werden. Die WeserfĂ€hren können auch fĂŒr Spezialfahrten (Partyschiff) gechartert werden (Unterweser-km 64–66).

Eisenbahnstrecken am Weserlauf

Im Gegensatz zum (Mittel- und Ober-) Rhein, dessen Flusslauf auf weiten Strecken beidseitig von Eisenbahnlinien begleitet wird, gibt es entlang der Weser keine durchgehende Eisenbahnstrecke. Das Tal der Oberweser war wirtschaftlich weniger interessant und durch seine Grenzlage fĂŒr die Königlich Hannöverschen Staatseisenbahnen keine Alternative zur Hannöverschen SĂŒdbahn durch das Leinetal. Trotzdem fehlte von den 1870er bis in die 1980er Jahre an einer durchgehenden Bahnverbindung Kassel–Holzminden durch unteres Diemeltal und Wesertal nur der Kilometer zwischen den damals zwei Karlshafener Bahnhöfen (Carlsbahn u. Sollingbahn). Auch im ostwestwĂ€rts laufenden Talabschnitt unterhalb von Hameln gibt es eine Wesertalbahn. An der Mittelweser existiert ein durchgehender Schienenweg, bestehend aus Teilen der Strecken Hannover–Bremen und Minden–Rotenburg (WĂŒmme) (–Hamburg). Parallel zur Unterweser gibt es beidseits Bahnstrecken, teilweise in mehr als 10 km Abstand vom Fluss, da der weiche Marschboden keinen geeigneten Untergrund fĂŒr Bahntrassen hergab. Wesernahere Lokalbahnen haben dort keinen Personenverkehr mehr oder wurden ganz abgebaut.

Folgende Teilstrecken meist kreuzender Bahnlinien verlaufen wesernah:

  • Strecke: Paderborn–Altenbeken–Bad Pyrmont–Hannover (Hannoversche S-Bahnlinie), TeilstĂŒck Kirchohsen–Hameln mit Halt in Kirchohsen und Hameln
  • Strecke: Hildesheim–Löhne, TeilstĂŒck Hameln–Bad Oeynhausen mit Halt in Hameln, Hessisch Oldendorf, Rinteln, Vlotho und Bad Oeynhausen SĂŒd („Weserbahn“ *)
  • Strecke: OsnabrĂŒck/Dortmund–Hannover, TeilstĂŒck Bad Oeynhausen–Minden mit Halt in Bad Oeynhausen, Porta Westfalica und Minden
  • Strecke: Hannover–Bremen, TeilstĂŒck Nienburg–Bremen mit Halt in Nienburg, Eystrup, Dörverden, Verden, Langwedel, Etelsen, Baden, Achim und Bremen
  • Strecke: Bremen–Nordenham, TeilstĂŒck Hude–Nordenham mit Halt in Berne, Elsfleth, Brake, Rodenkirchen, Kleinensiel und Nordenham

(*) nicht zu verwechseln mit „Weserbahn“ als historischem Namen der Bahnlinie Bremen-Oldenburg

Weserinseln

  • Am Zusammenfluss von Werra und Fulda zur Weser befinden sich in Hann. MĂŒnden die Flussinseln Tanzwerder (mit dem Weserstein) und Doktorwerder.
  • Die beiden Weserinseln Schleusenwerder und Werder in Hameln sind zusammen 800 m lang. Auf den Inseln befinden sich GebĂ€ude, die gastronomisch genutzt werden, und eine Schleusenanlage. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges arbeiteten dort zwei GetreidemĂŒhlen (Fabriken).
  • Bei Landesbergen befindet sich in Höhe der Staustufe eine Weserinsel.
  • Auf der Bremer „Weserinsel“, dem Stadtwerder, liegen das Neue Museum Weserburg – das grĂ¶ĂŸte Museum fĂŒr Gegenwartskunst in Deutschland –, die Hochschule fĂŒr Nautik, mehrere Kleingartengebiete sowie StrandbĂ€der an der Weser und am Werdersee. Der Stadtwerder ist 4,3 km lang. Schon seit Jahrhunderten war vom sĂŒdlichen Weserarm Kleine Weser (s. u.) im oberen Teil nur eine Flutrinne ĂŒbrig.
  • In Bremen wurde im Lauf des Mittelalters die untere Spitze der „Weserinsel“ durch VerteidigungsgrĂ€ben zwischen Weser und Kleiner Weser abgetrennt. So entstanden die Inseln Brautwerder mit der Bastion „Braut“ und – auf der Ă€ußersten Spitze – der Teerhof, im Mittelalter WerftgelĂ€nde.
  • Der Werdersee mit der unzugĂ€nglichen Vogelinsel wurde nach der Sturmflut 1962 als Flutrinne neu ausgehoben. Der Erdaushub wurde zur AufschĂŒttung des Friedhofes Huckelriede verwendet. Nachdem beim Januarhochwasser 1981 die Generalprobe mit der Ableitung des Schmelzhochwassers durch den oberen Teil der Flutrinne wegen fehlerhafter Auslegung gescheitert war, wurde sie vergrĂ¶ĂŸert und der Werdersee verlĂ€ngert und außerdem der Stadtwerder auf der SĂŒdseite durch einen neuen Sommerdeich geschĂŒtzt. Der naturĂ€hnlich angelegte Werderseezuleiter fĂŒr die Frischwasserzufuhr aus der Mittelweser fĂŒhrt durch den Stadtwerder.
  • Der Peterswerder am Nordufer der Weser, auf dem heute das Weserstadion steht, war bis zum Bau des Osterdeichs in den 1880er Jahren durch das Altwasser „Schwarzes Meer“ vom die Weser begleitenden DĂŒnenrĂŒcken mit der darauf verlaufenden Landstraße nach Verden getrennt.
  • Eine kleine und nicht bebaute Weserinsel befindet sich in Bremen zwischen dem Kap-Horn-Hafen und dem Wendebecken Neustadt. Zur Reduzierung des Bewuchses wird die Insel im Sommer von Ziegen beweidet, weshalb sie von der Lokalpresse inzwischen als „Ziegeninsel“ bezeichnet wird.[33] Anfangs war dies lediglich eine Halbinsel, was jedoch zu erheblichen Ablagerungen von Sedimenten in der Hafeneinfahrt fĂŒhrte. Seit dem Durchstich hat sich dieses Problem erledigt.
  • GegenĂŒber liegt das mit Pappeln bestandene „Shipyard Island“, eine Insel, die wenige Jahre vor der Schließung der Werft AG Weser nach Durchstich aus der Hafenmole des Werfthafens entstand.
  • Die einstige Weserinsel Elsflether Sand vor Elsfleth ist seit dem Bau des Huntesperrwerks in den 1970er Jahren eine Halbinsel, die vom Weserdeich und einem 3,1 km langen Radweg durchzogen wird. Sie ist ĂŒber den Weserdeich und das Huntesperrwerk zugĂ€nglich.
FĂ€hre „Guntsiet“ zwischen Brake und der Insel Harriersand
  • Harriersand gegenĂŒber Brake-Harrien ist etwa 11 km lang und damit die lĂ€ngste Insel der Weser. Sie ist seit dem Jahr 1830 besiedelt. Vor der zweiten Weserkorrektion 1924–1932 bestand sie noch aus sieben kleinen, voneinander getrennten Inseln. Harriersand ist von Brake aus mit der PersonenfĂ€hre Guntsiet und von Rade aus ĂŒber eine StraßenbrĂŒcke zu erreichen. Diese Insel hat lediglich einen Sommerdeich auf der Nordseite und auf der SĂŒdseite einen der wenigen naturbelassenen SandstrĂ€nde an der Weser. Die HĂ€user liegen wie die HallighĂ€user auf einer kleinen Hauswarft. Diese werden bei jeder stĂ€rkeren Sturmflut zu Miniinseln.
  • Vor dem Ort Rodenkirchen (Gemeinde Stadland) liegt die Strohauser Plate. Die als Natura 2000-Gebiet geschĂŒtzte Weserinsel dehnt sich in Nord-SĂŒd-Richtung ĂŒber 6 km und in Ost-West-Richtung an der breitesten Stelle ĂŒber 1,3 km aus und darf nur im Rahmen von gefĂŒhrten Exkursionen betreten werden.
  • Die ehemalige Flussinsel „Luneplate“ bei Bremerhaven wurde eingedeicht und gehört nun zum Festland. Sie war bis dahin die grĂ¶ĂŸte Insel in der Weser. Der 1924/25 angelegte Deich wurde in den 1970er Jahren verstĂ€rkt, und die Luneplate sollte Gewerbegebiet werden. 2003/04 wurden große Teile wieder vernĂ€sst als ökologische Ausgleichsmaßnahme fĂŒr den Ausbau des Containerterminals IV im Norden von Bremerhaven. Normale Tiden strömen jetzt durch Sieltore bis zum alten Deich. Der neue Deich dient nur noch dem Schutz vor schweren Hochwassern.[35]
  • WesermĂŒndung: Die kleinen Inseln LanglĂŒtjen I und LanglĂŒtjen II gegenĂŒber von Bremerhaven-Weddewarden wurden in den Jahren 1876–1880 als kaiserliche Forts ausgebaut. WĂ€hrend beider Weltkriege wurden die Bollwerke mit starken AbwehrgeschĂŒtzen versehen. Von September 1933 bis Januar 1934 befand sich auf LanglĂŒtjen II ein Konzentrationslager.
  • Brinkamahöft vor Weddewarden, ebenfalls mit einem kleinen Fort, wurde im Zuge des Ausbaus des Containerterminals IVa eingeebnet und in die HafenflĂ€che einbezogen.
  • Tegeler Plate (namensgleich mit der ehemaligen Unterweserinsel bei Dedesdorf) und Robbenplate sind SandbĂ€nke, also WattflĂ€chen, zwischen den beiden Armen der Außenweser. Kleine TeilflĂ€chen sind im Sommer durchweg trocken und dienen den Robben als RuheflĂ€che und Kinderstube fĂŒr die Heuler.
WesermĂŒndung SĂŒd – West – Nordwest: ganz links der Seedeich des Fischereihafens von Bremerhaven – gegenĂŒber Nordenham-Blexen – ganz rechts die Insel LanglĂŒtjen I
WesermĂŒndung SĂŒd – West – Nordwest: ganz links der Seedeich des Fischereihafens von Bremerhaven – gegenĂŒber Nordenham-Blexen – ganz rechts die Insel LanglĂŒtjen I

Siehe auch

Wiktionary Wiktionary: Weser â€“ BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Weser â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Commons: Bremen â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Commons: Bremerhaven â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Literatur

Geologie

  • Karsten Meinke: Die Entwicklung der Weser im Nordwestdeutschen Flachland wĂ€hrend des jĂŒngeren PleistozĂ€ns. Diss., Göttingen 1992. Mit Bodenprofilen der WeserstĂ€dte.
  • Ludger Feldmann und Klaus-Dieter Meyer (Hrsg.): QuartĂ€r in Niedersachsen. ExkursionsfĂŒhrer zur JubilĂ€ums-Hauptversammlung der Deutschen QuartĂ€rvereinigung in Hannover. DEUQUA-ExkursionsfĂŒhrer, Hannover 1998, S.89ff.
  • Hans Heinrich Seedorf und Hans-Heinrich Meyer: Landeskunde Niedersachsen. Natur und Kulturgeschichte eines Bundeslandes. Band 1: Historische Grundlagen und naturrĂ€umliche Ausstattung. Wachtholz, NeumĂŒnster 1992, Seite 105ff.
  • Ludger Feldmann: Das QuartĂ€r zwischen Harz und Allertal mit einem Beitrag zur Landschaftsgeschichte im TertiĂ€r. Papierflieger, Clausthal-Zellerfeld 2002, Seite 133ff und passim.

ArchÀologie

  • Bremer ArchĂ€ologische BlĂ€tter, Beiheft 2/2000 zur gleichnamigen Ausstellung im Focke-Museum: Siedler, Söldner und Piraten, Chauken und Sachsen im Bremer Raum, © Der LandesarchĂ€ologe Bremen, ISSN 0068-0907.
  • Bremer ArchĂ€ologische BlĂ€tter, Beiheft 3/2004 zur gleichnamigen Ausstellung im Focke-Museum: Gefundene Vergangenheit, ArchĂ€ologie des Mittelalters in Bremen, © Der LandesarchĂ€ologe Bremen, ISBN 3-7749-3233-6. (wg.Geschichte des Weserarms Balge)

Kunstgeschichte

  • Ernst Wolfgang Mick: Die Weser (Deutsche Lande - Deutsche Kunst). MĂŒnchen/Berlin 1962

Flussgeschichte

  • Georg Bessell: Geschichte Bremerhavens. Morisse, Bremerhaven 1927, 1989.
  • Heinz Conradis: Der Kampf um die Weservertiefung in alter Zeit. In: Bremisches Jahrbuch, Band 41, Bremen 1944.
  • J. W. A. Hunichs: Practische Anleitung zum Deich-, Siel- und Schlengenbau. Erster Theil, von den Sielen. Bremen 1770.
  • Die Kanalisierung der Mittelweser. Herausgegeben von der Mittelweser AG, Carl SchĂŒnemann Verlag, Bremen 1960.
  • Kuratorium fĂŒr Forschung im KĂŒsteningenieurswesen: Die KĂŒste. In: Archiv fĂŒr Forschung und Technik an der Nord- und Ostsee. Boyens, Heide 51.1991. ISSN 0452-7739
  • M. Eckholdt (Hrsg.), FlĂŒsse und KanĂ€le, Die Geschichte der deutschen Wasserstraßen, DSV-Verlag 1998

Flussbeschreibung

Einzelnachweise

  1. ↑ LĂ€ngen (in km) der Hauptschifffahrtswege (Hauptstrecken und bestimmte Nebenstrecken) der Binnenwasserstraßen des Bundes, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  2. ↑ Verzeichnis E, Lfd.Nr. 64 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  3. ↑ Julius Pokorny: Indogermanisches etymologisches Wörterbuch, Bern 1959, S. 1134.
  4. ↑ Hans Krahe: Sprache und Vorzeit, Heidelberg 1954, S 51.
  5. ↑ Bundesamt fĂŒr Seeschifffahrt und Hydrologie: Tidenkalender
  6. ↑ AufschlĂŒsse sind an der Kies- und Sandgrube nordöstlich von Brelingen zu finden.
  7. ↑ Dietrich Hagen: Der Naturraum. In: Oldenburg – Land zwischen Nordsee und Dammer Bergen. NiedersĂ€chsische Landeszentrale fĂŒr politische Bildung, 1999, S. 11, 27–30, abgerufen am 7. Oktober 2010.
  8. ↑ Landverluste und Deichbau in der heutigen Wesermarsch (Seite nicht mehr verfĂŒgbar)
  9. ↑ HRS Hohenkirchen: Große Fluten. In: Dit un dat - Geschichten aus dem Wangerland. geschichtsatlas.de, abgerufen am 7. Oktober 2010.
  10. ↑ Zwölftes Jahrhundert. In: Bremens Geschichte. bremen.online, archiviert bei web.archive.org, abgerufen am 7. Oktober 2010.
  11. ↑ Quelle: Wasser- und Schifffahrtsamt Verden, 2011
  12. ↑ Quelle: Wasser- und Schifffahrtsamt Verden, 2011
  13. ↑ nw-news.de: Bad Oeynhausen - Hallig Dehme, abgerufen am 26. Januar 2011
  14. ↑ Hintergrund: Kali-Salzlauge - Woher und wohin? Frankfurter Rundschau online, 17. April 2009, abgerufen am 7. Oktober 2010.
  15. ↑ http://www.kreiszeitung.de/nachrichten/landkreis-verden/doerverden/doerverdener-beliefert-kenner-gourmets-1214968.html
  16. ↑ Zwei Urgesteine der Binnenfischerei. Abschied von „Willi“ DobberschĂŒtz. Landesfischereiverband Niedersachsen e.V., abgerufen am 7. Oktober 2010.
  17. ↑ Urkunde von 1270 im Wortlaut. Regesta Imperii Online, abgerufen am 7. Oktober 2010.
  18. ↑ Ulrich Weidinger: Bremer Schiffahrt auf Weser und Aller in der FrĂŒhen Neuzeit. In: Ein Streifzug durch die Geschichte Bremens. GĂŒnter Garbrecht, Uni Bremen, abgerufen am 6. Oktober 2010.
  19. ↑ a b Weser. Wasser- und Schifffahrtsamt Minden, 19. MĂ€rz 2007, abgerufen am 6. Oktober 2010.
  20. ↑ Verzeichnis der Schleusen von Weser, Werra und Fulda. Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte, 12. MĂ€rz 2009, abgerufen am 6. Oktober 2010.
  21. ↑ Baumaßnahmen
  22. ↑ [www.wsv.de/wsa-dd/faq/Transportaufkommen/index.html Trabnsportaufkommen]
  23. ↑ [bundesrecht.juris.de/bundesrecht/strfing/gesamt.pdf Straßenbaugesetz]
  24. ↑ Mittelweseranpassung. Wasser- und Schifffahrtsamt Verden, abgerufen am 6. Oktober 2010.
  25. ↑ Der Weser-Radweg - die schönste Reise vom Weserbergland bis zur Nordsee. weser.org, abgerufen am 4. Oktober 2010.
  26. ↑ Weserkraftwerk Bremen, Weserkraftwerk Bremen GmbH & Co. KG
  27. ↑ Projekt Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk, swb AG
  28. ↑ Die PersonenfĂ€hre an der Jugendherberge. hamelner-geschichte.de, abgerufen am 4. Oktober 2010.
  29. ↑ FBS FĂ€hren Bremen-Stedingen. faehren-bremen.de, abgerufen am 4. Oktober 2010.
  30. ↑ FahrplĂ€ne. brake.de, abgerufen am 4. Oktober 2010.
  31. ↑ SchnellfĂ€hre Brake-Sandstedt. weser-faehre.de, abgerufen am 4. Oktober 2010.
  32. ↑ WeserfĂ€hre GmbH Bremerhaven. weserfaehre.de, abgerufen am 4. Oktober 2010.
  33. ↑ Projekt Ziegeninsel. Deutsche Umwelthilfe e.V., abgerufen am 4. Oktober 2010.
  34. ↑ bremenports: Ökologischer Ausgleich fĂŒr den Bau des Containerterminals III. Ein Paradies fĂŒr Flora und Fauna. senatspressestelle.bremen.de, 19. Juni 203, abgerufen am 4. Oktober 2010.
  35. ↑ Relationsgeflecht KĂŒstenschutz. In: KlimaĂ€nderung und Unterweserregion(KLIMU). Uni Bremen, abgerufen am 4. Oktober 2010.

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  • WESER — Un des grands fleuves d’Allemagne, long de 440 kilomĂštres, avec un bassin versant de 45 300 kilomĂštres carrĂ©s drainĂ© vers la mer du Nord, la Weser paraĂźt modeste en comparaison du Rhin et de l’Elbe, entre lesquels elle s’insĂšre. En rĂ©alitĂ©, le… 
   EncyclopĂ©die Universelle

  • Weser — Weser, 1) (bei den Römern Visurgis, althochdeutsch Wisera u. Wisura), einer der HauptflĂŒsse Deutschlands, wird gebildet durch den Zusammenfluß der Werra u. Fulda (s. b.) bei Hannöverisch MĂŒnden, durchfließt (resp. berĂŒhrt) Kurhessen, Preußen… 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • Weser — (lat. Bisurgis, Visurgis, althochd. Wisera, Wisura), einer der HauptflĂŒsse Deutschlands, entsteht durch die Vereinigung der Werra (s. d.) mit der Fulda (s. d.) bei MĂŒnden. Auf ihrem weitern Laufe, der eine vorherrschend nördliche und… 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Weser — (lat. Visurgis, altdeutsch Visuraha), einer der HauptflĂŒsse Deutschlands, entsteht durch die Vereinigung der Fulda und Werra bei MĂŒnden, durchfließt das Wesergebirge und durchbricht dessen nördl. Rand in der WestfĂ€l. Pforte [Tafel: Mittleres… 
   Kleines Konversations-Lexikon

  • Weser — Weser, einer der grĂ¶ĂŸten, und wegen der auf ihm betriebenen Schifffahrt auch wichtigsten FlĂŒsse Deutschlands, gebildet bei MĂŒnden in Hannover durch die Vereinigung der Werra und Fulda, ist von da an schiffbar, durchströmt Hannover, Braunschweig,… 
   Damen Conversations Lexikon

  • Weser — (altdeutsch Wisaraha, lat. Visurgis), deutscher Hauptfluß, aus der Fulda und Werra entstehend, durchfließt oder berĂŒhrt auf ihrem 59 Ml. langen Laufe preußisches, kurhessisches, hannöverisches, lippesches, braunschweigisches, bremisch es und… 
   Herders Conversations-Lexikon

  • Weser — [vāâ€Čzər] river in NW Germany, flowing from S Lower Saxony north into the North Sea: c. 300 mi (483 km) 
   English World dictionary

  • Weser — This article is about the river in Germany. For the river in Eastern Belgium, see Vesdre. Coordinates: 53°32â€Č8″N 8°33â€Č56″Eï»ż / ï»ż53.53556°N 8.56556°Eï»ż / 
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  • Weser — 53° 32â€Č 08″ N 8° 33â€Č 56″ E / 53.5356, 8.56556 
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  • Weser — RĂ­o Weser El Weser en Polle PaĂ­s que atraviesa   
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